Auswanderungsgründe
Auswanderungsgründe
Hej,
ich bin mittlerweile seit fast einem Jahr hier in Schweden. So langsam ist es Zeit das erste Jahr Revue passieren zu lassen. Frei nach dem Motto, ob sich denn alles so entwickelt hat, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich muß für mich allerdings sagen, daß der Neubeginn noch nicht abgeschlossen ist. Und ich mir daher noch garkein solches Urteil machen kann.
Meine Auswanderungsgründe damals waren, daß Schweden mein absolutes Traumland ist, ich hier nicht so die Hektik habe, sondern die Ruhe und ich meinen Kindern etwas Besseres bieten möchte.
Teilweise ist alles so eingetreten, teilweise muß ich daran noch arbeiten.
Wie ist es bei Euch? Was waren Eure Gründe für die Auswanderung bzw. sind Eure Gründe für eine bevorstehende Auswanderung? Haben sich Eure Erwartungen erfüllt oder eher nicht?
ich bin mittlerweile seit fast einem Jahr hier in Schweden. So langsam ist es Zeit das erste Jahr Revue passieren zu lassen. Frei nach dem Motto, ob sich denn alles so entwickelt hat, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich muß für mich allerdings sagen, daß der Neubeginn noch nicht abgeschlossen ist. Und ich mir daher noch garkein solches Urteil machen kann.
Meine Auswanderungsgründe damals waren, daß Schweden mein absolutes Traumland ist, ich hier nicht so die Hektik habe, sondern die Ruhe und ich meinen Kindern etwas Besseres bieten möchte.
Teilweise ist alles so eingetreten, teilweise muß ich daran noch arbeiten.
Wie ist es bei Euch? Was waren Eure Gründe für die Auswanderung bzw. sind Eure Gründe für eine bevorstehende Auswanderung? Haben sich Eure Erwartungen erfüllt oder eher nicht?
med vänliga hälsningar
norris
norris
- Thrudvangar
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Wolfgang B.
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Hej,Norris!
Das ist immer wieder ein schwieriges Thema,da sich häufig auch
lebensferne Bevölkerungsschichten hier zu Wort melden,die aus verschiedenen Gruenden eine sehr bequeme Exisistens haben,aber nicht
die geringste Ahnung was Leben in D. bedeuten kann.
Fuer mich hat sich hier in Schweden (bin jetzt knapp 3 Jahre hier ) vieles
verbessert.
Mein Einkommen hat sich mehr als verdoppelt (bin gewerblicher Arbeitnehmer),die Abgaben fast halbiert und das bei halber Arbeitsleistung
wie in D.
Die Bevölkerung steht hier bei weitem nicht unter so einem Druck wie
in D. so das das Zusammenleben und-arbeiten deutlich angenehmer ist.
Auch der Umstand das die Einkommen nicht so extrem unterschiedlich sind
wie in D. trägt zur grösseren Harmonie bei.
Ich habe nur sehr wenig Interresse an gesellschaftlichen Umgang und möchte in erster Linie meine Ruhe haben,wo bei mir die schwedische Mentalität sehr entgegen kommt.
Schon mittelfristig ist bedingt durch eine äusserst fragwuerdige Einwanderungspolitik das wirtschaftliche Wohlergehen hier sehr gefährdet
und ich fange schon an mich nach Norge zu orientieren.
so long
Das ist immer wieder ein schwieriges Thema,da sich häufig auch
lebensferne Bevölkerungsschichten hier zu Wort melden,die aus verschiedenen Gruenden eine sehr bequeme Exisistens haben,aber nicht
die geringste Ahnung was Leben in D. bedeuten kann.
Fuer mich hat sich hier in Schweden (bin jetzt knapp 3 Jahre hier ) vieles
verbessert.
Mein Einkommen hat sich mehr als verdoppelt (bin gewerblicher Arbeitnehmer),die Abgaben fast halbiert und das bei halber Arbeitsleistung
wie in D.
Die Bevölkerung steht hier bei weitem nicht unter so einem Druck wie
in D. so das das Zusammenleben und-arbeiten deutlich angenehmer ist.
Auch der Umstand das die Einkommen nicht so extrem unterschiedlich sind
wie in D. trägt zur grösseren Harmonie bei.
Ich habe nur sehr wenig Interresse an gesellschaftlichen Umgang und möchte in erster Linie meine Ruhe haben,wo bei mir die schwedische Mentalität sehr entgegen kommt.
Schon mittelfristig ist bedingt durch eine äusserst fragwuerdige Einwanderungspolitik das wirtschaftliche Wohlergehen hier sehr gefährdet
und ich fange schon an mich nach Norge zu orientieren.
so long
Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten.
Sie dienen der allgemeinen Erheiterung.
Sie dienen der allgemeinen Erheiterung.
Also bei mir ist vieles so eingetreten, wie ich es mir vorgestellt habe und auch wollte. Meine Kinder haben sich gut eingelebt. Die ersten Freundschaften und Kontakte sind da. Die Ruhe haben wir hier ebenfalls vorgefunden. Das Einzige woran es jetzt fehlt, ist eine Arbeit für mich. Bis vor einem Monat war ich ja noch in der föräldrarledighet. Dadurch kann ich auch erst ab Januar meinen Schwedischkurs machen, der mir dann einige weitere Türen öffnet. Was ich nur ärgerlich fand ist, daß ich diesen Kurs nicht schon dieses Jahr anfangen konnte, da ich keine Dagmamma gefunden habe, welche Kinder betreut, die noch nicht ganz ein Jahr alt sind. Ansonsten wäre alles nahtlos ineinander übergegangen. Ich hänge meinem Plan sozusagen etwas hinterher. Aber alles Andere ist so eingetreten und ich bin auch ganz glücklich darüber. Bereut habe ich unsere Auswanderung bis jetzt noch nicht.
med vänliga hälsningar
norris
norris
Diese Tatsache sollte man gar nicht so unterschätzen. Das macht das Leben, ich würde sagen objektiv, angenehmer.Wolfgang B. hat geschrieben:Die Bevölkerung steht hier bei weitem nicht unter so einem Druck wie in D. so das das Zusammenleben und-arbeiten deutlich angenehmer ist. Auch der Umstand das die Einkommen nicht so extrem unterschiedlich sind wie in D. trägt zur grösseren Harmonie bei.
Jepp, man wird nicht dauernd "angesprungen", man hat eben seine Ruhe, ohne sich dafür einsetzen zu müssen.Wolfgang B. hat geschrieben:Ich habe nur sehr wenig Interresse an gesellschaftlichen Umgang und möchte in erster Linie meine Ruhe haben,wo bei mir die schwedische Mentalität sehr entgegen kommt.
Kannst du das näher erläutern ?Wolfgang B. hat geschrieben:Schon mittelfristig ist bedingt durch eine äusserst fragwuerdige Einwanderungspolitik das wirtschaftliche Wohlergehen hier sehr gefährdet und ich fange schon an mich nach Norge zu orientieren.
- Thrudvangar
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Ich riskiere mal, hier den Buhmann zu spielen, und falle in die allgemeine Schwärmerei etwas ein.
Zunächst einmal: "Auswandern" ist ein ganz schwieriger Begriff. Für mich hat er etwas von den Auswanderern des 19. Jahrhunderts, die in ein Schiff nach New York stiegen und nie wieder zurückkehrten. Heute nach Schweden zu gehen, ist mehr ein Umzug als eine Auswanderung, schon weil er nie so endgültig sein kann wie vor 100 Jahren.
Es ist natürlich erfreulich, dass ihr mit dem Umzug nach Schweden zufrieden seid. Doch warne ich vor allem diejenigen, die nach Schweden kommen möchten, davor, zu erwarten, hier würden Milch und Honig fließen. Das durch und durch gute Image von Schweden erzeugt oft eine sehr verzerrte Sicht auf das Land.
Ich würde beispielsweise die gesunkene Abgabenlast nicht als typisch bezeichnen. Klar habe ich auf Steuerklasse 1 früher auch mehr Einkommenssteuern und Abgaben gezahlt als jetzt hier in Schweden. Ich bezweifle jedoch stark, dass das bei den anderen Steuerklassen auch zutreffen würde. Um die 30% Einkommenssteuern und eine Mehrwertsteuer von 25% sind schon eine ganze Menge.
Auch die Einkommenssteigerung würde ich nicht so hoch veranschlagen. Das schwedische Modell ist klar darauf ausgelegt, dass es im Haushalt zwei Vollverdiener gibt. Zwar gibt es keinen richtigen Niedriglohnsektor, aber dafür geht es nicht übermäßig hoch hinaus. Gerade gut qualifizierte Leute sind oft überrascht, wie wenig höher ihre Gehaltserwartungen in Schweden wären.
Und dass es in der schwedischen Gesellschaft herzlicher oder so zugehen würde, kann man mit Sicherheit auch nicht verallgemeinern. Hier brennen auch mal Autos und es werden Leute auf der Straße totgeschlagen. Zuviel Idyll und Herzlichkeit sollte man also auch nicht erwarten.
Das nur als ein paar Schlaglichter. Natürlich ist das Thema viel zu weit, als dass man es auf ein paar Absätze herunterbrechen könnte.
Zunächst einmal: "Auswandern" ist ein ganz schwieriger Begriff. Für mich hat er etwas von den Auswanderern des 19. Jahrhunderts, die in ein Schiff nach New York stiegen und nie wieder zurückkehrten. Heute nach Schweden zu gehen, ist mehr ein Umzug als eine Auswanderung, schon weil er nie so endgültig sein kann wie vor 100 Jahren.
Es ist natürlich erfreulich, dass ihr mit dem Umzug nach Schweden zufrieden seid. Doch warne ich vor allem diejenigen, die nach Schweden kommen möchten, davor, zu erwarten, hier würden Milch und Honig fließen. Das durch und durch gute Image von Schweden erzeugt oft eine sehr verzerrte Sicht auf das Land.
Ich würde beispielsweise die gesunkene Abgabenlast nicht als typisch bezeichnen. Klar habe ich auf Steuerklasse 1 früher auch mehr Einkommenssteuern und Abgaben gezahlt als jetzt hier in Schweden. Ich bezweifle jedoch stark, dass das bei den anderen Steuerklassen auch zutreffen würde. Um die 30% Einkommenssteuern und eine Mehrwertsteuer von 25% sind schon eine ganze Menge.
Auch die Einkommenssteigerung würde ich nicht so hoch veranschlagen. Das schwedische Modell ist klar darauf ausgelegt, dass es im Haushalt zwei Vollverdiener gibt. Zwar gibt es keinen richtigen Niedriglohnsektor, aber dafür geht es nicht übermäßig hoch hinaus. Gerade gut qualifizierte Leute sind oft überrascht, wie wenig höher ihre Gehaltserwartungen in Schweden wären.
Und dass es in der schwedischen Gesellschaft herzlicher oder so zugehen würde, kann man mit Sicherheit auch nicht verallgemeinern. Hier brennen auch mal Autos und es werden Leute auf der Straße totgeschlagen. Zuviel Idyll und Herzlichkeit sollte man also auch nicht erwarten.
Das nur als ein paar Schlaglichter. Natürlich ist das Thema viel zu weit, als dass man es auf ein paar Absätze herunterbrechen könnte.
Was meinst du denn damit?Wolfgang B. hat geschrieben: Schon mittelfristig ist bedingt durch eine äusserst fragwuerdige Einwanderungspolitik das wirtschaftliche Wohlergehen hier sehr gefährdet
und ich fange schon an mich nach Norge zu orientieren.
- Thrudvangar
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Ich denke mal,das inzwischen wohl jeder gemerkt hat,das in Schweden auch nicht alles Gold ist was glänzt.Ich habe die paar Monate,die ich in Schweden war,sehr nette Erfahrungen mit den Menschen dort gemacht....musste mich erstmal daran gewöhnen,wildfremde Leute zu grüßen-die einem selbst aus dem fahrenden Auto heraus zugewunken haben-das ist etwas,was ich aus Deutschland überhaupt nicht kannte.Allerdings kann man sowas auch nicht verallgemeinern,da es in Großstädten wahrscheinlich auch nicht anders ist,als in Deutschland.Trotzdem ist es landschaftlich einfach genial in Schweden,und das wird wohl mitunter auch der häufigste Grund für einen "Umzug" nach Schweden sein!
Es gibt Gegenden, in denen man nicht mal beachtet wird und andere, wo man herzlich aufgenommer wird.
Die Schwärmerei über mehr Lohn/Gehalt bei weniger Stress, behaupte ich jetzt mal, kommt von den Leuten, die in Deutschland einen deutlich unterbezahlten Job hatten und das bei gleichem Arbeitsaufwand, wie für einen normalen Job. Typischerweise also Halbtagsstellen und ähnliches. Das sind dann die sog. Erfolgsgeschichten, aber ohne die Details zu wissen, denkt jeder, Schweden ist nur toll. Studium bzw. hohe Bildung rentiert sich hier nicht, da die Gehälter, wie hansbaer schon geschrieben hat, nach oben begrenzt sind (bis auf einige Bankenchefs).
In den schwedischen Wortschatz wird inzwischen das Wort "Büllerbü-Syndrom" aufgenommen, also jenes Wort, das die heile Welt repräsentiert, das die Deutschen gerne mit Schweden verbinden - und in Wirklichkeit nicht mal die Schweden kennen.
Die Schwärmerei über mehr Lohn/Gehalt bei weniger Stress, behaupte ich jetzt mal, kommt von den Leuten, die in Deutschland einen deutlich unterbezahlten Job hatten und das bei gleichem Arbeitsaufwand, wie für einen normalen Job. Typischerweise also Halbtagsstellen und ähnliches. Das sind dann die sog. Erfolgsgeschichten, aber ohne die Details zu wissen, denkt jeder, Schweden ist nur toll. Studium bzw. hohe Bildung rentiert sich hier nicht, da die Gehälter, wie hansbaer schon geschrieben hat, nach oben begrenzt sind (bis auf einige Bankenchefs).
In den schwedischen Wortschatz wird inzwischen das Wort "Büllerbü-Syndrom" aufgenommen, also jenes Wort, das die heile Welt repräsentiert, das die Deutschen gerne mit Schweden verbinden - und in Wirklichkeit nicht mal die Schweden kennen.
Hej,
also zuerst mal hansbaer, deine guten Informativen und voll der Realität entsprechenden Beiträge schätze ich sehr, du bist eine echte Bereicherung in diesem Forum.
Genug der Lobhuderlei,obwohl ich finde, das musste mal gesagt sein.
Dennoch nervt mich manchmal diese Blauäugigkeit mit der Leute, die dieses schöne Land nur aus dem Urlaub kennen als das Nonplusultra betrachten.
Ich weise nur auf den Schlaraffenlandthread hin, der leider mit Grundsatzdiskussionen ueber DDR-BRD, ein Brotbackrezept und Fahrmöglichkeiten fuer Behinderte aus der eigentlichen Thematik arg rausgeschossen ist.
Wie dort schon gesagt,es gibt in beiden Ländern Gutes und Schlechtes, und es hält sich auch in beiden etwa die Waage.
Uebrigens, dass sich in Städten wie Hamburg oder Berlin die Leute auf der Strasse nicht gruessen ist ja wohl verständlich, aber geh z.B. doch mal nach Friesland, da wirst du auch von
Wildfremden freundlich gegruesst oder angelächelt.
Hat wahrscheinlich was mit der nicht vorhandenen Menschenmasse zu tun. Ist also nicht unbedingt ein Zeichen dafuer, dass die Schweden freudlicher sind als die Deutschen.
In Stockholm gruesst dich bestimmt kein Fremder auf der Strasse, ausser du lächelst ihn auch an.
also zuerst mal hansbaer, deine guten Informativen und voll der Realität entsprechenden Beiträge schätze ich sehr, du bist eine echte Bereicherung in diesem Forum.
Genug der Lobhuderlei,obwohl ich finde, das musste mal gesagt sein.
Dennoch nervt mich manchmal diese Blauäugigkeit mit der Leute, die dieses schöne Land nur aus dem Urlaub kennen als das Nonplusultra betrachten.
Ich weise nur auf den Schlaraffenlandthread hin, der leider mit Grundsatzdiskussionen ueber DDR-BRD, ein Brotbackrezept und Fahrmöglichkeiten fuer Behinderte aus der eigentlichen Thematik arg rausgeschossen ist.
Wie dort schon gesagt,es gibt in beiden Ländern Gutes und Schlechtes, und es hält sich auch in beiden etwa die Waage.
Uebrigens, dass sich in Städten wie Hamburg oder Berlin die Leute auf der Strasse nicht gruessen ist ja wohl verständlich, aber geh z.B. doch mal nach Friesland, da wirst du auch von
Hat wahrscheinlich was mit der nicht vorhandenen Menschenmasse zu tun. Ist also nicht unbedingt ein Zeichen dafuer, dass die Schweden freudlicher sind als die Deutschen.
In Stockholm gruesst dich bestimmt kein Fremder auf der Strasse, ausser du lächelst ihn auch an.
- Aelve
- Beiträge: 523
- Registriert: 2. Januar 2007 15:52
- Wohnort: 23858 Reinfeld
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Kontaktdaten:
Hallo,
Schweden ist mit Sicherheit nicht das Idealland für alle Leute. Einer sagt, einmal Schweden hat mir genügt und der andere sagt, hier ist genau das Land, was auf mich zugeschnitten ist. Das auch in einem Land, welches viele Vorteile bietet, nicht alles optimal ist, ist für mich selbstverständlich. Man muß schon alles zusammen betrachten. Trotzdem stimme ich mit Wolfgang B. überein, dass die soziale Ausgeglichenheit und die freundliche Zurückhaltung der Schweden für mich sehr viel bedeuten. Dass es außerdem ruhiger, gemütlicher und gerechter zugeht, ist für mich auch ein großes Plus.
Wer jedoch andere Prioritäten setzt, wer viel Rummel haben will, eine steile Karriere anstrebt und meint, dass in Schweden einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, der ist vielleicht in einem anderen Land besser aufgehoben.
Jeder wird sich nach seinen Wünschen und Vorstellungen ein Land aussuchen, welches ihm liegt. Und enttäuscht wird natürlich derjenige sein, der merkt, dass auch im schönen Land Schweden niemals alle Probleme aus der Welt sind, sonder dass man auch dort für seinen Lebenstraum Anstrengungen unternehmen muß.
Grüße Aelve
Schweden ist mit Sicherheit nicht das Idealland für alle Leute. Einer sagt, einmal Schweden hat mir genügt und der andere sagt, hier ist genau das Land, was auf mich zugeschnitten ist. Das auch in einem Land, welches viele Vorteile bietet, nicht alles optimal ist, ist für mich selbstverständlich. Man muß schon alles zusammen betrachten. Trotzdem stimme ich mit Wolfgang B. überein, dass die soziale Ausgeglichenheit und die freundliche Zurückhaltung der Schweden für mich sehr viel bedeuten. Dass es außerdem ruhiger, gemütlicher und gerechter zugeht, ist für mich auch ein großes Plus.
Wer jedoch andere Prioritäten setzt, wer viel Rummel haben will, eine steile Karriere anstrebt und meint, dass in Schweden einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, der ist vielleicht in einem anderen Land besser aufgehoben.
Jeder wird sich nach seinen Wünschen und Vorstellungen ein Land aussuchen, welches ihm liegt. Und enttäuscht wird natürlich derjenige sein, der merkt, dass auch im schönen Land Schweden niemals alle Probleme aus der Welt sind, sonder dass man auch dort für seinen Lebenstraum Anstrengungen unternehmen muß.
Grüße Aelve
So arbeiten, als könnte man ewig leben. So leben, als müsste man täglich sterben.
Die Schweden kämpfen sehr oft mit Problemen wie Alkoholsucht und Einsamkeit - das ein Kommentar einer Schwedin zum Büllerbü-Bild der Deutschen über Schweden.
@Aelve: Genau. Die einen sagen, die Mentalität (zurückhaltend) ist genau das richtige für mich, für andere, die es z.B. stressiger mögen, kommen hier nicht klar.
Schweden sind zwar nicht unfreundlich bzw. helfen gerne, aber grundsätzlich geht man davon aus, der jeder für sich selbst klarkommt und sein Ding macht. Es wird nicht erwartet, daß einem geholfen wird.
Eine Pauschalantwort gibt es nicht, weil jeder Mensch anders ist und andere Vorstellungen von allem hat.
Man kann aus vielen Erlebnissberichten anderer zwar schon etwas ableiten, aber erfahren muss man es trotzdem selber.
@Aelve: Genau. Die einen sagen, die Mentalität (zurückhaltend) ist genau das richtige für mich, für andere, die es z.B. stressiger mögen, kommen hier nicht klar.
Schweden sind zwar nicht unfreundlich bzw. helfen gerne, aber grundsätzlich geht man davon aus, der jeder für sich selbst klarkommt und sein Ding macht. Es wird nicht erwartet, daß einem geholfen wird.
Eine Pauschalantwort gibt es nicht, weil jeder Mensch anders ist und andere Vorstellungen von allem hat.
Man kann aus vielen Erlebnissberichten anderer zwar schon etwas ableiten, aber erfahren muss man es trotzdem selber.
Natürlich ist eine Auswanderung kein Zuckerschlecken. Unsere Auswanderung ging auch nicht ohne Zwischenfälle ab. Wir saßen auch manchmal hier und haben gegrübelt, wie es weitergehen soll. Da gab es schon einige Probleme, weil man eben auch nicht alles voraussehen kann. Einiges muß man wahrscheinlich auch erst am eigenen Leib erfahren.
Da ich selber ursprünlich aus dem Norden Deutschlands komme, ist das mit der schwedischen Mentalität kein Problem für mich. Da gibt es wohl einige Ähnlichkeiten mit der norddeutschen Mentalität.
Und ich schwärme auch nicht nur über Schweden. Es gibt hier natürlich Dinge, die nicht so toll sind oder total anders. Aber ich kann mich sehr gut damit arangieren. Natürlich kann ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob andere hier auch gut zurecht kommen. Aber das will ich ja auch garnicht. Das hängt von jedem selbst ab und natürlich auch davon, wieviel Kompromisse jemand eingehen will, der einen Umzug nach Schweden geplant hat oder vielleicht auch schon vorgenommen hat.
Mir ging es hier nur darum, zu erfahren, warum andere nach Schweden ausgewandert sind oder dieses vorhaben und ob es auch noch diese Gründe sind, weshalb Ausgewanderte noch hier leben.
Da ich selber ursprünlich aus dem Norden Deutschlands komme, ist das mit der schwedischen Mentalität kein Problem für mich. Da gibt es wohl einige Ähnlichkeiten mit der norddeutschen Mentalität.
Und ich schwärme auch nicht nur über Schweden. Es gibt hier natürlich Dinge, die nicht so toll sind oder total anders. Aber ich kann mich sehr gut damit arangieren. Natürlich kann ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob andere hier auch gut zurecht kommen. Aber das will ich ja auch garnicht. Das hängt von jedem selbst ab und natürlich auch davon, wieviel Kompromisse jemand eingehen will, der einen Umzug nach Schweden geplant hat oder vielleicht auch schon vorgenommen hat.
Mir ging es hier nur darum, zu erfahren, warum andere nach Schweden ausgewandert sind oder dieses vorhaben und ob es auch noch diese Gründe sind, weshalb Ausgewanderte noch hier leben.
med vänliga hälsningar
norris
norris
Was ich im täglichen Leben anders erwartet hätte, ist, daß die Menschen offener sind und man wesentlich leichter einen Job bekommt (Sprache unabdingbar). Es kursieren in Deutschland Aussagen, daß die Schweden die Deutschen gerne als Arbeitskräfte haben, wegen den deutschen Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit und das sind so Sachen, die ich hier etwas vermisse. Man sollte diese Eigenschaften hier nicht mit derselben Engstirnigkeit verfolgen, sonst kann man Probleme bekommen.
Außerdem ist der Wohnungsmarkt in den Großstädten wirklich...ausladend, wenn man nicht genug Zeit und andere Ressourcen hat.
Was mir aber besser gefällt als erwartet, sind die öffentlichen Verkehrsmittel (vor allem die Preise) und die Öffnungszeiten der Supermärkte. Der lockerere Umgangston (Ansprechen mit Vornamen) ist etwas, das ich auch gerne in Deutschland hätte, aber ich denke, das kann ich vergessen. Außerdem das System mit dem Wartezettel ziehen, wenn man in die Bank, Apotheke oder auch anderswohin geht. Man muss sich dann nicht blöd rumquetschen und drängeln, was richtig stressig werden kann, sondern wartet ab, bis die eigene Nummer dran ist. Bis dahin setzt man sich hin oder macht sonstwas.
Und das günstige mobile Internet zum Festpreis ist etwas sehr feines.
Mehr fällt mir grade nicht mehr ein.
Man hört auch oft vom "culture shock", den man erleben soll, wenn man nach Schweden kommt. Nun ja, wenn man sich hier eine zeitlang eingelebt hat, dann erfährt man diesen "culture shock" wohl auch wenn man wieder zurück nach Deutschland geht.
Außerdem ist der Wohnungsmarkt in den Großstädten wirklich...ausladend, wenn man nicht genug Zeit und andere Ressourcen hat.
Was mir aber besser gefällt als erwartet, sind die öffentlichen Verkehrsmittel (vor allem die Preise) und die Öffnungszeiten der Supermärkte. Der lockerere Umgangston (Ansprechen mit Vornamen) ist etwas, das ich auch gerne in Deutschland hätte, aber ich denke, das kann ich vergessen. Außerdem das System mit dem Wartezettel ziehen, wenn man in die Bank, Apotheke oder auch anderswohin geht. Man muss sich dann nicht blöd rumquetschen und drängeln, was richtig stressig werden kann, sondern wartet ab, bis die eigene Nummer dran ist. Bis dahin setzt man sich hin oder macht sonstwas.
Und das günstige mobile Internet zum Festpreis ist etwas sehr feines.
Mehr fällt mir grade nicht mehr ein.
Man hört auch oft vom "culture shock", den man erleben soll, wenn man nach Schweden kommt. Nun ja, wenn man sich hier eine zeitlang eingelebt hat, dann erfährt man diesen "culture shock" wohl auch wenn man wieder zurück nach Deutschland geht.
Ich glaube, wir Deutsche verstehen die Sache mit den Vornamen und dem Du auch etwas falsch. Wir assozieren mit dem schwedischen Du gleich eine Herzlichkeit und Nähe, weil wir es mit dem deutschen Du gleichsetzen. Soweit ich es weiß, wurde es aber mit dem Ziel eingeführt, Standesunterschiede zu reduzieren und Strukturen zu verflachen. Dass man mit Vornamen und Du angesprochen wird, ist daher mehr eine Konvention als ein Zeichen von Lockerheit und Herzlichkeit. Ein Bankangestellter beispielsweise ist ja bei einem ernsten Gespräch gar nicht daran interessiert, locker zu sein, wird einen aber trotzdem immer mit Du ansprechen. Ich bezweifle sehr, dass die Schweden das Du so locker wahrnehmen, wie wir es durch unsere deutsche Brille empfinden.Der lockerere Umgangston (Ansprechen mit Vornamen) ist etwas, das ich auch gerne in Deutschland hätte, aber ich denke, das kann ich vergessen.
Unkomplizierter ist es aber allemal - ich schätze es auch sehr.
Unkompliziertheit ist überhaupt etwas, was die Schweden mögen. Nicht zu viel Ballast. Das gibt es im Steuersystem (das so simpel ist, daß das Wort "System" schon übertrieben ist), bei Preisstaffelungen von öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen Dingen.
Ich werde den Verdacht nicht los, das komplexe Preisstrukturen in Deutschland existieren, damit keiner mehr durchblickt und im Endeffekt sowieso etwas teureres kauft, als er bräuchte. In Schweden zahlt man dann zwar durchschnittlich etwas mehr, aber dafür braucht man nicht ewig umd zu merken, daß man nichts versteht. Man verschwendet die Zeit nicht mit Unwichtigem.
Noch was zum Umgangston: Das Römische Reich hat mit seinen Hierarchien Europa stark beeinflusst. Aber dieses Reich reichte nie bis nach Skandinavien. Das heißt, die Stämme in Skandinavien hatten keinen gemeinsamen Herrscher, sondern verwalteten sich selbst. Daher sind sie Hierarchien in der Form auch nicht gewohnt.
Ich habe mir das nicht selber erarbeitet. Habe es aus einer Quelle, die authentisch erschien.
Ich werde den Verdacht nicht los, das komplexe Preisstrukturen in Deutschland existieren, damit keiner mehr durchblickt und im Endeffekt sowieso etwas teureres kauft, als er bräuchte. In Schweden zahlt man dann zwar durchschnittlich etwas mehr, aber dafür braucht man nicht ewig umd zu merken, daß man nichts versteht. Man verschwendet die Zeit nicht mit Unwichtigem.
Noch was zum Umgangston: Das Römische Reich hat mit seinen Hierarchien Europa stark beeinflusst. Aber dieses Reich reichte nie bis nach Skandinavien. Das heißt, die Stämme in Skandinavien hatten keinen gemeinsamen Herrscher, sondern verwalteten sich selbst. Daher sind sie Hierarchien in der Form auch nicht gewohnt.
Ich habe mir das nicht selber erarbeitet. Habe es aus einer Quelle, die authentisch erschien.
Naja, ein Sack Kartoffeln ist in Schweden auch ein Sack Kartoffeln - da gibt es nichts zu verkomplizieren. Die simpleren Preisstrukturen würde ich auch nicht pauschalisieren. Als ich nach Stockholm kam, gab es 5 Tarifzonen im öffentlichen Nahverkehr. Berlin hat heute nur 3.sysco hat geschrieben:Ich werde den Verdacht nicht los, das komplexe Preisstrukturen in Deutschland existieren, damit keiner mehr durchblickt und im Endeffekt sowieso etwas teureres kauft, als er bräuchte.
Sicherlich ist vieles simpler, aber das hat in Deutschland auch zu guten Teilen historische Ursachen. Manche Strukturen in Deutschland stammen in ihrem Kern ja noch aus dem Kaiserreich oder sogar noch von vorher.
Über die tieferen Ursachen vermag ich nichts zu sagen, aber Schweden ist nunmal durch und durch sozialdemokratisch geprägt. Die Partei war ja fast durchgehend an der Regierung. Dieses Ideal der Gleichheit aller hat sich schon extrem weit festgesetzt, und die Anrede ist eine Konsequenz davon. Laut Wikipedia ist das auch erst seit den 1970ern so: http://sv.wikipedia.org/wiki/Du-reformen
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Gast
Also ich kenne keine deutsche Behörden oder Ämter wo man keine Wartezettel mit Nummer ziehen muss. Das ist doch seit Jahren völlig normale Praxis, auch bei Ärzten, Apotheken und selbst bei Bäckern oder Metzgerläden. Wirklich nichts besonders schwedisches.
Und Supermärkte sind in Deutschland auch fast alle bis 20 Uhr offen, nur nicht sonntags. Auch nichts besonders schwedisches.
Und in Grossbritannien und allen englischsprachigen Ländern gibt es auch nur das "du", (you). Was ist daran so schwedisch?
Und Supermärkte sind in Deutschland auch fast alle bis 20 Uhr offen, nur nicht sonntags. Auch nichts besonders schwedisches.
Und in Grossbritannien und allen englischsprachigen Ländern gibt es auch nur das "du", (you). Was ist daran so schwedisch?
Dass es nur "you" gibt, liegt vielmehr daran, dass die englische Sprache einfach keine direkte Möglichkeit zur Unterscheidung bietet.Anonymous hat geschrieben: Und in Grossbritannien und allen englischsprachigen Ländern gibt es auch nur das "du", (you). Was ist daran so schwedisch?
Trotzdem ist Großbritannien sehr von Standesdenken beeinflusst. In keinem anderen westlichen Land existieren Adelsprivilegien in einem Umfang wie dort.
@Gast: Wartezettel kenne ich in Deutschland bisher nur von einigen Ämtern. Was Sonntags einkaufen angeht, frage ich mich, wieso der Sonntag dann so hartnäckig freigehalten wird ? Ob das etwas mit dem Einfluß der Kirchen oder Gewerkschaften zu tun hat ?
Wo ich bei Gewerkschaften bin: In Schweden versuchen Arbeitnehmer und Gewerkschaften(Arbeitnehmer) einen Win-win-Konsens zu finden. Es geht nicht darum zu streiten, sondern die beste Lösung zu finden.
Und die Sache mit dem "du" im englissprachigen Raum stimmt, aber wir vergleichen hier Schweden mit Deutschland.
Wo ich bei Gewerkschaften bin: In Schweden versuchen Arbeitnehmer und Gewerkschaften(Arbeitnehmer) einen Win-win-Konsens zu finden. Es geht nicht darum zu streiten, sondern die beste Lösung zu finden.
Und die Sache mit dem "du" im englissprachigen Raum stimmt, aber wir vergleichen hier Schweden mit Deutschland.
Wartenummern sind in Schweden so häufig nun auch wieder nicht. In der Bank und Apotheke gibt es sie, klar, aber selbst beim Systembolaget ist in den meisten Filialen heute Selbstbedienung.sysco hat geschrieben:@Gast: Wartezettel kenne ich in Deutschland bisher nur von einigen Ämtern. Was Sonntags einkaufen angeht, frage ich mich, wieso der Sonntag dann so hartnäckig freigehalten wird ? Ob das etwas mit dem Einfluß der Kirchen oder Gewerkschaften zu tun hat ?
Der Sonntag ist als allgemeiner Tag der Ruhe in Deutschland grundgesetzlich geschützt (siehe Artikel 140). Die Vorschrift wurde allerdings direkt aus der Weimarer Verfassung übernommen, ist also noch viel älter.
Daher finde ich es schon nachvollziehbar, dass das Bundesverfassungsgericht gesagt hat, Einschränkungen in den Ladenöffnungszeiten am Sonntag sind ok. Da brauchte es keine Lobbyisten dafür.
Nun denn, ob mit oder geöffnetem Sonntag, Deutschlands Bevölkerung ist arbeitsfokussierter als Schwedens.
Was mich zum nächsten Punkt bringt: Man definiert sich in Schweden quasi gar nicht über den Jobtitel bzw. die Arbeit die man macht. Das macht den Umgang miteinander menschlicher. Ein Nachteil fällt mir dazu nicht ein.
Was mich zum nächsten Punkt bringt: Man definiert sich in Schweden quasi gar nicht über den Jobtitel bzw. die Arbeit die man macht. Das macht den Umgang miteinander menschlicher. Ein Nachteil fällt mir dazu nicht ein.
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Gast
Hier wird aber heftig pauschalisiert. Man kann doch nicht von Minderheiten auf eine ganze Nation schliessen.
Sicherlich gibt es auch in Schweden Chefs, die ein Team bestimmen oder Leute die drängeln.
Und in Deutschland gibt es auch Teamwork und Leute die sich brav anstellen.
Nur leben in Deutschland viel mehr Menschen, klar das es da mehr auffällt.
Offenbar seht ihr nur das, was ihr sehen wolt und macht die Augen nicht richtig auf! Kallerö.
Sicherlich gibt es auch in Schweden Chefs, die ein Team bestimmen oder Leute die drängeln.
Und in Deutschland gibt es auch Teamwork und Leute die sich brav anstellen.
Nur leben in Deutschland viel mehr Menschen, klar das es da mehr auffällt.
Offenbar seht ihr nur das, was ihr sehen wolt und macht die Augen nicht richtig auf! Kallerö.
@nightbow: es ist schwierig einen Konsens im Team zu erreichen, aber wenn er erreicht ist, wird er von allen getragen. Eine Entscheidung von oben, die die "da unten" aufgedrückt bekommen, wird von denen nur halbherzig umgesetzt und oft auch schlecht, wenn die "Ausführenden" nicht dahinter stehen. Da geht die ganze Effizenz einer "Führungsentscheidung" verloren - es sei denn, die "da unten" sind loyal genug, was auch eine bedeutsame deutsche Eigenschaft ist (zuletzt beim DFB, Beckenbauer: "Die sollen Fussball spielen und die Klappe halten." Na dann...). Also steht und fällt alles mit einer Führungsperson, wohingegen die schwedische Lösung größeren Unsinn verhindert, schätze ich. Dafür wird es eng, wenn man eine einzelne Person direkt kritisiert. Das wird glaube ich nicht gerne gesehen.
@Gast: ein Beispiel für das Gegenteil sind die Ausschreitungen in Lund vor kurzem. Da hat der Einsatzleiter seinen Beamten regelrecht verboten einzuschreiten, auch wenn es notwendig gewesen wäre. Ich meine, was ich oben beschreibe ist eine der Ideen hinter Schweden und auch nach Schweden schwappt mehr und mehr die Egomanie rüber bzw. wird verstärkt. Aber es ist Gesellschaftlich dennoch nicht akzeptiert oder wird nicht belohnt - das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu Deutschland.
Und noch was: "Besserwisser" gibt es meines Wissens nur im deutschen Wortschatz. Woher das kommt ? Setz dich mal in eine Gesprächrunde von nur Deutschen und einmal in eine von nur Schweden. Wenn dir da dann nach einiger Zeit nichts auffällt...ich bin allgemein gesagt (und nur um Verallgemeinerung geht es in diesem Thread) lieber unter Schweden als Deutschen. Jeder muss selber wissen was er machen muss und muss sich nicht predigten anhören, wie jemand anderes es an seiner Stelle machen würde.
@Gast: ein Beispiel für das Gegenteil sind die Ausschreitungen in Lund vor kurzem. Da hat der Einsatzleiter seinen Beamten regelrecht verboten einzuschreiten, auch wenn es notwendig gewesen wäre. Ich meine, was ich oben beschreibe ist eine der Ideen hinter Schweden und auch nach Schweden schwappt mehr und mehr die Egomanie rüber bzw. wird verstärkt. Aber es ist Gesellschaftlich dennoch nicht akzeptiert oder wird nicht belohnt - das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu Deutschland.
Und noch was: "Besserwisser" gibt es meines Wissens nur im deutschen Wortschatz. Woher das kommt ? Setz dich mal in eine Gesprächrunde von nur Deutschen und einmal in eine von nur Schweden. Wenn dir da dann nach einiger Zeit nichts auffällt...ich bin allgemein gesagt (und nur um Verallgemeinerung geht es in diesem Thread) lieber unter Schweden als Deutschen. Jeder muss selber wissen was er machen muss und muss sich nicht predigten anhören, wie jemand anderes es an seiner Stelle machen würde.
- Lille Emil
- Beiträge: 118
- Registriert: 11. Dezember 2006 22:00
- Wohnort: 31431 Hyltebruk
Hallo zusammen.
Ein wissenswerter Tread hier.
Ich möchte gerne noch ein Beispiel in die Runde werfen zum Thema "Arbeit".
Hier in D wird ein Ziel verfolgt, was man in S ganz anders sieht. Hier in D ist Prestige sehr wichtig. Jeder muss die Leiter raufsteigen. Und um dieses Ziel zu erreichen, werden a) die Ellenbogen ausgefahren, b) gegen Kollegen gespielt c) wie bekloppt Überstunden gemacht.
In S gibt es sehr wenige die a+b ausführen. Jedoch werden Überstunden nur sehr ungern gemacht. Und anstatt sie sich dann auszuzahlen lassen, werden sie lieber abgefeiert. Dann hat man wieder Zeit für die Familie. Denn diese steht im Mittelpunkt. Ganz nach den Motto: Man lebt nicht für die Arbeit.
Gruß
Emil
Ein wissenswerter Tread hier.
Ich möchte gerne noch ein Beispiel in die Runde werfen zum Thema "Arbeit".
Hier in D wird ein Ziel verfolgt, was man in S ganz anders sieht. Hier in D ist Prestige sehr wichtig. Jeder muss die Leiter raufsteigen. Und um dieses Ziel zu erreichen, werden a) die Ellenbogen ausgefahren, b) gegen Kollegen gespielt c) wie bekloppt Überstunden gemacht.
In S gibt es sehr wenige die a+b ausführen. Jedoch werden Überstunden nur sehr ungern gemacht. Und anstatt sie sich dann auszuzahlen lassen, werden sie lieber abgefeiert. Dann hat man wieder Zeit für die Familie. Denn diese steht im Mittelpunkt. Ganz nach den Motto: Man lebt nicht für die Arbeit.
Gruß
Emil
Da wären wir an einem Punkt, an dem ich gerne weiterbohren würde. Aber das würde so tief gehen und evenutell komplex werden, daß das komplett vom Thema abkommen würde.Lille Emil hat geschrieben:Hier in D ist Prestige sehr wichtig. Jeder muss die Leiter raufsteigen.
Aber exakt das, was du ausführst, macht das Arbeiten in Schweden angenehmer und wenn man so lange mit Arbeiten verbringt, transportiert sich das Erlebte automatisch in anderen Bereich des Lebens.
Nebenbei: wenn ich es nicht schon erwähnt habe, verdient in Schweden jemand an der Supermarktkasse genug, um normal leben zu können und wird wegen diesem Job in der Gesellschaft nicht herabwürdigend behandelt. Das ist ein ganz normaler Job. Und das wirkt sich aus...
Was mir in Schweden positiv auffällt, ist, daß hier vieles weniger stark reguliert ist. Das lässt Spielraum für eigene Ausgestaltung, Kreativität, Ideen. Ich fühle mich zumindest grundsätzlich freier in dem was ich tue. Allerdings muss ich das direkt wieder einschränken, denn das hängt auch von der Gegend ab.
Beispiel: während man in einer Kleinstadt nachts schon mal von der Polizei angehalten wird, was man denn draußen tut (ich spaziere oder fahre Rad, na und ?), kümmert sie sich in einer Großstadt nicht weiter darum.
Da kommt dann wohl auch der Mentalitätsunterschied zwischen Stadt und Land zum Tragen.
Beispiel: während man in einer Kleinstadt nachts schon mal von der Polizei angehalten wird, was man denn draußen tut (ich spaziere oder fahre Rad, na und ?), kümmert sie sich in einer Großstadt nicht weiter darum.
Da kommt dann wohl auch der Mentalitätsunterschied zwischen Stadt und Land zum Tragen.
- Aelve
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Hallo,
ich finde, dass Eure aufgeführten Gründe hier gut aufgehoben sind und nicht off topic sind. Es ist schon ein Wohlfühlgrund, wenn man sich freier fühlen kann. Einerseits freier von gesellschaftlichen Zwängen, freier in die Natur gehen zu können, man hat viel mehr Freiraum um sich rum durch evtl. größeres Grundstück und man ist nicht gezwungen, dem Nachbarn nachzueifern, wie man es von Deutschland oft genug hört. Für mich ist dieses wieder ein weiterer Pluspunkt, deshalb freue ich mich, dass Lilla Emil und Ihr es angesprochen habt, das wichtige Wort Freiheit.
Auch finde ich es sehr angenehm, dass auch die Friseurin oder die Verkäuferin oder ungelernte Kraft genügend verdienen, um menschenwürdig leben zu kennen, das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt. Wenn man in D im Fernsehen sehen muß, wie manche Leute schuften müssen für einen Hungerlohn, dann halte ich das nicht mehr für tragbar. Da muß es allerorten zu Unzufriedenheit kommen und das wirkt sich dann überall negativ aus.
Der einzige Zwang, der mir in Schweden so auffällt, ist der, dass man im Sommer immer den Rasen oft mähen muß. Ich glaube, da achten die Schweden sehr drauf, dass im Sommer der Rasen immer wie geleckt aussieht. Das hat aber den Vorteil, dass es in den Vorgärten fast durchweg gepflegt aussieht. Aber ansonsten leben die Schweden eher so nach dem Motto: leben und leben lassen. Und das ist auch genau mein Motto, jeder muß nach seiner Fasson glücklich werden. Das ist in Schweden viel besser möglich, weil man nicht so eng aufeinander hockt.
Wenn wir in unserem Haus in Schweden sind, da herrscht eine Ruhe, selten sieht man von unserem Grundstück aus ein Auto und nieman stört einen. Wir blühen bei jedem Aufenthalt in Schweden auf, nicht nur, weil wir dann frei haben, sondern weil man so gut ausspannen kann an der besseren Luft, in der schönen Natur der Umgebung.
Seid gegrüßt von Aelve und feiert einen schönen 3. Advent.
ich finde, dass Eure aufgeführten Gründe hier gut aufgehoben sind und nicht off topic sind. Es ist schon ein Wohlfühlgrund, wenn man sich freier fühlen kann. Einerseits freier von gesellschaftlichen Zwängen, freier in die Natur gehen zu können, man hat viel mehr Freiraum um sich rum durch evtl. größeres Grundstück und man ist nicht gezwungen, dem Nachbarn nachzueifern, wie man es von Deutschland oft genug hört. Für mich ist dieses wieder ein weiterer Pluspunkt, deshalb freue ich mich, dass Lilla Emil und Ihr es angesprochen habt, das wichtige Wort Freiheit.
Auch finde ich es sehr angenehm, dass auch die Friseurin oder die Verkäuferin oder ungelernte Kraft genügend verdienen, um menschenwürdig leben zu kennen, das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt. Wenn man in D im Fernsehen sehen muß, wie manche Leute schuften müssen für einen Hungerlohn, dann halte ich das nicht mehr für tragbar. Da muß es allerorten zu Unzufriedenheit kommen und das wirkt sich dann überall negativ aus.
Der einzige Zwang, der mir in Schweden so auffällt, ist der, dass man im Sommer immer den Rasen oft mähen muß. Ich glaube, da achten die Schweden sehr drauf, dass im Sommer der Rasen immer wie geleckt aussieht. Das hat aber den Vorteil, dass es in den Vorgärten fast durchweg gepflegt aussieht. Aber ansonsten leben die Schweden eher so nach dem Motto: leben und leben lassen. Und das ist auch genau mein Motto, jeder muß nach seiner Fasson glücklich werden. Das ist in Schweden viel besser möglich, weil man nicht so eng aufeinander hockt.
Wenn wir in unserem Haus in Schweden sind, da herrscht eine Ruhe, selten sieht man von unserem Grundstück aus ein Auto und nieman stört einen. Wir blühen bei jedem Aufenthalt in Schweden auf, nicht nur, weil wir dann frei haben, sondern weil man so gut ausspannen kann an der besseren Luft, in der schönen Natur der Umgebung.
Seid gegrüßt von Aelve und feiert einen schönen 3. Advent.
So arbeiten, als könnte man ewig leben. So leben, als müsste man täglich sterben.
Nicht direkt. Ich habe per google ein Interview mit einem holländischen Professor gefunden und seine Aussagen im Gesamtzusammenhang für authentisch befunden.nightbow hat geschrieben:das römische reich (war deine idee, oder?)
Der Rest ist tatsächlich sehr komplex, aber wir versuchen dem auf den Grund zu gehen. Schließlich kann man die Gegenwart nur verstehen, wenn man die Geschichte kennt. Was ich zuletzt gelesen habe, war, daß durch die Traumata nach dem 2. Weltkrieg die deutsche Ingenieruskunst für ein Minderwertigkeitsgefühl herhalten musste, um es auszugleichen. Ist zumindest nicht ganz abwegig.
Wobei, Schweden hatte vor nicht allzu langer Zeit auch versucht ein Imperium aufzubauen. Aber irgendwann wurde daraus nichts mehr.
Das stimmt. Aber ein ähnliches Minderheitsgefühl ist auch im Jantegesetz der Nordländer verankert.
Viele Deutsche Ingenieure sind vor oder während dem 2. Weltkrieg in die USA ausgewandert und das waren sehr sehr gute Leute, ohne die auch Amerika nicht so weit wäre. Es wäre vermessen zu sagen, daß nur die Deutschen Anteil daran hatten, denn auch andere USA-externe Nationalitäten waren daran beteilgt. Aber die Deutschen waren eben auch in vielen Bereichen Richtungsgebend.
Deine Ausführungen kann ich soweit bestätigen, ohne jetzt in eine Ecke abzugleiten. Grundsätzlich können wir also festhalten, daß sowohl bei Schweden, als auch bei Deutschen grundsätzlich ein Minderwertigkeitsgefühl vorhanden ist, wobei sie grundverschiedene Ursprünge haben.
So, und wieso entwickelt sich in Deutschland dann eine Ellenbogengesellschaft ?
Mir kommt die nächste Theorie. Die Deutsche Wirtschaft musste nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut werden und das wollte man möglichst schnell erreichen. Um an Geld dafür zu kommen, muss man etwas machen, das andere haben wollen. Man muss auch besser sein als die anderen. Dazu will ich noch sagen, daß das Finanzsystem den Deutschen von den Amerikanern aufgedrückt wurde (es gab ja keins mehr in Deutschland), aber ab den 70er Jahren wurden die Deutschen sich selbst überlassen.
Also, man musste Sachen produzieren, die nachgefragt wurden und dafür musste man besser sein als die Konkurren - auch aus dem Ausland.
Das kann man natürlich irgendwann übertreiben, mit dem Konkurrenzdenken. Hinzu kommt, daß die Bevölkerungszahl steigt. Je mehr Leute da sind, desto mehr wollen natürlich etwas vom Kuchen abhaben und jeder will möglichst viel davon haben -> Ellenbogen benutzen.
Verweise nach Schweden zum Jantegsetzt: "Glaub nicht, daß du besser bist." Dieses Gesetz gibt es in Deutschland nicht.
Viele Deutsche Ingenieure sind vor oder während dem 2. Weltkrieg in die USA ausgewandert und das waren sehr sehr gute Leute, ohne die auch Amerika nicht so weit wäre. Es wäre vermessen zu sagen, daß nur die Deutschen Anteil daran hatten, denn auch andere USA-externe Nationalitäten waren daran beteilgt. Aber die Deutschen waren eben auch in vielen Bereichen Richtungsgebend.
Deine Ausführungen kann ich soweit bestätigen, ohne jetzt in eine Ecke abzugleiten. Grundsätzlich können wir also festhalten, daß sowohl bei Schweden, als auch bei Deutschen grundsätzlich ein Minderwertigkeitsgefühl vorhanden ist, wobei sie grundverschiedene Ursprünge haben.
So, und wieso entwickelt sich in Deutschland dann eine Ellenbogengesellschaft ?
Mir kommt die nächste Theorie. Die Deutsche Wirtschaft musste nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut werden und das wollte man möglichst schnell erreichen. Um an Geld dafür zu kommen, muss man etwas machen, das andere haben wollen. Man muss auch besser sein als die anderen. Dazu will ich noch sagen, daß das Finanzsystem den Deutschen von den Amerikanern aufgedrückt wurde (es gab ja keins mehr in Deutschland), aber ab den 70er Jahren wurden die Deutschen sich selbst überlassen.
Also, man musste Sachen produzieren, die nachgefragt wurden und dafür musste man besser sein als die Konkurren - auch aus dem Ausland.
Das kann man natürlich irgendwann übertreiben, mit dem Konkurrenzdenken. Hinzu kommt, daß die Bevölkerungszahl steigt. Je mehr Leute da sind, desto mehr wollen natürlich etwas vom Kuchen abhaben und jeder will möglichst viel davon haben -> Ellenbogen benutzen.
Verweise nach Schweden zum Jantegsetzt: "Glaub nicht, daß du besser bist." Dieses Gesetz gibt es in Deutschland nicht.
- Lille Emil
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Hihihi!
Merkste was nightbow????
Wir sind beim deinem Thema, wo du schon in anderen Treads vor gewarnt hattest. Willkommen bei der Thematik: "Das dritte Reich"
Gruß
Emil

Merkste was nightbow????
Wir sind beim deinem Thema, wo du schon in anderen Treads vor gewarnt hattest. Willkommen bei der Thematik: "Das dritte Reich"
Gruß
Emil

Zuletzt geändert von Lille Emil am 14. Dezember 2008 11:49, insgesamt 1-mal geändert.
Ist jemandem schon aufgefallen, daß die Luft in Schweden (bzw. in Nordeuropa) trockener ist als in Deutschland ? Und je nördlicher, desto stärker ? Hat die Wirkung, daß die Kälte sich nicht so kalt anfühlt, wie bei der höheren Luftfeuchtigkeit in Deutschland. Minusgrade sind also erträglicher. Dafür dürfte diese trockenere Luft nicht gut für z.B. Asthmatiker sein, weil sie sauerstoffärmer ist.
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Stockholmsbo
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...........
Ich bin vor zwei Jahren mit meinen Töchtern (16 und 13) nach Schweden gekommen und muss sagen, dass sich mein Leben als alleinerziehende Mutter extrem verbessert hat. Ich habe schnell eine gut bezahlte Arbeit gefunden. Es ging uns noch nie so gut. Kinder geniessen eine andere Priorität als in Deutschland.
Allerdings haben wir hier viel mit Kleinkriminalität zu kämpfen, das kenne ich nicht aus Deutschland.
Was mich manchmal nervt ist, dass Schweden sehr im Prozess leben, also bis eine Entscheidung getroffen wird, kann manchmal lange Zeit vergehen. Handlungskraft gehört nicht zu ihren starken Seiten (jedenfalls nicht da wo ich lebe, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren).
Das mit der Religiösität habe ich auch bemerkt. Ich habe einmal mit einem Schweden darüber gesprochen, der meinte "Die Religion in Schweden heisst Sozialdemokratie." Schweden ist von Alters her eine Klassengesellschaft gewesen, des merkt man dort wo ich lebe auch heute noch. Um einen Job im Management zu bekommen kann es wichtiger sein wie man heisst als was man kann. Darüber kann auch das für uns vertraulich wirkende "du" nicht hinwegtäuschen. Wie jemand vorher geschrieben hat, die Schweden haben auf dieses "du" nicht diese romantische Sicht wie wir sie haben.
Trotzdem werde ich wohl in 1,5 Jahren nach Lillehammer in Norwegen gehen. Ich habe dort im November ein Vikariat gemacht und fand es sehr schön. Als dann das Jobangebot kam, habe ich zugeschlagen.
Allerdings haben wir hier viel mit Kleinkriminalität zu kämpfen, das kenne ich nicht aus Deutschland.
Was mich manchmal nervt ist, dass Schweden sehr im Prozess leben, also bis eine Entscheidung getroffen wird, kann manchmal lange Zeit vergehen. Handlungskraft gehört nicht zu ihren starken Seiten (jedenfalls nicht da wo ich lebe, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren).
Das mit der Religiösität habe ich auch bemerkt. Ich habe einmal mit einem Schweden darüber gesprochen, der meinte "Die Religion in Schweden heisst Sozialdemokratie." Schweden ist von Alters her eine Klassengesellschaft gewesen, des merkt man dort wo ich lebe auch heute noch. Um einen Job im Management zu bekommen kann es wichtiger sein wie man heisst als was man kann. Darüber kann auch das für uns vertraulich wirkende "du" nicht hinwegtäuschen. Wie jemand vorher geschrieben hat, die Schweden haben auf dieses "du" nicht diese romantische Sicht wie wir sie haben.
Trotzdem werde ich wohl in 1,5 Jahren nach Lillehammer in Norwegen gehen. Ich habe dort im November ein Vikariat gemacht und fand es sehr schön. Als dann das Jobangebot kam, habe ich zugeschlagen.
Man findet in Schweden quasi keine schlecht bezahlte Arbeit. Wenn man in Schweden irgend etwas gegen Kinder sagt oder macht, gilt man ziemlich schnell als aso... also das ziemliche Gegenteil von Deutschland.
Europaweit stehen selbst Alleinerziehende in Schweden besser da.
Ja die Kleinkriminalität...z.B. sogut wie überall, wo man vernünftig Rad fahren kann, wird es auch getan und sogut wie überall sieht man aber auch Rahrradleichen. Die werden hier fast durchgehend wie ein Verbrauchsgut behandelt, also sehr unpfleglich - und werden sehr oft gestohlen, ganz oder in Teilen.
Sehr interessante (und ernüchternde) Aussage zur Religion. Anders gesagt, vergessen wir sie.
Und obwohl das "du" gang und gäbe ist, aber bei vielen Schweden ist es immer noch so, wenn sie irgendwo einen Nichtschwedischen Namen lesen oder hören, blocken sie ab. Diese Person ist dann sogut wie direkt ausgeschlossen und minderwertig oder bekommt einen Stempel aufgedrückt. Willkommen bei der gelungenen Integration von Ausländern. Aber weil die Schweden immer versuchen ein schönes Bild von sich abzugeben, sagen sie lieber nichts. Und bevor sie zu einem "nein" quasi gezwungen werden, sagen sie entweder kanske(vielleicht) oder gehen lieber. Das ist dann die political correctness, sehr gut vergleichbar mit Deutschland - nur eben anders.
Zur Handlungskraft sage ich jetzt nur noch: Disziplin. Was ich dann aber nicht verstehe: Wieso funktioniert die Wirtschaft trotzdem recht gut ? Wenn Entscheidungen so lange hinausgezögert werden, was macht man in der Zwischenzeit ? Ist das in Deutschland gepredigte "Wir wollen/müssen wachsen" dann ein hinter´s Licht führen der Leute oder eigene Anteilsmaximierung ? Was verliert man eigentlich, wenn man nicht schnell wächst, sondern eher gemächlich ?
Gibt es außer dem Job noch etwas, was dich speziell nach Norwegen zieht ?
Europaweit stehen selbst Alleinerziehende in Schweden besser da.
Ja die Kleinkriminalität...z.B. sogut wie überall, wo man vernünftig Rad fahren kann, wird es auch getan und sogut wie überall sieht man aber auch Rahrradleichen. Die werden hier fast durchgehend wie ein Verbrauchsgut behandelt, also sehr unpfleglich - und werden sehr oft gestohlen, ganz oder in Teilen.
Sehr interessante (und ernüchternde) Aussage zur Religion. Anders gesagt, vergessen wir sie.
Und obwohl das "du" gang und gäbe ist, aber bei vielen Schweden ist es immer noch so, wenn sie irgendwo einen Nichtschwedischen Namen lesen oder hören, blocken sie ab. Diese Person ist dann sogut wie direkt ausgeschlossen und minderwertig oder bekommt einen Stempel aufgedrückt. Willkommen bei der gelungenen Integration von Ausländern. Aber weil die Schweden immer versuchen ein schönes Bild von sich abzugeben, sagen sie lieber nichts. Und bevor sie zu einem "nein" quasi gezwungen werden, sagen sie entweder kanske(vielleicht) oder gehen lieber. Das ist dann die political correctness, sehr gut vergleichbar mit Deutschland - nur eben anders.
Zur Handlungskraft sage ich jetzt nur noch: Disziplin. Was ich dann aber nicht verstehe: Wieso funktioniert die Wirtschaft trotzdem recht gut ? Wenn Entscheidungen so lange hinausgezögert werden, was macht man in der Zwischenzeit ? Ist das in Deutschland gepredigte "Wir wollen/müssen wachsen" dann ein hinter´s Licht führen der Leute oder eigene Anteilsmaximierung ? Was verliert man eigentlich, wenn man nicht schnell wächst, sondern eher gemächlich ?
Gibt es außer dem Job noch etwas, was dich speziell nach Norwegen zieht ?
Ähem, diese Liste hat gerade einmal 28 Punkte - von der ganzen Welt zu sprechen ist da schon eine Übertreibung.
Im Übrigen muss man das auch noch relativieren. In Schottland sind beispielsweise rund 65% des Grundes im Besitz von Adligen, weil eine Bodenreform nie stattgefunden hat. In England ist es annähernd so.
Ich glaube nicht, dass das in Schweden so extrem ist.
Biem Human Development Index steht Schweden sehr gut da - Platz 6.
Es muss ja nicht notwendigerweise jeder das gleiche haben, solange jeder genug hat, um zu leben.
Im Übrigen muss man das auch noch relativieren. In Schottland sind beispielsweise rund 65% des Grundes im Besitz von Adligen, weil eine Bodenreform nie stattgefunden hat. In England ist es annähernd so.
Ich glaube nicht, dass das in Schweden so extrem ist.
Biem Human Development Index steht Schweden sehr gut da - Platz 6.
Es muss ja nicht notwendigerweise jeder das gleiche haben, solange jeder genug hat, um zu leben.
Stockholm ist die schwedische Hochburg von schön, toll, modisch - und damit einhergehend arrogant und oberflächlich. Das ist auch ein Grund, wieso bei der ländlichen Bevölkerung die Stockholmer nicht gemocht werden. Göteborg hat eine meinem Eindruck nach aufgeschlossene und freundliche Bevölkerung. Es wird gesagt, daß in Göteborg die freundlichsten Menschen Schwedens leben. Ich würde zumindest nicht das Gegenteil behaupten. Der Verkehr ist zwar wuselig, aber nicht gefährlich.
In Malmö herrscht meinem empfinden nach diese typische Skåne-Mentalität vor. Ich will sie nicht verurteilen, aber mir liegt sie nicht. Und der Stadtverkehr steht dem einer gewöhnlichen deutschen Großstadt im Stress in nichts nach, vielleicht sogar das Gegenteil. Jedenfalls musste ich bis dato bei einer grüner Fußgängerampel noch nicht zurücktreten um nicht von einem Auto überfahren zu werden. Allerdings ist die Stadt praktisch klein und soweit auch recht schön. Aber "ta det lungt" ist das wirklich fehl am Platz.
Dieses Beispiel mit den Banken erklärt exemplarisch (in Kombination mit anderen Faktoren), wieso die Schwedische Wirtschaft weltweit nicht so präsent ist wie die Deutsche. Andererseits: wer nicht hoch fliegt, kann auch nicht tief fallen. Ich denke das Prinzip der schwedischen Wirtschaft ist langsam, aber sicher.
In Schweden verdienen die meisten zwar auf dem selben Niveau, aber nicht umsonst gab es auch um die 100 Schweden, die in die Liechtenstein-Steueraffäre verwickelt waren. Du zahlst hier als Schwede den gewöhnlichen Beitrag zum System und wenn du besonders erfolgreich bist, kannst du es auch sein. Und manche versuchen das Geld eben zu verstecken.
In Malmö herrscht meinem empfinden nach diese typische Skåne-Mentalität vor. Ich will sie nicht verurteilen, aber mir liegt sie nicht. Und der Stadtverkehr steht dem einer gewöhnlichen deutschen Großstadt im Stress in nichts nach, vielleicht sogar das Gegenteil. Jedenfalls musste ich bis dato bei einer grüner Fußgängerampel noch nicht zurücktreten um nicht von einem Auto überfahren zu werden. Allerdings ist die Stadt praktisch klein und soweit auch recht schön. Aber "ta det lungt" ist das wirklich fehl am Platz.
Dieses Beispiel mit den Banken erklärt exemplarisch (in Kombination mit anderen Faktoren), wieso die Schwedische Wirtschaft weltweit nicht so präsent ist wie die Deutsche. Andererseits: wer nicht hoch fliegt, kann auch nicht tief fallen. Ich denke das Prinzip der schwedischen Wirtschaft ist langsam, aber sicher.
In Schweden verdienen die meisten zwar auf dem selben Niveau, aber nicht umsonst gab es auch um die 100 Schweden, die in die Liechtenstein-Steueraffäre verwickelt waren. Du zahlst hier als Schwede den gewöhnlichen Beitrag zum System und wenn du besonders erfolgreich bist, kannst du es auch sein. Und manche versuchen das Geld eben zu verstecken.
Ich pflege diesen Thread noch etwas weiter 
"To many Swedes, Christmas is more of a food and family gathering than a religious holiday."
Quelle: http://www.thelocal.se/16394/20081216/
"To many Swedes, Christmas is more of a food and family gathering than a religious holiday."
Quelle: http://www.thelocal.se/16394/20081216/
-
thomasarnds
Man muss Beziehungen haben oder extrem viel Geld
Ja ihr alle da. Das liest sich ja alles so unrealistich für mich. Ich finde das schwerste ist überhaupt erstmal einen Job in Schweden zu finden. Ist fast unmöglich für mich. Dabei bin ich Handwerker und ein Spezialist in meinem Fach. Ich denke ein Umzug nach Schweden geht nur mit Beziehungen oder extrem vielem Geld.
Thomas
Thomas
Hallo Thomas,
Es ist schwierig, dir etwas vernünftiges mit auf den Weg zu geben, da du nicht viel von dir preisgibst, was in einem öffentlichen Forum auch verständlich ist.
Du brauchst entweder einen Job in Schweden, bevor du umziehst oder musst dir so viel Geld angespart haben, daß du die ersten Monate ohne Einkünfte klarkommst. Ist fast wie sich selbständig machen.
Es braucht seine Zeit, bis man in die Gesellschaft aufgenommen wird. Rechne bitte nicht in Wochen oder gar Tagen. Aufgenommen wird man am ehesten, wenn man sich mit ihnen unterhalten kann, also die Sprache beherscht und auch versteht, wie die Leute ticken. Man also mit deren Mentalität zurechtkommt. Die Mentalität ist dabei fast schon wichtiger, denn die Sprache lernt man mit der Zeit automatisch.
In Schweden läuft viel mehr über Beziehungen und "ich kenne ihn" als in Deutschland - würde ich sagen. Und ich glaube nicht, daß viel Geld etwas daran ändert, denn die meisten Leute in Schweden sind nicht Geld-fixiert.
Handwerker und Spezialist zu sein reicht alleine nicht aus. In Deutschland ist man sehr fixiert darauf, was jemand kann. Ob die Persönlichkeit in die Firma passt, ist fast schon egal. In Schweden ist es quasi umgekehrt: erst muss du von deiner Art reinpassen und dann schaut man, was du kannst.
Das wird in Deutschland über die nordischen Ländern gar nicht erwähnt, weil die Deutschen mit dieser Sichtweise nichts anfangen können. In Schweden zählt der Mensch als solches noch viel mehr. In Deutschland ist es eher die Sichtweise wie auf einen Sklaven (Obrigkeitsdenken).
Es ist schwierig, dir etwas vernünftiges mit auf den Weg zu geben, da du nicht viel von dir preisgibst, was in einem öffentlichen Forum auch verständlich ist.
Du brauchst entweder einen Job in Schweden, bevor du umziehst oder musst dir so viel Geld angespart haben, daß du die ersten Monate ohne Einkünfte klarkommst. Ist fast wie sich selbständig machen.
Es braucht seine Zeit, bis man in die Gesellschaft aufgenommen wird. Rechne bitte nicht in Wochen oder gar Tagen. Aufgenommen wird man am ehesten, wenn man sich mit ihnen unterhalten kann, also die Sprache beherscht und auch versteht, wie die Leute ticken. Man also mit deren Mentalität zurechtkommt. Die Mentalität ist dabei fast schon wichtiger, denn die Sprache lernt man mit der Zeit automatisch.
In Schweden läuft viel mehr über Beziehungen und "ich kenne ihn" als in Deutschland - würde ich sagen. Und ich glaube nicht, daß viel Geld etwas daran ändert, denn die meisten Leute in Schweden sind nicht Geld-fixiert.
Handwerker und Spezialist zu sein reicht alleine nicht aus. In Deutschland ist man sehr fixiert darauf, was jemand kann. Ob die Persönlichkeit in die Firma passt, ist fast schon egal. In Schweden ist es quasi umgekehrt: erst muss du von deiner Art reinpassen und dann schaut man, was du kannst.
Das wird in Deutschland über die nordischen Ländern gar nicht erwähnt, weil die Deutschen mit dieser Sichtweise nichts anfangen können. In Schweden zählt der Mensch als solches noch viel mehr. In Deutschland ist es eher die Sichtweise wie auf einen Sklaven (Obrigkeitsdenken).
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