Warmer Herbst - Warmer Winter - Zugvögel bleiben in Schweden
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Karsten
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Warmer Herbst - Warmer Winter - Zugvögel bleiben in Schweden
Warme Südwinde lassen die Natur in Schweden verrückt spielen. So wird in Nordschweden von Erdbeeren berichtet, die in Blumenbeeten zaghaft wachsen oder gar von Walderdbeeren. Im Süden weigern sich Graugänse die Strapazen einer Flugreise gen Süden auf sich zu nehmen und gehen dabei ein tödliches Risiko ein.
Wer zurzeit in der schwedischen Natur unterwegs ist, traut seinen Ohren nicht. Denn häufig klingt es nach einem reichen Vogelleben, wie man es im Frühjahr oder Spätsommer erlebt. Schuld daran ist das milde Herbstwetter.
So notierte Hudiksvall im südlichen Nordschweden Anfang November 16 Grad Celsius – Rekord. Schuld daran ist ein Hochdruckgebiet über dem Baltikum, das warme Luft nach Schweden führt. Die Tage sind zwar meist grau und dunkel, die Temperaturen liegen jedoch weit über dem normalen Durchschnitt. Vor allem wenn man an die letzten beiden Winter zurückdenkt, als Anfang November weite Teile Schwedens bereits unter einer dicken Schneedecke lagen.
Vielleicht kommt ja der Winter in diesem Jahr überhaupt nicht. Dies scheinen sich auch viele Graugänse auf dem See Frysingen nördlich von Stockholm zu denken. Normalerweise sind diese schon längst auf dem Weg nach Süden, wie Lars-Åke Janzon vom naturhistorischen Museum weiß.
Spiel auf Leben und Tod
„Die wollen sich nicht anstrengen. Also warum sollten sie losziehen“, meint Janzon. Die Vögel hoffen auf einen milden Winter, um dann im Frühling, wenn es um die besten Brutplätze geht, direkt vor Ort zu sein. Doch ein plötzlicher Wintereinbruch kann dann tödlich sein, wie Janzon anmerkt: „Das ist ein Spiel auf Leben und Tod. Sie ergreifen die Chance. Es sind die Opportunisten, die hier geblieben sind.“
Olle Mauritzon beobachtet seit den 1960er Jahren die Vögel auf dem Frysingen. Dass in diesem Jahr immer noch so viele Graugänse geblieben sind, ist für ihn einzigartig: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie so spät noch da sind. Normalerweise ziehen sie im September ab“, stellt Mauritzon fest. Das Reiseverhalten der Zugvögel hat sich jedoch generell geändert. Dies zeigen die Untersuchungen an mit Ringen markierten Vögeln, wie Lars-Åke Janzon erklärt: „Vor 50 Jahren sind sie nach Südeuropa gezogen. Vor 30 Jahren nur noch bis Holland. Und jetzt vielleicht nur noch bis Südschweden, Dänemark und Norddeutschland. Das muss mit dem Klimawechsel zusammenhängen.“
Wenn sich die Vögel also nicht irren, steht Schweden nach zwei sehr strengen und schneereichen Wintern ein milder bevor.
(Quelle: Radio Schweden)
Wer zurzeit in der schwedischen Natur unterwegs ist, traut seinen Ohren nicht. Denn häufig klingt es nach einem reichen Vogelleben, wie man es im Frühjahr oder Spätsommer erlebt. Schuld daran ist das milde Herbstwetter.
So notierte Hudiksvall im südlichen Nordschweden Anfang November 16 Grad Celsius – Rekord. Schuld daran ist ein Hochdruckgebiet über dem Baltikum, das warme Luft nach Schweden führt. Die Tage sind zwar meist grau und dunkel, die Temperaturen liegen jedoch weit über dem normalen Durchschnitt. Vor allem wenn man an die letzten beiden Winter zurückdenkt, als Anfang November weite Teile Schwedens bereits unter einer dicken Schneedecke lagen.
Vielleicht kommt ja der Winter in diesem Jahr überhaupt nicht. Dies scheinen sich auch viele Graugänse auf dem See Frysingen nördlich von Stockholm zu denken. Normalerweise sind diese schon längst auf dem Weg nach Süden, wie Lars-Åke Janzon vom naturhistorischen Museum weiß.
Spiel auf Leben und Tod
„Die wollen sich nicht anstrengen. Also warum sollten sie losziehen“, meint Janzon. Die Vögel hoffen auf einen milden Winter, um dann im Frühling, wenn es um die besten Brutplätze geht, direkt vor Ort zu sein. Doch ein plötzlicher Wintereinbruch kann dann tödlich sein, wie Janzon anmerkt: „Das ist ein Spiel auf Leben und Tod. Sie ergreifen die Chance. Es sind die Opportunisten, die hier geblieben sind.“
Olle Mauritzon beobachtet seit den 1960er Jahren die Vögel auf dem Frysingen. Dass in diesem Jahr immer noch so viele Graugänse geblieben sind, ist für ihn einzigartig: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie so spät noch da sind. Normalerweise ziehen sie im September ab“, stellt Mauritzon fest. Das Reiseverhalten der Zugvögel hat sich jedoch generell geändert. Dies zeigen die Untersuchungen an mit Ringen markierten Vögeln, wie Lars-Åke Janzon erklärt: „Vor 50 Jahren sind sie nach Südeuropa gezogen. Vor 30 Jahren nur noch bis Holland. Und jetzt vielleicht nur noch bis Südschweden, Dänemark und Norddeutschland. Das muss mit dem Klimawechsel zusammenhängen.“
Wenn sich die Vögel also nicht irren, steht Schweden nach zwei sehr strengen und schneereichen Wintern ein milder bevor.
(Quelle: Radio Schweden)
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Karsten
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Rentiere profitieren von spätem Winter
Der warme Herbst und ausbleibender Schnee in Nordschweden sorgen dafür, dass Rentiere leichter als sonst um diese Jahreszeit an ihre Nahrung gelangen. Gegenüber der Nachrichtenagentur TT sagte Nils Anders Blindh vom Talma Renzüchterverband in Norrland, je kürzer die Winter, desto besser sei das für die Rentiere. In diesem Jahr hätten sie bereits einen Monat weniger nach Nahrung graben müssen, so Blindh. Er hoffe darauf, dass die Rentiere mehr wachsen schwerer seien, wenn es Zeit für die Jagd ist. Aufgrund des späten Winters sind auch die Ausgaben der Rentiereigentümer niedriger als sonst, da sie noch nicht mit der Schneebeseitigung anfangen mussten.
(Quelle: Radio Schweden)
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annie
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Re: Warmer Herbst - Warmer Winter - Zugvögel bleiben in Schw
Auch die Kraniche sind dieses Jahr viel zu spät. Vorgestern sah ich, wie fast jeden Abend vorher, eine kleine Kette Kraniche.
Wir wohnen unweit eines grossen Moores mit See, ein im Herbst beliebter Rastplatz fuer Kraniche und Gänse.
Auch die Toppvippor ( Kiebitze) sind noch nicht alle weg. Das sind hier normalerweise die ersten im Fruehjahr und die letzten im Herbst.
Annie
Wir wohnen unweit eines grossen Moores mit See, ein im Herbst beliebter Rastplatz fuer Kraniche und Gänse.
Auch die Toppvippor ( Kiebitze) sind noch nicht alle weg. Das sind hier normalerweise die ersten im Fruehjahr und die letzten im Herbst.
Annie
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Re: Warmer Herbst - Warmer Winter - Zugvögel bleiben in Schw
Bei uns in Lappland waren vergangene Woche noch Schwäne im Wasser, unglaublich zu dieser Jahreszeit. Die gute Seite daran ist, dass die Flüsse noch offen sind und sich die Angelsaison dadurch unerwartet verlängert. Im Fjäll sind aber die meisten Seen bereits zugefroren.
Die letzten Jahre kam der Schnee schon Anfang Oktober und hat für vorweihnachtliche Stimmung gesorgt. In diesem Jahr sind wir indessen genauso ratlos wie die Bären in unseren Wäldern: Sollen wir nun den Winterschlaf beginnen ... oder doch noch nicht?
Viele Grüße
Joachim
http://www.erlebnis-lappand.de
info@erlebnis-lappland.de
Die letzten Jahre kam der Schnee schon Anfang Oktober und hat für vorweihnachtliche Stimmung gesorgt. In diesem Jahr sind wir indessen genauso ratlos wie die Bären in unseren Wäldern: Sollen wir nun den Winterschlaf beginnen ... oder doch noch nicht?
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