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wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 10. März 2010 16:22
von vorstopper
2x nicht gemacht ,Kindergeld um 50% reduzieren,,
was zur Folge hätte das ich überhaupt kein Kindergeld kriegen würde,,
Sarrazin schlägt Kindergeld-Halbierung für vergessene Hausaufgaben vor:
Thilo Sarrazin zündelt mal wieder und verbreitet neue provokante Ideen. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", fordert der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand.
Wiesbaden - Provokation ist sein Programm - auf einer Diskussionsveranstaltung in Wiesbaden hat der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin jetzt erneut umstrittene Vorschläge verbreitet. Diesmal zur Bildungspolitik. Es müsste jeden Tag vor Beginn des Unterrichts überprüft werden, ob die Schüler Hausaufgaben gemacht haben, sagte der 65-Jährige. "Und wenn sie sie nicht gemacht haben, werden die Eltern zitiert", so Sarrazin. Außerdem schlug er Sanktionen beim Kindergeld vor. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", sagte Sarrazin. "Was meinen sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 06,00.html
Ich habe 4 Kinder,und das ist schon ein Kreuz mit den Hausaufgaben,, die älteren müssen täglich 2-3 Stunden Hausaufgaben machen,,(Dank Turbo-Abi

) und das ist ,,normal,, sagen die Lehrer,,
Haben die schwedischen Kiddy auch so viel Hausaufgaben ??
Gruß
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 10. März 2010 21:39
von skaanekille
hej vorstopper- die S- kids haben auch hausaufgaben, allerdings werden diese mehr in der ganztagsschule gemacht. unsere grosse-16 jahre- hatt nun im gymnasium etwas mehr zu machen. Was mir gefällt, das die S-kids sich nicht mit überschweren schultachen abschleppen müssen- im geg-satz zu meinen kindern hier in deutschland- bleibt das meiste in der Schule.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 11. März 2010 23:00
von mamma
Mein Großer, 1 Klasse hat 1x die Woche Hausaufgaben auf. Dazu bekommt er das Lesebuch und das Schreibheft für 2 Tage mit nach Hause. Kein geschleppe von Schulsachen der Rücksack ist für das zweite Paar Handschuhe und Ersatz Socken da und für das Handy. Ja das kleine Spielzeug muss sein da er alleine mit den Bus fährt. Erst wenn man 3 km von der Schule wohnt kommt der Schulbus. Wir wohnen 2km also muss er den öffentlichen Bus nehmen, im Sommer dann wieder das Fahrrad.
Ich bin ja so ne richtig fiese Mama und finde das er zu wenig Hausaufgaben auf bekommt. Wir haben ihn vor 2 Jahren in Deutschland eingeschult und mussten viele Hefte und Bücher kaufen. Ich las ihn immer mal was aus den Deutschen Büchern abschreiben und vorlesen. Das Schweden ein gutes Schulsystem hat ist ja bekannt. Hier wird sehr Praxisnah gelernt und Kinder gehen gerne in die Schule. Mopping gibt es hier auch, es wird versucht sehr früh darauf zu reagieren. Hätte ich es gewollt würde meinen Sohn eine deutsch sprechende Lehrerin an die Seite gestellt werden die bei Bedarf dolmetscht. Wir sind nur ein Schweden gelandet weil Schweden so viel für die Kinder tut.
Ich freue mich jetzt schon, dass mein Kleiner diese Jahr auch in die Schule kommt, die Forschulklasse ist so schön. Da vermischt sich Schule mit KITA, es wird viel gesungen und gespielt, so Kreisspiele. Sie fangen in kleinen Gruppen an mit schreiben und lesen, später kommt rechnen dazu. Sie sitzen auf den Teppisch oder in der Leseecke nicht gerade, steif, still am Schreibtisch wie in Deutschland. Schwimmschule für wenig Geld ist auch in der Forschule mit dabei. Im Seen reichen Land Schweden sehr wichtig.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 12. März 2010 22:57
von vorstopper
@mama, da wird man ja glatt eifersüchtig,,
Spaß beiseite,es hört sich ja super an,,da haben die Kinder noch was von ihrer Kindheit,,
mein 12 jähriger quält sich richtig mit den Hausaufgaben ca. 1-2.5 Stunden, jeden Tag,,,,vor allem wenn das Wetter schön ist,, und andere Kinder beim Spielen draußen hört,,, dann werden auch öfter mal die Hausaufgaben vergessen,,
gruß
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 13. März 2010 00:03
von mamma
Trotzdem die Kinder in Schweden so wenig Hausaufgaben auf haben sind sie bei Vergleichen mit anderen Ländern sehr gut. Kann schon sein das in der Schule sehr intensiv gelernt wird, keine Ausfallstunden und Selbstbeschäftigung der Kinder. Dazu habe ich jetzt zu wenige Einblicke. Was ich sehe ist die Vielzahl der Lehrer im Verhältnis zur Schüleranzahl. In der Berliner Grundschule meines Sohns gab es 1 Lehrerin für 20 Schüler, davon 6 Kinder der ersten Klasse. Vor den Unterricht und nach dem Unterricht kam in die Klasse noch die Hortnerin. Sie wurde auch bei Bedarf während des Unterrichts mit einbezogen. In Schweden sind in der Flex-Klasse 1/2 18 Schüler, weniger als die Hälfte sind die 1.Klasse. Sie haben eine Klassenleiterin und eine Lehrerin die den ganzen Tag in drei Flex-Klassen 1/2 unterwegs ist. Die Hortnerin ist den ganzen Tag mit in der Klasse und hat auch mehr einen Lehrerin Status. Sie kommt sehr früh und bleibt bis zum Mittag. Die richtigen Hortnerinen kommen erst mittags. Die Schule geht immer nur bis 12 Uhr, ab der 3. Klasse länger. Der Stress mit jeden Tag Ranzen packen, genau wissen was für Unterricht am Tag daran ist, gibt es hier nicht. Außer das Sportzeug gibt es alles -ALLES- kostenlos von der Schule sogar einen selbst leuchdenden Rucksack. Ich weis es nicht genau aber ich glaube Firmen sponsern der Schule Sachen. Den Schulrucksack gibt es sicher nicht an jeder Schule. In Schweden essen die Kinder öfters Eis. Ich habe dafür noch nie was bezahlt. Könnte mir vorstellen eine Firma meldet sich und sagt ich spendiere aller 14 Tage Eis. Ach ja die Schulspeisung, im Haus gekochtes Essen, ist natürlich auch Kostenfrei. Ich habe es hier schon oft geschrieben, Schweden ist richtig gut zu seinen Kindern egal ob sie Olof, Natascha, Claus oder Mohamet heißen.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 10:27
von wiesel
Ist das nur meine subjektive Wahrnehmung oder wird auf die Lehrer, speziell ihre Ausbildung, momentan in Schweden rumgehackt wie blöde? Da jagt ja eine Reform die andere...
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 11:13
von hansbaer
wiesel hat geschrieben:Ist das nur meine subjektive Wahrnehmung oder wird auf die Lehrer, speziell ihre Ausbildung, momentan in Schweden rumgehackt wie blöde? Da jagt ja eine Reform die andere...
Naja, ein beträchtlicher Teil der Lehrer hat keine formale Ausbildung. Daran soll sich etwas ändern.
mamma hat geschrieben:Trotzdem die Kinder in Schweden so wenig Hausaufgaben auf haben sind sie bei Vergleichen mit anderen Ländern sehr gut.
Da würde mich mal interessieren, um welchen Vergleich es sich dabei handelt. In den letzten PISA-Studien lag Schweden deutlich hinter Deutschland und im Gesamtvergleich gerade mal noch so im Mittelfeld.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 16:58
von mamma
Nun gut dann lagen mir da nicht wirklich aktuelle Ergebnisse vor und ich muss lesen das Schweden in den letzten Jahren einen Einbruch erlebt hat. Aber nur weil man mal ein paar Jahre nicht so gut ist wie die Jahre davor heißt es nicht, dass die Schweden nun sehr viel schlechter geworden sind. Wir vergleichen ja immer mit Deutschland und Deutschland hat sich ja Jahre lang nicht mit Ruhm bekleckert. Nun kann es ja durchaus sein das Schweden auf seinen Stand stehen geblieben ist und nur andere Länder sich sehr verbessert haben.
Dann, was ist den eine PISA Studie sollte man nicht auch betrachten wie gerne Kinder zur Schule gehen, welche Impulse sie aus der Schule mit nach Hause nehmen. Ich sehe ja nur mich und spreche die andere deutschen Familie hier im Ort und wir sind uns einig das die Schule besser ist. Bei uns wird geweint wenn das Wochenende kommt weil mein Großer nicht zur Schule gehen kann.
Und ein Lehrer der nicht ein jahrelanges Studium absolviert hat muss der schlechter sein als ein Hochstudierter. In vielen Berufen sind doch das Talent, das Interesse und das Arangement viel wichtiger als jahrelanges Studium. Bekannter Weise reiht sich in Deutschland ein Studium ans andere weil man die Zeit überbrücken will bis man eine Job im studierten Beruf bekommt. Wir man da wirklich besser…
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 17:17
von hansbaer
Ich habe keine eigenen Erfahrungen mit der schwedischen Schule. Jedoch möchte ich anmerken, dass Motivation nicht zwingend eine Eigenschaft dieses Schulsystems hier ist. Dazu hört man irgendwie zuviel über Schulschwänzerei.
Eine Eigenschaft, die ich aber aus persönlicher Anschauung kenne, sind aber die Gymnasiumskurse. Dass man hier mit 8.-Klasse-Mathe ein Abi machen kann, verschleiert ziemlich, wie umfänglich und vor allem allgemeinbildend das deutsche Abitur ist. In der Hinsicht ist mir das deutsche System doch lieber.
Bekannter Weise reiht sich in Deutschland ein Studium ans andere weil man die Zeit überbrücken will bis man eine Job im studierten Beruf bekommt. Wir man da wirklich besser…
Das halte ich für ein Gerücht. Das Zweitstudium ist nicht Bafög-gefördert und häufig mit erheblichen Gebühren belegt. Im neuen System sind viele schon froh, wenn sie überhaupt ins Masterstudium vorgelassen werden. Wenn es Problem gab (bzw. gibt), dann überlange Studienzeiten. Aber dass jemand nach dem Studium noch in der Uni herumlungert und zum Schein etwas studiert ist die Ausnahme. Die Leute verdingen sich eher in Praktika.
Ich durfte Quereinsteigerlehrer in meiner Schullaufbahn erleben, und es waren zu guten Teilen nicht die besten Erfahrungen. Bei den jüngeren Klassen ist die Pädagogik außerordentlich wichtig, und bei höheren Klassen ist es nicht nur das. Da fehlt jemandem, der nicht studiert hat, häufig schlicht die Kompetenz, den Unterricht zu machen.
Ich habe Lehrer mit Lebenserfahrung meist höher geschätzt als welche, die außer Uni und Schule nie etwas anderes gesehen haben. Doch genausowenig wie ein Lehrerstudium für etwas anderes als Lehrer taugen muss taugt Lebenserfahrung automatisch als Grundstock für einen guten Unterricht.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 18:29
von Framsidan
Ich hatte zwar nie eigene Kinder in der schwedischen schule, jedoch mein Samo und jetzt die enkelkinder.
Und die Schule in schweden ist schlechter geworden. auch sind die Klassen zu gross. Genauso wie die Gruppen der Kinder in den Kindergärten zu gross sind.
auch ist alles viel zu schlapp geworden in der Schule. Oft machen ja die Kinder/jugendlichen grad was sie wollen. Und die Lehrer können kaum noch was dagegen machen.
Mamma dein bild von der schwedischen schule entspricht nicht der Wirklichkeit. Dass es Schulspeisung gibt hier, ist im Vergleich zu Deutschland wo es das nicht gibt, ist natürlich gut.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 18:35
von torsten1
Na ja, es wird sicher Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen geben. Die einen, möglicherweise die Mehrzahl, sind eben schlechter geworden, weil sich irgendwelche politiche, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Bedingungen verschoben haben. Und so wird es trotzdem einige Schulen geben, wahrscheinlich u.a. regional bedingt, die eine guten Standard halten konnten. Ja, und vieles hängt ja auch von den Schulleitungen und der örtlichen und regionalen Schulaufsicht ab.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 24. März 2010 21:05
von Framsidan
Ist ja klar torsten dass es Unterschiede gibt aber ich gehe mal vom Durchschnitt aus. Man kann ja nie das beste oder das schlechteste vergleichen.
Aber das Schulwesen ist in den letzten 10 oder 15 Jahren schlechter geworden.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 12:29
von vorstopper
hansbaer hat geschrieben:
Eine Eigenschaft, die ich aber aus persönlicher Anschauung kenne, sind aber die Gymnasiumskurse. Dass man hier mit 8.-Klasse-Mathe ein Abi machen kann, verschleiert ziemlich, wie umfänglich und vor allem allgemeinbildend das deutsche Abitur ist. In der Hinsicht ist mir das deutsche System doch lieber.
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Hallo hansbaer
Ich habe in D 13 Jahre Mathe gehabt,, Leistungskurs! wenn ich aber jetzt in Mathe mein Junior helfen soll, der in der 6.Klasse ist,,
wird es sehr ,,blamabel,
Ich finde es sehr unglücklich das in D die Kinder nach der 4. Klasse selektiert werden, Gym.-Real-Haupt.-Schule.
das ist definitiv viel zu früh,, da finde ich das schwedische Model besser das es erst nach der 8. (9?) Klasse selektiert wird,, wenn ich gucke wie viel Druck auf die Kinder ausgeübt wird, meine Jüte die sind erst 9 oder 10 Jahre alt,,
In der Tat sieht es so aus das die Eltern den Kinder in der 2.oder 3.Klasse schon Privat-Unterricht erteilen lassen damit sie aufs Gymnasium gehen können,, Das ist für das Kind doch auch nicht das Wahre ?
Ich glaube da bleibt zu viel Kindheit auf der Strecke,,
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 12:43
von hansbaer
vorstopper hat geschrieben:
Ich habe in D 13 Jahre Mathe gehabt,, Leistungskurs! wenn ich aber jetzt in Mathe mein Junior helfen soll, der in der 6.Klasse ist,,
wird es sehr ,,blamabel,
Das wird nicht wenigen so gehen. Trotzdem halte ich eine umfassende Bildung für wichtig. Wie will man die Welt verstehen, wenn man nur die Dinge gelernt hat, die für die jeweils eigene Nische wichtig sind? Da züchten wir ja noch mehr Fachidioten heran als sowieso schon.
Ich finde es sehr unglücklich das in D die Kinder nach der 4. Klasse selektiert werden, Gym.-Real-Haupt.-Schule.
das ist definitiv viel zu früh,, da finde ich das schwedische Model besser das es erst nach der 8. (9?) Klasse selektiert wird,, wenn ich gucke wie viel Druck auf die Kinder ausgeübt wird, meine Jüte die sind erst 9 oder 10 Jahre alt,,
Sehe ich genauso - und finde traurig, dass eine Verbesserung wie z.B. in Hamburg am Widerstand der Eltern zu scheitern droht.
Im Alter der 4. Klasse lässt sich das Potential vieler Kinder noch gar nicht in vollem Umfang erkennen. Dass die Eltern alle ihre Kinder ins Gymnasium schieben wollen, kann wohl auch nicht das Wahre sein.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 13:48
von Dudi
Hallo Hansbaer,
meine Kinder gingen in Deutschland zur Schule und gehen jetzt in Schweden.
Ich habe eher den Eindruck, man züchtet in dem deutschen System Fachidioten heran. Hier wird neben der ganzen Theorie auch viel Wert auf praktische Dinge gelegt (was in Deutschland fast ganz untergeht). Ausserdem wird Wert darauf gelegt, dass die Kinder verstehen, was sie lernen. Es werden Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fächern hergestellt, mit allen Sinnen gelernt und oft wiederholt. Durch intensivere Betreuung des einzelnen Schülers wird jeder individuell gefördert.
In Deutschland wird vieles hauptsächlich gepaukt und ist nach einer Prüfung nicht mehr wichtig. Das heisst, durch intensives Auswendiglernen kann man zwar durchaus eine gute Note bekommen, aber trotzdem nicht viel verstehen.
Ausserdem zählen hauptsächlich die Fächer Deutsch, Englisch und Mathe, was ich sehr einseitig finde.
Ich halte Vergleiche der Länder durch Studien nicht für besonders aussagekräftig. Es kann durchaus sein, dass die Qualität des Unterrichts in Schweden nachgelassen hat und auch ich finde einiges nicht gut, wie es hier gehandhabt wird.
Ein Mittelweg zwischen Deutschland und Schweden wäre vielleicht die Lösung.
Aber insgesamt muss ich sagen, bin auch ich froh, meine Kinder aus dem deutschen Schulsystem genommen zu haben. Auch meine Kinder gehen hier plötzlich gerne zur Schule, was in Deutschland nicht der Fall war und das ganze Familienleben ist entspannter. Es dreht sich plötzlich nicht mehr alles nur um Schule.
Wahrscheinlich beurteilt man vieles auch anders, wenn man selbst Kinder hat und den Schulalltag erlebt.
Lg Alexandra
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 14:19
von hansbaer
Mal kurz zur Definition zur Begriff Fachidiot:
Als Fachidiot (vor allem in Österreich auch Fachtrottel) wird ein Experte (Fachmann oder Fachfrau) bezeichnet, der eine Problematik nur aus der Perspektive seines Fachgebietes kennt. Weitere mögliche Betrachtungsweisen lehnt er infolge selektiver Wahrnehmung, aus Unkenntnis oder Ignoranz ab (siehe Semmelweis-Reflex).
Mit praktischen Fähigkeiten hat Fachidiotentum also erstmal gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um einen Menschen, der nur sein Fachgebiet kennt und sonst gar nichts.
Die Gefahr des Fachidiotentums im schwedischen System besteht darin, dass man sich seine Kurse so herausselektieren kann, dass man "unangenehme" Gebiete nur flüchtig streift. Wenn man sich aus Orchideenfächern einen Abschluss zusammenbaut, dann kommt da am Schluss weder Allgemeinbildung noch ein mündiger Bürger dabei heraus.
Wer sich mal einen Einblick in das Niveau verschaffen will:
http://www.prim.su.se/matematik/kurs_a/ ... 20vt05.pdf
Das ist das absolute Minimum in Mathe, das man in einigen Programmen haben muss. Derlei zentrale Prüfungen gibt es zudem nur in Mathe, Schwedisch und Englisch. Da stellt sich schon die Qualitätsfrage.
Dudi hat geschrieben:Ich halte Vergleiche der Länder durch Studien nicht für besonders aussagekräftig.
Naja, PISA fragt ja nicht blind Wissen ab. Es wurden bei den Studien Fähigkeiten in Kernbereichen getestet, unabhängig vom jeweiligen Lehrplan.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 15:47
von mamma
Hansbaer Fabian, vielleicht scheint dir das Niveau auch nur so gering da du dich seit Jahren mit diesen Themen Bereich beschäftigst! ....pass auf das du kein Fachidiot wirst!
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 17:44
von hansbaer
mamma hat geschrieben:Hansbaer Fabian, vielleicht scheint dir das Niveau auch nur so gering da du dich seit Jahren mit diesen Themen Bereich beschäftigst! ....pass auf das du kein Fachidiot wirst!
Aha - wenn man keine Argumente mehr hat, wird man beleidigend. Interessant.
Das, was da präsentiert wird, ist Mathematik aus Klasse 8 und 9. Das ist Fakt. Dazu braucht man nur einen Blick in Lehrpläne zu werfen.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 21:07
von hansbaer
Stehen wir vielleicht nochmal mit dem richtigen Fuß auf.
Wie bereits erwähnt ist das Stoff der 8. und 9. Klasse. Wer das in D kann, schafft es bestenfalls zum Hauptschulabschluss.
Mathe eignet sich schlicht als gutes Beispiel, weil es da die Nationella Prov gibt. Aber auch sonst sind die "harten" Fächer recht knapp gehalten im Programm. Naturkunskap scheint nur aus Multiple-Choice-Tests zu bestehen. Dann kommt noch Samhällskunskap (anscheinend muss man da Aufsätze schreiben), Estetisk Verksamhet (anzunehmenderweise Kunst), Sport, Schwedisch und Religion. Der Rest ist rein programmbezogen. Alles schön und gut, aber es fällt schwer, das gleichwertig mit dem Programm zu sehen, durch das deutsche Schüler auf dem Weg zur Mittleren Reife oder dem Abitur müssen. Ich hätte damals beim Abi auch gerne etwas mehr wählen dürfen. Aber ich habe so meine Zweifel, ob es im Sinne des Schülers ist, dass er praktisch nur das machen muss, was er auch gerne möchte. Es ist wohl kein Zufall, dass die Regierung jetzt einen Bonus an Studienbewerber verteilt, die "harte" Fächer gemacht haben.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 25. März 2010 22:11
von torsten1
hansbär, du erkennst nicht, dass mamma den Satz, der dich so aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben scheint, mit einem Augenzwinkern gesagt hat? Da hätte ich dich anders eingeschätzt. Du bist nicht zufällig Wiener? Wahrscheinlich nicht, denn die Weaner sind ja berüchtigt für ihren brutalen Sarkasmus, Da hättest du bestimmt einen Sinn für etwas harten Humor gehabt. Und übrigens, ich halte dich nicht für einen Fachidioten. Vielleicht tröstet dich das etwas.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 26. März 2010 20:29
von mamma
Torsten1, wollte dir ein Thank post schicken aber es funktioniert nicht. Nicht für die kleine Rückendeckung beim Baer, mehr für die nette musikalischen Exkurse. Also schreib dir noch ein gedachtes danke unten rein. Ich habe schon angefragt warum es nicht geht, vielleicht geht es ja nur heute nicht dann mach ich es morgen.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 26. März 2010 20:55
von hansbaer
mamma hat geschrieben:Torsten1, wollte dir ein Thank post schicken aber es funktioniert nicht. Nicht für die kleine Rückendeckung beim Baer, mehr für die nette musikalischen Exkurse. Also schreib dir noch ein gedachtes danke unten rein. Ich habe schon angefragt warum es nicht geht, vielleicht geht es ja nur heute nicht dann mach ich es morgen.
Das ist leider ein allgemeines Problem. Karsten arbeitet schon daran.
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 26. März 2010 22:41
von vorstopper
@hansbaer
auch von mir recht herzlichen Dank für deine Erläuterungen ,,
Du zeigst auch sehr konkret die Schwächen des Systems,,die in der Tat Wissenswert sind,,
Danke auch an Alexandra ,,

Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 26. März 2010 23:18
von schweden01
Jetzt muss ich doch noch mal meinen Senf dazu geben.
Falls Ihr es noch nicht wisst, selbst in Schweden gibt es viele Schulversager. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Ich habe eine Bekannte, die mit solchen später Erwachsenen im Sozialbereich arbeitet. Dadurch habe ich erfahren, das die Problematik in Schweden nicht geringer ist als in Deutschland. Die Jugendlichen schaffen das Gymnasium nicht und hängen dann rum. Unterqualifiziert liegen sie dem Sozialsystem auf der Tasche, nicht anders als in D. Das Ganze wird nicht an die große Glocke gehängt.
Es gibt auch in S Förderprogramme für diese jungen Leute. Entweder sie schaffen es später oder nicht.
Es stimmt, das der Unterricht viel Praxisnaher gestaltet ist, aber durch die vielen Freiheiten die die Schüler haben, gibt es auch Probleme.
Sucht nicht immer nur das negative im Deutschen Schulsystem. Oftmals liegt es auch an der eigenen Erziehung, wenn die Kinder in der Schule Probleme haben. Wenn Eltern immer alles gutheißen was die eigenen Sprößlinge verzapfen und alles verteufeln was die Lehrer tun, dann bringt das auch nichts.
Jedes System hat Stärken und Schwächen.
Viele Grüße schweden01
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 27. März 2010 10:06
von kallerö
Hej,
Meine zwei Kinder sind zweisprachig aufgewachsen. Bis zur 6ten bzw. 7ten waren sie in D. Dann sind wir wieder nach S zurueck. Meine Tochter (gute Schuelerin, wissbegierig) war plötzlich gelangweilt, mein Sohn (mittelmässig, eher faul, mehr Interesse fuer Sport) wurde plötzlich vom Durchschnittsschueler zum Klassenbesten.
Beide waren sich schon damals einig, das Niveau entsprach dem deutschen mindestens zwei Klassen niedriger. ( meine Tochter:"Kindergartenschule").
Ergebnis: meine Tochter ist zurueck nach D weil " Schule dazu da ist was zu lernen und nicht seine Zeit zu verplempern" hat bei den Grosseltern gewohnt und dort ihr Abi gemacht.
Mein Sohn hat sein Abi in S gemacht.
Die offiziellen Abschlussergebnisse waren etwa gleich gut.
Meine persönliche Meinung ist, dass das durch die Schule vermittelte Wissen meiner Tochter um vieles besser ist als das meines Sohnes.
Und wenn es noch so konservativ klingt:geht man zur Schule um was fuers weitere Leben zu lernen oder um seinen Spass zu haben?
Eltern die letzteres fuer ihre Kinder bevorzugen sind hier in S gut aufgehoben.
Ich selber bin uebrigens auch in beiden Ländern zur Schule gegangen, alerdings in der anderen Reihenfolge, und es war anfangs ganz schön schwer in D die Kurve zu kriegen. Aber das liegt ja schon ewig zurueck.
Naja, meine private Meinung ist vielleicht fuer die Anhaenger des liberalen Lernens nicht so relevant aber ein wenig Bildung sollte nach etlichen Jahren Schule schon vorhanden sein.
Uebrigens ist meine Tochter durch die Schule in D keine Fachidiotin geworden, aber sie hat dort zu ihren zwei Muttersprachen drei Fremdsprachen fliessend gelernt und das war schon eine prima Ausgangsposition.(auch wenn es so wirkt, sie war nie eine Streberin)
Hejdå
Re: wie ist das in Schweden ?? Hausaufgaben,,
Verfasst: 27. März 2010 10:10
von Dudi
schweden01 hat geschrieben:selbst in Schweden gibt es viele Schulversager
Niemand hat das Gegenteil behauptet. Laut Aussage der hiesigen Lehrer steigt die Zahl der Schulversager sogar.
schweden01 hat geschrieben:durch die vielen Freiheiten die die Schüler haben, gibt es auch Probleme.
Auch hier stimme ich Dir zu. Unter anderem denke ich deshalb, dass ein Mittelweg zwischen dem deutschen und dem schwedischen Schulsystem ein guter Weg wäre.
schweden01 hat geschrieben:Oftmals liegt es auch an der eigenen Erziehung, wenn die Kinder in der Schule Probleme haben. Wenn Eltern immer alles gutheißen was die eigenen Sprößlinge verzapfen und alles verteufeln was die Lehrer tun, dann bringt das auch nichts.
Um Vorurteilen vorzubeugen: meine Kinder hatten in der deutschen Schule keine Probleme.
Aber: mein Eindruck ist, dass nach dem "schlechten Abschneiden" der deutschen Schüler in der Pisastudie von deutschen Politikern und Verantwortlichen panisch versucht wurde, die vermeintlich schlechte Qualität der deutschen Bildung zu verbessern. Dabei ist der Druck auf Schüler und Lehrer sehr gestiegen. Man sucht, meiner Meinung nach, undifferenziert bei Ländern, deren Schüler besser abschneiden, was man aus deren Bildungssystem übernehmen kann, ohne dabei zu bedenken, dass dort ganz andere Rahmenbedingungen herrschen.
Eine Folge ist, dass Schule in Deutschland bei allen (Lehrern, Schülern und Eltern) immer unbeliebter wird. Das kann ich hier in Schweden nicht beobachten, auch wenn es hier ebenso wie in anderen Ländern Schulschwänzer gibt.
Auch Schweden überdenkt die Schulreformen und ist ständig auf der Suche nach Verbesserungen.