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Teil 5 - Schweden/Norwegen 2008 ... Nigardsbreen+Vettisfoss

Verfasst: 4. März 2009 00:23
von wölfchen
28. Mai
Warm und sonnig; die lang gezogenen Schleierwolken mit ihren hochgezogenen Spitzen kündigen einen Wetterumschwung an, gegen Abend begann der Himmel sich tatsächlich zuzuziehen und wir sahen ein Halo!

Wir haben eine fantastische Wanderung zum Nigardsbreen unternommen. Lohnt sich genauer zu beobachten, wie sich der Blick und auch der Dimensionseindruck verändert, je näher man an die Gletscherzunge rankommt – apropos, bei diesem Gletscher kann man durchaus nachvollziehen, warum man von „Zunge“ spricht. Zunächst sieht man aus der Ferne fast die gesamte Gletscherzunge und auch das Eis ganz oben auf dem Berg, später nur noch das Eis unten, viele Kilometer der Gletscherzunge gar nicht mehr, sondern nur noch die Bergkuppen und man denkt das es gar nicht weit nach oben ist. Wieso laufen die bei Gletschertouren nicht bis oben hin? Dann sieht man einige Gletscherwanderer und … sind das Ameisen oder Menschen … huij, sind das Dimensionen!!!

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Das Besucherzentrum Nigard war Startpunkt unserer kleinen Wanderung

Die gebührenpflichtige Straße von Nigard aus, den Brevegen, sind wir gelaufen. Man hätte auch den Bus nehmen können. Interessanterweise waren wir die einzigen, die zu Fuß bis zum Parkplatz am Nigardsbrevatnet gegangen sind. Wir hatten die Hoffnung, dass die anderen auch weiterhin so „fußfaul“ sind.
Das ganze Tal bis zum Gletscher ist durch die Rückbildung des Nigardsgletschers der letzten 200 Jahre entstanden – wie schnell das Eis doch geschmolzen ist! Vom Parkplatz am See ging es über vom Gletscher geschliffene Felsen immer entlang des Ufers bis zur Gletscherzunge. Nicht immer einfach. Wobei einem dann wieder auffällt, mit was für Schuhen und Kleidung manche Personen da rumlaufen … Männer mit Lackschuhen und Buntfaltenhose … Frauen mit Handtaschen, einem Sommerkleidchen und Absatzschühchen … manchmal gibt es auch Menschen mit Badeschuhen. Kurz vorm Gletscher überquerten wir noch eine Brücke; denke, die wird man erst richtig benötigen, wenn es im Sommer warm ist und mehr taut. Jetzt war sie jedenfalls überflüssig.

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Ja, auch ich wandere schon mal mit Sandalen - habe dann allerdings IMMER noch ein paar feste Wanderschuhe dabei

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Auch ein Kanufahrer, bzw. Vater und Sohn waren mit von der Partie! Ist bestimmt grandios über den See zum Gletscher zu paddeln und im "Sanddelta" anzulegen.

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Egal von wo man bisher auf den Gletscher blickte, er sah gar nicht so riesig aus, bis man dann die Menschen in Ameisengröße sieht, die eine Gletscherwanderung unternehmen. Laufen konnte man bis direkt vor die Eiswand, auch wenn viele Warnschilder aufgestellt wurden (ist ja auch nicht ganz unberechtigt). Das Eis schimmerte blau, hier und da hatten sich kleine Eishöhlen gebildet. Sobald man sich die Gefahren (Kalben ist gegenüber eines unter Eis entstandenen Sees, der sich dann plötzlich seinen Weg bahnt, regelrecht „harmlos“) richtig bewusst macht, nimmt man auch gerne wieder etwas Abstand.
Vormittags war es noch richtig schön ruhig, und wir genossen die Stille. Plötzlich waren sie da. Sooooooo viele Touristen, keine Ahnung wo die alle hergekommen sind. Dabei fuhr das Boot noch gar nicht! Viele wollten auch auf den Gletscher. Und wir dachten, es macht sich kaum jemand auf den beschwerlichen Weg über die Felsen!
Wir gingen ein Stück des Weges zurück und suchten uns einen Felsen im See, auf den wir noch eine Weile saßen … und immer mehr Sonnenbrand bekamen. Aber das stellten wir erst auf dem Campingplatz fest.

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Ausblick von unserem Sonnenbrand-Felsen im Nigardbreenvatnet

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Hat Spaß gemacht! Nein, nicht der Sonnenbrand, sondern der Ausflug zum Gletscher und der Tag in dessen Nähe.


29. Mai
Sonnig, ab und zu bewölkt; 20 °C

Ich ging die Rückfahrt durchs Tal nach Gaupne mit dem Fahrrad an.

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Das waren die ersten 31 Kilometer. Hatte gar nicht in mehr in Erinnerung, dass wir 2 Tage vorher so viel bergab gefahren sind und ich nun viel aufwärts fahren musste. Es ging durch ein paar unbeleuchtete Tunnel, auch die wirken auf dem Fahrrad drückender aber auch gleichzeitig höher als im Auto – vielleicht sollte ich lieber nicht verraten, dass die Batterien meiner Fahrradlampe leer waren … dabei hatte ich sie zuvor noch nachgeschaut … muss danach wohl die andere Lampe am Fahrrad befestigt haben. Die Tunnel waren nicht lang, man sah immer das andere Ende. Also habe ich gewartet, bis kein Fahrzeug mehr zu sehn war und habe dann richtig losgestrampelt. Bin so mit etwas über 30 km/h durch die Tunnel gedüst, wenigstens funktionierte mein Rücklicht!

Zusammen fuhren wir dann weiter über Sogne, Kaupanger (ohne Stabkirche) mit der Fähre nach Fodnes.

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Schon interessant, dass zwischen Kaupanger und Mannheller ein riesiger Tunnel gebaut wird, nur damit die Fährverbindung kürzer ist – zumindest scheint das für uns auf den ersten Blick der Hauptgrund zu sein.

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Entlang des Årdalsfjord ...

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... und Årdalsvatnet ...

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... nach Övre Årdal und fuhren wir weiter nach Hjelle. Einige Tunnel lagen an der Strecke. Der Årdalsfjord ist echt schön, auf der einen Seite ziemlich felsig und steil, auf der anderen häufig mit einigen bewaldeten ”Landzungen” (es gibt doch diese riesigen Bäume mit den hohen Wurzeln, so ähnlich sahen die Uferzonen aus – zumindest erinnerten mich diese Landzungen daran), etwas flacher und bewohnt. Dazu blauer Himmel und Sonne. Das perfekte Norwegen-Fjordwetter.

In Hjelle stellten wir das Gespann ab und fuhren nochmal 5 Kilometer bergauf bis zum Rasthof Vettisgård durch das Utladalen.

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Es ging immer entlang eines türkisblauen Baches, der im Prinzip nur aus Stromschnellen bestand.

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Es sollte an diesem Tag noch mal „eben schnell“ zum Vettisfossen gehen, der seit 1924 unter Naturschutz steht. Doch zuvor kamen wir noch am Avdalsfossen (170m) ...

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... vorbei, sowie etlichen kleineren.
Von Vettisgård (wo Wanderer vor einer Hütte lagen und an ihrer Ausrüstung Skier befestigt hatten, waren es dann nochmal 30 bis 45 Minuten Fußmarsch. Der Fußpfad führte erst steil bergab und dann wieder etwas hinauf. Kurz nach Vettisgård konnte man über das Tal und den Bach Utla blicken. Über den Bach führte eine wackelige Hängebrücke zu einem anderen Wanderziel. Man sah auch schon, wo sich der Vettisfossen befinden musste. Die Felswände waren feucht, den eigentlichen Wasserfall sah man noch nicht.

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Der Wanderpfad war steinig, hier und da führte der Weg über Gerölllawinen (aber der Weg war darüber schon ausgetreten).
Der Vettisfossen ist der höchste frei fallende Wasserfall Norwegens mit einer Fallhöhe von 275 m. Mit dem Wasser sauste ein kalter Wind ins Tal, der uns immer wieder die Gischt vor die Linsen und die Brille wehte, und uns nach einiger Zeit frieren ließ.

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Den gleichen Weg ging es wieder zurück. Die Sonne hatte ihren Standpunkt inzwischen so verändert, dass das Licht in der Gischt in seine Spektralfarben zerlegt wurde. Dies konnten wir von dem eben erwähnten Aussichtsplatz in Ruhe und ohne zu frieren betrachten. Die Natur zeigte sich uns von ihrer besten und großzügigsten Seite.

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An dieser Hütte hatten kurz zuvor die Wanderer mit ihren Skiern pausiert

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Vettisgård

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Bei Hjelle direkt befand sich ebenfalls noch ein größerer Wasserfall, der Hjellefossen.

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Wie auch in den letzten Tagen konnten wir das Schauspiel von blühenden Blumen und grünen Bäumen im Tal bewundern, während es weiter oben noch Winter, ist beobachten. Die Obstbaumblüte ist inzwischen aber schon fast vorbei. Auf einem Parkplatz am Årdalsfjord schlugen wir das Nachtlager auf, da die Übernachtung auf dem Parkplatz bei Hjelle verboten ist.

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Verfasst: 8. März 2009 17:45
von nicky 2007
Hej, wölfchen

Tolle Bilder, fast die gleiche Tour haben wir vor einigen Jahren gemacht.

Aber ohne Fahrrad, nur mit Auto und Caravan.

lg. Nicky :-flagge2