Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Antworten
Karsten
Site Admin
Beiträge: 14542
Registriert: 9. Juni 2008 00:52
Wohnort: Lübeck
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 56 Mal

Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Karsten »

Die deutsche Nachkriegsgeschichte dreht sich bis zum heutigen Tag zu großen Teilen um den Mythos der Trümmerfrauen, um Kriegsgefangenschaft und Heimkehrer sowie um das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre. Dass vor allem viele Frauen das Elend im Nachkriegsdeutschland dieser Zeit hinter sich ließen und in Schweden ihr Glück suchten, ist ein weitgehend in Vergessenheit geratenes Kapitel der Geschichte. In einer neuen Forschungsarbeit hat sich nun Emma Strollo von der Universität Linköping dem Schicksal dieser deutschen Auswanderer nach Schweden angenommen.

(Quelle: Radio Schweden)

Weiterlesen:

http://sverigesradio.se/sida/artikel.as ... el=5568417


Viele weitere Nachrichten aus Schweden:

http://www.schwedenstube.de/category/sc ... achrichten
Advertisement
annie
Beiträge: 465
Registriert: 17. Juli 2011 19:41
Wohnort: Skaraborg
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 57 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von annie »

Moin,

wir haben einige von ihnen kennen lernen duerfen in unseren Torg-Jahren.
Gerne haben wir uns viele Male mit einem Ehepaar aus vormals östereichischen Gebieten getroffen, unterhalten und gemuetliche Stunden verbracht.
Es waren nicht nur Frauen/Mädchen die als Arbeitskräfte in schwedische Fabriken geholt wurden.
In Europa war die Infrastruktur zerstört, in den pseudoneutralen Ländern nicht. Es wurde zum Aufbau in den zerstörten Ländern alles benötigt- welch ein Absatzmarkt.
Den deutschen Zuwanderen der damaligen Zeit wurde deutlich gezeigt, dass sie Kriegsverlierer waren. Vorbei war die schwedische Symphatie fuer die "Germanischen Brueder", das war nun nicht mehr zeitgemäss.

Andreas
Speedy
Beiträge: 340
Registriert: 4. November 2010 11:31
Wohnort: Älvsered/Schweden
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Speedy »

das ist auch heute nicht mehr zeitgemäss. Zumíndestens wird man leider immer wieder so behandelt. Was willst Du in Schweden. Bist Du schwedischer Staatsbuerger? Nicht, na dann bekommst Du auch keine Leistungen.

Ich möchte eigentlich keine Kommentare hören, ich habe genug fuer heute, also Frust hoch drei

Speedy
vinbergssnäcka
Beiträge: 949
Registriert: 3. September 2012 11:52
Wohnort: Skruv / Schweden
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Speedy hat geschrieben:das ist auch heute nicht mehr zeitgemäss. Zumíndestens wird man leider immer wieder so behandelt. Was willst Du in Schweden. Bist Du schwedischer Staatsbuerger? Nicht, na dann bekommst Du auch keine Leistungen.

Ich möchte eigentlich keine Kommentare hören, ich habe genug fuer heute, also Frust hoch drei

Speedy
ich habe sowas noch nie gehört, verstehe das nicht! Du scheinst da ja irgendwie auf einem anderen Planeten zu leben, extrem Fremdenfeindlich? Deutschfeindlich? tut mir leid um Dich, an Deiner Stelle würde ich vielleicht nachdenken, umzuziehen..ich meine das Ernst...alles Gute. :?
liebe Grüsse

Heike

meine Homepage: www.figeholm.jimdo.com
Speedy
Beiträge: 340
Registriert: 4. November 2010 11:31
Wohnort: Älvsered/Schweden
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Speedy »

...ja aber das ist ja leider die Realität, Auch wenn ihr "Schwedenfreunde" das nicht einsehen wollt . So passiert ungefähr 3 mal und da hilft dann Auch der schwedische mann nicht. Heike die Realität ist oft sehr nahe Auch wenn Du sie nicht mitbekommst. Und verschon mich mit den Kommentaren ich soll umziehen. Das Du es Ernst meinst weiss ich wohl und nicht nur aus diesem Forum.
annie
Beiträge: 465
Registriert: 17. Juli 2011 19:41
Wohnort: Skaraborg
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 57 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von annie »

Moin,

ich kenne Speedy und weiss, dass sie nicht spinnt.
Wer in Schweden lebt und noch nicht auf Fremdenfeindlichkeit gestossen ist, lebt in seiner kleinen Pippiwelt.
Es gibt Situationen, Umstände, Tatsachen, die sind so unglaubwuerdig aber leider wahr.
Das ganze hätte genauso in Deutschland spielen können. Ich nenne das Behördenterror, Behördenwillkuer.
Einen davon Betroffenen sollte man mit schlauen Ratschlägen verschonen. Wenn man es nicht glauben will, kann man ja auch kommentarlos seine Klappe halten.

Andreas
Benutzeravatar
Lukä
Beiträge: 1229
Registriert: 10. April 2009 18:04
Wohnort: Tornedalen
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 93 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Lukä »

Ich glaube, so hat Heike das gar nicht gemeint, das ist dann wohl ein bisschen falsch angekommen. Vielleicht sollte man dafür auch einen neuen Thread aufmachen, denn diese Diskussion geht ein bisschen am eigentlichen vorbei.
Hälsningar Luki



"Mit Hand, Herz und Verstand"
Speedy
Beiträge: 340
Registriert: 4. November 2010 11:31
Wohnort: Älvsered/Schweden
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Speedy »

ok gerne......
annie
Beiträge: 465
Registriert: 17. Juli 2011 19:41
Wohnort: Skaraborg
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 57 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von annie »

Moin Lukä,

dann fang mal gleich mit gutem Beispiel an und schreibe was zum Eigentlichen!

Gruss Andreas
Benutzeravatar
Lukä
Beiträge: 1229
Registriert: 10. April 2009 18:04
Wohnort: Tornedalen
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 93 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Lukä »

Mach ich. Ich habe heute einen alten Einwanderer kennengelernt, der 1950 nach Schweden ausgewandert ist. Er war/ist Zahnarzt und wir haben uns ganz angeregt unterhalten. Nun ist er fast 90 Jahre alt. Ach ja, und er hat nie die schwedische Staatsbürgerschaft angenommen.
Hälsningar Luki



"Mit Hand, Herz und Verstand"
vinbergssnäcka
Beiträge: 949
Registriert: 3. September 2012 11:52
Wohnort: Skruv / Schweden
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

hmm,ich kenne mehrere von den Auswanderern, die also direkt nach dem Krieg hier hoch gekommen sind. Und auch welche, die immer noch die deutsche Staatsbürgerschaft haben (und nicht die schwedische), obwohl sie vielleicht nur einige Wochen im "richtigen Deutschland" gelebt haben. Von denen, die ich kenne/kannte (weil einige leben heute nicht mehr) kamen alle aus Gebieten, wie den baltischen Staaten oder eben den Sudeten...sie standen ja auch in Deutschland da, ohne alles und heimatlos. Da war sicher der Neuanfang in einem anderen Land eine grosse Chance.
liebe Grüsse

Heike

meine Homepage: www.figeholm.jimdo.com
annie
Beiträge: 465
Registriert: 17. Juli 2011 19:41
Wohnort: Skaraborg
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 57 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von annie »

Moin,

Ich denke bei vielen ging es ums nackte Ueberleben, nicht um einen Neuanfang im heutigen Sinne.
Da nahm man auch Diskreminierung in Kauf, wie viele Einwanderer in Europa heute.
Die Nachkriegseinwanderer die wir kennen lernten, waren offen und haderten nicht mit ihrem Leben.
Es war die Kriegsgeneration, deren Erlebnisse fuer uns heute schwer nachvollziehbar sind.
Es gab auch reichlich Schweden, die nach Kriegsende "unerwuenscht" waren- die sogenannten Kriegsgewinnler.
Der Vater eines guten Freundes von uns (leider verstorben) wurde dazu abgestempelt. Er hatte in Borås eine kleine Textilbude.
In Borås wurden in der Zeit auch Wehrmachtsuniformen gefertigt und er war Zulieferer.
Das ist jedoch Geschichte- wie die vergessenen deutschen Einwanderer.

Andreas
Benutzeravatar
Grizzly2
Beiträge: 1457
Registriert: 20. März 2010 11:48
Wohnort: Norderstedt bei Hamburg
Hat sich bedankt: 178 Mal
Danksagung erhalten: 111 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Grizzly2 »

Meine jetzt 92jährige Tante ist, als gelernte Krankenschwester, ebenfalls Anfang der 50er als Familienhelferin nach Schweden gegangen. Hat das schwedische Krankenpflegeexamen nachgeholt und war zuletzt Chefin der Krankenpflegeschule in Borås. Ist schon Jahrzehnte schwedische Staatsbürgerin und spricht mit mir manchmal Deutsch und Schwedisch durcheinander.
annie
Beiträge: 465
Registriert: 17. Juli 2011 19:41
Wohnort: Skaraborg
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 57 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von annie »

Moin,

die Nachkriegseinwanderer, die wir trafen, waren alle Svensk Medborgare.
Ich werde nie einen vergessen- Ede. Als junger Kerl(17) in einer Eliteeinheit und nach Zusammenbruch nach Schweden.
Er hat sich in einer bekannten Fabrik zum Gewerkschaftsfunktionär entwickelt und war fuer mich ein absoluter Mensch.
Er hat nie ein schlechtes Wort ueber Schweden von sich gegeben.
Ein anderer, damals bereits ueber 80 Jahre alt, sah das ganz anders.
Er fragte mich, wie ich Schweden finde. Na schön, wie sollte die Antwort anders lauten(1998)
Er antwortete, Schweden ist schön. Aber ohne die Schweden( ich schreibe hier nicht weiter)

Andreas
maggan
Beiträge: 2591
Registriert: 24. November 2009 22:07
Wohnort: Hessen
Hat sich bedankt: 21 Mal
Danksagung erhalten: 22 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von maggan »

Grizzly2 hat geschrieben:.... und spricht mit mir manchmal Deutsch und Schwedisch durcheinander.
Das kenne ich auch, wie z.B. "ich muss mal ein bißchen "bantan"....
Besser als Jahre der Unwissenheit ist ein Tag der Einsicht
Framsidan
Beiträge: 2606
Registriert: 12. Januar 2009 16:20
Wohnort: vackra västkusten
Hat sich bedankt: 21 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von Framsidan »

maggan hat geschrieben:
Grizzly2 hat geschrieben:.... und spricht mit mir manchmal Deutsch und Schwedisch durcheinander.
Das kenne ich auch, wie z.B. "ich muss mal ein bißchen "bantan"....
Ich mische auch fleissig und wenn mich dann grosse Augen anschauen dann weiss ich dass ich was verkehrtes gesagt habe. ;)

Vor ca 2 Jahren rief mich ein älterer Herr an , Österreicher, der auch schon viele Jahre in Schweden gewohnt hat. Wir plauderten lange aber hinterher meinte GG wir hätten einen richtigen "Kauderwelsch" gesprochen.

Bayrisch, Österreichisch 7und schwedischyn gemischt :D
knuut
Beiträge: 6
Registriert: 20. November 2012 18:15
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Die vergessenen deutschen Einwanderer in Schweden

Beitrag von knuut »

annie hat geschrieben:"Germanischen Brueder"
ich blicke da einfach nicht durch. Überall gibt es solche Mythen: slawische Brüder, moslemische Brüder, schwarze Brüder usw.
Aber es gibt wohl innerhalb jeder "Bruderschaft" wieder Untergruppen, zu der der eine oder andere dann nicht gehört. Warum sonst kommt es sooft vor, daß gleiche aufeinander losgehen. Aktuell ständig im islamischen Bereich, selbst in dem ukrainischen Streit geht es doch auch stark um pro Polen oder pro Russen.
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste