Ein Leben auf dem Flugplatz

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goteborgcity
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Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Seit nahezu drei Monaten lebt ein 27-jähriger Deutscher auf dem Göteborger Flughafen Landvetter. Er kam mit einer Reisetasche an und hat seither das Flughafengebäude nicht mehr verlassen. Seine einzige Forderung: Einen Arbeitsplatz und eine Wohnung in Schweden. Da er sich als Deutscher drei Monate lang ohne Aufenthaltsgenehmigung in Schweden aufhalten darf, wird bald die Frage nach einer Zwangsauswesung auftauchen, da der Mann hofft ohne eigene Anstrengung eine Arbeitsstelle und eine Wohnung zu erhalten. Sein Wunsch in Schweden zu bleiben wird sich allerdings kaum erfüllen ...
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skaanekille

Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von skaanekille »

Hej, Herbert

Ich denke mal das er darauf hofft, daß er aufgrund dessen
das er in der Presse ist, auf gut Glück zu versuchen das jemand
ihm einen Job gibt.

Kann ja klappen :pfeif:

Wenn nicht, eben wieder nach hause

Oder warum sollte man sowas machen ?

Wenn du was Neues hörst,lass es uns bitte Wissen

Danke, u. Gruss nach Göteborg, Rico
goteborgcity
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Hej Rico,

sobald sich etwas tut in der Sache, schreibe ich darüber. Verstehen kann ich es allerdings nicht so ganz, denn drei Monate im Flughafengebäude ... ich könnte mir etwas besser vorstellen.

Leider ist der Flughafengast etwas gesprächsfaul, denn die Forderung nach Arbeit und Wohnung, die andere für ihn beschaffen sollen, ist etwas dünn. Aber vielleicht will er wirklich auf diese Weise einwandern ...

Ich glaube allerdings nicht, dass das klappt, denn wenn ein Einziger damit durchkäme, so ist einige Tage später der Flughafen voll mit Einwanderern, die auf normalem Weg keine Wohnung und keine Arbeit in Schweden finden.

Viele Grüsse

Herbert
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annie
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von annie »

Hej Herbert,

soll man da nun lachen oder nachdenklich werden? Der hat mit Sicherheit Probleme, die Frage ist nur, welcher Art.
Nächste Woche hole ich unsere Tochter dort ab, wo sitzt der denn?
Wenn das ein Bajoware ist - Gruess Gott und Tschuess!

Es gruesst Andreas
goteborgcity
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Hej Andreas,

er bewegt sich frei im Flughafengebäude und hat seine Reisetasche mit sich. Er fällt eigentlich überhaupt nicht auf, ausser vielleicht dadurch, dass er nicht nach Abflugs- oder Ankunftszeiten sieht und dem Personal im Flughafen bekannt ist. Meist sitzt er in der Abflugshalle.

Ich nehme auch an, dass er Probleme hat, aber er wird jedenfalls weder von der deutschen Polizei noch international gesucht und will in Schweden bleiben.

Viele Grüsse und ein bayerisches tschüss!

Herbert
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Micha1991
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von Micha1991 »

Ich weiß nich wer den alles kennt, aber ein Mann der auf dem Flughafen wohnt erinnert mich ein wenig an den Film "Terminal". ^^ Kann man nur hoffen derjenige dort findet bald was und versucht nich wirklich so einzuwandern wie beschrieben.

Gruß
Micha
"Durch Regen wächst das Gras, durch Wein das Gespräch."
goteborgcity
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Hej Micha1991,

der Film hat ihn ja vielleicht auf die Idee gebracht, wobei allerdings auch der Film bereits auf ein tatsächliches Geschehen aufbaute und seither mehrere dieser Fälle bekannt wurden, alles copycats, aber sicher mit irgendeiner Geschichte dahinter.

Viele Grüsse

Herbert
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Tysktjejen
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von Tysktjejen »

Hej,
der Mann war ein staatenloser Perser, der auf dem Pariser Charles de Gaulle-Flughafen landete (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Geschichten, die er über seine Herkunft erzählte waren sehr wiedersprüchlich und da er keine Papiere mehr hatte, durfte er weder in Frankreich einreisen noch ausreisen. Also lebte er 18 auf dem Flughafen. Ich hab in sogar auch mal gesehen ;-)
Auf Wikipedia gibt es einen ganzen Artikel über ihn.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mehran_Karimi_Nasseri

Viele Grüße
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Nordljus
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von Nordljus »

Hej,
nun ist heute auch ein entsprechender Artikel im Aftonbladet drin…Polizei, Kirche und die dt. Botschaft versuchen wohl, dem Mann zu helfen. Konkret wie, ist dem Artikel aber nicht zu entnehmen.
Hej då @ Nordljus
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goteborgcity
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Hej Nordljus,

alle gemeinsam wollen ihn eigentlich dazu bewegen nach Deutschland zurückzukehren, aber die Kirche versorgt ihn auch mit Essen, da er kein Geld mehr hat. Andere Hilfe bekommt er eigentlich nicht, aber was sollen sie auch tun, so lange er niemanden belästigt, niemanden stört und die drei Monate noch nciht abgelaufen sind.

Viele Grüsse

Herbert
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Nordljus
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von Nordljus »

Hej goteborgcity,

ja, soweit habe ich das auch mitbekommen. Spannend wird es ja dann ab Mitte/Ende März, ob der gute Mensch wirklich nach dann drei Monaten rigoros abgeschoben wird oder ob es ggf. noch eine andere Lösung/Möglichkeit gibt.

Gruß @ Nordljus
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goteborgcity
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Hej,

die Angelegenehit hat sich auf das Vorteilhafteste für den Flughafengast aus Deutschland geklärt. Eine Firma in Stockholm hat ihm nicht nur das Ticket nach Stockholm bezahlt, sondern ihm auch einen Arbeitsplatz angeboten und für eine Wohnung besorgt. Nun bleibt die Frage wann der nächste deutsche Auswanderer den Sprung nach Landvetter wagt ...

Viele Grüsse

Herbert
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skaanekille

Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von skaanekille »

skaanekille hat geschrieben:Hej, Herbert

Ich denke mal das er darauf hofft, daß er aufgrund dessen
das er in der Presse ist, auf gut Glück zu versuchen das jemand
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Danke, u. Gruss nach Göteborg, Rico

:lol: Hab ich mir doch gedacht, ob er es durchhält ist ne andere Sache

Obwohl ich den Mann nicht kenne u. das so nie machen würde

(auch nicht nötig habe)

Glückwunsch !!!

Danke Herbert für dir Info-bleib weiter am Ball,

Danke- Gruß, Rico
kallerö
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von kallerö »

Hej,
Ich habe gestern in Arbeits- und Freundeskreis ueber diesen Fall diskutiert und kann nur sagen, das dies hier bei uns Schweden auf generelles Unverständnis und Missgunst stösst.
Niemand versteht, was das fuer eine Firma sein soll, die einem sensationsluesternen unbemueten Nichtstuer Arbeit und Wohnung(!!!) in Stockholm bietet während massenhaft fleissige, sprachkundige und qualifizierte Leute Tag fuer Tag auf vergeblicher Jobsuche sind, bzw. monatelang ein halbwegs bewohnbares Heim suchen.
Hoffentlich macht dies Negativbeispiel nicht Schule, sonst sitzen bald Dutzende plegmatische Nichtstuer auf unseren Flughäfen rum und warten dass ihnen gebratene Tauben ins Maul fliegen. (Schlaraffenland Schweden)!
Hälsningar, kallerö
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Nordljus
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von Nordljus »

Hej,
tja, das würde mich ja auch brennend interessieren – was das für eine Firma und für ein Job ist! Ich bin bei „Arbetsförmedlingen“ registriert und suche mir dort die Finger wund……naja, nach Landvetter umziehen…muß ich mir auch nicht antun (und nach Stockholm will ich ja eh´ nicht unbedingt ;-)). :pfeif:
Gruß & hej då
Nordljus
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goteborgcity
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von goteborgcity »

Hej kallerö und Nordljus,

die Firma wollte nicht genannt werden, was ohnehin schon etwas merkwürdig ist, wobei ich nicht verstehe, dass es möglich ist auf diese Weise eine Arbeit und Wohnung in Stockholm zu bekommen, denn das ist das denkbar schlechteste Zeichen für alle, die hier seit Monaten oder Jahren erfolglos eine Arbeit suchen.

Bei Terrorismus heisst es grundsätzlich solchen Forderungen nicht nachzukommen, aber hier zeigt man das Gegenteil. Bleibt abzuwarten, ob sich die Flughäfen bald mit ähnlichen Fällen füllen...

Es muss dazu gesagt werden, dass die Zeitung GT dem Mann angeboten hatte ein Ticket nach Deutschland zu bezahlen, was er abgelehnt hat, weil er in Schweden bleiben wollte.

Viele Grüsse

Herbert
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kallerö
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von kallerö »

Hej goteborgcity
Ich und viele andere empfinden das als Schlag ins Gesicht all denen gegenueber, die vielleicht schon seit langer Zeit arbeitslos sind und sich Tag fuer Tag anstrengen um die Situation zu ändern und auch all denen gegenueber, besonders jungen Leuten und Studenten, die völlig verzweifelt sind weil die Wohnungssituation hier in Stockholm so katastrophal ist.
Das ist kein soziales Engagement einer beduerftigen Person gegenueber und diese misteriöse Firma wird schon wissen warum sie anonym bleiben will.
Hälsningar, kallerö
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Nordljus
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von Nordljus »

Hej,
so ganz nachvollziehen kann ich das auch nicht - aber es gibt ja genug Firmen, bei denen gar keiner arbeiten will.
Und wer weiß, vielleicht gibt es ja demnächst eine Fortsetzung dieser Geschichte des 27-jährigen Deutschen.....dann vom Flugplatz Arlanda ;-)
In diesem Sinne...
Gruß @ Nordljus
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hallo_schweden
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Re: Ein Leben auf dem Flugplatz

Beitrag von hallo_schweden »

Mich hat die Geschichte an eine Finnin erinnert, die 8 Monate auf Berliner Flughäfen zugebracht hat. Allerdings hatte sie psychische Probleme:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1 ... 17,00.html

Sehr viel sympathischer als dieser Deutsche vom Flughafen hat es eine Australierin in Berlin zu einem Job gebracht:
http://www.taz.de/!78960/
http://rettetmich.wordpress.com/thank-yous/
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