Sonnig, windstill, später „Schönwetterwölkchen“; morgens 20,5 °C, 29,5 °C Tageshöchsttemperatur.
Die Mücken waren früh morgens schon wieder oder immer noch sehr mobil – so dass wir die Rucksäcke immer noch nicht fertig packen konnten. Es kam wie es kommen musste. Wir überlegten, wie es wohl in Ryvang sein würde … könnten wir dort das Zelt aufschlagen ohne gleich zerstochen zu werden (das Spray half auch nicht wirklich)? Könnten wir eine Weile vorm Zelt sitzen, oder wären wir auf den kleinen Raum beschränkt wenn wir unsere Ruhe haben wollen? Und das alles ohne Berücksichtigung der noch hohen Temperaturen … Die Entscheidung sollte dann am Grövelsjön fallen.
Dort flogen auch gleich ein paar Mücken um uns herum, aber bei weitem nicht so viele – aber die Temperatur! Kein Schatten, nur Sonne. Genügend Ausreden gefunden um im klimatisierten Auto über Idre, Foskros, Sörvattnet und Högvålen nach Funäsdalen und schließlich nach Ramundberget zu fahren. Während der Fahrt habe ich es schon angefangen zu bedauern, dass wir so entschieden haben, aber das war nicht mehr zu ändern.
Ramundberget – ein Ort voll und ganz dem Skitourismus gewidmet. Gefiel uns überhaupt nicht, nichts idyllisches, ruhiges oder auch nur im entferntesten zum Wohlfühlen. Skihang an Skihang, Lift an Lift, große Gebäude – kaum eins der schönen schwedischen Holzhäuser. Nein, das war nichts für uns und so fuhren wir wieder zurück.
In Funäsdalen wollten wir dann kurz entschlossen einen Ausflug auf den Funäsdalsberget machen, brachen aber nach wenigen Kilometern wegen Hitze und Mücken ab. Lies sich auch mit dem Fahrrad nicht gut fahren und zu Fuß wären wir wieder umschwärmt worden. Die einfache Wegstrecke hätte 10 km betragen – 2 davon haben wir zurückgelegt.
Was nun? Flatruet und Ljungdalen oder Tresticklan und Schärenküste Bohuslän. Wir entschieden uns für letztere Kombination. Hauptgrund für die Entscheidung waren die Mücken, die an der Küste bestimmt nicht so zahlreich vorhanden sind.
Von Funäsdalen aus ging es dann etwa 70 km nur durch Wald mit vereinzelten Häusern hier und da. Toll!!!
Wir stoppten gegen Abend in Hedeviken auf dem Campingplatz, grillten, machten eine kurze Radtour in Richtung Sånfjäll Nationalpark in den kühleren Abendtemperaturen, duschten mal wieder richtig und ausgiebig und verstecken uns schließlich wieder vor den Mücken, nachdem wir den einen oder anderen Stich eingesteckt hatten.
Hier waren zwar nicht so viele Stechmücken, aber dennoch lästig.

Ausblick auf den Sånfjäll Nationalpark von Hedeviken aus
04. Juni
Sonnig, teilweise Wolken; morgens 19 °C, später ? im Fjäll gab’s kein Thermostat, war aber viel zu warm
Wir wollten doch noch eine Zweitageswanderung machen und so packten wir die Rucksäcke und fuhren nach Nyvallen am Sånfjället Nationalpark. Dort ließen wir das Auto stehen und starteten unsere Rundtour in süd-östlicher Richtung. Etappenziel war die Raststuga am Sodan.
Zunächst ging es durch einen dichten Birkenwald, der Weg war häufig eher ein kleiner Bach und die Mücken waren schrecklich. Immerhin ließen diese sich vom Spray beeindrucken, allerdings hält dieses nicht sehr lang. Der Birkenwald wurde immer niedriger bis wir hinauf ins Fjäll kamen. Zwischendurch konnte man immer wieder über die weiten Wälder blicken.


Zu unserer rechten befanden sich die Berge des Sånfjäll. Auch hier blühen die ersten Fjällblumen zwischen den Schneeresten.

Ab und zu müssen wir auch hier über Schneefelder laufen, die Stege darunter erahnen oder hörten unterhalb des Schnees das Wasser eines Baches rauschen.

Die Rufe mehrere Kuckucke begleiten uns.

Nach einer längeren Strecke durch den Zwergbirkenwald (brrrr Blattläuse … immer wenn wir Äste streiften hatten wir diese Viecher an uns) führte der Weg hinauf ins Fjäll. Nachdem wir den Anstieg bewältigt hatten ging es relativ eben weiter. Es ging durch ein „Tal“ – zu unserer Linken befand sich der 1.175 m hohe Korpflyet und kurze Zeit später der 1.027 m hohe Medstöten, zu unserer Rechten das 1.278 m hohe Högfjället, dessen Gipfel, wie so häufig, durch einen von wahrscheinlich zahlreichen Hügeln verdeckt wird.



Wir genießen die angenehm zu gehende Strecke durchs baumfreie Fjäll (baumfrei ist nicht ganz richtig, ein paar einzelne Bäume haben sich durchsetzen können). Der Blick durchs bewaldete Tal zwischen dem Gråsidan und den Medstöten auf den Berg Björnvålen und noch weiter hinten liegende Berge ist wunderschön. Schließlich kamen wir am späten Nachmittag bei der Raststuga an. Zuvor sahen wir wieder ein paar Rentiere.


Kein Vergleich zur ersten Hütte. Hier war ein richtiger Fußboden drin. Ein heller Raum, dank größerer Fenster, ein riesiger Tisch und breite, zum Schlafen geeignete Bänke ringsumher. Natürlich auch wieder ein Ofen. In Notfällen darf drinnen auch übernachtet werden. Vor der Hütte befindet sich ein Grillplatz und in geringer Entfernung ein Bach.

Wir schlugen erst einmal das Zelt auf und Manuel begann anschließend mit dem Zubereiten des Fertiggerichts. Für den Zeltplatz suchten wir uns in Hüttennähe ein steinfreies Plätzchen auf weichem Untergrund.


Diesmal hatte ich den Rucksack gut gepackt, das Gewicht war richtig verteilt und drückte nicht mehr auf den Schultern. Die Gurte dienten nur noch dazu, den Rucksack in der Aufrechten zu halten. Leider hatte das nur bei mir geklappt. Diesmal war Manuel derjenige, der die „Rucksackpausen“ brauchte.
Die Wanderung selbst wurde durch die nur ganz langsam am Himmel ziehenden, Schatten spendenden Wolken erleichtert. Es war vollkommen windstill, was bedeutete, dass die Mücken auch nicht lange auf sich warten ließen. Es ging, aber da wir Müde waren, gingen wir früh zu Bett. Eine Schnake war anscheinend sauer, dass sie nicht an uns rankam. Sie surrte in einem hohen und nervtötenden Summen über unser Innenzelt. Es war unerträglich warm. Hatte es auf der ersten Tour eine Weile gebraucht, bis es in den Schlafsäcken richtig mollig warm war, so lagen wir diesmal nur mit Unterwäsche bekleidet auf den Schlafsäcken. Und trotzdem war es noch zu warm, aber herrlich ruhig … bis auf diese Schnake …
05. Juni
Sonnig, bis 33 °C
Die Nacht war sehr warm, es hatte im Vergleich zum Abend kaum abgekühlt. Nach einem gemütlichen Frühstück in der Raststuga und dem Auffüllen von Frischwasser ging es dann übers Högfjällen zurück nach Nyvallen.

Der Weg führte gut zur Hälfte entlang des Baches Sodan durch ein Tal. Das Fjäll bestand hier im Prinzip nur aus Geröll, dem Bach und Schneefeldern. Eine raue Landschaftsform. Aber so was von schön!




Ein kurzes Stück bachaufwärts lag ein Rentier tot im Wasser, das arme Ding muss im Schnee eingebrochen sein und kam nicht mehr raus. Unsere Wasserflaschen füllten wir sicherheitshalber neu, die Gedanken an das bereits getrunkene Wasser mussten wir verbannen. Passiert ist aber nichts. Das Tier hatte noch keine Verwesungsanzeichen, lag also noch nicht lange dort oder war durch Eis und Schnee gut konserviert worden.
Zum höchsten Punkt des Högfjälls (1.250 m) oberhalb von Nyvallen ging es über jede Menge Geröll nach oben. Mal nur Steine, ab und zu mit Kies dazwischen. Ein Weg war durch Steinhaufen gekennzeichnet, aber nur schwer auszumachen. Die meilenweite Aussicht auf endlose Wälder, Ortschaften und Seen entschädigte für den letzten Anstieg. Auf dem Gipfel befindet sich ein riesiger Steinhaufen. In Richtung Raststuga fällt der Berg sanft ab, nach Nyvallen hingegen sehr steil; beeindruckend, der Blick direkt an diesem steilen Hang hinab …







Der Abstieg nach Nyvallen war sehr steil. Der Weg z. T. noch großflächig mit Schnee bedeckt, so dass wir direkt nebenan, über Steine vorsichtig hinab stiegen. Auf dem Hügel, wo wir vor drei Jahren den Aufstieg beendeten, machten wir eine kurze Genießerpause. In 2005 war es richtig windig, fast sogar stürmisch gewesen. Diesmal hingegen war kaum ein Windzug zu spüren.





Der letzte Streckenabschnitt war aus 2005 noch bekannt. Im Wald wieder viele Blattläuse und weiter unten entlang eines Baches zusätzlich viele Mücken, die sich am Ende noch nicht einmal durch einen kurzen Sprint mit Rucksack abschütteln ließen. Wir setzten uns einfach schnell ins Auto, machten die Fenster auf und fuhren los.

Trotz der Hitze machten wir den noch vom Campingplatzbesitzer empfohlenen Abstecher zum Styggtjärn. Ohne Geländefahrzeug hätte man nur zu Fuß dorthin gelangen können. Löcher, Steine, Sand – unser Auto war voll und ganz in seinem Element und wir wurden durchgeschüttelt.
Der See selbst liegt herrlich ruhig und idyllisch am Fuße Högfjället, umgeben von einem Kiefernwald, Moor, Felsen und einem Wasserfall. Interessanterweise gab es hier keine Mücken! Der Weg zum Styggtjärn führte uns über eine Art alten Wall, der fast schnurstracks geradeaus verläuft. Über einen Bach führte eine Brücke, am Ufer des Baches blühten Sumpfdotterblumen, in satten gelben großen Blüten.


Am See selbst herrschte eine ruhige, fast mystische Stimmung, als wäre er verwunschen. Wie in einem Märchen.

Das Gebiet gehört gerade so noch zum Nationalpark. Eine Brücke, die zu einer Felsen, direkt am Seeufer führt, ist zusammengebrochen. Man konnte aber mit etwas Geschick darüber balancieren.




Anschließend fuhren wir zum Campingplatz zurück. Ich nahm ein erfrischendes und gleichzeitig Sonnenbrand kühlendes Bad im See … Manuel reichte hierfür die Dusche aus.

Diesen Ausblick (und auch das nächste Foto) hatten wir von unserem Stellpaltz aus, und damit auch aus unserem WW.


















