Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

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Bohuslän
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Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Bohuslän »

Hallo
Ich möchte hier keinen Thread eröffnen, der wieder mal bei einigen Forenteilnehmern einen "Beissreflex" auslöst oder einfach nur "langweilig oder lustig " ist.
Ich würde gerne mit Euch in diesem Forum Erfahrungen austauschen, die sich ernsthaft mit dem Gedanken, wieder zurück zu gehen oder schon wieder in Deutschland oder in einem anderen Land leben.
Da dieses Thema anscheinend eine Provokation für einige Forenmitglieder darstellt, braucht Ihr nicht hier in aller Öffentlichkeit alles ausbreiten.
Ihr könnt mir auch eine private Nachricht senden.

Schönen Gruss
Bohuslän
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knut245
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von knut245 »

Hm, aber das ist ja nicht der Sinn eines Forums. Es wäre schon schön, wenn das Thema auch offen diskutiert würde. Natürlich unter Wahrung freundlicher Umgangsformen! Das kann doch nicht so schwer sein...
annie
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von annie »

Moin Forumgemeinde,

ich kenne Leute die sind nach noch längerer Zeit zurueck und sind nun Rentner mit schwedischer Rente in Deutschland.
Wenn man sich gar nicht nicht mehr wohl fuehlt, dann kann eine Rueckkehr helfen.
Letztendlich hilft die tolle Natur nur bedingt und in der hellen Jahreszeit, ich weiss wovon ich schreibe.
Man hat vorher im Leben keine Ahnung wohin sich alles entwickelt, ich selber hätte mir nie vorstellen können wieder in Deutschland zu leben. Heute bei 20 Grad, Torte und Kaffee an der Elbe, am Himmel Kraniche und Graugänse fand ich das gar nicht so uebel.
Deutschland hat den gewaltigen Vorteil, dass man eigentlich nicht untergehen kann. Jemand, der es geschafft hat so viele Jahre im Ausland zu leben, bekommt in seiner alten Heimat wieder Boden unter die Fuesse!

Andreas
Renovatio
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Renovatio »

Moin,

den Beissreflex habe ich auch schon kennen gelernt ;-). Nee aber mal Spass beiseite, wir planen den umgekehrten Schritt, wenn wir aus dem aktiven Arbeitsleben ausscheiden.

Erklärt mal in groben Zügen warum ihr zurück wollt ?

Danke,

Reno
mathiamu
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von mathiamu »

Ja, Bohuslän, mir wäre es auch lieber, wenn man das im Forum besprechen könnte. Schickt man eine Nachricht, dann kann es Dir passieren, dass Du alles zigmal erklären musst. Und Pöbeleien ignorieren wir ganz einfach. Interesse an Deiner Frage scheint ja vorhanden zu sein, sieht man die vielen Klicks bei "Zugriff".

Wir leben hier als Rentner und sind im April sechs Jahre hier. Es ist jetzt schon zu erkennen, dass das wohl eine Entscheidung auf Zeit war. Allerdings ist die Vorstellung, wieder in die Hektik Deutschlands einzutauchen, nicht gerade berauschend. Was bewegt Euch nach so vielen Jahren, über einen Schritt nachzudenken, der möglicherweise in seiner Konsequenz stärkere Auswirkungen hat als in jungen Jahren von daheim wegzugehen.

Wär schön, wenn doch hier eine Unterhaltung beginnen könnte. Liebe Grüsse Karin
Speedy
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Speedy »

Ja dieses Forum ist schon sehr speziell. Wie oft hat man geschrieben und ist angeeckt, Weil es den "Schwedenfanatikern" nicht passt wenn man Kritik an Schweden äussert.

Karin ich habe persönlich Kontakt zu Bohuslän und verstehe schon warum er hier nicht offen schreiben will. Warum ist es denn fuer Euch Eine Entscheidung auf Zeit? Gruss Erika
vinbergssnäcka
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von vinbergssnäcka »

Ja, schade, das ihr das Thema nicht im Forum diskutieren wollt, mich würde schon auch interessieren, warum man nach so langer Zeit zurückgehen möchte...ja und vor allem, wie man sich denn dann wieder an das Leben in Deutschland gewöhnt...oder vielleicht ist es garnicht so schlimm?

So kann ich leider auch nicht so viel dazu schreiben,wobei ich auch jemanden kenne, der nach so langer Zeit...oder noch länger wieder zurück ging...die Gründe waren verständlich, einerseits...andererseits...hmm ich weiss leider nicht, wie es dieser Person seither ergangen ist...
liebe Grüsse

Heike

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Bohuslän
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Bohuslän »

Hej
Erstmal möchte ich mich für euer reges Interesse zu diesem Thema bedanken.
Natürlich kann ich nicht pauschal sagen woran es liegt, das ich ans zurückkehren denke. Aber einer der Gründe ist die Isoliertheit.
Bevor hier der eine oder andere gleich meint, das das nur an mir läge, das man auch auf die Menschen zugehen muss, dem sage ich dies hier:
Wir haben wirklich viel gemacht um Anschluss zu finden, waren Politiker, haben Vereine gegründet, uns kirchlich engagiert, Flüchtlinge unterstützt...
Aber am Ende waren wir meist wieder alleine. Meine Frau hat einige sporadische Kontakte, aber keine richtigen Freunde. Die haben wir alle in Deutschland gelassen und haben immer noch Kontakt mit ihnen.
Es gibt da auch einen, wie ich finde wichtigen Aspekt - die Muttersprache. Im schwedischen habe ich immer dieses Gefühl, das wirklich wichtige und richtige nicht in eine fremde Sprache kleiden zu können.
Sobald wir im Urlaub in Deutschland sind, fühlen wir uns sicherer und werden trotzdem begleitet von zwiespältigen Gefühlen unserer langjährigen Wahlheimat gegenüber.
Wir hatten das nie vorher. Gefragt von anderen ob wir wieder zurück nach DE möchten, verneinten wir vehemend.
Aber nun ? Heimweh ist sicher das häufigste Motiv für Rückkehrer.
Frank
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von vinbergssnäcka »

Hallo Frank,

darf ich mal fragen, seit ihr denn inzwischen in Rente? Könnte mir vorstellen, das dieses Gefühl, isoliert zu sein dann stärker auftritt als wenn man noch voll im Berufsleben steht.

Hattet ihr vorher auch schon mal Heimweh? Hat sich für Euch nicht viel verädert in der Zeit, ich meine 26 Jahre, das ist doch ein langer Zeitraum...ich meine, inzwischen ist doch sicher nichts mehr so wie "damals".

Selber kann ich mir garnicht vorstellen nach Deutschland zu gehen...bei mir sinds aber erst 12 Jahre.....Heimweh hatte ich nie, da ich nie eine richtige Heimat hatte...ich wüsste garnicht wohin ich sollte in Deutschland...naja und dann habe ich fast alle Freunde in Schweden und durch meinen Partner auch eine Familie....das macht sicher viel aus...

Die Person von der ich schrieb, eine alte Dame, nun weit über die 80 istglaube ich vor zwei Jahren zurück nach Berlin, weil sie dort Kinder hat...aber alle Freunde und Bekannte, die hatte sie eigentlich hier...irgendwie hat sie hier immer dazu gehört....naja ich glaube nicht, das ihr das leicht gefallen ist, vom schwedischen Dorf in die deutsche Grosstadt..aber ich verstehe auch die Kinder, die ihre Eltern in der Nähe haben möchten, in dem Alter.
liebe Grüsse

Heike

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annie
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von annie »

Moin,

ich kann Franks Beweggruende gut nachvollziehen. Meine Frau ist in Schweden langsam aber sicher vor die Hunde gegangen.
Sie ist nur mir zu Liebe mit und dort völlig vereinsamt, trotz Kontakten zum Umfeld. Die Mentalität der Menschen ist sehr unterschiedlich und nicht jeder kommt mit der Art der Schweden klar. Das merkt man erst wenn man länger dort lebt.
Das gleiche kann einem sicher auch innerhalb Deutschlands passieren - ich habe das noch nicht ausprobiert.
15 Jahre habe ich in Schweden gelebt und gearbeitet, vom Verdienst her waren die Jahre o.k. vom zwischenmenschlichen
die Schlechtesten. Auch deswegen habe ich mich dann entschlossen, noch ein paar Arbeitsjahre in Deutschland zu verbringen.
Ein harter, unsicherer Weg, doch es ist mit Ende 50 noch machbar. Besser als emotional unterzugehen.
Ich habe mir immer Schweden als Option gelassen und zur Rente wollen wir so lange es geht pendeln - in unseren Augen optimal. Da kann man die guten Seiten beider Staaten fuer sich am Besten nutzen.

Gruesse von Andreas
Speedy
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Speedy »

Hallo Anni, da habt ihr auf grund der Familie aber Glueck gehabt, dass ihr nochmal Einen Job gefunden habt, das ist glaube ich das grösste Problem wenn man mit Ende 50 zurueck geht. Ich hätte keine solche Beziehungen und wuerde daher bei HAARTZ 4 landen und wer will das schon auf Dauer. Das ist der Grund warum ich noch hier bin.

Lg Erika
vinbergssnäcka
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von vinbergssnäcka »

annie hat geschrieben: Das gleiche kann einem sicher auch innerhalb Deutschlands passieren - ich habe das noch nicht ausprobiert.
japp, ich hab das leider ausgetestet.....vermutlich ist es ein wenig Lotterie, wo man landet...hier wie dort. Mir ging es (in Deutschland) so schlecht, das ich nicht mal in den Garten gehen wollte...Nachbarmobbing vom Feinsten...ich habe ja 8 Jahre lang parallel gelebt....von daher wusste ich auch ganz gut, wo ich lande....

ich denke da jetzt eher an meine Eltern, die ziehen komplett nach Schweden...hoffe, das bei ihnen nicht mal sowas wie Heimweh aufkommt.
liebe Grüsse

Heike

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Rallaren
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Rallaren »

Hej Bohuslän,
es würde von großer Dummheit zeugen, sollte Jemand Eure ernste Frage mit Beißreflex beantworten, Euch "anpinkeln".
Völlig unnötig, so zu reagieren. Hat ja bisher auch keiner gemacht, alle nehmen Euer Anliegen ernst.

Das Wichtigste ist doch, was habt Ihr mit Eurem Leben noch vor. Und danach solltet Ihr entscheiden.

Wie annie auch sagte, das Leben ändert sich, und Ihr auch.

Ich könnte mir jetzt auf keinen Fall vorstellen, wieder in Muttis Land zu ziehen. War grad erst in Berlin und wollte mit meinem Auto auf dem Radweg fahren. Diese Hektik, das Gemecker. Ich war erstaunt, daß ich 50 jahre dort "über"leben konnte.
Hier habe ich mir etwas aufgebaut, was mich bis an mein Lebensende beschäftigen kann, nicht muß.
Wie ich schon schrieb, ich komme aus Berlin. Da ist das Leben hier eine immerfortdauernde Kur.
So ist das heute.
Morgen kommt vielleicht ein Anruf von den Eltern, den Kindern. Sie brauchen Hilfe.
Oder mir geht die Waldeinsamkeit auf den Senkel, obwohl ich viele Kontakte, ja Freunde habe. Aber vielleicht will ich mich mal nicht nur mit meiner Kettenssäge unterhalten.
Wie auch immer, ich wäre in der selben Situation, wie Ihr.
Ich würde mir folgende Fragen stellen:
Wie kann ich in D meinen Lebensunterhalt bestreiten?
Kann ich LEBEN oder reicht es nur für das Minimum?
Wie bin ich krankenversichert?
Kann ich noch Arbeit finden, wenn es nötig ist?
Werde ich meine Freizeiterlebnisse, welches ich in Schweden gewohnt bin, erhalten können oder muß ich Abstriche machen? Falls ja: kann ich das akzeptieren?
Und dann noch das Wichtigste: Gehe ich Jemandem zur Last. Oder kann ich alles noch gut selber regeln.

Ich wünsch Euch jedenfalls viel Glück bei Eurer Entscheidung. Berichtet mal, wie es weitergeht.
Peter
annie
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von annie »

Hallo allerseits,

Glueck ist wie bei allen Unternehmungen im Leben ein wichtiger Faktor.
Unsere Familie hat uns mehr moralisch und beim Abfassungen von Bewerbungen unterstuetzt.
Nach einem Jobb in einer Firma gemeinsam, mit Dienstwohnung, kam die Kuendigung wie in Schweden - wer zuletzt kommt geht zuerst.
2 mal Job weg und Wohnung auch weg, die volle Packung.
Aus meiner Sicht gibt es 2 Hauptprobleme. In der deutschen Pampa bekommt man billig eine Wohnung, aber keine Arbeit.
In den Ballungsgebieten ist es genau umgedreht, da stehen bei einer "preiswerten" Bruchbude(min. 550 Euro kalt) Unmengen von Bewerbern. Wenn man da deutsch spricht und normal aussieht,wird man von den Mitbewerbern schräg angesehen, der Vermieter dagegen ist offen. Wer will allerdings in einer Bruchbude hausen - wir haben wahre Grotten besichtigt.
Ich war paar mal davor, das Handtuch zu schmeissen und gen schwedische Heimat zu fahren. Nur mein Wille hat mich bei der Stange gehalten und es hat sich letztendlich alles positiv entwickelt. Rueckschläge sind in unserem Alter sicher häufiger, davor ist man in Schweden genausowenig sicher.
Zum Thema Harz 4, wie weit kommt man in einem Flächenland mit ähnlichen Mieten, teureren Alltagsdingen und Lebensmitteln mit socialbidrag?
Beim Auswandern ist eines leichter, man ist juenger und hat mehr power. Der Rest ist zumindestens nicht schwerer.
Ich wuerde im momentanen Status beides wieder machen, hinterher sieht man manches reeller.

Gruesse von Annie
Sue239
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Sue239 »

vinbergssnäcka hat geschrieben:Ja, schade, das ihr das Thema nicht im Forum diskutieren wollt, mich würde schon auch interessieren, warum man nach so langer Zeit zurückgehen möchte...ja und vor allem, wie man sich denn dann wieder an das Leben in Deutschland gewöhnt...oder vielleicht ist es garnicht so schlimm?

So kann ich leider auch nicht so viel dazu schreiben,wobei ich auch jemanden kenne, der nach so langer Zeit...oder noch länger wieder zurück ging...die Gründe waren verständlich, einerseits...andererseits...hmm ich weiss leider nicht, wie es dieser Person seither ergangen ist...
Hallo, auch ich möchte nun etwas dazu schreiben. Ich habe 6 Jahre in Gällivare gewohnt. Also ganz weit oben. Musste aus privaten Gründen mit fast 50 wieder nach Deutschland. Nun bin ich seit fast 6 Jahren wieder hier und kann mich immernoch nur schwer einleben, Ja, es ist wohl Heimweh. Deshalb nutze ich jeden Urlaub um wieder nach "Hause" zu fahren. Deutschland-Schweden, ein wirklich großer Unterschied in der Mentalität. Ich hatte nie Probleme mit den Schweden und hatte und habe immernoch guten Kontakt und Freunde. Das ist bestimmt immer für jeden Menschen anders. Ich liebe die schwedische Sprache wo man alles so schön umschreiben kann. Aber, ich muss auch sagen, ich brauchte meine Zeit um mich dort einzugewöhnen. Trotz allem, wieso ist die Fazination vieler Deutscher von Schweden so groß? Ist es wirklich nur die Natur? Oder ist es weil man als Mensch wahrgenommen wird und nicht als das was man leistet? Wie hat Ihr das erlebt? Lieben Gruß an alle Auswanderer und Heimkehrer!
Frapo
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Frapo »

Hallo,
ich finde dieses Thema äußerst interessant, da wir, meine Frau unser z. Zeit 4 Hunde und ich als Renter nach Schweden auswandern wollen.
Ich bin schwerbehinder und kann ab 01/2014 in Rente gehen. Zur Zeit sparen wir noch für ein Haus mit Grundstück in Mittelschweden (auf Höhe Uppsala - Örebrö) und wegen unserer Hunde nicht zu nah am nächsten Nachbarn ;)
Da wir hier, Speckgürtel Berlins, nur ein Haus zur Miete haben, uns dies dann nicht mehr leisten können haben wir uns für Schweden entschieden. Durch unsere Hundezucht haben wir auch einige Bekannte in Schweden und sind des öfteren dort :-flagge2
Wenn wir dort sind geniessen wir die freundlichkeit der Schweden und auch die Ruhe, daß ist wohl so wenn man über 20 Jahre mitten in Berlin gewohnt hat :)
Liebe Grüße aus Berlins Speckgürtel Falkensee
Franz
annie
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von annie »

Hallo Sue,

ich habe permanent Heimweh nach meiner Waldinsel, mit dem Einleben hatte ich nur die Freizeit und das Wohnen betreffend Probleme. Die habe ich ziemlich bewältigt.
Ich wollte damals nicht nach Schweden wei ich die Schweden liebe, sondern die nordische Natur. Im Gegensatz zu Dir finde ich die schwedische Sprache Wortarm, man muss vieles umschreiben und das kann dann auch mal in die Hose gehen.
Du hast im Norden gelebt, da sollen die Schweden offener sein. Wir haben im schwedischen Bayern gelebt, die sprechen da so schlechtes Schwedisch, dass sie in Stockholm schon nicht mehr verstanden werden. Auch vom mentalen ist man dort sehr eigen, wenn man nicht Johannsson, Carlsson, Andersson und natuerlich Svensson heisst wird es schwerer. Wir haben gute Bekannte unter den dortigen Schweden, Freunde haben wir nicht gefunden( findet man in Deutschland auch nicht mehr).
Ich liebe mehr als zuvor die schwedische Landschaft, die etwas ganz Tolles ausstrahlt. Mit den Einheimischen sieht das bei mir genau umgedreht aus. So ist das eben mit persönlichen Ansichten, die sind zum Glueck vielfältig.

Viele Gruesse von Annie
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Gislaveds Tjej
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Gislaveds Tjej »

Das ist ja lustig! Ich bin von Berlin-Spandau nach Schweden "geflohen" :-flagge2

Die Frage nach dem "warum Schweden" ist eine sehr gute.

Für mich waren es immer die Berichte über das Land im Fernsehen, die Kinderfilme und Erzählungen von Bekannten, die mich neugierig machten. Bereits bei meinem ersten Kurzbesuch von paar Tagen in Schweden 2005 wurde ich richtig traurig als es zurück nach Deutschland ging. Ich wollte nicht. 2007 war ich dann mit meinem Freund in Schweden auf einen längeren Urlaub und da stand dann der Beschluss ganz schnell fest dorthin auszuwandern.

Wir hatten uns beide nicht mehr mit Deutschland identifizieren können, da wir bereits einmal die Heimat verloren hatten, nach der wir uns sehnten. Das war der eigentliche Grund, wie ich nun im Nachhinein herausfand, warum ich Deutschland den Rücken kehrte. Es ging uns gut in Deutschland, kein Zweifel, aber wenn das Land nicht zur Heimat wird, dann muss man ziehen, geht unter oder wird verrückt.

Ich muss sagen, dass ich hier in Schweden in einer sehr guten Ecke gelandet bin und hoffe auch, hier bleiben zu können. Ich habe unglaublich viele tolle Menschen kennengelernt, die einen wertschätzen, was ich (gerade in Berlin) vermisste. Sie gaben mir so viel Positives, so dass ich hoffe, dass ich dies halten werde und weitergeben kann. Ich merke hin und wieder selbst, wie sehr mich Deutschland bereits zerfressen hatte, aber gebe mir doch die Mühe, mir die schwedische Natürlichkeit abzuschauen. Das ist eigentlich das Meiste, was ich so an den Schweden mag. Ohne Hintergedanken, mit kindlicher Neugier und starker positiver Wertschätzung einen Menschen zu sehen. Auch das positive Erlebnis: "Ja, ich kann eine Sprache lernen" gab mir viele Möglichkeiten, die mir so in Deutschland verborgen geblieben wären. Ich dachte immer, dass ich "kein" Sprachgenie bin. Inzwischen weiss, dass man es nicht sein muss, sondern es nur auf das Erlebte ankommt, wie man eine Sprache vermittelt bekommt. Der Sfi-Unterricht war das Tollste, was ich überhaupt erleben durfte. Ich liebe es, schwedisch zu sprechen (habe auch kein deutsches TV) und lerne beinah jeden Tag ein neues Wort oder Ausdruck kennen. (Btw. die Schweden können auch sehr gut um- und beschreiben, sich blumig oder direkt ausdrücken. Was dieses Gefühl evtl. hervorrufen könnte ist, dass sie viele Wörter der Doppelbedeutung haben, was wir so in Deutschland nicht kennen. Das fühlt sich zunächst sehr befremdlich an und ich suche oft nach meinen "unnötigen" Fühlwörtern, die ich gerne anwende, wenn ich deutsch spreche. Umgekehrt kann es nur wieder positiv sein, sich nicht zu sehr zu verschachteln. ;) )

Natürlich ist nicht alles positiv und Schweden verändert sich auch wie sein soziales Miteinander. Das merkt man selbst in der kurzen Zeit (nach 1 1/2 Jahren), die man hier bisher lebte. Die Einstellung hatte ich gleich zu Beginn: jedes Land hat seine positive und negative Seite. Den Alltag gibt es ebenso überall. Aber ich schätze es sehr, dass Themen angesprochen und diskutiert werden, die in Deutschland ganz schnell wieder untergehen und dort nicht der Rede wert sind. Was viele Deutsche bemängeln ist das Gesundheitssystem, wo ich nur mit den Schultern zucken kann. Es ist weder in Deutschland oder in Schweden besser oder schlechter. Geschichten, die ich hier höre, kenne ich auch umgekehrt dort oder von dort nach hier.

Es ist eigentlich ganz allein die eigene Lebensgeschichte und die damit verbundenen eigenen persönlichen Erfahrungen, die ein Land entweder lebenswert macht oder nicht. Ich weiss noch nicht, ob ich auch in Zukunft darüber nachdenken werde, zurückzukehren oder nicht, aber vieles hängt wirklich davon ab, wie man sich selbst fühlt und diesem Gefühl sollte man folgen.

Für mich fühlt es sich falsch an, nach Deutschland zu reisen. Ich bin glücklich, wenn ich wieder zurück in Schweden bin. So sieht es für mich in diesem Augenblick aus.

Solltet ihr also zurückkehren, dann wünsche ich euch alles Gute dabei ;) Zu Hause ist man ja doch dort, wo man sich am Wohlsten fühlt - und das kann und darf überall auf der Welt sein. :bowler:
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vinbergssnäcka
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von vinbergssnäcka »

:thumbsup: schön beschrieben....
liebe Grüsse

Heike

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Sue239
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Sue239 »

Gislaveds Tjej hat geschrieben:Das ist ja lustig! Ich bin von Berlin-Spandau nach Schweden "geflohen" :-flagge2

Die Frage nach dem "warum Schweden" ist eine sehr gute.

Für mich waren es immer die Berichte über das Land im Fernsehen, die Kinderfilme und Erzählungen von Bekannten, die mich neugierig machten. Bereits bei meinem ersten Kurzbesuch von paar Tagen in Schweden 2005 wurde ich richtig traurig als es zurück nach Deutschland ging. Ich wollte nicht. 2007 war ich dann mit meinem Freund in Schweden auf einen längeren Urlaub und da stand dann der Beschluss ganz schnell fest dorthin auszuwandern.

Wir hatten uns beide nicht mehr mit Deutschland identifizieren können, da wir bereits einmal die Heimat verloren hatten, nach der wir uns sehnten. Das war der eigentliche Grund, wie ich nun im Nachhinein herausfand, warum ich Deutschland den Rücken kehrte. Es ging uns gut in Deutschland, kein Zweifel, aber wenn das Land nicht zur Heimat wird, dann muss man ziehen, geht unter oder wird verrückt.

Ich muss sagen, dass ich hier in Schweden in einer sehr guten Ecke gelandet bin und hoffe auch, hier bleiben zu können. Ich habe unglaublich viele tolle Menschen kennengelernt, die einen wertschätzen, was ich (gerade in Berlin) vermisste. Sie gaben mir so viel Positives, so dass ich hoffe, dass ich dies halten werde und weitergeben kann. Ich merke hin und wieder selbst, wie sehr mich Deutschland bereits zerfressen hatte, aber gebe mir doch die Mühe, mir die schwedische Natürlichkeit abzuschauen. Das ist eigentlich das Meiste, was ich so an den Schweden mag. Ohne Hintergedanken, mit kindlicher Neugier und starker positiver Wertschätzung einen Menschen zu sehen. Auch das positive Erlebnis: "Ja, ich kann eine Sprache lernen" gab mir viele Möglichkeiten, die mir so in Deutschland verborgen geblieben wären. Ich dachte immer, dass ich "kein" Sprachgenie bin. Inzwischen weiss, dass man es nicht sein muss, sondern es nur auf das Erlebte ankommt, wie man eine Sprache vermittelt bekommt. Der Sfi-Unterricht war das Tollste, was ich überhaupt erleben durfte. Ich liebe es, schwedisch zu sprechen (habe auch kein deutsches TV) und lerne beinah jeden Tag ein neues Wort oder Ausdruck kennen. (Btw. die Schweden können auch sehr gut um- und beschreiben, sich blumig oder direkt ausdrücken. Was dieses Gefühl evtl. hervorrufen könnte ist, dass sie viele Wörter der Doppelbedeutung haben, was wir so in Deutschland nicht kennen. Das fühlt sich zunächst sehr befremdlich an und ich suche oft nach meinen "unnötigen" Fühlwörtern, die ich gerne anwende, wenn ich deutsch spreche. Umgekehrt kann es nur wieder positiv sein, sich nicht zu sehr zu verschachteln. ;) )

Natürlich ist nicht alles positiv und Schweden verändert sich auch wie sein soziales Miteinander. Das merkt man selbst in der kurzen Zeit (nach 1 1/2 Jahren), die man hier bisher lebte. Die Einstellung hatte ich gleich zu Beginn: jedes Land hat seine positive und negative Seite. Den Alltag gibt es ebenso überall. Aber ich schätze es sehr, dass Themen angesprochen und diskutiert werden, die in Deutschland ganz schnell wieder untergehen und dort nicht der Rede wert sind. Was viele Deutsche bemängeln ist das Gesundheitssystem, wo ich nur mit den Schultern zucken kann. Es ist weder in Deutschland oder in Schweden besser oder schlechter. Geschichten, die ich hier höre, kenne ich auch umgekehrt dort oder von dort nach hier.

Es ist eigentlich ganz allein die eigene Lebensgeschichte und die damit verbundenen eigenen persönlichen Erfahrungen, die ein Land entweder lebenswert macht oder nicht. Ich weiss noch nicht, ob ich auch in Zukunft darüber nachdenken werde, zurückzukehren oder nicht, aber vieles hängt wirklich davon ab, wie man sich selbst fühlt und diesem Gefühl sollte man folgen.

Für mich fühlt es sich falsch an, nach Deutschland zu reisen. Ich bin glücklich, wenn ich wieder zurück in Schweden bin. So sieht es für mich in diesem Augenblick aus.

Solltet ihr also zurückkehren, dann wünsche ich euch alles Gute dabei ;) Zu Hause ist man ja doch dort, wo man sich am Wohlsten fühlt - und das kann und darf überall auf der Welt sein. :bowler:
Hej Gislaved tjej!!!
Das zu lesen, bereitet mir Gänsehaut. Wie schön Du es dort gefunden hast! Ich wünsch Dir alles Gute! Mach das Beste draus. Vielleicht treffen wir uns mal, im Sommer? Wir sind immer in der Nähe von Bursryd in Urlaub!
Ha en bra dag!
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von kedi »

Bei mir sind es noch keine 26 Jahre, sondern erst 3 Jahre und ich denke schon an eine Rückkehr nach Deutschland. Unterm Strich hat mich Schweden enttäuscht. Was vielleicht daran liegt, dass ich auf dem Land wohne, kaum Nac hbarn habe, somit wenig Gelegenheit Kontakte zu knüpfen. Allerdings machen es die Schweden einem auch nicht gerade leicht. Diese eingeschworenen Land/Dorfgemeinschaften lassen einem Fremden kaum Zutritt. Das Gesundheitssystem ist eine Katastrophe. Mir fehlen viele Dinge hier.
Ich kann nur jedem raten sich sehr genau zu überlegen ob er wirklich in Schweden leben möchte. Das Pippi Langstrumpf Bild ist leider nicht alles.
Um jedem Besserwisser gleich mal den Wind aus den Segeln zu nehmen: ich musste hierher kommen, da mein Mann aus berúflichen Gründen in Schweden leben "darf"!
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Knäckebröd:) »

Dass Dorfgemeinschaften Fremde nicht aufnehmen ist in Deutschland genauso (zumindestens hier)...
Ett gott skratt förlänger livet
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Abborre
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Abborre »

Hej,
ich fahre seit meiner Kindheit ab 1979 regelmäßig nach Schweden, meine Frau seit 1990.
Wir haben unzählige wunderschöne Wochen und Tage dort verbracht, und sind durch unserer Ferienhaus dort auch ein Stück zu Hause.
Wir geniessen es jedesmal dort zu sein und nach Hause zu kommen- in erster Linie die Natur und die Ruhe. Wir glauben aber daß es sehr schwer ist, in Schweden wirkliche Freunde zu finden. Jeder der bei uns vorbeikommt grüßt und winkt freundlich- man wechselt ein paar belanglose Worte- das war`s. Hin und wieder haben wir auch Schweden zu uns eingeladen, nur sehr selten kam eine Einladung zurück.
Das passt auch zu dem, was wir von ausgewanderten Deutschen in Schweden erfahren haben. Alle sind oberflächlich nett und auch sehr hilfsbereit- aber abends sitzt dann wieder jeder für sich alleine in seiner Hütte.
Das wäre einer der Gründe, warum für uns eine Auswanderung ausgeschlossen ist. Wir sind jetzt beide Mitte 40, haben in Deutschland gute Jobs, noch ein paar Jahre zu arbeiten bis zur Rente und einen großen Freundeskreis. Wir fühlen uns hier wohl, denn Deutschland ist ein schönes Land mit einer kulturellen Vielfalt die seinesgleichen sucht.
Wir könnten uns vorstellen im Rentenalter den Sommer in Schweden zu verbringen- aber unsere deutsche Heimat würden wir niemals aufgeben. Trotzdem ist es gut zu wissen, daß man dort oben noch einen Rückzugsort hat. Denn man weiß ja ohnehin nicht wie das Leben mit einem umspielt.

:flagge3: Jörg und Sandra
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Bohuslän
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Bohuslän »

Hallo an alle hier im Forum
Als erstes möchte ich mich für das grosse Interesse an diesem Tread bedanken. Selber hatte ich lange überlegt,
ob es wirklich klug ist, in einem Forum, das Schweden oft als das grosse Vorbild für den Rest der Welt erscheinen lässt, auch mal etwas weniger positives zu erzählen.
Der Sinn war ja nicht, das Land und seine Menschen weniger schön und vorbildlich erscheinen zu lassen, sondern mit unseren persöhnlichen Erfahrungen hervor zu treten.

Glücklicherweise waren meine Befürchtungen grundlos.

Meinen Respekt ebenfalls an diejenigen hier, die über ihre persöhnlichen Erfahrungen schreiben.
Der Wunsch, zurück zu kommen wird grosser und grösser.
Ich glaube, man nennt das Heimweh...

Frank
Framsidan
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von Framsidan »

Bohuslän hat geschrieben:Hallo an alle hier im Forum
Als erstes möchte ich mich für das grosse Interesse an diesem Tread bedanken. Selber hatte ich lange überlegt,
ob es wirklich klug ist, in einem Forum, das Schweden oft als das grosse Vorbild für den Rest der Welt erscheinen lässt, auch mal etwas weniger positives zu erzählen.
Der Sinn war ja nicht, das Land und seine Menschen weniger schön und vorbildlich erscheinen zu lassen, sondern mit unseren persöhnlichen Erfahrungen hervor zu treten.

Glücklicherweise waren meine Befürchtungen grundlos.

Meinen Respekt ebenfalls an diejenigen hier, die über ihre persöhnlichen Erfahrungen schreiben.
Der Wunsch, zurück zu kommen wird grosser und grösser.
Ich glaube, man nennt das Heimweh...

Frank
Genau Frank das Heimweh kommt dann immer mehr umso älter man wird. Wenn dann noch Kinder oder Enkelkinder da sind in der alten Heimat dann wirds noch schlimmer.

Ich habe jetzt nicht mehr alles nachgelesen, ursäkta mig för det. Ich bin jetzt im 36. Jahr in Schweden und es ist meine Heimat geworden. Habe nur positive Erfahrung gemacht ausser beim Gesundheitswesen das ich leider in Anspruch nehmen musste und muss.

Aber meine ursprüngliche Heimat sitzt tief im Herzen. ;)

Also tu das was du glaubst ist für dein Wohlbefinden das beste.

Framsidan
ZEITSPRUNG
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von ZEITSPRUNG »

Ja - alle Gründe, die hier angesprochen werden kann ich gut nachvollziehen - die andere Mentalität - ganz besonders hier im hohen Norden - ist gewöhnungsbedürftig - Fettnäpfchen für ahnungslose - oder gar temperamentvolle "Deutschsüdländer" stehen reichlich bereit - reintrampeln - staunen - lernen ! Abgesehen von seltenen Erfahrungen mit Ablehnung durch Schweden innerhalb acht Jahren seit meiner Einwanderung, hatte ich eher Probleme mit Deutschen und deren kuriose Vorstellung von großer Freiheit in Schweden - die sie in Deutschland wohl nicht ausleben konnten. Fluchtwechsel in die Schwedenwildnis ? Klar - das ist mein ganz persönliches Problem, denn ich leide unter dem Helfersyndrom - selber Schuld kleine Eva ! Nun stecke ich bis zum Hals in großen Schwierigkeiten, da mein Partner nach genau 25 Ehejahren anfing mich plötzlich brutal zu schlagen und mental zu tyrannisieren - zu isolieren und durch Rufmord zu diskreditieren ! Von einer Anzeige wegen mehrfacher brutaler Körperverletzung habe ich bis heute abgesehen, weil ich in Sorge um acht Hund bin und nicht weiß, was geschieht, wenn ich das tue ! Sieben Hunde sind in verantwortungsloser Weise zusätzlich ( wir kamen mit vier Hunden 2006 nach Schweden ) ein Jahr nach der Einwanderung ohne Absprache hinter meinem Rücken angeschafft worden - das war damals ein Schock für mich und um endlos nervende Streits zu vermeiden, gab ich nach - nichtsahnend auf was ich mich da einließ. Ich versuche mal hier jetzt abzukürzen : zwei Hunde starben inzwischen durch "Vergesslichkeit" und Wut - ich suche ein Haus um mit den Tieren endlich in Sicherheit und Frieden leben zu können - es sind meine Kinder - und ich werde sie nicht im Stich lassen ! Ich habe die Hoffnung dann auch endlich Schweden - Land und Leute - wirklich kennen zu lernen - ich habe bis jetzt sehr vereinsamt und verunglimpft nur für ein Überleben existiert. Zurück nach Deutschland mit acht Hunden ? Das wäre ein unerschwingliches Projekt !!! Bitte drückt mir die Daumen, daß ich nun endlich ein geeignetes Haus finde und helfende Hände für diese Rettungsaktion . Ich grüße Euch
calle
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von calle »

Hej Zeitsprung,

das hört sich ja ganz gruselig an und sollte eigendlich für uns Europäer langsam der Geschichte angehören.Scheidungen sind hier in Schweden ganz einfach!!! Kümmere Dich am besten sofort darum!!! Die Scheidung reichst Du beim Amsgericht ein. Einfach Ansuchen formlos unterschreiben. Dein Mann muss in die Scheidung einwilligen. Notfalls wird die Kenntnisnahme von der Polizei eingeholt. Danach bleibt alles weiterhin ganz einfach Euer Bisitz wird halbiert, wenn Ihr Euch nicht einig werdet über einen neutralen Anwalt, die Kosten werden von dem Bestand abgezogen. Es gibt da wenige Ausnahmen unter die Du wahrscheinlich nicht fällst. (Das betrifft mehr die ausklügelnden Reichen :) ) Hast Du keine Kinder unter 16 Jahren seid Ihr nach einem viertel Jahr auseinander, mit Kinder musst Du ein halbes Jahr warten und dann wieder bestätigen, dass Du Dich scheiden lassen willst. Sorgerecht für die Kinder wird gewöhnlich halbiert. Ich führe das hier nur deshalb ein wenig näher aus, damit vor allem Frauen begreifen, dass man hier in Schweden weder Recht- noch Mittellos aus einer Scheidung geht! Hundemisshandlungen werden hier auch gar nicht gern gesehen und sind ein Fall für den Tierschutzverein, kurzer Tipp von Dir reicht völlig.
Du wirst sehen, nächstes Jahr scheint Dir die Sonne schon freundlicher im Leben.
Schreib notfalls an meine PN, wenn Du noch etwas Konkretes wissen musst.
ZEITSPRUNG
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Re: Nach 26 Jahren zurück nach Deutschland ?

Beitrag von ZEITSPRUNG »

Bohuslän hat geschrieben:Hallo
Ich möchte hier keinen Thread eröffnen, der wieder mal bei einigen Forenteilnehmern einen "Beissreflex" auslöst oder einfach nur "langweilig oder lustig " ist.
Ich würde gerne mit Euch in diesem Forum Erfahrungen austauschen, die sich ernsthaft mit dem Gedanken, wieder zurück zu gehen oder schon wieder in Deutschland oder in einem anderen Land leben.
Da dieses Thema anscheinend eine Provokation für einige Forenmitglieder darstellt, braucht Ihr nicht hier in aller Öffentlichkeit alles ausbreiten.
Ihr könnt mir auch eine private Nachricht senden.

Schönen Gruss
Bohuslän
Hallo,
gut dass dieses Thema einmal angesprochen wird. Nachdem, was ich hier in über neun Jahren in der engeren Umgebung an Rückflucht erlebt habe, kann ich immer wieder erkennen, dass Auswanderungen wohl oft zu unüberlegt und uninformiert stattfinden. Oder als eine Flucht vor Deutschland aus irgendwelchen Gründen. Ferien in Schweden - wunderbar ! Leben mit allen Konsequenzen in Schweden ist schon eine ganz andere Sache - vor allem im hohen Norden. Die sehr langen harten Winter werden meistens unterschätzt - die Romantik verschwindet wenn Weihnachtsschnee zu lange nachlegt und dann anstrengend und lästig zu werden beginnt. Menschen denen das nicht liegt laufen Gefahr totunglücklich zu werden, wenn sie dann wegen irgend einem Umstand gezwungen sind weiterhin im Land bleiben zu müssen ! Das harte Leben im Norden wird zur Folter wenn man angekettet ist und eine Rückkehr nicht durchführbar . Arbeitslosigkeit trotz bester Aussichten am Anfang - Persönlichkeitsveränderung beim Partner - sozialer Absturz - Partnerverlust oder Krankheiten können dann aus dem Traumland eine Hölle machen. Viele traurige Geschichten habe ich mit bekommen und meine eigene ist auch nicht besser - nur - Köfferchen packen und ab ins Auto - weg - geht nicht wenn man aus Liebe zum Tier die Verantwortung für leichtsinnig ins Leben gesetzte Hunde übernommen hat - da heißt es durch halten und das Beste daraus machen ! Allein !!! Grüße aus dem hohen Norden und an alle Tierschützer da draussen - Anastasia
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