Sonnig, windig bis stürmisch, morgens vereinzelte Wolken bis bewölkt.
Wir sind früh gestartet. Bereits um 6:30 Uhr waren die ersten Bauarbeiter vor Ort. Ohne Frühstück fuhren wir bis zu einem Rastplatz hinter Dals-Ed, wo wir dies in aller Ruhe ohne Zuschauer nachholten.


Danach ging es auf direktem Weg nach Hunnebostrand, zu einem angeblichen Parkplatz am Yachthafen, auf dem man mit Wohnwagen und Wohnmobilen über Nacht und mehrere Tage gegen eine geringe Gebühr stehen bleiben darf. Beim zweiten Anlauf fanden wir ihn – nachdem wir nach Ramsvik gefahren waren. Dort hatten wir einen schrecklichen Campingplatz angesehen, der eher einem Parkplatz glich. Dafür hätten wir stolze 250 SEK/Nacht bezahlen müssen und obendrein den uns angewiesenen Platz, dank eines langen Wohnmobils, nur mit Millimeterarbeit um eine Ecke rückwärts, wenn überhaupt erreicht hätten … es war dort einfach SCHRECKLICH – wo war ich stehen geblieben??? Beim zweiten Anlauf also fanden wir den Parkplatz in Hunnobstrand, nur um festzustellen, dass man dort tatsächlich 125 SEK//Nacht + Strom bezahlen sollte und Wohnwagen nicht mehr erlaubt waren.
Kurz vor Bovallstrand:


Noch kurz getankt und dann ab Richtung Smögen / Kungshamn und den nächsten Campingplatz anschauen (die haben dort so schöne Naturreservate, nur darf man in der Küstenregion Bohusläns nicht mehr wild campen – zumindest stehen überall Verbotsschilder).
Auf dem Solviken Campingplatz bei Väjern sind wir schließlich gelandet. Neues Sanitärgebäude mit Familienbädern, sogar mit Badewannen, noble Ausstattung. Im Vergleich zum Norden sind die Campingplätze hier alle teuer, immerhin liegt dieser Campingplatz etwas windgeschützt in den Schären und macht einen netten Eindruck. Während der Hauptsaison ist es hier garantiert auch sehr eng, dann steht auch Wohnwagen an Wohnwagen – ein Parkplatz auf einer Wiese. 500 m entfernt befindet sich ein Badestrand … nein, diesmal bin ich nicht baden gegangen, ich hab’s nicht so mit den Quallen im Meer, außerdem war es recht stürmisch und das Meer aufgewühlt. Vom Wohnwagen aus konnte wir über ein Stück Meer nach Smögen und Kungshamn sowie zur Brücke schauen, die Smögen mit dem Festland verbindet.
Erster Ausflug in die "Solviker" Schären:




Am Nachmittag machten wir dann noch einen Spaziergang durch einen kleinen Teil von Smögen und dessen Hafenpromenade.





In Smögen wurde gerade die Hafenpromenade restauriert und auf der anderen Seite etwas gesprengt. Zum ersten Mal hörten wir diese Signaltöne, die vor einer Sprengung erfolgten. Naja, zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht was das zu bedeuten hatte ... nach dem Knall schon
Anschließend fuhren wir nach Kungshamn (nebenbei bemerkt, die Hafenpromenade von Smögen ist dank der kleinen, gut gepflegten Lagerhäuser viel schöner).
Ausblick von der Brücke auf Smögen:

Schließlich sind wir im Naturreservat Bua „gelandet“. Es war sehr schön dort und von den betriebsamen Fischerorten war nichts mehr zu spüren. Rot-graue Felsen, türkisfarbenes Meer, in der Ferne hübsche schwedische Häuser, Felsen, Büsche, blühende Sträucher, Heide, Bäume, Sandstrand, Muscheln und wegen des Windes auch Wellen.




Nach dem Abendessen machten wir noch einen Spaziergang zur Badestelle des Campingplatzes in den Schären. Inzwischen war es noch stürmischer als zuvor. Kleine Steine und Sand flogen wie Geschosse durch die Luft, dort wo sie direkt auf die Haut trafen, tat es richtig weh. Auch Fotografieren war kaum möglich, keine Chance, die Kamera ruhig zu halten, das Stativ wäre mitsamt Kamera umgefallen.



Trotz der hohen Wellen schwamm eine Kanadagänsefamilie von unserer Uferseite zur gegenüberliegenden. Wesentlich ruhiger hatten es da schon die Graugänse in der geschützten Bucht direkt am Campingplatz.


Am Abend zogen Wolken auf und es tröpfelte ein wenig. Dafür lies der Wind ein klein wenig nach, war aber immer noch so stark, dass er die zusammengerollte Markise in der Schutzhülle immer wieder anhob und gegen die Wohnwagenwand fallen lies.
11. Juni
Sonnig, normale Windstärke, nachmittags ein paar Wolken und eine kleine Regenschauer, am Abend ein wunderschöner Sonnenuntergang
Am Vormittag bis zum frühen Nachmittag unternahmen wir eine etwa 40 km lange Radtour. Zunächst entlang der Küste (Hunnebostrand, Bovallstrand und Bottnafjord) und schließlich etwas durchs Inland (beim Tåsteröds Stora Vatten nach Brådal, Tossne, Askum und dann über Ödby wieder zurück).
Der Gegenwind machte mir insbesondere auf dem Rückweg zu schaffen. Weshalb ich dann auch sauer wurde, erst fuhr Manuel in meinem Windschatten, dann wollten wir tauschen, aber nach kurzer Zeit wurde er mir zu schnell, so dass ich nicht hinterher kam … und er fuhr als weiter und weiter. So musste ich mich doch wieder durch den Wind kämpfen.
Die Küstenstraße ist zu stark befahren für eine Radtour (und das bereits außerhalb der Saison), Radwege gibt es leider nur in den Ortschaften.
Am Nachmittag (mein Zorn war schnell „verraucht“) fuhren wir nach Lysekil. Dort sahen wir uns die Gamla Stan an. Wir mögen diese alten Fischerhäuser in den engen Straßen und verwinkelten Gassen.


Vom Aussichtsturm bei der Kirche erstreckt sich ein weiter Rundumblick über Lysekil und die Schären.



Die restliche Stadtbesichtigung machten wir mit dem Auto. Am Havenhus steht ein hübsches, verwinkeltes und verschnörkeltes altes Haus mit einigen Türmen und vielen Blumen im Vorgarten … wunderschön.
Wieder zurück auf dem Campingplatz las Manuel weiter und ich wanderte über die Schären und entdeckte dabei einsame Ferienhäuser, nur zu Fuß oder per Boot zu erreichen.







Direkt neben den Hauptzentren ist es an der Schärenküste sehr ruhig und idyllisch. Die Landschaft kann man teilweise mit den norwegischen Fjorden vergleichen, nur dass die Berge nicht hoch sind.
Am Abend genossen wir den wunderschönen Sonnenuntergang zwischen den Schären. Es dauert hier so lange, bis die Sonne untergegangen ist. Bei uns zu Hause geht das immer so schnell. Wir setzten uns auf einen blank geschliffenen Felsen. Am Vortag bei den starken Wellen schien zur Meerseite hin ein Teil abgebrochen zu sein.











Ich habe bisher nur davon gelesen, aber wenn man erst einmal einen kleinen Sturm dort erlebt hat, begreift man erst richtig, was die vorgelagerten Felsen im Meer, die Schären, für gute Wellenbrecher sind und das Land sowie die Häuser am Meer so zuverlässig vor dieser Naturgewalt schützen.
12. Juni
Sonnig und warm, später vereinzelte Regenwolken
Wenn "er" erst einmal drauf hingewiesen wird, dass er doch vielleicht besser ist die Karte von der westl. Schärenküste nimmt, funktioniert auch die Routenplanung ;o)

Die Rückreise geht weiter. Vom Campingplatz aus fuhren wir über Orust und Tjörn (wobei wir auf Orust einen kleinen Rückfahrauffahrunfall hatten (ärgerlich, aber man ist ja versichert) gen Süden. Shit happens, vor allem, wenn mehrere Dinge aufeinander treffen. Der Unfall war nur Blechschaden, bei unserem Wohnwagen ist die Stoßstange etwas eingerissen, was wir zu Hause mit Silikon, einem Netz und weißem Klebeband wieder repariert haben, und am gegnerischen Fahrzeug war die Motorhaube eingedruckt, Scheinwerfer beschädigt und Kratzer an der Stoßstange. Älter Renault, denke mal wirtschaftlicher Totalschaden … dabei dachte ich immer, die Wohnwagen sind aus Pappe. Kennt Ihr die Werbung von Renault, wo ein angedeutetes deutsches Fabrikat (Weißwurst), und noch andere in Form von Nahrungsmitteln gegen eine Wand fahren? Nur das Baguette kommt gut weg … Also ich weiß ja nicht, wenn schon ein Wohnwagen stabiler ist …
Die Landschaft ist auf den beiden Schäreninseln sehr schön, vor allem mit solchem Wetter! Nach einer kurzen Strecke auf der Autobahn (E6) fuhren wir noch mal an die Westküste zum Naturschutzgebiet Getterön.




Getterön gehört zu den besten nordeuropäischen Vogelwarten. Um die 170 Arten brüten oder rast hier regelmäßig. Im Frühling und Herbst sammeln sich große Mengen von Watvögeln und Schwimmenten. Im Winter dient Getterön als Zuflucht für Arten wie Seeadler, Wanderfalke, Zwergsäger, Eisvogel, Zwergtaucher und Rohrdommel. Bis zum Jahre 2001 sind insgesamt 327 Vogelarten beobachten worden. Getterön ist für Besucher gut hergerichtet mit mehreren Verstecken, Vogeltürmen und Beobachtungsplätzen.
Während wir uns in einem der Beobachtungstürme befanden und die zahlreichen Vögel draußen beobachteten, besuchte uns ein Schwalbenpärchen. Trotz allem muss ich zugeben, dass der Tåkern um einiges schöner ist, vor allem ruhiger. Der Straßenverkehr konnte man hier überhaupt nicht ausblenden.
Beim Sönderåsen Nationalpark wollten wir gerne übernachten, es war leider nicht erlaubt. Trotzdem sind wir über einen Holzsteg um einen See spazieren gegangen. Wir fühlten uns wie zu Hause, Buchenwald und Geröllhalden.
Ein paar Kilometer entfernt am Rastplatz Hasslebro konnten wir schließlich stehen bleiben. Ich machte noch eine kleine Radtour von etwa 14-15 km über Hallaröd und musste dabei doch tatsächlich feststellen, dass Skåne auch schöne Gebiete hat. Es lohnt sich, wie so häufig, mal das „Hinterland“ aufzusuchen. Ruhig gelegene, schöne Häuser und Höfe, Wiesen, Wald und etliche Steinmauern. Wald, ab und zu so dicht, dass fast jegliche Lichtstrahlen verschluckt werden. Während der Tour habe ich einen Feldhasen, ein Wildschwein und 4 Wildkaninchen gesehen. Viele Höfe haben Pferde und Ponys. Von Gestüt kann man aber noch nicht reden. Leider hatte ich keinen ausreichend großen Parkplatz gefunden, wo wir hätten alternativ zum Rastplatz stehen bleiben können.
13. Juni
Sonnig und warm
Von Hasslebro aus fuhren wir nach Falsterbo ganz im Süden Skånes. Lt. einer Hinweistafel sollte es dort schöne kleine Fachwerkhäuser geben … und in Skanör. Wir entschieden uns für Falsterbo, wahrscheinlich sind in Skanör mehr davon.
Falsterbo ist ein Ferienort, ähnlich bei uns in Deutschland Timmendorf. Wir fuhren durch eine Straße mit Fachwerkhäusern und fanden eine Parkplatz für unser Gespann.
Nach einer Weile fanden wir auch den Strand und einen alten Leuchtturm, der Weg zum Meer und den Dünen führte über einen Golfplatz. Wir gingen etwas am Strand entlang. An einigen Stellen stehen winzige Häuser nebeneinander in den Dünen.







Wir holten uns ein Eis und machten uns wieder zurück zum Auto. Schwäne gibt es hier am Meer sehr viele, auch bei Höllviken.
Direkt an der Küste entlang fuhren wir nach Trelleborg. Angekommen kauften wir erst einmal Vorräte ein. Danach ging es nach einer kurzen Pause auf dem Rastplatz zum Fährgelände. Um 17:00 Uhr waren wir auf der Fähre und saßen weniger später bereits im Whirlpool. Die Fähre legte 20 Minuten zu spät ab und kam dementsprechend spät in Travemünde an.


Das war alles - Ihr dürft gern über uns Lachen, machen wir auch
Ich schreibe unser Reisetagebuch immer schon während des Urlaubs um die Eindrücke möglichst frisch festzuhalten, damit nichts verloren geht. Das schließt alles ein: Lustiges, Schönes, weniger Schönes, Missverständnisse, Fehler und dieses Jahr auch leider mal einen Unfall. Wo ich auch schon da bin, was ich sagen wollte. Es handelt sich um Eindrücke, die zu diesem Zeitpunkt entstanden sind und damit keine Allgemeingültigkeit besitzen! Ich will niemanden auf die Füße treten, das eine oder andere ist vielleicht etwas ungeschickt ausgedrückt. Macht mich drauf aufmerksam, dann wird es geändert.
Schweden ist toll, Norwegen auch!














