Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

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Karsten
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Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von Karsten »

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hat den Doppelanschlag in Norwegen als „rücksichtslose und feige“ verurteilt. Das Geschehene sei vermutlich das schrecklichste Gewaltverbrechen in der Geschichte des Nachbarlandes. „In dieser schweren Stunde müssen wir alle gemeinsam für das einstehen, was wichtig ist: für Demokratie und Offenheit“, sagte Reinfeldt am Samstagvormittag auf einer Pressekonferenz. „Unsere Gedanken gelten heute Norwegen“, so Reinfeldt weiter. Das Geschehene zeige, dass die offene Gesellschaft überaus angreifbar sei. Keine Demokratie könne davon ausgehen, von einer derartigen Wahnsinnstat verschont zu bleiben.

Reinfeldt selbst hatte als Jugendlicher an ähnlichen Lagern teilgenommen, wie jenes der norwegischen Jusos auf der Insel Utöya. Reinfeldt forderte zu Respekt gegenüber jungen Menschen auf, die sich politisch engagierten.

Auf Utöya ist die Zahl der Toten inzwischen auf 84 angestiegen. Polizei und Rettungskräfte suchen in Inselnähe weiter fieberhaft nach Überlebenden. Vermutlich wird die Zahl der Todesopfer weiter steigen. Das Attentat in der Osloer Innenstadt kostete sieben Menschen das Leben.

(Quelle: Radio Schweden)
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Karsten
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32-jähriger Rechtsextremist festgenommen

Beitrag von Karsten »

Die norwegische Polizei hat noch am Freitag einen 32-jährigen Mann festgenommen, der des Doppelanschlags verdächtigt wird. Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter sind bereits eingeleitet. Bei dem Mann handelt es sich um Anders Behring Breivik, der seine rechtsextreme Überzeugung unter anderem auf Facebook kundgetan hatte. Sein Motiv sei „christlich-fundamentalistisch“ motiviert, so die norwegische Polizei.

Behring Breivik ist in keiner rechtsextremen Vereinigung aktiv. Allerdings machte er sich in Diskussionsforen auf islamkritischen Seiten einen Namen als Gegner der multikulturellen Gesellschaft. Der mutmaßliche Täter absolvierte seinen Militärdienst bei den norwegischen Streitkräften. Er ist Mitglied in einem Schützenverein in Oslo und hat mehrere Schusswaffen in seinem Besitz. Zuletzt hatte Behring Breivik verschiedene Unternehmen im Bereich Gemüsezucht betrieben. Möglicherweise konnte sich der 32-Jährige auf diesem Weg größere Mengen Kunstdünger beschaffen, die oftmals zentraler Bestandteil von selbstgebauten Bomben sind.

(Quelle: Radio Schweden)
Karsten
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Norwegen nach den Attentaten - Säpo bietet Hilfe an

Beitrag von Karsten »

Die schwedische Sicherheitspolizei, Säpo, hat ihren norwegischen Kollegen Hilfe angeboten. Der Nachrichtenagentur TT zufolge gibt es keine Spur, die nach Schweden führt. Direkt nach den Anschlägen kontrollierte die Säpo allerdings den Personenschutz von Staats- und Regierungschef sowie rund 400 Politikern und Staatssekretären. Die Terrorbereitschaft der Säpo liegt weiter bei 3 auf einer fünfstufigen Skala.

(Quelle: Radio Schweden)
halvar-von-flake
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Rechtspopulismus Terror Norwegen

Beitrag von halvar-von-flake »

Die Ereignisse in Norwegen gehen an mir nicht vorbei.
Ich glaube bei aller angebrachten kritik zb gegenueber radikalen muslimen ist der Europäische Rechtspopulismus ein sehr grosses Problem.
Der Weg den diese Parteien beschreiten ist destruktiv und fuehrt letztendlich nur zur Gewalt.
Ob in Holland, oder in Dänemark der Weg der polemischen Diskussion in der Gunst um Wählerstimmen erscheint mir angesichts der juengsten Ereignisse in Norwegen mehr als fragwuerdig.

Stand heute auf der Fähre mit leerer Batterie.
Die, die mein Auto angeschoben haben waren ein Kosovo Albaner und ein Libanese die sich auf dem Rueckweg von Fehmarn befanden -Biertour.

Beide Moslems aber total nett.
Beide haben schwedischen Pass und trinken Bier.
Ich glaube die rechten hätten beiden den schwedischen Pass entzogen, wäre schade gewesen-wer sonst hätte mein Auto angeschoben
Die grössten Kritiker der Elche waren selber welche!
Herowina
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Re: Rechtspopulismus Terror Norwegen

Beitrag von Herowina »

Mit geht nach dem Terror in Norwegen auch so einiges durch den Kopf.
Zunächst mal: Wieso hatte dieser (Un-)Mensch einen Waffenschein für ein Automatikgewehr? Warum gibt man so eine Erlaubnis überhaupt an zivile Personen aus? Und: Wenn schon so großzügig mit dem Waffengesetz - hätte man etwa einem Einwanderer so einen Waffenschein ausgestellt? Wohl kaum.

Und dann: Keine verdammte Grenzkontrolle hätte diesen Amuklauf verhindert. Der Täter kam aus "unserer Mitte", wie es so schön heißt. Er bekam seine Todeswerkzeuge durch die Mitgliedschaft in einem Schützenverein, bzw. durch den Kauf von Künstdünger... Das hatte mit internationalen Schiebereien / Banden nichts zu tun.
Nach Schweden? Auswanderer-Blog
knut245
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Re: Rechtspopulismus Terror Norwegen

Beitrag von knut245 »

In Medienberichten wird die norwegische Polizei so zitiert, dass es sich um einen Fundamentalchristen mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene handelt. Tatmotiv sei vor allem Islamhass, nicht Ausländerhass im allgemeinen. Ich denke, auf diesen Unterschied sollte man achten. In Europa sind - anders als in den USA - die christlichen Sekten nicht durch Hetze und Gewalt aufgefallen, sondern leben meinem Eindruck nach in besonderer Bemühung um Frieden, soziale Integration und Verständigung.

Daher finde ich es besonders bedenklich, wenn nun auch hier radikale Fanatiker christlichen Glaubens aktiv werden. Aus den USA wird es vereinzelte Stimmen des Applauses geben. Dieser Anschlag ist auch von daher eine Stunde Null in Europa, als dass nun auch christliche Gruppierungen wachsam sein müssen gegenüber schwarzen Schafen in ihren Reihen - so, wie man es zu Recht auch von den muslimischen Gemeinden fordert. Wehret den Anfängen - sonst entzündet sich eines Tages an aufgehetzten Radikalen ein Krieg der Religionen. Und mit dem Glauben lassen sich die Menschen noch leichter fanatisieren als mit Nationalismus allein.
Karsten
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Schweigeminute für die Opfer von Oslo

Beitrag von Karsten »

In Reaktion auf das Attentat in Oslo, bei dem mindestens 76 Menschen starben, hängen auch in Stockholm seit dem Wochenende die Fahnen auf Halbmast. Am heutigen Montag fand eine Schweigeminute für die Opfer des Nachbarlandes statt, während der Täter in Oslo dem Haftrichter vorgeführt wurde. Die norwegische Polizei war bis Montag mittag noch von 93 Opfern des Doppelanschlags ausgegangen, hatte aber am frühen Abend die Zahl nach unten korrigiert.

Währenddessen untersucht die schwedische Sicherheitspolizei Säpo das Manifest des Attentäters Anders Behring Breivik. Kurz vor dem Bombenanschlag auf das Osloer Regierungsviertel und der Schießerei auf der Insel Utøya hatte er das über 1.500 Seiten starke Schriftstück ins Internet gestellt und per Mail verschickt. Der Text beschreibt Behrings Motivation und seine Vorgehensweise. Er diskutiert auch mögliche „militärisch strategische“ Ziele für Attentate in Schweden, wie etwa Kernkraftwerke oder Ölraffinerien. Laut der Tageszeitung Svenska Dagbladet verurteilt Breivik Vertreter eines „Kulturmarxismus“. Schwedische Politiker und Vertreter aus Wirtschaft und Kultur gelten als „Verräter“. Auch Journalisten gehörten dieser Kategorie an, ebenso wie sämtliche Parteien bis auf die Schwedendemokraten.

Die Säpo konzentriere sich momentan darauf, zu untersuchen, ob es möglicherweise Hinweise auf Verbindungen mit schwedischen Akteuren mit Bezug auf die Geschehnissen gebe, so Sirpa Franzén, Pressesprecherin der Säpo gegenüber dem Blatt. Zudem habe man Personal nach Norwegen geschickt, dass den dortigen Sicherheitsdienst unterstützt.

(Quelle: Radio Schweden)
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9000 Schweden auf Attentäter-Liste

Beitrag von Karsten »

Das gut 1.500-seitige Dokument des Terroristen Anders Behring Breivik, das die schwedische Sicherheitspolizei derzeit analysiert, bezieht sich in seinem Hass längst nicht nur auf die norwegische Gesellschaft. Es enthält auch Todesdrohungen gegen mehr als 9.000 Schweden hat Terrorist Breivik zusammengestellt. Darunter finden sich Politiker sowie Führungspersönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft.

Säpo schließt Trittbrettfahrer in Schweden nicht aus
Das Schriftstück enthält neben der minutiösen Darstellung seiner neunjährigen Vorbereitungen zum einen weite Teile von exakten Kopien aus dem Manifest des so genannten Una-Briefbombers Theodore Kaczynski, der in den 1970er bis 1990er Jahren Briefbomben an Universitäten und Airlines schickte. Zum anderen sammelt Breivik schwedische Persönlichkeiten aus der Führungsebene des Landes auf einer regelrechten Abschussliste.

In zwei Kategorien hat Breivik die 9.393 schwedischen „Verräter“ eingeteilt: Zur Kategorie A zählen neben dem Staatschef zahlreiche politische Führungskräfte sowie bekannte Namen aus Wirtschaft und Kultur. Breivik nennt sie „die einflussreichsten und profiliertesten Verräter“. In der Kategorie B sammelt der Terrorist die so genannten „Kulturmarxisten“, die den Multikulturalismus befürworten. Schweden sei keine demokratische Gesellschaft mehr, gibt Breivik zu Papier. Zu den „Kulturmarxisten“ zählt der Attentäter sämtliche Reichstagsparteien – ausgenommen die Schwedendemokraten.

Schwedendemokraten-Chef distanziert sich

Der Vorsitzende der Rechtspopulisten, Jimmie Åkesson, sagte der Zeitung Dagens Nyheter, es sei selbstredend eine Belastung, im Zusammenhang mit den Anschlägen als positives Beispiel aufzutauchen. Gleichzeitig verteidigte Åkesson die Kritik seiner Partei an der, wie sie es nennt, fortschreitenden Islamisierung Schwedens. Dieses Problem müsse man ansprechen dürfen, ohne als islamophob abgestempelt zu werden, so der Schwedendemokratenchef.

Besonderer Hass schlägt in Breiviks Manifest der ehemaligen Vorsitzenden der Sozialdemokraten, Mona Sahlin, entgegen. Im Schwedischen Fernsehen sagte Sahlin dazu: „Seit vielen Jahren ist mir bekannt, wie mich Rechtsextreme und Rassisten im Internet hassen und bedrohen. Das macht mich stolz! Wenn Länder und Menschen solche schrecklichen Ereignisse durchmachen, gibt es immer verschiedene Wege für ein Kollektiv. Entweder bekommt man Angst vor einander oder – und auf diesem Weg ist Norwegen meiner Ansicht nach – das Kollektiv sammelt sich, empfindet Sympathie füreinander und liebt das Leben noch mehr als vorher. Manchmal kann der Terror sogar die Voraussetzungen für Demokratie schaffen – wenn man diesen Weg wählt. Und das hoffe ich.“

Sahlin rief alle Parteien dazu auf, junge Menschen nach dem blutigen Attentat noch mehr zu politischer Aktivität zu ermuntern. „Wenn sich der Terrorist – und mit ihm andere Gewaltbereite – durch Mitmenschlichkeit provoziert gefühlt hat, dann müssen wir noch mehr für diese Werte einstehen als bisher.“

Säpo warnt vor Trittbrettfahrern

Die schwedische Sicherheitspolizei geht davon aus, dass die Bluttat andere Einzeltäter inspirieren könnte. Johan Olsson, Analysechef bei der Säpo, sagte im Schwedischen Rundfunk: „Wir halten die verdächtigen Personen unter Beobachtung und verfolgen, wie sie reagieren. Eine allgemeine Überwachung des Internet findet aber nicht statt.“

Wie groß das Risiko tatsächlich ist, dass die Wahnsinnstat Nachahmer findet – darüber lässt sich nur spekulieren, meint Sven-Åke Christiansson, Psychologie-Professor an der Universität Stockholm, im Schwedischen Rundfunk: „Es kann durchaus Personen geben, deren Fantasie nun erst recht angeregt wird. Aber der Schritt vom Gedanken zur Tat ist sehr, sehr weit. Einer solchen Tat geht eine langjährige Problematik im Inneren des Individuums voraus und sie wird von langer Hand vorbereitet. Trotzdem muss man mit einem gewissen Ansteckungseffekt rechnen. Das haben die Schulattentate in Finnland gezeigt, die dicht aufeinander folgten und wiederum zeitlich nah am Massaker an der amerikanischen Universität Virginia Tech 2007 lagen.“

(Quelle: Radio Schweden)
aStrangeWorld
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Re: 9000 Schweden auf Attentäter-Liste

Beitrag von aStrangeWorld »

Dann soll mir der Herr Åkesson doch mal erklären, wo genau der Unterschied zwischen Kritik an der von ihm wahrgenommenen "fortschreitenden Islamisierung Schwedens" und Islamophobie besteht.
Karsten
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Schweden schickt Helfer nach Norwegen

Beitrag von Karsten »

Das schwedische Rote Kreuz schickt drei erfahrene Krisen-Helfer nach Norwegen. Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, geschieht dies auf Anfrage der Schwesterorganisation in Norwegen. Die erste Aufgabe der Schweden werde es sein, die Organisation von Freiwilligen zu unterstützen, die Betroffenen beistehen wollen, sagte die Generalsekretärin des schwedischen Roten Kreuzes, Ulrika Årehed Kågström. In einer reihe schwedischer Kommunen, die von dem Attentat besonders hart betroffen sind, hat das Rote Kreuz Freiwillige zur Krisenhilfe mobilisiert.

(Quelle: Radio Schweden)
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Schwedische Zeitung stoppt Leserkommentare

Beitrag von Karsten »

Die im mittelschwedischen Karlstad erscheinende Zeitung Värmlands Folkblad hat auf ihrer Internetseite die Kommentarfunktion für Leser gesperrt. Die Chefredaktion erklärte zur Begründung, manche Beiträge zu den Ereignissen in Norwegen hätten einen Unterton, den die Zeitung nicht akzeptieren könne. Die Debatte über den Anschlag müsse anständig geführt werden. Das sei aber zurzeit nicht der Fall. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass die Diskussion über die Ereignisse Hass und Fremdenfeindlichkeit anstachele.

Karlstad wird mit dem norwegischen Terroranschlag in Zusammenhang gebracht. Der Täter hatte dort Aluminium gekauft, das er für die Herstellung des am Freitag in Oslo gezündeten Sprengsatzes verwendete.

(Quelle: Radio Schweden)
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Umstrittener Schwedendemokrat verlässt Bloggosphäre

Beitrag von Karsten »

Der Schwedendemokrat Erik Hellsborn wird seinen Blog aufgrund massiver Kritik nicht weiterführen. Dies gab der Kommunalpolitiker am Mittwoch bekannt. Auch wenn er selbst weiterhin der Auffassung sei, keinen Fehler begangen zu haben, hätten sich seine Verlautbarungen doch negativ auf die Partei ausgewirkt, stellt Hellsborn in seinem letzten Blogeintrag fest.

In seinem Eintrag vom Wochenende hatte er das Massaker in Norwegen auf „Masseneinwanderung“ und „Islamisierung“ zurückgeführt. Der Eintrag hatte in- und außerhalb der Partei für massive Kritik gesorgt.

Unterdessen kündigte die Leiterin des Verwaltungsgerichts in Göteborg, Margareta Åberg, an, Hellströms Eignung als Schöffe im Einwanderungsgerichtshof einer Prüfung zu unterziehen. Als Schöffe müsse man das eigene Auftreten bedenken, so Åberg gegenüber der Nachrichtenagentur TT. Das Ansehen des Rechtswesens dürfe keinen Schaden nehmen.

(Quelle: Radio Schweden)
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Junge Schwedendemokraten - Extremisten werden ausgeschlossen

Beitrag von Karsten »

Der Jugendverband der ausländerfeindlichen Schwedendemokraten, SDU, will extremistischen Stimmungen in seinen Reihen ausdrücklich entgegenwirken. Das hat der Verbandsvorsitzende Gustav Kasselstrand aus Anlass der Attentate in Norwegen betont. Im Schwedischen Rundfunk sagte Kasselstrand, man zögere nicht, jemanden ausschließen, der die Wertgrundlagen des Verbandes nicht teile.

Seit Jahren arbeite man zielgerichtet damit, entsprechende Personen zu finden und die Konsequenzen zu ziehen. Nach den Anschlägen überdenke man nun Möglichkeiten, diese Arbeit zu verbessern. Die ausländerfeindliche, vielfach antimuslimische Rhetorik der Schwedendemokraten war nach den Anschlägen erneut in den Blickpunkt geraten. Der Massenmörder Anders Behring Breivik hatte die Partei in seinem 1500-seitigen so genannten Manifest ausdrücklich mit Anerkennung bedacht.

(Quelle: Radio Schweden)
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Lob des Attentäters belastet Schwedendemokraten

Beitrag von Karsten »

Nach den Attentaten in Norwegen haben schwedische Politiker auf der Rechtsaußen-Flanke nachdrücklich betont, das Massaker sei das Werk eines „einsamen Verrückten“ gewesen. Ebenso wie die Mehrheit der Nutzer in einschlägigen Internetforen weisen sie Verbindungen zur eigenen politischen Agenda kategorisch zurück. Experten rechnen gleichwohl damit, dass der norwegische Terrorist namentlich für das Image der ausländerfeindlichen Schwedendemokraten (SD) zum Problem werden könnte.

Lob vom Massenmörder belastend für Schwedendemokraten
In seinem Hass auf eine freie Gesellschaft hatte Anders Behring Breivik auch für das Nachbarland Schweden eine lange Namensliste mit aus seiner Sicht verdienten Todeskandidaten erstellt. Ausdrücklichen Respekt zollte er hingegen den Schwedendemokraten. Das Lob des Massenmörders kommt der Partei, die im vergangenen Herbst erstmals in den Reichstag einzog, äußerst ungelegen: Verdankt man den rasant gewachsenen Wählerzuspruch der letzten Jahre doch nicht zuletzt der mühsamen Umprofilierung hin zu einem „weicheren“, gemäßigteren Profil. Parteichef Jimmie Åkesson nahm denn von Breiviks Äußerungen auch sogleich kategorisch Abstand, und Matthias Karlsson, Mitglied der Parteiführung und kulturpolitischer Sprecher der SD, legt jetzt nach. Eine Verbindung zwischen dem Mörder und der Partei sei „völlig absurd“, so Karlsson im Schwedischen Rundfunk: „Als Privatperson, als zweifacher Vater und als Politiker finde ich es zutiefst belastend, dass solche Dinge geäußert werden. Mir wird nahezu körperlich übel, wenn ich sehe, dass man versucht, uns den Stempel eines Kindermörders aufzudrücken und uns für diese Taten verantwortlich zu machen.“

„Schuld ist die Masseneinwanderung“

Johannes Jakobson, Reporter der auf die rechte Szene spezialisierten Zeitschrift Expo, sieht das anders: Viele der jetzt so empörten Rechten erlebten die schrecklichen Taten des Norwegers vor allem deshalb als problematisch, weil sie eben zum Teil seine Auffassungen teilten. Dies betreffe beispielsweise den Hass auf das Gros der westlichen Medien: „Man distanziert sich von den, wie man sie nennt, Mainstream-Medien, und man stellt sie als Mitschuldige für das Geschehen dar; sie hätten Breivik zu seinen Taten getrieben“, sagt Johannes Jakobson. Dass auch bei den zentralen Feindbildern gewisse Übereinstimmungen bestehen, bestätigte jetzt erneut der schwedendemokratische Kommunalpolitiker Erik Hellsborn. In seinem Blogeintrag vom Sonntag heißt es: „Hätte es Islamisierung und Masseneinwanderung nicht gegeben, wäre Behring Breivik nicht zu seinen Taten getrieben worden.“

Imagepflege nötig

Dies sei natürlich die persönliche Ansicht des Kommunalpolitikers und nicht repräsentativ für die SD, so nun Matthias Karlsson von der Parteiführung: „Wir als Partei stehen nicht hinter dieser Analyse“, sagt er und betont erneut: „Ich denke, die Ursache dieser Tat muss in diesem zutiefst gestörten, bösen Menschen gesucht werden.“ Doch ganz so einfach, meinen politische Experten, wird die Partei die Vorwürfe möglicher geistiger Brandstiftung künftig nicht abtun können. Für die SD gelte es nun, ihren Namen zu schützen und noch weitaus stärker als bisher von den Terrortaten in Norwegen Abstand zu nehmen, meint beispielsweise der Staatswissenschaftler Ulf Bjereld in der Tageszeitung Dagens Nyheter. Ansonsten könnten sich gerade jene abwenden, die den Schwedendemokraten vor allem aus Unzufriedenheit heraus ihre Stimme gegeben haben. Die Geschichtsdozentin Heléne Lööw sieht, ebenfalls gegenüber Dagens Nyheter, andererseits aber auch die Möglichkeit, dass die Schwedendemokraten aus dem Fall gestärkt hervorgehen: Wenn Menschen die Vorwürfe gegen die Partei als ungerecht empfänden, dann, so die Expertin für Rechtsextremismus, könne dies der Mannschaft um Jimmie Åkesson weitere Sympathien einbringen.

(Quelle: Radio Schweden)
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Juso-Vorsitzende: Wir brauchen politisches Engagement

Beitrag von Karsten »

Der am Dienstag beginnende Juso-Parteitag wird überschattet von den tragischen Ereignissen auf der norwegischen Insel Utöya. Die scheidende Vorsitzende der schwedischen Jungsozialisten, Jytte Guteland, betonte die Wichtigkeit, gerade jetzt an der offenen Gesellschaft festzuhalten.

"Mit dem Parteitag ehren wir die Opfer"
Rund 500 Jungsozialisten werden sich vom 2. bis zum 5. August beim Parteitag in Stockholm treffen und sich dort bei den Kernthemen Arbeitsmarkt, Wohlfahrt und Schule auf Reformvorschläge für die Sozialdemokraten verständigen. Was als Neustart gedacht war, wird nun überschattet vom Terroranschlag in Norwegen, der viele Opfer aus dem Kreis der Jusos forderte. Jytte Guteland, die ihren Vorsitz nach vier Jahren aufgibt, umreißt gegenüber Sveriges Radio International, wie sich der Parteitag gestalten wird.

„Wir wollen uns selber herausfordern, uns weiter für politisches Engagement einzusetzen. Die norwegischen Opfer hatten ihr Leben dem Engagement verschrieben. Wir meinen, dass wir die Opfer ehren, indem wir einen Parteitag abhalten und dort Beschlüsse fassen und Politik betreiben.“

Nach den verheerenden Ereignissen im Nachbarland ist die hiesige Debatte über das Für und Wider der oft gepriesenen offenen Gesellschaft und der Bürgerrechte wieder aufgeflammt. Die scheidende Vorsitzende Jytte Guteland kündigt an, dass diese Fragen eine wichtige Rolle beim Parteitag spielen werden.

„In meiner Eröffnungsrede werde ich darüber sprechen, wie wichtig es ist, die Demokratie zu stärken und sich dafür einzusetzen, dass sich mehr Menschen an politischen Entscheidungsprozessen beteiligen. Denn das muss langfristig die Antwort sein. Es darf niemals so weit kommen, dass wir das Motiv des Täters ernsthaft in Betracht ziehen, nämlich die Gesellschaft aus einer fremdenfeindlichen Perspektive heraus von einer offenen in eine eingeschränkte, geschlossene zu verwandeln. Mit dieser Thematik werden wir uns definitiv befassen.“

Lob für Stoltenberg

Verschiedene Leitartikel haben im Anschluss an die Terroranschläge kritisch angemerkt, dass die politische Führung Schwedens sich zu lange bedeckt gehalten habe und damit der „landesväterlichen“ Rolle zu wenig gerecht geworden sei. Die Kritik war sowohl an Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt als auch an Oppositionsführer Håkan Juholt gerichtet gewesen.

Jytte Guteland hält sich mit Kritik innerhalb der eigenen Reihen zurück und hebt stattdessen Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg als Vorbild hervor: „Ihm gelingt es durch sein würdevolles Verhalten, die Stimmungen und Gefühle der Menschen in dieser schweren Zeit einzufangen.“

(Quelle: Radio Schweden)
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Schweden diskutiert strengere Waffengesetze

Beitrag von Karsten »

Mit Blick auf die Attentate in Norwegen drängen mehrere Parteien in Schweden auf eine Verschärfung der hiesigen Waffengesetze. Im Gespräch ist zudem eine Überarbeitung der Regeln für die Verwendung von Kunstdünger, der, wie beim Attentat in Oslo geschehen, zum Bau von Bomben verwendet werden kann.

In den vergangenen Jahren ist in Schweden mehrfach die wachsende Menge illegaler Waffen im Lande thematisiert worden. Nach den Massenmorden in Norwegen richtet sich der Fokus nun aber auf jene Waffen, die ganz legal registriert sind. Ihre Zahl ist nicht gering: In dem Neun-Millionen-Volk zirkulieren nicht weniger als zwei Millionen Waffen, zumeist Jagdgewehre oder Pistolen, die der Besitzer jeweils als Jäger oder als Mitglied eines Schützenvereins rechtmäßig erworben hat.

Wegweisendes Urteil erwartet

„Das Schlimme ist, dass die Waffengesetze in Schweden Waffen des Typs zulassen, die der Täter in Norwegen benutzt hat, also halbautomatische Waffen von nahezu militärischem Ursprung", so der Christdemokrat Tuve Skånberg im Schwedischen Rundfunk. Lena Olsson von der Linkspartei, selbst Jägerin, pflichtet dem Christdemokraten bei: „Ich wüsste nicht, wozu man eine halbautomatische Waffe brauchen sollte", betont sie. Mit passender Begründung kann man in Schweden weiterhin eine halbautomatische Waffe des gleichen Typs kaufen, wie ihn der Massenmörder in Norwegen verwendete. Allerdings läuft derzeit ein wegweisender Prozess, der klären soll, ob Privatpersonen dieses Recht auch künftig zugestanden werden kann. Auch Liberale, Zentrumspartei und Sozialdemokraten fordern jetzt eine Verschärfung der Waffengesetze.

Von Justizministerin Beatrice Ask verlautet, man arbeite an entsprechenden Veränderungen. Allerdings: „Es ist sehr schwer zu verhindern, dass sich Menschen mit solch extremen Ambitionen Waffen besorgen. Aber natürlich werden wir zusehen, die Regeln so klar wie möglich zu formulieren. Waffen zu bekommen, soll nicht einfach sein", so die Justizministerin. Die Tageszeitung Dagens Nyheter vertritt in einem Leitartikel vom Dienstag die gleiche Meinung. Eine Verschärfung der Waffengesetze werde gewiss eine Einschränkung der Freiheit für Jäger und Sportschützen mit sich führen, so das Blatt. Stets eine Waffe in Reichweite zu haben, sei jedoch auch in der offensten Gesellschaft kein verbrieftes Menschenrecht.

Kunstdünger wird im Internet gehandelt

Mit Blick auf die Tatsache, dass der norwegische Massenmörder für den Bau seiner Autobombe Kunstdünger verwendete, hat Justizministerin Ask auch eine Verschärfung der Regeln für den Erwerb von Kunstdünger in Aussicht gestellt. Laut der EU-Chemikaliengesetzgebung dürfen nur Landwirte und andere Berufsanwender die entsprechenden Produkte kaufen. In der Praxis steht das Kaufrecht aber jedem offen: „Das meiste kann ja im Internet gekauft werden", betont Eva Nilsson, Juristin bei der schwedischen Chemikalien-Aufsicht. Auf EU-Niveau läuft derzeit eine Untersuchung der Stoffe, die für den Bau von Bomben benutzt werden können, darunter Kunstdünger. Ziel ist es, einen besseren Überblick über den Verkauf zu erhalten.

(Quelle: Radio Schweden)
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Re: Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von Micha1991 »

Die Norwegische Zeitung VG Nett hat im Internet eine virtuelle Kette "Vi holder sammen" aufgemacht wo man sich eintragen kann um seine Verbundenheit zu zeigen... ich finde es ist eine schöne Sache und habe mich gleich mit eingetragen.

http://www.vg.no/nyheter/innenriks/oslo ... art=262152
"Durch Regen wächst das Gras, durch Wein das Gespräch."
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kapehei
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Re: Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von kapehei »

Habe mich auch eingetragen.
Real Photo 2009
Allt kommer bli bra
vi ses Karsten


"Orwell irrte: man braucht keinen totalitären Staat zur Totalüberwachung.
Denn alle loggen sich freiwillig darin ein."
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Schlechte Bereitschaft für Terrorattentate in Schweden

Beitrag von Karsten »

Mit Ausnahme der Hauptstadt ist Schweden für eventuelle Terrorattentate schlecht gerüstet. Wie die Tageszeitung Dagens Nyheter berichtet, sind die Polizeihelikopter personell so stark unterbesetzt, dass die Nationale Eingreiftruppe befürchtet, nicht rechtzeitig am Einsatzort sein zu können.

"Es kann passieren, dass wir reguläre Flüge nutzen müssen", sagte Jonas Hysing von der Landeskriminalpolizei der Zeitung. Die Polizei verfügt an vier Orten über Helikopter. Die Stützpunkte in Boden, Östersund, Göteborg und Stockholm sind jedoch nicht permanent bemannt. Die Nationale Eingreiftruppe ist in Solna bei Stockholm platziert und besteht aus 60 Personen.

(Quelle: Radio Schweden)
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Reinfeldt: Wir haben rasch Hilfe angeboten

Beitrag von Karsten »

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hat Kritik zurückgewiesen, wonach er nach den Attentaten in Norwegen nicht genügend Präsenz gezeigt habe und „kühl" aufgetreten sei. In einem Debattenartikel in der Tageszeitung Svenska Dagbladet schreibt Reinfeldt, er sei rasch mit Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg in Kontakt gewesen, „um meine und Schwedens tiefe Anteilnahme auszudrücken, und auch, um unsere Hilfe anzubieten". Dieses Hilfsangebot bestehe weiterhin. In seinem Artikel betont der schwedische Regierungschef, die Terrortat in Norwegen sei ein Verbrechen, „das sich gegen uns alle richtet". Es gelte, die offene Gesellschaft mit Nachdruck zu verteidigen.

(Quelle: Radio Schweden)
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Grizzly2
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Re: Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von Grizzly2 »

Laut SD-Ãkesson und Konsorten traegt offensichtlich nicht der Moerder, sondern tragen die Ermordeten die Verantwortung. Dieser faschistische Drecksack muss umgehend ins politische Nirvana verbannt werden !
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Journalisten als Handlanger kritisiert

Beitrag von Karsten »

Der Presseombudsmann Ola Sigvardsson hat die schwedischen Medien dazu aufgefordert, nicht länger beschönigende Bilder des Terroristen Anders Behring Breivik zu veröffentlichen. In einem Debattenartikel der Zeitung Dagens Nyheter schreibt Sigvardsson, die Medien würden sich zum Handlanger des Attentäters und dessen Medienplan machen, wenn sie täglich aufs Neue Breiviks eigene Bilder benutzten. Die Fotos, die einen jüngeren Breivik in vorteilhafter Pose zeigen, könnten dazu beitragen, seinen Gräueltaten und seiner Weltsicht einen positiven Anstrich zu verleihen, so der Presseombudsmann.

(Quelle: Radio Schweden)
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Besuch in der Bibliothek des Hasses

Beitrag von Karsten »

Die Attentate des Norwegers Anders Behring Breivik haben die Frage nach dem Ursprung seiner Ideen geweckt. Auf der Suche nach den Quellen hat sich der Schwedische Rundfunk in Nordeuropas größter Bibliothek für rechtsradikale Literatur und Propaganda umgesehen und schwedische Experten befragt. Bei der antirassistischen Stiftung Expo in der Stockholmer Innenstadt öffnet der Journalist und Ausbilder Alexander Bengtsson die verstärkte Stahltür zur Bibliothek:

Schriften hinter Schloss und Riegel
„Hier liegt die ganze NS-Literatur. Nicht nur Nazi-Werke sondern auch das, was wir als ‚organisierte Intoleranz’ bezeichnen“, sagt Bengtsson.

Zu Lebzeiten von Stig Larsson, dem Gründer von Expo, bestanden die Expo-Räume aus einer ungepflegten kleinen Dachwohnung. Die Mitarbeiter waren eine Handvoll - zumeist unbezahlter - Idealisten. Heute sind die Räume renoviert und erweitert. Expo hat auch mehr Angestellte. Die Mittel für diese Erweiterung stammen aus den Krimis über Lisbeth Salander, die Stig Larsson geschrieben hat.

Schriften für den „Giftschrank“
Expo kann sich nun sogar eine eigene Bibliothek leisten, in der die Katalogisierung der Bücher in vollem Gange ist. Ziel ist, alle Inhalte zu digitalisieren. Aber die Arbeit hat erst begonnen, viele Bücher liegen noch ungeordnet in Stapeln.

Alexander Bengtsson zieht wahllos eines heraus: Ein Buch aus den fünfziger Jahren von Vera Oredsson, Mitglied der rechtsextremen schwedischen Partei „Nationaldemokraterna“. Die gebürtige Berlinerin wurde als erste Frau in Schweden Parteivorsitzende.

Hier werden außerdem auch gewaltverherrlichende Romane verwahrt, zum Beispiel: „ ‚Sista steget’ (Der letzte Schritt) von Henrik Johansson. Das Buch beschreibt in Romanform, wie man seinen Worten Taten folgen lässt. Wie man aufhört, eine gewöhnliche Organisation zu sein, die Flugblätter verteilt, und sich stattdessen handgreiflich über politische Gegner her macht und das System bekämpft, wie es heißt.“

Europäischer Rechtsextremismus
Das Spektrum des modernen europäischen Rechtsextremismus ist facettenreich. Es gibt unter anderem einen parlamentarischen Zweig, der mit Meinungsbildung und auch bei Wahlen arbeitet. Außerdem gibt es einen außer-parlamentarischen, gewaltbereiten und terroristischen.

Der schwedische Historiker und Blogger Rasmus Fleischer beschäftigt sich in einem Essay mit zwei Arten von europäischem Rechtsextremismus und dessen ideologischen Freunden und Feinden. Einerseits handle es sich um eine anti-westliche Bewegung, die gegen eine – wie sie es nennt - jüdische Weltkonspiration mobilisiert, gerne mit palästinensischen Flaggen posiert. Sie betrachtet Russland und Iran als ihre Alliierten. Hierher gehören verschiedene schwedische Nazigruppen und auch die Partei „Nationaldemokraterna“.

Parlamentarische Parteien
Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die sich als die Verteidiger der westlichen Zivilisation verstehen und den Islam als Hauptfeind betrachten. Sie suchen nicht selten Alliierte in Israel und den USA. In diese Kategorie gehören skandinavische Parlamentsparteien wie die Schwedendemokraten, die Dänische Volkspartei und - wie es zurzeit aussieht - auch Anders Behring Breivik.

In beiden Kategorien gibt es sowohl Politiker mit Schliff als auch Gewalttäter, die untereinander wiederum völlig verschiedene Ansichten darüber haben, mit welchen Methoden man arbeiten sollte.

Mehr anti-muslimische Veröffentlichungen
Die Bücher in der Bibliothek von Expo sind in Kategorien eingeteilt, zum Beispiel: Nationalsozialismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Anti-muslimischer Rassismus usw.

Gerade anti-muslimische Schriften erscheinen in den letzten Jahren immer häufiger. Die anti-muslimische Bewegung ist deutlich im Kommen, hat Alexander Bengtsson von Expo festgestellt: „Wir arbeiten an einem Bericht über die anti-muslimische Bewegung. Es gibt ja so viele Unklarheiten: wer sind die Ideologen dieser Richtung? Die antimuslimische Bewegung arbeitet gegen das, was sie als ‚Islamisierung Westeuropas’ bezeichnet. Sie hat die Vorstellung, dass die Muslime, die nach Europa kommen, gemeinsame Ziele haben. Dass sie unter anderem durch hohe Geburtenzahlen die Mehrheit der Bevölkerung werden wollen, um die Macht in Europa zu übernehmen, hier Scharia-Gesetze einführen und die westliche Kultur abschaffen wollen.“

Die Eurabien-Theorie
Der marxistische Autor Andreas Malm hat „Hatet mot muslimer“ (Der Hass gegen die Muslime) geschrieben, ein ziegelsteinschweres Werk über verschiedene Spielarten von Islamophobie. Eine von ihnen ist der Eurabien-Gedanke, eine Verschwörungstheorie von einem Europa unter moslemischer Herrschaft, erläutert Malm im Schwedischen Rundfunk: „Nach dieser Theorie sollen die muslimischen Länder während der Ölkrise 1973 zur Europäischen Gemeinschaft, der EG, gesagt haben, wenn die EG jemals wieder Öl kaufen wolle, dann müsse die Macht in der EG an Muslime übergehen. Durch diese Erpressung und den Verrat der europäischen Politiker hätten die muslimischen Länder die Macht in der EG erobert und eine konspirative Zelle im EU-Apparat gebildet, die unter der Bezeichnung der euro-arabische Dialog läuft. Die sei eigentlich ein geheimes Machtzentrum, in dem die Muslime EU schalten, walten und manipulieren. Damit steuerten sie auch die Regierungen der Mitgliedsländer, deren Ausbildungssysteme, den Staatsapparat. Und all dies – so meint die Theorie - geschieht unter Geheimhaltung. Unsere Politiker sollen uns ihren Verrat verschwiegen haben.“

Eine Welle
Der pensionierte schwedische Diplomat Ingmar Karlsson ist Autor einiger Bücher über die Themen religiöse Minderheiten, Islam und Europa. Der Politikwissenschaftler geht davon aus, dass die Islamophobie trotz ihres derzeitigen Aufschwungs mit der Zeit abklingen wird: „Man kann eine Parallele zur Debatte vor hundert Jahren in den USA ziehen. Damals fühlten sich evangelikale Christen in den USA bedroht, strenggläubige evangelische Christen, denen die Bibel als getreues Wort Gottes gilt. Sie fühlten sich vor allem von Katholiken und Juden angegriffen. Dann galten die Juden als Terroristen und Anarchisten und anrüchige Marxisten und so weiter", sagt Ingmar Karlsson. „Bei den Katholiken, vor allem bei Italienern und Iren, benutzte man damals in den USA dieselben Argumente, wie heute gegen Muslime: ‚Alle schaffen sich mindestens neun Kinder an und vermehren sich wie die Kaninchen.’ In 50 Jahren sei die Mehrheit der Bevölkerung katholisch, und die zuvor staatstragenden Protestanten müssten in kleinen Ghettos leben.“

Alexander Bengtsson bei Expo fasst die Lage zusammen: Während Naziliteratur hauptsächlich durch obskure Buchhändler im Internet verbreitet wird, werden islamophobische Bücher von angesehenen Verlagen herausgegeben und verkaufen sich gut. Die anti-islamische Literatur insgesamt sei im Gegensatz zur nazistischen nicht von der Verherrlichung von Gewalt oder Romantisierung von Terrorismus dominiert. Mit einigen Ausnahmen, die Anders Behring Breivik zu seinen Attentaten inspirieret haben können:

Aufforderung zur Gewaltanwendung
„Man befürwort darin zwar keinen Terror und keine Attentate, wie die von Anders Behring Breivik. Aber es gibt auch anti-muslimische Ideologen, die das anders sehen: Etwa Mark Steyn aus Kanada, der teilweise vom Schwedendemokraten und Reichstagsabgeordneten Josef Fransson übersetzt und veröffentlicht ist. Stein schreibt in seinem Buch ‚America alone’, dass die Demokratie die Demografie – gemeint ist die Vermehrung einer Bevölkerungsgruppe - nicht überwinden kann. Wenn es immer mehr Muslime gibt, dann müsste man sie abschießen – das schreibt Steyn wörtlich.“

(Quelle: Radio Schweden)
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Re: Journalisten als Handlanger kritisiert

Beitrag von Grizzly2 »

Karsten hat geschrieben:Der Presseombudsmann Ola Sigvardsson hat die schwedischen Medien dazu aufgefordert, nicht länger beschönigende Bilder des Terroristen Anders Behring Breivik zu veröffentlichen. In einem Debattenartikel der Zeitung Dagens Nyheter schreibt Sigvardsson, die Medien würden sich zum Handlanger des Attentäters und dessen Medienplan machen, wenn sie täglich aufs Neue Breiviks eigene Bilder benutzten. Die Fotos, die einen jüngeren Breivik in vorteilhafter Pose zeigen, könnten dazu beitragen, seinen Gräueltaten und seiner Weltsicht einen positiven Anstrich zu verleihen, so der Presseombudsmann.

(Quelle: Radio Schweden)
Wie u.a. die TAZ heute berichtet, wehren sich die Norweger seit Tagen gegen Zeitungen, deren Titelseiten das Bild des Moerders verunstaltet, indem sie die an den Kiosken etc ausgehaengten Blaetter einfach umdrehen. "Snur tabloidaviser" heisst die Kampagne.
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Re: Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von goteborgcity »

Einige norwegische Zeitschriftenkiosks drehen die Zeitungen und Zeitschriften nicht nur um, sondern weigern sich Produkte zu verkaufen auf denen Anders Behring Breivik abgebildet ist, sie gehen also weitaus weiter als die TAZ berichtet.
Der Teilnehmer goteborgcity wurde vom Moderator des Forums ausgeschlossen und wird daher keine weiteren Beiträge mehr erstellen und
kann nicht mehr über eine PN erreicht werden.
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Re: Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von Grizzly2 »

goteborgcity hat geschrieben:Einige norwegische Zeitschriftenkiosks drehen die Zeitungen und Zeitschriften nicht nur um, sondern weigern sich Produkte zu verkaufen auf denen Anders Behring Breivik abgebildet ist, sie gehen also weitaus weiter als die TAZ berichtet.
Danke fuer die Ergaenzung.
Das steht auch in der TAZ, ich kann mit dem Blackberry nur nicht verlinken.
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Gutachter erklären Breivik für unzurechnungsfähig

Beitrag von Lukä »

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Re: Reinfeldt: Unsere Gedanken gelten Norwegen

Beitrag von Lukä »

Wen wundert es? Sie können ja auch gar nicht anders. Will man uns doch schön im Glauben lassen, faschistischer Terror ist immer das Werk verwirrter Einzelpersonen. Wenn sich dann herausstellt, dass ganze Netzwerke und Organisationen dahinterstehen, ist die Entrüstung auf einmal groß... Wir sehen es doch gerade in Deutschland am Beispiel der 3 Faschisten, die jahrelang mordend durchs Land zogen und Leute regelrecht hingerichtet haben. JETZT spricht man auf einmal von Rechtsterrorismus. Terrorismus ist ein Begriff, den man Jahrzehntelang nur mit Linken und neuerdings auch mit "Islamisten" in Verbindung brachte. Für Brevik wird es sicher keinen Unterschied machen, denn er wird wohl nie wieder ein "freier" Mann sein, aber die Signale sind erschreckend.
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Breivik wollte Haus in Schweden kaufen

Beitrag von Karsten »

Der geständige norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik plante, Schweden zu seiner Ausgangsbasis zu machen und zu diesem Zweck ein Haus zu kaufen. Das berichtet das Schwedische Fernsehen unter Verweis auf die laufenden norwegischen Ermittlungen. Demnach hatte Breivik im Juli 2010 an mehrere Makler geschrieben und schließlich einen abgelegenen Hof im mittelschwedischen Värmland für seine Zwecke ausersehen. Mit dem Umzug in das Nachbarland hatte Breivik nach Polizeiangaben die Arbeit der norwegischen Geheimpolizei erschweren wollen. Es wurden keine Angaben darüber gemacht, weshalb der Attentäter die Pläne letztlich nicht verwirklichte. Anders Behring Breivik hatte im Juli 2011 eine Bombe im Regierungsviertel gezündet und anschließend 69 Jugendliche auf der Insel Utøya erschossen. Insgesamt fielen ihm 77 Menschen zum Opfer. Der Prozess beginnt in Oslo am 16. April.

(Quelle: Radio Schweden)
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Breivik-Urteil: Mehrheit der Schweden stimmt zu

Beitrag von Karsten »

Die Entscheidung des Amtsgerichts Oslo, wonach der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik zurechnungs- und somit schuldfähig ist und zu Gefängnis verurteilt wird, findet in Schweden Unterstützung...

Weiterlesen:

http://sverigesradio.se/sida/artikel.as ... el=5243796

(Quelle: Radio Schweden)
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