Hej,
ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum hier so ein harter Ton angeschlagen wird, und der eine dem anderen mangelnde Bildung vorwirft.
Die Frage von Nuka war völlig legitim, und der Beitrag für mich durchaus nachvollziehbar.
Um unser Haus in Schweden ist vor kurzem ähnliches passiert. Auch hier wurde eine sehr alter Wald mit Harvestern in kürzester Zeit großflächig abgeholzt. Wir haben zwar jetzt Seeblick, so richtig darüber freuen kann ich mich nicht.
Ok, es handelt sich nicht um ein Naturschutzgebiet, sondern um Nutzwald- das ist richtig. Die Schweden leben zum Teil von der Waldwirtschaft, man muß es akzeptieren. Wir kommen als Urlauber nach Schweden und sehen das alles aus einer anderen Brille.
Dennoch kann man es durchaus sehr kritisch sehen, in welcher Art und Weise in Schweden mit dem Wald umgegangen wird.
Schweden praktiziert seit Jahrzehnten eine industriell geprägte Kahlschlagwirtschaft.
Die Gründe dafür sind vielfältig, unsere Gier nach Holz und Papier wird immer größer- und die natürlichen Ressourcen schwinden.
Da sollte sich jeder auch mal an die eigene Nase packen.
Die großen Holzunternehmen sind zwar alle auf dem Papier FSC zertifiziert,- Schweden wird in dieser Hinsicht gerne als Musterknabe dargestellt- in der Praxis wird bei der Holzernte allerdings keine Rücksicht auf die Natur und Artenvielfalt genommen. Von Nachhaltigkeit keine Spur.Ich denke da zum Beispiel an die tiefen Fahrspuren, die die schweren Maschinen im Wald hinterlassen. An den Hängen führt das bei Regen zu starker Erosion, und teilweise bleibt nur noch nackter Fels zurück. Was soll da so schnell nachwachsen? Die an die großflächigen Kahlschläge angrenzenden Waldgebiete sind anfälliger für die immer häufiger auftretenden und stärkeren Stürme, Bäume knicken um wie Streichhölzer. Weiterhin werden die Kahlschläge seit einigen Jahren komplett abgeräumt, die Äste und Kronen werden zur Produktion von Holzpellets verwendet oder bei der Erzeugung von Fernwärme verheizt. So werden dem Boden weitere Nährstoffe entzogen und die Erosion weiter gefördert.
Die Liste der bedrohten Arten wächst in Schweden immer weiter.
Die Quittung für diese Praxis wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, ich hoffe daß rechtzeitig ein Umdenken einsetzt.
Es gibt auch keine Rechtfertigung dafür, indem man einfach behauptet daß es in Schweden ja noch Bäume gibt und in anderen Ländern alles noch viel schlimmer ist. Na toll.
Jetzt nochmal zurück zum Thema des zerstörten Weges: Selbstverständlich muss der Verursacher der Schäden auch für die Wiederinstandsetzung des Weges aufkommen! Es gibt auch keinen Grund warum er das nicht tun sollte.
Das ist gängige Praxis,zumindest wurde es bei uns immer so gehandhabt.
Ich habe noch nie eine Rechnung in so einem Fall präsentiert bekommen, und würde mich auch weigern diese zu zahlen.
Die unbefestigten Grusvägar in unserer Umgebung werden privat instand gehalten, dafür zahlen die Anlieger regelmäßig Beiträge. Diese Instandsetzung bezieht sich aber auf die normale Nutzung.
Gruß, Abborre