Super – mit den Infos kann man das schon ziemlich konkret einschätzen

Hultsfred (Kalmar län) ist in solchen Dingen recht typisch schwedisch-reguliert, aber nicht übermäßig streng.
Ich gehe das mal konkret für eure Situation durch:
1. Nutzungsänderung – in eurem Fall meist unkritisch
Da das Haus:
früher dauerhaft bewohnt war
technisch dafür ausgelegt ist

sehr wahrscheinlich KEINE klassische Nutzungsänderung nötig
Aber:
Ich würde trotzdem kurz bei der Kommune (Hultsfreds kommun – byggnadsnämnden) anfragen.

Formulierung (wenn Du willst, kannst Du das so schicken):
„Fastigheten har tidigare varit permanentbostad. Vi planerar att hyra ut den långsiktigt igen. Behöver vi anmäla ändrad användning?“
In 90 % der Fälle kommt zurück:

„Nein, alles ok“
2. Abwasser (Fünf-Kammer-System) – wichtigster Punkt
Das ist bei euch der sensibelste Bereich.
Ein 5-Kammer-System (femkammarbrunn) ist:
älterer Standard
oft nicht automatisch für Dauerwohnen zugelassen

Entscheidend ist:
Gibt es eine nachgeschaltete Reinigung?
Versickerung („infiltration“)
oder Filterbett („markbädd“)
Szenarien:
✔ Best Case:
Anlage hat Infiltration/Filterbett
→ meist OK für Dauerbewohnung
⚠ Mittel:
nur Kammern ohne ausreichende Nachreinigung
→ Kommune könnte Nachrüstung verlangen

Worst Case:
Anlage alt + nicht dokumentiert
→ bei Prüfung → Auflage zur Modernisierung (kann teuer werden)

Mein klarer Rat:
einmal bei der Kommune nachfragen:
„Är avloppet godkänt för permanentboende?“
Oder:
vorhandene Unterlagen checken (oft vom Vorbesitzer)
3. Eigener Brunnen
In Schweden absolut üblich – auch für Dauerwohnen.

Wichtig:
Wasserqualität prüfen (falls länger nicht genutzt im Winter)
ggf. einmal Laboranalyse (empfohlen, aber keine Pflicht)

Keine Anmeldung nötig.
4. Müllabfuhr – das müsst ihr aktiv ändern
Das ist der Punkt, den ihr definitiv machen solltet:
von Sommer-/Ferienabfuhr → Ganzjahresabfuhr
bei: Hultsfred Energi / kommunale Abfallstelle

Sonst:
zu seltene Leerung
ggf. Probleme bei Kontrolle
5. Steuer (Skatteverket)
Bleibt wie vorher beschrieben:
Einnahmen in Schweden versteuern
40.000 SEK Freibetrag
20 % Pauschalabzug

Wichtig bei Dauervermietung:
es ist eindeutig keine private Gelegenheitsvermietung mehr
6. Mieter meldet sich an (wichtig für euch!)
Wenn jemand dauerhaft dort wohnt:

Der Mieter:
meldet sich beim Skatteverket an (Folkbokföring)

Für euch bedeutet das:
Haus wird offiziell wieder als Wohnhaus geführt
kann Auswirkungen haben auf:
Grundsteuer-Klassifizierung
Müllgebühren
7. Versicherung – bitte unbedingt anpassen
Das ist ein klassischer Fehler:
Ihr braucht:

„Uthyrning / Hyresvärd“-Zusatz in der Versicherung
Sonst:
Risiko bei Schäden durch Mieter
evtl. keine Leistung
8. Mietrecht – nicht unterschätzen
Schweden ist deutlich mieterfreundlicher als Deutschland.

Bei dauerhafter Vermietung:
Kündigung deutlich schwieriger
oft längere Fristen
Mieter haben starke Rechte

Tipp:
klaren Mietvertrag (Hyresavtal) verwenden

Fazit speziell für euch
Eure Ausgangslage ist ziemlich gut:

Haus war schon dauerhaft bewohnt

wintertauglich

Infrastruktur vorhanden

Realistisch müsst ihr:
Kurz bei der Kommune nachfragen (Formsache)
Abwasser prüfen lassen (wichtigster Punkt!)
Müll auf Ganzjahr umstellen
Versicherung anpassen
Steuer sauber machen

Ehrliche Einschätzung
Wenn die Abwasseranlage halbwegs modern ist,

seid ihr zu 80–90 % sofort vermietungsfähig, ohne größere Hürden.
Das einzige, was euch wirklich „erwischen“ kann, ist:

eine veraltete Abwasserlösung
Wenn Du magst, kannst Du mir noch sagen:
ob eine Infiltration/Filterbett vorhanden ist
oder Baujahr der Anlage
Dann sag ich Dir ziemlich klar, ob da Risiko besteht oder nicht.