Alkoholverkauf

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richadrichy
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Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Hallo Zusammen,

hab mal ne Frage an Fachleute die sich da evtl juristisch etwas auskennen.

Ist es erlaubt in einem kleinen "Tante Emma" Laden Alkohol, auch Hochprozentiges zu verkaufen?

Gemäß dem Urteil von 2007 ist ja die Einfuhr durch Privatpersonen freigegeben worden.

Aber wie gesagt, darf ich den Alkohol auch vekaufen;- sagen wir mal als "Getränkehandel", oder ist das nach wie vor dem Systembolaget vorbehalten.

Meine Idee hinter der Frage ist nämlich, als 2tes Standbein einen kleinen Laden mit bayerischen Waren zu betreiben und dazu gehört natürlich auch "Kistenweise" bayerisches Bier.

Danke schon mal für die Antworten

Gruß
Richard
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Framsidan
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Leider nein, du darfst keinen alkohol in Schweden verkaufen.

An bier nur Lättöl och folköl aber nichts stärkeres.
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Na das ist ja echt SCH...ADE :( :?
Und ich dachte ich könnt das gute bayerische Bier den Schweden näher bringen...

Wie steht es denn dann mit den anderen bayerischen Gaumenfreuden... halbe,- bzw. ganze Spanferkel, Leberkäs in einer "echten" Semmel, Zwetschgendatschi usw.

Wie streng ist das denn in Schweden mit der Lebensmittelverordnung, oder warum gibt es keine Metzgerein die z.B. Fleisch und Wurst offen verkaufen?
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

richadrichy hat geschrieben:Na das ist ja echt SCH...ADE :( :?
Und ich dachte ich könnt das gute bayerische Bier den Schweden näher bringen...

Wie steht es denn dann mit den anderen bayerischen Gaumenfreuden... halbe,- bzw. ganze Spanferkel, Leberkäs in einer "echten" Semmel, Zwetschgendatschi usw.

Wie streng ist das denn in Schweden mit der Lebensmittelverordnung, oder warum gibt es keine Metzgerein die z.B. Fleisch und Wurst offen verkaufen?

Leberkas und Zwetschgendatschi liebe ich, auch ein Ayinger Bier oder eine Paulaner aber heir ist das alles eben anders.

Framsidan
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Nun, eigentlich war schon auch mein Hintergedanke erstmal den Deutschen das zu bieten was sie von zu Hause so sehr vermissen... und Deutsche gibts ja mitlerweile genügend in Südschweden.

Ich kenn das aus München mit den ganzen Thai -Afrika -Türken etc. Läden.
Da kaufen nätürlich hauptsächlich die entsprechenden Landleute ein, aber so hin und wieder verirrt sich in diesen Exotenläden auch mal ein Deutscher.

Und ich denk soviel anders ticken die Schweden auch nicht, wenn sie erstmal auf den Geschmack gekommen sind.

Die kaufen auch gerne bei IKA ungezuckertes Brot, oder in der Fiskerökerie Inlagt Sil der nicht nur nach Zucker schmeckt.

Das haben wir gedenfalls festgestellt, als wir mal eine Räucherei besuchten die von nem Deutschen betrieben wurde und der nach deutschem Rezept räucherte und einlegte... und das Brot schmeckte auch fast deutsch... da standen die Schweden Schlange!

Noch mal ne Frage zum Bier:

Das bayerische Leichtbier oder evtl sogar das Alkfreie dürfte ich dann aber verkaufen, oder?
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Samweis

Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Samweis »

Hallo richadrichy,

was nun wo "strenger" ist, ist schwer zu beantworten. In Europa ist zwar (noch) nicht alles harmonisiert, aber es ist auch nicht so weit auseinander.
Grenzüberschreitender Handel von Lebensmitteln ist innerhalb der EU "im Prinzip" kein Problem. USt-Regelungen gelten natürlich auch dann. Außerdem muss, soweit ich weiß, zumindest bei Fleisch das Herkunftsland dokumentiert sein. Dann gibt's noch Salmonellen-Kontrollen.
Hygiene-Vorschriften gibt's in S natürlich auch, klar, und natürlich sind in einem stark regulierten Markt die Regelungen für "die Großen" meist leichter zu erfüllen als für "die Kleinen".

Genaue Infos zu den Regelungen findest Du beim Livsmedelsverket. http://www.slv.se
Da gibt es z.B. extra eine Broschüre für Jungunternehmer, die ein Livsmedelsföretag gründen wollen:
http://www.slv.se/sv/grupp2/Livsmedelsf ... lsforetag/
Innereuropäischer Im- und Export:
http://www.slv.se/sv/grupp2/Import-och- ... l-inom-EU/
Wie gut ist Dein Schwedisch?
Es gibt zwar auch einige Infos auf Englisch, aber an Schwedisch kommst Du nicht vorbei.

Die Regelungen sind m.E. allerdings nicht der Grund dafür, dass es hier keine (oder wenig) Metzgereien gibt.
Der Schwede ist "gewöhnt", seine Lebensmittel bei ICA und COOP zu kaufen.
Die gesamte Lebensmittelindustrie ist in Schweden sehr stark konzentriert. Ein paar wenige Firmen oder Produzentenvereinigungen kontrollieren den Markt.
Beim Fleisch z.B. kontrolliert Swedish Meats über zwei Drittel der Produktion. Das Fleisch geht dann an die Großschlachtereien der Scan AB (Tochter der finnischen HKScan). An Scan geht kaum etwas vorbei. Konkurrent zu Scan ist Nyhléns-Hugosons - die aber auch zur Hälfte Scan gehören. Haha.
Viele Einzelhandelsgeschäfte stellen ihre Fleischabteilung um und mahlen Hackfleisch nicht mehr selbst. Das Zeug kommt sowieso von Scan. Da kann es auch dort gleich gemahlen und unter Schutzgas verpackt werden.

Ob Du mit Deinem Laden Erfolg haben wirst...?
Hmmmm, vielleicht im Süden in der Nähe eines Ghettos heimatkranker Deutscher?
Man weiß ja nie, und wenn Du erst einen Schweden überzeugt hast und der kräftig Werbung macht...
Aber sonst würde ich die Gefahr eines Flops für ziemlich groß halten. Zwetschgen-Datschi ist nicht süss-kladdig-fettig genug. Zwetschgen sind sowieso unbekannt.
Und das Spanferkel... Da viele Schweden trotz Fabrikfleisch, Schweinezucht- und Gammelfleisch-Skandalen davon überzeugt sind, über das beste Fleisch der Welt zu verfügen, wird es vielleicht etwas schwierig, ihnen zu erklären, dass Du Lebensmittel über 1500km weit umweltfeindlich transportieren musstest.

Wenn schon ausländische Produkte, dann eher aus einem typischen Urlaubsland wie Italien, Spanien, Thailand. Damit demonstriert man ja auch gleich ein bestimmtes Lebensgefühl.

Viele Grüße

Samweis
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Na ja, man muß ja die Spanferkel nicht aus Bayern holen, es gibt in Schweden genug Schweinezüchter die einem vielleicht ein oder 2 Jungschweine im Monat (Woche,Tag...) verkaufen, auch die bayerische Weihnachtgans kann man in Skåne holen.
Und es wird sich in Schweden sicherlich ein deutscher Bäcker und Metzger finden lassen, der den Leberkäs und die Weißwürste, das Brot und die Semmel UND BREZEN nach bayerischem Rezept herstellen kann (das kann ja ich schon in meinem heimischen Haushaltsofen).

Und seid doch mal ehrlich - all ihr ausgewanderten Deutsche (Bayern) - würdet ihr euch nicht freuen in eurer gegend einen Laden zu haben in dem man UNGESÜßTE Backwaren (Brot und Semmel - Brötchen)findet, wo man zu Weihnachten ne frische Gans kaufen kann und nicht nur den Julskinka oder höchstens einen Kalkoon und wer von euch Bayern (und ich bin mir sicher evtl auch ein paar Nordlichter) möchten nicht mal wieder in eine Leberkäsesemmel beißen und zu dem ganzen Weißbier trinken und Brezen essen kann, auch wenns nur ne leichte Weiße ist???

Also ich hab sowas in ganz Schweden noch nicht so wirklich gefunden und da das Zeug ja auch wirklich schmeckt und die Schweden nicht viel andere Geschmacksknospen haben als wir Deutschen, bin ich mir sicher... wer wagt gewinnt.
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Samweis

Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Samweis »

Hallo Richadrichy,
richadrichy hat geschrieben:es gibt in Schweden genug Schweinezüchter die einem vielleicht ein oder 2 Jungschweine im Monat (Woche,Tag...) verkaufen,
Die gibt es sicher.
Nur ist man dann eben Hersteller und nicht nur Verkäufer. Dann brauchst Du schon etwas an Umsatz, entsprechend ausgerüstete Räumlichkeiten usw. Dafür hatte ich Dir ja oben die Links gepostet.
Naja, aber ein bisschen Risiko muss man immer eingehen - von nix kommt nix. ;-)
richadrichy hat geschrieben:die Schweden nicht viel andere Geschmacksknospen haben als wir Deutschen,
Da bin ich mir eben manchmal nicht so sicher. - Wenn ich mir anschaue, was hier teilweise als "asiatische Küche" verkauft wird... ;-)

Wenn Dein Ideen dann läuft, sag Bescheid. Wenn ich mal auf der Durchreise bin, schaue ich bestimmt mal rein :-)

Viele Grüße

Samweis
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Wenn das Läuft, sag ich sicher Bescheid...

Und wieso Hersteller??

Das Jungschwein wird vom Züchter in Schweden gekauft zum "deutschen Metzger" in Schweden gefahren und ich bekomme die geschlachtete Sau... im Ganzen, halbiert.... oder eben die Produkte davon Weißwürste, Wiener, Leberkäse...
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Samweis

Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Samweis »

Hallo Richadrichy,

na klar - wenn Du einen deutschen Metzger hast.
Ich hab' keinen. Genau genommen überhaupt gar keinen, weder deutsch noch schwedisch.
Aber ich habe schon gehört, dass es "im Süden" so etwas geben soll.
Auch deutsche Bratwurstbuden oder so :smiling:

Viele Grüße

Samweis
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Und läufts?
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Framsidan
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Weissbier gibts ja auch in Schweden zu kaufen, mehrere Sorten sogar.

Leberkäsesemmel dagegen nicht. Aber in saluhallen in göteborg gibts Leberkäse und auch Weisswurst sowie einige andere deutsche wurstsorten.

Auf einem Hof in Halland hat ein Deutscher eine Gårdsbutik und verkauft da auch einiges. Begeistert war ich aber nicht von seinen Waren. Hat auch auf einigen Wochenmärkten seinen wurststand.

Gänse gibt es auch zu kaufen hier. Aber ich mag keine Gans, da ist mir der Julskinka schon lieber.
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Aber das Weißbier das du meinst gibts nur im Systembolag,oder?

Wo in Halland hast du denn die Gänse entdeckt und wo ist denn der Hof mit seiner Gårdsbutik? Den würd ich mir gern mal anschaun.

Dank dir
Gruß
Richard
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von ennairam »

Hallo richadrichy, himmel, laß Dein Alkohol zu Hause ! Hier ist es eine Todsünde .Ich kann die ständigen Diskussionen in den Medien nicht mehr hören. Meine Weine werden nur herausgeholt ,wenn ich weiß, sie werden geachtet und nicht wahllos geschluckt. Prozente werden gefragt und die gibt es nur im Systembolaget. Es sind gerade wieder Bestrafungen gewesen ,da zuviel nach Scweden geschmuggelt wurde.
Aber- Brot DEUTSCHES ;das ist hier leider nicht überall zu haben :Alles Gummibrot und der Teig klebt zwischen den Zähnen. Sogar einige Schweden sind auf den Trichter gekommen .In Kronobergslän ist ein Rügener Bäcker ,jeden Samstag auf dem Markt in Ljungby .Er backt zu Hause oder und Pur Teig ,per Fähre alles nach Trelleborg und ein Kollege sammelt ein ab nach Lungby .Kuchen ect. Diers wäre mit Sicherheit der Hit. Überall wo sich Deutsche in der Branche betätigen, schrieben gute Erfolge.Das ist ein guter Tipp ! Gezwungenermaßen kaufe ich bei LIDL ein.Etwas nach oben in den Antworten schreibt jemand ,Julskinka sei ihr lieber !!! Dann hat sie nicht mitbekommen, das diese nur so mit Wasser gefüllt werden.Hier wird gepanscht mit allen Waren. Dagens Nyheter Chef ,hat 2 Bücher geschrieben. Grausig. Ich esse vieles NICHT mehr. Gruß von der halländischen-kronobergischen Grenze
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Ennairam der jemand mit dem julskinka war ich. Und ja der ist mir lieber wie eine fetttriefende Gans

Ich kann das Essen hier, lebe ja schon seit über 30 Jahre hier....... und da ich vorher in Deutschland lebte, kann ich auch das deutsche Essen.
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Grizzly2
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Grizzly2 »

Die Alkoholobergrenze ausserhalb von Systembolaget ist m.W. 3,8 %.
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Na ja, soo dramatisch schmeckt der Julskinka nun auch wieder nicht... ich stell mir halt unter einem "Weihnachtsbraten" ein bisschen was anderes vor;- und vielleicht der eine oder andere in Schweden auch.
Man muß halt das richtige Klientel erreichen.
Aber ich hab schon in anderen Foren (Schwedentreffpunkt) zu spüren bekommen, daß gerade dieses Thema nicht unbedingt sachlich und logisch behandelt wird und deßhalb dehn ich das hier mal nicht zu sehr aus... beim Essen hört halt der Spaß auf
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Wie ich lese, so hast du null Ahnung vom schwedischem Essen. Es gibt ja an Weihnachten nich tnur den Julskinka. Wir haben hier schon an Heilig Abend ein Weihnachtsbüffe ( und nich tnur ein paar Würstl mit Kartoffelsalat wie in D oft)

Es würde dich sicher keiner hier als den Erlöser betrachten.

Und was glaubst du wie gut man aufgenommen wird wenn man in ein fremdes Land gehen will und damit anfängt dass man alles schlecht macht was es dort gibt.

Und ja das Weissbier muss man im systembolaget kaufen. Aber das spielt ja keine rolle in welches Geschäft ich gehe um bier zu kaufen.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Uffe »

Na ja, soo dramatisch schmeckt der Julskinka nun auch wieder nicht..
Lieber Richard, das kommt ganz darauf an, wo und wie der Schinken hergestellt wurde.

Ich war mal bei einem Hobbyzüchter (Schweine) und Elchjäger zur Sylvesterparty eingeladen. In der Nacht haben wir eine gute Stunde im Schweinestall zugebracht, weil eine Sau "geferkelt" hat.
Am Neujahrsmorgen gab es hausgemachten Elchschinken - superlecker - und auch Julskinka von glücklichen Schweinen. Die werden durch Hausschlachtung adrenalinfrei getötet, bevor sie merken, was passiert...
Ich esse kein Schweinefleisch aus "Industrieproduktion", aber rate mal, welchen Schinken ich lieber gegessen habe :ät: :piggy:
Framsidan hat geschrieben:Wie ich lese, so hast du null Ahnung vom schwedischem Essen.
Das kommt mir auch so vor :pfeif:
... beim Essen hört halt der Spaß auf ...
Bretzn und Weissbier sind für mich als Rheinländer o.k., aber bei Weisswürschtln und Leberkäs hört meine Liebe zum Essen auf Bild
Ich fürchte für Dich, viele Schweden und Auswanderer denken ähnlich wie ich.

Trotzdem: Lycka till i Sverige.
So lange Du im Süden beibst, hast Du vielleicht eine Chance mit Deiner Geschäftsidee :wink:
Samweis

Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Samweis »

Hallo Ihr Lieben, ;-)
Framsidan hat geschrieben:Wie ich lese, so hast du null Ahnung vom schwedischem Essen.
Aha, da wird das Argument wieder durch den persönlichen Angriff ersetzt. Super! Das hatten wir schon lange nicht mehr...
Framsidan hat geschrieben:( und nich tnur ein paar Würstl mit Kartoffelsalat wie in D oft)
Oh - war das in Deiner Familie so? und auch noch "oft"?
Hm, da käme mir irgendwann vielleicht auch Julskinka wie der Höhepunkt aller kulinarischen Genüsse vor.
Framsidan hat geschrieben:Und was glaubst du wie gut man aufgenommen wird wenn man in ein fremdes Land gehen will und damit anfängt dass man alles schlecht macht was es dort gibt.
Hat er das dort eigentlich getan? Oder hat er behauptet, dass er in Schweden seine bayerischen Waren damit bewerben möchte, dass er den Schweden erklärt, ihr Essen sei Mist?

Wenn er das nicht gesagt hat, dann war dein Kommentar wohl irgendwie... überflüssig?

Denn vielleicht möchte er in Schweden einfach nur andere gute Sachen anbieten?
Dass er dabei auf einen ganz anderen Geschmack stoßen kann, an dem er vielleicht verzweifeln wird, dürfte er inzwischen gemerkt haben....

Viele Grüße

Samweis
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torsten1
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von torsten1 »

Was den "ganz anderen Geschmack" der Schweden betrifft, den du, Samweis, anscheinend vermutest, so sehe ich das nicht ganz so. Ich habe andere Erfahrungen mit Schweden gemacht. Na gut, das waren wahrscheinlich weniger Schweden, als mit denen du getafelt hast. Grundsätzlich denke ich aber, dass Geschmack auch ganz stark Geschmacksgewohnheit ist. Man lernt, surströmming zu mögen, während ein Deutscher vielleicht gelernt hat, einen richtig sauren Rollmops ganz toll zu finden, den der Schwede vielleicht auf Grund seiner süßsauren (wenig sauer auch dank konserveringsmedel) Heringspraxis abscheulich findet. Essen lernt man. Mir sagen Weißwürste auch nicht zu. Sie schmecken für mich annähernd nach nichts. Dagegen sind mir die Nürnberger Rostbratwürstel bei weitem zu majoranlastig (sorry, Uli Hoeneß!).

Noch etwas zum julskinka: Ich habe mal einen bei IKEA gekauft, aber nicht Weihnachten serviert, denn da will meine Familie immer Sauerbraten. Nun, den julskinka konnte man essen, aber die geschmackliche Offenbarung war er auch nicht, trotz Honigkruste. Schinkenfleisch wird ja gern als Billigvariante für Schnitzel, Braten, Gulasch u.a. verkauft. Das zeigt doch schon, dass Schinken für solche Zwecke eigentlich zweite Wahl ist.

Dass die Schweden an ihrem julskinka festhalten, hat einfach mit ihrem ausgeprägten Traditionsbewusstsein zu tun. Sie mögen sich sogar einreden, dass das der leckerste Braten ist, nein, der leckerste Braten für Weihnachten. Eben! Ich habe in Schweden mal in einem Hotel einen Schweinebraten gemäß traditioneller schwedischer Küche bekommen, der war megalecker! Es ist schlicht unvorstellbar, dass den Schweden diese Unterschiede verborgen geblieben sind.

Apropos Tradition: Die Schweden essen doch nicht Hot Dogs wie die Weltmeister, weil diese so delikat sind, sondern weil es sich um eine kleine Mahlzeit handelt, die es an jeder Ecke gibt. Und ich vermute wieder finster, weil man sich (vor allem als Jugendlicher) damit schon halb als Ami fühlen kann. Die andere Hälfte bleibt immerhin bewusst schwedisch, weshalb der julskinka um so wichtiger ist. Oder so.
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich. (Hermann Hesse)
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Also nochmal zur KLARSTELLUNG... damit das hier nicht genauso ausartet wie bei Schwedentreffpunkt!

Ich habe überhaupt nix gegen schwedische Lebensmittel, auch nicht gegen die Essgewohnheiten der Schweden und ich will oder wollte mit meiner "IDEE" auch erstmal überhaupt keine Schweden anlocken, sonder Deutsche, Bayern und wer sonst noch die Lebensmittel aus Deutschland vermisst.

Man wirft einem Italiener der nach Deutschland kommt und hier eine Pizzabäckerei aufmacht auch nicht vor, daß er UNS DEUTSCHEN das Essen neu beibringen will.

Genauso war meine "IDEE" gedacht, Lebensmittel in Schweden anzubieten die dort nicht SOOO bekannt sind oder einfach nich so leicht zu bekommen sind.

Vielleicht freut sich ja der eine oder andere DEUTSCHE/BAYER darüber Knödel, Brezen oder Puddingpulver zu bekommen.

Mehr war nicht dahinter, ich werd euch auch nicht um Unterstützung anbetteln oder Böse sein wenn ihr mein Geschäft nicht besucht;- sollte das funktionieren so wie ich mir das vorstelle.

Danke
Gruß
Und
Habe die Ehre
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Grizzly2 »

Ich habe überhaupt nix gegen schwedische Lebensmittel, auch nicht gegen die Essgewohnheiten der Schweden und ich will oder wollte mit meiner "IDEE" auch erstmal überhaupt keine Schweden anlocken, sonder Deutsche, Bayern und wer sonst noch die Lebensmittel aus Deutschland vermisst.
Genau so hab ich Dich verstanden.
Es gibt ja schon einige Migranten, die mit ihrer heimischen Küche die schwedische bereichern, manchmal hab ich eigenartige Mischungen erlebt, wie Kebab mit Kartoffelbrei, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass Du mit einigen bayrischen oder deutschen Schmankerln in eine Marktlücke stoßen kannst.
Manch machen auch Karriere, so wie der aus dem Rheinland nach Ulricehamn ausgewanderte Konditor Günther Koerffer, der Kronprinzessin Victorias Hochzeitstorte backen darf:
http://www.ut.se/nyheter/gunther-bakar- ... 6285%29.gm

Nur für den Fall, dass ich bei meinem nächsten :flagge3: Besuch mal in die Ecke kommen sollte:
Wo steht denn Dein Laden ?
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Vielen Dank, daß es noch Menschen gibt mit denen man sich vernünftig und sachlich über ein Thema auseinandersetzen kann und nicht nur so durchgeknallte Typen, die ihren Neid und Frust an den Usern ausleben, wie in dem schon erwähnten Forum...

Ja wenns denn klappt, dann wird das irgendwo an der Westküste zwischen Halmstad und Göteborg stattfinden, je nachdem wo ich dann passende Räumlichkeiten finde und ich würd mich freuen wenn ihr mich dann mal besuchen kommt.

Also vielen Dank nochmals

Gruß
Richard
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Hallo Richard,

ich weiss nicht, ob ich Deine Geschäftsidee - vom Alkohol abgesehen - gut finde oder nicht, auch wenn ich so meine Zweifel daran habe, dass es ein grossartiges Geschäft wird. Andererseits kann ich Dir sagen, dass es in Göteborg nicht einmal 10% an Restaurants gibt, wo Du klassisches schwedisches Essen serviert bekommst. Wirklich spezialisiert darauf sind nicht einmal fünf Restauranst in der ganzen Stadt. Schweden sind also absolut bereit auch etwas anderes zu probieren.

Was die Diskussion über julskinka betrifft, so kann ich persönlich sagen, dass ich schon wahnsinnig guten gegessen habe und welchen, der nach gar nichts schmeckte. Das schwedische Weihnachtsessen ist eine Kunst und kann eigentlich nur im privaten Kreis gefunden werden. In den Läden wird der Schinken häufig bereits vorgekocht verkauft und zu Billigpreis ... meist schmeckt er dann auch so. Aber ein gut zubereiteter julskinka, der auf traditionelle Weise zubereitet wird, ist eine wahre Delikatesse, der trotzdem nicht jedem schmeckt, wie eben auch Weisswurst nicht jeden begeistert.

Typisches Bayerisches Bier gibt es in grosser Auswahl in der Systembolaget, und NUR dort, aber es wird auch in einer 3,5%-Version nach Schweden geliefert und kann dann in jedem normalen Laden verkauft werden. Aber Bier ist sowieso so eine Frage, denn wie auch in Bayern, so steht jeder Biertrinker auf einem bestimmten Bier. Hier in Schweden gibt es übrigens auch Bierproben wie Weinproben, wo man in gemütlichem Kreis bis zu 10 verschiedene Biersorten versucht. Aber das geht jetzt in eine andere Richtung ...

Viel Glück jedenfalls

goteborgcity
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Na das war doch jetzt mal sehr Informativ... vielen Dank Goteborgcity...

Sag mal, wo finden denn diese Bierproben statt?

Gruß
Richard
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barschfilet
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von barschfilet »

Hier vielleicht auch mal ein paar Gedanken von mir zur Frage Alkoholverkauf, ob sie richtig sind, weiß ich nicht?
Habe ich ein Restaurant oder Kaffee, so kann ich dort ohne weiteres Alkohol ausschenken. Jedoch ich muß
dafür an den Staat einen gewissen Obelus bezahlen. Vor 3 Jahren waren das noch 5000 Kronen im Jahr. Wieviel es heute ist, weiß ich nicht?
Auch ist bei vielen Dingen in Restaurants oder Kaffees zu beachten, das ich kaum etwas selbst herstellen kann. Fast alles muß fertig
gekauft werden. So einige Beispiele:
Will ich Bouletten in meinen Angebot haben, so muß ich sie kaufen. Will ich Kartoffelsallat haben, so muß ich den kaufen. Will ich
Soßen zu meinen Beilagen haben, so muß ich sie kaufen.
Ich kann also kaum etwas selbst herstellen?
LG Barschfilet
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Barschfilet kein Restaurant darf so mir nichts dir nichts alkohol verkaufen/servieren. Dazu müssen sie erst Mal die Genehmigung bekommen.

Und selbstverständlich darf ein Restaurant ihr Essen selbst zubereiten. Aber die Küche muss dementsprechend ausgestattet sein.
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Also das kann ich mir jetzt auch nicht ganz vorstellen, daß man nix selbst herstellen darf und ich glaube was barschfilet meint ist der Alk-Verkauf bis 3,8%;- den kriegst ja in jeder Gatukök oder Tankstelle
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von barschfilet »

Framsidan hat geschrieben:Barschfilet kein Restaurant darf so mir nichts dir nichts alkohol verkaufen/servieren. Dazu müssen sie erst Mal die Genehmigung bekommen.

Und selbstverständlich darf ein Restaurant ihr Essen selbst zubereiten. Aber die Küche muss dementsprechend ausgestattet sein.
Und die Genehmigung liegt bei 5000 Kronen. Und dann liegen die Preise bei 45 Kronen für Schnaps und Bier.
Auch dürfen die Kaffees oder Restaurants kein Essen selbst herstellen, sie müssen alles über den Großhandel beziehen,
auch wenn sie eine dementsprechende Küche haben. Ich habe selbst bei meinen Freund die Küche bis zur Decke gefließt.
Auch haben wir dementsprechende Geräte in Edelstahl eingebaut. Die Lobby ist auch in Schweden parat.
Du darfst keine Dinge selbst herstellen. Meine Freunde würden gern deutsche Bouletten, oder ungarische Goulaschsuppe
herstellen, es ist hier in Schweden verboten. Selbst meine eigenen hergestellten Kuchen dürfen nicht im Laden verkauft
werden.
LG Barschfilet
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Und wie machen das dann die Bäcker...???

Im Nachbarort von unserem Ferienhaus kann man die beste Princesstårta kaufen. Man muß sie einen Tag vorherbestellen;- und die stellt der selbst her :-flagg
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

@barschfilet

Ich kenne jetzt Deinen beschriebenen Fall nicht im Detail, daher kann ich nicht sagen, warum Dein Freund keine Genehmigung bekommen hat. Ich vermute jedoch, dass das grösste Problem war, dass Ihr die Küche selbst auf Norm bringen wolltet. Damit kommt man normalerweise in Schweden nie durch, denn solche Arbeiten müssen von einer professionellen Firma in Schweden erledigt werden und nicht im Eigenbau, ähnlich wie jede elektrische Arbeit oder jede Klemptnerabeit. Dass viele sowas selbst machen, bedeutet nur, dass sie eben riskieren den Versicherungsschutz zu verlieren.

Was das Selbstherstellen von Waren angeht, so weiss ich nicht, wie das in Deiner Kommune gehandhabt wird, aber ich weiss, dass man in Göteborg sehr wohl Endprodukte, auch Kuchen, selbst herstellen und verkaufen darf, aber eben nur unter gewissen Auflagen. Eine Ware muss in einer zugelassenen Küche hergestellt werden. Viele haben das Geld für diese Investitionen nicht, was logisch ist, also mieten sie sich in zugelassenen Restaurantküchen ein, wo sie ihre Produkte zubereiten oder backen. Der Transport ist dann ebenfalls geregelt, muss also in hygienischen Behältern erfolgen und nicht nur einfach auf dem Rücksitz eines Autos. Um wiederum eine Restaurantküche zu finden, die einen akzeptiert muss man als Einwanderer voll integriert sein und Beziehungen spielen lassen können.

Wichtig ist auch keine Vorstrafen (auch nicht wegen einer roten Ampel oder Schnellfahren) zu haben und dass keinerlei Schulden eingetragen sind ...

Was grundsätzlich verboten ist, ist die Herstellung von Waren an einem Marktstand oder zu Hause in seiner Küche. Bevor man sich in Schweden auf ein Experiment einlässt, so ist es gewissermassen eine PFLICHT sich VORHER mit den Behörden in Verbindung zu setzen und sich zu informieren. Eines muss man natürlich bei Lebensmittelhantierung in Schweden vergessen: das deutsche System, denn hier läuft vieles anders. Aber wenn man alles vom Grosshandel kaufen müsste, so könnten viele Markthallen und Bäckereien zumachen, die sehr wohl eigenen Produkte anbieten. Es ist eben nur einfacher und viel billiger fertig zu kaufen.
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Framsidan
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Sehe dass mir schon 2 zuvorgekommen sind mit antworten ;)

Barschfilet ich weiss aus eigener Erfahrung dass man in Testaurantküchen kocht. Habe das selber 5 1/2 Jahre gemacht in einem ausflugscafe/Lunchrestaurant. Ich habe jeden Tag Dagens rätt gekocht und verkauft.

Dass man nich tin einer Privatküche da was zusammen brutzelt und dann im Restaurant verkaufen kann/darf, sagt sich wohl von selber. Miljö och hälsovårdsnämnden muss jederzeit die Küche und alle Einrichtungen überprüfen können.

Framsidan
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

goteborgcity hat geschrieben:@barschfilet



Was grundsätzlich verboten ist, ist die Herstellung von Waren an einem Marktstand oder zu Hause in seiner Küche.
Bedeutet das dann mit anderen Worten, daß man auch;- wie in D üblich- keine Dönerbuden oder Hähnchengrillstand oder wie in Bayern oft zu sehen "Steckerlfisch-Stand" betreiben darf?
Um Erfolgreich zu sein, muß man mehr tun als nötig;- und das ständig.
barschfilet
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von barschfilet »

Ich muß noch einmal einiges hier darlegen.
Wir haben die Küche des Restaurants in Eigenregie hergestellt. Jedoch muß ich dazu sagen, das der Mann
der Inhaberin dazu befähigt war und auch alle Berechtigungen zum Ausführen dieser Arbeiten hier in Schweden
hatte. Die Küche wurde auch abgenommen und es gab keine Beanstandungen.
Wenn er nicht so alt wäre, könnte er sogar hier in Schweden Lehrlinge ausbilden. Er hatte in Deutschland eine
Lüftungsfirma und war auch in Deutschland befähigt bz. Berechtigt, große Anlagen im Namen der Handelskammer
abzunehmen.
Das eigentliche Problem ist nur hier in der komune, das alle Waren angeliefert werden müssen und man aus diesen Zutaten
dann Gerichte herstellen kann. Viele Dinge sind aber verboten. So darf ich keinen Kartoffelsalat selbst herstellen. Ich
darf nur den Salat im Restaurant anbieten, der mir angeliefert wird. Auch darf ich keine Bouletten selbst herstellen. Hier
muß ich wieder die Angebote von gewissen Firmen in Anspruch nehmen.
Gegenüber Deutschland hat man schon mehr Probleme und hier in Schweden ist es warscheinlich von komune zu komune
immer etwas anders?
LG Barschfilet.
Gast

Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Gast »

barschfilet hat geschrieben:Ich muß noch einmal einiges hier darlegen.
Wir haben die Küche des Restaurants in Eigenregie hergestellt. Jedoch muß ich dazu sagen, das der Mann
der Inhaberin dazu befähigt war und auch alle Berechtigungen zum Ausführen dieser Arbeiten hier in Schweden
hatte. Die Küche wurde auch abgenommen und es gab keine Beanstandungen.
Wenn er nicht so alt wäre, könnte er sogar hier in Schweden Lehrlinge ausbilden. Er hatte in Deutschland eine
Lüftungsfirma und war auch in Deutschland befähigt bz. Berechtigt, große Anlagen im Namen der Handelskammer
abzunehmen.
Das eigentliche Problem ist nur hier in der komune, das alle Waren angeliefert werden müssen und man aus diesen Zutaten
dann Gerichte herstellen kann. Viele Dinge sind aber verboten. So darf ich keinen Kartoffelsalat selbst herstellen. Ich
darf nur den Salat im Restaurant anbieten, der mir angeliefert wird. Auch darf ich keine Bouletten selbst herstellen. Hier
muß ich wieder die Angebote von gewissen Firmen in Anspruch nehmen.
Gegenüber Deutschland hat man schon mehr Probleme und hier in Schweden ist es warscheinlich von komune zu komune
immer etwas anders?
LG Barschfilet.

Hej,

ich denke, hier ist etwas klarzustellen.
Du darfst in Deinem Restaurant - d.h. in der Küche - kein erdbehaftetes Gemüse wie Kartoffeln oder Mohrrüben etc. putzen und schälen. Hast Du aber hierfür einen separaten Raum, ist dies kein Problem. Dies ist mit ein Grund warum viele Restaurants bereits geschälte Kartoffeln einkaufen. Die Weiterverarbeitung ist durchaus zulässig - solange dies in einer zugelassenen Küche geschieht.

Um noch auf einen früheren Beitrag zurückzukommen: Eine Alkohollizenz bekommst Du nicht automatisch gegen Zahlung einer Gebühr, sondern ist an weitere Bedingungen geknüpft. So mußt Du z.B. an einem mehrere Tage dauernden Seminar teilnehmen und nachweisen, dass Du die mit dem Alkoholverkauf verbundenen Vorschriften beherschst. Weiterhin ist die Lizenz immer auch an die Abgabe von Speisen gebunden.

LG Josef
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

@barschfilet

Zum einen verstehe ich nich, warum Du schreibst welche Berechtigungen Dein Freund in Deutschland hatte oder hat wenn er in Schweden lebt und einer Tätigkeit nachgehen will. Vieles ist hier anders geregelt als in Deutschland und kann daher nicht übertragen werden.

Wie ich schon sagte, ich kenne den Fall jetzt auch nur von Dir, aber irgendetwas stimmt dabei nicht, denn das, was Du schreibst entspricht weder den schwedischen Gesetzen, noch dem, was in Schweden üblich ist. Wie Gast schon schrieb, so darfst Du Deine erdbehafteten Kartoffeln nicht im gleichen Raum schälen in dem Du kochst, die Abfallhantierung ist geregelt und und und, aber in Schweden darfst Du, wenn Du die entsprechenden Auflagen erfüllst, die man Dir auch im Voraus sagt (falls Du Dich informierst) jederzeit Kartoffelsalat machen oder auch Bouletten, aber die Bouletten müssen eben auch in der Küche gemacht werden und nicht vor den Augen der Käufer. Und Du kannst Deine Rohwaren auch nicht einfach beim Bauern holen oder gar selbst schlachten. Hier gibt es ein sehr ausführliches Regelwerk, das sehr vieles ermöglicht, wenn man die richtigen Wege kennt und nutzt. Manchmal dauert das Ganze natürlich auch seine Zeit, vor allem wenn Du Genehmigungen brauchst oder Kurse besuchen musst.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

richadrichy hat geschrieben:Bedeutet das dann mit anderen Worten, daß man auch;- wie in D üblich- keine Dönerbuden oder Hähnchengrillstand oder wie in Bayern oft zu sehen "Steckerlfisch-Stand" betreiben darf?
Erst einmal muss ich sagen nein, gibt es hier nicht und ist auch nicht erlaubt. Dann kommt das aber, denn unter ganz gewissen Voraussetzungen kann man auch hier frisch zubereitete (ohne entsprechende Küche!) und in der Öffentlichkeit solche Waren probieren, meist im Rahmen einer Messe oder eines Marktes, aber da benötigt man besondere Genehmigungen, die man sehr selten bekommt. Es gibt auch Veranstaltungen wo man Wein und Bier trinken kann, ausserhalb eines Restaurants, aber, wie gesagt, das sind Ausnahmen und an sehr viele Bedingungen geknüpft.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von alter Schwede »

Wir betreiben einen Bratwurstimbiss und einen Creppeswagen. Die Würste importieren wir aus Deutschland, die Beilagen wie z.B. die Brötchen backen wir selbst im Creppeswagen. Dort haben wir einen Industriebackofen einbauen lassen. Auch die stekt potatis werden vor den Augen der Kunden frisch zubereitet. Es gab keinerlei Probleme mit der Anmeldung und Bewilligung. Der Alkoholausschank ist aber ein Problem. Da wir vom Juni bis mitte August am Götakanal an der Bergschleuse stehen, wollte ich Lättöl am Abend verkaufen.
Selbst dafür gab es keine Genehmigung, auch wenn du das Bier in jedem Supermarkt zu kaufen bekommst.
Gruß Andreas
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torsten1
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von torsten1 »

Februar 1994 habe ich in Kalmar in einem typischen türkischen Imbiß (natürlich keine Bude, sondern ein festes Haus) ein ebenso typisches Döner auf die Hand gekauft.
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich. (Hermann Hesse)
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

alter Schwede hat geschrieben: Der Alkoholausschank ist aber ein Problem. Da wir vom Juni bis mitte August am Götakanal an der Bergschleuse stehen, wollte ich Lättöl am Abend verkaufen.
Selbst dafür gab es keine Genehmigung, auch wenn du das Bier in jedem Supermarkt zu kaufen bekommst.
Gruß Andreas
Und was war die Begründung der.... ja welche Stelle ist denn dafür eigentlich zuständig?

Und was denkst du;- was sind da so deine Erfahrungen... würde man so Hähnchengrillwagen/Stände wie in D genemigt bekommen?

Gruß
Richard
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von barschfilet »

goteborgcity hat geschrieben:@barschfilet

Zum einen verstehe ich nich, warum Du schreibst welche Berechtigungen Dein Freund in Deutschland hatte oder hat wenn er in Schweden lebt und einer Tätigkeit nachgehen will. Vieles ist hier anders geregelt als in Deutschland und kann daher nicht übertragen werden.

Wie ich schon sagte, ich kenne den Fall jetzt auch nur von Dir, aber irgendetwas stimmt dabei nicht, denn das, was Du schreibst entspricht weder den schwedischen Gesetzen, noch dem, was in Schweden üblich ist. Wie Gast schon schrieb, so darfst Du Deine erdbehafteten Kartoffeln nicht im gleichen Raum schälen in dem Du kochst, die Abfallhantierung ist geregelt und und und, aber in Schweden darfst Du, wenn Du die entsprechenden Auflagen erfüllst, die man Dir auch im Voraus sagt (falls Du Dich informierst) jederzeit Kartoffelsalat machen oder auch Bouletten, aber die Bouletten müssen eben auch in der Küche gemacht werden und nicht vor den Augen der Käufer. Und Du kannst Deine Rohwaren auch nicht einfach beim Bauern holen oder gar selbst schlachten. Hier gibt es ein sehr ausführliches Regelwerk, das sehr vieles ermöglicht, wenn man die richtigen Wege kennt und nutzt. Manchmal dauert das Ganze natürlich auch seine Zeit, vor allem wenn Du Genehmigungen brauchst oder Kurse besuchen musst.
Ich will noch einmal ein wenig näher über meinen Freund berichten. Und das was ich über ihn mit seiner Qualifikation, die
er in Deutschland hatte, hier berichtete, hat seine Hintergründe? Er hat in Deutschland so eine hohe Qualifikation gehabt,
das er für den schwedischen Staat ein besonderer Mensch war. Wenn du so eine hohe Qualifikation hast, bist du für jeden
Staat ein willkommener Gast. Da er aber im Moment über 80 ist, hat er sich zum Teil aus dem öffentlichen Leben zurück gezogen. Wie gesagt, er ist ein Mensch, der, was er anpackt, auch Hand und Fuß hat. Dazu auch ein Beispiel:
Man hatte bei Higcheperal mit einer Maschine, die Bleche für Dächer herstellt, so seine Probleme. Keiner konnte die
Maschine richtig einrichten. Mein Freund hat es geschafft, die Maschine richtig einzurichten und sie läuft nun seit 6
Jahren. Es sind aber auch einige andere Dinge durch seine Qualifikation in Deutschland hier in Schweden bei ihm kein
Problem bei der Intregation. Er brauchte beim Schweißen keine extra Qualifikation hier in Schweden machen. Denn er
kann alle Dinge schweißen. Egal ob das normales Schweißen oder auch in Edelstahl ist.
So konnten wir auch die Küche in Eigenregie herstellen. Und das wir bei der anschließenden Abnahme auch keine Probleme,
weder mit der Versicherung noch mit der komune hatten.
Es hat schon etwas mit der Qualifikation zu tun, die du hast. Viele Dinge werden in Schweden auch aus Deutschland
anerkannt. Nur du mußt die richtigen Partner haben und dich auch in Schweden intregieren. Und wenn einer kommt,
der noch nach Schweden, mit dem Flugzeug anreist, dann hat er besondere Kontitionen. So war es auch bei meinen
Freund. Bist du was, so kannst du überall hin kommen. Du bist immer willkommen.
Das wollte ich noch einmal sagen.Ach ja, hier die Anschrift: www.ottorina.se
Vielleicht will auch jemand da mal Urlaub machen.
Lg Barschfilet.
Zuletzt geändert von barschfilet am 11. Mai 2010 02:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Aelve »

Hallo,

ich kenne auch ein Pärchen, die nach Schweden gezogen sind und sich dort ein Hotel renoviert und instand gesetzt haben mit Cafebetrieb. Die Auflagen zum Betrieb des Cafes waren sehr streng, das habe ich oft erzählt bekommen, sie mußten z.B. eine sehr teure Lüftungsanlage einbauen. Außerdem mußten sie im Hotelbetrieb einen extra Raum vorhalten zum Umziehen, denn da sie im Hotel selber eine Wohnung haben, durften sie nicht direkt in ihrer normalen Kleidung in das Hotel bzw. in die Küche gehen, es ist Pflicht sich dann umzuziehen, z.B. Kittel oder ähnliches. Sie dürfen auch nicht alle Speisen an einem Arbeitsplatz herstellen, sondern es hieß, dass sie für bestimtme Sachen einen extra Arbeitsbereich benötigen wegen den Hygienevorschriften. Es ist also alles zwar sehr streng geregelt und soll der Sicherheit dienen, aber es durften Speisen hergestellt und angeboten werden. Alkohol durften sie nicht ausschenken, denn dafür ist eine besonder Konzession erforderlich. Es wurde uns auch berichtet, dass sie extra an einem Kurs teilgenommen haben, der sich um Hygiene und Zubereitung der Speisen drehte. Gerade bei einer Lebensmittelausgabe sind ja strenge Maßstäbe anzuwenden, weil es gesundheitsschädlich sein kann, wenn man die Vorschriften nicht einhält. Gerade auch bei Zubereitung von Geflügel sind bestimmte Regeln einzuhalten, auch bei der Eizubereitung kann es schnell zum Verderb der Lebensmittel kommen.
Eigentlich ist es im Sinne der Verbraucher, dass nicht jeder rumwursteln darf wie er will, da gerade bei Lebensmitteln größte Sorgfalt anzuwenden ist, es aber nicht jeder macht und somit behördlich angeordnet und überprüft werden muss. Für einen Betreiber eines Hotels, Gaststätte oder Restaurants mag es hinderlich sein, die Vorschriften einzuhalten, aber ich halte gewisse Vorschriften schon für sinnvoll und man kann und muß sich dann darauf einstellen. Und strenge Vorschriften bei Zubereitung und Lagerung von Speisen gibt es auch in Deutschland, vielleicht halten sich dort nicht soviele dran und in Schweden wird es mehr kontrolliert bzw. wird mehr Wert auf Einhaltung der Vorschriften gelegt.

Grüße Aelve
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Aelve beschreibt die Situation eigentlich sehr gut, wobei es auch völlig richtig ist, dass man bei Konferenzbetrieb, Hotel und Restaurant Kurse für Lebensmittelhantierung absolvieren muss und die Kontrollen hier sehr streng sind, da man nicht mal ein Frühstück ohne Genehmigung anbieten kann. Allen, die in Schweden im Lebensmittelbereich aktiv werden wollen kann ich nur raten beim Überschreiten der Grenze die deutsche Denkweise abzulegen und die schwedische anzunehmen, sonst geht es sowohl administrativ als auch kommerziell schief. Es gibt Hilfe und Beratung in Schweden in all diesen Fragen und es gibt Coaches, die einen auf der ganzen Strecke begleiten können.

@richadrichy
Was einen Hühnchenstand oder ähnliche angeht, Richard, so mach Dir nicht sehr viel Hoffnungen, denn jeder Stand ist an Auflagen gebunden, d.h. Wasser, Strom, Abteilungen für verschiedene Arbeiten, Einrichtungen usw. Es gibt hier einige Strassenküchen, aber sehr wenige und nur an bestimmten Stellen. Bevor Du also etwas planst oder unternimmst, so rate ich Dir hier zu einer der Beratungsstellen zu gehen, Dir Dir völlig kostenlos Tipps gibt und Dir weiterhilft. Die entsprechenden Adressen kannst Du vom Tillväxtverket erhalten, wobei jedoch ein privater Kontakt auch hier von Vorteil ist.

@barschfilet
Ich zweifele keine Sekunde an den Fähigkeiten Deines Freundes und weiß sehr genau, was Beziehungen und Integration bedeutet. Auf was ich hinaus wollte ist nur, dass die geschilderte Situation ein ”verstecktes” Problem birgt, da die Ablehnung nicht normal ist.
Und wenn ich meine, dass eine deutsche Qualifikation Probleme verursachen kann, so will ich damit nur sagen, dass man in Schweden sehr häufig, trotz höchster Qualifikation und Anerkennung des Berufs als solches, Kurse belegen muss und sich neben 20-jährigen auf eine Schulbank setzen muss, damit man auch in seinem Beruf arbeiten kann. Wer in Deutschland Steuerprüfer war, braucht hier Zusatzkurse, wenn er Bilanzen erstellen will und ein Restaurant- oder Hotelbesitzer muss Hygienkurse absolvieren und bei Alkoholausschank sogar eine etwas längere Schulung auf sich nehmen, bevor er erneut Alkohol verkaufen kann, selbst wenn er das 30 Jahre lang ohne Problem in Deutschland machte. Und wenn man in Schweden nur ein Firmenkonto will, so kann es passieren, dass die Bank erst einmal einen Businessplan nach schwedischem Modell sehen will, selbst wenn man keine Öre an Kredit will. Wobei bei Alkoholausschank überprüft wird, ob man Schulden hat oder hatte, ob ma mehrmals falsch parkte etc. Vieles davon hat vielleicht wenig mit Qualifikation zu tun, sondern ganz einfach mit Gesetzen. Für die meisten Schweden ist es sehr wichtig, dass man sich an solche Kleinigkeiten hält, egal ob Einwanderer oder nicht und unabhängig vom Alter.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

torsten1 hat geschrieben:Februar 1994 habe ich in Kalmar in einem typischen türkischen Imbiß (natürlich keine Bude, sondern ein festes Haus) ein ebenso typisches Döner auf die Hand gekauft.
Das Problem ist nicht etwas in die Hand zu verkaufen, denn das findest Du überall in Schweden, hin und wieder sogar mit Kebab. Das Problem ist die Zubereitung, also die Küche und die Herkunft eines Produkts. Unter gewissen Voraussetzungen kann sich der Döner auch wie in Deutschland drehen, aber er ist hinter Glas in einer eigenen Abteilung und sehr, sehr selten in einer Bude, sondern einem Schnellrestaurantartigen Gebilde, das allen Hygienevorschriften Schwedens entspricht. In Deutschand riecht man den Kebab, nicht in Schweden.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von insa »

ich denke,das ist doch alles wie in D.dort sind auch gewisse auflagen zu erfüllen,wenn es um speisen zubereiten und hygiene geht.
nur wird in S das mit dem alkohol strenger bewertet
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Hej Goteborgcity,

ich denke du hast völlig recht und es wird ein "LONG WAY" werden mit der Lebensmittelherstellung und dem Verkauf...

Aber meine Spezialität ist sich durchzubeißen und das Unmögliche Möglich zu machen... :D

Natürlich werde ich sämtliche Instutitionen in Anspruch nehmen;- egal ob kostenlos oder kostenpflichtig- um zu meinem Ziel zu kommen.... kostenlos ist natürlich besser :-flagg

Und da sind so Leute wie du GOLD wert, die sich mit den Regeln und der Gesetzmäßigkeit in Schweden auskennen.... und die ich dann löchern kann wenns soweit ist :pfeif: .

Also bis dann

Ha det så bra
Vi ses i Sverige :flagge3:
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

... es scheint, ich lebe in einem anderen Schweden als viele hier in diesem Thread ...

Durch den Beruf meines Mannes als Koch hier und meine Aushilfe manchmal zu besonderen Anlässen habe ich schon so einige Küchen sehen dürfen - und das nicht auf dem platten Land, sondern mitten in der Stadt.

Alle, ausnahmslos alle (!) würden bei Kontrollen in D durch den Lebensmittelkontrolleur durchfallen. Ich will nicht sagen, dass katastrophale Zustände dort herrschen, nein, aber es werden beileibe nicht die gleichen strengen Maßstäbe wie in D angelegt. Ich finde, es ist oft nur oberflächlich sauber, aber nicht hygienisch rein. Belegte mackor (auch mit Krabben auf Mayo) liegen den ganzen Tag herum und kein Hahn kräht danach.
In Kühlhäusern wird alles zusammen gelagert, Kuchen steht einfach auf der Theke oder einem Tisch, meist auch noch ungekühlt (selbst bei Ikea ist kein in D vorgeschriebener Hustenschutz vorhanden).
Das Sommerrestaurant, was ich gesehen habe, wäre sofort geschlossen worden ... der Betreiber hätte eine Anzeige erhalten ... Speiseeislagerung unter aller S..., Lagerzustände wahrscheinlich noch nicht mal wie im alten Rom ... eine Räucherei nebenan, bei der die Katze sich hin und wieder gütlich getan hat an dem Räuchergut und was weiß ich nicht alles. Gläseraufbewahrung auf einer Außentheke mit Möwendreck und mehr ...

Und ich übertreibe nicht!

Von einem Gesundheitszeugnis (wenn dies ja nun jetzt wohl auch nicht mehr so wie früher in D gehandhabt wird) haben die Schweden noch nie etwas gehört. Zudem gibt es ja die Sommer-Cafés oder -restaurants ... meist nur über den Sommer in Betrieb und (wenn überhaupt) nur einmal kontrolliert ... Proben aus den Soßen entnommen, aber ein Blick hinter die Kulissen - Fehlanzeige. Bei Festen ist es ähnlich ... die Stadt kommt, schaut mal am (wenn der Wirt Glück hat sogar vorher noch) Eröffnungstag über die Essensausgabe oder die Kühlschränke, klärt über die Temperaturmessung auf und das war's dann auch. Ach ja, der personalliggare interessiert weitaus mehr. Geeichte Gläser könnt ihr meistens vergessen. Edelstahlmöbel und gekachelte/Edelstahlrückwände in den Küchen sind nicht gang und gebe - man bekommt auch eine hölzerne Ikea-Küche mit Stoffgardinen konzessioniert, wenn ich das mal so ausdrücken darf.
Und ich habe mirgewirkt bei durchaus nobleren Veranstaltungen mit Essensausgabe für knapp 20.000 Personen.

Auch für die Kontrolleure der Stadt ist die HACCP wirkliches Neuland! Zumindest hier in Jämtland/Västernorrland ... aber man kriegt `ne Urkunde verliehen für`s sauberste Klo ;-)

In Supermärkten werden stundenlang warmgehaltene Hähnchen (wenn die Salmonellenverunreinigung auch noch nicht so verbreitet ist), eingepackt in beschichtete Papiertüten, zum Verkauf bereitgehalten - die würden eine Temperaturprüfung auch nicht überstehen.

Kolbullar werden im Winter auf jedem Markt (unter manchmal abenteuerlichen Verhältnissen) zubereitet, Wurststände mit den aufgehängten Mayoflaschen in brütender Sommerhitze findet man überall ... gårdsmeijerier oder charkerier, die auf Märkten ihre(n) Wurst/Käse verkaufen, der einfach ungekühlt herum liegt - Leute, habt ihr das noch nie gesehen?

Und ob es nun Auflagen gibt, die einem erlauben Kartoffelsalat aus geschälten und vakumierten Kartoffeln herzustellen, aber kein Gemüse in der gleichen Küche putzen zu dürfen - die schwedischen Köche und kallskänkor wollen das sowieso meistens nicht ... fertig ist einfacher und schneller, Arbeitszeit ist teuer, da auch die ungelernte Aushilfskraft, die mit dem Putzen beschäftigt wäre, den Arbeitgeber schon knapp 150kr die Std. kostet ... so gibt`s geschälte Kartoffel, fertigen Kartoffelgratin, fertig gebratenes Rinderfilet und auch schon fix und fertig aufgeschnittenes Roastbeef für die kalte Küche auch in "guten" Restaurants - in D undenkbar.

Auf dem Papier mag es anders stehen, doch es wird ganz anders in der Praxis gehandhabt - und leider auch so kontrolliert.

Und wie ist es bei den ideellen Vereinigungen ... bygdegårdsföreningar ... um eine Veranstaltung mit Alk-Verkauf durchziehen zu können, braucht es den Essensverkauf. Hausfrauen erledigen das ... m. E. recht gut und hygienisch ... doch dann wird das Essen stundenlang am Buffet laienhaft warmgehalten ... oder die Desserts, Sahneschnittchen stehen stundenlang ungekühlt - mir ist in zwei Jahren ideeller Mitarbeit noch nie etwas anderes unter den Hut gekommen!

Und ich kann Euch aus eigener Erfahrung sagen, die Auflagen seitens unserer Kommune - ländlicher Bereich - sind ebenfalls nicht hoch.

Wo die Latte hoch angelegt wird, ist beim serveringstillstånd für den Alk-Verkauf. Ich finde dies nicht schlecht ... oh, ich höre hier schon die anderen Stimmen ... doch mit einem Bier kann ich keinem schaden, aber mit unhygienisch aufbewahrten Lebensmitteln schon!

Gruß,
H.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Also zu DIESEM Kommentar kann ich leider gar nichts sagen... hört sich für mich aber etwas "abenteuerlich" an...

Mal sehn ob Goterborgcity dazu was einfällt....

Ich denke halt,- so wie das schon mal angeschprochen wurde- die S Hygieneverhältnisse haben mit D nix zu tun, sondern es kommt darauf an die S Auflagen zu erfüllen - egel ob hygienisch nachvollziebar oder nicht- sonst gibts keine Zulassung...
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von torsten1 »

Kann es sein, dass es zwischen den Regionen in Schweden größere Unterschiede gibt? Anders sind die hier auftretenden Widersprüche ja kaum erklärbar. Und ich dachte immer, rein bullerbümäßig, Schweden sei eine besonders homogene Gesellschaft, in der es also gewissermaßen keine Schwaben, Bayern, Sachsen, Westfalen, Rheinländer, Ost- und andere Friesen oder gueschs von der polnischen Grenze gibt. Bitte klärt mich auf, damit ich nicht persönlich all die widersprüchlichen Angaben überprüfen muss. So viel Urlaub habe ich auch nicht.

Noch mal etwas zu Deutschland: Hier ist auch nicht alles im Lot, wie mir schon mancher Zeitungsartikel und auch manche Fernsehsendung über Lebensmittelkontrollen oder -skandale gezeigt haben. Und höchstselbst habe ich wiederholt folgende Erfahrung gemacht: Nach dem Einkauf am Samstagnachmittag komme ich im Markt immer an einem großen türkischen Imbißstand vorbei, der einen hervorragenden Eindruck macht. Jedenfalls noch gegen 14.00 Uhr. Wenn ich nun gegen 18.00 Uhr einige Portionen der dort angebotenen wirklich leckeren Gerichte (sogar Tafelspitz gibt's manchmal, der Inhaber ist Berufskoch) mitnehme, so gibt man mir meist noch eine große Portion Nudelauflauf (mit Döner oder Spinat/Schafskäse, nie mit Hackfleisch!) mit Tomatensoße kostenlos obendrauf. Davon ist meist noch reichlich vorhanden, das Zeug muss also weg. Jedoch, um diese Zeit schmeckt die Tomatensoße meist schon leicht säuerlich. Ich meine diesen Gärungsgeschmack. Und wenn ich den Auflauf mal zur Probe über Nacht im Kühlschrank stehen lasse, schmeckt er am nächsten Tag eindeutig gesäuert. Ich habe mich also nicht getäuscht. Es handelt sich um Nudelauflauf mit jungem Tomatenwein. Und das noch umsonst!

Zwar ist das Essen eigentlich kalt, wird also nicht warmgehalten. Und das Problem ist mir auch immer nur bei der Tomatensoße aufgefallen. Die Keime in den anderen Speisen habe ich nicht gezählt. Aber eine praktikable Lösung wüsste ich für diese Probleme auch nicht, denn man kann ja nicht alle 3 Stunden neu kochen. Und eine gekühlte Theke wie beim Fleischer ist mir noch in keinem vergleichbaren Lokal aufgefallen. Das geht ja auch nicht, wenn man wie in den meisten Fällen, das Essen tatsächlich warmhalten möchte. Hygienisch wäre also: Auslagen in einer Kühltheke, und die Portionen kommen immer aus der Mikrowelle.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von alter Schwede »

Wir betreiben einen Imbissstand mit Deutscher und schwedischer Wurst und einen Crepes / Waffelstand. Dem Beitrag von Nordsüchtig kann ich nur zustimmen. Wir sind auf vielen Märkten präsent, z.B. beim Wasalauf in Mora, Vätternrundan in Motala, im Sommer 3 Monate an der Bergschleuse des Götakanals uvm. Was wir an hygenischen Zuständen in so manchem Wagen unserer Mitbewerber gesehen haben spottet jeder Beschreibung. Wir wurden bisher 2 mal von den Lebensmittelinspektoren besucht und kontrolliert. Diese Kontrollen beschränkten sich auf einen flüchtigen Blick ob die Wagen sauber sind. Von dem freiwilligen Angebot, die Temperaturkontrollbücher für Kühlschrank und Froster in Augenschein zu nehmen, eine eingefrorene Essensprobe mitzunehmen oder einen Abstrich an den Schneidebrettern, Messern, Ablagen oder dem Grill zu machen, wollte bisher kein Lebensmittelinspektor etwas wissen. Es fand auch vor der Gewerbeanmeldung keine Besichtigung der Wagen statt. Die einzige Auflage, welche wir in der Komune Forshaga bekamen, war , daß wir uns eine eigene Toilette anschaffen mußten, welche nur von uns benutzt wird und es untersagt wurde, öffentliche Toiletten ( Kommunhuset, Bibliothek ec. ) zu nutzen. Da wir über ein Wohnmobil verfügen und dort unser Geschäft verrichten, war auch dieser Punkt erfüllt. Wir haben betreffenden Lebensmittelinspektor gefragt, wie es sich bei den diversen irakischen Munkeverkaufern verhält, oder der überall auf den Märkten vertretenen jugoslawischen Wurstmafia. Diese haben nicht nur kein eigenes Klo sondern schlafen auch zwischen ihrem Öl und den Lebensmitteln. Das kann man auf jedem Markt welcher mindestens 2 Tage geht sehen. Die Antwort war, das geht ihn nichts an und an Wochenenden hat er sowieso frei. So unterschiedlich kann das hier also gehandhabt werden.
Was das warmhalten der Speisen betrifft, halten wir es wie folgt. Im Crepes und Waffelwagen werden die Speisen erst auf Bestellung gebacken. Ein Vorbacken gibt es nicht, auch wenn der Kunde 2 Minuten warten muß. So ist es aber garantiert, daß alles frisch ist und das schmekt auch der schwedische Gaumen. Im Wurstwagen liegen von jeder Wurstsorte max. 3 Würste auf dem Grill, so daß auch da garantiert keine Wurst länger als 20 Minuten auf einen Käufer wartet. Würste die am Abend keinen Abnehmer mehr finden, verschenke ich an Leute, denen ich ansehe, daß sie nicht vermögend sind. Und davon gibt es auch hier genügend. Was die Currysosse betrifft, so wird diese jeden Morgen neu hergestellt und tagsüber in der Bainmarie warmgehalten. Das am späten Abend ein leicht säuerlicher Geschmack entsteht, wie von Torsten beschrieben, könnte ich nur verhindern, wenn ich die Sosse bei mindestens 70 Grad warm halte. Das ist aber in der Praxis nicht machbar. Wir halten uns an die deutschen Hygenevorschriften ( obwohl wir es hier in Schweden nicht bräuchten ) und sind damit bisher immer gut beraten gewesen.
Gruß Andreas
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

@ alterschwede

DANKE für die Zustimmung!
Ich will nicht eingebildet erscheinen, aber was die hygienischen Verhältnisse in vielen gewerbl. schwedischen anbelangt, da sind wir Deutsche Gewerbetreibende anderes gewöhnt!

@insa/elke
... es ist in vielen Dingen nicht so wie in D ...

@richadrichy

Du brauchst meinen Bericht wirklich nicht als "abenteuerlich" abzutun - es ist genau so, wie ich sage.
Und nicht ein Quentchen Übertreibung dabei, was nicht heißen soll, dass es überall so ist, doch in vielen Betrieben ist es so. Und ich stehe 100%ig zu meinen hier gemachten Äußerungen.

Und wenn Du meine bisherigen postings hier liest, wirst Du sehen, dass ich mich hier wohlfühle und überwiegend nichts an meiner Wahlheimat zu mäkeln habe.

Dann noch mal ein Bsp. ... hier hat einer meiner Vorschreiber gesagt, man dürfe noch nicht einmal Frühstück ohne besondere Auflagen für seine Feriengäste machen ...

schaut mal hier
http://www.offroadzweden.nl
bzw. wenn Ihr bis zum letzten Drittel durchhaltet, seht Ihr die gewerbliche Speisezubereitung für Feriengäste
http://www.ikvertrek.nl/uitzendingen/familie-de-lange

Das soll beileibe nicht negativ gemeint sein, im Gegenteil - es sollte nur verdeutlichen, dass nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird ...

Gruß,
H.
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Nun mit dem Holländisch kann ich leider nicht viel Anfangen... bin froh, daß ich nun einigermaßen schwedisch kann :-flagg

Aber sagt mal,- woher kommen denn dann die höchst unterschiedlichen Meinungen?

Das kann es doch wirklich nicht geben, daß in Halland oder Göteburg so anders mit Verordnungen umgegangen wird wie in Jämtland, Norrbotten usw., oder wie seht ihr das?

Also ich glaub euch das schon so wie ihr das schreibt, ihr scheint auf dem Gebiet ja auch genügend Erfahrung zu haben... aber irgendwie passen die ganzen Aussagen nicht ganz zusammen... :roll:

Aber jetzt mal nochmal ne Frage an euch "nordsüchtig" und "alter schwede":

Wenn ihr 2 eine (oder mehrere;- ich denk da an so ne Kette) Hähnchenbraterei, mit gegrillten Schweinshaxn, Pommes und (gekauftem) Kartoffel- und Krautsalat eröffnen wolltet, würde man euch da Steine in den Weg legen oder anders gefragt, gemäß eurem Erfahrungsschatz,- wie wäre da so der Werdegang bis man das genemigt bekommt.

Gruß
Richard

Übrigens, das mit Abenteuerlich war nich negativ gemeint :flagge3:
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nordsüchtig
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

In meiner Kommune in Jämtland - wenn Du einigermaßen ordentliche Geschäftsräume vorweisen könntest, ganz fix. Wenn Du Alk verkaufen willst, etwas länger - Du musst ja einen Kurs mitmachen, Backgroundcheck erfolgt (Strafen, Schulden), etc.
Alles in allem sei auf der zeitlichen Hut - die Urlaubszeit steht auch für kommunale Angestellte bevor und da kann es dann dauern.

Am Besten Du meldest Dich bei der Kommune Deines Verstrauens (näringsliv oder, wenn Du neu dort hinziehen willst am besten beim inflyttarservice), in der Du die erste Filiale eröffnen möchtest ... Geschäftsräume hast Du Dir schon ausgeguckt ... Alk-Kurs schon absolviert ... und klopfst mal via email ab, wie sie einen mutigen, neuen Unternehmer ... der ja vielleicht eines Tages mal Arbeitsplätze anbieten könnte ... und der der Kommune nicht nur steuerliche Einnahmen bringt ... behandeln mit seinen Fragen. Wenn Du Zeit hast, einen livsmedelkurs (mit hygienischen Unterweisungen) belegen, wenn Du nicht vom Fach bist, einen bokföringskurs durchziehen (solltest Du keine Kenntnisse haben) und was immer gut kommt an "starta eget" Veranstaltungen vom skatteverket oder der arbetsförmedling teilnehmen. Alle Kurse sind kostenfrei, außer dem Alk-Kurs. Überlegungen ob enskild firma, handelsbolag (mind. 2 Pers.) oder AB (ab 50000kr Einlage möglich) ... Gewerbeanmeldung, Registrierung beim bolagsverket, Gebühren bezahlen (beim Antrag auf Alk bitte gleichzeitig mit dem Antrag), a-kassa für Unternehmer beitreten ... vorher zertifiz. Kassensystem bestellen, dieses beim skatteverket anmelden ... Räumlichkeiten hygienisch herrichten (separates Handwasch-/Ausgussbecken sollte nicht fehlen) ... auf die evtl. Inspektion Deiner Räume warten (bei Alk-Verkauf sehr wahrscheinlich) und wenn alles gut war, loslegen. Die egenavgifter, die nach Deinem geschätzten Umsatz bei der skatteverket-Anmeldung immer monatl. im voraus fällig werden, im voraus einplanen und für die ersten Monate weglegen, damit Du mit der Abgabenzahlung nicht in Verzug gerätst und evtl. damit Deine Alk-Lizenz gefährden könntest, bis Dein Umsatz auf Touren kommt. Und nicht vergessen, zur Eröffnung die Offiziellen einladen ... kommt auch immer gut ... und kann man auch schon im Vorfeld einmal kundtun.
Kostenlosen Rat und wenn gewünscht auch persönliche Unterstützung erhältst Du auch bei ALMI in Deinem län.

Habe hoffentlich nichts vergessen.

Hähnchen sehe ich allerdings persönlich als nicht sehr gewinnbringend an, wenn Du keine Märkte abgrasen möchtest ... in fast jedem Supermarkt (und auch im kleinsten auf dem platten Land) für rund 30kr pro ganzem Tierchen zu haben und ob die, wenn auch sicherlich knusprigen aber trotzdem fettigen Haxen in ausreichenden Mengen an den Mann gebracht werden können, sei einmal dahingestellt. Vielleicht gibt's Alternativen zum gedachten Angebot. Aber das mal nur nebenbei und allein meine eigene subjektive Meinung.

Das mit dem holländisch ... ich wollte nur mal verdeutlichen, dass es hier (und dieses Unternehmen ist in meiner unmittelbaren Nachbarschaft) möglich ist, in seiner Privatküche ohne riesige hygienische Hürden und ohne räumliche Abtrennung zur Behandlung von erdbehaftetem Wurzelgemüse ;-) Urlauber zu bewirten (dies konnte man in der holländ. Doku sehen ...

Und als weiteres selbst erlebtes Extrem - bei der Hundeschlittenabentour wird alles abenteuerlich mitten in der Pampa auf dem offenen Feuer ohne fließendes Wasser zum Händewaschen zubereitet und keiner verstirbt an sonstwas ... ob die Hunde Flöhe haben, Kotspuren zeigen, oder auch nicht ... nach dem Steicheln, Füttern und vor der Essenszubereitung kurzes "Händewaschen" im Schnee, und dann wird das Elchsteak oder der Fisch gebraten ... und es schmeckt immer allen Teilnehmern.

Woher nun andere Erfahrungen herrühren, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht nur aus der Theorie oder vom Hörensagen ... aber das sei nur dahingestellt.
Ich kann nur über eigene Erfahrungen berichten (auch mit den Kontrolleuren der Stadt) und über Dinge, die ich persönlich in Betrieben gesehen habe.
Und ich kenne so einige unterschiedliche gastron./tourist. Betriebe, sowohl unter schwedischer als auch unter deutscher Leitung, andere Nationalitäten ebenfalls.

Gruß,
H.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Ich glaube den Aussagen von nordsüchtig in vollem Umfang, denn leider wird die Lebensmittelkontrolle in den unterschiedlichen Regionen Schwedens sehr unterschiedlich gehandhabt (weiss leider nicht wie es in Deutschland ist) und Jämtland scheint zu den Teilen Schwedens zu gehören, wo weder Klagen bei den entsprechenden Ämtern eingehen noch die Kontrolleure ihren Aufgaben nachkommen. Ich habe das allerdings auch schon von anderen Regionen gehört. Sicher ist, dass diese Methoden der Lebensmittelhantierung NICHT den schwedischen Gesetzen entsprechen. Im Västra Götaland wären solche Restaurants längst dicht gemacht worden, weil das Lebensmittelamt hunderte von Klagen auf dem Tisch hätte und alle sechs Monate ein unangemeldeter Kontrolleur an der Tür stehen würde. Ein Teil des schwedischen Systems hängt natürlich von den Bürgern ab. Wenn sie sich in manchen Regionen Schwedens alles gefallen lassen, so muss man das eben entsprechend interpretieren. Hier in Göteborg ist es völlig ausgeschlossen seine köttbullar an einem Stand zuzubereiten. Dies geschieht ausschliesslich in abgenommenen, sehr sauberen und hygienischen Küchen. Aber, wie gesagt, hier wollen das die Kunden und die Konkurrenten der Restaurants.
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torsten1
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von torsten1 »

Ach, nun muss ich aber mal das Jämtland in Schutz nehmen! Seht doch, wie schön es ist! Und die Musikanten hatten auch bestimmt gerade keinen Durchfall, sonst hätten sie schneller gespielt:

http://www.youtube.com/watch?v=9-KbsABXV_U

Na ja, diese hier hatten vielleicht etwas Bauchschmerzen, wer weiß:

http://www.youtube.com/watch?v=7awgFUhYRCk

Noch ein Beweis für Kraft und Schönheit gefällig? Bitte sehr:

Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich. (Hermann Hesse)
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von alter Schwede »

Die Ausführungen von Nordsüchtig sind sehr umfangreich und ich kann diesen zu 100% zustimmen. Besonders was eventuelle Rücklagen anbelangt, denn die Skatte muß bezahlt werden, woher auch immer. Was das Kaufverhalten der Schweden anbelangt, so haben wir die Erfahrung gemacht, daß diese zumindest zum Anfang sehr zurückhaltend reagierten. Wir brauchten ca 1 Jahr bis es sich rumgesprochen hatte, daß wir eine sehr gute Qualität ( im Vergleich zu schwedischen Produkten ) anbieten.
Also ist Durchhaltevermögen, Marktbeobachtung, Kundenbeobachtung und Flexibilität unbedingt erforderlich, wenn du längere Zeit bestehen willst. Nicht zu unterschätzen ist der Standort. Wir sind mit den Wagen in der glücklichen Lage, zu den Kunden zu fahren, also immer präsent zu sein. Etwas Schwierig war es Standorte und Plätze auf Veranstaltungen zu bekommen. Wir haben im 1. Jahr etwa 200 Events angeschrieben und haben 5 positive Rückantworten erhalten. Im 2. Jahr waren es schon 65 positive Rückmeldungen und seit diesem Jahr werden wir von den Veranstaltern angesprochen, ob wir Zeit hätten zu kommen. Mitderweile haben wir Verträge mit verschiedenen Märkten und Veranstaltern, bei denen wir in den Genuss kommen, exklusiv und als einziger Wurst und Crepesstand agieren zu können. Aber das mußten wir uns hart erarbeiten, denn geschenkt bekommt auch hier niemand etwas.
Zu bedenken ist auch unbedingt die Region, in welcher du dich niederlassen möchtst. Die Stadt sollte genügend Einwohner haben und die Arbeitslossigkeit in der Region sollte nicht zu hoch sein. Denn deine Kunden müssen in der Lage sein, dein Angebot zu nutzen. Alles ist gut zu Bedenken, Richard. Wir haben in unseren 3 Jahren hier in Schweden einige Leute gesehen und kennengelernt, welche sich diesen Weg zu leicht vorgestellt hatten, es versuchten und nach kurzer Zeit kläglich gescheitert sind. Es ist nicht allein damit getan, mit freundlichem Gesicht hinter der Verkaufstheke zu stehen. Die eigentliche Arbeit, welche über Erfolg oder Mißerfolg entscheidet, spielt sich im Hintergrund, nicht für Kunden sichtbar, ab.
Gruß Andreas
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Aelve
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Aelve »

Hallo,

es mag ja wirklich so sein, dass von den schwedischen Behörden in bestimmten Gebieten nicht so stark kontrolliert wird wie in anderen Kommunen.
Vielleicht haben unsere Bekannten, die ein Hotel in Halland führen wollten, auch übertrieben, als sie uns von den strengen Auflagen erfüllten oder sie sind einfach zu
behördenhörig. Aber es mag ja durchaus so sein, dass jemand, der ein Gastgewerbe neu eröffnet, die strengen bestehenden Auflagen so präsentiert bekommt, wie berichtet. Es ist ja ein Unterschied, ob es Bestimmungen gibt und ob sie tatsächlich eingehalten werden. Auch in Deutschland hat man schon die dollsten Sachen gehört, wenn im Fernsehen über unangemeldete Lebensmittelkontrollen in den Gaststätten und Restaurants in D berichtet wird. Solange solche Gastwirte nicht erwischt werden, wursteln sie eben weiter ohne die Hygienevorschriften einzuhalten.

Wie sieht es denn aus, wenn sich jemand ganz und garnicht an die Bestimmungen hält, folgen da harte Strafen, wenn ein Kontrolleur kommt?
Oder sieht es eher so aus, dass die Kontrolleure nicht streng genug sind und alles durchlaufen lassen, was eigentlich nicht mehr tragbar ist.
Möglicherweise kann das ja auch damit zusammenhängen, dass in einigen Kommunen nicht so streng geschaut wird, um der Selbständigkeit
keinen Abbruch zu tun. In anderen Gebieten, wo es genügend Gewerbetreibende gibt, dort werden dann aber strengere Maßstäbe angelegt?

Grüße Aelve
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

@Aelve
Wenn ein Kontrolleur auftaucht und die Bestimmungen nicht erfüllt sind, so wird normalerweise das Restaurant oder Hotel unmittelbar geschlossen. Wenn das Vergehen nicht zu happig ist, allerdings nur vorübergehend bis die Auflagen erfüllt sind. Das kann also, je nachdem, um was es geht, einige Stunden sein, aber auch Wochen, falls ein Umbau nötig ist. Bei kleineren Vergehen kann man dabei straffrei ausgehen, falls Ratten in der Küche rumlaufen sollten, so kommt es zur Gerichtsverhandlung, was dazu führt, dass man sehr viel Geld los wird oder selbst im Gefängnis landen kann, nie wieder eine Alkohollinzenz bekommt und meist auch vergessen kann je wieder ein Restaurant zu öffnen.

was alter schwede schreibt stimmt, bis auf eine ausnahme:

das erste Jahr ist normalerweise immer ein grosses Problem mit wenig Einnahmen, denn erst muss man seine Persönlichkeit vermarkten, bevor man seine Produkte vermarkten kann. Ein Schwede besucht daher Kurse der Selbstvermarktung, bevor er eine Firma öffnet. Völlig üblich hier ... und auch hilfreich.

auch die Wahl der Gegend und des Ortes ist von Bedeutung, d.h. wieviele Einwohner, welche politische Schattierung, wieviele Ausländer und aus welchen Ländern, wie sieht es mit Konkurrenz aus usw. Es ist sehr hilfreich, wenn man sich etwas in der Gegend umsieht und erkundigt, bevor man ein Risiko auf sich nimmt.

Das mit der Steuer hat sich allerdings etwas gebessert, denn mittlerweile kann man beim Skatteverket seine Angaben, mit einer Frist von zwei Wochen, ändern und muss daher nur noch die tatsächliche Steuer bezahlen und nicht mehr einen frei geschätzten Betrag. Ausserdem kann sich eine neue Firma die ersten drei Monate befreien lassen, d.h. man bezahlt erst, sobald man weiss wieviel einging und wird erst dann entsprechend eingestuft. Seit Januar 2010 hat sich für Neufirmen sehr vieles geändert, wobei man nun auch kostenlose Beratungen bekommt, die den Einstieg wirklich erleichtern.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

goteborgcity hat geschrieben:
Das mit der Steuer hat sich allerdings etwas gebessert, denn mittlerweile kann man beim Skatteverket seine Angaben, mit einer Frist von zwei Wochen, ändern und muss daher nur noch die tatsächliche Steuer bezahlen und nicht mehr einen frei geschätzten Betrag. Ausserdem kann sich eine neue Firma die ersten drei Monate befreien lassen, d.h. man bezahlt erst, sobald man weiss wieviel einging und wird erst dann entsprechend eingestuft. Seit Januar 2010 hat sich für Neufirmen sehr vieles geändert, wobei man nun auch kostenlose Beratungen bekommt, die den Einstieg wirklich erleichtern.

Das hört sich sehr interessant an.

Wo bekommt man denn diese Beratung?
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

richadrichy hat geschrieben:Wo bekommt man denn diese Beratung?
Es gibt zahlreiche Organisation, die in der Regel kostenlos beraten, aber als erste Anlaufstelle würde ich das Skatteverket nehmen:

http://www.skatteverket.se/foretagorgan ... 01513.html
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F.Josef
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von F.Josef »

goteborgcity hat geschrieben: ...........
Das mit der Steuer hat sich allerdings etwas gebessert, denn mittlerweile kann man beim Skatteverket seine Angaben, mit einer Frist von zwei Wochen, ändern und muss daher nur noch die tatsächliche Steuer bezahlen und nicht mehr einen frei geschätzten Betrag. Ausserdem kann sich eine neue Firma die ersten drei Monate befreien lassen, d.h. man bezahlt erst, sobald man weiss wieviel einging und wird erst dann entsprechend eingestuft. Seit Januar 2010 hat sich für Neufirmen sehr vieles geändert, wobei man nun auch kostenlose Beratungen bekommt, die den Einstieg wirklich erleichtern.
Es ist in Schweden nicht anders als in Deutschland. Wer ein neu gegründetes Unternehmen betreibt muss seinen Gewinn und damit die vom Ertrag abhängigen Vorauszahlungen für das erste Jahr selbst einschätzen. Wer hier mit zu grossen Erwartungen ans Werk geht ist selber Schuld! Die Anlaufzeit dauert in der Regel länger als einem lieb ist. Lieber zahle ich nach dem ersten Jahr wenn tatsächlich ein höherer Gewinn erzielt worden ist etwas nach.
Moms wird immer nachträglich auf Grund der tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben entrichtet! Entweder mtl. oder vj.

Josef
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

@F.Josef

Sicher muss man seinen Gewinn nach wie vor selbst einschätzen. Der Unterschied besteht nur darin, dass man heute selbst 0 angeben kann, um dann die Angabe nach 6 Wochen oder auch einem halben Jahr nachzubessern, egal wann ... Früher wurden 0-Erklärungen nicht akzeptiert.

Der zweite Unterschied ist, dass man mittlerweile bereits beim Anmelden seiner Firma drei Monate "vorübergenede" Befreiung beantragen kann. Es genügt ein kleines Kreuz beim Antrag.

Moms ist immer hinterher, muss aber abslut pünktlich abgeschickt werden. Wie oft man moms bezahlt (monatlich, dreimonatlich ...) kann man beim Anmelden der Firma selbst wählen.

Als Anlaufzeit rechnet man im Allgemeinen mit ein bis zwei Jahren. Im ersten Jahr sollte man erst einmal gar nichts erhoffen.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Aelve »

Hallo goteborgcity,

Deine Angaben kann ich nachvollziehen, denn ich kenne auch Leute, die sich in Schweden selbständig gemacht haben und zunächst hohe Vorauszahlungen an den Skatteverket leisten mußten. Die guten Mitarbeiter von den Finanzämtern gehen zunächst immer davon aus, dass sich nur jemand selbständig macht, wenn er sofort Gewinne scheffeln kann. Es kann sich immer schlecht jemand vorstellen, dass man in den ersten Jahren erstmal kräftig zubuttert und anstatt Gewinne tätigt, nur Verluste einfährt.
Wie sieht das eigentlich in Schweden aus. Kann jemand, der angestellt ist und nebenher eine Selbständigkeit ausübt, bei der er anfangs Verluste macht, diese bei den Einnahmen aus unselbständiger Arbeit absetzen? In Deutschland besteht ja die Möglichkeit, die Verluste aus einer Einkommensart mit Gewinnen aus einer anderen Einkunftsart zu verrechnen? Ist das in Schweden genauso geregelt? Oft ist es ja so, dass man eine Anstellung benötigt, um ein gesichertes Einkommen zu haben, falls man nicht bereits hohe Reserven hat. Die Selbständigkeit läuft manchmal nebenher. Mich würde sehr interessieren, ob das in Schweden möglich ist, dass man die anfangs erarbeiteten Verluste dann mit dem Einkommen aus einer Angestelltentätigkeit verrechnen kann.

Liebe Grüße Aelve
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Hallo Aelve,

In Schweden hat jemand, der eine Firma hat und gleichzeitig angestellt ist, einen FA-Skattesedel. F für die Firma und A als Angestellter. Die etwa 30% Abgaben aus der unselbständigen Beschäftigung werden automatisch abgezogen und sind unabhängig zu sehen.

Wenn die Firma nun Verluste macht, so hilft das wenig bei der Einkommenssteuererklärung, ausser dass man dann angibt, dass eben kein Gewinn erzielt wurde. Was die Firma angeht, so kann man den Verlust in voller Höhe auf das nächste Jahr übertragen. Falls dann wieder mit Verlust gearbeitet wurde, wird dieser erneut übertragen. Neufirmen können so Verluste vier Jahre lang mit in das nächste Geschäftsjahr übernehmen, was bedeutet, dass die Firma eben keinerlei Belastung ist (ausser der persönliche Einsatz). Wer dann nach vier Jahren immer noch keinen Gewinn machte sollte die Firma besser abmelden, muss dann aber auch auf die persönlichen Einlagen, die er in die Firma setzte, verzichten. Eigeneinlagen kann man nur aus Gewinnen zurückzahlen.

Das Steuerrecht in Schweden unterscheidet sich in sehr vielen Punkten vom deutschen System, denn jede Person wird persönlich besteuert. Unterschiedliche Steuerklassen wie in Deutschland kennt man hier nicht. Problematisch kann auch werden, wenn ein Eheparter Teilhaber der Firma ist oder angestellt wird, aber das ist ein völlig anderes Thema. Jedenfalls wird in Schweden zwischen Firma und Anstellung getrennt, was nicht unbedingt ein Vorteil sein muss. Eigentlich geht das System hier davon aus, dass Du nur dann eine Firma machst, wenn Du Geld übrig hast um Dir den "Luxus" ein oder zwei Jahre lang leisten zu können.

Unabhängig davon denken auch viele Einwanderer, die hier eine Firma angehen wollen, nicht an die erheblichen Kosten, die das verursacht, denn man braucht ein Firmenkonto, das jeden Monat kostet, man braucht unbedingt Visitenkarten bestimmten Aufbaus (keine Selbstgemachten!), man muss sehr viel in Promotion investieren, braucht entsprechende Räume etc. Du kannst z.B. in Schweden kein Büro zu Hause einrichten, da dies unserieus ist, mal davon abgesehen, dass ein Firmenkunde seine Schuhe nicht im Flur ausziehen wird. Wer hier eine Firma eröffnen will muss sich wirklich erkundigen und, falls Geld da ist, einen Coach bezahlen, der einem grundlegende Hilfen bieten kann.

Liebe Grüsse aus Göteborg

goteborgcity
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

goteborgcity hat geschrieben:
Unabhängig davon denken auch viele Einwanderer, die hier eine Firma angehen wollen, nicht an die erheblichen Kosten, die das verursacht, denn man braucht ein Firmenkonto, das jeden Monat kostet, man braucht unbedingt Visitenkarten bestimmten Aufbaus (keine Selbstgemachten!), man muss sehr viel in Promotion investieren, braucht entsprechende Räume etc. Du kannst z.B. in Schweden kein Büro zu Hause einrichten, da dies unserieus ist, mal davon abgesehen, dass ein Firmenkunde seine Schuhe nicht im Flur ausziehen wird. Wer hier eine Firma eröffnen will muss sich wirklich erkundigen und, falls Geld da ist, einen Coach bezahlen, der einem grundlegende Hilfen bieten kann.

goteborgcity

Also da denk ich hängt es davon ab WELCHE Firma man eröffnet und wie FIT man ist im Erstellen von Visittenkarten Homepage etc.

Also hier in Bayer (und da ist der Standart sehr hoch - Großraum München) bin ich bis jetzt mit meinen Werbekampagnen sehr gut angekommen.
Auch die Promotion meiner Frau (med. Fußpflege) habe ich gemacht und sie wird regelmäßig im Internet besucht...

Auch denke ich, daß man für eine handwerkliche Einzelfirma nicht unbedingt einen Coach braucht und auch das "Büro" dürfte im eigenen Haus kein Problem sein... so ist es jedenfalls die letzten Jahre bei mir/uns gewesen.

Was man sich aber auf alle Fälle anschaffen sollte ist ein guter Steuerberater, doch da ist dann jede Krone gut investiert... oder?

Und das Firmenkonto... ist das denn soviel teurer als das "Servicekonto", welches wir momentan haben um unser Haus abzubezahlen,- und das kostet nicht die Welt... wir haben sogar 2 Bankkort für je 80 SEK bekommen...also da sind die Preise bei meiner Sparkasse schon im einiges höher.

Gruß
Richard
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Hallo Richard,

natürlich ist es ein Unterschied welche Firma man gründet, aber Du musst bedenken, dass hier in Schweden dennoch so manches anders ist als in Deutschland, wobei ich das völlig neutral meine, also weder besser noch schlechter, sondern anders. Mal davon abgesehen, dass ich das deutsche System nur aus der Theorie und Erzählungen kenne.

Je nach Bank und Service, den Du bei der Bank unterschreibst (hier gibt es eine ganze Palette an Produkten, die unter anderem auch die Buchhaltung vereinfachen) musst du mit einem Minimum von 100 Kronen im Monat rechnen. Aber es kann auch das zehnfache werden. Ich kenne Dein Projekt zu schlecht, um sagen zu können, was für Dich sinnvoll ist oder nicht. Du kannst Dich da natürlich auch unverbindlich von mehreren Banken in Schweden beraten lassen.

Visitenkarten sind hier nicht nur eine Frage des Aussehens, sondern auch was man drauf schreibt, wo, wie, in welcher Farbe etc. Du musst auch wasserfeste Tinte verwenden!!! Ich rate Dir deswegen, besser zu vergessen, dass man sie selbst machen kann. Du kannst vielleicht die ersten 100 so gestalten, aber vergiss nicht, dass Schweden auf einer Visitenkarte auf anderes achten als Deutsche.

Was die Werbekampagne angeht, so ist Internet natürlich ein Muss, aber Du musst Dir bei einer Firmengründung sehr viele andere Fragen stellen und eine Marktanalyse vor Ort anstellen. Wobei Du nicht vergessen darfst, dass in Schweden ein Firmenstart in der Regel mindestens ein Jahr dauert. Falls Du kein schwedisches Netzwerk hast, so rechne eher mit zwei Jahren. Hier läuft ungemein viel über private Beziehungen … und ich spreche nun von Göteborg, also einer Grossstadt.

Das mit dem Büro im Haus ist hier in Schweden so eine Sache. Natürlich gibt es Firmen, die so anfangen, aber es gilt als unseriös. Da ist es schon besser sich einem Netzwerk anzuschliessen, wo man als Neufirma sehr einfach unterkommt, aber ernst genommen wird. Es ist natürlich etwas anderes, wenn Du ein Haus hast, wo Du dannentweder einen eigenen Eingang zur Firma hast oder diese direkt nach demEingang unterbringen kannst. Schweden mag ein moderner Staat sein, aber in vielen Punkten ist man hier sehr konservativ. Man sagt zwar Du, aber selbst auf der Visitenkarte sieht man erst einmal nach Deinem Titel ...

Steuerberatung wird hier häufig von Coaches übernommen oder Beratungsfirmen. Du solltest Dir vielleicht einen guten Buchhalter nehmen, denn davon gibt es hier eine ganze Menge …. zu sehr unterschiedlichen Preisen.

Ich vergesse jetzt bestimmt eine ganze Menge, was Firmengründungen in Schweden angeht, aber wenn Dir etwas einfällt, stell einfach die konkreten Fragen. Mein Problem bei dieser Art von Erklärungen ist vor allem, dass ich alles von rein schwedischer Warte sehe und nicht von jener eines Einwanderers. Vieles ist mir einfach ”logisch”, weil hier jeder so vorgeht, ohne dass ich mir da vielleicht Gedanken darüber machte, dass so manches für Neu-Schweden gar nicht so logisch ist.

Grüße aus Göteborg
goteborgcity (Göteborg Aktuell)
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von alter Schwede »

Die Frage eines guten Revisor's ist äußerst wichtig. Wir sind zuerst an eine Revisionsfirma geraten, da mußten wir selbst noch Nachzahlungen leisten, wenn wir keine Gewinne erwirtschaftet hatten ( in der Anfangszeit ). Es konnte uns auch nicht nachfollziebar erklärt werden, warum das so ist. Nachdem wir den Revisor gewechselt hatten, konnten wir auf einmal die verschiedensten Dinge steuerlich absetzen, was vorher nicht möglich war. Der Wechsel hat sich richtig gelohnt.
Gruß Andreas
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

@alter Schwede

förlåt, aber mir ist nicht ganz klar, wieso Du einen revisor beauftragt hast, denn das macht man eigentlich nur bei einer Vereine, AB und ähnlichem, denn ein Revisor überprüft normalerweise nur ob die Buchführung korrekt ist. Für Einzelunternehmer ist es weitaus sinnvoller (und billiger) einen guten Buchhalter zu nehmen. Grössere Unternehmen bieten dann auch einen revisor, aber das kostet nur unnötig und garantiert nicht mehr als dass die Buchhaltung in Ordnung ist.

Dann gibt es auch noch offizielle revisoren und solche, die sich nur certifiert sind, aber noch lange nicht die gleiche Rechtskraft haben wie die autorisierten. Was die Preis angeht, da muss man allerdings sehr vorsichtig sein, denn Tatsache ist, dass ein Revisor zwischen 8000 und 20000 Euros im Monat verlangen kann, bei gleicher Leistung. Untergrenze ist aber so 8000.

Es ist jedoch weitaus günstiger, wenn man sich die ersten Jahre einem Netzwerk anschliesst, wo die bedeutendsten Kosten geteilt werden, und man ausserdem sehr gute Ratschläge bekommt.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von alter Schwede »

Wir hatten einen Revisor, weil wir bei unserer Auswanderung weder in der schwedischen Sprache sattelfest waren und auch keine Ahnung von dem Schriftkram mit dem Skatteverket ec. hatten. Es erschien uns am sinnvollsten jemand damit zu beauftragen, der Ahnung hat. Beim jetzigen Revisor fühlen wir uns sehr gut aufgehoben und beraten und was den Preis anbelangt, erscheint er uns sehr moderat.
Wir bezahlen den Mann 1x im Jahr und da er mit uns nicht so viel Arbeit hat, hält es sich in Grenzen.
gruß Andreas
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

....

muss noch etwas ergänzen zu der Unterschiedlichkeit der Betriebsbehandlungen.
Es hat mich selber interessiert, ob dies eine subjektive oder objektive Wahrnehmung der Einzelnen (einschließlich mir) hier war.

Dazu habe ich etwas recherchiert und bin auf folgendes gestoßen:
http://www.restaurangvarlden.se/Granskn ... tauranger/

Wenn man sich dies durchliest und auch die Liste anschaut, ist es tatsächlich so, dass Göteborg bspw. fast doppelt so viele Lokalschließungen aufgrund schwerwiegender Mängel hat, wie bspw. Sthlm.
Wenn man sich dann auch noch die Liste genauer anschaut, taucht dort auch ein Restaurant der Vanity AB auf - in der gleichen Zeitschrift mit den höchsten vinst marginaler auf Platz 9 auf!

Weiterhin und dies ist - und ich meine, dass es kein subjektiver ist - mein Eindruck, dass es überwiegend exotischere Restaurants sind ... Thai, Indisch, etc.
Auf den ersten Blick ist mir kein deutscher Name ins Auge gestochen und auch das andegachte "Pasta Haus" ist unter exotischer Leitung.

Gruß,
H.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Die Restaurantwelt in Göteborg ist leider nicht mit wenigen Worten zu erklären, da hier sehr vieles ineinanderspielt. Einige der Restaurants hier haben Probleme, weil sie von der Stadt mit kriminellen Organisation in Verbindung gebracht werden, andere, weil sie (oft von Einwanderern) nicht dem schwedischen Standard entsprechen, wieder andere wegen Buchhaltungsproblemen.

Weiterhin gibt es in besseren Restaurants den Wettbewerb um besten Standard, besten Koch usw, was dazu führt, dass etwa 20 Restaurants, die von Schweden geführt werden, weit über dem geforderten Standard liegen. Diese Restaurants werden zwar auch immer wieder einmal kontrolliert, aber das ist eigentlich unsinnig, denn da findet man nie etwas und wenn ich an die zwei Besitser, die ich persönlich kenne, denke, so weiss ich auch warum, da die Anforderungen an die Angestellten extrem hoch sind und drei kleine Fehler mit Sicherheit zur Kündigung führen.

Sehr viele dieser Feinheiten kann eine Statistik natürlich nicht ausdrücken, zumal es selbst für Insider manchmal schwierig ist die Restaurantwelt Göteborgs zu durchschauen.

Der Mangel an deutschen Namen liegt einfach daran, dass es in Göteborg weder ein deutsches Restaurant gibt, noch, meines Wissens nach, ein Deutscher ein Restaurant in Göteborg führt, zumindest keines der 100 besten. Wegen einigen internen "Kriegen" würde ich allerdings auch jeden Einwanderer davon abraten eines in Göteborg zu eröffnen, denn ohne gutes Netzwerk kann das in der Stadt selbst tödlich enden.
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nordsüchtig
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

Wir schreiben über das gleiche Thema - doch meinen verschiedenes ...

Ich kann der Statistik nicht entnehmen, dass die Restaurants einen kriminellen Background haben ... sie wurden wegen hygienischer Mängel geschlossen.
Ich konnte keinen deutschen Namen (wo ich es zumindest annehmen konnte, dass er deutsch wäre) und auch nur wenige schwedische Namen entdecken - nicht auf der Liste der gewinnträchtigsten Restaurants und Cafés (um die es ja auch eigentlich gar nicht ging), sondern auf der Liste der mängelbehafteten.
Und auch ein mängelbehaftetes Lokal lag an 9. Stelle der umsatzträchtigsten Restaurants.
Ob es nun keinerlei Gasronomiebetriebe unter deutscher Leitung oder mit deutschen Köchen gibt, das sei dahingestellt, da ich dieses nicht weiß und auch auf die Schnelle nicht überprüfen könnte.

Und ein Umkehrschluss, dass die kriminellen Restaurants auch mängelehaftet sind, lässt die Statistik auch nicht als Interpretation zu. Nur dass viele "Gastronomen" mit exotischem Migrationshintergrund evtl. andere Hygienevorstellungen haben als der landläufige Kontrolleur in Sthlm. und Göteborg.

Aber wenn dem so sei, ran an den Speck richadrichy ... ob nun Haxe oder deutsche Lebensmittel - deutsches Bier läuft bestimmt ;-)

Gruß,
H.
goteborgcity
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

@nordsüchtig

ich wollte eigentlich Deine Aussagen nur ergänzen und darauf hinweisen, dass eine Statistik ohne Hintergründe ohne jede Aussagekraft ist. Ich kenne die Restaurantwelt nur im Västra Götaland und weiss daher, wie die Struktur hier aussieht, wie und wer warum kontrolliert wird. Aber schon in Halland gelten andere Bedingungen.

Wenn hier in Göteborg bei einer Kontrolle der Kühlschrank kein geeichtes Thermomenter hat, so wird das Restaurant erst einmal geschlossen, unmittelbar. Kann der Besitzer am nächsten Tag nachweisen, dass er ein neues, geeichtes Thermoter einbauen lassen hat, so kann er wieder öffnen. Hat er unausgebildetes Personal, so wird eine Wiedereröffnung weitaus schwieriger...

Warum hier sehr viele nichtschwedische Restaurants geschlossen werden liegt vor allem daran, dass sie von Einwandereren betrieben werden, die nur ihre Familie dort arbeiten lassen, die wiederum keinerlei Ausbildung für Lebensmittelhantierung haben und arbeiten, wie sie eben glauben, dass es geht. Ein Schwede wird unter diesen Voraussetzungen gar nicht erst auf die Idee kommen ein Restaurant zu öffnen. Ein Koch wird, nur als Beispiel, bereits im Gymnasieum den entsprechenden Zweig gewählt haben. Das gleiche gilt für die Bedienung und den Barkeeper. Ein "normaler Koch" hat hier Abitur, Berufsausbildung, mehrere Praktiken, war mindestens zwei Jahre im Ausland tätig und hat bombenfeste Referenzen. Wie soll ein indischer, spanischer oder deutscher Koch, der auswandert, an den gleichen Background kommen und dann auch noch über ein schwedisches Netzwerk verfügen? Kein Wunder daher, dass "importierte" Restaurants grössere Probleme haben als einheimische. Da helfen auch keine Ratschläge, da fehlt einfach meist die Basis.

Und wenn Du die Stellenangebote hier in Göteborg ansiehst, so stellst Du fest, dass die guten Restaurants nicht nur eine Ausbildung voraussetzen, sondern auch mindestens fünf bis sieben Jahre Erfahrung in diesem Beruf. Und Du kannst sicher sein, dass sie sich auch erkundigen welchen Ruf das vorgehende Restaurant hatte. Einwanderer können sich das oft gar nicht erst leisten, wollen aber trotzdem ein Restaurant öffnen, weil sie glauben eine Marktlücke gefunden zu haben. Aber eine Marktlücke zu finden ist in Schweden nicht das Problem. Die Frage ist, ob man seine Idee auch umsetzen kann, denn gutes Personal ist sehr teuer.

Was richadrichy mit deutschem Bier angeht, so stimme ich Dir vollkommen zu, dass deutsches Bier hier ankommt. PRoblem ist ja nur, dass man es nicht selbst importieren darf und ohne Genehmigung auch nicht verkaufen kann. Dass deutsches Bier hier jedoch gut ankommt, das siehst Du allein im Systemet, denn die dortige Auswahl an deutschem Bier ist gigantisch und das Geschäft läuft auch fantastisch.

Grüsse aus Göteborg
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nordsüchtig
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

... dann haben wir beide zumindest das gleiche gemeint.

Aber noch etwas zur Kochausbildung hier ... die kann man im allgemeinen vergessen!
Abitur ... na ja ... die 2-jährige Hotell- och restauranglinje ... alle machen das gleiche ... vielleicht nochmal im Schulrestaurant praktisch an gewissen Tagen mal an den/die Versuchsfrau/mann gebracht und wenn dann ein Jahrgang einer Schule abschließt ... können 20 Mann das gleiche ... von á la carte noch nix gehört ...
Kochen und das glaube mir, lernt man erst später. Doch wenn alle mal das gleiche gelernt haben, dann ist's meist aus mit der Vielfalt - da ändern auch 2 Jahre Auslandserfahrung nichts. Und wohin gehen schwedische Köche gerne ... nach England - da willst Du mir wohl nichts über kulinarische Genüsse erzählen.
Eine gründliche deutsche Kochausbildung (und hier ist nicht die Kneipe um die Ecke mit gemeint) ist der schwedischen allemal überlegen und deutsche Köche werden gerne eingestellt - nicht nur wegen ihrer Arbeitseinstellung.
Ich kenne bestimmt an die 20 Köche und an die 10 kallskänkas - alles Schweden mit den unterschiedlichsten Arbeitserfahrungen von Kiruna bis Stockholm - eingefahrene Kochmuster und im Prinzip machen sie doch alle vieles gleich. Convenience Produkte stehen bei allen hoch im Kurs ... in D in guten Küchen verpönt.

Schau einmal anders herum - ein Koch, der wirklich Anerkennung will, der geht nach Frankreich, in die Schweiz, neuerdings auch in die USA oder in Häuser bekannter Köche ... Schweden ist in der Regel nicht dabei. Und das liegt nicht an der geringen Größe des Landes.

Es mag sicher hervorragende schwedische Köche in ganz Schweden geben, doch leider ist es nicht die Regel. Und Du schreibst selbst, dass in Gbg die Restaurantbesitzer Wert auf gutausgebildetes Personal mit einer entsprechenden Ausbildung legen - in D ist dies in besseren Hotels noch nicht einmal erwähnenswert.
Und Du schreibst von teurem Personal .... na ja, das ist relativ. Hier verdient kein Koch umgerechnet 5000 Euro - das gibt es aber in D durchaus. Und ein guter Koch mit langjähriger Erfahrung in gehobener Position - lass ihn doppelt so viel verdienen wie das Mindestgehalt im Tarifvertrag, dann wären es gerade mal 40000kr - und das ist auch in den Großstädten wohl nicht die Regel.

Wobei ich Dir vollends zustimme, ist die mangelnde Qualifikation vieler selbsternannter Gastronomen. Und dies nicht nur in S ... in D brauchst Du für einen Frisör-Laden einen Handwerksmeister, aber die Leute bekochen kann jeder. So ist es hier halt auch ... oftmals ... wer nichts wird, wird Wirt ;-) und oft ist ein Fünkchen Wahrheit drin. Dass man mit Kneipe, Restaurant und Konsorten nicht auf die Schnelle reich wird und das dies harte Arbeit sowohl im Betrieb als auch an sich selber bedeutet, ist vielen erst einmal nicht klar. Oftmals ist es auch einfach eine Möglichkeit, eine Selbständigkeit zu verwirklichen, was man vielleicht auch verstehen sollte. Und Gäste sind kulinarisch neugierig, man probiert - aber kommt nur wieder, wenn Service, Qualität, Preis und das Ambiente stimmt. Und nur alles zusammen funktioniert für den Gast - für den Gastronom muss zusätzlich die Kasse noch klingeln. Und vor allem muss etwas übrig bleiben, das verkennen leider viele. Und trotz allem kann man in diesem Bereich als Selbständiger immer noch ganz gut verdienen, wenn man das alles beachtet, ein gutes Konzept hat und wagemutig ist - auch ohne vorhandenes Netzwerk!

... zu meinem Alk-Erguss ... war witzig gemeint. Ich weiß das alles, aber wenn man deutsches Bier verkaufen will, ist dies möglich. Es gibt mehrere Restaurantsl, die dies machen. Natürlich hatte ich nicht gemeint, sich den Kofferraum vollzuladen und dann hier in S dieses zu verkaufen.

Gruß,
H.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Ich kann jetzt leider nicht echt auf Deine Argumente eingehen, da ich nur die Situation im Västra Götaland und vor allem in Göteborg wirklich kenne, auch was Ausbildung angeht. Und da finde ich die Köche, die Du beschreibst eigentlich nur in den Restaurants der unteren Kategorie, denn für einen Göteborger Koch ist eigentlich die Schweiz eine Referenz und nicht England, da man hier davon ausgeht, dass englische Köche ohnehin nicht kochen können.

Hier in Göteborg ist auch Vielfalt angesagt, was einer Palette zwischen traditioneller schwedischer Hausmannskost bis zu eigenen Schöpfungen entspricht. Ich spreche jetzt von Haute Cuisine, Michelin Sternen und White Guide etc. Göteborger Köche haben für Obama gekocht und einer der Göteborger Edelköche bildet regelmässig Köche in Saudi Arabien aus. Mag sein, dass diese Qualität nicht in ganz Schweden zu finden ist, aber falls Du Göteborg kennst oder einmal hier essen gehst, so wirst Du feststellen, dass hier in der obersten Kategorie gearbeitet wird, wobei auch die beste schwedische Schule für Köche in Göteborg ist und nicht in Stockholm. Aber, wie gesagt, ich kann nicht für ganz Schweden sprechen, denn bei meiner Arbeit (bin weder Koch, noch Restaurateur) werde ich direkt mit der Situation hier konfrontiert und alles andere aus Schweden ist Hörensagen.

Ich weiss auch nicht, was ein guter Koch in Deutschland verdienen kann, da ich maximal zwei Wochen im Jahr in Deutschland bin und die dortige Situation wirklich nicht kenne, sondern nur sporadisch private Erfahrungen habe. Ich weiss aber, dass man hier in Göteborg keine deutschen Köche sucht, weil man der Meinung ist, dass die deutsche Küche zu einseitig und zu farblos sei, also umgekehrt die gleiche Aussage, die Du zu Schweden bringst. Aber Vorurteile gibt es vermutlich auf beiden Seiten, ich meine in Schweden und in Deutschland.

Restaurants mit französischer Küche in Göteborg beschäftigen im übrigen auch aussschliesslich Köche, die zumindest zwei Jahre in Frankreich gearbeitet haben, einige davon in Frankreich und der Schweiz. Nachdem ich selbst 20 Jahre lang in Frankreich lebte kann ich Dir auch garantieren, dass die hier angebotene französische Küche zu 100% französische Haute Cuisine ist. Wenn es in anderen Gegenden Schwedens anders ist, so kann ich nur sagen, dass dann in meinen Augen irgendetwas nicht richtig läuft.

Deutsches Bier (lättöl) findet man übrigens selbst bei Lidl, die gleiche Marke wie in Frankreich oder Spanien, nur eben mit weniger Alkohol.

Du schreibst auch "... kommt nur wieder, wenn Service, Qualität, Preis und das Ambiente stimmt", was vollkommen richtig ist. Aber das ist etwas, was hier in Göteborg als vollkommen normal betrachtet wird. Und wenn Du hier in Göteborg zu Weihnachten noch einen julbord bestellen möchtest, so kann ich dDir sagen, dass Du bei drei Restaurants bereits sechs Monate zu spät daran bist und Glück haben musst in der zweiten Kategorie noch fündig zu werden, aber wir gaben gerade einmal Mai. Ich denke, das sagt etwas über Qualität aus, zumal auch Norweger, Dänen und Deutsche bereits gebucht haben.
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nordsüchtig
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von nordsüchtig »

Ich wollte und will doch nicht guten Köchen ihre Kompetenz absprechen. Nichts liegt mir ferner. Und dass Göteborg und Stockholm einiges an kulinarischen Leckereien zu bieten haben (ich kenne nur das Sjömagasinet), na klar. Immerhin sind 2010 glaube ich 11 Restaurants der beiden Städte im Michelin. In D sind es über 200 … im Verhältnis gesehen doppelt so viele. Kann also auch nicht an Farblosigkeit derjenigen, die dort arbeiten liegen - und ich glaube nicht, dass viele von ihnen schwedische Köche mit Auslandserfahrung sein werden.

Ich spreche auch nicht von der superkreativen Küche oder von Restaurants mit molekularer Küche und avantgardistischem Ambiente bzw. Köche, oder die mit hervorragendem Sommelier und entsprechendem Weinkeller - sondern vom schwedischen guten (!) Durchschnitts-Restaurant das der Durchschnittsbürger an einem Durchschnittstag besucht – nicht von der Hamburgerkultur und nicht vom anderen (wenn auch angenehmeren) Extrem
.
Wenn die in Göteborg völlig andere Gerichte haben, als sonst wo im Land, fall ich vom Glauben ab - von weltmännischeren Formulierungen und höherem Preis einmal abgesehen (und die ersten beiden Restaurants, die mir entgegenprangten familjen und A.Bomann scheinen mir da meinen (zugegebenermaßen) subjektiven Eindruck zu bestätigen.

Ja, natürlich weiß ich, dass es deutsches Bier bei Lidl gibt – ich bin kein Biertrinker – doch ich meinte, es gibt ja auch im Ausschank ein frisches Gezapftes … sogar glaube ich in Göteborg … brygghus oder so – oder gibt es das nicht mehr? Und bestimmt nicht nur dort.

Aber zu dem Beginn dieses Threads … mit Haxen und Kartoffelsalat hat unser Meinungsaustausch nichts mehr zu tun. Und dem Fragesteller haben wir damit auch nicht wirklich weitergeholfen.

Und zu guter Letzt … Du weißt: Geschmack ist anerzogen und – wenn auch leicht abgewandelte Worte – Geschmack legt auf der Zunge des Essers.

In diesem Sinne,
H.
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Also es ist wirklich sehr Aufschlussreich zu lesen wie Unterschiedlich ein un das selbe Thema gesehen und auch von offiziellen Behörden behandelt wird...

Was in Göteb. gar nicht geht ist im Jämtland überhaupt kein Thema und in Stockh. geduldet... so interpretiere ich das jetzt mal...

Aber das erinnert mich doch sehr stark an D Verhältnisse, auch hier liegt alles einzig und allein an der zuständigen Person bzw. in welcher Gegend diese Person ausgebildet wurde und nun tätig ist (ich mein jetzt die offiziellen Behörden-Personen)

Da könnt ich euch 100... Seiten dazu schreiben.

Ich denke, man kann sich da noch Jahre darüber den Kopf zerbrechen, warum das so ist wo was wie gehandhabt wird etc etc... man wird erst wissen wie es bei einem selbst läuft wenn mans probiert hat.

In meinem Fall ist es ja so, daß ich erstmal in meinem jetzigen Beruf (Hufschmied) weitermachen werde... das kann ich und damit bin ich erstmal auf der sicheren Seite um meinen Lebensunterhalt zu sichern.

Und dafür werd ich nicht sooo ein ausgeklügeltes Promotion-Konzept benötigen wie Goteborgcity ansprach... oder?

Aber ich hab halt bei meinen Besuchen in S gesehen, daß die Imbissstände in S etwas "dürftig" sind im Gegensatz zu D und da ist mir die Idee gekommen das ganze doch mal etwas zu "verfeinern".

Zumal wenns läuft,- und das weiß ich von D- hat man bald 2 oder 3 Hendl und Haxn-Stände mit entsprechendem Personal und muß sich dann nur noch auf die Logistik konzentrieren :mrgreen:

Aber wie heißt es so schön... erstens läuft es anders und zweitens als man denkt. :bowler:
Um Erfolgreich zu sein, muß man mehr tun als nötig;- und das ständig.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von goteborgcity »

Hallo Richard,

Hufschmiede sind gefragt hier und da rede ich jetzt nicht nur von Göteborg und Umgebung. Habe bei der letzten Pferdemesse hier mit einem der Ausbilder diskutiert und mir die Technik des Beschlagens genauer angesehen. Ich wusste vorher gar nicht wie aufwendig das ist und wieviel man dafür wissen muss. Im Ernst, das ist hier viel besser als ein Hähnchenstand.

Am Rande: Hier in der Markthalle bekommt man Leberkäse nach bayerischem Rezept. Na ja, geht nicht sehr gut und schmeckt auch so wie er heisst, eben nach und nicht wie ...

@nordsüchtig

Familjen ist einer der guten Tipps für günstiges sehr gutes Essen in Göteborg. Boman in der stora saluhallen hat leider nur am Tage auf, ist aber ebenfalls extrem gut und preiswert. Brygghuset gibt es noch, hat aber den Besitzer gewechselt und auch das Angebot. Die neuen Besitzer setzen mehr auf Konferenzhotel. Falls Du brewhouse meinst (klingt ja ähnlich), so gibt es dort zwar ein günstiges lunchrestaurang, aber die Spezialisierung liegt bei Hilfen (auch finanziellen) und Büros für neue Firmen.
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Häxa
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Häxa »

richadrichy hat geschrieben:...In meinem Fall ist es ja so, daß ich erstmal in meinem jetzigen Beruf (Hufschmied) weitermachen werde... das kann ich...
Ich habe mich ja auf Deiner Seite umgeschaut und mich wirklich gefragt, was Du denn mit "ner Pommesbude" am Hut hast. Wenn ich mich hier (und hier ist jetzt wirklich sehr ländlich in S) umsehe, dann könntest Du Dich wahrscheinlich ordentlich austoben. Hier stehen Pferde und Pfernde und Pferde auf den Weiden und Koppeln. Ganz ehrlich "Schuster bleib bei Deinen Leisten!" und damit fährst Du hier wahrscheinlich sogar ziemlich gut.


Und eins noch mal an "nordsüchtig" und "goteborgcity":
nordsüchtig hat geschrieben:Aber zu dem Beginn dieses Threads … mit Haxen und Kartoffelsalat hat unser Meinungsaustausch nichts mehr zu tun. Und dem Fragesteller haben wir damit auch nicht wirklich weitergeholfen.
Die Einsicht kam zwar spät - aber sie kam! :thumbsup:
Hej då
Häxa
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richadrichy
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von richadrichy »

Jaja ich weiß ja, als Hufschmied kann ich mir in Schweden ne goldene Nase verdienen... und ich werd das ja auch erstmal weiterhin so machen... aber... irgendwie zieht es mich schon immer in die Gastroecke... vielleicht weil ich einfach selber verdammt gut koche, verdammt gern und Gutes esse, verdammt gutes Bier braue und eigentlich auch weiß was den Leuten so schmeckt... naja und in Schweden irgendwie die bayerische Küche etablieren möchte... laßt es ein "Hirngespinnst" sein,- aber das spinnt schon seit längerem in meinem Hirn rum.. :pfeif:

Aber wenigstens weiß ich jetzt - dank eurer Hilfe - um einiges mehr darüber, wie die schwedische Gesellschaft und die Obrigkeit so tickt,- hat mir jedenfalls sehr weitergeholfen. :superok:
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von barschfilet »

Vielleicht mal einige Gedanken von mir, wie es in einen Kaffee oder Restaurant mit dem Alkoholverkauf abläuft?
Ich kenne das von meinen Freunden in Bunn.
Hat man ein Kaffee oder auch ein Restaurant, so muß man für den Ausschank von Alkohol erst einmal einen gewissen Obelus an das Finanzamt zahlen. Es war vor 3 Jahren 5.000 Kronen. So konnte ich für ein halbes Jahr Alkohol ausschenken. Nur zu welchen Konditionen. Ein 0.33 Öl mit 5.2 Prozent kostete mich als Gast dann im besagten Kaffee
45 Kronen. Den gleichen Preis mußte ich dann auch für einen Schnaps 0.2 im Glas bezahlen.
Also kaufe ich mein Öl in der Systembolaget, wo ich aber immer noch für das billigste Öl (0.5 Liter) 10.90 Kronen bezahle. So lohnt es sich eigentlich nicht, sein Öl in einen Kaffee zu kaufen oder auch einen Schnaps. Deswegen bringt man auch seinen Schnaps von zu Hause mit. Man schließt sich zusammen, kauft eine Flasche Schnaps und füllt dann aus der Flasche, die man von zu Hause mitgebracht hat, allzeit die Schnapsgläser wieder voll.
Es sind also kleine Dinge, die man Kennenlernen muß und die man Wissen sollte?
Barschfilet
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von jmsprivat »

Es kann doch so einfach sein

ob ich " Deutsche Waren " in Schweden verkaufen darf hängt nicht von dem Willen schwedischer Behörden ab! Es gibt die EU-Dienstleistungsrichtline an der sich auch schwedische Behörden halten müßen ....hier der link :

http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie ... sgrundlage

Nach dieser ist die Beschränkung des freien Waren und Dienstleistungsverkehrs innerhalb der EU-Staaten untersagt .
Was den Verkauf von Alkohol nur in staatlichen Verkaufstellen betrifft ,ist dazu anzumerken , daß es bereits Bestrebungen seitens der EU in Brüssel gibt dies Schweden zu untersagen , da dies einen Verstoß gegen geltendes EU-Recht darstellt.

soviel dazu ....in Umea an der Statiol Tanke gibt es Thüringer Bratwürste und deutsche Semmel .....

und ab Frühjar 2011 einen Deutschen " Hausmetzger und einen Deutschen Bäcker und Koditor " in Västerbotten .....


Grüßle :bowler:
Zuletzt geändert von jmsprivat am 19. Dezember 2010 12:33, insgesamt 1-mal geändert.
Joerg-Michael
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Und warum soll man sich nicht an die Gesetze halten die hier gelten?

Laut Gesetzt ist es verboten, den in D gekauften alkohol hier zu verkaufen bei Privatpersonen. Und noch schlimmer ist es den in Gaststätten an Gäste zu verkaufen.

Ich mag auch nicht jedes Gesetz hier aber das gibt mir ja noch lange nicht das Recht die zu brechen.
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von jmsprivat »

@ Framsidan

es geht nicht um die Umgehung von Gesetzen ....sondern um die Einhaltung des EU-Rechts..... als Privatperson darf ich " Alkohol für den eigenen Bedarf " mit nehmen wenn dieser für private Feiern bestimmt ist . Wie oft ich private Partys geben unterliegt keinerlei Vorschrift .....und wenn meine " Gäste " für das Essen bei der " Party " mehr bezahlen und dabei der Wein umsonst ist ...wer will mir da was vorschreiben ....

oder irre ich mich da ?


Grüßle :bowler:
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Framsidan »

Klar dass du den Alkohl für deinen privaten Gebrauch mitnehmen darfst

Aber nicht verkaufen. Dafür gibt es das Monopol hier, mit der Genehmigung von der Eu
Norrfan
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Norrfan »

Hallo, es gibt recht eindeutige Definitionen des Begriffs "privater Gebrauch", vor allem in Bezug auf Alkohol. Wenn Du von Deinen Partygästen Geld nimmst für die Teilnahme an der Party, betreibst Du dies gewerbsmäßig und nicht privat, dann interessiert es niemanden,wofür nun gerade dieser Betrag gedacht war. Ich wäre insgesamt also mit solcher Verfahrensweise sehr vorsichtig, skatteverket versteht da keinen Spaß. Die Gerichte haben übrigens ziemlich genaue Vorstellugen davon, welche Mengen an alkoholischen Getränken als privater Gebrauch deklariert werden können.
Gruß Norrfan
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von jmsprivat »

hej ,

das war nur ein " Beispiel " ...und nicht zum Nachmachen gedacht ....
die Freimengen pro Person die nach S mitgebracht werden dürfen
stehen ja auf diversen Inernnetseiten .....


und was der Einzelne mit diesen Info´s macht ist seine Sache ....


und noch eines , ich finde es gut daß Alkohol in staatlichen Stellen
verkauft wird ,

Grüßle
Joerg-Michael
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irni
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von irni »

Nochmals zurück zum Anfang!
Als Einwanderer gehen mir gewisse Lebensmittel wirklich ab. Ein richtiges Schwarzbrot, frisches Sauerkraut, Mohn, Wurstwaren verschiedenster Sorten,.....ich kann die Liste lang machen. Ich kenne auch eine Reihe Einwanderer und auch Schweden, die solche Produkte kaufen würden. Aber um deine Idee umsetzen zu können reicht es nicht eine Handvoll Kunden zu haben. Wenn man hier schon Probleme hat ein Lebensmittelgeschäft zu betreiben, wenn im Ort 2000 Seelen wohnen, kannst du dir ja vorstellen was für ein Einzugsgebiet du brauchst für einen Spezialitätenladen.
Hier gilt es wirklich sich ordentlich zu informieren, welche Auflagen man erfüllen muss, was alles kostet (vergiss nicht, dass du ja selbst auch was verdienen willst und, dass du mit grösster Wahrscheinlichkein Leute anstellen musst). Hält deine Geschäftsidee?

Ich bin jedenfalls der erste, der bei dir vorbeischaut und einkauft oder isst, falls ich Wege in die Richtung habe. Aber leider wohne ich etwas weit weg und auch wenn ich näher hätte würden deine Waren nur eine willkommene Ergänzung zu meinem ansonsten recht gewöhnlichen, schwedischen Speiseplan sein.
Ich mag nämlich schwedische Hausmannskost und würde nicht auf, in meinem Fall, österreichische Hausmannskost umstellen. Ob Gulasch oder Kalops, ob Fleischlaberl oder Köttbullar, ob Weihnachtschinken oder Surbraten, ich esse alles gleichgern, bin also meiner alten Heimat zumindest beim Essen nicht unbedingt treu.

Falls du deine Idee verwirklichst musst du dir bewusst sein, dass du eben nur ein neuer Anbieter unter vielen bist. Die Konkurrenz ist beinhart!

Aber für eine Leberkässemmel oder eine Burenhaut mit Estragonsenf könnte zumindest ich schon einiges in Kauf nehmen. Ich zweifle aber daran, dass du davon leben könntest!

Viel Glück bei deinen Nachforschungen
/irni
Irene
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Irene »

jmsprivat hat geschrieben:hej ,

das war nur ein " Beispiel " ...und nicht zum Nachmachen gedacht ....
die Freimengen pro Person die nach S mitgebracht werden dürfen
stehen ja auf diversen Inernnetseiten .....


und was der Einzelne mit diesen Info´s macht ist seine Sache ....


und noch eines , ich finde es gut daß Alkohol in staatlichen Stellen
verkauft wird ,


Grüßle
[/quote]Es kann doch so einfach sein

ob ich " Deutsche Waren " in Schweden verkaufen darf hängt nicht von dem Willen schwedischer Behörden ab! Es gibt die EU-Dienstleistungsrichtline an der sich auch schwedische Behörden halten müßen ....hier der link :

http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie ... sgrundlage

Nach dieser ist die Beschränkung des freien Waren und Dienstleistungsverkehrs innerhalb der EU-Staaten untersagt .
Was den Verkauf von Alkohol nur in staatlichen Verkaufstellen betrifft ,ist dazu anzumerken , daß es bereits Bestrebungen seitens der EU in Brüssel gibt dies Schweden zu untersagen , da dies einen Verstoß gegen geltendes EU-Recht darstellt. [/quote]


jms .... du wiedersprichst dich aber auch ganz gewaltig
erst der Artikel ueber Dienstleistungen im Binnenmarkt und dass man den schweden bald untersagt staatliche Verkaufsstellen zu haben
und im nächsten Augenblick findest du es ok mit dem staatlichen Verkauf
also halllooooooo gehts noch?
jmsprivat
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von jmsprivat »

@ Irene

das wiederspricht sich nicht ...das erste war eine reine Information ...und das Zweite ist meine persönliche Meinung ( ich selbst trinke fast keinen Alkohol - zu sagen gar keinen wäre falsch da ich ab und an ein Gläschen Rotwein trinke , so an Weihnachten oder zu besonderen Festen oder ihn zum Kochen benutze ) und eine eigene Meinung dazu darf ich doch noch haben oder ?

Und Schweden ist keine Insel der Glückseeligen , sondern ein Teil des EU-Binnen-marktes und da gelten die Regeln der EU...und wenn Schweden dagegen verstößt dann kommt es eben zu Prozessen vor dem EU-Gerichtshof ...und nur desshalb kam es auch zu meinem Beitrag .....


Grüßle
Joerg-Michael
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von jmsprivat »

@richardrichy

schau Dir doch das mal an ....http://moessle.sztec.de/(w03muq35kodpxa ... arget=Home

und das durchlesen :

http://www.beilagen.augsburger-allgemei ... BCller.pdf

evtl ist dort eine Partenerschaft möglich ....fragen kostet ja nix..oder?

Grüßle
:bowler:
Joerg-Michael
Fjällkompis
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Re: Alkoholverkauf

Beitrag von Fjällkompis »

Muss eigemntlich die ganze Welt mit Thüringer Bratwürsten und bayrischem Bier missioniert werden? Muss wirklich die ganze Menschheit zu biersaufenden Wurstfressern umerzogen werden? Am deutschen Wesen soll die Welt genesen ... Na schönen Dank auch! Ich kann gerne drauf verzichten.

Mahlzeit!

Fjällkompis
Da rief die Sonne: Meine Zeit ist vorüber ...
Da floh auch ich in mein festes Haus ...
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