Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

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wölfchen
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Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Es ist nun leider schon eine Weile her, möchte Euch einen doch wieder einmal ausführlichen Bericht über unsere erste längere Trekkingtour nicht vorenthalten, zumal man, wie ich finde, nur spärlich Informationen über die Region im Internet findet, zumindest für Wanderer.


Trekkingtour durch die Naturreservate Rogen und Långfjäll sowie den Femund Nationalpark
21. Juni 2009 bis 29. Juni 2009




Über zwei Tische des Rastplatzes am Klingforsen, nur wenige Kilometer von Idre entfernt, stapelten sich Lebensmittel, Bekleidung und andere Gegenstände, wie z. B. die Schlafsäcke, Zelt, zwei Kocher, Spiritus, etc., die wir auf unserer ersten längeren Trekkingtour für notwendig erklärten.
„Das soll alles in den beiden Rucksäcken verstaut werden können?“ Ungläubig standen wir vor dem „Berg“. Es half nichts, auch nach einer weiteren kürzeren Überlegung (schließlich hatten wir zu Hause alles sorgfältig geplant und auch mit abgespeckter Ausrüstung schon zwei Wanderungen unternommen – was wir irrtümlicher Weise als ausreichendes Training bezeichneten) machten wir uns daran, die vielen Dinge zu verstauen. Bekleidung und verschiedene Lebensmittel wurden in extra Plastiktüten gepackt, um sie vor evtl. Nässe besser schützen zu können. Alles wurde fein säuberlich zusammengepresst und in die Rucksäcke gestopft, bis dann zum guten Schluss nur noch die Iso-Matten und das Zelt übrig blieben, die außen am Rucksack befestigt wurden.

Ordentlich transportfähig verpackt wurde unsere Ausrüstung wieder ins Auto verfrachtet und die letzten Kilometer nach Käringsjövallen zurückgelegt. Im Autoradio trällerte immer wieder Thom Pace „Wear The Sun In Your Heart“ und „Maybe“ … die Titelmusik zu “Der Mann in den Bergen”, während der frische Fahrtwind durch die offenen Fenster für etwas Abkühlung sorgte.
Ein Jahr zuvor hatten wir eine Tagestour zur Rogenstugan gemacht und waren überwältigt von der Landschaft und der Stille. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt. Wir waren uns einig … wenn es ein Paradies gibt, dann muss es genau hier sein …

“Uff”, mit Schwung wurde der Rucksack hochgewuchtet, Brust- und Hüftgurt geschlossen, die Fototasche vor den Bauch geschnallt, die Wanderstöcke gepackt und … hätte gedacht, es drückt mehr … war gut zu ertragen … jetzt noch …

ES GEHT LOS …. ROGEN, WIR KOMMEN!!!

Gegen 15:00 Uhr wanderten wir los. Nach kurzer Zeit drückten die Schultergurte doch und so machten wir öfters mal eine kurze Rast. Während dieser kurzen Pausen sammelten sich hunderte von Mücken um uns herum. „Sieben auf einen Streich“, das konnten wir locker überbieten! Dank der Kappen mit Moskitonetz und der fast durchstichsicheren Kleidung war das alles halb so wild. Wir wussten ja schon vorher, worauf wir uns einlassen würden.

4 Stunden später, gegen 21:00 Uhr, erreichten wir nach zahlreichen Pausen erschöpft die Rogenstugan. Wir waren ganz allein, die STF-Hütte noch geschlossen. Nur der Notraum konnte betreten werden.
Gut, das wir auch die Chemiekeule gegen Mücken dabei haben. DEET in verschiedenen Varianten und Konzentrationen von 30 %, 40 % und 50 %. Reste davon sind beim Sondermüll zu entsorgen, auf keinen Fall in den normalen Hausmüll geben. Wir sprühten uns die Hände ein und konnten so wenigstens ohne zerstochene Hände das Zelt aufbauen.
Anscheinend hatte es sich herumgesprochen, dass wir am Rogen sind und so surrte die gesamte Mückenpopulation des Gebiets um uns herum.
Kochen brauchten wir nicht, unsere warme Mahlzeit hatten wir schon am Klingforsen zu uns genommen. So gab es im mückenfreien Notraum der Rogenstugan ein paar Brote zu leckerem frischem Wasser aus dem Rogen.
Perfekt zum ersten Abend bot sich uns der See von seiner schönsten Seite. Ruhige, leicht gewellte Wasseroberfläche zu einem fantastischen Sonnenuntergang.
Allerdings hatte die Motivation stark abgenommen. Die Tour … bisher gerade mal 10 km … war anstrengender als wir erwartet hatten. Die vielen Hügel, der steinige Untergrund und nicht zuletzt die schweren Rucksäcke zehrten an unseren Kräften. Wollten wir das wirklich durchziehen oder doch besser aufgeben, solange wir noch die Möglichkeit haben?
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Beide Fotos entstanden am Rogen
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Die schwarzen Punkte sind keine Sensorflecken, sondern Mücken!
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Zuletzt geändert von wölfchen am 21. Januar 2010 11:28, insgesamt 3-mal geändert.
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Svipp
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Svipp »

Nee, nee, Ihr habt nicht aufgegeben.
Das glaube ich nicht.
Hej wölfchen,
warte gespannt auf die Fortsetzung
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guesch47
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von guesch47 »

Hallo,
gut wölfchen.Ja aber wie weiter?
Schade das ich das nicht mehr sehen kann,deshalb muß ich auf diese Reiseberichte zurück kommen immer. :bowler:
Vielleicht hat 'kanot'einige Berichte so in der Reserve... :pfeif:
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Nein, wir haben nicht gekniffen ... zugegeben, hätte mein Mann gesagt, wir gehen wieder zurück, hätte ich ihm ausnahmsweise mal keine Widerworte gegeben :pfeif:

Tag 2:

Wir erwachten relativ früh am Morgen des 22. Juni. Der Grund war die Hitze. Die Sonne schien nun schon seit ein paar Stunden auf unser Zelt und heizte es auf. Zahlreiche Mücken klebten an der Innenseite des Außenzeltes im Kondenswasser. Genügend flogen aber auch noch herum, aber längst nicht mehr so viele wie am Abend zuvor. Unser Frühstück nahmen wir dennoch in Ruhe ohne Plagegeister im Notraum der Rogenstugan zu uns. In dieser Zeit konnte das Zelt von allein weiter abtrocknen.

Nachdem alles wieder verstaut war setzten wir unsere Tour fort. Nach zwei Kilometern war die Kreuzung erreicht, an der wir die endgültige Entscheidung treffen mussten. Wir kniffen nicht, sondern machten uns auf dem Weg zum Tandsjövållen. Der endlos blaue Himmel wich dunklen Regenwolken. Schnell zogen wir die Regenkleidung über, nach kurzer Zeit war aber alles wieder vorbei. Es hätte gern noch etwas länger regnen können, der Regen hatte die Mücken vertrieben. Wo war nur der Wind, der uns bei allen anderen Schwedenaufenthalten vor den Plagegeistern geschützt hatte?

Es folgte der lange und für uns anstrengende Aufstieg zum knapp 1000 m hohen Tandsjövållen mit zahlreichen Verschnaufpausen. Was machten wir hier eigentlich, hatten wir nicht Urlaub? Anstatt uns zu erholen, gingen wir bis an unsere Grenzen und schleppten einen etwas über 20 kg schweren Rucksack bei schwüler Umgebungsluft einen Berg rauf!
Oben angekommen, wussten wir wieder, warum wir das machten. Die Aussicht war fantastisch! Wohin man schaute nur Natur. Nebenbei durften wir erfahren, wie schnell sich das Wetter am Rogen änderte, gelesen hatten wir davon schon zu Hause. Schien eben noch die Sonne, war es wenig später bewölkt und ein kräftiger Regenschauer zog entlang der weit entfernten anderen Seite des Sees, dann über die Rogenstugan weiter Richtung Tännäs. Wir selbst bekamen nur wenige Tropfen ab. Nur kurze Zeit später wieder strahlend blauer Himmel.

Am Gipfel des Tandsjövållen begegneten uns zwei andere Wanderer, die in uns entgegengesetzter Richtung liefen. Auch sie hatten große Rucksäcke, bewegen sich aber leichtfüßig, als wenn sie nichts auf den Schultern hätten, den steinigen Weg entlang.
Wir selbst machten eine längere Pause und genossen die Aussicht, währenddessen verlegten wir unser Tagesziel um ca. 4,5 km nach vorn. Der Anstieg hatte uns wieder viel Kraft gekostet und der letzte Abschnitt zum Windschutz am südlichen Ende des Rogens zog sich. Und wäre das schon nicht genug gewesen, sah man in der Ferne dunkle Wolken und hörte Donnergrummeln.

Letzteres mobilisierte ungeahnte Kraftreserven. Wir konnten uns besseres vorstellen, als am Berg mitten in einem Gewitter zu stehen. Ohne weitere Pausen ging es die letzten 3 Kilometer bis zum Tagesziel weiter.
Ganz in der Nähe des Windschutzes gab es einen Zeltplatz mit Feuerstellen. Unser Zelt schlugen wir gleich nach der Ankunft auf, das Gewitter zog währenddessen in weitem Bogen um uns herum. Das Abendessen nahmen wir dennoch im Zelt zu uns, da wir auf zusätzliche Proteineinlagen dankend verzichteten.
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Beim Aufstieg auf den Tändsjövållen - Aussicht auf den Rogen und die traumhafte Bergwelt
Beim Aufstieg auf den Tändsjövållen - Aussicht auf den Rogen und die traumhafte Bergwelt
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Auf dem Tändsjövållen - Aussicht auf den Rogen
Auf dem Tändsjövållen - Aussicht auf den Rogen
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Am Windschutz am südlichen Ende des Rogen - mein Mann "zapft" Frischwasser
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Svipp
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Svipp »

:respekt: wölfchen,
schon für die Leistung bis hierhin.
Die Aussicht wirkt auf den Bildern schon grandios.
"Live" bestimmt schier umwerfend
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Danke! Und in der Tat, in Natura ist die Landschaft um ein vielfaches imposanter.

Es waren insgesamt 9 Tagesetappen.
Je nachdem wieviel freie Zeit ich habe, vor allem einen schnelleren Internetzugang, werde ich fortführen.

Tag 3:

Auch diesmal wachten wir wieder früh auf. Weniger weil es im Zelt wieder so heiß war, sondern weil wir am Abend zuvor früh eingeschlafen waren. Früh heißt zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr.

Den Weg zur Storrödtjärnstugan legten wir mit nur einer Pause zurück. Bei der Gelegenheit füllten wir unsere Flaschen auf. War das Wasser aus dem Rogen bei der Rogenstugan klar und frisch gewesen, schmeckte es am südlichen Ende eher moorig. Aus dem Bach war es auch nicht besser – wie auch, der Bach floss in den Rogen … Dafür war das Wasser etwas kälter.
Wir kamen im Vergleich zu den Vortagen wesentlich schneller voran. Der Weg war weniger steinig und führte einen Großteil über Holzstege durch sumpfiges Gelände. Auf dem Holzsteg hatte es sich eine Natter bequem gemacht, die sich von uns nicht stören ließ. So mussten wir ein paar Schritte durch den Sumpf gehen, dass an dieser Stelle zum Glück nicht besonders feucht war.

Am frühen Mittag erreichten wir die Storrödtjärnstugan. Rückblickend betrachtet wäre der Abschnitt vom Windschutz bis zu dieser STF-Stugan durchaus am Vortag noch zu bewältigen gewesen, denn die Wanderung hierher war nicht besonders anstrengend. Auf der anderen Seite waren wir diesen Teil ausgeruht bzw. regeneriert angegangen und die Kondition im Allgemeinen hatte sich durch die bisher zurückgelegten Kilometer sicherlich auch verbessert.
Wir nutzten die Gelegenheit für ein kurzes Bad im kalten Wasser des dafür vorgesehenen Sees bei der Storrödtjärnstugan. Außerdem konnten wir hier oben unsere Trinkwasserreserven wieder mit frischen klarem „nicht-Moor-Wasser“ auffüllen.
Die gemütliche Hütte, genauso aufgebaut wie die Rogenstugan, lud dann zum Mittagessen auf richtigen Bänken an einem richtigen Tisch ein. Der Himmel war bewölkt und die Temperaturen etwas niedriger wie die Tage zuvor, es war auch bei weitem nicht mehr so schwül.
Ausgeruht und gestärkt wanderten wir weiter.

Aus dem einfach zu gehenden Weg wurde ein extrem steiniger Pfad. Man musste bei jedem Schritt aufpassen wo man hintrat um nicht umzuknicken oder zu stürzen, ebenso waren Geröllhalden zu überqueren. So brauchten wir länger für die drei Kilometer bis zum Slagusjön als erwartet.
Wie vorgesehen kochten wir uns in der Rasthütte Kaffe und Tee, dazu gab’s Kekse mit Schokoladenfüllung. Inzwischen war der Himmel wieder aufgeklart und die Sonne kam raus. Das Wasser im See dort war bis auf die Millionen toten Mücken auf der Oberfläche glasklar und herrlich kalt. Die Mücken schienen alle ertrunken zu sein, jedenfalls lies sich keine blicken … bis zum Abend.
Wir beschlossen kurzerhand in der Hütte zu übernachten, da wir davon ausgingen, der Weg zum nächsten Windschutz am Hävlingen wäre ebenso schwer zu gehen wie der von der Storrödtjärnstugan zum Slagusjön. Dann würden wir vor 20:00 bis 21:00 Uhr nicht am Tagesziel ankommen.

Ein herrlicher Nachmittag wartete auf uns. Die großen Felsbrocken dienten als Rückenlehne, während wir uns die Sonne auf den Rücken scheinen ließen, lasen und zwischendurch immer wieder den Ausblick auf den See und die umgebenden Berge genossen. Die Stille hier oben war fast schon greifbar.

Gegen Abend kam ein anderes Paar, das feststellen musste, dass die Hütte schon belegt war und etwa 200 m weiter das Zelt aufstellte.
Wir wunderten uns, warum die zwei gleich Feuer machten, obwohl es schon so warm war. Das Feuer brannte lange. Ein paar Tage später kam dann des Rätsels Lösung. Ansonsten bemerkte man das andere Pärchen nicht im Entferntesten.
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Storrödtjärnstuga
Storrödtjärnstuga
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Raststuga Slagusjön
Raststuga Slagusjön
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Relaxen am Slagusjön
Relaxen am Slagusjön
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Und wenn ich sage steinig, meine ich es auch so! Wobei dies KEIN Geröllfeld ist :mrgreen:
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Steinig!
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Tag 4

Das Ausruhen tat uns gut. Bei Sonne und wolkenlosem Himmel setzten wir dann am 24. Juni die Tour fort. Rekordwanderzeit: Wir benötigten gerade mal 1 1/2 Stunden für 4 ½ Kilometer. Der Weg war wieder leicht zu gehen, relativ eben, kaum Geröll. Nähe Hävlingen führte der Wanderweg zwischen zwei Moränen hindurch, wie durch eine Schlucht!

Auch die Plagegeister waren uns wohl leid oder hatten andere Menschen gefunden, die sie quälen konnten. Es war richtig angenehm, mal irgendwo sitzen zu können ohne gleich um sich schlagen zu müssen. Und das ohne Einsatz der Chemiekeule.
Die Entscheidung in der Rasthütte am Slagusjön zu übernachten war goldrichtig gewesen. Das Gelände um den Windschutz am Hävlingen war sehr steinig, wir hätten keinen Platz vernünftigen Platz fürs Zelt gefunden und wohl oder übel mit dem Windschutz vorlieb nehmen müssen – auch ein Toilettenhäuschen war nirgends auszumachen.
Auf der Weiterwanderung betrachteten wir die Kanuportageanlage zwischen dem Hävlingen und dem Särsjön. Hier brauchte man das Kanu lediglich über die Holzplanken zu ziehen und nicht über den Felshügel zu tragen.

Auf der anderen Seite des Hävlingen legten wir freiwillig gern wieder unsere Moskitohüte an und machten nur ganz kurze Pausen. Es war anfangs moorig, dafür wuchsen hier schattenspendende Bäume. Laufen ließ sich die Strecke recht einfach. Nachdem wir Moor und Baumgrenze hinter uns gelassen hatten, war der Wanderweg weithin sichtbar. Ein breit ausgetretener Steig. Am Ende des steilsten Teils des Aufstiegs Richtung Sylen machten wir eine Kaffe-, Tee- und Kekspause. Glücklicherweise hatten wir weiter unten am Bach noch mal unsere Wasserreserven aufgefüllt, denn der eingezeichnete See neben unserem „Rastfels“ auf unserer Wanderkarte existierte nicht mehr. Ein riesiges leeres Loch war zu sehen, mehr nicht. Dafür bot sich eine prächtige Aussicht auf langgestreckten Hävlingen, den Särsjön und den vielen anderen kleineren Sehen im Tal, die allesamt wie an einer Perlenkette aufgereiht und von den vom Eis „abgerundeten“ Bergen umgeben sind. In der Ferne befindet sich der Töfsingdalens Nationalpark, an dessen Grenze wir nur vor wenigen Stunden gestanden hatten. Es macht einen Stolz, zu sehen wo man langgelaufen ist, was man „geschafft“ hat. Die Wanderung empfanden wir schon seit zwei Tagen nicht mehr als Strapaze. Im Gegenteil, es machte Spaß, wir mussten uns nicht mehr kämpfen, wir konnten es endlich genießen!

Leider genoss ich nur die Hälfte meines Kaffees, die andere Hälfte hatte ich verschüttet und Wasser war knapp. Es war heiß, der Anstieg schweißtreibend. Und da hieß es in den Ratgebern, dass ein halber Liter Frischwasser ausreichen würde. Oha, das wäre mehr als knapp gewesen. Einen Liter haben wir von Hävlingen bis nach Sylen auf jeden Fall benötigt und das war - genau genommen - zu wenig bei diesen Temperaturen (gefühlte 30 °C) und der Anstrengung.

Der weitere Streckenverlauf führte oberhalb einer weiten Hochebene entlang. Ein traumhafter Ausblick über den Grötvallsjön und das Grøtådalen bot sich uns über eine Wegstrecke von ca. drei Kilometern. Weit entfernt befand sich eine riesige Rentierherde, so weit entfernt, dass wir sie erst für Felsbrocken hielten, bis sie sich bewegten.
Diese unendliche Weite, die Stille, diese traumhafte, vom Eis geformte, Landschaft … und wir mittendrin. Wir standen und staunten.
Zum ersten Mal überquerten wir die Staatsgrenze. Ein Zaun, wohl eher für die Rentiere, trennte uns von Norwegen. Nun ging es hinab nach Sylen, unserem Tagesziel, mit dem längsten Streckenabschnitt von ca. 14 – 15 Kilometern.

Wir liefen nicht direkt bis nach Sylen, sondern folgten dem Pfad noch ein kurzes Stück bis zu einem Zeltplatz – zumindest schien es einer zu sein. Der Røa schenkte uns frisches, klares und kaltes Wasser. Wir nahmen ein Bad - es gab am steilen Ufer „Nischen“ an denen man die Möglichkeit hatte, sich ins Wasser zu stellen. Allerdings war Vorsicht geboten, der Røa hatte eine starke Strömung. Die Mücken leisten uns bei dem Bad Gesellschaft. Später wuschen wir noch ein wenig Wäsche … solch einen Bach musste man ausnutzen, die Sonne auch!

Auch hier blieben wir nicht lange vorm Zelt sitzen. Genau das hatten wir uns anders vorgestellt. Eigentlich wollten wir nach einer anstrengenden Tour noch ein wenig draußen in der Natur sitzen, aber hier heißt es: Entweder Chemie oder Mücken. Wir entschieden uns für die dritte Alternative und verschwanden im Zelt. Der Schlafsack diente maximal nur noch als Decke, auch tief in der Nacht, es war einfach unerträglich warm geworden. Wir lagen nun häufig in Unterwäsche auf den Schlafsäcken. Wie auch an allen vorangegangenen Abenden holte uns die Müdigkeit ein sobald wir lagen, es folgte ein tiefer erholsamer Schlaf.
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Hävlingen
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„Rastfels“ überhalb Hävlingen
„Rastfels“ überhalb Hävlingen
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Grøtådalen
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Tag 5

So früh waren wir noch nie wach. Gerade mal 6:30 Uhr, unser Zelt gleichte einer Sauna. Auch die geöffneten Seitentüren brachten keine Abkühlung. Es regte sich kein Lüftchen, die Sonne brutzelte schon seit Stunden vom fast wolkenlosen Himmel herunter. Es ist der fünfte Tag, der 25. Juni. Wäre die Kilometerleistung des vorangegangen Tages noch zu toppen? Ja, zwangsläufiger Weise legten wir diesmal ca. 17 Kilometer zurück.
Wir frühstückten in Ruhe. Wenigstens war das Wasser kalt und damit auch unsere Pulvermilch. Es gab, wie die ganzen Tage zuvor auch … Müsli und trotz der Temperaturen, eine Tasse Kaffee und Tee. Bevor wir dann wieder schulterten gab es nochmal kaltes Wasser aus dem Røa zu trinken und füllten den Trinkwasservorrat auf. Alles versprach einen heißen Tag.

Zunächst ging es etwa einen Kilometer eben und einfach weiter, weshalb wir dieses Stück in Rekordzeit hinter uns ließen. Das war zum Aufwärmen, selten hat man solch einen Luxus! Nun ging es bergauf … RICHTIG bergauf! Von etwa 800 m auf 940 m in zwei Kilometern. Wir stiegen am Sylvola hinauf, nur um am anderen Ende wieder zum Rønsjøen, der auf 888 m liegt, hinabzusteigen. Unterwegs passierten wir die Grenze zum Femund Nationalpark. Bis hierher war der Weg breit und relativ gut zu gehen.
Die letzten zwei Kilometer zum See wurden wieder steinig, die Sonne brannte von oben. Die Aussicht war wieder einmal atemberaubend schön. Die Beine und der Oberkörper konnten das Gewicht immer besser tragen. Dennoch war es anstrengend, vor allem bei solch einer erbarmungslosen Sonne. Während wir den Blick über die Ebene genossen, konnten wir schon sehen, wo wir nach der Pause am Rønsjøen weiterlaufen würden, wie die folgenden Höhenmeter von weitem aussahen.

Wir mussten fast einen Kilometer am Ufer des Rønsjøen entlanglaufen, bis wir eine schöne Bucht zum Rasten fanden, da wir Vater und Sohn nicht stören wollten und der See groß genug ist, ohne dicht beieinander sitzen zu müssen.. Am gegenüberliegenden Ufer hatten zwei Personen ein Zelt aufgeschlagen. Schöner Platz!
Die Mittagspause wurde etwas ausgedehnt. Meine Socken waren nass (geschwitzt), die Füße deshalb gequollen – so als wenn man zu lange in der Badewanne gesessen hat. Die Pause tat gut, das Wasser war herrlich! Nach etwas über einer Stunde brachen wir wieder auf, auch wenn es hier am See einfach traumhaft war. Gerade als wir die Rucksäcke wieder auf dem Rücken hatten kam uns eine große Wandergruppe entgegen … schön zu sehen, dass wir nicht die einzig korpulenteren Personen sind, die solche Touren unternehmen. Die Gruppe bestand aus über 10 Personen. Das machte den Schnitt kaputt. Bisher begegneten uns nicht mehr als zwei Personen täglich!
Trotz des Anstiegs kamen wir gut voran. Ein kleines Schneefeld in einer Senke trotzte der Hitze … sicher nicht mehr lange. Ein riesiger Findling befand sich kurz darauf direkt am Wanderpfad. Eine willkommene Gelegenheit die Rucksäcke loszuwerden. Ich musste auf jeden Fall hinauf, mein Mann kam hinterher. Wir blieben eine Weile sitzen und blickten auf den Rønsjøen, den Berg Rønsjøruten direkt dahinter, das weite Tal, den Sylvola, an dem wir vormittags entlanggelaufen waren und schließlich bis zum Grövelsjön, genaugenommen, dem heutigen Startpunkt.

So schön es auch war, Svukuriset kam uns nicht entgegen, auch wenn wir noch so lange herumsaßen, die Aussicht und die Ruhe genossen. Meine Füße hatten wieder einmal Gelegenheit zum trocknen gehabt (dabei sind die Schuhe atmungsaktiv … was aber nichts nutzt, wenn man an den Socken spart und die die Feuchtigkeit aufnehmen, aber nicht wieder abgeben).
Wir liefen noch bis zum Ende der Steigung, zum Fuß des Revlingkletten auf 1.040 m Höhe. Es war einfach zu heiß. An diesem Tag machten wir die Pausen nicht weil der Rucksack auf den Schultern drückte, sondern weil die Sonne unerbitterlich vom Himmel herab schien und wir dem Durst nachgaben. Ab und zu sorgte eine Wolke mal für ein halbes Stündchen Schatten. Da kein Wind ging, schienen die wenigen Wolken am Himmel zu stehen.

Der Weg war steinig, aber es ging, es gab schon steinigere Abschnitte. Endlich begann der Abstieg. An dem namenlosen Bach neben dem Weg wollten wir uns einen Übernachtungsplatz suchen, wollten weit genug von Svukuriset, einer norwegischen Fjällstation, entfernt sein. Wir fanden zwar ein paar Plätze, waren aber nie ganz zufrieden … zu uneben, zu hohes Gras, dafür gab es kaum Steine. Schließlich schienen wir eine geeignete Stelle gefunden zu haben. Bis wir die Rucksäcke abnahmen und uns setzten. Wir waren total erschöpft.
Sie hatten uns schon gerochen, kamen angesaust, diese fiesen Kriebelmücken. Bisher mussten wir nur mit den Moskitos fertig werden. Bei den Kriebelmücken nutzte auch unsere Bekleidung nichts. Sie suchten sich einfach Stellen, wo sie durchkriechen konnten und stachen zu. Nein, hier wollten wir auch nicht bleiben. Ein Blick auf die Karte verriet uns, dass wir noch ca. zwei Kilometer von der Fjällstation entfernt waren. Also machten wir uns auf den Weg.

Wieder begegneten uns zwei Wanderer. Viel los hier auf der norwegischen Seite und auch in Svukuriset! Die Station war fast voll. Alle Zimmer belegt, nur ein 6-Bett-Zimmer war noch frei, unterm Dach. Das gemütliche Zimmer hatten wir für uns ganz allein. Es gab sogar richtige Duschen, fließendes Wasser und … was richtig gekochtes zu Essen, nicht so ein Fertigzeug. Wir hatten die Wahl zwischen Fisch und Ren. Wir entschieden uns für letzteres und das hatte geschmeckt!!! LECKER!!!!!! Ich als nicht-Tomaten-Esser hätte wahrscheinlich auch einen Tomatensalat verschlungen. Diese Bemerkung soll das Rengeschnetzelte mit Kartoffeln und Gemüse nicht schlecht machen. Es war wirklich richtig gut, was für ein Geschmack! Extra für uns wurde nochmal gekocht, da die Küche eigentlich schon zu hatte und die Aufenthaltsräume für einen Vortrag umgebaut wurden. Draußen essen war eh viel schöner.

Die letzte Flasche Wasser mit Kohlensäure hatten wir vor ein paar Tagen schon getrunken, so genossen wir mal wieder etwas Exklusives: Gekühlte Cola, o.k. Zero Cola weil keine andere mehr da war. Es war wie der Himmel auf Erden. Wie wenig doch glücklich machen kann!
Das Grundstück war gepflegt, keine Kriebelmücken, nur ein paar Moskitos. So konnten wir den späten Nachmittag und den Abend sogar draußen verbringen. Auf Bänken und an Tischen!
Die Kreditkarte funktionierte hier nicht, wir hatten Glück, noch genug norwegische Kronen von der vorangegangenen Woche dabei zu haben.
Trotz des gemütlichen Bettes hatte ich schlechter geschlafen wie die Nächte zuvor … zu bequem? Mag sein, vielleicht war es im Dachstübchen auch einfach zu warm. Sonst hatte die Nacht immer etwas Abkühlung ins Zelt gebracht. Hier regte sich nicht ein Lüftchen, trotz geöffneter Fenster kühlte es sich nicht ab.
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Sylen und Grövelsjö - der Aufstieg ist so gut wie geschafft!
Sylen und Grövelsjö - der Aufstieg ist so gut wie geschafft!
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Am Sylvola, im Hintergrund der Rønsjøen
Am Sylvola, im Hintergrund der Rønsjøen
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Svukuriset Fjällstation
Svukuriset Fjällstation
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Sapmi
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Sapmi »

Vielen Dank für den schönen Bericht und die wie immer supertollen Bilder!
Ist ja schon recht mutig, mitten in der Mückenhochsaison dort wandern zu gehen. ;)

Freue mich auf die Fortsetzung!
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Tag 6

Der Morgen begann so, wie der letzte Tag endete. Schon gegen 9:00 Uhr war es ziemlich warm. Die Planung sah einen einen Tagesausflug zum Stor-Svuku vor. Mit 1.416 m ist er einer der höchsten Berge der Region. Uns war es zu warm für diesen anstrengenden Anstieg und so setzten wir unsere Rundtour fort. Relativ ebener Weg, ab und zu mal einen Moränenhügel rauf und runter. Der Weg selbst war wieder steinig und führte durch einen lichten Kiefernwald. Kein Windchen regte sich, keine Wolke war weit und breit zu sehen. Schon bald hatten wir den etwas Schatten spendenden Wald hinter uns gelassen und setzten den Marsch oberhalb der Baumgrenze fort. Es ging stetig schnurstracks bergauf zur Falkfangerhøgda (968 m). Zu Beginn dieses Abschnitts konnte eine Reihe Birken in der Ferne erkennen. Genau diese Stelle nutzten wir für die Mittagsrast in einem ausgetrockneten Bachbett im Schatten der Bäume. Als Zugabe die kilometerweite Aussicht über den Femundsee und das Gebirge. Ein prächtiges Panorama!
Wir lagen gut in der Zeit und lt. Karte gab es jetzt bis auf den Abstieg kaum noch Höhenunterschiede bis zur Rasthütte am Litlbuddhåen. Geplant war die bisher längste Tagesetappe.

Von der Falkfangerhøgda bot sich ein prächtiger Ausblick über den Femundsmarka Nationalpark und Teile des Rogen Naturreservat – vom Femundsee über das Skedbrofjället zum Brustvålen, den See Rogen und hinüber ins Grøtådalen.
Unser Trinkwasser hatte sich inzwischen in warme Brühe verwandelt – leider hatten wir nur eine Sitzmatte pro Person, die auch gleichzeitig als Isolation für eine Flasche diente. Laut Karte würden wir bald wieder die Möglichkeit bekommen, frisches Wasser zu trinken … sofern man einen Tümpel am Berg frisch nennen konnte. Es wäre wohl eher eine stinkende Pfütze, diese „Oase“. Die Bäume und das Wasser inmitten der Steinwüste konnten wir bereits aus der Ferne sehen, auch eine Gruppe Wanderer. Auf jeden Fall ein herrliches Plätzchen für eine verfrühte Nachmittagsrast. Endlich wieder Schatten!

Umso überraschter waren wir, als wir erkannten, dass die Oase eine richtige Quelle war. Das Wasser reichte gerade mal bis zu den Oberschenkeln und war eiskalt, frisch und klar. Eine Fläche mit Sand neben dem kleinen See und eine kurze Überlegung … Warum noch weiterlaufen, hier ist es doch prima! Keine Mücken, ein laues Lüftchen, frisches Quellwasser, was wollte man mehr?
Also bauten wir gleich das Zelt auf, damit uns niemand zuvorkommen konnte. Hier kamen relativ häufig Leute vorbei. So wurde aus der längsten geplanten Strecke eine der kürzesten. Was soll`s? Zeit hatten wir noch genug, ein Reservetag fehlte uns durch die kürzeren Abschnitte am Beginn der Tour, dafür hatten wir einen Tag „zusätzlich“, weil wir nicht auf den Stor-Svuku rauf sind.

Einem entspannten Nachmittag folgte der Abend. Ein weiteres Pärchen stoß zu uns, mit Hund. Der Mann hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als eine zu rauchen. Na super, der Qualm zog direkt zu uns rüber. Ein bisher mehr Rücksicht hätten sie ja schon nehmen können, zumal genug Platz vorhanden war! Der Hund sprang durchs frische Wasser und genoss die kühle Erfrischung. Wir warteten hingegen eine ganze Weile, bis wir wieder frisches kaltes Wasser holten. Dafür bekamen wir die Lösung auf die Frage „warum ein Feuer bei der Hitze“. Auch diese zwei machten ein Feuer (ich fand’s überflüssig, zumal die Vegetation hier nicht gerade üppig war, einige Birken und ein paar Zwergsträucher mitten im Felsenmeer). Und wo schlugen sie ihr Feuer auf, natürlich wieder genau so, dass wir den Rauch abbekamen. Rücksicht nehmen auf andere sah bei uns anders aus. Irgendwann mischte sich dann zu dem Rauch ein zitroniger Geruch und schon waren die verhältnismäßig wenigen Mücken verschwunden.

Der Tag verabschiedete sich mit einem traumhaften Sonnenuntergang über der weiten Ebene der Femundsmarka.
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Die Oase
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Kurz nach Svukuriset ... Blick auf den Femundsee
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Abend über der Femundmarka
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Tag 7

Die Hitze im Zelt schien inzwischen unser Wecker zu sein. Sehr früh wurd es wieder heiß, über Nacht hatten wir schon die Türen des Außenzeltes offen gelassen. Irgendwie schafften wir es trotzdem nochmal für ein halbes Stündchen einzuschlafen. Danach krabbelten wir schweißgebadet aus dem Zelt.
Von unseren „Nachbarn“ war noch nichts zu sehen. Auf Tee und Kaffee verzichteten wir diesmal, stattdessen gab’s eiskaltes Wasser mit Milchpulver und natürlich Müsli.

An diesem Tag, den 27. Juni, wollten wir mind. die Rasthütte Reva erreichen. Besser noch den Rastplatz am Rogen in der Bucht Rödviken. Höhenlinien waren kaum welche eingezeichnet in unserer Karte, zumindest nicht bis nach Reva.
In einem Reisebericht hatte ich über diesen Abschnitt gelesen „nur weil keine Höhenlinien eingezeichnet sind, heißt das nicht, dass es keine Höhenunterschiede gibt.“ Ich dachte, die hätten die Karte im Maßstab 1:100 000 und nicht wie wir 1:50 000. So liefen wir los und lernten norwegische Wanderwege im Sumpf und norwegische Brücken kennen.

Der größte Teil der Wanderung ging durch das für hier typische bewaldete Gebiet, vorbei an vielen Seen. So viele Seen, das wir Probleme hatten, unsere Position genau bestimmen zu können. An der ersten Brücke, oder besser zwei lange Stämme mit einem Pseudogeländer auf einer Seite, die über einen strömenden Bach gelegt waren und als Brücke auf der Karte verzeichnet waren, trafen wir einen einsamen Wanderer, der verzweifelt versuchte mit der Karte seinen Weg zu finden. Er lief hinter uns wieder zurück über die Stämme. Die Markierung fehlte auf der anderen Seite, zumindest auf den ersten Blick. Auch wir gingen den gut sichtbaren Weg weiter, der wenig später mehr und mehr von Pflanzen verdeckt wurde. Er führte anscheinend nur zu einem Angelplatz am Krokåthåen. Naja, dann wieder zurück. Karte raus und geschaut. Eigentlich sollte es hier von der Brücke aus gerade aus weiter gehen. Nach genauem hinschauen fanden wir auch einen Stein, mitten in einem Geröllfeld, auf dem noch ein Fitzelchen Farbe zu sehen waren. Der Weg führte zu einer weiteren Brücke über einen strömenden Bach. Wie zuvor bestand die Brücke aus zwei Holzstämmen und einem noch mehr pseudomäßigem Handlauf, bestehend auch zwei Stöcken am jeweils anderen Ufer und einem Draht. Also balancierten wir auch darüber. Von dem anderen Wanderer war nichts mehr zu sehen

Musste Sumpfgelände durchquert werden, was sehr häufig vorkam, konnte man dankbar über einzelne verrottete Planken sein. Meist musste man mit vereinzelten höher stehenden Grasbüscheln vorlieb nehmen. Wir wunderten uns über die Hufabdrücke eines oder zweier Pferde in diesem unwegsamen Gebiet von Sumpf und Steinen.
Schnell mussten wir feststellen, dass auf diesem Abschnitt etliche Höhenmeter zu bewältigen waren. „Auch wenn keine Höhenlinien eingezeichnet sind, heißt das nicht, dass es keine Höhenunterschiede gibt.“ … ähm, ja! Zustimmung!

Es ging ständig rauf und runter. Ein steiniger Moränenhügel am anderen. Wenigstens war es anscheinend auch den Mücken zu heiß.
Irgendwo zwischen dem Kløfthåtjønnan und dem Storfisktjønnan erwartete uns eine weitere Brücke. Ein einzelner Stamm über einen breiteren tiefen Bach, tiefer wie unsere Wanderstöcke lang sind und ganz ohne Geländer. Na, dann balanciert man halt mal mit den schweren Trekkingrucksäcken darüber.

Enttäuschung machte sich breit, als wir feststellen mussten, dass wir noch nicht so viel zurückgelegt hatten, wie wir eigentlich gedacht hatten. Der mit Abstand anstrengendste Abschnitt war der etwa halbe Kilometer direkt am Ufer des Storfisksjønnan. Es ging rauf und runter, über und unter umgestürzten Baumstämmen hindurch, hüpfen von Stein zu Stein um nicht ins Wasser zu treten und all das nach etlichen Kilometern Moränenhügeln. Die Pferde waren auch hier lang gelaufen! Wir jedenfalls waren fix und fertig. Selbst der Elch den wir zuvor im Wald gesehen hatten konnte uns dafür nicht wirklich entschädigen.

Also beschlossen wir, in der Rasthütte am Litlbuddhåen zu übernachten. Zuvor musste aber noch ein ca. 15 Meter breiter stark strömender Fluss mit Felsbrocken überwunden werden. Dafür gab es diesmal eine richtige Hängebrücke … sie sah nur etwas schief aus. Die linke Befestigung auf der gegenüberliegenden Seite hing fast nur noch am Drahtseil. Der Pfosten war umgeknickt, lag aber noch nicht ganz um und sorgte so noch für ein wenig Spannung, besser wenig als gar nichts …. es gab aber keine andere Möglichkeit um auf die andere Seite zu gelangen. Also wagten wir es. Die Brücke hielt uns aus, danach balancierten wir wieder über zwei Holzstämme und schon standen wir mit sich langsam beruhigenden Herzen am anderen Ufer.

Zwei Kanuten suchten nach einem Lager, also beeilten wir uns um die Rasthütte zu erreichen. Es war ganz nett hier, aber Platz für unser Zelt gab es nicht wirklich, zumindest nicht dort, wo wir hätten übernachten wollen. Also legten wir eine späte Kaffeepause ein, tranken nochmal reichlich und machten uns auf den Weg zum ca. 2,5 km entfernten Reva. Keine Ahnung, wo wir diese Energie noch herholten.
Bergrauf, bergrunter, über Felsbrockengeröllfelder, über einen Zaun, weitere Moränenhügel und dann, endlich, waren die Zeltplätze von Reva zu sehen. Wir liefen noch bis zur Hütte und schlugen in der Nähe unser Zelt auf.
Hier gab es einen Sandstrand. Diesmal badete ich richtig. Tauchte unter und plantsche im warmen Wasser, immerhin war es hier geringfügig kälter als weiter hinten in der Bucht.

Wie hätte es auch anders sein können, die Mücken fanden uns dann doch noch. Wir genossen es, uns nicht mehr bewegen zu müssen und uns ins Zelt legen zu können. Kurz drauf waren wir auch schon eingeschlafen.
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Erste "Brücke"
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Typische Landschaft, wenn man die Moränenhügel "erklommen" hat
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Hängebrücke zur Rasthütte am Litlbuddhåen
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Tag 8

Hatten wir geglaubt, der Tag zuvor wäre heiß gewesen? Der 28. Juni wurde noch wärmer. Zum Glück hatten wir noch die zusätzlichen Flaschen aus Svukuriset. 7-8 Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle bei über geschätzten 35 °C! Dafür war die Brücke bei Reva stabil und ausgetrocknetes Sumpfgebiet mit Holzstegen versehen. Die gesamte Strecke zur Rogenstugan war sehr holprig und steinig.

Unterwegs begegneten wir immer wieder einer kleinen schwedischen Familie. Eltern mit einem kleinen Jungen, vielleicht 1-2 Jahre alt. Wir wechselten uns mit den Pausen ab und liefen so immer wieder aneinander vorbei. Sie erzählten uns das Wasser im Skedbrosjön wäre 18 °C warm gewesen. Obwohl die beiden schwerer beladen waren wie wir, waren sie schneller, vor allem auf den letzten 3 Kilometern. Die Strecke bot nicht viel Abwechslung, selten hatte man weite Aussichten. Mit dem letzten Schluck Wasser erreichten wir den Abfluss des Öster-Rödsjön in den Rogen und konnten die Flaschen wieder befüllen, die dann wieder für die nächsten 6-7 Kilometer reichen mussten. Der Rastplatz bei Rödviken war voll belegt, mit Kanuten der deutschen Bundeswehr, zumindest sah dies so aus. Das Wasser aus dem See roch hier sehr merkwürdig. Wir machten nur kurze Pause, zu viele Menschen auf einen Haufen, obwohl sie relativ ruhig waren. Allerdings gaben wir uns nicht als Deutsche zu erkennen. Schließlich kletterten den steinigen Hang wieder hinauf und liefen weiter unserem Tagesziel entgegen.

Ein paar Kilometer nach dem Abzweig nach Käringsjön dann plötzlich eine Kreuzung; wir wunderten uns, schließlich war nichts in der Karte eingezeichnet. Naja, da wird es wohl irgendwo eine Hütte geben, wie schon ein paar Kilometer vorher ein paar zu sehen gewesen waren, war unser Gedanke.

Meine Füße waren wieder gequollen und schmerzten von der Feuchtigkeit, die Mücken und inzwischen auch Bremsen waren so lästig, dass das Strümpfe ausziehen ohne Stiche nicht möglich war. Die Hitze an dem Tag war bei dieser Belastung schon fast unerträglich. Fast am Ende unserer Kräfte erreichten wir die Rogenstugan. Sehr viele Leute waren hier, auch die kleine Familie, aber das wussten wir ja schon.

Die Hüttenwirten und ihr Sohn begrüßten uns freundlich und boten gleich kalte Getränke an. Wir beschlossen in der Hütte zu übernachten. Das wollten wir uns nach der Tour gönnen. Die Rogenstugan ist nur vor wenigen Jahren neu errichtet worden, nachdem die alte abgebrannt war. Die Sauna hätten wir auch benutzen können, uns reichte eine Abkühlung im kalten Rogen.

Etwas später kam ein deutsches Paar. Besonders glücklich sahen sie nicht aus. Sie waren mit ihrem Kanu unterwegs und hatten das Boot vom Hån in den Rogen geschleppt, ca. 1,5 km, davon etwa die Hälfte durch Sumpf, in dem sie bis zu den Waden eingesunken waren. Das klärte die Kreuzung am Wanderweg. Eine Kanuportagestrecke.
Die beiden ließen sich eine kürzere Portagestelle von der Hüttenwirtin zeigen. Wir erzählten, dass es dort relativ steil und steinig ist. Diese Protagestelle waren wir hinaufgelaufen, als wir vom Rastplatz wieder zurück zum Wanderweg liefen. Dem Paar gefiel die Region nicht, zu häufig mussten sie das Kanu tragen, sie wollten lieber nur fahren, ihr Kanu wäre zu schwer. Sie waren zu aufgebracht um die Schönheit der Natur hier zu bemerken, die Ruhe zu genießen. Sie wollten sich woanders einen Übernachtungsplatz suchen und am nächsten Morgen nach Rödviken paddeln.

Uns präsentierte sich die Region zum Abschied nochmal von seiner allerschönsten Seite, ein Sonnenuntergang, der seinesgleichen sucht. Was für Farben! Was für eine Stimmung! Wir saßen am Fenster und staunen, konnten den Blick nicht von dem Farbspektakel abwenden. Auch die Eltern des kleinen Alvin erfreuten sich an diesem Naturschauspiel. Wir redeten noch einen Weile miteinander. Wir auf schwedisch, er auf deutsch, sie auf schwedisch, nicht, weil mein schwedisch so schlecht war, sondern weil er die Gelegenheit nutzen wollte, mal wieder deutsch zu sprechen. Gibt es eine bessere Bestätigung als zu merken, dass man mit der fremden Sprache verstanden wird? Zuvor durften wir schwedischen Kinder- und Schlafliedern lauschen.


Tag 9

Der Morgen des 29. Juni war heiß und schwül. Die Mutter des Kindes fragte besorgt, ob uns ihr Sohn geweckt habe, er wäre einfach zu uns hinübergelaufen und auch sonst nicht zu beruhigen gewesen. Wir verneinten das, hatten davon wirklich nichts mitbekommen, hatten richtig gut und tief geschlafen. Bei dem Hüttenpreis hätte man auch nichts anderes erwarten dürfen.
Wir frühstückten und machten uns auf den Rückweg zum Parkplatz bei Käringsjövallen. Nur noch 10 km trennten uns vom bequemen Auto, wir freuten uns schon jetzt auf eine eiskalte Cola, die wir uns in Tännäs besorgen wollten.
In dieser Erwartung erschienen uns die 10 km länger als am ersten Tag.

Am Auto angekommen legten wir die Rucksäcke ab. Ich dachte, die Getränke im Fahrzeug wären eklig warm. Irrtum, so konnten wir schon hier kaltes kohlensäurehaltiges Wasser trinken. Wie lecker, wie gut, wie erfrischend. Nach einer Erholungspause verließen wir unser Paradies und fuhren zum Naturum in Tännäs. Was für ein Gefühl, sich so leicht fortbewegen zu können.

Wir haben es geschafft! Rechnerisch fehlen nur zwei Kilometer an den runden 100. Der Sohn der Hüttenwirten meinte den Abend zuvor scherzhaft, wir sollten einfach nochmal ein Stück zurücklaufen :mrgreen:. Immerhin wissen wir dank ihm, wie "Svukuriset" ausgegesprochen wird.

Nochmal: Wir haben es geschafft und sind mächtig stolz auf uns!
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Abendstimmungen am Rogen
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Trollhorn
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Trollhorn »

Danke Wölfchen für diesen schönen, ausführlichen Bericht und die traumhaften Bilder. Da verfalle ich doch auch schon wieder in Urlaubsstimmung :-flagg Mal schaun ob es in diesem Jahr was wird :)

Eine kurze Frage an dich: Was für eine Kamera benutzt du denn? Deine Bilder sehen immer so unglaublich lebendig aus!
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Trollhorn hat geschrieben:Eine kurze Frage an dich: Was für eine Kamera benutzt du denn? Deine Bilder sehen immer so unglaublich lebendig aus!
Ohne meine DSLR gehe ich nicht aus dem Haus, wenn's nach draußen geht und dementsprechend kommt sie auch auf solche Touren mit. Ein relativ gutes Objektiv mit einer Brennweite von 24-105 mm muss dann allerdings ausreichen zzgl. ausreichend Akkus (die Akkus bei kühlen Temperaturen mit in den Schlafsack nehmen!) und Speicherkarten.
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kanot
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von kanot »

Hallo Wölfchen,

gut gemacht! Klasse Bilder und ein Bericht, der mich garantiert hierher locken könnte.....wenn ich nicht bereits in der Gegend wohnen würde. Weiter so! Vielleicht trifft man sich ja mal hier irgendwo?

Grüsse aus Härjedalen

Peter
PaTsSoN
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von PaTsSoN »

hej... ein klasse bericht und auch super fotos :respekt:

da hat man gleich lust bekommen dies auch zu unternehmen... na mal schauen :-elchi

Gruß
PaTsSoN
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Merline
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Merline »

Hallo Wölfchen,

ein toller Bericht mit wunderschönen Bildern. Alle Achtung vor Eurer Wanderleistung!

Gruß aus Värmland
Merline
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Svipp
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Svipp »

Klasse Wölfchen !
Danke für den Bericht und die Fotos! :klatschen:
Ganz toll!!! und Fernweh kommt auf...
Ha det bra så länge och hejdå
Heike och Svipp
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Amarok
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Amarok »

Schöner Bericht und tolle Bilder. :D
wölfchen hat geschrieben: Ohne meine DSLR gehe ich nicht aus dem Haus, wenn's nach draußen geht und dementsprechend kommt sie auch auf solche Touren mit. Ein relativ gutes Objektiv mit einer Brennweite von 24-105 mm muss dann allerdings ausreichen zzgl. ausreichend Akkus (die Akkus bei kühlen Temperaturen mit in den Schlafsack nehmen!) und Speicherkarten.
Mich würde auch interessieren was du für eine Kamera und für ein Objektiv benutzt. Du hast dich in deiner Antwort ja etwas allgemein gehalten. Ist es ein Geheimnis oder vielleicht eine Hasselblad? :mrgreen:
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutische Weisheit)
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Ich benutze die Canon 40 D mit meinem Standartobjektiv Canon EF 24-105 mm 1:4 L IS USM.

Ich habe da noch so einige Wünsche bzgl. Objektive ... allerdings würden die nicht mit auf Tour gehen, es sei denn, es findet sich ein Esel, der mir das finanziert und der das Zeug schleppt :mrgreen:
guesch47
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von guesch47 »

Hallo wölfchen,
ja wirklich sooooo schlimm mit den Mücken?Selber gebauter Mückenschutz?
Wo ich im Hamrafjell-Funäsdalen(Juni)-war, waren auch solche Mücken diese wurden sogar im Foto gesehen.Dort bin ich belehrt worden was ich für Salbe nehmen müßte.Unsere Salben die wir mit hatten waren für die Katz gewesen. :bowler:

Geht es wieder in den Rogan im diesem Jahr?
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Hallo Günther,

wir hatten uns "Care Plus Deet" schon hier besorgt. Deet ist soweit ich weiß auch im Dschungelöl enthalten, das bekommst Du in Schweden.

Care Plus, hat wenn wir es benutzt haben, alles bis auf die Bremsen nicht an uns rankommen lassen. Die Mücken kommen zwar näher, setzen sich aber nicht. Die Frage ist nur, was für die Haut und Gesundheit besser ist: Mittel, die man im Sondermüll entsorgen soll und denen nachgesagt wird, dass sie Hautkrebs erregend sind, so aggressiv sind, dass sie Farben und Plastik angreifen, oder lieber ein Netz überm Hut und fast mückendurchstichsichere Kleidung?

Das selbst basteln, war wie Du gelesen hast das Mittel zum Zweck, denn Du kannst keinen Hut oder Cappi aufsetzen, dass Dir zu klein ist. Macht keinen Sinn.

Ich habe keinen Vergleich zu anderen Regionen, aber wir hatten noch nie so viele Mücken um uns herum, wie dort, zum Teil waren es richtige Schwärme. Aber wir wussten, dass es dort diesbezüglich schlimm sein muss. Das verrät einem schon der Blick auf die Karte. Dazu fehlte dann noch der Wind, der uns die Mücken wegwehte.

Lieben Gruß
Wölfchen
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Uta
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Uta »

hej wölfchen,
ein toller Bericht und - wie immer - tolle Fotos, das fordert geradezu zur Nachahmung auf.
Leider ist das meinem Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich . Wir müssen uns mit
nicht zu anstrendenden kürzeren Tagestouren begnügen und das auch nicht jeden Tag.
So bleiben einige Landschaften für uns unerreichbar. (Dies soll nicht als Jammern misverstanden
werden!!)
Liebe Grüße
Uta
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Für alle, die die Bilder auch nicht (mehr) sehen können und an diejenigen, die Interesse haben noch mehr anzuchauen.

Habe gestern eine Bildergalerie zu dieser Tour hochgeladen. Leider für meine Bildschirmgröße optimiert. Aber auf der Übersichtseite ist erklärt, wie man die Ansicht im Browser verkleinern kann und so nicht mehr scrollen muss.

Wenn Ihr auf den Link klickt, und dabei gleichzeitig die "Strg"-Taste drückt, öffnet sich ein neuer Tab ohne, dass Ihr das Schwedenforum verlasst.
http://altenlotheim-edersee.de/Touren/G ... Rogen.html

Da man die eigenen Fehler meistens nicht entdeckt ... seid Ihr bestimmt so nett und teilt mir per PN oder Email mit, wo ich noch ändern muss.
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torsten1
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von torsten1 »

Kann mir evtl. Jemand erklären, warum ich fast alle Bilder nicht sehen kann, sondern nur die Bezeichnungen der Dateianhänge?
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

torsten1 hat geschrieben:Kann mir evtl. Jemand erklären, warum ich fast alle Bilder nicht sehen kann, sondern nur die Bezeichnungen der Dateianhänge?
Torsten, genau das ist auch mein Problem, deshalb der separate Link zur Galerie auf meiner HP.

Gelöscht hatte ich hier jedenfalls keine Fotos.
insa
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von insa »

man kann doch alle bilder sehen.....ich jedenfalls
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

Ist es dann eine Frage des verwendeten Browsers? Insa, welchen benutzt Du. Ich habe den Firefox.

Mmmh, kann eigentlich auch nicht sein, habe gerade zum IE von Windows gewechselt, das Gleiche.

Hatte gestern eine Email bekommen, von einem mir gut bekanntem "Gast", der konnte auch alles sehen.
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torsten1
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von torsten1 »

Danke für den Hinweis, Wölfchen! Ich hatte den Link übersehen. Aber die Fotos sind ja toll! Man sieht z.B. an der Art der Bildaufteilung, dass du keine Gelegenheitsknipserin bist.

Ja ja, die Canon! Ich hatte eine analoge AE 1 (Blendenautomat) mit 3 hervorragenden Originalobjektiven. Die dicke Fototasche hatte ich viele Jahre lang im Urlaub stets mitgeschleppt und war zum Leidwesen meiner Frau und später auch unserer ersten Tochter alle paar Augenblicke stehengeblieben, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto. ich hatte dann wieder etwas entdeckt, das ich unbedingt dokumentieren oder dessen Atmosphäre ich festhalten wollte. Jetzt habe ich 4 Schubladen voller oft toller Fotos. Und diese Möglichkeit der Erinnerung an schöne Zeiten nimmt uns niemand mehr, ob das nun Marokko war, Spanien, Italien, Kroatien, Montenegro, Griechenland, Holland oder stapelweise Schweden. Die Abenteuer (tatsächliche, so mit Gericht in Marokko (Man hatte mir meine Frau abkaufen wollen) oder Verfolgung eines Autofahrers, der seiner Beifahrerin eine Pistole an den Kopf hielt, im wilden Bergland von Montenegro) im Süden hatten wir, als Nachwuchs da war, aufgegeben und von da an nur noch Schweden bereist, von nostalgischer Vergangenheitssuche an den Orten meiner frühen Kindheit bis zu mehreren Geschäftsbesuchen von Hausherstellern mit angehängtem Urlaub.

Jetzt ist meine Canon kaputt und ich fotografiere z.Z. nur mit einer kleineren Digitalkamera (Fuji). Für die meisten Fotos genügt das. Na, jedenfalls habe ich daran nicht mehr so schwer zu tragen.

In Schweden hatte ich ja früher auch noch Videoaufnahmen gemacht. Inzwischen gibt es das damals spitzenmäßige Video-8-Format längst nicht mehr und ich hocke auf den Aufnahmen, die ich irgendwann mal digitalisieren und schneiden müsste.
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Krölle Bölle
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Krölle Bölle »

Hallo Wölfchen,

eigendlich wollten wir ja schon längst schlafen, sind aber an Deinem Bericht hängen geblieben. Wirklich toll und sehr unterhaltsam geschrieben. Da bekommt man direkt Lust auch auf eine Trekkingtour zu gehen ( mein Mann guckt gerade ganz entsetzt, ihn juckt es schon allein von der Erzählung überall :))

LG Sabine und Frank
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wölfchen
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von wölfchen »

torsten1 hat geschrieben: Die dicke Fototasche hatte ich viele Jahre lang im Urlaub stets mitgeschleppt und war zum Leidwesen meiner Frau und später auch unserer ersten Tochter alle paar Augenblicke stehengeblieben, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto.
Mein Mann kann da auch ein Lied von singen ;)

Interessanterweise schaue ich mir die Fotos mehr am PC an, als im Fotoalbum oder -buch. Die kramen sich dann immer gerne unsere Gäste raus.

Um die "Abenteuer" beneide ich Dich aber nicht wirklich ...
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Uta
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Uta »

hej wölfchen,
ich kann Deine Fotos auch nicht hier in der Schwedenstube ansehen, sondern habe nur ein kleines weißes Feld mit einem x. Meine eigenen Fotos in meinen Reiseberichten, aber auch alte Rätselfotos von mir, kann ich auch nicht mehr ansehen, sie sehen aus wie früher das Testbild im Fernsehen.
Ich habe dazu Karsten bereits angemailt, zu mindest bei den Reiseberichten finde ich es sehr schade. Er schrieb mir zurück, dass das ein Fehler des Schwedenforums sei. Es liege nicht an den Nutzern (also wohl auch nicht am verwendeten browser) oder den Datein, aber er habe bisher noch keine Lösung gefunden, arbeite aber daran.
Hoffen wir Mal, dass er bald fündig wird, nicht jeder kann auf eine eigene hp verweisen.
Viele Grüße
Uta
Steffen G.
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Re: Rogen/Långfjäll/Femund - Trekkingtour im Juni 2009

Beitrag von Steffen G. »

Hallo wölfchen

Ich plane für Anfang Sptember eine ähnliche Tour. Ich will von Käringsjörn zum Femund und wieder zurück. Ich hab für die Tour 9 Tage Zeit, und möchte nicht Hin- und Rückweg den gleichen Weg gehen. Von daher such ich noch ne alternative zum direkten Weg.
Gibt es von eurer Tour irgendwelche Trackaufzeichnungen egal elektronisch oder analog (Stift auf Papier)? Anhand der Beschreibung kann ich die Tour nicht ganz nachvollziehen, besonders der Teil südlich des Rogen. Für entsprechendes Material wäre ich dir Dankbar.

Gruß Steffen
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