Regierung will unseriöse Freischulen in Schweden stoppen
Verfasst: 8. Juli 2011 11:56
Schulen in freier Trägerschaft stellen offenbar allzu oft Gewinninteressen über das Wohl der Schüler. Darauf lassen die Ergebnisse von Inspektionen durch die Schulaufsicht schließen. Nun will die Regierung diese Entwicklung stoppen. Eine parlamentarische Untersuchungskommission soll Möglichkeiten aufzeigen, unseriösen Betreibern Gewinne auf Kosten der Schüler zu verwehren.
„Wenn es sich so verhält, dass man die Qualität auf eine Art herunterschraubt, die den Schülern schadet, um stattdessen Gewinne einzustreichen – dann ist dies wirklich provozierend. Dann müssen Regeln und Gesetze straffer werden“, so Schulminister Jan Björklund im Schwedischen Rundfunk. Die Entwicklung, die das Schulsystem in den vergangenen Jahren genommen hat, bedarf offenkundig so mancher Korrektur. Einfach dürfte das nicht werden; spielt im gesamten System doch bisher vielfach just der finanzielle und eben nicht der Bildungseffekt die wichtigste Rolle.
Der Schüler als umworbener Kunde
Schwedens Schüler sind begehrte Kunden auf einem heiß umkämpften Markt. Um ihre Gunst und somit um das „Schülergeld“, den Geldbetrag, der jedem Schüler zusteht und der jeweils der Schule seiner Wahl zufließt, werben alle Schulen: die kommunalen wie die so genannten Freischulen. Letztere werden zwar von öffentlichen Geldern finanziert und ihr Besuch ist kostenlos; sie stehen aber unter freier Trägerschaft und werden mit Gewinninteresse betrieben. Ein vielfach lukratives Geschäft, wie die Entwicklung auf dem Schulmarkt zeigt – so sind in den vergangenen Jahren mehrere große Schul-Ketten entstanden, die statt Fastfood oder Kleidern eben Bildung anbieten. Und ebenso wie für eine Fastfood-Kette gilt es, sparsam zu wirtschaften. Zum Beispiel, indem man statt teurer, ausgebildeter Lehrer billiges Personal einstellt, das weder über die entsprechende fachliche noch über die pädagogische Kompetenz verfügt (was freilich die kommunalen Schulen im Prinzip genauso halten).
„Die Schulaufsicht muss Stopp sagen können“
In der jüngsten Kontrolle durch die Schulinspektion im vergangenen Jahr kamen von 116 untersuchten Freischulen gerade mal fünf ohne kritische Anmerkungen davon. Zwar stehen auch in dieser Hinsicht die kommunalen Schulen nicht besser da. Doch die parlamentarische Untersuchung soll sich nun zunächst ausschließlich mit den Freischulen und mit Möglichkeiten befassen, ihnen im Fall schwerer Unterlassungen auf die eine oder andere Weise den Geldhahn abzudrehen. „Als ein Beispiel könnte gelten, dass eine Freischule einerseits stark die Gelder für solche Schüler beschneidet, die auf besondere Unterstützung angewiesen Metta Fjelkner sind, und andererseits Gewinne abschöpft“, so Schulminister Björklund. „Dann ist es angezeigt, dass die Schulaufsicht Möglichkeiten hat, Stopp zu sagen.“ Dabei wolle er sich nicht auf das Wort „Gewinn-Stopp“ festlegen lassen, so der Minister weiter. Sanktionen könne es beispielsweise auch in Form von Bußgeldern geben. Metta Fjelkner, Vorsitzende der Lehrergewerkschaft Lärarnas Riksförbund, begrüßt die geplante Untersuchung: „Wenn eine Freischule Schüler entlässt, die den Ausbildungszielen nicht gerecht werden, dann soll sie keine Gewinne austeilen können. Es ist nicht akzeptabel, dass eine Schule einerseits hohe Gewinne ausschüttet und andererseits die Lehrergehälter auf dem gleichen niedrigen Niveau hält wie das übrige Schul-Schweden“, so die Gewerkschafterin.
(Quelle: Radio Schweden)
„Wenn es sich so verhält, dass man die Qualität auf eine Art herunterschraubt, die den Schülern schadet, um stattdessen Gewinne einzustreichen – dann ist dies wirklich provozierend. Dann müssen Regeln und Gesetze straffer werden“, so Schulminister Jan Björklund im Schwedischen Rundfunk. Die Entwicklung, die das Schulsystem in den vergangenen Jahren genommen hat, bedarf offenkundig so mancher Korrektur. Einfach dürfte das nicht werden; spielt im gesamten System doch bisher vielfach just der finanzielle und eben nicht der Bildungseffekt die wichtigste Rolle.
Der Schüler als umworbener Kunde
Schwedens Schüler sind begehrte Kunden auf einem heiß umkämpften Markt. Um ihre Gunst und somit um das „Schülergeld“, den Geldbetrag, der jedem Schüler zusteht und der jeweils der Schule seiner Wahl zufließt, werben alle Schulen: die kommunalen wie die so genannten Freischulen. Letztere werden zwar von öffentlichen Geldern finanziert und ihr Besuch ist kostenlos; sie stehen aber unter freier Trägerschaft und werden mit Gewinninteresse betrieben. Ein vielfach lukratives Geschäft, wie die Entwicklung auf dem Schulmarkt zeigt – so sind in den vergangenen Jahren mehrere große Schul-Ketten entstanden, die statt Fastfood oder Kleidern eben Bildung anbieten. Und ebenso wie für eine Fastfood-Kette gilt es, sparsam zu wirtschaften. Zum Beispiel, indem man statt teurer, ausgebildeter Lehrer billiges Personal einstellt, das weder über die entsprechende fachliche noch über die pädagogische Kompetenz verfügt (was freilich die kommunalen Schulen im Prinzip genauso halten).
„Die Schulaufsicht muss Stopp sagen können“
In der jüngsten Kontrolle durch die Schulinspektion im vergangenen Jahr kamen von 116 untersuchten Freischulen gerade mal fünf ohne kritische Anmerkungen davon. Zwar stehen auch in dieser Hinsicht die kommunalen Schulen nicht besser da. Doch die parlamentarische Untersuchung soll sich nun zunächst ausschließlich mit den Freischulen und mit Möglichkeiten befassen, ihnen im Fall schwerer Unterlassungen auf die eine oder andere Weise den Geldhahn abzudrehen. „Als ein Beispiel könnte gelten, dass eine Freischule einerseits stark die Gelder für solche Schüler beschneidet, die auf besondere Unterstützung angewiesen Metta Fjelkner sind, und andererseits Gewinne abschöpft“, so Schulminister Björklund. „Dann ist es angezeigt, dass die Schulaufsicht Möglichkeiten hat, Stopp zu sagen.“ Dabei wolle er sich nicht auf das Wort „Gewinn-Stopp“ festlegen lassen, so der Minister weiter. Sanktionen könne es beispielsweise auch in Form von Bußgeldern geben. Metta Fjelkner, Vorsitzende der Lehrergewerkschaft Lärarnas Riksförbund, begrüßt die geplante Untersuchung: „Wenn eine Freischule Schüler entlässt, die den Ausbildungszielen nicht gerecht werden, dann soll sie keine Gewinne austeilen können. Es ist nicht akzeptabel, dass eine Schule einerseits hohe Gewinne ausschüttet und andererseits die Lehrergehälter auf dem gleichen niedrigen Niveau hält wie das übrige Schul-Schweden“, so die Gewerkschafterin.
(Quelle: Radio Schweden)