Diesesmal mache ich einen Ausflug ins Finnlandschwedische auf Spurensuche nach den Wurzeln von Klaus Manns Roman “Flucht in den Norden”.
(Wer den vollständigen Artikel samt Bildern lesen möchte, findet diesen in meinem Blog: http://alltomsverige.wordpress.com/2014 ... urensuche/ )
Auf einer leichten Anhöhe über dem Ufer des Näsijärvi-Sees führt eine breite Allee zum Herrenhaus Pekkala, dem Sitz der finnlandschwedischen Adelsfamilie Aminoff – ein schöner Bau im Empirestil, die Säulen in hellem Graublau, die Wände in Rosé abgesetzt. Im Rosengarten zur Rechten hantiert eine energische ältere Frau in kurzen Hosen und einem hellgrünen Marimekko-Pulli mit einer Schere. Streng mustert die Herrin von Pekkala den Ankömmling und ist gleich beim Thema: »Meine Familie hat Klaus Mann mit offenen Armen aufgenommen, meine Großmutter bewunderte Thomas Mann – und dann das!« Die schwere Enttäuschung über den deutschen Gast von 1932 steht ihr ins Gesicht geschrieben. Immer wieder spricht sie von Vertrauensbruch, Verrat, Falschheit. Klaus Manns Roman »Die Flucht in den Norden«, in dem Pekkala als Hauptschauplatz fungiert, ist für sie nichts anderes als »ein hässliches, unangenehmes Bild von allem«.
Klaus Mann war in jenen Julitagen vor 75 Jahren auf der Flucht nach Norden – aber anders als vor ihm Kurt Tucholsky und nach ihm Bertolt Brecht. Wie diese verabscheute er die braunen Horden in ihrer »stumpfsinnig-blutrünstigen Vulgärextase«. Aber ihn treibt auch die heftige Neigung zu dem Gutsbesitzersohn Hans Aminoff nach Finnland. Klaus Manns Nordland-Aufenthalt währte jedoch nur einige Wochen – und geriet weitgehend in Vergessenheit. Ein Grund mehr, auf eine literarische Spurensuche zu gehen.
Nach dem Reichstagsbrand kehrt Klaus Mann Deutschland endgültig den Rücken, darauf brennend, möglichst schnell mit literarischen Mitteln in den Kampf einzugreifen. Über Nacht entschließt er sich, einen antifaschistischen Exilroman zu schreiben – just mit der Personengalerie des Gutes Pekkala. Eingeweiht in das Buchprojekt, schreibt ihm Vater Thomas: »Ich bin neugierig und freue mich auf das Werk, obgleich ich höre, dass es in Gegenden, wohin der kleine Kai verschlagen wurde, bei Lappen und Finnen, wohl allerlei Weh- und Anklage hervorrufen wird.« Thomas Mann kennt die Auffassung seines Sohnes, »starke Eindrücke der Wirklichkeit mit Erfundenem dichterisch mischen zu dürfen, ohne sich über die menschlichen Gefahren solchen Tuns klar zu sein«. Die Befürchtungen des Vaters sollten sich bewahrheiten: Die Aminoffs verweigern über Jahrzehnte Kontakte mit allen, die sie an jenes Buch erinnern.....
Hier gehts weiter: http://alltomsverige.wordpress.com/2014 ... urensuche/
Klaus Mann - Flucht in den Norden
-
alltomsverige
- Beiträge: 123
- Registriert: 19. Juli 2013 10:06
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Klaus Mann - Flucht in den Norden
Zuletzt geändert von alltomsverige am 17. April 2014 09:26, insgesamt 1-mal geändert.
-
alltomsverige
- Beiträge: 123
- Registriert: 19. Juli 2013 10:06
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Klaus Mann - Flucht in den Norden
PS: Die Verfilmung mit dem Titel "Flucht in die Freiheit" scheint nicht auf DVD erhältlich zu sein. Sollte jemand Zugang zu dem Film haben würde ich mich über eine Info freuen.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste














