Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssystems

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Karsten
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Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssystems

Beitrag von Karsten »

Schweden galt viele Jahre als vorbildlicher Wohlfahrtsstaat, besonders das Gesundheitssystem betreffend. Denn in Schweden gibt es keine privaten oder gesetzlichen Krankenkassen, wie in Deutschland; rein theoretisch also auch keine Patienten erster oder zweiter Klasse. Dort ist jeder Bürger automatisch krankenversichert, da die Gesundheitvor- und Nachsorge steuerfinanziert wird.

Doch so schön sich das alles anhören mag, desto unschöner läuft es Tag für Tag in der Praxis. Trotz sehr hoher Steuern leidet das System unter Geldnot. Das ist also auch nicht viel anders, als in anderen Ländern. Der Unterschied: In Deutschland wird etwa 11,1 Prozent* des Bruttoinlandprodukts in Gesundheit investiert, in Schweden sind es nur 7,4 Prozent*.

Während man bei uns pro Quartal eine Praxisgebühr entrichten muss, werden dort pro Besuch zwischen 25 und 30 Euro** veranschlagt. Da überlegt man sich natürlich genau, ob eine Arztkonsultation wirklich notwendig ist. Und dabei kann das, gerade im Bereich Vorsorge, doch manchmal so entscheidend sein. Dazu kommt, dass auch Medikamente bis zu einer Summe von 180 Euro im Jahr vom Patienten selbst getragen werden müssen.

Wie bei uns wird bei einem Krankhausaufenthalt eine Bettengebühr pro Tag fällig, die derzeit bei 8 Euro liegt. Dabei sind weitere Behandlungen durch das Facharztpersonal aber nicht inklusive. Sie schlagen zusätzlich einer Summe zwischen 16 und 32 Euro zu Buche.

Noch schlimmer geht es bei Zahnarztbesuchen zu, denn dort greift das Gesundheitssystem überhaupt nicht. Nicht nur jeder einzelne Besuch muss gezahlt werden, sondern auch alle Leistungen – von Bohren, Zähne ziehen bis hin zu Zahnstein entfernen. Menschen, die sich notwendige Behandlungen nicht leisten können, sehen sich vor einem riesigen Bürokratiedschungel. Zwar kann man eine Ratenzahlung beantragen, diese gilt jedoch nicht für Beträge unter 300 Euro. Wendet man sich in seiner Not an das Sozialamt, ist es keine Seltenheit, dass man die Empfehlung bekommt, sein Auto zu verkaufen (siehe auch Sveriges Radio International). Eine Situation, die über kurz oder lang sicher dazu führen wird, dass die Zahngesundheit im Land sich erheblich verschlechtern wird.

Ja, Mediziner verdienen in Schweden mehr Geld als in Deutschland, haben allgemein mehr Freizeit und flexiblere Arbeitszeiten. Auch die technische Ausrüstung ist fast überall auf höchstem Niveau. Aber was bringt das, wenn die Leute zuhause sitzen und nicht wissen, ob sie sich den nächsten Arztbesuch leisten können? Dazu kommen wegen des Ärztemangels auch noch Warteschlangen bei Sprechzeiten und lange Wartezeiten für Operationen.

Sorry Schweden, wir lieben dich. Aber auch bei Dir ist leider nicht alles Gold, was glänzt.

* Stand 2006
** Stand 2010 (Stockholm)

Weitere Infos zum Gesundheitssystem gibt es hier:
http://www.schwedenstube.de/gesundheitssystem.php

Entnommen aus dem täglich aktualisierten Schwedenblog:
http://www.blog-schweden.de
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skaanekille

Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von skaanekille »

-als wir mit unserer Tochter zur akuten musten (Röntgen)
ich glaube es war nach 22uhr, kostete das gleich die doppelte Gebühr !

2 stunden warten,obwohl nichts los war,u. das bei Verdacht auf Armbruch!

naja..
Mia
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Mia »

skaanekille hat geschrieben:-
2 stunden warten,obwohl nichts los war,u. das bei Verdacht auf Armbruch!
naja..
Die Kaffepausen werden in Schweden gnadenlos eingehalten...aber lass mal, ist es nicht das was wir hier im Forum immer öfter lesen was der "Durchschnittsauswanderer" der heutigen Zeit an den Schweden so liebt, "det ordnar sig"..."ta det lugnt"....hier ist ja alles so entspannt, alle haben soviel Zeit, keiner muss sich ueberarbeiten, das ist ja soo herrlich, nicht wie im sch...Deutschland.

Spätestens wenn man in der Not ist, Schmerzen hat im Krankenhaus sitzt, auf Op termine und andere Behandlungen wartet ect. wuenscht man sich oft (nicht immer, aber oft...ich mag nicht verallgemeinern) nicht der schwedischen enspannten Mentalitet ausgeliefert zu sein.
ulwe
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ulwe »

klar kostet jeder arztbesuch geld. aber man spart ja auch jeden monat die krankenversicherungkosten, die in d. ja auch nicht zu verachten sind.
Viele Gruesse

Ulwe

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Framsidan
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

Skånekille "nur" 2 Stunden warten?

Mein letzter Besuch bei der Akutaufnahme im Krankenhaus dauerte alles in allem 14 Stunden.

Habe z.B. von 1999 bis 2002 auf meine OP und Schulterprothese gewartet.......

Meine Rücken OP:s durfte ich dann nach 1 1/2 Jahren in einem anderem Krankenhaus machen lassen. 425 km weiter weg und wie ich dorthin kam und wieder heimkam, war mein Problem. Und wenn man einige Tage nach grosser OP entlassen wird und heim soll kann das ein grosses Problem sein und werden. Von den ganzen Kosten mal abgesehen.

Man soll nicht auf das deutsche Gesundheitssystem schimpfen. Es ist immer noch besser.
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thoank
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von thoank »

An alle Auswanderwilligen:
Ich sage das als Patient:
Überlegt gut, ob ihr euch nicht in einem Ballungsraum ansiedelt, denn wo die Kliniken dünn gesät sind, wird Kranksein hier nicht nur zu einer unschönen Angelegenheit sondern zu einer Ganztagsbeschäftigung incl. Kontoplünderung. Von der Qaulität der Behandlung ganz zu schweigen. (Ich lag mit einer Urosepsis, die mir nachweislich bei einer OP verabreicht wurde, kurz vorm Abnippeln und nicht mal einen Arzt hat sich in den ersten beiden Tagen, sehen lassen. Zum Zahnarzt traue ich mich schon gar nicht, wir haben es nicht so dicke.
Da wo die Spezialisten vor Ort sind, (Stockholm-Uppsala, usw.), kommt man bei schwierigen Sachen durch, aber nur mit Drängeln! Auch in Schweden gibt es freie Arztwahl, das sagt einem nur keiner. Das muss man sich erkämpfen. Mal schnell 600km zu einer Spezialuntersuchung fahren bezahlt dann aber niemand.
Also: Ballungsraum oder Gesundbleiben!
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Yvonne »

Wir haben das hier auch schon mitbekommen. Ich hatte einen Termin für eine Vorsorgeuntersuchung. Aber bis ich dann wirklich dran kam war es fast 2 Stunden später. Da hätte man mir auch sagen können bitte kommen Sie zwischen 10 und 15 Uhr vorbei mit Wartezeit. Dann hätte man sich besser drauf einstellen können. Zu mal man zwischendurch auch nicht nochmal wo anders hingehen kann, wie es z.B. in Deutschland der Fall beim Arzt ist. Der Termin verschiebt sich entweder ruft man vorher an oder man geht nochmal weg und die Karte läuft weiter mit. Das finde ich hier sehr schade.
schweden01
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von schweden01 »

Ja, damit haben wir auch so unsere Erfahrung gemacht.
Als wir vor einigen Jahren über Weihnachten und Sylvester in unserem Häus waren, bekam mein Mann eine Thrombose.
Erst zur Akuten nach Vimmerby.
Behandlung/Arzt? Erst einmal bezahlen, dann nach längerer Wartezeit einen Arzt gesehen.
Der meinte dann, hier können wir nichts machen. Da müssen sie nach Västervik(80km von uns weg) fahren.
Dann nach Västervik.
Arzt? Keine Auskünfte zu Wartezeiten!
Nach 4 Stunden Wartezeit sahen wir dann den ersten Arzt. (Hätte mein Mann schon hin sein können.) Dann wieder warten-
Röntgen mit Kontrastmittel. Danach wieder warten bis Abschlussgespräch.
Vorher bekam ich schon mal ne erste Rechnung, die ich dann am Automaten bezahlen durfte. Die hätten uns sonst gar nicht gehen lassen.
Dann bekam mein Mann Waran verschrieben. Ist hier in Deutschland das Markomar.
Daraufhin durften wir wegen folgender Blutkontrollen, ob die Arznei Einstellung stimmt, alle 2 Tage wieder nach Västervik fahren.
Natürlich jedesmal ca. 2 Stunden warten nur wegen des Gerinnungsfaktors.
Wir waren froh, als uns der Arzt dann Anfang Januar erlaubte wieder nach D zu fahren. Die Gefahr früher zu fahren war uns einfach zu groß.
Zu Hause musste dann erst einmal auf Markomar umgestellt werden. Außerdem war es herrlich mal eben zum Arzt um die Ecke gehen zu können.
Seitdem genießen wir das deutsche Gesundheitssystem trotz aller Einschränkungen.
Wenn ich höre, das eine Gyn Op mit Wartezeiten von einem halben Jahr verbunden ist.....! :thumbsdown:
Unsere Nachbarin in S musste 4 MOnate auf eine dringende Rücken OP warten! :thumbsdown:
Eine Bekannte von mir war letztens erstaunt, das ich innerhalb von 1 Woche einen Termin für die OP hätte haben können. Habe das selber nach hinten raus geschoben, da unser Urlaub in S geplant war.

schweden01 :fahne:
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Yvonne »

Klar sind hier die Wartezeiten schon recht heftig für manche Sachen. Gerade wenn es auch teilweise akute Sachen sind.
Aber was die Wartezeiten in D angeht kann man auch schon mal ein paar Monate warten. Klar ist es auch davon abhängig ob es eine große oder kleinere Klinik ist. Schön ist es für den Patienten alle mal nicht.
Aber da fällt mir noch was ein.
Mein Freund Ohrenschmerzen über Nacht bekommen. Ich habe dann bei unserer Vårdcentral angerufen am nächsten Morgen. Dort sagte man mir das der Arzt erst um 14 Uhr da sei. Wenn es so schlimm ist sollte ich doch gleich zum nächsten Ort fahren.
Wir also zur nächsten Vårdcentral. Dort fast 1 Std gewartet. Dann rein zur Schwester die sich schon mal das Ohr vorab angeguckt hat und meinte " Oh ja das sollte sich mal ein Arzt ansehen" Dann hat sie erst nach den Personalien gefragt. OBS stellte fest das wir ja aus einem anderen Län kommen. Tja da könnten sie ihn auch nicht behandeln, aber sie fragte mal nach. Die Oberschwester kam dann und sagte das es heute so voll sei und das wir doch zu einer anderen Vårdcentral fahren sollten wenn bei uns erst der Arzt so spät kommt.
Ich war schon richtig sauer und fing mit der Schwester das diskutieren an. Aber wir mußten wirklich wieder zurück fahren und warten bis um 14 Uhr der Arzt kam.
So was kann doch eigentlich auch nicht sein wenn freie Arztwahl ist in Schweden. Vorallem war der Wartebereich leer.
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ulwe »

meine vorsoge untersuchung dauerte eine viertel stunde incl. wartezeit. es war die liderlichste die ich je hatte.
die nächste wird in d. stattfinden.
Viele Gruesse

Ulwe

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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

ulwe hat geschrieben:meine vorsoge untersuchung dauerte eine viertel stunde incl. wartezeit. es war die liderlichste die ich je hatte.
die nächste wird in d. stattfinden.
Und bezahlst du die dann selber oder hast du noch eine deutsche Versicherung?
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ulwe »

nein wir haben keine deutsche mehr. habe damal 100 skr. bez.
darauf bekam ich nach 2 monaten bescheid ueber das ergebnis und den nächsten termin in ca 3 jahren. ab 50 alle 5 jahre.
darum werd ich den nächsten termin in d. wahrnehmen.
Viele Gruesse

Ulwe

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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von maggan »

Eine schwedische Bekannte von mir hat letztes Jahr eine vom Landstinget bezahlte Reha auf den Kanaren bekommen. Da war ich doch ziemlich erstaunt, dass es das noch gibt.
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

ulwe willst du sagen dass du in D für 100 Kr. eine Vorsorgeuntersuchung bekommst?

Für die Karte die man hier bei der FK bekommt, gilt ja nur für akut auftretende Krankheiten und nicht bei Vorsorgeuntersuchungen. Das müsste man vorher bei der FK beantragen und vielleicht kriegt man es dann ersetzt.


Man kann aber nicht sagen dass all sjukvård hier in Schweden schlecht sei. Es gibt viele gute Ärzte. Nur sind halt immer diese Wartezeiten.
Die sind zwar etwas besser geworden seit wir die sog. Vårdgaranti" haben aber da muss man eben bereit sein in ein anderes Krankenhaus zu gehen.

Freie Arztwahl ja, kommt darauf an in welchem Län man wohnt. Und wenn eine Vårdcentrale überfüllt ist, kommen immer erst die eigenen Patienten dran.

In Västra Götalands län soll man sich ja "listen" bei einem Arzt. Will ich dann zwischendurch zu einem anderen gehen kann ich das wohl tun aber kostet mehr.

Aber jedes Län hat da seine Regeln.

Man muss auch sagen, dass der Schwede viel weniger zum Arzt geht wie der Deutsche. Der Deutsche geht ja schon bei einer Erkältung zum Onkel Dokter. Tut man hier nicht denn wie man so schön sagt: Mit Arzt dauert es eine Woche, ohne Arzt 7 Tage......

Framsidan
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

maggan hat geschrieben:Eine schwedische Bekannte von mir hat letztes Jahr eine vom Landstinget bezahlte Reha auf den Kanaren bekommen. Da war ich doch ziemlich erstaunt, dass es das noch gibt.
Maggan dann ist sie sicher eine Psoriaspatientin oder hat schweres Rheuma. Aber auch das handhabt wiederum jedes Landsting anders
skaanekille

Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von skaanekille »

@Framsidan-

Wenn du in schweden beim Versicherungsträger, die E112- beantragst,
kannst du dich in deutschland behandeln lassen-

Ohne Vorkasse etc.

gilt auch für Zahnarzt,

gruss, sk
ulwe
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ulwe »

natuerlich bezahle ich in d. mehr fuer eine vorsorgeuntersuchung als 100 skr.
aber das ganze ist umfangreicher und beschränkt sich nicht auf 5 min incl 3 fragen wovon eine lautete:
trivs ni i sverige?

nicht jeder arzt in schweden ist so. wobei dieses auch kein arzt, sondern eine barnmorska war.mit der zahnärztlichen vorsorge sind wir rundum zufrieden.

hej skanekille,
ich war in d. im letzten jahr einmal beim arzt, weil sich ein leberfleck entzuendet hatte.
ich musste das ganze nur bei der krankenkasse (aok warum auch immer) anmelden.
dann gabs kein problem.
Viele Gruesse

Ulwe

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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

Ulwe das war ja etwas anderes. Mein GG wurde auch behandelt als er sich das Auge verletzte in Bayern.

Aber Skånekille trotz E112 sind schon viele auf ihrer Rechnung sitzen geblieben
skaanekille

Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von skaanekille »

Framsidan-

Wenn du die Genehmigung bekommen hast, müssen sie das übernehmen,
wenn nicht, ist es ein Rechtsstreit zwischen D u. S,
unter den Kassen selbst,da brauchst nichts bezahlen!

(eine bekannte von mir arbeitet in der Auslandskrankenversicherung)

sk
skaanekille

Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von skaanekille »

hej, ulwe,

Klar, das es da kein Problem gab, wenn man/Frau,
sich im Ausland aufhält, hat jeder prinzipiell anrecht,auf Behandlung.
Das rechnen die Kassen unter sich ab.

Was anderes ist es, wenn man eine OP vor sich hat,da gelten andere Richtlinien.

gruss,rico
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

skaanekille hat geschrieben:Framsidan-

Wenn du die Genehmigung bekommen hast, müssen sie das übernehmen,
wenn nicht, ist es ein Rechtsstreit zwischen D u. S,
unter den Kassen selbst,da brauchst nichts bezahlen!

(eine bekannte von mir arbeitet in der Auslandskrankenversicherung)

sk
Klar wenn ich die Genhmigung bekommen habe, wirds ersetzt. Aber erst muss ich die Genehmigung bekommen. Ich kann nicht einfach mit der Karte losgehen. Ausser der Arzt schwindelt und das tun sicher viele.
maggan
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von maggan »

@Framsidan
Nein, weder Rheuma noch Psoriasis, sie war nervlich etwas angegriffen.
Besser als Jahre der Unwissenheit ist ein Tag der Einsicht
skaanekille

Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von skaanekille »

Framsidan-

Du kannst sie ja beantragen,
Wenn du nicht genau weisst, ob du sie bekommst,

erkundigst du dich vorher in D, (kommt ja drauf an was man machen lassen will)

Bist du in D,(Urlaub z.B) tritt die EU-Richtlinie, in Kraft.

die besagt, wenn du ein gesundheitliches problem hast, der Arztbesuch notwendig ist- wird in vollem umfang die Behandlung (oder OP ) durchgeführt .

selbst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung,wird attestiert.

Wenn du Fragen bezüglich dessen haben solltest, kannst du dich gerne an die Krankankasse/Ausland- wenden

Rico
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

Skånekille ich kann die Wege die man gehen muss. Bin ja schlieslich schon lange genug hier.

Wenn eine Behandlung "notwendig" ist, kriegt man das. Aber alles vorher geplante muss genehmigt werden.

Bin nämlich zur Zeit am überlegen ob ich warten soll auf OP termin hier oder den zuständigen Arzt fragen soll ob er einen Spezialisten dafür in D kennt. Er hatte mal 6 Jahre in D gearbeitet hatte er mir erzählt.
Aber ich weiss halt auch von vielen Kurpfuschereien in D

Framsidan
skaanekille

Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von skaanekille »

Framsidan-
hab ja auch nicht bezweifelt, das du das kennst.

Du wirst den Besten Weg für Dich schon finden,
wünsch Dir auf jeden Fall alles Gute dafür!

Bleib gesund, und munter

liebe grüsse,sk
jessiluna74
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von jessiluna74 »

Hejsan !
Irgendwie glaub ich immer ich wohne in einem anderen Schweden ! Tatsache ist das ich höchsten bis zu 150 Kr beim Arztbesuch bezahle(ca.16Eur) ! In Deutschland bezahle ich zwar pro Quartal 10Eur , aber was zahl ihr dann im Monat an die Krankenkasse ??? Ich zahlte damals 180 Eur , jeden Monat . Ich gehe hier wirklich jedes mal zum Arzt wenn ich muss , aber komme nie auf so ein hohen Betrag wie in Deutschland ! Und in De ist dann nicht alles inklusive ! Ich sollte damals für z.B. eine Krebs Vorsorge 80 Eur blechen , hier 150 Kr ! Und wenn man regelmäßig Medikamente braucht wie z.B. Diabetes kostet das nichts , die sind Kostenfrei! Meine Schwiegermutter in De bezahlt ein Vermögen . Und zu den Thema das mann 2 Stunden im Krankenhaus saß kommt ja wohl darauf an wo Du sitzt! In Berlin Mitte sitzt du auch nicht 10 min! Und Kinder zahlen garnnichts bis sie 21 Jahre alt sind ! Da war mal wohl nur auf Urlaub hier . Frage mal was man als Ausländer in De blecht im Krankenhaus :) Viele Aussagen hier kommen von Urlaubern oder nachlesern, viel Praxis treibt sich wohl nicht rum ?????? Finde das immer ien wenig komisch , ich red ja auch nicht von Schul oder Gesundheitssystem aus Spanien weil ich da 6 mal in Urlaub war !? Und verunsichere damit Leute die nach Schweden kommen ! Find ich doof ! Man kann ja gerne schreiben " Bei mir war das so " Aber ich krieg ein Hals bei " In Schweden ist das so "
En trevlig dag!
Hälsningar fran Dalarna
Jessica
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Yvonne »

Deutschland ist trotz des vielleicht besseren Gesundheitssystem teurer. Viele chronisch Kranke müssen so viel für ihre Medikamente zahlen, dass es oftmals 50 % vom Einkommen sind. Kinder ab 12 Jahren bekommen rezeptfreie Medikamente nicht mehr umsonst sondern müssen sie bezahlen. Kuren die wirklich für manche sehr wichtig sind werden abgelehnt.
Oftmals werden auch OP´s so lange hinaus gezögert bis andere Therapien nicht wirken oder ausgeschöpft sind. Ich weiß auch nicht wirklich ob das so ein gutes System ist.
Und man muß wirklich mal gucken was man jährlich in die Krankenkasse einbezahlt und was man dann noch oft zusätzlich beim Arzt dazu bezahlen muß weil es nicht mehr in den Leistungen der Krankenkasse ist.
Wichtige Krebsvorsorgen z.B. muß man selber bezahlen. Finde ich ein Unnding.
Ich kenne das aus der Praxis nur zu gut, wie es immer schwieriger wird für die Leute.
Klar ist es nicht schön wenn man auf einen OP Monate warten muss.
hansbaer
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von hansbaer »

jessiluna74 hat geschrieben: Irgendwie glaub ich immer ich wohne in einem anderen Schweden ! Tatsache ist das ich höchsten bis zu 150 Kr beim Arztbesuch bezahle(ca.16Eur) ! In Deutschland bezahle ich zwar pro Quartal 10Eur , aber was zahl ihr dann im Monat an die Krankenkasse ??? Ich zahlte damals 180 Eur , jeden Monat .
Ich gehe hier wirklich jedes mal zum Arzt wenn ich muss , aber komme nie auf so ein hohen Betrag wie in Deutschland ! Und in De ist dann nicht alles inklusive !
Ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Man kann nicht die Praxisgebühr mit den Krankenkassenabgaben gleichsetzen. Die Praxisgebühr ist in Schweden höher, aber sie ist längst nicht das einzige, was du zahlst.

Du zahlst auch in Schweden Krankenkassenabgaben. Du siehst sie bloß nicht, weil sie auf der Arbeitgeberseite abgezogen werden. 5,95% deines Bruttolohns darf der Arbeitgeber dafür zahlen. 180 € erreichst du damit mit einem guten schwedischen Durchschnittsgehalt auch.
Und zu den Thema das mann 2 Stunden im Krankenhaus saß kommt ja wohl darauf an wo Du sitzt! In Berlin Mitte sitzt du auch nicht 10 min!


Ebenso ein untauglicher Vergleich.
Natürlich kann man immer irgendwo in irgendeinem Krankenhaus 2 Stunden sitzen. Das sagt aber noch nichts über die allgemeine Qualität der Versorgung aus.

Bei den Wartezeiten schneidet Schweden in internationalen Vergleichen schlecht ab, und zwar deutlich schlechter als Deutschland. Es sei nur angemerkt, dass die Christdemokraten im Wahlkampf eine Garantie versprachen, nach der man maximal 4 Stunden in der Notaufnahme warten muss - was zeigt, dass es einen beträchtlichen Anteil geben muss, der länger wartet.

Das schwedische System hat leider eine gewisse Wartezeit eingebaut, und es wird wenig dafür getan, sie zu reduzieren, obwohl das durchaus möglich wäre. So schön die Vision klingt, null Wartezeit zu haben, so weit ist die schwedische Realität davon entfernt.
Auf http://www.vantetider.se kann man sich die aktuelle Entwicklung ansehen. Derzeitiger Stand: 25% der Patienten warten länger als 90 Tage auf eine Facharztbehandlung.

Der Beginn dieses Threads enthält zwar viel Unfug, aber in einem hat er recht: nicht alles so goldig hier.
Alva
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Alva »

Super Jessiluna!!!! Ich kann das alles nicht mehr hören bzw. lesen!!! Aber ärgere dich nicht! Lies es einfach nicht mehr!
Alva
insa
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von insa »

Auf http://www.vantetider.se kann man sich die aktuelle Entwicklung ansehen. Derzeitiger Stand: 25% der Patienten warten länger als 90 Tage auf eine Facharztbehandlung.

es gibt prostata-erkrankte die mit 76 jahren eine op-wartezeit von 9 jahren haben

ist ganz "normal" in schweden
oder wenn netzabtrennungen am auge entstehen....eine wartezeit von 4 jahren....
der arme sieht nur noch 10% auf dem auge ,fährt aber jeden tag 60 km zu seiner arbeitsstelle

ich finde sowas skandalös
guesch47
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von guesch47 »

Ja das hörte ich schon so oft......Zitat:Sorry Schweden, wir lieben dich. Aber auch bei Dir ist leider nicht alles Gold, was glänzt.

:bowler:
filainu
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von filainu »

so nun haben wir viel aus schweden gehört, nun mal paar Fakten von mir aus deutschland, ich habe schon 6 Stunden beim Arzt gesessen und gewartet und das trotz termin und 2 wochen altem baby, meine mutter wartet seit über 2 jahren auf einen termin beim psychologen, facharzttermine bekommt man hier auch teilweise nur mit wartezeit von über einem Jahr. Des weiteren gibt es fachärzte die arbeiten nur noch für privatpatienten, da es aber bei uns keinen fähigen kassenorthopäden gibt haben wir schon über 1000 euro zum privatarzt getragen.......

und zum thema medikamente, ich muß sogar schmerzmittel für mein seit gestern 5 jähriges Kind voll selber zahlen.......
auch hier in D wird es schlimmer, wir wohnen eben auch nicht in oder bei ner großen stadt.

Wollte ich nur mal loswerden, ich weiß das es in schweden auch nicht so rosig ist aber wir hier in D bewegen uns auch stark in diese Richtung.
Yvonne
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Yvonne »

Also das ein 5 jähriges Kind keine Schmerzmittel mehr auf Rezept bekommt ist mir neu in Deutschland. Wie schon gesagt so was müssen erst die Kinder ab 12 Jahren bezahlen. Aber da scheint dann der Arzt wo ihr gewesen seid, das nicht mehr auf zu schreiben um sein Budget nicht zu belasten. Wo bei Schmerzmittel zwischen 1, 25€ und 4 Euro kosten je nach Art des Mittels. Das viele Ärzte nur noch Privatpatienten annehmen liegt ja daran das sie an denen noch verdienen können bei jeder neuen Untersuhung. Beim Kassenpatienten hört das oft schon nach dem ersten Mal sehen auf. Da bekommt man dann nichts mehr wenn der alle 2 Wochen kommt weil es nicht hilft was man verschrieben hat. Krankengymnastik oder Ergotherapie für Kinder wird auch immer weniger was verschrieben werden darf. Bei Kinder die Ergo brauchen ist es so 3-6 mal ein Rezept und dann 3 Monate Pause. Oft bringen aber die 3 Monate Pause gegnau das Gegenteil, nämlich das man dann oft wieder von vorne anfangen kann.
filainu
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von filainu »

ja das mit dem schmerzmittel ist seit letztem oder diesem jahr so (weiß nicht mehr genau) aber ich denke das ist erst der Anfang, was ich damit sagen will, auch hier in D ist lange nicht mehr alles gold was glänzt und wenn man der meinung ist nach schweden auszuwandern, dann informiert man sich vorher richtig und wählt seinen wohnort vernünftig und für seine bedürfnisse aus. es wird hier kaum jemanden geben, der gezwungen wurde nach S zu gehen, alle anderen haben es freiwillig getan und wußten im Normalfall worauf sie sich einlassen. Sorry, will keinem zu nahe treten aber ich finde dieses Jammern unmöglich, ihr wußtet doch alle worauf ihr euch einlaßt

Also eins kann ich euch hier und jetzt versprechen, wenn ich ausgewandert bin werdet ihr mich nie klagen oder jammern hören, was alles nicht toll ist an schweden (und selbst wenn es da sachen gebe, so wäre ich doch zu stolz mir diese Blöße zu geben, denn irgendwie gesteht man ja damit ein, eben nicht 100 prozentig richtig entschieden zu haben oder sich eben nicht genug informiert zu haben).

Wer sich vorher informiert und die nachteile kennt, sie aber wegen der vorteile in kauf nimmt, der braucht doch hinterher nicht jammern wenn sie eintreten

wie gesagt ist auf keinen persönlich gemeint.
hansbaer
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von hansbaer »

filainu hat geschrieben: Also eins kann ich euch hier und jetzt versprechen, wenn ich ausgewandert bin werdet ihr mich nie klagen oder jammern hören, was alles nicht toll ist an schweden (und selbst wenn es da sachen gebe, so wäre ich doch zu stolz mir diese Blöße zu geben, denn irgendwie gesteht man ja damit ein, eben nicht 100 prozentig richtig entschieden zu haben oder sich eben nicht genug informiert zu haben).
Genau das ist die falsche Einstellung. Hier wird allzu gerne der ultimative Vergleich gemacht, welches Land nun das "bessere" sei. Dabei geht es darum gar nicht. Gerade als jemand, der Einblick in beide Welten hat, sollte man den Blick dahingehend schärfen, was die Länder voneinander lernen könnten. Weder sollte Schweden irgendein deutsches System übergestülpt werden noch umgekehrt.

Wer in Schweden leben will und sich vornimmt, dieses Land vollkommen unkritisch zu betrachten, der kann - no offense - genauso gut sein Hirn an der Grenze abgeben. Bei dieser Argumentation "wenn es dir nicht passt, hättest du gar nicht hingehen brauchen" kriege ich Brechreiz. Aktiver Teil dieser Gesellschaft zu sein heißt auch Kritik an Missständen zu üben. Daran ist nichts jammerndes oder klagendes und auch kein Eingeständnis, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.

Dieses Land ist genausowenig perfekt wie jedes andere dieser Erde. Nur weil vieles gut ist, heißt das noch lange nicht, das nichts schlecht ist. Wir tun uns und auch sonst niemandem einen Gefallen, wenn wir so tun, als wäre alles toll, auch wenn dem nicht so ist.
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F.Josef
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von F.Josef »

Also ich habe an anderer Stelle hier schon geschrieben, dass ich vor 2 Jahren nach Schweden gezogen bin und mich hier wohlfühle. Das bedeutet aber doch nicht das ich wegen allem wie es in Schweden läuft Hurra schreien muss - genauso wenig ist alles bäh was in Deutschland passiert. Lasst also die Kirche im Dorf. Es gibt sicherlich noch ein paar Unterschiede innerhalb der Länder der EU - aber diese sind im Regelfall nicht so gravierend, dass man ein Land in Bausch und Bogen verurteilen und ein anderes in den Himmel heben muss - zumall sich diese Unterschiede immer mehr abschleifen. Man mag dies befürworten oder ablehnen. Den Fakt als solchen muss man aber hinnehmen.

Wir sicherlich nicht mehr - aber unsere Enkel werden hoffentlich eines Tages nicht mehr sagen ich will nach Deutschland, Schweden oder sonst einem Land sondern ich will nach Paris, Frankfurt, Stockholm oder sonst einer Region
filainu
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von filainu »

nun, ich trenne da zwischen Kritik und rumjammern......
Framsidan
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

filainu hat geschrieben:nun, ich trenne da zwischen Kritik und rumjammern......
filainu was ist für dich rumjammern oder was ist Kritik???

Als ich vor fast 31 Jahren hierher kam, konnte ich nicht meinen Sturz über die Kellertreppe einplanen/voraus sehen. Auch nicht den autounfall oder dass ich 20 Jahre danach kaum noch gehen konnte......

Ich habe das Gesundheitswesen in und auswendig kennen gelernt, leider gottes.

Aber ich versthe nicht dass so viele Leute alles schlecht machen in D. Ich würd sagen dass derjenige der in D nicht zurecht kommt, auch hier nicht zurecht kommt. Es ist kein Schlaraffenland.
Erst wird ja alles in D schlecht gemacht aber nach kurzer Zeit hier suchen sie nach Landsleute hier. Und am liebsten würden sie dann schweden in Deutschland verwandeln. Da plötzlich wollen sie es wieder haben wie sie es von D aus gewohnt sind. Warum?????

Und obwohl es seit über 39 Jahren meine Heimat ist und ich mich hier wohl fühle, so sehe ich auch das was nicht gut ist. Auf dem Papier ist vieles gut aber die Wirklichkeit schaut immer anders aus.

Ich habe ja auch immer noch starke Anknüpfung an D, also weiss ich auch wie es dort ist.

Filainu normale schmerzmittel müssen wir schon lange selber bezahlen. Z.B. muss ich auch jede Einlage in die Schuhe die ich aus medizinisc hen Gründen brauche, selber bezahlen. Kostet jedes Paar mindestens 200 euros (und man hat ja mehrere paar Schuhe als nur ein Paar).

Wenn du mal 10 Jahre hier gewohnt hast, können wir uns wieder unterhalten.

Framsidan
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von filainu »

framsidan, darauf komme ich gerne zurück

ihr müßt die schmerzmittel für Kinder auch selber zahlen?

ich meine für erwachsene das ist ja klar, aber für Kinder?

kritik heißt, sachlich über etwas zu schreiben, ohne persönliche wertung da diese subjektiv, gejammer ist, hach, da und da war alles besser, hier ist alles so schlecht, hätte ich das gewußt wäre ich nicht hierher gekommen.......

aber in einem stimme ich dir voll und ganz zu:
...Erst wird ja alles in D schlecht gemacht aber nach kurzer Zeit hier suchen sie nach Landsleute hier. Und am liebsten würden sie dann schweden in Deutschland verwandeln. Da plötzlich wollen sie es wieder haben wie sie es von D aus gewohnt sind. Warum?????...

und dann am besten sich beklagen das sie nicht integriert werden und keine Kontakte haben. Ich sehe das genauso, wer es hier in D nicht schafft der schafft es auch anderswo nicht (im Normalfall)

wie gesagt ich will die gesundheitsversorgungssituation in S keineswegs in den himmel heben aber ich denke wenn man seinen wohnort entsprechend wählt kann man schon manche sachen versuchen zu, hm wie soll ich sagen, zu verbessern, im vorfeld zu optimieren?? also ich meine damit, mit zwei kleinen Kindern muß man ja nicht unbedingt ans äußere ende schwedens ziehen wo das nächste krankenhaus 300 km entfernt ist um sich dann zu beschweren das man 4 stunden bis ins nächste Krankenhaus fahren muß..... Und selbst wenn dann im laufe des Lebens sich irgendwelche sachen ergeben, zum beispiel das plötzlich alle krankenhäuser im umkreis schließen, dann muß man es akzeptieren und das beste draus machen, das kann dir in D wie in S passieren. Wie sagt mein Mann immer: nicht rummeckern, Lösungen suchen.......
ennairam
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ennairam »

Hallo, ich bin fassungslos ,was ich hier lese.!!!!Als ich im Forum Anfang des Jahres mich darüber ausließ, waren die Meinungen fast nur Positiv und ich war mit neg.Fakten fast alleine. Plötzlich ein wahres Bild. Danke, dass Ihr den Mut habt, zu schreiben ;aber erst nachdem Karsten den Artikel schrieb.
In D. muß man lange warten;wenn es ganz spezielles gibt. Ansonsten : Ich rief vor meiner Reise nach D die Praxen an. Also ,Mittwoch Ankunft,Donnerstag früh zur Besprechung wg Darmspiegelung. DANN DER nächste Termin um 10. dann um 15 Uhr.Freitag früh Labor, Arzt. Montag 2 Ärzte und Orthop.Geschäft. Dienstag 2 Termine ,neue Brille, Darmspiegelung 1,5 Wochen später,da der Arzt auch mal ne Pause braucht.Klar hatte ich Verständnis.Keinen Cancer.Ich hatte gesagt, dies alles in S hätte wohl 8-12 Monate gedauert. Zwischendurch zum Zahnarzt, 3 Mal Überraschungen. in 2 Städten. Zuvor eine Woche und 2 Wochen vor Abreise in S. Sofort und gut. alles weil die Füllungen und die Wand nicht hielt .Wer hat schuld ?? Mein armer Zahn.In einem Jahr hoffentlich nicht mehr soviel Besuche. So dies zum ach so schlechtem D. Gesundheit ist in allen Ländern WAHNSINNIG teuer. Wie finanzieren ? In S übrigens ist die Wartezeit zu verkürzen, indem man bezahlt, es wurden Milionen Skr benannt in den Nachrichten!!!! gELD STINKT NICHT!!!!!
Zu der Meinung einer anderen Teilnehmerin. Ich zahle lieber meinen monatl. Beitrag,als plötzliche Ausgaben z u haben in einem ungünstigen Tag !!
Apropo: Diejenigen ,die in D versichert sind, und schnell mal in S das Pech haben, zahlen mit, das dortige System zu erhalten ;auch über die 25 % steuer und hast du ein krankes Tier, sind gleich 300Skr fällig. tSCHÜSS
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Yvonne »

HAst du die ganzen Sachen in D selber bezahlt oder zahlt das deine Kasse hier in Schweden???
Wenn du es nämlich seöber bezahlt hast, dann ist es auch kein Wunder das du so schnell einen Termin überall bekommen hast. Denn Privatpatienten sind Gold wert für die Ärzte. An denen können sie richtig verdienen und nicht an kleinen Kassenpatienten.
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Aelve
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Aelve »

Hallo,

ich stimme Filainu zu, dass es nicht angehen kann, nach kurzer Zeit in einem Land, welches man sich selber als Heimat ausgesucht hat, alle Dinge schlecht zu machen und nur zu jammern. Ich finde es nicht schlimm, wenn man auch negative Dinge benennt, die es in einem Land gibt, aber man muß sich davor hüten, in einen Jammerstatus zu verfallen, nur weil es auch negative Dinge in einem Land gibt. Das Leben besteht ja nicht nur aus einem Strauß stets toll blühender Blumen, sondern in dem Strauß gibt es auch welke Blumen oder Blumen, die nicht so hübsch wie andere Blumen sind. Die Lebensqualität besteht darin, dass man insgesamt zufrieden ist, man hat viele Dinge, die man nicht so gut findet aber mehr Dinge, die einem zusagen, dann kann man zufrieden sein. Wenn ich an Schwedens Vor- sowie Nachteile denke, dann ist der Strauß aller Ding mehr voller positiver Seiten als negative Seiten vorhanden sind.
Es ist doch nicht anders mit einem Arbeitsplatz, wenn man sich dort total unglücklich fühlt, dann wechselt man in eine andere Firma. Dann kann man dort doch nicht darüber jammern, dass man morgens früh aufstehen muß, dass man eine Fahrt zur Arbeitsstelle vor sich hat, dass man fast den ganzen Tag von zuhause fort ist. Das sind Sachen, die weiß man vorher, es gibt keine Arbeitsstelle, wo man NUR ein dickes Gehalt einstreicht, sonst aber nach Belieben zuhause bleiben kann. Also weiß ich, dass überall Leistung erbracht werden muß. Fühlt man sich aber auf einer neuen Arbeitsstelle insgesamt anerkannt und gut bezahlt, dann wird man auch nicht die Sachen bejammern, die man vorher wußte, dass sie bei der Firma so sind.

So ähnlich stellt sich für mich eine Auswanderung dar, ich weiß, dass ich mich dort anstrengen muß, evtl. sogar anfangs noch mehr als vordem im eigenen Land, wo ich keine Sprachprobleme hatte. Wenn ich auswandere, um die besseren Bedingungen eines Landes in Anspruch nehmen zu wollen, dann weiß ich, dass ich dann auch die damit verbundenen Nachteile bekomme. Selbstverständlich kann man diese für einen selber negativen Dinge aufzählen, aber man sollte sich hüten, das Land was man selber aus irgendwelchen Gründen verlassen hat, plötzlich in den Himmel zu heben. Es mag in der Natur des Menschen sein, dass er fast nur die Nachteile wahrnimmt, aber man sollte sich doch stets vor Augen führen, dass man nur von einem System in ein anderes System gewechselt hat, ohne dass man erwarten konnte, dass alles für einen optimal ist.
Mir würde es reichen, wenn der Strauß der gesamten Dinge in Schweden insgesamt mehr blühende Blumen hat als verwelkte Blumen, so dass man sich insgesamt an dem Strauß freuen kann und nicht über die wenigen verwelkten Blumen sich ärgern muß.
Sollte es jedoch so sein, dass im Land, wo ich hingezogen bin, tatsächlich sich für mich der Strauß nur noch als verwelkt darstellt, dann würde ich in der Tat darüber nachdenken, mich nochmals zu verändern - ähnlich wie ein Firmenwechsel, den man ja in seinem Leben auch öfter vollzieht, einfach um verschiedene Systeme kennenzulernen, daraus auch zu lernen und letztendlich das für einen selbst zufriedenstellende Leben zu finden.

Grüße Aelve
So arbeiten, als könnte man ewig leben. So leben, als müsste man täglich sterben.
filainu
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von filainu »

danke Aelve, du hast meine Worte viel blumiger dargestellt :-) ich kann deine ausführungen voll und ganz so unterschreiben
ennairam
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ennairam »

Hallo Yvonne,nein, ich war und bin nie Privatpatient gewesen. Ich bin in D. weiterhin gemeldet ,eben weil ich DIE Ärzte haben möchte und nicht einen von der Vârdzentrale wo ALLE HIN MÜSSEN UND MEIST EINE fACHRICHTUNG HABEN:
Das Schärfste( ich schrieb esvor 2-3 Monaten IM fORUM) das mir gynäkologisch unpäßlich war,ich zum Allg.Doc geschickt wurde. Ich verlangte immer wieder einen Termin für nen Gyn.Die Schwesterwollte mir einbleuen,es sei nicht Gyn. Da ist mir die Hutschnur hochgegangen und sagte ihr,das ichauch vom Fach sei und mich nicht für dumm verkaufen soll. Odysse kurz gehalten. Letztendlich nach 1 Monat mit Bitte,bitte, in einem anderem Krhs kam ich gleich ran. Sei schon fortgeschritten.Tja entgegnete ich, es sei ja NICHT gynäk. und normalerweise bin nach 3 Tagen geheilt.Aber das SYSTEM hier zwingt einem länger krank zu sein. Ich brauche auch Einlagen, framsidan, aber ich bekomme jedes Jahr welche und EIN sCHUH WIRD erhöht nach einer OP:Sonst war es viertelj.2Paar Schuhe,dies jetzt im Jahr. Hast Du etwas besonderes? Ich frage selbstverstädl.nicht um Deine Diagnose Mit der Vorsorgeuntersuchung verstehe ich hier nichts.Ich habe noch nie etwas bezahlt. Liegt eine Krebserkr. in der Fam. vor ,ist man dran ohne Kosten, z.B.ebenso Knochendichtemessung.Ich habe das Gefühl, dass Eure Ärzte auf Ihr Budget schielen. Ich bin wirklich bei versch. Ärzten aber so ezwas --nein. Spezialisten gibt es nicht wie Sand am Meer,daher ist eine längere Wartezeit da. Es haben sich leider ,da es viel besser bezahlt wird, viel mehr Ärzte privat niedergelassen. Sprecht doch mal die Krankenkassen an, nicht mit einer Pippifaxdame, sondern etwas höher. Weshalb sagen meine schwed.Freunde,bleib in D ,oder fragen mich, ob sie sich dort operieren lassen können.Der Wind ist scharf geworden in D aber noch ist es besser. Damit einer der Mitglieder mir damit ankommt, auswandern und nicht mit letzter Konsequenz. Ich fühle mich NICHT als solche, ich bin Eu Bürger und ich will absolut kein Schmarotzer sein,da ich nicht eine müde Krone an Steuer bezahle.Dies wird in D bezahlt. Ich wünsche Euch wirklich viel Glück und fragt bei den Kassen nach. Mehrere.Tschüss
ennairam
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ennairam »

Hallo Aelve Kompliment!!! Sehr gut formuliert und ein hübscher Vergleich. Bin gleicher Meinung. Als ich in den sehr südlichsten Gefilden der Welt einige Jahre wohnte, kam mir NIE die Idee, zu vergleichen. Meine Meinung ist mit Sw.und Nachbarn-wir sind uns zu ähnlich .Wieviel sind Urschweden ? Fast die Hälfte sind seit annodunnemals als D,Belgier ect. eingesiedelt.Gehst Du z.B.nach Asien kommt man nicht auf die Idee zu vergleichen ,versteht Ihr wasich meine ,könnt Ihr mir da zustimmen ?
uND-SORRY-aber die schwed. Regierung macht es uns auch vor: WILL JA AUCH IMMER BESSER SEIN ALS DIE anderen ."Wir sind die Ersten--Wir müssen es den Anderen zeigen " ect.Kritik kann man auch nicht vertragen. Da müssen Coaches den Firmen beibringen ,wie man mit Kritik umgeht. Kenne ich persönlich eine. Tschüss
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Yvonne »

Ennairam, wenn du weiter in D gemeldet bist dann hast du wirklich auch Glück gehabt das du so schnell Termine bekommen hast.
Ich habe bis Juni diesen Jahres selber bei einem Arzt in D gearbeitet und weiß wie es ist Termine zu bekommen bei anderen Ärzten. Ich habe auch immer schnell Termine bekommen nachdem ich denen gesagt habe bei wem ich arbeite. Da habe ich mal meinen Bonus ausgespielt. Aber für einen Augenarzt Termin zum Beispiel mußte ich auch 6 Monate warten.
Ich habe mal für einen Patienten bei uns bei einem Orthopäden angerufen, weil dieser starke Rückenschmerzen hatte. Tja sie boten mir 2 Wochen später einen an obwohl ich in dem Moment als "Arztkollege" angerufen habe. In der Stadt in D wo ich gearbeitet habe gibt es 6 Orthopäden. NAch meinem 5.Anruf habe ich erst einen Termin bekommen für den gleichen Tag und da waren Wartespannen von 2 Tagen bis 6 Wochen für jemanden der starke Rückenschmerzen hatte. Das ist auch nicht normal. Und man kann auch nicht für jedes bißchen ins Krankenhaus fahren in D.
Hier in Schweden hatte ich bis auf die Ohrenschmerzen von meinem Freund noch keinen akuten Fall gehabt. Liegt vielleicht auch daran das wir erst dann zum Arzt gehen wenn es wirklich nicht mehr kennt und ich nicht mehr weiter weiß was man noch machen kann.

In Norwegen ist das Ganze auch nicht besser. Da hatte ich vor 5 Jahren mal einen kleinen Unfall beim Zelten. Bin umgeknickt und wir sind auch sofort zu einem Arzt gefahren. Naja mir kam das alles schon etwas komisch bei dem vor denn der war auch alles. Der guckte sich meinen Fuß an von weitem wohl gemerkt und meinte das sei nur eine Verstauchung. Ich sagte ihm da gleich das es ein Bänderriss ist, weil ich so was schon mal hatte. Er blieb bei seiner Meinung das es eine Verstauchung ist. Verband drum und nach ein paar Tagen würde alles wieder gut sein. Ich gab mich aber mitd er Diagnose nicht so zu frieden und wir sind dann noch ins Krankenhaus gefahren was etwas weiter weg war. Die Wartezeit betrug dort 2 Stunden bis eine Schwester meinen Fuß ansah. Dann noch mal 1 1/2 Stunden bis ich zum Röntgen kam und dann nochmal 3 Stunden bis ich das Ergebnis vom Arzt bekam das es sich um einen Bänderriss handelt. In der ZWischenzeit hatte mein Fuß sämtliche Farben schon mal duch gehabt.
Also überall ist es nicht so rosig mit dem Gesundheitssystem.
ennairam
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von ennairam »

Hallo Yvonne, ja das stimmt. "Meine" Augenärztin teilte mir letztes Jahr mit, als ich mit SOS bei Ihr war, sie jetzt 3 Monate Wartezeit hat.UFF !!Bei denOrthopäden dAVON 2 Handchirurgen,,die mich vor Jahren 2 Mal operierten sind 2-3- Monate ausgebucht. Spezialisten in der ganzen Welt und operieren.Haben jetzt 2 Orthopäden ,1 Chirurg. Eine Gemeinschaftspraxis .Somit ist man gut aufgehoben ,da die Ärzte untereinander hinzuziehen können. Natürlich -vollen Warteraum ,ich hatte nie Probleme. Kam zur Zeit dran.Die Internistin plus Naturärztin hat noch nie Anmeldungen angenommen. Ich gehe hin ,wie es mir passt.Bewährt sich.11 Jahre bin ich dort. Also liegt es an der Einteilung.Gyn kam ich fix ran.Nicht weil durch Zufall 2 Ärzte mit mir im Krhs arbeiteten.Alles ohne Vitamin B.Ein viel benutztes ,wie man weiß ?? zAHNARZT EBENSO GUT; GENAUSO IN Schweden die gleiche Art. Scheint hier aus dem Vârdkatalog zu fallen, Gott sei Dank.
buecke
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von buecke »

Hej!

Ich möchte mich aus derartigen subjektiven Diskussionen gern zurück halten. In Schweden ist das Gesundheitssystem eben anders aufgebaut als in Deutschland.

Allerdings möchte ich eine Sache korrigieren, die im Anfangsbeitrag falsch dargestellt wird: die Kosten von Zahnarztbesuchen. Es stimmt nämlich nicht, dass man diese Kosten komplett selbst tragen muss.

Kinder und Jugendliche bis einschl. 19 Jahren zahlen nichts für Zahnarztbehandlungen.

Ab 20 Jahren erhält man jährlich einen Zuschuss und ist vor extremen Kosten durch den Höchstkostenschutz geschützt.

Der jährliche Zuschuss beträgt 300:- kr für Personen zwischen 20 und 29 Jahren sowie ab 75 Jahren. Zwischen 30 und 74 Jahren ist der Zuschuss 150:- kr jährlich.

Der Höchstkostenschutz gilt jährlich und funktioniert (etwas vereinfacht) folgendermaßen: bis 3 000:- kr zahlt man die Behandlungen selbst, für Kosten zwischen 3 000:- kr und 15 000:- kr erhält man einen Zuschuss in Höhe von 50 % und für Kosten über 15 000:- kr erhält man 85 % Zuschuss.

Viele Grüße
buecke
gjanosch
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von gjanosch »

wie verhaelt sich das eigentlich bei sogenannten "chronikern". kann man, wenn man als solcher registriert ist, genau wie in daenemark,
seine medikamente bei der fuer einen zustaendigen apotheke einfach abholen? oder muss man jedesmal wieder neu den arzt konsultieren?

mein mann und ich muessen taeglich 4 bestimmte medikamente einnehmen.

lg gabi
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von Framsidan »

Nur 4 Medikamente? Schätze dich glücklich.

Wenn man gewisse Medikamente imme rnehmen muss, schreibt der Arzt im Rezept dass man es 4X holen kann. Man kriegt nie mehr Medikamente als für 3 Monate notwendig sind.

Nun habe ich ja seit 18 Jahren den gleichen Hausarzt und da ist das alles ziemlich einfach. Man soll sich einen Hausarzt suchen zu dem man immer geht, nicht von einem zum anderen rennen, dann baut man ein Vertrauensverhältniss auf und das hilft.

Du kannst in jede Aptotheke gehen. Die meisten Rezepte gehen heute online und man kann sie in jeder Xbeliebigen Apotheke abholen. Ich lasse mir zwar meine Rezepte immer noch ausdrucken aber vom Arzt gehen sie online aus.
gjanosch
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Re: Wohlfahrtsstaat Schweden und die Not des Gesundheitssyst

Beitrag von gjanosch »

ja da hast du recht!! hatt aber auch 4 jahre gedauert bis ich endlich richtig eingestellt war. und das ein oder andere
medikament konnte nur ausgeschlichen werden.glueck gehabt!

aber alles andere ist genauso wie in danemark. also keine probleme. alles andere sieht man ja dann vorort.

danke schoen

lg gabi
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