Bewölkt bis sonnig; gefühlte Temperatur ähnlich wie am Vortag (4°C - 8 °C), vielleicht etwas wärmer.
Mit den Fahrrädern fuhren wir bis nach Käringsjön über eine gut befestigte Forststraße. Anscheinend kann man auch bis dort mit dem Auto fahren, wenn man eine Gebühr für die Straße zahlt und auch für den Parkplatz bei dem Hof.
Es ging bergauf und bergab, wie wir es von Schweden gewohnt sind. Zwischendurch immer wieder Ausblicke über Moore, Wälder und Seen zu den entfernten weißen Bergen. Der Eindruck, dass der Mysklan noch viel Wasser führte bestätigte sich nur wenige Kilometer hinter dem Rastplatz. Ein sumpfiges Gebiet mit Birken hatte sich in einen kleinen See verwandelt, die Stämme der Birken waren von Wasser umgeben. Sah richtig gut aus.


Aber auch bei der späteren Wanderung erhielten wir genügend Hinweise darauf, dass der Wasserstand zu anderen Zeiten nicht ganz so hoch ist wie nach der Schneeschmelze.
Eigentlich wollten wir nur ein kleines Stück des Weges zur Rogenstugan gehen, aber es lief sich so gut, dass wir dem Weg folgten bis wir dort ankamen. Es ging über Wurzeln und Steine, Stege und sumpfiges Gebiet. Durch Wald und Moor, vorbei an Seen und felsigem Terrain. Schon bevor wir die Rogenstugan erreichten sahen wir den mit Eis bedeckten See still unter uns liegen und wie er am Horizont von hohen schneebedeckten Bergen und Wäldern umgeben wurde. Hier und da hörte man das Rauschen von größeren Bächen in der Ferne und das gluckern von kleineren direkt in unserer Nähe.



Der erste Blick auf den Rogen

Die Rogenstugan liegt direkt am riesigen See Rogen. Leider konnten wir nur durch die Fenster schauen, weil die Räume abgeschlossen waren. Nur für Notfälle war der Eingangsbereich geöffnet. Darin befanden sich Wolldecken, ein Telefon (der Wanderweg führte immer der Leitung entlang) und Nahrungsnotrationen. Aber der Blick durchs Fenster … wow … nobel, nobel. Es gab dann noch eine Sauna und eine extra Stelle für Abwasser.


Die Sauna!
Am Rogen hatten wir herrlichstes Wetter. Sonne und richtig schön warm. Der See selbst war noch zugefroren und auch rund herum war noch alles verschneit. Nur nicht bei der Hütte. Die Sonne hatte dort den Schnee schon verschwinden lassen, die Ameisen waren sehr aktiv und es grünte schon.











Es war absolut still, nur der Gesang der Vögel und das Rauschen des Windes war zu hören. Ein richtiges Paradies, die Landschaft ein Traum. Was wäre ich so gern geblieben. Wären wir doch nur drauf eingerichtet gewesen und die Ausrüstung dabei gehabt. So mussten wir schweren Herzens den Rückmarsch antreten (5 km einfache Strecke Wanderung und 6,5 km einfach mit dem Fahrrad).

An diesem Abend war ich so platt, keine Kraft mehr, hätte am Tisch einschlafen können. War doch etwas viel und ungewohnt gewesen in den letzten Tagen.
Später am Lagerfeuer konnten wir dem Biber dann beim Bauen zusehen. Inzwischen hatte es auch hier aufgeklart, klarer Himmel und ein schöner Sonnenuntergang.

Der Biber hat zugeschlagen ... und uns die dicken Stämme liegen gelassen.





In der Nacht wachte ich um 1:00 Uhr wieder auf und der Himmel war am Horizont immer noch oder schon wieder eingefärbt, als kündige er den nahenden Sonnenaufgang an. Die Sonne ging hier gegen 22:45 Uhr unter, und das auch nur ganz langsam. Danach dämmerte es lediglich. Der Sonnenaufgang zieht sich ebenso lang hin und die Farben … ein Genuss. Ich glaube, dies gehört zu den Dingen, die mich mit am Meisten am Norden faszinieren.
Noch ein paar Informationen zum Rogen Naturschutzgebiet:
Niedrige Gebirge, blockige Moränenrücken, uralte Kiefern, von Flechten überwachsen und eine Menge fischreicher Seen, geben der südlichsten Wildnis Schwedens ihren Charakter.
Das NSG Rogen ist ungefähr 500 km2 groß. Es wurde 1978 gegründet, um diese besondere Wildnis zu schützen. Das NSG Rogen grenzt im Süden an das Långfjäll NSG und im Westen an den Femundsmarka Nationalpark in Norwegen. Der höchste Berg heißt Brattriet und liegt über 1276 Meter über d. M., die übrigen Gipfel sind zwischen 1000 und 1200 Meter über d. M. Rogenmoränen mit großen Steinen breiten sich vielerorts in flacheren Teilen der Landschaft aus. Die Moränenrücken sind 30-40 Meter hoch und winden sich mehrere Kilometer durch die Landschaft.
Der Boden ist felsig und enthält nur wenige Nährstoffe. Das Klima in Rogen ist trocken. Dies sind keine guten Voraussetzungen für eine reiche Flora. Die gattungsarme Pflanzenwelt zieht eine gattungsarme Tierwelt nach sich. Trotzdem ist das NSG wichtig für einige bedrohte Tierarten. Drei große Raubtiere, Bär, Vielfraß und Luchs, leben in Rogen (wir haben keines dieser Raubtiere gesehen). Jeden Winter kommt der einzige Moschusstamm Schwedens auf Besuch (die waren anscheinend auch schon wieder weg). In einigen Gewässern kommen Fischotter vor und mit ein bisschen Glück können Sie Steinadler und Rauhfussbussard über die Landschaft fliegen sehen (Information zitiert aus dem Informationsblatt, das am Naturreservat ausliegt).
Ich hoffe, es kommt einigermaßen rüber, was das Naturschutzgebiet Rogen für ein Paradies ist.














