FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

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kanot
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FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von kanot »

Teil 1, Einleitung

Hallo Freunde uriger Natur und schöner Wasserlandschaften,

da bin ich wieder. Leider ist mein Sommerurlaub – wie wohl bei vielen von euch auch - dieses Jahr völlig „ins Wasser gefallen“. Da half auch nicht das Ausweichen in andere Landesteile und somit bekam ich leider auch keinen interessanten „Stoff“ für einen neuen Reisebericht zusammen.

Wie ich aber bereits angekündigt hatte, möchte ich euch statt dessen einen meiner älteren Berichte anbieten. Dieser Bericht wurde ebenfalls vor ein paar Jahren in der Zeitschrift „KANU-SPORT“ veröffentlicht. Er ist eigentlich immer noch aktuell, denn ihr werdet die von mir beschriebene Gegend noch (fast) so vorfinden, wie wir sie zur Zeit der Tour erlebt haben. Auch die Adressen im Info-Teil habe ich noch mal überprüft - alles findet sich noch am alten Platz. Es könnte eventuell sein, dass sich die eine oder andere Telefonnummer oder E-Mail-Adresse verändert hat. Das lässt sich aber wahrscheinlich gut über z.B. Google recherchieren

Nach mehreren missglückten Versuchen, den Text zusammenhängend mit allen Bildern hier zu installieren, erfuhr ich von Karsten, dass pro Bericht nur max. drei Bilder erlaubt sind, da sonst der Server überfordert sein könnte. Ich werde mich natürlich an die Spielregeln halten. Deshalb lege ich euch hiermit einen dreigeteilten Bericht vor, also drei einzelne Teile eines ganzen Reiseberichtes. Ihr findet alle drei Teile in dieser Rubrik, wobei ich Teil 2 als Antwort an Teil 1 angehängt habe und Teil 3 als Antwort an Teil 2. Alles klar?

Leider konnte ich auch nicht mehr die Bilder über den Text verteilen, wie ich es von meinen anderen hier veröffentlichten Berichten gewöhnt war. Ist da was verändert worden? Egal, sie erscheinen jetzt zusammen jeweils am Ende jeden Teils, als Anhang.

Leider habe ich nicht mehr alle Originalbilder gefunden. So habe ich mir die Freiheit genommen, auch andere Bilder, die ich ebenfalls genau dort aufgenommen habe, zu verwenden. Sie sind allerdings zu einer anderen Jahreszeit entstanden; ihr werdet das merken. Aber ist das schlimm? Ich denke nicht.

Ach ja, noch was. Die Karten habe ich selbst gezeichnet. Sie sollen dem Zurechtfinden des Lesers beim Vergleich mit richtigen Karten dienen und sind nicht wirklich maßstabsgetreu. Daher habe ich auch auf eine Maßstabsangabe verzichtet.

Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich für diese Tour mal mit Schwedens ebenfalls schönem Nachbarland Norwegen „fremd gegangen“ bin. Warum das so kam? Das lest ihr am besten selbst. Viel Spaß dabei!

Peter, bzw. kanot – ganz wie ihr wollt

Ende des ersten Teiles, der Einleitung
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guesch47
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN, Teil 1 - Einleitung

Beitrag von guesch47 »

Hallo kanot,
lange von Dir nichts gehört.Reisebericht ist in Ordnung von Dir.Bilder doch auch.
der guesch7 :fahne:
Warten natürlich auf den 2.Teil
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kanot
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN, Teil 2 - Hauptbericht

Beitrag von kanot »

Feragen auf Umwegen

Kreuz und quer durch Lappland sind wir damals gefahren, auf der Suche nach einem geeigneten Gewässer für eine ein- bis zweiwöchige Kanutour. Unsere Blockhütte im schwedischen Härjedalen verließen wir bei strahlendem Sonnenschein mit Boot und Campingausrüstung kurz vor Mittsommer, um diesen in Lapplands Vildmark zu verbringen. Um es kurz zu machen: Das Wetter wurde richtig mies; kalt und windig wurde es und es schüttete wie aus Eimern. Die Seensysteme, die wir beim studieren der Bücher und Karten in die engere Wahl gezogen hatten, präsentierten sich bei unserer Ankunft von ihrer schlechtesten Seite. Nachdem wir irgendwo in der Nähe von Arjeplog in einer Windschutzhütte mit undichtem Dach als Mittsommerabendmahlzeit Erbsensuppe mit Regenwasser zu uns genommen hatten, beschlossen wir verärgert, direkt am nächsten Morgen zurück zu fahren. Härjedalen empfing uns am Abend des nächsten Tages wie gehabt mit Sonnenschein und fast wolkenlosem Himmel. Keine Pfütze konnten wir auf den Straßen entdecken; scheinbar hatte es hier die ganze Zeit über nicht geregnet.

Am nächsten Morgen war das Wetter immer noch bestens und die Tourenausrüstung war ja auch noch im Auto. Natürlich wollten wir wieder aufbrechen, aber wohin? Härjedalens Wasserseite hatten wir schon weitestgehend abgepaddelt und auf Wiederholungen hatten wir keine Lust. Sicher gab es da noch das eine oder andere Gewässer im angrenzenden Jämtland, aber ehrlich gesagt, hatten wir auch erstmal die Nase voll von der Kilometerfresserei. Dann fiel uns eine nahegelegene Paddelmöglichkeit ein. Jedes mal, wenn wir zum einkaufen nach Röros in Norwegen fuhren, kamen wir an der Abzweigung zum Feragen - See vorbei. In den 80 er Jahren hatte ich mal einen Bericht über ihn gelesen und immer wieder war mir dieser alte Artikel im Kopf herum gegangen, wenn ich dieses Schild sah. Rund achtzig Kilometer sind das von unserer Hütte und für hiesige Verhältnisse ist das keine große Distanz. Kartenmaterial darüber fand ich auch in meiner Kartenkiste. Ein paar Jahre zuvor hatte mir mal den ganzen Satz topographischer Karten über die an Härjedalen angrenzenden Gebiete Norwegens zugelegt. Mit seiner eher geringen Größe von 11 Kilometern Länge und maximaler Breite von 2,5 Kilometern eignet er sich zwar weniger für wochenlange Touren, aber dazu hatten wir mittlerweile sowieso keine Lust mehr. Wir wollten einfach nur noch ein paar Tage gemütlich mit dem Boot rausfahren, einen schönen Lagerplatz finden und das gute Wetter genießen.

Ungefähr eine Stunde später waren wir da. Nachdem wir das kleine Dorf gleichen Namens durchquert hatten, fuhren wir geradeaus über eine kleine Brücke und nach vielleicht fünf- bis sechshundert Metern Fahrt über einen Schotterweg standen wir am Nordufer des 654 Meter hoch gelegenen Feragen- Sees. Da lag er nun vor uns, still und spiegelglatt. Im Osten dominiert das Vigelen-Gebirge mit von der Erosion abgerundeten und massiven bis zu knapp 1500 Meter hohen Erhebungen; im Westen wird der See von sanfteren Bergen gesäumt. Früher hat man hier nach Kupfererz gegraben und auch einige deutsche Bergleute sollen dabei mitgeholfen haben. So findet man auch auf den Friedhöfen dieser Gegend immer wieder mal deutsche Namen auf den Grabsteinen.

Flach ist es hier am Ufer und der weitläufige, weiße Sandstrand scheint irgendwie nicht richtig zu der ansonsten eher rauen Gebirgskulisse zu passen. Rechterhand stehen einige Bootshäuser und dahinter führt der Weg hinein in die Berge. Aber wir waren ja nicht zum Wandern hergekommen. Nun stand eine Entscheidung an. An welchem Ufer entlang paddeln wir? Parallel zum Ostufer führt ein Weg zu einem abgelegen Gehöft am Wasser und von dort weiter hinein ins Gelände zu einer Alm. Besser, man bewegt sich auf der sicheren Seite, dachten wir und legten ab. So konnten wir bei hohem Wellengang wenigstens relativ bequem zurück gehen. Wir hatten es schon öfter erlebt, dass sich die lieblichsten Bergseen bei Wetterumschlag in mit offenen Kanadiern kaum noch befahrbare Ungeheuer mit meterhohen Wellen verwandelt hatten. Tückisch sind insbesondere die hier oft vorkommenden großen Steine dicht unter der Wasseroberfläche. Man wird gegen sie gedrückt oder auf sie gehoben bevor man sie sieht und schon ist die Kenterung perfekt. Man kann sich ja ausmalen, wie lange es dauert, in dem auch im Hochsommer durchschnittlich nur um die vier Grad Celsius kalten Wasser dieser Bergseen zu überleben.

Gemütlich paddelten wir in Richtung Süden, fuhren alle Buchten ab und suchten nach dem optimalen Lagerplatz. Warm war es an diesem Tag, obwohl auf den höheren Bergen immer noch Schneeflächen zu erkennen waren. Immer wieder sahen wir kleine Wasserfälle; glitzernde, schmale, weiße Bänder an den Felswänden des Vigelen. Zwischen den weitgehend steinigen Uferabschnitten des Feragen stießen wir mehrmals auf seichte, sandige Buchten mit teilweise guten Möglichkeiten, ein oder mehrere Zelte aufzuschlagen. Für unseren Geschmack lagen diese allerdings noch etwas zu nah am Dorf und es war noch Vormittag, also fuhren wir weiter. Nach insgesamt sechseinhalb Kilometern Fahrt hatten wir ihn dann gefunden, unseren ersten Übernachtungsplatz. Wir kamen in eine hakenförmige Buch mit sehr seichtem Wasser und einem schönen Sandstrand, ca. einen Kilometer vor dem Einödhof Öya. Hier stimmte fast alles. Das flache Wasser hatte sich in Ufernähe durch die Sonne angenehm aufgewärmt, sozusagen fertig zum Baden. Hinter dem Strand bietet der ebene Waldboden genügend Auswahlmöglichkeiten zum Zeltaufbau. Nicht weit davon kommt ein sauberer Bach vom Berg herunter, um den Camper mit Trinkwasser zu versorgen. Am Panorama war ebenfalls nicht zu meckern; auf dem glatten See spiegelten sich die fernen Berge des angrenzenden Femundsmarka Nationalparks. Sogar die Stimme der Wildnis, der unheimliche Ruf des Prachttauchers war zu hören und rundete die Idylle ab. Nur durch einen benachbarten, großen Ameisenhügel waren wir anfangs leicht irritiert, doch stellten sich seine Bewohner als friedlich heraus und schienen nicht an unserem Proviant interessiert zu sein. Also respektierten wir ihre Straßen und bauten unser Zelt etwas außerhalb ihrer Versorgungswege auf. Der Weg, den man von hier aus durch den lichten Kiefernwald in ungefähr hundert Metern Entfernung erkennen kann und den wir zunächst als eventuellen Störfaktor eingestuft hatten, erwies sich als kaum befahren und minderte nicht die Wildnisstimmung. In den ungefähr vierundzwanzig Stunden, die wir uns dort aufhielten, sahen wir nur einmal einen Traktor Richtung Dorf fahren und ein paar Stunden später wieder zurück kommen. Dieser Privatweg wird normalerweise nur von Anliegern befahren und ist, wie wir später feststellten, beim Dorf mit einem abgeschlossen Tor versehen und nur Fußgänger können dieses durch ein kleines, offenes Gatter an der Seite passieren.

So schön dieser Platz auch war, am nächsten Morgen „juckte mir wieder das Paddel“ und ich überredete meine Freundin zur Erkundung des Südendes des Sees. Nachdem wir den Bauernhof passiert hatten und etwa zwei weitere Kilometer gepaddelt waren, verengte sich der Feragen auf vielleicht achthundert Meter Breite. Mittlerweile hatte sich der Himmel zugezogen und es begann zu regnen. Die Steine am Ufer wurden zu großen Felsbrocken. Auch an Land waren sie überall zu sehen - Überbleibsel aus der Eiszeit, welche das Anlanden erschweren und die Suche nach einem Zeltplatz zu einer aufwendigen Angelegenheit werden lassen.

Im Südzipfel des Feragen angelangt, hörten wir Gehämmere und andere Baugeräusche von dem im weglosen Land liegenden Gehöft Svartvika. Man hatte es unter Denkmalschutz gestellt, so hatten wir vor unserer Reise gelesen und nun hatte man wohl mit der Restaurierung begonnen. Bei diesen Arbeiten wollten wir nicht stören, also paddelten wir am selben Ufer wieder etwa einen Kilometer zurück, um an einer geeigneten Stelle Kaffee zu kochen. Inzwischen regnete es nicht mehr, aber ein leichter Wind war aufgekommen.

So saßen wir da im nassen Moos, schlürften heißen Kaffee und beobachteten die sich mit zunehmendem Wind aufbauenden Wellen. Drei Stunden später hatte sich der Wellengang noch nicht verändert und mittlerweile knurrten unsere Mägen. Da beschlossen wir das Zelt aufzustellen, und zwar an einer ca. zweihundert Meter westlich davon gelegenen Stelle, welche ich während unserer Warterei entdeckt hatte. Diese liegt ein gutes Stück vom Ufer entfernt und ist nicht besonders schön, aber halbwegs eben. Bei einigermaßen befahrbarem Wasser wollten wir sowieso zeitig am nächsten Morgen aufbrechen, um dann bei gutem Wetter eine weitere Übernachtung am ersten Lagerplatz zuzubringen. Wieder begann es zu regnen und schon früh zogen wir uns ins Zelt zurück .Der nächste Morgen empfing uns zwar trocken ,aber wieder mit Wind. Man kann es ja mal versuchen, dachten wir und brachen unser Lager ab. Wellig war es zwar, aber Schaumkronen waren noch nicht in Sicht. Vielleicht fünfhundert Meter weit kamen wir, dann mussten wir wieder den Schutz einer Minibucht aufsuchen um dort über dicke Steinblöcke mit Boot und Gepäck an Land zu klettern. Es war wie verhext. Mochte uns der See nicht? Wir warteten bis zum Abend und waren dann gezwungen, unser Lager mitten in einem Sumpf zu errichten.

Der nächste Tag brachte uns weiter. Sonnenschein und ein nur milder Wind trieben uns zeitig aufs Wasser. Wir hielten auch nicht mehr am alten Lagerplatz an und paddelten ohne Pause bis Storvika, der letzten, großen Bucht vorm Nordende, als der Wind mit einem Mal in einen mittelprächtigen Sturm umschlug und uns der Feragen noch einmal richtig seine nassen "Zähne" zeigte. Drei Kilometer Wasserlinie waren es nur noch – schlappe drei Kilometer trennten uns von unserem Auto und wir saßen hier fest! Bei Storvika führt der Weg direkt am Ufer entlang. Nachdem wir eine Stunde lang Löcher in die Luft geguckt und Wellen gezählt hatten, begannen wir fluchend die Ausrüstung tragbar zu verpacken und das Boot zwischen Weidenbüschen zu verstecken. Bis zum Wagen waren es gut fünf Kilometer zu gehen, doch mussten wir diese Strecke bepackt wie Maulesel zurücklegen. Wir waren bei der Planung von keiner Portage ausgegangen und hatten deshalb bei der Auswahl der Ausrüstung nicht auf jedes Gramm oder auf Sperrigkeit einzelner Gegenstände geachtet. Die „Quittung“ dafür bekamen wir nun.

Am nächsten Tag holten wir das Kanu. Der Feragen tobte immer noch und wahrscheinlich ist dies sein Charakter. Hin und wieder fahren wir ihn besuchen, wenn wir in der Nähe sind und meistens ist er dann in Bewegung. Ein Brausekopf ist er, der seine Zeit damit verbringt, mit seinen Wellen aus den Steinen feinen, weißen Sand zu mahlen und nur manchmal schläft er. Dann kann man es wagen, sich auf ihm zu bewegen, aber nur mit Zeit und ausreichenden Mengen an Verpflegung, denn er schläft nie sehr tief.
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kanot
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN, Teil 3 - Infos

Beitrag von kanot »

Informationen über das Gebiet und Tipps zur Planung

Der See Feragen liegt im östlichen Teil Mittel-Norwegens, in der Region Sör Tröndelag, nicht weit entfernt von der schwedischen Grenze. Ansprechende Touristenorte und ein einsames, weitgehend wildes und naturgeschütztes Hinterland mit weiter Ausdehnung und großen Seen machen diese Gegend zum idealen Urlaubsgebiet für Freunde nordischer Naturlandschaften. Die bekannteren Touristenorte hier sind das norwegische Röros und Funäsdalen, welches im angrenzenden schwedischen Härjedalen liegt.

Die unter dem Schutz der UNESCO stehende alte Bergbaustadt Röros hat durch den historischen Stadtkern aus Blockhäusern ihren eigenen, speziellen Charme und ist sehenswert. Hier gibt es ein Bergwerksmuseum, Ausstellungen und geschmackvolle, teilweise handgearbeitete Souvenirs.

Südlich an den Feragen grenzt der Femundsmarka Nationalpark mit dem knapp 70 km langen und ca.200 km² großen Femundsee. Über eine Portage im Süden des Feragen gelangt man an den See Langtjörna, über den man die Nordbucht des Femund erreicht und dadurch seine Bootstour durch menschenleere Gegenden wochenlang fortsetzen kann. Im Osten liegt das schwedische Naturschutzgebiet Rogen mit dem großen Rogen-See, in welches man durch die mit beschwerlichen Portagen verbundene Fahrt über die in den Femund mündende Röa gelangt.

Je nach Wasserstand soll es auch möglich sein, über den Ablauf des Feragen bis kurz vor Röros zu paddeln ( Aussage eines einheimischen Kanuten).

Eine Besonderheit dieser Bergseen sind die plötzlich aufkommenden Fallwinde. Innerhalb von wenigen Minuten bauen sich gefährlich hohe Wellen mit Schaumkronen auf und die teilweise schroffen Uferfelsen machen das Anlanden dann recht schwierig.

Solide Ausrüstung, warme Bekleidung und frosttaugliche Schlafsäcke sind unbedingt notwendig, wenn man hier im Gebirge unterwegs ist. Das Fjällklima kann auch im Sommer sehr rau werden. Hagel und Sturm bei Temperaturen von knapp über Null Grad im Juni haben wir selbst schon während einer Rogen-Tour erlebt. Bootskarren kann man oftmals nicht einsetzen, da es hier an geeigneten Wegen dazu mangelt .Gut beraten ist man, wenn man für die Tour etwas mehr Zeit und Proviant mitbringt, falls man länger als geplant an einem Ort schlechtes Wetter abwarten muß. Effektive Mückenmittel gehören während der Sommerzeit zum Sortiment der meisten norwegischen und schwedischen Supermärkte.

Kanuvermietung:

Mietkanus mit Transportservice zwischen Femundsmarka und Rogen-Gebiet, sowie Vermietung von Ausrüstungen bietet das Sportgeschäft Topsport in Funäsdalen an.

Unterkunft:

Einfache Hütten und komfortable Ferienhäuser gibt es hier überall zu mieten. Die Hinweisschilder an den Straßen sind nicht zu übersehen. Über die Touristenbüros von Röros und Funäsdalen kann man sich aber auch Broschüren über Häuser der Umgebung schicken lassen und bequem von zuhause aus buchen.

Anreise:

Es gibt viele Möglichkeiten hierher zu kommen. Am bequemsten für Autofahrer ist es, die Fährverbindung Kiel-Oslo der Color Line zu benutzen. Von Oslo sind es dann z.B. nur noch sechs bis sieben Stunden Fahrt bis Röros.

Beste Reisezeit: Anfang Juni bis Mitte September

Nützliche Adressen:

Touristenbüro Röros:
Röros Turistkontor
Postboks 123
7460 Röros
Tel.: 0047 / 724-11165
Fax: 0047 / 724-10208

Touristenbüro Funäsdalen:
Destination Funäsdalen
Rörosvägen 30
SE 84094 Funäsdalen
Tel.: 0046 / 684-15580
E-mail: info@funasdalen.com
http://www.funasdalen.com" onclick="window.open(this.href);return false;

Sportgeschäft Topsport
Topsport
Rörosvägen 16
SE 840 94 Funäsdalen
Tel.: 0046 / 684-214 35


Beispiele für Fährlinien:

Color Line ( Kiel-Oslo )
Oslokai, 24103 Kiel

Stena Line ( Kiel-Göteborg, Fredrikshavn-Göteborg, Fredrikshavn-Oslo )
Schwedenkai 1-3
24103 Kiel

TT-Line ( Travemünde-Trelleborg, Rostock-Trelleborg )
Mattentwiete 8
20457 Hamburg


Kartenmaterial und Buchtips:

Als Übersichtskarte:
Statens Kartverk – Turkart Nordre Femund, Maßstab 1:100 000

Für die Details:
Statens Kartverk - Norge, Serie M 711, 1:50 000,: Blad 1720 II Brekken
Blad 1719 I Röa

Für diejenigen, die ihre Tour in Rogen und Femundsmarka ausweiten möchten, empfehle ich folgende Literatur:

Femundsee und Röa
Autor: Norbert Wehrmann
Erschienen in der Reihe: Kanuwandern in Europa
Syro Verlag

Kanutouren im Kanuland Femund
Autor: Gerd Kassel
Pollner Verlag

Kanu DKV-Auslandsführer Skandinavien
DKV-Wirtschafts- und Verlags GmbH
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Feragenkollage 3.jpg (86.21 KiB) 8616 mal betrachtet
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Feragen 9-1.jpg (127.6 KiB) 8616 mal betrachtet
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guesch47
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN

Beitrag von guesch47 »

.....kanot,
eine Reisebeschreibung vom feinsten. :bowler:
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kanot
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von kanot »

Hallo guesch,

wie ich sehe, hast du einen guten Geschmack! Kleiner Hobbyautorenscherz. Schön, dass er dir gefällt, der Bericht. Danke für die "Blumen"!
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von guesch47 »

Was gesagt werden muß,muß doch gesagt werden. :bowler:
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von wölfchen »

Da ist mir doch glatt was von Dir durch die Lappen gegangen. Leider sehe ich es erst jetzt. Gehöre noch zu der Generation, die so etwas lieber von Papier abliest.

Deine Berichte aus dem Kallgebiet haben sich so heute auch schön lesen lassen. Muss am Sonntag arbeiten, bis dahin hebe ich mir diesen Bericht auf und lese in dann zu Ruhezeiten genüßlich durch. Freue mich schon, denn Du schreibst immer so toll.
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von guesch47 »

.....absolut nichts anderes zu sagen. :bowler:
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von kanot »

Danke, ich fühle mich "gebauchpinselt" !!!

Ich gehöre zu den Leuten, die so etwas lieber auf Papier schreiben. Leider habe ich aber nicht so oft die Gelegenheit dazu, wie ich es gerne hätte.

Wenn ich eure Kommentare so lese, weiss ich, warum ich schreibe. Das bereitet mir Freude. Also, danke noch mal für eure Gunst!
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Re: FERAGEN AUF UMWEGEN - Paddeln im norwegischen Grenzland

Beitrag von wölfchen »

:kuss2: Mich hast Du jedenfalls schon mal als treuen Fan.


Papier ist wirklich was feines. Hatte die beiden Berichte vor längerer Zeit schon am PC gelesen. Es ist halt einfach anders, das in Papierform vor sich zu haben und nach dem ersten Lesen auch richtig durcharbeiten zu können.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend.
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