Ist Schweden ein rassistisches Land?

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Erovuen
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Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Erovuen »

Hallo zusammen!
Ich glaube, dass schon irgendwo in den verschiedenen Foren darüber geredet wurde, aber ich will auf jeden Fall ein neues Thema hier öffnen, weil in der letzten Zeiten Nachrichten gelesen habe, die ganz ehrlich sehr schlecht finde. Vorausgesetzt, dass ich schon aus Italien nach Deuthland ausgewandert bin und deswegen weiß ich genau, was es bedeutet, ein Ausländer zu sein (obwohl ich Deutscher bin und ziemlich korrekt auf Deutsch rede, bleibe ich immer für die Anderen "der Italiener"), finde ich den Bericht, der in den vergangen Wochen in der Zeitung Expressen erschien, sehr enttäuschend. Die Schweden-Demokraten haben ihre Zustimmung durch die Begrenzung der Einwanderung erhöht. Ist es der Ausmaß so schlimm, dass die Schweden überhaupt keine Ausländer mehr haben wollen? Die Flüchtlingen stellen auch dort ein riesiges Problem dar und insbesonders wurde in Malmö sogar eine Schule in Rosengård geschlossen, denn sie war einfach zu gefährlich geworden. Vor zwei oder drei Jahren gab es Aufstände von Ausländern in der Vororten von Stockholm und Göteborg. Experten warnen, dass die Ausländerfeindlichkeit sehr in Schweden sehr geprägt ist.
Hat die schwedische Politk in Stich gelassen? Sind die Schweden rassisten? Denken die Schweden, dass die Deutschen ein Problem für ihre kleine Gesellschaft sein könnten, wenn die Auswanderung irgenwie nicht begrenzt würde?
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Grizzly2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Ich denke, es gibt in Schweden etwa so viele - ca. 15 % - rassistische Dumpfbacken wie in Deutschland.
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Gislaveds Tjej
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

Erovuen hat geschrieben:Hallo zusammen!
in der Zeitung Expressen erschien,
Man darf der Zeitung auch nicht alles glauben ;) Ich meine hierzu mal von einem Schweden gehört zu haben, dass die neben einer Anderen sehr an eine politische Richtung orientiert ist.

Das ist wie mit der Bild in Deutschland. Die ist ja auch nicht gerade "neutral" ;)

Ansonsten ist das Problem wie überall: Wo vermehrt Probleme auftauchen, beginnt Frustration und dann Feindlichkeiten - egal welcher Art, den man muss irgendwie seine Aggression kompensieren können. Leider.

P.S. Die meisten, die für die SD gestimmt haben, sind selbst Einwanderer! Peinlich an dieser Stelle.
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Erovuen
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Erovuen »

Irgenwie vermutete ich :lachen4: es, denn ich habe viele Schwede kennengelernt, die die schwedische Kriche besuchen und jedenfalls habe ich nicht den Eindruck gehabt, dass sie rassistische Menschen waren. Der Einzige ist einer gewesen, der allerdings nur sagte, dass in Malmö die Muslime nicht sich in die Gesellschaft eingliedern wollen, weil sie nicht das Schwedisch richtig erlernen möchten.
Als Halbitaliener und Halbdeutscher habe ich natürlich manchmal Kontakte mit anderen Italienrern, die hier wohnen. Sie halten auch die Flüchtlinge für ein riesiges Problem für Deutschland, aber das ist aufjedenfall eine politische Einstellung, die in Italien sehr geprägt ist, zu sagen, dass die Einwander Quelle von allen Problemen sind, obwohl es kaum stimmt.
Zusammenfassend, die rassistischen Einwanderer bringen das Rassismus mit, das Sie in ihrer Heimaten gelernt haben, weil sie nicht verstehen, dass sie jedenfalls auch von einem anderen Land ertragen werden und jedenfalls empfangen wurden. Sie halten es für selbstverständlich.... . Das bedeutet allerdings nichts, dass alle Rassisten Einwanderer sind, aber es besteht doch dieses Phänomen..
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Grizzly2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Gislaveds Tjej hat geschrieben:[
P.S. Die meisten, die für die SD gestimmt haben, sind selbst Einwanderer! Peinlich an dieser Stelle.
Nach dem Motto: "Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche" (F.W. Bernstein) - kann ja sein.
Aber woher hast Du diese Info ?
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Gislaveds Tjej
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

Das ging in den Nachrichten rum mit so einigen Interviews ;) Man schnappt gerne nur die Hauptinfo auf und der Rest bleibt nicht hängen XD Aber musste mal bei svt im Nachrichtenarchiv nachsehen. Vielleicht findest du da was.
Erovuen hat geschrieben: dass in Malmö die Muslime nicht sich in die Gesellschaft eingliedern wollen, weil sie nicht das Schwedisch richtig erlernen möchten.
Wie gut kannst du schwedisch? Und hast du Zugang zum schwedischen TV? Falls beides mit "gut" zu beantworten ist, dann schau mal hier: http://www.svt.se/landgang/se-program/ (Avsnitt 3) War sehr spannend und da fängt man auch an, eine gewisse Ahnung zu bekommen, warum das so ist.
Erovuen hat geschrieben: Zusammenfassend, die rassistischen Einwanderer bringen das Rassismus mit, das Sie in ihrer Heimaten gelernt haben, weil sie nicht verstehen, dass sie jedenfalls auch von einem anderen Land ertragen werden und jedenfalls empfangen wurden. Sie halten es für selbstverständlich.... . Das bedeutet allerdings nichts, dass alle Rassisten Einwanderer sind, aber es besteht doch dieses Phänomen..
Wer Krieg und Gewalt kennt, bringt auch dies leider mit, weil man oft keine andere Lösung kennengelernt hat. Dies ist aber vielmehr ein mangelndes Bildungsproblem, was in den Ländern vorherrscht. Die Leute (vor allem Frauen) sollen "kleingehalten" werden, damit sie kontrollierbar sind.

Und wenn so eine Masse kommt, ist ein guter Rat sehr teuer. Daher ist die Sfi-Zeit gar nicht so dumm. Dort treffen die Kulturen aufeinander (wenn es gut gemischt ist, aber leider waren nun mehr Syrier da als andere Einwanderer, somit wieder alle mehr unter sich). Meine Lehrer waren manchmal konforntierend mit der eigenen und schwedischen Kultur. Das war sehr lehrreich und die Gespräche mit seinen Kameraden (das Wort sieht sehr schwedisch aus XD) echt spannend! Oft waren auch sie sehr kritisch und aufgeschlossen. Das macht sicherlich nur die Masse, in der sie sich bewegen.

:bowler:
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Abborre
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Abborre »

Gislaveds Tjej hat geschrieben: Wer Krieg und Gewalt kennt, bringt auch dies leider mit, weil man oft keine andere Lösung kennengelernt hat. Dies ist aber vielmehr ein mangelndes Bildungsproblem, was in den Ländern vorherrscht. Die Leute (vor allem Frauen) sollen "kleingehalten" werden, damit sie kontrollierbar sind.
:
Ich kann nicht glauben, was ich hier gerade lese. :oops:
Meine Eltern und Großeltern haben den Krieg erlebt, und wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Sie wollten danach nie wieder einen Krieg erleben, und Gewalt war noch nie eine Problemlösung. Warum sollte es mit diesen Menschen nun anders sein, auch wenn sie einer anderen Kultur angehören? Das Grundbedürfnis eines jeden Menschen ist es in Frieden leben zu können.
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Sapmi
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Sapmi »

Abborre hat geschrieben:
Meine Eltern und Großeltern haben den Krieg erlebt, und wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Sie wollten danach nie wieder einen Krieg erleben, und Gewalt war noch nie eine Problemlösung. Warum sollte es mit diesen Menschen nun anders sein, auch wenn sie einer anderen Kultur angehören? Das Grundbedürfnis eines jeden Menschen ist es in Frieden leben zu können.
Sehe ich prinzipiell auch so, wobei es mit dem Friedensbedürfnis bei Menschen, die fremde Kulturen pauschal ablehnen + am liebsten als Gegener sehen, wohl ein bisschen hapert.

Für das angebliche "Bildungsproblem" sind gerade die syrischen Flüchtlinge wohl eher ein schlechtes Beispiel.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 66869.html

Was den Rassismus in Schweden angeht: Ich habe auch den Eindruck, dass er dort nicht nennenswert schlimmer oder harmloser ist als z. B. in Deutschland. Ist allerdings auch als Tourist schwer zu sagen. Diesen Sommer ist es mir z. B. beim Busfahren in Jämtland aufgefallen, dass dort so viele Immigranten (aus welchem Land auch immer, ich habe sie nicht befragt) unterwegs waren. Irgendwelche Feindseligkeiten oder sonstwie dubiose Verhaltensweisen seitens der Schweden sind mir dabei nicht aufgefallen, allerdings habe ich mich sowieso immer nur kurz in stärker besiedelten Gegenden aufgehalten, wo ja im Allgemeinen eher Rassismus zu finden ist als irgendwo im Hinterland.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Ich wohne ja jetzt bald 36 Jahre in Schweden und ich will nie und nimmer es als rassistisch bezeichnen. Ich bekam in all den Jahren einmal eine dumme Bemerkung aber das war von einem verschmähtem Verehrer. ;)

Klar gibt es den einen oder andren Rasisten, wo gibt es den nicht. Das gibt es ja auch unter den vielen Flüchtlingen.
Und z.B. wenn jemand sagt, tyskan dann ist das nicht rassistisch. Nicht jeder wusste ja am Anfang meinen Namen.

Überhaupt finde ich man verwendet das Wort "Rasist" zu viel und zu oft und bei belanglosen Dingen, da verliert dann das Wort an Bedeutung.

Und klar dass die Bevölkerung auch einiges von den Einwaderern erwartet. Z.B. dass sie sich anpassen und nicht nur fordern und Extrawürste gekocht haben wollen sondern auch das ihre dazu tun dass es funktioniert.

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

Abborre hat geschrieben:Ich kann nicht glauben, was ich hier gerade lese. :oops:
Sorry, ich habs recht pauschaulisiert. ;)

Aber ja, auch meine Großeltern haben den Krieg erlebt und meine Eltern mussten lernen mit den Nachkriegsfolgen umzugehen. Ich erfuhr Gewalt am eigenen Leibe und konnte mich nicht wehren, weil ich es nicht verstand und muss mich selbst manchmal zurückhalten, weil das "aggressive Verhalten" erlernt wurde. Erst heute ist es mir bewusst, woher das kam und das ist mit unter ein ganz "normales" Gesellschaftsproblem. Krieg ist jedoch ein traumatisches Thema und nicht alle kommen - leider - ungeschadet davon. Die Aggression, Enttäuschung und natürlich Hoffnung wird mitgetragen und es ist eine Frage, wie damit umgegangen wird, da vieles zerstört wurde. Mein einer Großvater hat stolz über den Krieg berichtet, wie er Flieger für Hitler war und mein anderer hat still geschwiegen, der in russischer Gefangenschaft war. Das muss echt hart gewesen sein, in den Krieg ziehen zu müssen. Aber dennoch gibt es unmerkliche Signale, für die man empfänglich ist. Nicht selten wird die Gewalt in einer Familie weitergetragen. Es ist kein Thema, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte, sondern das Thema ist breit und facettenreich ... und man spricht nicht sehr gerne darüber! Wie bei den psychischen Krankheiten wie Depression usw.

Ich überlege schon seit einer Weile, auch ein Flüchtlingskind aufzunehmen, aber das ist keine so einfach Sache. Ich weiß nicht, ob ich mit einer traumatisierten Person gerecht umgehen kann. Zudem ist mein Leben selbst noch recht unsicher.

Natürlich sind einige Schweden skeptisch. Sie helfen - ohne Frage, sie sagen auch, dass man helfen muss, aber es gibt da schon den lauten Gedanken der Angst: "Weiß man, wer da nun mit den Flüchtlingen ins Land kommt? Kann ja sein, dass es sogar Isis-Leute sind." oder "Natürlich werden auch welche unter ihnen sein, die mit der Isis sympatisieren." Es ist normal, dass man Angst davor hat, dass auch Terroristen oder Befürworter unter ihnen sind. Ich glaube, diese Angst hat jeder irgendwo und das kann Rassismus begünstigen, wenn verschiedene Faktoren nicht und/oder erfüllt werden. Ich sah auch mal ein dummes Video bei Youtube. Da meinte ein eingewanderter Jugendlicher in der Art, dass es reicht, die schwedischen Jugendlichen zu bedrohen und dann geben sie gleich ihr Telefon heraus (welches verkauft wird, um an Geld zu kommen). Sie sind ja so schwach. Nun weiss ich zwar nicht, was daran schwach ist, aber so unterschiedlich ist die Auffassung.

Nicht selten geben zermürbte Eltern ihr Gefühl an die Kinder weiter, die durchaus gewaltbereiter sind, weil sie ebenso ganz zerrissen in zwei verschiedenen Welten leben. Es gab eine Dokumentation, dass es oft die Kinder der Flüchtlingseltern sind, die nun nach Syrien zurückkehren, um dort zu kämpfen. Warum? Vielleicht weil sie nie in Deutschland, Schweden etc. ankommen durften - ob es nun an der Politik lag, an der Gesellschaft oder den Eltern selbst.

Es gibt soviele Beispiele, die so vielfältig sind, wie das Leben selbst. Manches sieht man, anders wird man nie bewusst aufnehmen. Es gibt Kriege, die durch Generationen getragen werden und da frage ich mich dann, wo dort das Friedensbedürfnis ist. Man lernt Gewalt, man lernt damit umzugehen, man lernt sie weiterzugeben, weil nichts anderes mehr vorhanden ist. Manchmal wird das als "Liebesersatz" verstanden. Es ist nur schade um die Menschen, die friedlich leben wollen, da mit hineingezogen und traumatisiert werden.

Eigentlich spreche ich mehr um traumatisierte Gewalt. Aber wer Krieg und Gewalt "persönlich" kennt und damit direkt konfrontiert wurde, der wird es mitnehmen - sein ganzes Leben. Auf welche Art und Weise auch immer.

Ich denke, wäre ich anders aufgewachsen, hätte ich unter Umständen auch keine Angst vor dem Kämpfen gehabt, aber so schau ich mir ja noch nicht mal Horrorfilme an, weil sie für mich absolut real sind.

Ha det så gott!
:bowler:

@ Sapmi

Ja, Syrien war jetzt ein schlechtes Beispiel. Ich finds traurig, was dort alles zerstört wurde. Ich hoffe eigentlich auf das Beste, den viele wollen gerne wieder zurückkehren bzw. haben noch ihre Familien dort, um die sie die ganze Zeit bangen.
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Framsidan
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Gislavedstjej wenn Jugendlich von einwanderern nicht "ankommen" dann liegt es meistens, meiner Meinung nach, an den Eltern.

Ich bin immer noch der Meinung, ihr könnt es jetzt gerne altmodisch nennen, die Erziehung bei den eltern. Aber setzten die eltern keine Regeln, passen sich selber nicht an, lernen nicht die Sprache und somit auch keine Arbeit haben, ja was geben die weiter an die Kinder?

In den Stadtteilen hier in denen grosse Probleme sind, lässt man 12-13 jährige la<nge nachts draussen rumlaufen. (finden sie nichts besseres werden halt mal autos angezündet) Ist elternversammlung in der Schule kommen nur wenige Eltern. Aber dann alles auf die Schule, den Staat und die Stadt schieben.

Ich meine wird die Polöizei, der Rettungsdienst und die Feuerwehr und sogar die Ambulanz mit Steinen beworfen dann ist es schlimm. Bir vor 6-8 Jahren war es auch schlimm im nächsten Stadtteil. Da schoben sie dann alles der Polizei in die Schuhe denn sie solle sich dort nicht blicken lassen. sie würden den Stadtteil selber beherrschen.

Alles das spielt der SD in die Hände.

Als ich mal a<uf Wohnungssuche war, war dort eine Wohnung ausgeschrieben. Ich rief an und während des Gespräches kam ein Polizist ins Büro. Um Gottes willen liebe Frau du ziehst mir nicht dorthin meinte er. Ich sollte ihn in Zukunft immer anrufen falls ich mir eine wohnung anschauen will. Wir hatten ja öfters mal Polizisten bei uns als wir unser Büro noch mitten in der Stadt hatten. Viele Polizisten beschäftigen sich ja auch mit Sport.........

Aber man soll nicht auf hörensagen gehen........

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Gislaveds Tjej
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

... oder die Gesellschaft oder andere Einflüsse. Denn ich denke mal, das ist mit ein Kulturmissverständnis. In wärmeren Ländern beginnt das "normale" Leben erst am Abend, weil es über den Tag recht heiss werden kann.

Gepflegte Traditionen sind schwer anzupassen.

Aber ich weiss, was du meist. Ich habe eine Nachbarin, wo selbst der Kleine von 2-3 Jahren bis 11 Uhr noch rumtoben darf, damit sie am nächsten Morgen ausschlafen kann. Er wird auch vor dem Ipad "geparkt", wenn er zu stressig wird. Aber da mische ich mich nicht ein. Jeder muss es selbst wissen.

Ha det så bra!
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Karsten
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Große Unterstützung für Flüchtlinge in Schweden

Beitrag von Karsten »

Die landesweite Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge setzt sich fort...

Weiterlesen:

http://schwedenstube.de/unterstuetzung- ... -schweden/

(Quelle: Radio Schweden)

Viele weitere Nachrichten aus Schweden:

http://www.schwedenstube.de/schweden-in ... chrichten/
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Gislabedtjej irgendwie hast du mich nicht richtig verstanden. Bei uns hier toben im Sommer auch lange die Kinder rum unten på gården. Aber in Schweden lebt halt das Volk auf im Sommer. Die kurze Zeit des Sommers muss man ausnützen. Hat man mal einige graue Winter hie rerlebt dann versteht man das auch.
Und da sind ja die Kinder auch in der Nähe der Eltern die meistens auch draussen sitzen.

Ich meinte da die 12-13 und 14 jährigen die man einfach streunen lässt und die weiss Gott was immer anstellen. Da weiss keiner der Eltern wo die sind. Wenn dann die Polizei bei irgendwas erwischt und heimfährt dann werden die Polizisten auch noch geschimpft.
Solche Sachen verstehe ich nicht.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Karsten »

Framsidan: 12-14-Jährige streunen gern; egal, aus welchen Ländern sie stammen. Ich werde das Gefühl in Deinen Kommentaren nicht los, dass Du immer nur die negativen Seiten an den Ausländern siehst. Mal ganz ehrlich; sympathisierst Du mit den Schwedendemokraten? Wie die letzten Tage gezeigt haben, gibt es sehr viele Menschen in Deutschland und in Schweden, die die Flüchtlinge aufs Herzlichste willkommen heißen.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Karsten ich und SD Anhänger? Sowohl ich wie mein schwedischer GG sind ganz ganz weit weg davon.
Aber ich sehe halt wie es ist, Jede Nacht ausgebrannte Auto, Schiessereien schon mitten am Tage på torget. usw. Fändest du das gut?
Ist man weit weg von allem dann versteht man das auch nicht.
Und ganz egal ob Einwanderer oder Einheimische so finde ich dass sich alle an die die hier geltenden Gesetze halten sollen.

Ich versuche immer die Wirklicht zu sehen wie es ist ohne was zu verschönern oder wegzulassen.
Ich weiss auch wie Jugendliche sind, ich habe 3 Kinder und GG auch3 und zusammen haben wir 12 Enkel die jetzt Jugendliche sind.
Karsten
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Karsten »

Ich bin völlig Deiner Meinung, dass sich alle, egal ob Einwanderer oder Einheimische, sich an die Gesetze halten müssen. Aber warum wirfst Du dann so ein negatives Licht auf die Einwanderer? Schwedische Jugendliche sind sicher auch nicht ohne Fehl und Tadel. Und es gehen sicher auch nicht alle schwedische Eltern auf Schulversammlungen usw. Von diesen Pauschalisierungen ("böse Einwanderer - brave Schweden") halte ich gar nichts.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Oh nein wir haben auch keine Engel aber es gab Regeln und an die mussten sie sich halten. Nein nicht alle schwedischen Eltern gehen zur Elternversammlung aber ein Grossteil und nicht nur 3-4.

Gestern sagte die Polizei dass die Raubüberfälle auf ältere Leute jetzt um 40 % gestiegen sein und die werden sehr oft von gewissen Jugendlichen verübt. Soll man da stillschweigend zusehen?
Da ich leider auch mit Rollator schon gehe, trau ich mich in gewisse Stadtteile nicht mehr.Und abends würde ich auch hier nicht mehr rausgehen.

Ich habe halt leider die Verwandlung unserer schönen Stadt auch gesehen.

Ich habe noch nie gesagt dass alle Einwanderer schlecht sind. Ich würde mich auch jetzt wieder als Kontaktperson melden wenn ich jünger und gesünder wäre. (wie schon in den 80ziger Jahren)

Aber jetzt muss ich mich wieder um mein Lingonsylt kümmern das am kochen ist.

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

Karsten hat geschrieben:Ich bin völlig Deiner Meinung, dass sich alle, egal ob Einwanderer oder Einheimische, sich an die Gesetze halten müssen. Aber warum wirfst Du dann so ein negatives Licht auf die Einwanderer? Schwedische Jugendliche sind sicher auch nicht ohne Fehl und Tadel. Und es gehen sicher auch nicht alle schwedische Eltern auf Schulversammlungen usw. Von diesen Pauschalisierungen ("böse Einwanderer - brave Schweden") halte ich gar nichts.
Karsten, leider ist das hier in vielen Städten in gewissen Stadtteilen so....da brennen Autos, da brennen die Häuser in denen der Abfall der Mietshäuser gesammelt wird. Da werden andere Kinder,Jugendliche oder Erwachsene bedrocht, da werfen Gangs Steine gegen Feuerwehr und Polizei....teilweise ist es soweit, das die Polizei einfach die Gewalt verloren hat und garnicht mehr dort hinfährt...

Und nun rede ich nicht von den Grosstädten....

Vielleicht muss man unterscheiden...zwischen den Flüchtlingen, die das NICHT sind und den Mitbürgern mit Migrationshintergrund....und da sind es eben auch nur gewisse.....und auch alle Anderen leiden ja selber darunter...das hat nichts mit schlechtem Licht auf Einwanderer werfen zu tun, aber da hat der Staat versagt und ich glaube inzwischen kapituliert.

In Malmö lies man mehrmals die Woche von Handgranaten die dort hochgehen......was sind das für Zustände? Die Polizei kapituliert....die Politik schaut weg....

Vor dem Hintergrund versteht es sich vielleicht, das viele der SD Wähler bestimmt keine Rechten und schon gar keine Rassisten sind (was nicht heissen soll, das es die auch gibt, leider). Und werde im Leben sicher keine SD wählen, aber ich meine es ist an der Zeit, das auch andere Parteien sich der Problematik annehmen.....
liebe Grüsse

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... tA&cad=rja

ist ne intressante Lektüre aus erster Hand
liebe Grüsse

Heike

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Karsten »

Aussagen wie "ich würde niemals die SD wählen, kann aber verstehen, wenn sie immer mehr Zulauf bekommen" sind ja inzwischen leider sehr in Mode gekommen. Dadurch verharmlost man in meinen Augen die ausländerfeindliche und menschenverachtende Gesinnung dieser Partei.
vinbergssnäcka
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

Karsten hat geschrieben:Aussagen wie "ich würde niemals die SD wählen, kann aber verstehen, wenn sie immer mehr Zulauf bekommen" .
Kann es sein, das Du mir etwas in den Mund legst, was ich nie gesagt habe und auch nicht geschrieben?

Hast Du Dir den Bericht der Polizei mal durchgelesen? Gibt es sowas in Deutschland auch in dem Ausmass?
liebe Grüsse

Heike

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Mia »

vinbergssnäcka hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Aussagen wie "ich würde niemals die SD wählen, kann aber verstehen, wenn sie immer mehr Zulauf bekommen" .
Hast Du Dir den Bericht der Polizei mal durchgelesen?

Irgendwie fehlt mir in dem Polizeibericht der Zusammenhang Eurer Diskussion. Der Polizeibericht weist, wenn ich jetzt aufmerksam genug gelesen habe, nicht darauf hin dass Migranten oder Fluechtlinge hir eine Rolle spielen. Ein oberflächlich und allgemein gehaltender Bericht. Im Zusammhang Eurer Diskussion ist er meines Erachtens völlig unrelevant und liefert hier ein falsches Bild da er im Zusammenhang von Migranten, und Rassismus in Schweden veröffentlicht worden ist.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Herowina »

Hier werden jetzt auch zwei Themen vermischt, die erstmal nichts miteinander zu tun haben. Das eine sind die jetzt ankommenden Syrien-Flüchtlinge und das andere sind die kriminellen Machenschaften von Gangs in den Vorstädten.
Flüchtlinge und alle, die hier um Personnummer, Einbürgerung oder Asyl ansuchen, werden nach meiner Erfahrung mit Respekt und auf Augenhöhe behandelt. Gerade jetzt schwappt auch die große Welle der Hilfsbereitschaft durchs Land, und SD-Politiker, die sich dagegen im Ton vergreifen, werden regelmäßig ordentlich runtergeputzt. Man kann also nicht sagen "die Schweden" seien dies oder das. Es herrscht ganz allgemein eine viel offenere Mentalität als zum Beispiel in... Oberbayern? (jaja, auch ich hab auch meine Vorurteile ;))

Allerdings werfe ich der schwedischen Administration und der jahrelangen sozialistischen Baupolitik vor, das man Ghettos in den Städten geschaffen hat, wo es zum Kulturclash kommt - und der wird aus falscher Höflichkeit leider nicht beim Namen genannt. Es sind jetzt lustigerweise Frauen aus muslimischen Familien und Einwanderer der 2. und 3. Generation, die aufmerksam machen auf Gang-Gewalt, Zwangsheiraten, Unterdrückung. Das gießt natürlich Öl ins Feuer der Rassisten.., die Dumpfbacken fühlen sich bestätigt: "Hab ich's nicht schon immer gesagt!!" Dabei sind es kleine polizeibekannte Gruppen, die hinter dieser "feindlichen Übernahme der Viertel" stehen.. und eben nicht "die Einwanderer" im allgemeinen. Ist doch ganz einfach, oder?!

Also, allein die Frage "ist Schweden ein rassistisches Land" ist genauso seltsam wie die Frage "Wieviele von 9 Millionen Äpfeln haben einen Wurm?" - und wieviele sind es bei 80 Millionen? ;)
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Ich denke, Schweden ist genausowenig ein rassistisches Land wie Deutschland. OK, über 10% rassistische Dumpfbacken im Reichstag ist nicht schön, aber bisher sind sie ja isoliert und alle anderen Parteien von Konservativ bis Links halten zusammen, wenn es gegen diese Hetzer geht. Auf der Straße sind mir bisher keine SD- oder andersabartigen Rechten aufgefallen. Wenn das deshalb so ist, weil sie sich nicht trauen - umso besser.

Was die Zwangsheiraten betrifft, so ist es ja noch nicht sooo lange her, dass es derartige Unsitten auch in Deutschland auf dem Land oder in Adelsfamilien gab - ich glaub nicht, dass das in Schweden wesentlich anders war. Womit ich diese Unsitte in keinster Weise verteidigen will. Aber ich erinnere mich an Theaterstücke aus den Sechzigern im TV vom Ohnsorgtheater bis zum Kömödienstadl, wo genau das Thema war: Zwei Bauern haben sich abgesprochen, dass ihre Kinder heiraten sollen, zwecks Grundstückserweiterung, aber die Gören lieben natürlich jeweils eine/n andere/n, und im Theater kriegen sie die am Ende auch. Nur, dass das reale Leben kein Theater ist bzw. war.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Herowina hat geschrieben:.
Es herrscht ganz allgemein eine viel offenere Mentalität als zum Beispiel in... Oberbayern? (jaja, auch ich hab auch meine Vorurteile ;))

;)
Herowina jetzt muss ich mich wehren. Ja ich komme aus Oberbayern und meine ganze Familie wohnt dort (Kinder, Enkel, Geschwister usw)
Wur gut kennst du Oberbayern? Weisst du dass München in Oberbayern liegt? Jeden Tag kommen dort tausende von Asylsuchende an und sie werden aufs herrzlichste empfangen. Kaum dass die Polizei im FB oder in der Zeitung schreibt was gebraucht würde dann kommen die Bewohner mit allem dort an. Freiswillige Helfer gibts immer denn hne würde es nicht gehen.
Jedes auch noch so kleines Kuhdorf bildet, sofort sie wissen dass Flüchtlinge kommen, eine Freiwilligengruppe mit Helfern.

Ja Vorurteile haben wir wohl alle irgendwie aber das ist ja schon eine Beleidigung der Bayern.
Hörte vorher dass Steinmeie ca 40.000 Asylsuchende am Wochenende erwartet und wo kommen sie an?

Der Bund hat Bayern total im Stich gelassen, die mussten selbst organisieren dass sie verteilen können.

Es gibt dort auch keinen Marsch von Pegida wie in anderen Bundesländern. Klar Deppen gibt es überall aber die gehen schnell unter dort .
Nicht umsonst hat die ganze Welt Bayern/München-Oberbayern für die Art wie sie alle Flüchtlinge in Empfang nahmen, berühmt:

Framsidan
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Robur
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Robur »

Nein, Schweden ist kein rassistisches Land.
Länder können niemals rassistisch sein, nur deren Bewohner!

Gemäß folgender Statistik beträgt der Ausländeranteil in Schweden 7,12%
(http://de.statista.com/statistik/daten/ ... -der-eu27/)

Die/Wir Schweden leben unter einer demokratisch gewählten Regierung!:
Die Sozialdemokraten sind mit 31% stärkste Partei geworden.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_ ... hstag_2014)
God save the Ted's!
(Lou Cifer)

Für mich bitte die nächsten 24.000 Jahre keine Shiitake-Pilze mehr!
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Bohuslän
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Bohuslän »

Hallo
Um es vorweg zu nehmen . Ich bin kein Rassist und wähle auch nicht die SD.
Nichts desto trotz muss ich wie viele andere ebenfalls mit ansehen und erleben,
das die Migrationspolitik in Schweden leider nicht so gut funktioniert, wie
es die bisherigen Regierungen in Stockholm gerne gehabt hätten.
Eines der grössten Probleme stellt meiner Meinung nach die Paralellgesellschaft
dar in der wie z. B. hier in Göteborg viele Menschen mit
Migrationshintergrund leben. Ihnen ist es einfach nicht gelungen, sich sprachlich
und kulturell anzupassen und sich somit mit dem Land, in dem sie leben, zu
identifizieren.
Das dies nicht so einfach ist, musste ich ja auch erfahren.
Mindestens einmal die Woche erfährt man aus den hiesigen Medien von Schiessereien
und anderen Gewalttaten, oft auch mit tödlichem Ausgang.
Ich kann verstehen, wenn friedliche Menschen, die dort ihr zuhause haben, Angst
haben, auf die Strasse zu gehen.
Arbeitskollegen meiner Frau wurden während ihrer beruflichen Tätigkeit im Pflegebereich durch Schüsse
durch ein Fenster beinahe verletzt. Nur ein paar Meter entfernt geschah ein Mord am hellen Tag.

Ich sehe keine Gefahr darin, Menschen die durch Kriege in Not geraten sind, zu helfen. Aber man darf sie,
sollten sie dann hier für immer bleiben, nicht im Stich lassen.

Frank
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Herowina »

@Framsidan,
da entschuldige ich mich erstmal in aller Form.. aber sag jetzt bloß nicht, dass du "gekränkt" bist ;) Wie so vieles, kann man diesen Vergleich oder dies Beispiel "Oberbayern" auch mit einem Augenzwinkern nehmen. Ihr habt nunmal ein Image weg im Rest Deutschlands :D "Uns Hamburgern" wird ja auch vorgeworfen, dass wir mitunter kühle, mitunter tranige Fischköppe sind - das nehm ich mit 'nem Achselzucken. :bowler:
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Mona-Linnea »

..das ist ja überhaupt immer nur das Problem, was derartige Diskussionen hervorruft.. zu sagen: Die Schweden sind so, die Deutschen sind so, die Sachsen machen dies, die Bayern das, die Einwanderer jenes..
Es geht immer um den Einzelnen, um den Menschen! Und der kann, egal wo er aufwuchs od in welchem Land er lebt, so oder so sein.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Herowina »

. zu sagen: Die Schweden sind so, die Deutschen sind so, die Sachsen machen dies, die Bayern das, die Einwanderer jenes..
Es geht immer um den Einzelnen, um den Menschen! Und der kann, egal wo er aufwuchs od in welchem Land er lebt, so oder so sein.
Das stimmt natürlich ganz genau, Mona-Linnea- Aber da der Mensch ein soziales Wesen ist, schart er sich doch gerne um eine kulturelle oder sonstwie geartete Identität. Und das gibt immer wieder Anlaß für Streit, siehe Hamburger und Bayern ;)
Allerdings sollte man 2015 soweit gekommen sein, dass man seine Identität nicht mehr bedroht sieht, nur weil Leute von woanders her einwandern (oder weil jemand 'ne Bemerkung, z.B. über Fischköpfe macht).

Naja, erzähl das "den osteuropäischen" Regierungen, die syrische Flüchtlinge nur aufnehmen, wenn sie Christen sind :roll: Es ist zum Haare raufen :mauer:
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Herowina ich glaub ich muss dich da enttüschen bezïglich Vorurteile. Als ich noch in Bayern wohnte, hatten wir Fremdenzimmer auf unserem Hof. Ich hatte auch oft Gäste aus Hamburg und mir wäre nie im Traum eingefallen da von Fischköppen zu reden.

Auch als ich 1983-84 viermal innerhalb eines Jahres im Barmbecker Krankenhaus war, knüpfte ich nette Bekanntschaften mit Leuten von dort. Hatte sogar hier Besuch von Hamburgern die ich dort kennen lernte.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Also man darf ja nicht die bayrische Bevölkerung mit den Dumpfbacken von der CSU gleichsetzen. Den Unterschied hat man selten so deutlich gesehen wie bei den Bildern von der engagierten Hilfe der Münchner und anderswo in Bayern für die Flüchtlinge einer- und den fremdenfeindlichen Absonderungen von Seehofer/Friedrich und anderen "Ober"bayern andererseits.
Das muss ich als in Norderstedt/Schleswig-Holstein gestrandeter gebürtiger Weilheimer jetzt mal festhalten.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

Herowina hat geschrieben:Aber da der Mensch ein soziales Wesen ist, schart er sich doch gerne um eine kulturelle oder sonstwie geartete Identität.:
Jepp, der Mensch ist ein Gruppentier, der sich nur in der Gruppe sicher und wohl fühlt. Deshalb werden auch so gerne die Likes bei Facebook & Co ersatsweise gesammelt.

Leider kann es dann ebenfalls passieren, dass ein durchaus lieber und netter Mensch in falsche Kreise gerät, um Anschluss zu finden und dann ist es leider nicht mehr der Einzelne, für den man hätte etwas vorher tun können, sondern eine Gruppe, auf die man schauen muss. Doch auch in Schweden wird immer mehr gestrichen und dichtgemacht. :(

Und dann ist es nicht mehr so einfach, einen Kreis zu durchbrechen.

:bowler:
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Skandinavienfreund »

Ich finde es aber sehr wichtig das Nationalstolz in Schweden nicht pauschal gleichgesetzt zu rassismus zu sehen ist.
Ich finde es toll wenn ich in Schweden an den Häusern die Landesflagge sehe oder auch zu Veranstaltungen und Feiertagen voll aufgehisst wird.
In Deutschland ist es da schon etwas anders (zumindest in den Gegenden wo ich mich dort aufhalte). Oftmals wird dort das hissen der Deutschlandflagge mit Nationalstolz und damit als geouteter Rassist (Nationalstolzer mit bezug auf Nazi) gleichgesetzt, unabhängig der Realität.
Einzige kurzweilige Ausnahmen sind vielleicht mal weltweite Sportveranstaltungen.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

@siltal: also ich finde es einfach unhöflich, wenn man sich in den gemeinsamen Kafferastpausen mit jemandem in einer Sprache unterhält, die kein anderer versteht. Das wirft manchmal die Frage auf, ob man sich gerade über die anwesenden Kollegen unterhält...vielleicht empfinden das Deine Kollegen auch so. Das hat meiner Meinung nach nichts mit rassistisch zu tun....weiterhin würde es Dir vielleicht gut tun, dich in der schwedischen Sprache etwas zu üben....dein Beitrag lässt jedenfalls (bei uns deutschsprachlern) die Frage aufkommen: WAS macht ihr da in den Pausen? FICKA???? Die Schweden nennen das "fika" ;-)
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

vinbergssnäcka hat geschrieben:@siltal: also ich finde es einfach unhöflich, wenn man sich in den gemeinsamen Kafferastpausen mit jemandem in einer Sprache unterhält, die kein anderer versteht. Das wirft manchmal die Frage auf, ob man sich gerade über die anwesenden Kollegen unterhält...vielleicht empfinden das Deine Kollegen auch so. Das hat meiner Meinung nach nichts mit rassistisch zu tun....weiterhin würde es Dir vielleicht gut tun, dich in der schwedischen Sprache etwas zu üben....dein Beitrag lässt jedenfalls (bei uns deutschsprachlern) die Frage aufkommen: WAS macht ihr da in den Pausen? FICKA???? Die Schweden nennen das "fika" ;-)
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von desinderia »

muss mich jetzt hier mal einschalten.....

Habe zwar keine Ahnung, wie die Situation in Schweden im Moment wirklich ist, kann nur von meinen eigenen Erfahrungen in Bayern reden.

Wenn es nur syrische Flüchtlinge wären, dann wäre es alles nicht so schlimm. Im Umkreis von 20 km von meinem Wohnort sind nirgends Syrier untergebracht. Der Großteil kommt aus Pakistan oder Afghanistan und besteht zu 80 % aus jungen Männern.

Ich finde es von der Regierung unverantwortlich, dass man einfach alle Leute ins Land lässt ohne Papiere oder Herkunftsnachweis.
Von dem her finde ich es von den Schweden super, dass sie jetzt Grenzkontrollen eingeführt haben. Da kann sich die deutsche Regierung noch einiges abschauen.

Ich bin selber kein Rassist und habe auch nichts gegen Ausländer, solange sie sich anständig aufführen. Leider wurde ich in den letzten Monaten des öfteren Zeugin, dass dies viele nicht tun. Die Situation ist bei uns auf dem Dorf jetzt so, dass sich Frauen abends oder nachts nicht mehr vor das Haus trauen.

In den Fernsehberichten wird immer wieder gezeigt, wie Flüchtlinge nur in die sozialleistungsstarken Länder wollen. Wenn es ihnen wirklich so schlecht geht, dann wäre es ihnen egal wohin sie kommen, Hauptsache in Sicherheit.

Meiner Meinung nach stehen wir in Deutschland/Bayern schon vor dem Kollaps. In Schweden wird die Situation nicht anders sein. Die Bürger haben Angst und geben ihre Bedenken zu verstehen und deswegen werden sie gleich als Rassisten beschimpft.

Finde ich so nicht ok.... Man muss immer beide Seiten betrachten...
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Elbfalas »

In einem Punkt muss ich dir Recht geben. Ich finde es empörend das sich Flüchtlinge weigern in andere EU Länder zu gehen wie Luxemburg z.B. Vielleicht haben sie noch nie von dem Land gehört, aber das sollte ihnen doch egal sein. Hauptsache erstmal nuchtmehr in Syrien. Da finde ich die Doppelmoral dann schon ziemlich.....naja. Vor allem gabs mal ein Interview mit Flüchtlingen wo die gesagt haben sie warten solange vor Ungarn bis sie rein dürfen. Hauptsache sie sind nicht in der Heimat. Das kann ich auch alles verstehen, aber warum man dann nicht in ein anderes sicheres Land will kann ich mir nicht erschließen.
Ansonsten sind die Flüchtlinge aber auch ein Segen für Deutschland. Hier herrscht Fachkröfte mangel und da helfen die Flüchtlinge natürlich der Wirtschaft auch. Es gibt ja auch viele die sich sehr engagieren und die Sprache lernen wollen und so weiter. Das finde ich auch alles sehr toll. :) Dadurch gewinnen alle was.

Zu Schweden: Schweden hat von allen Ländern das meiste Recht zu sagen: Es geht nicht mehr. Schweden hat sehr viele Flüchtlinge im Verhältniss zu der eigenen Bevölkerungszahl aufgenommen und es kommen ja immer noch mehr. Ich kann schon verstehen, wenn Schweden da jetzt die Notbremse zieht. Ist ja auch ihr gutes Recht. Warum Schweden dann Teilweise in Dänemark oder woanders auf starke Krtik stösst lässt sich mir nicht erschließen. Dänemark hat soweit ich weiß nicht grade viele Flüchtlinge aufgenommen und die Rechten wollen das nicht gerne. Und auch das Vereinigte Königreich nimmt kaum welche auf, obwohl man das könnte. Und Schweden ist dann der böse Teufel, weil sie an den Grenzen Pass Kontrollen durchführen.
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Grizzly2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

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Grizzly2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Also was das Thema "Auslasten" betrifft, da hat die Politik natürlich eine Verantwortung bei der Verteilung der Flüchtlinge im Land, der sie nicht immer angemessen gerecht wird. 100 allein gekommene junge Männer kann man natürlich nicht in ein Winzdorf stopfen, da sind Verteilungskämpfe mit ihren ortsansässigen Altersgenossen um die vergleichsweise wenigen Frauen vorprogrammiert. In den größeren Städten sind sie da besser aufgehoben, oder eben in kleineren
Gruppen auf dem Land, am besten etwas vorgeplant - OK das geht jetzt auf die Schnelle nicht, aber dafür sind nicht die Flüchtlinge verantwortlich zu machen. In diesem Fall lindert auch ein schneller Familiennachzug das Missverhältnis.

Das Fluchtproblem ist AUSSCHLIESSLICH über die Fluchtursachen zu lösen, repressive Maßnahmen wie Grenzzäune, Schiessbefehl oder Massenzurückweisungen/deportationen sind unmenschlich und haben zwingend zu unterbleiben. Die langfristigen Fluchtursachenreduktionsmaßnahmen (was für ein langes Wort ...) sind bekannt, kurzfristig müssen die versprochenen EU-Milliarden locker gemacht werden. aber nicht um dem Massenmörder Erdogan die Analregion zu pudern, sondern direkt an UN und Hilfsorganisationen, damit die Standards in den türkischen, jordanischen, kurdischen und libanesischen Lagern verbessert werden. Denn die große Fluchtwelle wurde wesentlich durch die Kürzung der Lebensmittelrationen in diesen Lagern ausgelöst. Ausserdem müssen die lokalen Bodentruppen gegen den IS gestärkt werden, dazu gehört zwingend ein sofortiges Ende des PKK-Verbots, denn die hat bei der Befreiung zB von Kobane und anderen Regionen eine entscheidende Rolle gespielt.
OK dann beisst Herr Erdogan vor Wut in seinen Teppich, aber das ist sein Problem und ggf das seines Zahnarztes.

Zurück zum Eingangsthema:
Rassisten sind Arschlöcher, und die gibts in D wie vermutlich auch in S. Wobei - da kann ich nur von D sprechen - ich die kaum mitbekomme: Unterwegs treffe ich bei dem Thema (ich betreue als Arzt-Rentner selber Flüchtlinge) auch bei Zufallsbekanntschaften wie letztens in einem Zugabteil ausschliesslich auf Zustimmung, die andern hocken wohl hinter dem Ofen oder trauen sich nur hordenweise auf Faschistendemos an die Öffentlichkeit ...
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Sapmi
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Sapmi »

desinderia hat geschrieben: Wenn es nur syrische Flüchtlinge wären, dann wäre es alles nicht so schlimm. Im Umkreis von 20 km von meinem Wohnort sind nirgends Syrier untergebracht. Der Großteil kommt aus Pakistan oder Afghanistan und besteht zu 80 % aus jungen Männern.
Diese Aussage ist für mich ein sehr anschauliches Beispiel für Rassismus (lieber Syrer als Pakistani oder Afghanen) und zudem auch noch Sexismus (zu viele Männer). Dass eine Abneingung gegen "junge" Menschen vorliegt, werde ich jetzt mal nicht unterstellen. ;)

Im Ernst: Bei all den genannten Flüchtlingen handelt es sich um Menschen, die in ihren Heimatländern nicht mehr sicher sind und oftmals schon genügend Nahestehende durch die Kriege verloren haben. Und am meisten gefährdet sind bekanntlic die jüngeren Männer, die, wenn sie in ihrem Heimatland bleiben würden, sich nicht einfach wie Frauen, Kinder und Alte irgendwo in "Sicherheit" bringen könnten, sondern zur aktiven Teilnahme am jeweiligen Gemetzel gezwungen würden. Wer behauptet, die sollen doch gefälligst dort bleiben und "um ihr Land kämpfen", möge sich bitte selbst in den Schützengraben begeben. :thumbsdown:
Klar gibt es immer auch Leute, die meinen, sich als Kanonenfutter zur Verfügung zu stellen, aber sowas kann man nicht einfach von fremden Menschen erwarten. Ich selbst würde es nicht wollen, also gestehe ich es auch anderen zu.

Und was die vermeintliche freie Wahl des Ziellands betrifft: Ganz so einfach kann man sich das natürlich auch nicht aussuchen, aber dass in der aktuellen Situation mehr Flüchtlinge in ein Land wollen, von dem bekannt ist, dass sie gut aufgenommen werden, als in ein anderes, das sie, falls es sie überhaupt rein lässt, einfach links liegen lässt und ihnen keine Perspektive gibt, wird ja wohl auch jeder Mensch nachvollziehen können, wenn er nur mal ehrlich genug ist und sich überlegt, wie er sich selbst in einer vergleichbaren Lage verhalten würde.
Immerhin geht es ja bei einem Großteil der Menschen nicht nur darum, mal ein paar Wochen oder Monate auszusitzen, sondern langfristig eine Perspektive zu haben, solange sie nicht in die Heimat zurück können (was die meisten ja wollen, aber eben nicht unter den aktuellen Umständen vor Ort).
Zu den genannten Nationen: Mit Pakistanis kenne ich mich persönlich nicht aus, da ich hier auch noch keine kennengelernt habe (kommt vielleicht noch); habe hier derzeit vor allem mit Syrern, Irakern und Afghanen Kontakt (ausschließlich Männer, davon die allermeisten im besten Alter von unter 25 Jahren). Und bezügl. der Afghanen wird behauptet, dass sie wohl doch bald wieder zurück müssten (was der Grund dafür ist, dass sie weniger Sprachunterricht bekommen als die anderen), aber ich hab kürzlich einen Verwandten dazu befragt, der seit langem im Asylrecht tätig ist, und der sagte, das könne man vergessen, da Afghanistan nach wie vor alles andere als ein sicheres Land ist.

Dass die Verteilung der vielen Menschen auf die verschiedenen Staaten so schlecht klappt (da sich eben so viele drücken), ist schlimm, und noch gar nicht mal so sehr für D un S, die am meisten Leute aufnehmen, sondern vor allem für die Betroffenen selbst, da ja erst dadurch die teils sehr schlechten Wohnsituationen entstehen, wie in diesen Hallen. Ich wäre da schon nach kürzester Zeit Amok gelaufen, egal in welchem Land und mit was für Leuten; dass es da gelegentlich mal Rangeleien zwischen den Bewohnern gibt, ist also nicht verwunderlich.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von desinderia »

@ Sampi: das hat nichts mit Rassismuss oder Sexismus zu tun....

Klar gibt es Flüchtlinge, die Hilfe benötigen und in ihrem eigenen Land nicht mehr sicher sind.

Leider habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass viele nur nach Deutschland wollen, weil "hier viel Geld und nix arbeiten". Bei uns im Dorf wurde versucht, die "Flüchtlinge" in die Dorfgemeinschaft zu integrieren und sie am Vereinsleben teilhaben zu lassen. Leider ging der Schuss nach hinten los.

Wiederum ist es bei einer Freundin im Dorf so, dass sich Flüchtlingsfrauen ehrenamtlich engagieren.

Meine Nachbarin fand es auch nicht besonders lustig, als sie aus dem Haus kam und in ihr Auto steigen wollte, 3 "Flüchtlinge" vor dem Auto warteten und von ihr verlangten, dass sie sie in die Stadt fahren soll.

Wie gesagt, es gibt immer 2 Seiten.

Generell JEDEN als hilfsbedürftig anzusehen oder JEDEN als Schmarotzer ist falsch.

Bin aber nach wie vor der Meinung, dass an den Grenzen differenziert werden soll und nur Menschen mit Herkunftsnachweis ins Land gelangen sollten.

:-flagge2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Das mit dem Herkunftsnachweis ist grad bei Afghanen oft schwierig. Zum einen ist es dort v.a. auf dem Land nicht so einfach überhaupt an einen Pass zu kommen, besonders wenn man es aufgrund von konkreten Drohungen eilig hat (und die Taliban sind ja nicht so zuvorkommend einem die Drohung schriftlich zuzustellen, zwecks besseren Nachweises für die spätere Anhörung), zum andern gelten gelegentlich bestimmte Regionen als sicher, und die Betroffenen befürchten dann eine Zurück- oder schnelle Ausweisung, weshalb sie einen evtl. doch vorhandenen Pass zurückhalten.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

@ Siltal:
... Mit Zustimmung eines Teils der Bevölkerung. Ob es die Mehrheit darstellt, bleibt unbewiesen. Und diese Entscheidung konnte nur durch ein Trommelfeuer volksverhetzender Propaganda von rechts zustande kommen - "folksupphetsning" oder so ähnlich ist m.W. auch in Schweden ein Straftatbestand. Aber wie in D scheint auch hier die Justiz zu feig zu sein, gegen die Hetzer durchzugreifen.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Sapmi »

desinderia hat geschrieben:@ Sampi: das hat nichts mit Rassismuss oder Sexismus zu tun....
Naja, es las sich halt so, als seinen Dir bestimmte Nationen lieber als andere, und evtl. auch Frauen lieber als Männer. Das meinte ich.
desinderia hat geschrieben: Leider habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass viele nur nach Deutschland wollen, weil "hier viel Geld und nix arbeiten".
Das es nicht nur gute Menschen auf der Welt gibt, war ja schon vorher bekannt. Da braucht man noch nicht mal in die Ferne zu schweifen. Wobei ich selbst bisher noch von keinem konkreten Fall weiß, in dem diese Einstellung einem Kriegsflüchtling nachgewiesen werden konnte. Aber wieso nicht, schwarze Schafe gibt's bekanntlich überall.

Wiederum ist es bei einer Freundin im Dorf so, dass sich Flüchtlingsfrauen ehrenamtlich engagieren.
desinderia hat geschrieben:Generell JEDEN als hilfsbedürftig anzusehen oder JEDEN als Schmarotzer ist falsch.
Ganz genau. Aber solange man die einzelnen Individuen nicht kennt, sollte für alle erst mal die Unschuldsannahme gelten. Eben so, wie wir es selbst auch wünschen würden, wenn wir in derselben Lage wären.
Sobald sich jemand daneben verhält, sieht die Sache natürlich anders aus, aber eben erst dann und dann auch nur für diese einzelne Person. Denn wir wollen als Deutsche ja auch nicht, dass man uns pauschal mit Nazis, Pegida & Co. in einen Topf wirft, oder?
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Sapmi »

siltal hat geschrieben:ob Schweden ein rassistisches Land ist. Es hat sich zu einem solchen entwickelt.
Und zwar in einem rasend schnellen Tempo. Innerhalb von nicht mal vier Monaten ("mein Land errichtet keine Mauern" Staatsminister Löfven am 6.Sept.2015) bis gestern die Abschottung an der Grenze eingeführt wurde.
Hier sehe ich es in etwa wie Grizzly2. Nicht das ganze Land hat sich so schnell zu einem rassistischen entwickelt, sondern die Regierung. Die Einstellung der Bevölkerung wird sich in diesem Zeitraum nicht völlig umgekehrt haben. Die Schwedendemokraten hatten ja schon 2014 so zugelegt, d.h. der rechtsradikale Bevölkerungsanteil ist nicht erst kürzlich entstanden. Und ich gehe mal davon aus, dass es wie in D nach wie vor ausreichend Menschen gibt, die diese rassistische Gesinnung überhaupt nicht teilen, sondern ihre Artgenossen aus anderen Kulturen eben auch als Artgenossen ansehen.
Nur ein evtl. wackliger, irgendwie unentschiedener Rest dazwischen, bzw. der vermutlich etwas bildungsfernere Teil davon, konnte ggf. von der Hetze z. T. mitgerissen werden. Wobei ich persönlich trotzdem nicht glaube, dass ein normaler Mensch einfach so zum Rassisten werden kann, weil irgendjemand anderes ihn mit entsprechenden Parolen zulabert. Andererseits: Was ist schon ein "normaler Mensch"? :?
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Elbfalas »

Die Regierung ist wohl auch kaum rassistisch geworden, aber möchte auch ungern die Schwedendemokraten an der Macht sehen also dachte die Regierung das wäre wohl richtig. Naja mal schauen ob das wirkt. Vielleicht hilft der Druck ja auch auf Europäischer Ebene. Ich bezweifle es leider. Würden nämlich alle EU Staaten zumindest ein paar Flüchtlinge aufnehmen hätten wir das Problem zumindest gelöst.
Ich glaube auch nicht das auf einmal alle Schweden rassisten sind. Jedoch überwiegen in den Medien die schlechten Geschichten über Flüchtlinge (inzwischen versucht man immer gute Geschichte zu bringen ;)) und die verunsichern natürlich Menschen. Genauso wie wenn man selbst mit Flüchtlingen schlechte Erfahrungen macht. Das schreckliche ist die Mehrheit durch eine sehr kleine Minderheit in den Dreck gezogen wird. Ich habe aber leider überhaupt keine Ahnung ob eine Aufklärungskampagne den nötigen Erfolg bringen würde oder was auch immer den Erfolg bringen würde.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

Da ich auf dem Land wohne und auch noch in einer Gemeinde, die einen der grössten prozentualen Anteil an Flüchtlingen aufgenommen hat....frage ich jetzt mal: Wo gährt es denn? Doch nur bei der Regierung, die wohl Gespenster sieht...

jedenfalls gährt es nicht, ich habe selten so viele Menschen gesehen, die sich so engagieren und zwar von beiden Seiten....
liebe Grüsse

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Lukä »

So siehts aus. Meine kleine Stadt hatte 2500 Einwohner. Inzwischen sind 600 Fluechtlinge dazugekommen. Hier gibt es keine Aufregung, hier gibt es Hilfe...
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Elbfalas »

In Schweden scheint es also nicht wie in Deutschland zu sein wo sich Fremdenhass offen zeigt. Pegida Demos, brennende Unterkünfet oder gar wie neulich sogar Schüsse auf eine Unterkunft....... Beängstigend was hier abgeht. AfD scheint ja immerhin nicht so stark zu werden wie andere Rechte woanders. In Frankreich und in GB konnte man nur durch das dortige Wahlsystem nochmal die Rechten zurück drängen (wobei das dort nur ein Problem in England zu schein seint).

Jetzt ist halt die Frage wo sind den die ganzen Schwedendemokraten Wähler und warum genau wählen sie die? Zum Glück ist ja vor der nächsten Wahl noch ein bisschen Zeit die SD wieder zurück zu drängen.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

Doch Elbfalas, das gibt es hier auch leider zur genüge...es gibt rechte Propaganda und viel zu viele die nicht hinterfragen. Es gibt brennende Unterkünfte und es gibt Anschläge, der auf die Schule in Trollhättan...

Es gibt auch sehr viele Probleme mit Personen mit Migrationshintergrund, kriminellen Gruppierungen. Und es gibt noch mehr, die die durcheinanderwerfen mit den Flüchtlingsströmen momentan.....aber, ich glaube je näher die Menschen dran sind am Thema, je mehr sie miteinander Kommunizieren, desto grösser ist die Bereitschaft zur Hilfe und auch die, auf den anderen zuzugehen...

Es gab hier sehr viele Aktionen, den Flüchtlingen zu helfen, zu spenden, Weihnachtsfeiern und Geschenke für die Kinder...bei uns im Ort haben im Gegenzug syrische Flüchtlinge auf der Weihnachtsfeier (!) gekocht...

Es gährt nur dort, wo die Menschen keinen Bezug zueinander haben. Und ich denke, das leider in den Städten die Problematik von Natur aus viel grösser ist, weil eben alles viel anonymer...

Hier auf dem Dorf, da kennt eben jeder jeden...und da kennt man auch schnell die Menschen, die neu dabei sind...mag hier vielleicht eine Ausnahme sein und woanders nicht so sein...
liebe Grüsse

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Elbfalas »

Ah danke für die Aufklärung! Dann müsste die Politik ja eigentlich wissen was sie zu tun haben....... .
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von vinbergssnäcka »

tja, wenn nicht die Politiker in Stockholm wären und das liegt manchmal glaube ich auf einem anderen Planeten...
liebe Grüsse

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Gislaveds Tjej
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

desinderia hat geschrieben:Von dem her finde ich es von den Schweden super, dass sie jetzt Grenzkontrollen eingeführt haben. Da kann sich die deutsche Regierung noch einiges abschauen.
Das hat jedoch nichts mit Rassismus oder Ausgrenzung wie Diskriminierung zu tun, sondern war durchaus eine Notwendigkeit. Es wurde ja bereits bekannt, dass viele ihre Pässe absichtlich wegwarfen, um mit dem Flüchtlingsstrom mitreisen zu können und ihre Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Das war eine unkontrollierbare Situation, die von anderen mit ausgenutzt wurde.

Ich würde nicht behaupten, dass viel Rassismus vorliegt. Mehr Vorsicht, Unsicherheit und Unverständnis ist aufgetreten, wenn kulturelle Probleme sichtbar werden. Aber das ist natürlich und sie versuchen zu helfen, wenn dies möglich ist.
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Grizzly2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

Lukä hat geschrieben:Meine kleine Stadt hatte 2500 Einwohner. Inzwischen sind 600 Fluechtlinge dazugekommen. Hier gibt es keine Aufregung, hier gibt es Hilfe...
Das ist schön zu hören. Anscheinend habt Ihr auch die Unterbringungsprobleme, über die Du meiner Erinnerung nach vor einiger Zeit geschrieben hast, lösen können ?

Ich erlebe immer wieder (kann jetzt nur von D sprechen), dass es in lebendigen Gemeinschaften gelingt, eine - im Verhältnis zur Einwohnerzahl - große Menge an Menschen zu versorgen und durch sie sogar neuer Schwung ins Dorfleben kommt, z.B. in Sprötze/Niedersachsen (wo mehr Flüchtlinge hinkamen als es bisher Einwohner gab), während es in kaputten Gemeinschaften v.a. in Ostdeutschland, wo nach Abwanderung der Fitteren und Aufgeschlosseneren eine überdurchschnittliche Anzahl an Deklassierten (v.a. Männern) übrig geblieben ist, zu abscheulichen Terroranschlägen kommt, wie zuletzt in Glaubitz und Bautzen.
Framsidan
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Framsidan »

Kein Mensch hat von Abschottung geredet. Das ist rein der Wortscha<tz/gebrauch von einigen hier.
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Sapmi
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Sapmi »

Framsidan hat geschrieben:Kein Mensch hat von Abschottung geredet. Das ist rein der Wortscha<tz/gebrauch von einigen hier.
??
Ist "von Abschottung reden" nicht identisch mit "Abschottung als Wortschatz gebrauchen"? *grübel*

69% (von den läppischen 1000 Befragten) sind schon recht viel, aber das heißt ja nicht, dass die alle radikal sind. Manche denken vermutlich einfach nicht so sehr über mögliche Alternativen für die Betroffenen nach.
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Grizzly2
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitrag von Grizzly2 »

In Deutschland gibt es das Phänomen, dass rassistische Resentiments und die Wählerstimmen für faschistische Hetzparteien wie AfD/NPD umgekehrt proportional zum Migrantenanteil der betreffenden Region zu- bzw abnehmen. D.h. die Leute lehnen das ab, wovon sie keine Ahnung haben da Migrantenanteil gering (zB ostdeutsche ländliche Regionen) bzw geben den Rassisten wenig Chancen dort wo es schon immer viele Migranten gab (zB Hamburg St. Pauli oder Berlin-Kreuzberg).
Ob es in Schweden ähnliche aufgeklärte bzw umgekehrt Dumpfbacken-Regionen gibt bzw ob die Umfrager auf eine entsprechende Verteilung geachtet haben, weiss ich nicht. Es sollte bei der Bewertung dieser Umfrage aber berücksichtigt werden.
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