maggan hat geschrieben:Ich frage mich, wie das bei Zweisprachigen ist, welche verliert man zuerst?
Im Grunde eigentlich die, die du am Wenigsten aktiv wie passiv anwendest. Bei mir ist nicht sehr viel Englisch (ich machte einmal Square Dance) hängen geblieben, aber durchs TV kommt vieles passiv wieder (heutzutage verstehe ich sogar englische Lieder mehr als damals). So ist es dann leichter, wieder schneller aktiv zu werden.
Herowina hat geschrieben:Will man seine Wortwahl und den Wort-Vorrat verbessern, finde ich "Synonym-Listen" klasse. Benutze ich auch ständig, gerade wenn ich einen Text schreiben will. Hier zum Beispiel =>
http://synonyme.woxikon.de/synonyme/sprache.php
Genauso ist es!

Ein sehr guter Tipp!
calle hat geschrieben:Muttersprache verlernen?!? Vielleicht eine Form von juvenilen Alzheimer

Du wirst lachen, aber das ist gar nicht so abwegig!
Wenn man eine Sprache nicht mehr aktiv sowie passiv anwendet, dann wird sie wieder "verlernt" resp. vergessen. Das Gleiche gilt auch für die besagte Muttersprache und hängt von vielen Faktoren (äusserliche wie auch persönliche) ab, wie kurzweilig oder langwierig dieser Prozess des Vergessens ist. Umgekehrt gilt es auch für das Neuerlernen seiner Muttersprache.
Es gibt durchaus Leute, die eine Muttersprache besitzen, welche sie gar nicht sprechen und verstehen können, aber diese durchaus einmal erlernt hatten, wenn auch nicht umfassend. Sie müssen sich dann ihre Muttersprache wie eine Fremd- oder Zweitsprache erarbeiten.
Ich selbst habe einen deutschen Sambo (ich finde dieses Wort einfach mal besser als das Deutsche, sorry XD). Wir sprechen recht viel Deutsch miteinander und ich telefoniere auch häufig mit meiner Familie. Allerdings gibt es durchaus Situationen, wo mir ein deutsches Wort nicht schnell genug einfällt, da es nicht mehr im täglichen Gebrauch ist und muss es umschreiben oder wende das schwedische Wort an, wenn ich es kenne. Es ist wirklich eine reine Trainingssache.
Darüber hinaus ist es ganz natürlich, dass mein deutscher Sprachwortschatz im Jahr 2013 hängen geblieben ist und ich nicht mehr weiter entwickelt habe. Ich bin nicht mehr aktuell in Deutschland, verfolge keine deutschen Nachrichten usw. so dass ich keine Neudeutschen Wörter kennenlerne. Selbst die Sprache entwickelt sich enorm weiter. So verpasst man halt einiges.
Mein Problem ist vielmehr, dass ich mich nicht mit anderen Deutschen hier in Schweden auf Deutsch unterhalten kann. Da gibt es eine Barriere in meinem Kopf, die mir sagt: Es ist falsch, sich auf Deutsch in Schweden zu unterhalten! Ich höre mich dann wie ein Ausländer mit gebrochenem Deutsch an, weil ich es nicht zusammen bekomme, da ich auf Schwedisch denke. Einige Deutsche reagierten da schon recht sauer auf mich, aber wenn diese auch Schwedisch verstehen ... Was soll ich da machen?
En trevlig och solig helg!
