Andersrum wird ein Schuh draus: Wenn es eine Gesellschaft gibt, in der die Opfer in vielen Fällen nicht angehört werden oder die Gesetzeslagen durch Beweislastumkehr dazu genutzt wird, die Betroffenen in die Enge zu treiben und dadurch belastende Prozesse ausgesessen werden, halte ich es für absolut sinnvoll, die Gesetze dahingehend zu ändern.
Wenn Du nicht nicht scheiße verhältst, musst du nichts fürchten. Wenn irgendwer scherzt, Vordrucke für seine Frau mit sich tragen zu müssen, schwingt im Subtext eine Menge über das eigene Verständnis der Partnerschaft mit. Solange alles auf Freiwilligkeit beruht, ist doch alles in Butter.
If you are unsure, then refrain
Na Logo! Wenn Du dir nicht sicher bist, ob der/die andere aus voller Freiwilligkeit ihr Okay zum Sex gibt, dann lass es bleiben! Das hat nichts mit böser feministischer Juristerei zu tun, sondern auf dem gesunden Menschenverstand und dem kategorischen Imperativ. So wie ich es lese, willst du auf Gedeih und Verderb nicht den wohlgemeinten Sinn hinter dem Gesetz erkennen, was?
PaulP hat geschrieben:
Die Links Die Du gepostet hast, bestätigen doch nur die Schwammigkeit des Gesetzes...
Ich bezweifle, dass "If you are unsure, then refrain" im Wortlaut im Gesetzestext stehen wird. Die sind üblicherweise schon konkreter. Schau dir mal deutsche Gesetzestexte an. Beginne mit §177 StGB
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__177.html
PaulP hat geschrieben:
Schweden hat in Sachen Feminismus offensichtlich eine absolute Profilneurose
"Offensichtlich"? Wo denn zum Beispiel? Führ mal Beispiele, damit ich weiß, was du meinst. Hoffentlich keine alten Hüte wie "hen" oder ähnliches, wo die "Transsexuellen-Lobby" der ach so toleranten Gesellschaft sprachliche Hürden auferlegt.
Eine "absolute Profilneurose"? Spannend. Wieso? Was meinst du damit?
Bei dem, was ich lese, drängt sich mir das Bild eines unsicheren, in seinem Selbstbewusstsein gekränkten Mannes auf, der nach jedem Gesetzesentwurf lospoltert: "Jetzt ist aber genug mit der Gleichmacherei!" Vielleicht mal ein bisschen Toleranz üben? Auch, wenn es nicht deine Sorgen und Probleme sind, muss deine Einschätzung nicht für den Rest der Welt gelten.
Und das hier, PaulP:
PaulP hat geschrieben:
Wie wäre es denn, wenn man sich mal über die gigantischen Waffenverkäufe die von SCHWEDEN aus ins Ausland gehen, Gedanken machen würde, anstatt sich über Gesetze den Kopf zu zerbrechen, wie man Freier, die im Ausland Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen haben, so hart wie es nur geht zu bestrafen.
Paul
...ist klassischer
Whataboutism vom feinsten. Das Thema ist ein ganz anderes. Die schwedische Regierung baut auch Scheiße, na klar. Aber das steht hier doch gar nicht zur Debatte. Und Thema A entkräften zu wollen, weil Thema B noch viel schlimmer ist, ist kein zulässiges Argumentationsschema.
Also bitte mal Argumente zutage fördern. Was ist denn so furchtbar an geschlechtersensibler Juridik? Wenn es einen Bedarf daran gibt, interessiert mich, auf wessen Seite Du in Zukunft die Benachteiligten erwartest?