Mehrheit in Schweden gegen Untersuchung königlicher "Lügen"

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Karsten
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Mehrheit in Schweden gegen Untersuchung königlicher "Lügen"

Beitrag von Karsten »

Jeder vierte Schwede würde eine unabhängige Untersuchung in der Frage begrüßen, ob der König bei seinen Aussagen zu möglichen Nachtclub-Besuchen die Unwahrheit gesagt sagt. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sifo vom Montag im Auftrag der Boulevardzeitung Aftonbladet.

Gleichzeitig spricht sich eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent der Bevölkerung gegen eine Untersuchung aus. Insbesondere bei den Schweden über 50 ist ein Nachforschen wenig populär. Jeder Fünfte ist dafür, dass der König das Zepter so schnell wie möglich an Kronprinzessin Victoria abgibt. Jeder Dritte will dagegen, dass Carl XVI. Gustaf bis zu seinem Tod auf dem Thron bleibt.

(Quelle: Radio Schweden)
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Schwedischer König soll Schweigen brechen

Beitrag von Karsten »

Schwedens König Carl Gustaf hat für den Montagabend eine Stellungnahme zu den offenen Fragen im Zusammenhang mit seinen Freunden und deren Kontakten ins Kriminellenmilieu angekündigt. In einem Exklusiv-Interview will er der Nachrichtenagentur TT Rede und Antwort stehen. Vor allem von Seiten der Presse war der Druck auf das Königshaus immer stärker geworden. Als erster Parteivorsitzender hatte Lars Ohly von der Linkspartei gefordert, dass der König öffentlich Stellung zu den Vorwürfen bezieht.

Hat er nun oder hat er nicht? Keiner kann dies so gut beantworten wie der König selbst. Wusste er von den Kontakten seines Freundes ins Kriminellenmilieu und hatte sein Freund einen triftigen Grund für diesen Kontakt – nämlich den Kauf von kompromittierenden Bildern des Königs in einem Stripclub? Für den Linkspartei-Vorsitzenden Lars Ohly, der schon lange für die Abschaffung der Monarchie in Schweden wirbt, ist es höchste Zeit für mehr Transparenz von Seiten des Hofes. Im Schwedischen Rundfunk sagte Ohly:

„Das Unzeitgemäße an unserer Staatsform ist ja gerade, dass wir eine vererbbare Monarchie haben, was bedeutet, dass wir den König nicht absetzen können. Er braucht auch auf keine Fragen zu antworten – im Gegensatz zu uns Politikern, die von den Wählern für ihr Verhalten abgestraft werden können. Nun haben wir einen König, der in einer kurzen Pressemitteilung festhält, dass er selbstredend Abstand von jeglichem Kontakt mit Kriminellen nimmt. Das besagt rein gar nichts und zieht den Hof ins Lächerliche. Es muss eine Pressekonferenz geben, bei der der König auch auf Folgefragen antworten muss. Nur so lässt sich zweifelsfrei feststellen, was wirklich geschehen ist.“

Auf eine entsprechende Erklärung wartet Schweden schon seit geraumer Zeit, am Montagabend gegen 19 Uhr soll mehr Klarheit herrschen.

Am 4. November trat König Carl Gustaf im Anschluss an die alljährliche Elchjagd vor die zahlreich erschienene Presse, die nach den Enthüllungen im Buch „Monarch wider Willen“ über die pikante Vergangenheit des Königs einer Meute glich wie sonst nie. „Wir schlagen eine neue Seite auf, so wie Sie mit Ihren Zeitungen, und blicken nach vorn“, so der König kurz und knapp zu den nicht näher belegten Anschuldigen, er sei Königin Silvia untreu gewesen und habe bisweilen in Gesellschaft von Bezahldamen muntere Feste gefeiert.

Bisherige Stellungnahmen werfen ständig neue Fragen auf

Dieser Satz sollte die unliebsame Diskussion auf einen Streich beenden, doch das Gegenteil war der Fall. Die Fragezeichen häufen sich zunehmend, insbesondere angesichts der Tatsache, dass ein enger Freund des Königs Kontakte ins Kriminellenmilieu unterhielt – wenn auch zu einem vermeintlich edlen Zweck, nämlich den Ruf des Königs zu retten. Nicht zuletzt die jüngsten Umfragewerte bescheinigen dem Königshaus: Das Volk stellt sich einen guten Monarchen anders vor. Lediglich 44 Prozent der Schweden wollen den König weiter auf dem Thron sehen. Nur noch zwei Drittel sind für die Beibehaltung der Monarchie.

Henrik S. Järrel, ehemaliger Reichstagsabgeordneter der Konservativen, ist Begründer des royalistischen Netzwerkes im Reichstag und ähnlich fassungslos wie der König selbst angesichts des allgemeinen Aufschreis der Empörung. Für ihn ist der König Opfer eines Komplotts.

„Ich finde überhaupt nicht, dass der König sich öffentlich äußern muss. Wir wissen zunächst nicht, ob es sich um eine kriminelle Tat handelt. Es hat aber den Anschein, als wolle man dem König etwas zur Last legen, was andere getan haben – genauso wie man die Königin für etwas verantwortlich machen wollte, was ihr Vater getan hat. Es geht hier um Spekulationen, Gerüchte, Klatsch, etwas, was sich seine Freunde oder die Buchautoren ausgedacht haben.“

Mangelhaftes Krisenmanagement

Haltlose Gerüchte oder nicht: In Schweden entflammt nun wieder eine Diskussion über die Abschaffung der Monarchie – eine Debatte, die Monarchie-Anhänger seit der spektakulären Kronprinzessinnenhochzeit im vergangenen Jahr für hinfällig gehalten hatten. Linkspartei-Vorsitzender Lars Ohly sieht in der größtmöglichen Aufklärung aller Details die einzige Möglichkeit zur Ehrenrettung des königlichen Amts. Sich vor den Krisen wegzuducken, ist laut Ohly das denkbar schlechteste Krisenmanagement.

„Wenn der König nichts zu verbergen hat, wird er ja sicherlich auf Fragen antworten können. Die Unterwürfigkeit, die beispielsweise Henrik S. Järrel gegenüber dem Königshaus an den Tag legt, entspricht genau der Sichtweise, die der Hof vermittelt: nämlich, dass man über den Bürgern und dem Gesetz steht. Unsere Staatsform begünstigt diese Unterwürfigkeit. Ich mag Demokratie, in der man seine Repräsentanten absetzen kann. Bei einem König, der noch nicht einmal auf Fragen antworten muss, geht das aber nicht.“

Die Berichterstattung aus der Privatsphäre der Königsfamilie ist auch in Schweden immer mehr zur Normalität geworden. Das Königshaus muss sich also offenbar aufs Umdenken einstellen. Das Schweigen zu unliebsamen Fragen scheint man nunmehr auch bei Hofe als unzeitgemäß zu bewerten. Entsprechend der Ankündigungen von Hof-Pressechef Bertil Ternert kommt nun also die lang erwartete Reaktion „höheren Niveaus“ auf die Forderungen nach einem Kommentar. Es sei dem König ein starkes Bedürfnis, dass er seine eigene Version der Turbulenzen jüngster Vergangenheit vermitteln könne, so Ternert gegenüber der Boulevard-Zeitung Expressen.

(Quelle: Radio Schweden)
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Majestätsbeleidigung in Schweden auf falschen Münzen

Beitrag von Karsten »

In Schweden sind falsche Kronen mit Schmähtext über den König aufgetaucht. Es handelt sich um Ein-Kronen-Münzen mit dem Portrait des Monarchen. Anstelle des offiziellen Textes ist „Unser König, der Hurenbock“ zu lesen.

Die Gravur spielt damit auf die vermeintlichen Nachtclubbesuche von König Carl XVI. Gustaf an, über die in der Biographie „Monarch wider Willen“ berichtet wurde und die für großes öffentliches Aufsehen gesorgt haben. Die Fälschung ist von relativ guter Qualität und dem Original sehr ähnlich. Das Prägen von falschen Geldstücken ist heutzutage jedoch selten, da sich der Aufwand für die Fälscher kaum lohnt. Schwedische Medien berichten über mehrere Funde im ganzen Land. Inwieweit die Polizei der Angelegenheit nachgehen wird, ist noch nicht bekannt.

(Quelle: Radio Schweden)
Karsten
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Experten sind Falschmünzern in Schweden auf der Spur

Beitrag von Karsten »

Numismatiker haben das Rätsel der gefälschten Ein-Kronen-Münzen mit Schmähtexten auf Schwedens König Carl XVI. Gustaf gelöst...

Weiterlesen:

http://sverigesradio.se/sida/artikel.as ... el=5241011

(Quelle: Radio Schweden)
Sussi
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Re: Mehrheit in Schweden gegen Untersuchung königlicher "Lüg

Beitrag von Sussi »

Hab niemanden getroffen der ein Interesse an dem Thema hatte.
Carpe Diem
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