Ausländerfeindlich?
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philantrop
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Ausländerfeindlich?
Guten Morgen,
Ein Menschenfreund wird auch als Philantrop bezeichnet.Oder ist es umgekehrt? Mit diesem Namen möchte ich mich kurz vorstellen: 1952 war ich als kolhuggare für die Höganäs AB in Schweden tätig, um mir
"vor Ort" schwedische Sprachkenntnisse für meinen Beruf als Schiffsmakler anzueignen.Für eine Gehaltsaufbesserung in Deutchland habe ich in den nächsten 3 Jahren in Lübeck und Hamburg Stadtführungen für schwedische Reisegruppen durchgeführt.Ich würde mich daher auch über eine sehr lebhafte Reaktion aus "jüngeren Kreisen" freuen, wenn ich auf diesem Wege versuche, meine schwedischen Sprachkenntnisse vom "ehemaligen Linksverkehr" auch im Schriftverkehr auf den "rechten" Weg zu bringen. Meine Eingangsfrage wäre: Obwohl wir als Deutsche in den ersten Nachkriegsjahren keine gute Presse in Schweden hatten, wurden wir von der Bevölkerung nicht diskriminiert. Selbst der einfache schwedische Grubenarbeiter war den Deutschen gegenüber immer sehr hilfsbereit. Da wir hier in Deutschland glauben, ein "Ausländerproblem" zu haben, würde mich einmal interessieren,ob sich die Einstellung "der Schweden" zum Ausländer von 1952 bis heute geändert hat oder ob "wir Deutschen" vielleicht auf diesem Gebiet etwas der Nachhilfe bedürfen. Du får gärna skriva på svenska. Tack ska du ha. MvH philantrop
Ein Menschenfreund wird auch als Philantrop bezeichnet.Oder ist es umgekehrt? Mit diesem Namen möchte ich mich kurz vorstellen: 1952 war ich als kolhuggare für die Höganäs AB in Schweden tätig, um mir
"vor Ort" schwedische Sprachkenntnisse für meinen Beruf als Schiffsmakler anzueignen.Für eine Gehaltsaufbesserung in Deutchland habe ich in den nächsten 3 Jahren in Lübeck und Hamburg Stadtführungen für schwedische Reisegruppen durchgeführt.Ich würde mich daher auch über eine sehr lebhafte Reaktion aus "jüngeren Kreisen" freuen, wenn ich auf diesem Wege versuche, meine schwedischen Sprachkenntnisse vom "ehemaligen Linksverkehr" auch im Schriftverkehr auf den "rechten" Weg zu bringen. Meine Eingangsfrage wäre: Obwohl wir als Deutsche in den ersten Nachkriegsjahren keine gute Presse in Schweden hatten, wurden wir von der Bevölkerung nicht diskriminiert. Selbst der einfache schwedische Grubenarbeiter war den Deutschen gegenüber immer sehr hilfsbereit. Da wir hier in Deutschland glauben, ein "Ausländerproblem" zu haben, würde mich einmal interessieren,ob sich die Einstellung "der Schweden" zum Ausländer von 1952 bis heute geändert hat oder ob "wir Deutschen" vielleicht auf diesem Gebiet etwas der Nachhilfe bedürfen. Du får gärna skriva på svenska. Tack ska du ha. MvH philantrop
Zuletzt geändert von philantrop am 2. März 2010 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Ausländerfeindlich?
Hej och välkommen !
Schreibe auf Deutsch, geht schneller und ich kann mich bei diesem - heiklen - Thema genauer ausdrücken.
Lebe seit ca. 3 Jahren in SWE - habe fast ausschliesslich nur schwedische Freunde. Ausländerfeindlichkeit gibt es natürliche auch in SWE. Wie überall anders auch spürt man in der Gesellschaft 2 Dinge recht deutlich:
- Ausländer ist nicht gleich Ausländer (gibt da 1. Klasse, 2. Klasse und so weiter)
- sind die Zeiten schwerer, so kommen doch die Standard Floskeln der "Übervölkerung" schnell mal auf den Tisch.
Insgesamt - das Thema ist zu komplex für ein Forum - würde ich sagen: Ausländer"feindlichkeit" ist eng mit dem Bildungsstand der Einheimischen und Ausländern, kulturellen Gemeinsamkeiten/Nähe der Völker und sozialer Sicherheit des Einzelnen verknüpft.
Ich habe da schon vor Jahren aufgehört über Unterschiede zu diskutieren
- es gibt einfach A****löcher und keine A****löcher
- das hat für mich mit gesundem Menschenverstand und Charakter zu tun, nicht mit Hautfarbe oder Herkunft!
Cheers, der Brelinger
Schreibe auf Deutsch, geht schneller und ich kann mich bei diesem - heiklen - Thema genauer ausdrücken.
Lebe seit ca. 3 Jahren in SWE - habe fast ausschliesslich nur schwedische Freunde. Ausländerfeindlichkeit gibt es natürliche auch in SWE. Wie überall anders auch spürt man in der Gesellschaft 2 Dinge recht deutlich:
- Ausländer ist nicht gleich Ausländer (gibt da 1. Klasse, 2. Klasse und so weiter)
- sind die Zeiten schwerer, so kommen doch die Standard Floskeln der "Übervölkerung" schnell mal auf den Tisch.
Insgesamt - das Thema ist zu komplex für ein Forum - würde ich sagen: Ausländer"feindlichkeit" ist eng mit dem Bildungsstand der Einheimischen und Ausländern, kulturellen Gemeinsamkeiten/Nähe der Völker und sozialer Sicherheit des Einzelnen verknüpft.
Ich habe da schon vor Jahren aufgehört über Unterschiede zu diskutieren
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
Hej, ich habe von keinem Deutschen in Schweden jemals etwas über wie auch immer geartete Äußerungen von Ausländerfeindlichkeit gehört. Viele Schweden verweisen selbst auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Schweden. Beide Länder haben ja nun mal eine lange gemeinsame Geschichte (deutscher Einfluss auf die Sprache, deutsche Einwanderer im Mittelalter, die Hanse, deutsche Adlige auf dem schwedischen Thron, Königin Silvia und die schwedische Kolaboration mit Deutschland im Zweiten Weltkrieg...) Dass es in Schweden extrem ausländerfeindliche Rechtsextremisten gibt, ist kein Geheimnis. Aber deren Xenophobie richtet sich wohl vorwiegend gegen Ausländer, denen man es auch ansieht, dass sie ihre Wurzeln nicht in Schweden haben. Dieser rassistische Ausländerhass gründet mitunter auf einer nordisch-völkischen Rassenideologie und da passen die Deutschen als Feindbild nicht so recht rein, denn auf diesem Gebiet haben wir (bzw. unsere Großeltern) "Leistungen" erbracht, die uns (hoffentlich) keiner nachmacht. Dass es heute Nazis in Skandinavien gibt, die bekennende Hitler-Fans sind ist auch nicht ganz neu. In diesem Zusammenhang ist auch das Phänomen des Antisemitismus erwähnenswert. Im übrigen: Auch in Schweden gab es mal Gesetze zur "Rassenhygiene" und die offene Sympathie großer Teile der Gesellschaft für Nazideutschland wollte dann nach dem Krieg keiner mehr wahrhaben, das gehört zu den verschwiegenen dunklen Seiten Schwedens. Aber mal abgesehen von diesem Detail der Geschichte und abgesehen von den ganz harten Nazis gibt es in Schweden natürlich auch alltäglichen Rassismus, den vor allem "ausländisch" aussehende Menschen zu spüren bekommen. Ich habe im Fernsehen mal eine Reportage gesehen: ein junger Afrikaner, der gerade in Stockholm angekommen war, wollte eine Wohnung mieten. Er konnte nur Englisch bzw. sein Schwedisch hat für diese Verhandlung nicht gereicht. Die Maklerin hat gesagt, dass hier schwedisch gesprochen wird. Sie hat eingeräumt, dass sie englisch kann und sich trotzdem geweigert, englisch zu sprechen. Vor laufender Kamera! Wenn das kein Rassismus ist, was dann? Warum sollte es in Schweden auch keinen Ausländerhass geben? Xenophobie ist eine - wenn auch schlechte - so doch zutiefst menschliche Sache. Die Aufklärung hat sich bemüht, aber Menschen sind nun mal Menschen. Den Hinweis auf den Zusammenhang zwischen "schlechten Zeiten" und Ausländerhass halte ich grundsätzlich für fragwürdig, denn kein normaler Mensch wird vom gutmütigen Nachbarn zum Ausländerhasser (um es mal zugespitzt zu formulieren), nur weil in Trollhättan gerade mal Pause ist mit Reichwerden. So einfach ist das nicht. Die Schweden sind sich ihres Wohlstands sehr bewusst und die Tendenz, den Rest der Welt für unterentwickelt und primitiv zu halten ist in Schweden weit verbreitet. Ausländerfeindlichkeit ist ein allen Gesellschaften innewohnendes Phänomen, das u.a. abhängig von der Kultur der Selbstkontrolle und vom Grad des zivilisatorischen Entwicklungsstandes unterschiedlich deutlich in Erscheinung tritt. Und vor diesem Hintergrund wäre es sicher falsch, Schweden als ausländerfeindliches Land zu bezeichnen.
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Da floh auch ich in mein festes Haus ...
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philantrop
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Re: Ausländerfeindlich?
Guten Tag, Fjällkompis,
Deine ausführiche Beschreibung zum Thema Ausländerfeindlichkeit zeigt mir, mit welcher Vielfalt so ein Beitrag behandelt werden kann. Vielen Dank.
Eine Begründung möchte ich jedoch nicht widespruchslos hinnehmen: Ausländerfeindlichkeit ist ein in allen Gesellschaften innewohnendes Phänomen, das u.a. von der Kultur, der Selbstkontrolle und vom Grad des zivilisatorischen Entwicklungsstandes unterschiedlich deutlich in Erscheinung tritt.
Obwohl ich Deutschland durchaus als zivilistorisch hoch entwickeltes Land einstufe, suche ich bis heute nach einer Erklärung für die Verhaltensweise der "Intelligenz" vor 1945.
Die "primitiven" Menschen erhalten doch die Anweisungen zur Durchführung von "intelligenten" Führungskräften.
Aus diesem Grunde bin ich immer wieder für Menschen dankbar, welche für ihre eigenen Ideale selbst ihre Existenz aufs Spiel setzen.
Und dieser Einsatz beginnt bereits in der öffentlichen Diskussion.
Der philantrop dankt dem Fjällkompis
Deine ausführiche Beschreibung zum Thema Ausländerfeindlichkeit zeigt mir, mit welcher Vielfalt so ein Beitrag behandelt werden kann. Vielen Dank.
Eine Begründung möchte ich jedoch nicht widespruchslos hinnehmen: Ausländerfeindlichkeit ist ein in allen Gesellschaften innewohnendes Phänomen, das u.a. von der Kultur, der Selbstkontrolle und vom Grad des zivilisatorischen Entwicklungsstandes unterschiedlich deutlich in Erscheinung tritt.
Obwohl ich Deutschland durchaus als zivilistorisch hoch entwickeltes Land einstufe, suche ich bis heute nach einer Erklärung für die Verhaltensweise der "Intelligenz" vor 1945.
Die "primitiven" Menschen erhalten doch die Anweisungen zur Durchführung von "intelligenten" Führungskräften.
Aus diesem Grunde bin ich immer wieder für Menschen dankbar, welche für ihre eigenen Ideale selbst ihre Existenz aufs Spiel setzen.
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philantrop
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Re: Ausländerfeindlich?
Ralf, ich habe das Meinige getan, tun Sie das Ihre.wohni hat geschrieben:Hallo,
wie seid ihr denn drauf.
MfG Ralf
Habe mich gefreut. philantrop
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
@wohni/Ralf
Um es mal ganz einfach zu erklären: Wir führen hier einen kleinen landeskundlichen oder von mir aus soziologischen Diskurs. Es geht um das Thema Ausländerfeindlichkeit in Schweden. Alles klar? Danke für Dein Interesse!
@philantrop
Es gibt ein Missverständnis, das ich erstmal korrigieren möchte: nach "Kultur" hatte ich kein Komma gesetzt. Ich meinte tatsächlich "Kultur der Selbstkontrolle" - ein in Schweden hochentwickeltes Phänomen, man könnte es auch Konfliktvermeidung nennen. Der Ausbruch von Ausländerhass hat auch nichts mit dem kulturellen Entwicklungsstand im traditionellen Verständnis zu tun. Wenn es so wäre hätte es in Deutschland niemals so etwas wie den Holocaust geben dürfen. Die große Bestürzung, dass so etwas im Land der Dichter und Denker möglich war, hat ja auch zur Erklärung nicht gerade beigetragen. Mit der Suche nach Erklärungen für den Holocaust haben sich ganze Historikergenerationen beschäftigt. Daniel Goldhagen ("Hitlers willige Vollstrecker") hat in den 90ern eine Interpretation vorgelegt, der ich folge. Ich will und kann das jetzt hier nicht referieren. Zurück nach Schweden: 1. Zehntausende Menschen haben Unterschriften für das Bleiberecht schwer traumatisierter tschetschenischer Flüchtlingskinder gesammelt, das Asylrecht wurde geändert. 2. Anfang der 90er haben sich in den großen Städten Szenen abgespielt, die wir auch aus Deutschland kennen (Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda...): Jagd auf Ausländer. Schweden war damals in einer schweren Krise, rechte Demagogen haben das ausgenutzt. Trotzdem, ich bleibe dabei: Jede Gesellschaft hat immanente Phänomene und dazu gehört (mehr oder weniger latente) Ausländerfeindlichkeit. Niemand wird über Nacht vom zivilisierten Normalbürger zum prügelnden Mob. Das hätten die Nazis nie geschafft: ein ganzes Volk zu Mördern zu erziehen, wenn nicht die Grundlage für die Mord- und Folterlust bereits da gewesen wäre. Die deutschen Polizeibattallione in Polen haben die Juden eifrig ermordet und brutal gefoltert, mehr als ihre Befehlshaber verlangt haben! Das waren ganz normale Polizisten und keine Nazis und die hatten auch keinen Befehlsnotstand. Goldhagen belegt und begründet das sehr ausführlich. Das führt alles ein bisschen weit. Zurück nach Schweden: Seit 600/700 Jahren Einwanderungsland (Deutsche, Finnen, Balten etc.)! Wer hier einwandert wird auch so genannt - nämlich "Einwanderer". Ich hab die Zahl nicht aber ich schätze 1 Millionen sind Einwanderer (von 9 Millionen). Die Gesellschaft hält das aus, es gibt darüber einen allgemeinen Konsens. Ja, es gibt Rassismus, es gibt Hardcore-Nazis und es gab (teils sehr brutale) Übergriffe bis zum Mord. Aber trotzdem: Wir reden hier nicht über Ruanda oder das ehemalige Jugoslawien! Schweden ist immer noch eine offene Gesellschaft, in der Toleranz und Humanität zu den Grundlagen des Selbstverständnisses gehören - wie in Deutschland übrigens auch!
Grüße!
kompisen
P.S. Wie nennt man das hier? Zutexten, oder?
Um es mal ganz einfach zu erklären: Wir führen hier einen kleinen landeskundlichen oder von mir aus soziologischen Diskurs. Es geht um das Thema Ausländerfeindlichkeit in Schweden. Alles klar? Danke für Dein Interesse!
@philantrop
Es gibt ein Missverständnis, das ich erstmal korrigieren möchte: nach "Kultur" hatte ich kein Komma gesetzt. Ich meinte tatsächlich "Kultur der Selbstkontrolle" - ein in Schweden hochentwickeltes Phänomen, man könnte es auch Konfliktvermeidung nennen. Der Ausbruch von Ausländerhass hat auch nichts mit dem kulturellen Entwicklungsstand im traditionellen Verständnis zu tun. Wenn es so wäre hätte es in Deutschland niemals so etwas wie den Holocaust geben dürfen. Die große Bestürzung, dass so etwas im Land der Dichter und Denker möglich war, hat ja auch zur Erklärung nicht gerade beigetragen. Mit der Suche nach Erklärungen für den Holocaust haben sich ganze Historikergenerationen beschäftigt. Daniel Goldhagen ("Hitlers willige Vollstrecker") hat in den 90ern eine Interpretation vorgelegt, der ich folge. Ich will und kann das jetzt hier nicht referieren. Zurück nach Schweden: 1. Zehntausende Menschen haben Unterschriften für das Bleiberecht schwer traumatisierter tschetschenischer Flüchtlingskinder gesammelt, das Asylrecht wurde geändert. 2. Anfang der 90er haben sich in den großen Städten Szenen abgespielt, die wir auch aus Deutschland kennen (Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda...): Jagd auf Ausländer. Schweden war damals in einer schweren Krise, rechte Demagogen haben das ausgenutzt. Trotzdem, ich bleibe dabei: Jede Gesellschaft hat immanente Phänomene und dazu gehört (mehr oder weniger latente) Ausländerfeindlichkeit. Niemand wird über Nacht vom zivilisierten Normalbürger zum prügelnden Mob. Das hätten die Nazis nie geschafft: ein ganzes Volk zu Mördern zu erziehen, wenn nicht die Grundlage für die Mord- und Folterlust bereits da gewesen wäre. Die deutschen Polizeibattallione in Polen haben die Juden eifrig ermordet und brutal gefoltert, mehr als ihre Befehlshaber verlangt haben! Das waren ganz normale Polizisten und keine Nazis und die hatten auch keinen Befehlsnotstand. Goldhagen belegt und begründet das sehr ausführlich. Das führt alles ein bisschen weit. Zurück nach Schweden: Seit 600/700 Jahren Einwanderungsland (Deutsche, Finnen, Balten etc.)! Wer hier einwandert wird auch so genannt - nämlich "Einwanderer". Ich hab die Zahl nicht aber ich schätze 1 Millionen sind Einwanderer (von 9 Millionen). Die Gesellschaft hält das aus, es gibt darüber einen allgemeinen Konsens. Ja, es gibt Rassismus, es gibt Hardcore-Nazis und es gab (teils sehr brutale) Übergriffe bis zum Mord. Aber trotzdem: Wir reden hier nicht über Ruanda oder das ehemalige Jugoslawien! Schweden ist immer noch eine offene Gesellschaft, in der Toleranz und Humanität zu den Grundlagen des Selbstverständnisses gehören - wie in Deutschland übrigens auch!
Grüße!
kompisen
P.S. Wie nennt man das hier? Zutexten, oder?
Da rief die Sonne: Meine Zeit ist vorüber ...
Da floh auch ich in mein festes Haus ...
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Re: Ausländerfeindlich?
Hej Fjällkompis,
ich finde deine Ausführungen zu diesem Thema gut. In der schwedischen Literatur und in Filmen ist zum Thema Ausländerfeindlichkeit ja auch einiges zu lesen/zu sehen. In der eigenen Geschichte hat Schweden Rassismus auch mit den Samis praktiziert. Spricht man in Schweden das Thema "Samis" heute an, dann fallen die Antworten nicht ein jedem Fall besonders freundlich aus.
Gruß
Amarok
ich finde deine Ausführungen zu diesem Thema gut. In der schwedischen Literatur und in Filmen ist zum Thema Ausländerfeindlichkeit ja auch einiges zu lesen/zu sehen. In der eigenen Geschichte hat Schweden Rassismus auch mit den Samis praktiziert. Spricht man in Schweden das Thema "Samis" heute an, dann fallen die Antworten nicht ein jedem Fall besonders freundlich aus.
Gruß
Amarok
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutische Weisheit)
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"Spricht man in Schweden das Thema "Samis" heute an, dann fallen die Antworten nicht ein jedem Fall besonders freundlich aus."
Hallo, das ist wahr. Und man staunt, dass Leute, von denen man das nun gar nicht gedacht hätte, merkwürdige Ansichten in dieser Beziehung haben. Andererseits scheint es Konflikte zwischen Sami und "Schweden" zu geben, die sich dem Außenstehenden nicht so ohne weiteres erschließen. Manche Dinge verstehe ich nicht, zumal es mitunter über Andeutungen nicht hinausgeht. Ich bin da als Ausländer auch etwas zurückhaltend und will nicht direkt nachfragen. So erlaube ich mir vorerst kein Urteil darüber.
Alle Menschen werden Brüder (und Schwestern ...)!
Fjällkompis
Hallo, das ist wahr. Und man staunt, dass Leute, von denen man das nun gar nicht gedacht hätte, merkwürdige Ansichten in dieser Beziehung haben. Andererseits scheint es Konflikte zwischen Sami und "Schweden" zu geben, die sich dem Außenstehenden nicht so ohne weiteres erschließen. Manche Dinge verstehe ich nicht, zumal es mitunter über Andeutungen nicht hinausgeht. Ich bin da als Ausländer auch etwas zurückhaltend und will nicht direkt nachfragen. So erlaube ich mir vorerst kein Urteil darüber.
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
@Fjällkompis: Ich wäre zu neugierig, um nicht zu fragen. Man kann das ja ganz harmlos klingen lassen - oder so.
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich. (Hermann Hesse)
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"In der eigenen Geschichte hat Schweden Rassismus auch mit den Samis praktiziert."
Seit der Christianisierung der Slawen hat es eine vergleichbar brutale kulturelle Invasion in Europa wohl nicht mehr gegeben. Die Sami wurden erst zu Steuerzahlern gemacht (die mussten zeitweise an drei Finanzämter zahlen: Schweden, Norwegen und Russland...), dann zu Christen. Im Zuge der Ausplünderung der Natur (Felle, Holz, Erz) hat man die Sami gleich mit ausgeplündert. Die Sami wurden gewaltsam zum Besuch des Gottesdienstes gezwungen! Man hat ihnen das Land abgenommen, man hat ihnen die Kinder geraubt, in Internate gesteckt und dort gnadenlos zwangsweise schwedifiziert. Die Sprache war verboten, die Religion verboten. Übertretungen wurden brutal bestraft. Es gab zahlreiche Übergriffe von ethnischen Schweden auf Sami. Zur Zeit der Rassengesetzgebung in Schweden wurden sie als "minderwertige" Rasse diffamiert. Und das ist noch nicht so lange her! Seit 1993(!) dürfen die Sami in Schweden ein eigenes Parlament wählen (Finnland 1973, Norwegen 1989). Und wenn heute ein Sami im Kolt (Tracht) durch Stockholm laufen würde, ich weiß nicht, was da passieren würde...
Ich habe gerade eine ein unscheinbares, aber aufschlussreiches Büchlein auf dem Nachttisch: "Das Volk der Zelte. Ein Sommer in Lappland" von Ester Blenda Nordström, aus dem Schwedischen von Ortrud Freye, Berlin 1927(!) - schwer zu kriegen. Darin schildert die Autorin ihre Zeit als Lehrerin in Lappland (lapplärare - diese Berufsbezeichnung findet man manchmal noch auf einem Grabstein). Sie schreibt einen ethnologischen und doch sehr emotionalen Reisebericht und verteidigt die Lebensumstände der "Lappen" (Körperreinigung, Kindererziehung, Ernährung, Bildung, Schamanismus...), sie kommt ihren Schützlingen und Gastgebern sehr nahe und beklagt anhand eigener Erlebnisse ausdrücklich den Rassismus der Schweden - ist aber selbst nicht vor der Reproduktion von Rassismen gefeit: So werden die Lappen/Sami zwar als gutmütige und liebenswürdige Naturmenschen geschildert, deren einfältiges Wesen eine Ziviliserung aber im Grunde nicht zulässt (und im Interesse der Sami selbst auch als nicht wünschenswert erscheinen lässt). Rassimus muss eben immer auch historisch bewertet werden, da sind wir heute etwas weiter - aber noch lange nicht weit genug!
ebony and ivory ...
Grüße an alle!
Seit der Christianisierung der Slawen hat es eine vergleichbar brutale kulturelle Invasion in Europa wohl nicht mehr gegeben. Die Sami wurden erst zu Steuerzahlern gemacht (die mussten zeitweise an drei Finanzämter zahlen: Schweden, Norwegen und Russland...), dann zu Christen. Im Zuge der Ausplünderung der Natur (Felle, Holz, Erz) hat man die Sami gleich mit ausgeplündert. Die Sami wurden gewaltsam zum Besuch des Gottesdienstes gezwungen! Man hat ihnen das Land abgenommen, man hat ihnen die Kinder geraubt, in Internate gesteckt und dort gnadenlos zwangsweise schwedifiziert. Die Sprache war verboten, die Religion verboten. Übertretungen wurden brutal bestraft. Es gab zahlreiche Übergriffe von ethnischen Schweden auf Sami. Zur Zeit der Rassengesetzgebung in Schweden wurden sie als "minderwertige" Rasse diffamiert. Und das ist noch nicht so lange her! Seit 1993(!) dürfen die Sami in Schweden ein eigenes Parlament wählen (Finnland 1973, Norwegen 1989). Und wenn heute ein Sami im Kolt (Tracht) durch Stockholm laufen würde, ich weiß nicht, was da passieren würde...
Ich habe gerade eine ein unscheinbares, aber aufschlussreiches Büchlein auf dem Nachttisch: "Das Volk der Zelte. Ein Sommer in Lappland" von Ester Blenda Nordström, aus dem Schwedischen von Ortrud Freye, Berlin 1927(!) - schwer zu kriegen. Darin schildert die Autorin ihre Zeit als Lehrerin in Lappland (lapplärare - diese Berufsbezeichnung findet man manchmal noch auf einem Grabstein). Sie schreibt einen ethnologischen und doch sehr emotionalen Reisebericht und verteidigt die Lebensumstände der "Lappen" (Körperreinigung, Kindererziehung, Ernährung, Bildung, Schamanismus...), sie kommt ihren Schützlingen und Gastgebern sehr nahe und beklagt anhand eigener Erlebnisse ausdrücklich den Rassismus der Schweden - ist aber selbst nicht vor der Reproduktion von Rassismen gefeit: So werden die Lappen/Sami zwar als gutmütige und liebenswürdige Naturmenschen geschildert, deren einfältiges Wesen eine Ziviliserung aber im Grunde nicht zulässt (und im Interesse der Sami selbst auch als nicht wünschenswert erscheinen lässt). Rassimus muss eben immer auch historisch bewertet werden, da sind wir heute etwas weiter - aber noch lange nicht weit genug!
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Re: Ausländerfeindlich?
Hej Fjällkompis, tolle und sehr informative Beiträge. Das die Sámi unter schwedischer Herrschaft nie eine leichte Zeit hatten, war mir klar. Mich erstaunt aber die Härte, mit der die Schweden gegen die Sámis vorgingen. Während Grönland und die Färöer unter Dänemark und Åland unter Finnland bereits kleine eigene Nationen sind, sind die Sámis bis heute nur eine kleine Minderheit ohne wirkliche Interessenvertreter, geschweige denn mit einer Autonomie. Traurig.
- Sapmi
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Re: Ausländerfeindlich?
Naja, nicht viel, denn sowas kommt ja heutzutage schon mal vor.Fjällkompis hat geschrieben:Und wenn heute ein Sami im Kolt (Tracht) durch Stockholm laufen würde, ich weiß nicht, was da passieren würde...
Man darf ja auch nicht vergessen, dass ein nicht unbeachtlicher Teil der Sámi heute in den Hauptstädten lebt. Und zumindest wenn da irgendeine Feierlichkeit oder sonstige Zusammenkunft ist, wird natürlich auch Tracht getragen.
Doch, das war schon sehr schlimm und ist leider noch lange nicht vorbei, wenn man z. B. an die ewigen Streitereien bezüglich Land- und Weiderechten denkt.Alandica hat geschrieben:Das die Sámi unter schwedischer Herrschaft nie eine leichte Zeit hatten, war mir klar. Mich erstaunt aber die Härte, mit der die Schweden gegen die Sámis vorgingen.
Das (scheinbar) Paradoxe ist: Bei den Sámi geht es ja in Schweden gar nicht um Ausländer, im Gegenteil. Trotzdem führen sich manche Schweden so auf, als sei dies der Fall.
Naja, wie Brelinger schon weiter oben schrieb: "es gibt einfach..." (siehe oben)
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"Man darf ja auch nicht vergessen, dass ein nicht unbeachtlicher Teil der Sámi heute in den Hauptstädten lebt. Und zumindest wenn da irgendeine Feierlichkeit oder sonstige Zusammenkunft ist, wird natürlich auch Tracht getragen."
Hej, das verstehe ich nicht. Die allermeisten Sami wohnen in kleinen Dörfern. Selbst Jokkmokk, Kautokeino etc. sind doch winzige Nester und da sind die Sami fast unter sich, wenn die Touristen weg sind. In Lappland sieht man eher selten Kolt, dafür Details wie Stiefel, Schmuck - vor allem Armbänder - und natürlich Messer, die Zugehörigkeit signalisieren. Ich meinte ja auch nicht, dass gleich ein Lynchmob loslegt, wenn ein Koltträger auftaucht ... Aber ich kann mir schon vorstellen - und das ist auch nur eine Mutmaßung -, dass es blöde Sprüche gibt, wenn ein einzelner Mensch mit Kolt durch eine schwedische Stadt läuft (Stockholm ist vielleicht schlechtes beispiel..) und nicht eine ganze Festgemeinde, die Carl G. und Silvia auf Skansen einen Joik zum besten gibt ... Denn in dem Fall finden ja alle die Sami voll hipp.
Grüße an alle mit und ohne Kolt!
Fjällkompis
Hej, das verstehe ich nicht. Die allermeisten Sami wohnen in kleinen Dörfern. Selbst Jokkmokk, Kautokeino etc. sind doch winzige Nester und da sind die Sami fast unter sich, wenn die Touristen weg sind. In Lappland sieht man eher selten Kolt, dafür Details wie Stiefel, Schmuck - vor allem Armbänder - und natürlich Messer, die Zugehörigkeit signalisieren. Ich meinte ja auch nicht, dass gleich ein Lynchmob loslegt, wenn ein Koltträger auftaucht ... Aber ich kann mir schon vorstellen - und das ist auch nur eine Mutmaßung -, dass es blöde Sprüche gibt, wenn ein einzelner Mensch mit Kolt durch eine schwedische Stadt läuft (Stockholm ist vielleicht schlechtes beispiel..) und nicht eine ganze Festgemeinde, die Carl G. und Silvia auf Skansen einen Joik zum besten gibt ... Denn in dem Fall finden ja alle die Sami voll hipp.
Grüße an alle mit und ohne Kolt!
Fjällkompis
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- Sapmi
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Re: Ausländerfeindlich?
Ich weiß die genauen Zahlen nicht, aber so ganz sicher ist das gar nicht.Fjällkompis hat geschrieben:Hej, das verstehe ich nicht. Die allermeisten Sami wohnen in kleinen Dörfern.
In Norwegen soll z. B. die größte Samigemeinde nicht etwa Kautokeino oder Karasjok, sondern Oslo sein.
Und auch in Stockholm leben natürlich recht viele Sámi - also vielleicht eine winzige Minderheit im Vergleich zur Stockholmer Gesamtbevölkerung, aber von allen schwedischen Sámi vielleicht doch nicht so wenig (es gibt da auch einen Verein: http://www.sameforeningen-stockholm.se/" onclick="window.open(this.href);return false;)
In Helsinki gibt's die sog. "City Sámit".
Sámi ist man ja nicht nur, wenn man von Rentierzucht lebt.
Ja, außer eben an Feier- und Festtagen, nicht nur in Lappland, sondern auch in anderen Sámigebieten wie eben vor allem der Finnmark. In so Gegenden wie Kautokeino sieht man auch mal im Alltag vereinzelt insbesondere alte Frauen in Tracht rumlaufen, also ganz so ungewöhnlich ist das auch wieder nicht.Fjällkompis hat geschrieben: In Lappland sieht man eher selten Kolt
Re: Ausländerfeindlich?
Naja, wer rennt im Alltag schon mit seiner Tracht herum, die doch eher zu Festen getragen wird. Auf den Färöern z. B. werden Trachten auch nur zu festlichen Anlässen angezogen und zum Nationalfeiertag am 29. Juli trägt dann fast die gesamte Inselbevölkerung ihre Tracht und trifft sich in der Hauptstadt.
Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass die größten Samigemeinden Schwedens in Stockholm und Umeå existieren.
Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass die größten Samigemeinden Schwedens in Stockholm und Umeå existieren.
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"In Norwegen soll z. B. die größte Samigemeinde nicht etwa Kautokeino oder Karasjok, sondern Oslo sein. Und auch in Stockholm leben natürlich recht viele Sámi - also vielleicht eine winzige Minderheit im Vergleich zur Stockholmer Gesamtbevölkerung, aber von allen schwedischen Sámi vielleicht doch nicht so wenig (es gibt da auch einen Verein: http://www.sameforeningen-stockholm.se/" onclick="window.open(this.href);return false;)
In Helsinki gibt's die sog. "City Sámit"."
Hej, das wusste ich nicht, interessant. Danke! Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die meisten Sami natürlich immer noch in Sapmi wohnen
In den drei Jahren in Lappland habe ich vielleicht drei mal jemand in Kolt gesehen. Aber stimmt: ältere Frauen tragen mitunter Tracht. Aber es ist insgesamt schon selten. Selbst beim festivalen in Ammarnäs, dem größten Fest der Gegend: Fehlanzeige! Andererseits: Warum sollen die sami mit Kolt rumlaufen, um damit zu signalisieren: Huhuu, ich bin sami! Ist bestimmt auch nicht ganz billig ... Außerdem gibt es gute Outdoorklamotten!
Grüße aus Sapmi!
Fjällkompis
In Helsinki gibt's die sog. "City Sámit"."
Hej, das wusste ich nicht, interessant. Danke! Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die meisten Sami natürlich immer noch in Sapmi wohnen
In den drei Jahren in Lappland habe ich vielleicht drei mal jemand in Kolt gesehen. Aber stimmt: ältere Frauen tragen mitunter Tracht. Aber es ist insgesamt schon selten. Selbst beim festivalen in Ammarnäs, dem größten Fest der Gegend: Fehlanzeige! Andererseits: Warum sollen die sami mit Kolt rumlaufen, um damit zu signalisieren: Huhuu, ich bin sami! Ist bestimmt auch nicht ganz billig ... Außerdem gibt es gute Outdoorklamotten!
Grüße aus Sapmi!
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Re: Ausländerfeindlich?
Weiß ich auch nicht genau, dafür bräuchte man schon die entsprechenden Zahlen.Fjällkompis hat geschrieben: Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die meisten Sami natürlich immer noch in Sapmi wohnen![]()
Ja, dort vielleicht. Aber geh mal im Winter oder Frühjahr zu solchen Festen in Jokkmokk, Kautokeino, Enontekiö usw. Da wird sehr viel Tracht getragen. Außerdem natürlich bei Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen, usw. Und beim Samiparlament bzw. offiziellen Auftritten samischer Politiker sowieso.Fjällkompis hat geschrieben: In den drei Jahren in Lappland habe ich vielleicht drei mal jemand in Kolt gesehen. Aber stimmt: ältere Frauen tragen mitunter Tracht. Aber es ist insgesamt schon selten. Selbst beim festivalen in Ammarnäs, dem größten Fest der Gegend: Fehlanzeige!
Naja, wieso hat ein Bankangestellter 'nen Anzug an, wo er es in Outdoorklamotten doch viel bequemer hätte?Fjällkompis hat geschrieben: Andererseits: Warum sollen die sami mit Kolt rumlaufen, um damit zu signalisieren: Huhuu, ich bin sami! Ist bestimmt auch nicht ganz billig ... Außerdem gibt es gute Outdoorklamotten!
Meines Wissens haben schon so ziemlich alle Sámi ihre Tracht, zumindest die für Feiertage. Dann gibt's ja hin und wieder auch noch die einfachere "Alltags"-Kleidung, und was weiß ich, was noch alles.
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Stockholmsbo
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Re: Ausländerfeindlich?
Hallo,
das ist wirklich eine sehr informativer und bereichernder thread. Soetwas hat mir hier immer gefehlt.
Ich bin vor 4 Jahren nach Schweden gekommen und muss sagen, dass ich persönlich keine ausufernden Erfahrungen mit Rassismus gemacht habe, meine Kinder in der Schule schon eher ("alla tyskar är släkta med hitler" oder meine Tochter wurde auch schon mal "hitlerbarnet" oder "tyskjävel" genannt). Das war für eine Viertklässlerin nicht so leicht wegzustecken. Aber das hat sich im Laufe der Jahre gelegt. Trotzdem hat es Spuren hinterlassen.
Ich habe vor einigen Tagen einen Leserbrief gelesen, man hatte vorher einen Artikel über die Sprachdiskriminierung der Assyrer und Syrianer. Da schrieb ein Mann, der aus Jämtland stammt, dass auch er unter Sprachdiskriminierung leide. Nun entzieht es sich vollkommen meiner Kenntnis, wie jemand aus Jämtland spricht oder ob es dort eine eigene Sprache gibt, jedenfalls meinte dieser Einsender, dass er öfter mal als "lappjävel" bezeichnet wird. Das wäre allerdings vollkommen inkorrekt, man solle ihn doch eher als "jämtjävel" oder "halvnorsk" bezeichnen.
Interessant empfinde ich auch, wie einige "Vorschreiber" schon gesagt haben, dass Deutsche nicht unter den gängigen Begriff der "Einwanderer" fallen, was mich ab und an zum Nachdenken bringt.
Grüsse an alle.
Grüsse an alle.
das ist wirklich eine sehr informativer und bereichernder thread. Soetwas hat mir hier immer gefehlt.
Ich bin vor 4 Jahren nach Schweden gekommen und muss sagen, dass ich persönlich keine ausufernden Erfahrungen mit Rassismus gemacht habe, meine Kinder in der Schule schon eher ("alla tyskar är släkta med hitler" oder meine Tochter wurde auch schon mal "hitlerbarnet" oder "tyskjävel" genannt). Das war für eine Viertklässlerin nicht so leicht wegzustecken. Aber das hat sich im Laufe der Jahre gelegt. Trotzdem hat es Spuren hinterlassen.
Ich habe vor einigen Tagen einen Leserbrief gelesen, man hatte vorher einen Artikel über die Sprachdiskriminierung der Assyrer und Syrianer. Da schrieb ein Mann, der aus Jämtland stammt, dass auch er unter Sprachdiskriminierung leide. Nun entzieht es sich vollkommen meiner Kenntnis, wie jemand aus Jämtland spricht oder ob es dort eine eigene Sprache gibt, jedenfalls meinte dieser Einsender, dass er öfter mal als "lappjävel" bezeichnet wird. Das wäre allerdings vollkommen inkorrekt, man solle ihn doch eher als "jämtjävel" oder "halvnorsk" bezeichnen.
Interessant empfinde ich auch, wie einige "Vorschreiber" schon gesagt haben, dass Deutsche nicht unter den gängigen Begriff der "Einwanderer" fallen, was mich ab und an zum Nachdenken bringt.
Grüsse an alle.
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Re: Ausländerfeindlich?
Genau so wenig fallen schwedische Bürger in Deutschland unter den hiesigen Begriff des "Ausländers", wie er verstanden wird. Damit meint man nur die Südländer, evtl. noch die Russen, im Prinzip alle Nationalitäten, die größere Einwandererkontingente stellen.
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich. (Hermann Hesse)
Re: Ausländerfeindlich?
(gelöscht - sorry leute)
Zuletzt geändert von nightbow am 5. März 2010 13:42, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Ausländerfeindlich?
Ich finde, dass Schweden sehr ausländerfeindlich ist - wenn nicht so gar am ausländerfeindlichsten in Europa und das in besonders zynischer Form. Nicht offen, aber sehr versteckt und "politisch korrekt". Die Schweden haben ihre Vergangenheit nie bewältigt - das, was man den Deutschen nachsagt, ist hier in Schweden manchmal noch sehr lebendig. Schließlich hat man das, was in Deutschland zu so viel Leid geführt hat, in Schweden als Erstes als "Wissenschaft" erklärt und am längsten beibehalten. Link:
http://mobil.sr.se/site/index.aspx?arti ... 8&offset=8" onclick="window.open(this.href);return false;
oder hier (auf Schwedisch):
http://sv.wikipedia.org/wiki/Statens_in ... rasbiologi" onclick="window.open(this.href);return false;
http://mobil.sr.se/site/index.aspx?arti ... 8&offset=8" onclick="window.open(this.href);return false;
oder hier (auf Schwedisch):
http://sv.wikipedia.org/wiki/Statens_in ... rasbiologi" onclick="window.open(this.href);return false;
Re: Ausländerfeindlich?
Also Schweden als Ausländerfeindlich oder als die ausländerfeindlichste Nation Europas abzuurteilen finde ich hier stark übertrieben. Ich habe ehrlich gesagt noch nie irgendetwas ausländerfeindliches gegenüber mir als Deutschen erfahren. Natürlich soll das vorkommen und Ausländerfeindlichkeit gibt es in unterschiedlichen Ausmaßen überall, wäre ja auch unnormal, wenn nicht. Wobei die Deutschen, Holländer,... in Schweden nicht wirklich unter Ausländer fallen, denn es fällt erstmal nicht auf. Die Bezeichnung als "Tyskjävel" muss man dann halt mal über sich ergehen lassen und nicht ganz so ernst nehmen (es kommt natürlich auch auf die Situation an). Hier kann man ja auch über die "Nordlichter" oder "Kääsköppe" herziehen, ohne gleich diesen Nationalitäten feindlich gesinnt zu sein.
Als ich auf Åland einmal mit dem Auto (deutsches Kennzeichen) an einer Gruppe Kinder (ca. 12 Jahre) vorbeifuhr, grüßte mich einer von denen "ganz freundlich" mit Hitlergruß. Ich hab dann nur zurückgehupt und das als "dummer-Jungen-Streich" aufgenommen.
Diese "Kleinkriege" unter den Völkern Europas ist in meinen Augen was völlig Normales, um seine Heimat "zu verteidigen". Diese "Kleinkriege" in ähnlicher Form gibt es doch selbst innerhalb von Deutschland oder innerhalb von Bundesländern, zum Beispiel Rheinland-Pfalz und Saarland oder innerhalb von Nordrhein-Westfalen, wo sich Westfalen und Rheinländer nun gar nicht abkönnen ... aber trotzdem lebt und arbeitet man friedlich zusammen.
Als ich auf Åland einmal mit dem Auto (deutsches Kennzeichen) an einer Gruppe Kinder (ca. 12 Jahre) vorbeifuhr, grüßte mich einer von denen "ganz freundlich" mit Hitlergruß. Ich hab dann nur zurückgehupt und das als "dummer-Jungen-Streich" aufgenommen.
Diese "Kleinkriege" unter den Völkern Europas ist in meinen Augen was völlig Normales, um seine Heimat "zu verteidigen". Diese "Kleinkriege" in ähnlicher Form gibt es doch selbst innerhalb von Deutschland oder innerhalb von Bundesländern, zum Beispiel Rheinland-Pfalz und Saarland oder innerhalb von Nordrhein-Westfalen, wo sich Westfalen und Rheinländer nun gar nicht abkönnen ... aber trotzdem lebt und arbeitet man friedlich zusammen.
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"Tyskjävel" haben die doch nur irgendwo in Norwegen aufgeschnappt.. Dort haben wir in der Tat sehr unschöne Erfahrungen gemacht. Ist schon schade, wenn man sich sehr nett mit der Bedienung an der tankstelle auf englsich unterhält und die dann beim Anblick einer deutschen Kredikarte plötzlich sehr unfreundlich wird. Solche Erlebnisse hatten wir mehrmals. Da haben uns einige noch nicht verziehen, owohl man mir ansehen sollte, dass ich nun echt nichts damit zu tun habe (Jahrgang 68). Schade eigentlich.
In England habe ich nur gute Erfahrungen gemacht, EM-Spiel England-Kroatien in einer proppenvollen Kneipe mitten in der City, es war sehr nett, obwohl die Umstehenden wussten, dass wir "Hitlers Neffen" sind.
Wie waren viel und lange in Polen unterwegs und haben nichte ein einziges feindliches Erlebnis gehabt, im Gegenteil. Frankreich dito.
Zur Rolle Schwedens im Krieg wurde hier kürzlich eine recht erfrischende Diskussion geführt, die ich gerne zur Lektüre empfehle (Schweden als Kämpfer gegen Unrecht und Unterdrückung).
Der Hinweis auf die "Rassenhygiene"-Gesetze ist berechtigt, hat aber mit der Debatte um gegenwärtige Ausländerfeindlichkeit nicht unmittelbar zu tun. Ich würde Ausländerfeindlichkeit nicht auf so eine Tradition zurückführen wollen.
Grüße!
Fjällkompis
In England habe ich nur gute Erfahrungen gemacht, EM-Spiel England-Kroatien in einer proppenvollen Kneipe mitten in der City, es war sehr nett, obwohl die Umstehenden wussten, dass wir "Hitlers Neffen" sind.
Wie waren viel und lange in Polen unterwegs und haben nichte ein einziges feindliches Erlebnis gehabt, im Gegenteil. Frankreich dito.
Zur Rolle Schwedens im Krieg wurde hier kürzlich eine recht erfrischende Diskussion geführt, die ich gerne zur Lektüre empfehle (Schweden als Kämpfer gegen Unrecht und Unterdrückung).
Der Hinweis auf die "Rassenhygiene"-Gesetze ist berechtigt, hat aber mit der Debatte um gegenwärtige Ausländerfeindlichkeit nicht unmittelbar zu tun. Ich würde Ausländerfeindlichkeit nicht auf so eine Tradition zurückführen wollen.
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Fjällkompis
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Da floh auch ich in mein festes Haus ...
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philantrop
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Re: Ausländerfeindlich?
Hej, Fjällkompis,
für die Art, wie Du die Debatte führst, möchte ich mich nochmals herzlich bedanken, zumal ich mich noch zur "Hitler-Generation" zählen müßte.
Als ich den Begriff Ausländerfeindlichkeit in den Raum stellte, erhoffte ich mir vorwiegend eine Diskussionsrunde zwischen
"Ausländern und "Einheimischen".
Wenn jedoch im Schwedenforum in der aktuellen Rubrik kein Beitrag
schwedisch vorgetragen wurde, so bin ich als "Ausländer" doch überrascht, daß sich noch kein schwedisches Sprachrohr zu Wort gemeldet hat.
Oder sollten die Kritiker Recht behalten, daß die schwedische Sprache für solche Themen zu wortarm sei?
Mit freundlichen Grüßen an alle
philantrop
für die Art, wie Du die Debatte führst, möchte ich mich nochmals herzlich bedanken, zumal ich mich noch zur "Hitler-Generation" zählen müßte.
Als ich den Begriff Ausländerfeindlichkeit in den Raum stellte, erhoffte ich mir vorwiegend eine Diskussionsrunde zwischen
"Ausländern und "Einheimischen".
Wenn jedoch im Schwedenforum in der aktuellen Rubrik kein Beitrag
schwedisch vorgetragen wurde, so bin ich als "Ausländer" doch überrascht, daß sich noch kein schwedisches Sprachrohr zu Wort gemeldet hat.
Oder sollten die Kritiker Recht behalten, daß die schwedische Sprache für solche Themen zu wortarm sei?
Mit freundlichen Grüßen an alle
philantrop
Re: Ausländerfeindlich?
Hej philantroph, Jag vet inte om du fortfarande tittar på sidan. Svenskarna är väl som folk i allmänhet. Om det blir för många invandrare från andra kulturer, som dessutom alla bor på samma stället i storstäderna, då blir det problem. Det har dock aldrig varit problem med alla som kom och fick arbete på en gång, som finländare, balter, italienare osv.
Allen anderen, die hier lesen, möchte ich mitteilen, dass es hier keine "Samis" gibt, sondern Samen (samer). Die meisten haben keine Rentiere und arbeiten wie alle anderen schwedischen Staatsangehörige.
Allen anderen, die hier lesen, möchte ich mitteilen, dass es hier keine "Samis" gibt, sondern Samen (samer). Die meisten haben keine Rentiere und arbeiten wie alle anderen schwedischen Staatsangehörige.
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viljaovilja
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Re: Ausländerfeindlich?
Det har alltid funnits problem mellan svenskar och utlänningar, det är inget "modernt" problem. Sverige skrek bl.a. på 60-talet efter arbetskrafter från andra länder, eftersom dem själva inte kunde tillfredställa arbetsmarknaden med svenskar. Det blev ett stort problem i Sverige. Finnarna skulle man passa sig för, därför dem hade nästan alltid en kniv i bakfickan, spanjorerna och italienarna var för gapiga m.m., det var det vi barn fick höra när alla utlänningarna började strömma in. Procentsatsen är väldigt låg i Sverige när det gäller vänskap mellan svenskar och utlänningar, och det har den alltid varit.
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
Hej, ich schreibe trotzdem mal auf Deutsch weiter: Das Wort "Sami" ist kein schwedisches Wort, aber es wird im deutschen und englischen Sprachgebrauch verwendet.
z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Samen_(Volk" onclick="window.open(this.href);return false;)
"Andere Bezeichnungen oder Schreibweisen sind: Sámen, Saamen, Sámi, Sami und Saami."
http://en.wikipedia.org/wiki/Sami_people" onclick="window.open(this.href);return false;
Wegen der Homonymie mit dem deutschen Wort "Samen" ist die Verwendung von "Sami" auch zweckmäßig.
Leider kenne ich nur ein paar samische Wörter, aber ich vermute mal, dass "sami" ein samisches Wort ist!
Hälsningar!
Fjällkompis
z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Samen_(Volk" onclick="window.open(this.href);return false;)
"Andere Bezeichnungen oder Schreibweisen sind: Sámen, Saamen, Sámi, Sami und Saami."
http://en.wikipedia.org/wiki/Sami_people" onclick="window.open(this.href);return false;
Wegen der Homonymie mit dem deutschen Wort "Samen" ist die Verwendung von "Sami" auch zweckmäßig.
Leider kenne ich nur ein paar samische Wörter, aber ich vermute mal, dass "sami" ein samisches Wort ist!
Hälsningar!
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"Hej philantroph, Jag vet inte om du fortfarande tittar på sidan. Svenskarna är väl som folk i allmänhet. Om det blir för många invandrare från andra kulturer, som dessutom alla bor på samma stället i storstäderna, då blir det problem."
Das stimmt, die Probleme in Rinkeby etc. kann man sich regelmäßig in den Nachrichten anschauen.
"Det har dock aldrig varit problem med alla som kom och fick arbete på en gång, som finländare, balter, italienare osv. "
Auch das stimmt. Seit Jahrhunderten sind Menschen nach Schweden eingewandert und haben das Land geprägt. Du hast in Deiner Aufzählung die Deutschen vergessen, die schon im Mittelalter in großen Zahlen gekommen sind. Majstång, Schnaps und Weihnachtsbaum waren übrigens deutsche Importe, kaum zu glauben ...
Grüße!
Fjällkompis
Das stimmt, die Probleme in Rinkeby etc. kann man sich regelmäßig in den Nachrichten anschauen.
"Det har dock aldrig varit problem med alla som kom och fick arbete på en gång, som finländare, balter, italienare osv. "
Auch das stimmt. Seit Jahrhunderten sind Menschen nach Schweden eingewandert und haben das Land geprägt. Du hast in Deiner Aufzählung die Deutschen vergessen, die schon im Mittelalter in großen Zahlen gekommen sind. Majstång, Schnaps und Weihnachtsbaum waren übrigens deutsche Importe, kaum zu glauben ...
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- Sapmi
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Re: Ausländerfeindlich?
Das ist richtig. Wobei der Plural von "Sámi" im deutschen und englischen Sprachgebrauch kein s bekommt, sondern gar keine Endung. Bei direkten Übersetzungen liest man auch mal "Sámit", also mit dem samischen Plural-t.Fjällkompis hat geschrieben: Das Wort "Sami" ist kein schwedisches Wort, aber es wird im deutschen und englischen Sprachgebrauch verwendet.
...
"Andere Bezeichnungen oder Schreibweisen sind: Sámen, Saamen, Sámi, Sami und Saami."
...
Wegen der Homonymie mit dem deutschen Wort "Samen" ist die Verwendung von "Sami" auch zweckmäßig.
Wer noch mehr über die (zumindest nord-)samische Sprache wissen will:
http://www.reise-know-how.de/samisch-fu ... p-345.html" onclick="window.open(this.href);return false;
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
Danke für den Tip! Das Buch werde ich mir dann mal mitbringen lassen!
Grüße!
Fjällkompis
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Fjällkompis
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Re: Ausländerfeindlich?
"Wobei der Plural von "Sámi" im deutschen und englischen Sprachgebrauch kein s bekommt, sondern gar keine Endung."
Korrekt!
Grüße!
Fjällkompis
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Grüße!
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philantrop
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Re: Ausländerfeindlich?
Heja, Heja,
jag är mycket glad, att svenskar svarade på min fråga.
Frågan var: Ausländerfeindlichkeit?
Med bakgrunden: 1952 -min tid som kolhuggare för Höganäs Bolaget
50 Tyskar, bosatta i ett samhälle med ungefär 1000 Svenskar.
Tyskarna kunde inte alls tala svenska, men ändå "talade" vi med svenska gruvarbetare om kriget, Hitlers "rashygienpolitik" och
att vi skulle bekräfta MED VÅRT ARBETE "Tyskarnas fysiska överlägsenhet".
Efter "samtalet" var det riktigt tävling Sverige/Tyskland vem som hade flera "vagnar" efter dagens slut.
Jag minns bara, att Tyskarna aldrig har vunnit och ändå, vi var inte galen pa varandra.
Det var 1952.
Då fanns inte så många Svenskar, som ville jobba i gruvan.
Frågan "Ausländerfindlichkeit" koplades för min del med socialvård,arbetsmarknaden eller -kanske ochså- kan vara en grundval för stigande brottslighet, alkoholism osv. mellan femtiotalet och nutiden.
därför är det inte så viktigt, om man säger "sami eller samer" på svenska.
Jag hoppas bara, att jag själv inte har gjort för många grammatikaliska fel som gammal kolhuggare.
Jag önskar bara diskutera med Svenskar som äro stolta över sina framgångsrika svenska idrottsmän och -kvinnor men inte glömma, att SLATAN kan vara en utlänning.
Mvh philantrop, som fortfarande är en Sverige-Fan
(får man säga det?) (eller fy fan)
jag är mycket glad, att svenskar svarade på min fråga.
Frågan var: Ausländerfeindlichkeit?
Med bakgrunden: 1952 -min tid som kolhuggare för Höganäs Bolaget
50 Tyskar, bosatta i ett samhälle med ungefär 1000 Svenskar.
Tyskarna kunde inte alls tala svenska, men ändå "talade" vi med svenska gruvarbetare om kriget, Hitlers "rashygienpolitik" och
att vi skulle bekräfta MED VÅRT ARBETE "Tyskarnas fysiska överlägsenhet".
Efter "samtalet" var det riktigt tävling Sverige/Tyskland vem som hade flera "vagnar" efter dagens slut.
Jag minns bara, att Tyskarna aldrig har vunnit och ändå, vi var inte galen pa varandra.
Det var 1952.
Då fanns inte så många Svenskar, som ville jobba i gruvan.
Frågan "Ausländerfindlichkeit" koplades för min del med socialvård,arbetsmarknaden eller -kanske ochså- kan vara en grundval för stigande brottslighet, alkoholism osv. mellan femtiotalet och nutiden.
därför är det inte så viktigt, om man säger "sami eller samer" på svenska.
Jag hoppas bara, att jag själv inte har gjort för många grammatikaliska fel som gammal kolhuggare.
Jag önskar bara diskutera med Svenskar som äro stolta över sina framgångsrika svenska idrottsmän och -kvinnor men inte glömma, att SLATAN kan vara en utlänning.
Mvh philantrop, som fortfarande är en Sverige-Fan
(får man säga det?) (eller fy fan)
Re: Ausländerfeindlich?
Hej philanthrop,
Det var kul att läsa vad du har skrivit. Svenska myndigheter är i princip positiv inställd till invandrare, men som så oft i Sverige, så blir det helt fel och invandrarna blir diskriminerade. T.ex. identitetskort. Den stakars invandraren har fått uppehålstillstånd av migrationsverket, nu behöver han ett identiteskort (annars får man inga pengar på banken, kan inte hyra bostad etc.), men han har inga släktningar i landet som säger att han är den han är. Alltså utfärdar skatteverket inget identitetskort, fast migrationsverket har fastslagit att han är den han är. Hänger du med? Skall den stakars invandraren nu få sina pengar, måste han betala en x-avgift. Nu skall saken utredas. Det tar säkert något år.
Grundtanken var god: Ingen skall få ett identitetskort på falska grunder, men effekten blev att somliga har svårt att få ut sina pengar eller skaffa sig arbete. Den vanlige svensken skakar bara på huvudet.
Det var kul att läsa vad du har skrivit. Svenska myndigheter är i princip positiv inställd till invandrare, men som så oft i Sverige, så blir det helt fel och invandrarna blir diskriminerade. T.ex. identitetskort. Den stakars invandraren har fått uppehålstillstånd av migrationsverket, nu behöver han ett identiteskort (annars får man inga pengar på banken, kan inte hyra bostad etc.), men han har inga släktningar i landet som säger att han är den han är. Alltså utfärdar skatteverket inget identitetskort, fast migrationsverket har fastslagit att han är den han är. Hänger du med? Skall den stakars invandraren nu få sina pengar, måste han betala en x-avgift. Nu skall saken utredas. Det tar säkert något år.
Grundtanken var god: Ingen skall få ett identitetskort på falska grunder, men effekten blev att somliga har svårt att få ut sina pengar eller skaffa sig arbete. Den vanlige svensken skakar bara på huvudet.
-
Stockholmsbo
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- Wohnort: söder om Stockholm
Re: Ausländerfeindlich?
Men om migrationsverket har fastslagit invandrarens identitet, hur kan skatteverket vägrar id-kortet? Hur är det med personnummer då?
-
Framsidan
- Beiträge: 2609
- Registriert: 12. Januar 2009 16:20
- Wohnort: vackra västkusten
- Hat sich bedankt: 21 Mal
- Danksagung erhalten: 45 Mal
Re: Ausländerfeindlich?
Det där med ID-kort är krångligt. Du måste ha någon som intyger att du är du verkligen.
Men om man har körkort är det ju ingen problem eller hur?
Jag har inte haft problem
framsidan
Men om man har körkort är det ju ingen problem eller hur?
Jag har inte haft problem
framsidan
Ausländerfeindlichkeit in Schweden?
Hej tillsammans,
eine Bekannte (nicht im Schwedenforum aktiv) fragte, ob und in welcher Form es in Schweden Ausländerfeindlichekeit gibt.
Wie sieht es aus, könnte jemand etwas dazu schreiben? Ich zähle vor allem auf unsere Forumsteilnehmer, die bereits ausgewandert sind und in Schweden leben.
Tack och hälsningar
Peter
eine Bekannte (nicht im Schwedenforum aktiv) fragte, ob und in welcher Form es in Schweden Ausländerfeindlichekeit gibt.
Wie sieht es aus, könnte jemand etwas dazu schreiben? Ich zähle vor allem auf unsere Forumsteilnehmer, die bereits ausgewandert sind und in Schweden leben.
Tack och hälsningar
Peter
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Karsten
- Site Admin
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- Registriert: 9. Juni 2008 00:52
- Wohnort: Lübeck
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 54 Mal
Re: Ausländerfeindlichkeit in Schweden?
Das Thema wurde hier schon mal ausführlich behandelt:
http://sweforum.schwedenstube.de/auslan ... 12431.html
http://sweforum.schwedenstube.de/auslan ... 12431.html
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vorstopper
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- Registriert: 2. Juli 2009 14:02
- Wohnort: düsseldorf
Re: Ausländerfeindlichkeit in Schweden?
Also, ich war mein ganzes Leben lang immer und überall Ausländer,,
Liegt das nicht in der Natur des Menschen das er immer etwas reserviert ist gegen das Unbekannte ??
Ich habe nie irgendwo Probleme in Europa gehabt,, aber,,ich habe mich auch niee zu einem Problem gemacht,,
Ist es nicht selbstverständlich das man Respekt, Sympathie,Akzeptanz für das Land in dem man lebt
entgegen bringen muss ??
Wer wird dann von Ausländern oder Ausländerfeindlichkeit reden ??
Liegt das nicht in der Natur des Menschen das er immer etwas reserviert ist gegen das Unbekannte ??
Ich habe nie irgendwo Probleme in Europa gehabt,, aber,,ich habe mich auch niee zu einem Problem gemacht,,
Ist es nicht selbstverständlich das man Respekt, Sympathie,Akzeptanz für das Land in dem man lebt
entgegen bringen muss ??
Wer wird dann von Ausländern oder Ausländerfeindlichkeit reden ??
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