Müllverwertung funktioniert schlecht

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Karsten
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Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von Karsten »

Schwedens Städte und Gemeinden sind unzufrieden mit den Systemen zur Entsorgung von Hausmüll. Fast zwei Drittel aller recyclebaren Abfälle landet in der kommunalen Mülltonne und somit in der Müllverbrennung. Die nach dem Verursacherprinzip von einem Verband der Industrie organisierten Abfallsammelstellen werden von der Bevölkerung nicht ausreichend angenommen. Nun fordern die Gemeinden eine Änderung der Abfallverordnung.

Probleme bei der Abfallbeseitigung
„Man ist wohl etwas faul, es ist umständlich, wenn man zum Beispiel ein Stück alt gewordenes Fleisch hat, dann muss man die Plastikfolie in einen Behälter tun, das Fleisch selbst in einen andern, man macht sich die Finger schmutzig“, erzählt ein Mann an einer Sammelstelle. Eine junge Frau fügt hinzu: „Die Regeln, was wohin sortiert werden muss, sind unübersichtlich“. Zusätzlich muss der Bürger mit einem Großteil der sortierten Abfälle zur Sammelstelle fahren, um sie je für sich in die verschiedenen Behälter zu geben: Zeitungen, Wellpappe und Karton, weicher Kunststoff, Hartplastik, Metall, Batterien, farbiges Altglas, durchsichtiges Altglas. Nicht zu vergessen der Sondermüll, Umweltglühbirnen zum Beispiel, die an anderen, und zwar kommunalen Sammelstellen abgegeben werden müssen.

Unübersichtliche Regeln

In manchen Gemeinden kommt dann noch hinzu, dass Essensreste auch nicht in den Restmüll kommen, sondern in jedem Haushalt in einer Biotonne gesammelt und gesondert abgefahren werden. Bei diesen Anforderungen wundert es wenig, dass viele Bürger streiken und ganz einfach alles in die Mülltonne werfen. Als die Stadt Västerås kürzlich Stichproben der Haushaltsabfälle aus Restmülltonnen untersuchte, zeigte sich, dass über 70 Prozent des Materials, das in die örtliche Müllverbrennungsanlage wandert, eigentlich recyclebar wäre, erklärt Anna Bolt vom Umweltamt in Västerås: „Weicher und harter Kunststoff, Brot, noch in seiner Tüte, alles mögliche lag in den Tüten. Dass die Leute den Müll nicht trennen, liegt sicher zum Teil an Unkenntnis, aber auch daran, dass sie sich außerstande sehen, alle Vorschriften zu befolgen.“

Überfüllte Container

Auch schlecht gewartete Sammelstellen sind ein Problem. Häufig trifft der sortierwillige Bürger mit seinem voll beladenen Auto auf bereits übervolle Behälter. Es bleibt allein, mit dem Müll den Heimweg anzutreten, denn wer seine Abfälle neben die Behälter stellt, wird mit Bußgeld belangt. Die Situation sei vielerorts katastrophal, sagt Weyne Winquist vom Verband der kommunalen Abfallunternehmen. „Wir bekommen viele Klagen und vielfach hat es dazu geführt, dass Wohnungsgesellschaften und Kommunen eigene Mülleinsammlungen organisieren, weil man findet, man muss den Bürgern einen besseren Service bieten. Aber dadurch entstehen doppelte Systeme und damit ist ja der Grundgedanke, dass die Unternehmen, die den Abfall verursachen, ihn auch beseitigen sollen, untergraben.“ Der von der Industrie nach Einführung der Verursacherverantwortung eigens zur Müllbeseitigung gegründete Recyclingverband FTI räumt ein, dass die Sammelstellen mancherorts Mängel aufweisen, die man umgehend beseitigen will. Grundsätzlich hält man die Kritik der Städte und Gemeinden für eine Prestigefrage: „Die Einführung des Verursacherprinzips und die Gründung des Recyclingverbandes FTI hat dazu geführt, dass ein Teil des bisher kommunalen Bereichs in private Hände überging. Das ist für viele Kommunen ein sehr heikles Thema und ich denke, daher rührt in Vielem die Kritik“, sagt der Geschäftsführer von FTI, Kent Karlsson.

Biogas-Herstellung zu teuer

Tatsächlich ist fraglich, ob alle Probleme gelöst wären, würde die gesamte Müll-Verantwortung den Kommunen übertragen. Denn in einem Bereich ist dies bereits der Fall: bei den Essensresten. 35 Prozent aller Lebensmittelabfälle sollen in Biotonnen eingesammelt und zu Biogas verwandelt werden, so sah es das vom Reichstag beschlossene Ziel für 2010 vor. Erreicht wurde eine Sammelquote von 20 Prozent. Ein Armutszeugnis, meint der Vorsitzende des Naturschutzverbandes, Svante Axelsson: „Das Ambitionsniveau ist ja schon sehr niedrig: 35 Prozent. Und noch nicht einmal dies wurde erreicht. Wir stehen vor einer enormen Herausforderung, es muss doch möglich sein, Essensreste besser zu verwerten, als sie zu verbrennen.“ Umweltminister Andreas Carlgren hat die Parole Biogas ausgegeben. Lebensmittelreste sollen als Treibstoffe unter anderem für Autos verwendet werden können. Doch viele Kommunen, insbesondere in dünn besiedelten Gegenden, halten das für nicht machbar. So etwa der kleine Ort Säter in Dalarna. Abbe Ronsten ist Bürgermeister: „Der Nutzen für uns ist gemessen an den Kosten, die unserer Gemeinde durch die Ausgabe von Biotonnen und die gesonderte Einsammlung entstehen, unzureichend“, erklärt Ronsten. Man habe ja zum Beispiel keine Biogasanlage in der Nähe.

Umweltminister offen für Veränderung

Umweltminister Carlgren steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er sieht die Möglichkeiten – Biogasnutzung, Wiederverwertung von endlichen Ressourcen, er findet, man hat sich doch von Politikerseite Gedanken gemacht, Systeme entwickelt, die in der Theorie gut erschienen. „Im Grunde finde ich, wir haben gute Systeme. Aber wir sind bereit, alle Einwände zu berücksichtigen und falls nötig, neue Lösungen zu finden.“

(Quelle: Radio Schweden)
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accaacca
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Re: Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von accaacca »

wundert mich nicht.
In unserer Siedlung sind die Recyclingtonnen versperrt und werden nur 2 Mal Pro Woche (nicht am Wochenende) für jeweils 1 Stunde zugänglich gemacht.
Ein Witz. Ich werde meinen Tagesablauf nicht nach Müllsammelstellen richten.

Ich dachte Schweden sei in Sachen Mülltrennung fortgeschritten, aber die können sich noch einiges von z.B. Wien abschauen.
Irene
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Re: Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von Irene »

sorry accaacca aber wo wohnst du wo die Muelltonnen versperrt sind?
das ergibt keinen Sinn, vielleicht meintest du die Sortergårdar ?,
wenn du die meintest, hier in Jönköping haben diese sehr lange öffnungszeiten und sogar an Samstagen geöffnet.
Wieso sollte es in Wien besser gehn als hier in Schweden? das begreif ich jetzt nicht aber
ich glaube es gibt ueberall Menschen auf der Welt die lieber alles in eine Tonne schmeissen und denken "das sieht doch niemand"
Wir wohnen in einem Mietshaus und hatten frueher auf jeder Etage ein Muellschacht, Tuete voll gemacht und rein in den Schacht, wie es im Keller aussah das kuemmerte die Mieter kaum, der Hausmeister dagegen hatte jeden Tag etliches zu tun.
Heute steht vor unserem Haus ein kleines Muellsortierhäuschen, hier wirft man in kleinen lucken den Muell hinein den man gerade
runter gebracht hat, ob es sich jetzt um Papier, Wellpapp, durchsichtiges/farbiges Glas, Haushaltsmuell ( und da soll keine Essenreste hinein, das wird in einer Papiertuete gesammelt und in eine eigene Tonne gelegt, die Essensreste werden nach Torsvik zur Verbrennungsanläggning gebracht und Biogas wird daraus gewonnen) Essensreste, Plastik, Metall, Batterier in ein spezielles Kästchen das wie ein Briefkasten ausschaut, handelt.
So ist es auf jeden Fall bei uns auf der Strasse, ok nicht alle wissen wohin mit dem Muell und lassen die Tueten vor dem Häuschen stehen damit der Hausmeister sehr viel zu tun hat Montagmorgen ( meist sind es Einwanderer die die schwedische sprache nicht können und somit ist auch von der Seite des Vermieters die Information an die neuen Mieter in ihrer Sprache vergessen worden, nach einigen Wochen haben die es dann doch verstanden, wohin mit dem Muell)
Leider sind nicht alle Abfallsammelstellen ok, manchmal werden sie sogar vergessen zu entleeren, aber das hat nichts mit dem gemeinen Buerger zu tun sondern eher dass die Muellabfuhr eine Sammelstelle vergessen hat zu entleeren .....
Da ich vor sehr vielen Jahren auch mal ein Haus besass weiss ich auch wie es vor 20 Jahren war, eine Tonne und all Muell kam in die Tonne hinein, damals machte man sich keine Gedanken was mit dem Muell passierte, damals hatten wir aber in unserem Garten einen Kompost somit weniger Essensreste in den Muelleimer.

Schönes WE
Irene
Framsidan
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Re: Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von Framsidan »

Irene dann könnt ihr euch glücklich schätzen dass es so gut funktioniert.

Ich wohne hier in einem bostadsrätt seit 1992. Seitdem habe ich hier 4 oder 5 verschiedene Abfallsysteme kennen gelernt.

Nun haben wir vor einem Jahr Behälter bekommen die zum Teil in der Erde versenkt sind und die man mit dem Wohnungsschlüssel aufsperren muss um was reinwerfen zu können. Beim Kompostabfall werden leider auch oft die Leute die Plastiktüte mit rein die sie über die Papiertüte haben. Da gibts dann Straffavgift.

Zwischem unserem Haus und dem Nachbarhaus haben wir auch die Abfallbehälter für alles andere. Früher hatten wir auch 2 od. 3 Häuser weiter nochmal so eine Abfallstation aber die wurde wieder entfernt.

Nun sind es viel zu viele Haushalte die mit ihrem abfall hierher kommen. Sind die Behälter voll, wird halt alles daneben gestellt. Und da sieht es manchmal vielleicht aus, schlimm......

Es ist ja Sache der Gemeinde diese Behälter zu entleeren nicht unsere Bostadsrättsförening. Wir haben nur den Dreck zwischen unseren Häusern.

Kein Mensch drückt ja auch z.B. die Kartons rein in den Behältern. Wird alles nur in das Loch reingelegt und der nächste der kommt, legt es halt daneben.

Framsidan
Irene
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Re: Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von Irene »

Hej Framsidan,
ja, ich bin auch froh dass unser Vermieter sehr viel macht um es uns leichter zu machen, wohin mit dem ganzen Muell,
einmal im Monat stellt er auch grosse metallbehälter zwischen den Häusern auf in denen man Grovsopor legen kann ( nicht alle haben
ein Auto, um mal den groben (?) Muell (Grovsopor) zum Sortergård zu bringen oder ältere Leute die niemand haben die ihnen helfen
Grovsopor weg zu bringen)
aber nicht nur mit dem Muell finde ich ist es ok bei uns
ab März bezahlen wir Mieter das erstemal unseren eigenen Warmwasserverbrauch (dh Warmwasser zum duschen/baden und Spuelen)
bin mal gespannt wie das wird und was es kostet :pfeif:
VG
Irene
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irni
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Re: Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von irni »

Wir haben 10km zur nächsten Müllstation. Das bedeutet in der Praxis, dass ich den Mist sozusagen in die Arbeit mitnehmen muss, wenn ich mir einen Extraausflug von 20km sparen will.
Sperrmüll, Sondermüll muss man selbst abliefern. Das ist nichts für Leute ohne Auto mit Anhänger, Ältere und Kranke. Bei uns bedeutet das eine Runde von 30km. Ausserdem muss man einen Urlaubstag investieren, weil die Öffnungszeiten mit den Normalarbeitszeiten zusammenfallen.
Ich verstehe einfach nicht, warum man nicht ein System einführen kann, dass den Mist dort einsammelt wo er entsteht, nämlich in der Nähe des Endverbrauchers. Heute sind alle Stationen im Anschluss an Lebensmittelgeschäfte.
/irni
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Re: Müllverwertung funktioniert schlecht

Beitrag von Framsidan »

Iren wir haben hier in unserer Bostadsrättsförening auch jeden Monat einmal eine Container hier für grovsopor.

Aber das Problem hier ist dass die anderen 3 Verreine um uns herum das nicht tun und ihre Mitglieder dann ihren Dreck bei uns ableeren. Und wir bezahlen....

Ist der Container über Nacht zugesperrt, dann steht am Morgen ein Haufen Abfall dort. Bei Nacht und Nebel wird dort dann abgestellt.

Man müsste dort einen hinstellen der den Con´tainer bewacht damit nur die Mitgleider ableeren können. So ein Container kostet ja einiges.....

Framsidan
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