Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

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halvar-von-flake
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Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von halvar-von-flake »

Schweden sucht derzeit gezielt nach bauunternehmern die sich gut mit Energieeffizientem Bauen auskennen.
Hier ist deutsches know how gefragt.
Gerade in dem Bereich Niedrigenergiehaus sollten Unternehmer die Erfahrung in diesem Bereich haben sich auf Schweden konzentrieren
Die Bauwirtschaft in Schweden boomt. Insbesondere in den Bereichen Energieeffizientes Bauen und der energetischen Wohnungsbausanierung bietet das skandinavische Land ein enormes Geschäftspotenzial.

Deutsches Know-how ist in diesem Sektor besonders gefragt. Nach einem Einbruch des Wohnungsneubaus im Jahr 2009 hat sich dieser 2010 und 2011 mit einer taxierten Steigerung der Investitionen von insgesamt satten 37 Prozent von der kurzen Krise erholt, und dürfte auch in den Folgejahren hohe Zuwächse einfahren. Auch der sich auf hohem Niveau bewegende und stark angestiegene Wohnungsumbau nimmt weiter zu. Deutsches bzw. bayerisches Know-how ist auch in Schweden gerade im Sektor der Energieeffizienz im Gebäudebereich stark gefragt.

Also die Bayern sind es die hier Federfuehrend sind.
Die grössten Kritiker der Elche waren selber welche!
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Zimmerer
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von Zimmerer »

Hallo,
na wo hast du den Quatsch her?
Die schwedische Bauwirtschaft macht zur Zeit bestimmt keine grossen Spruenge.
Seit 2009 bis heute sind die Neubauten um ueber 50% zurueckgegangen.
Auch der Wohnungsneubau liegt am Boden und wird hoffentlich bald wieder von der Politik aufgepeppelt.
Was sollen wir denn mit deutschem Know How hier wenn wir im Normalbereich schon Dächer mit einem U-wert von 0,09 haben. Das ist kaum noch zu toppen.


mit freundlichen Gruessen,

Zimmerer
halvar-von-flake
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von halvar-von-flake »

Der Quatsch stammt von der Deutsch schwedischen Handelskammer, die wirbt derzeit Deutsche Unternehmer an und vermittelt auch die Aufträge.
Nachzulesen bei der Deutsch schwedischen Handelskammer.
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Zimmerer
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von Zimmerer »

Na dann mal los deutscher Unternehmer.

Hier meine Empfehlung die man sich aber vorher mal durchlesen sollte.

http://www.byggvarlden.se/nyheter/narin ... t-fran-scb

Sieht eher nicht wirklich rosig aus.
Zuletzt geändert von Zimmerer am 17. Mai 2012 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
calle
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von calle »

Immer diese Miesmacherei. Es herrscht in ettlichen Gegenden akute Wohnungsknappheit. Bauen ist hier nicht billig, darum scheut man sich vor Neubauten und renoviert statt dessen viel. Ein wenig Wagemut ist gefragt aber durch lamentieren kommt man nicht weiter. habe selber im vorigen jahr 4 Häuser mit einer deutschen Baufirma gebaut, gute Erfahrungen damit gemacht und kann es nur weiterempfehlen. Die gleiche Firma baut jetzt gerade an einem Wohnblock mit 30 Wohnungen. Ihr zweiter Einsatz nach mir hier. Geht also.
Framsidan
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von Framsidan »

Calle auch wenn in vielen Gegenden Wohnungsknappheit herrscht heisst das noch lange nicht dass ein Bauboom ist.

Wie du auch schreibst, ist bauen teuer. Gerade Jugendlich die Wohnung suchen oder Rentner die eine kleinere wohnung haben wollen, können sich die neugebauten Wohnungen nicht leisten.

Wir haben uns einige angeschaut aber da muss man schon Grossverdiener sein.

Framsidan
calle
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von calle »

Na mal im Ernst, besteht dieses Forum etwa nur im Bangemachen, und so grob wie sich der "Zimmerer" einen guten Tipp gegenüber ausdrückt, würd ich Ihn auch nicht anstellen. Der Ton macht hier in Schweden ganz schön die Musik
Handwerkermangel herrscht zuminstest bei den guten ihres Faches in jedem Fall. Habe gerade 5 Wochen auf einen Fliesenleger gewartet, der eine Arbeit für mich machen sollte. Meine Tischler kommen auch nur, weil sie mich nicht als Kunde verlieren wollen, aber stehn immer unter Druck und mein Klemtner kommt wahrscheinlich erst in 3 Wochen, obwohl er heute schon was zu tun hätte. Soviel zum dauernd lamentierten "No-Change" auf Arbeit. Hier scheinen doch Theorie und Praxis sehr zu klaffen. Und ich stehe nicht alleine, es ist einfach so üblich hier bei uns in Schweden lange auf gute Handwerker warten müssen. Ein paar mehr Handwerker schaden gewiss nicht.
Zimmerer
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von Zimmerer »

@ calle,
na dann bin ich aber froh das ich seit einigen Jahren sehr erfolgreich zwei Unternehmen fuehre und mich nicht Anstellen lassen muss.
Ich denke dass man immer zwei Seiten einer Medalie betrachten sollte und die tatsächlichen Zahlen nicht das Wiedergeben,was am Anfang dargestellt wurde. In Schweden ist auch nicht alles Gold was glänzt. Und im Uebringen ist das nur verständlich das in einigen Gebieten ( ich meine jetzt nicht die Ballungsgebiete) Wohnungsknappheit herscht da man teilweise seinen Einsatz nachher nicht wieder raus hat. Wenn hier natuerlich ein deutsches Unternehmen sich findet welches die Kosten niedrig hält dann ist das sicher zu begruessen. Es ist aber auf keinen Fall so hier ( in Schweden) das sich die Leute die Finger dannach lecken gutes deutsches Handwerk zu honorieren.
Aber um Eigentlich noch mal auf den Anfang des Threats zu kommen, in Schweden wird schon seit Jahren Energieefizent gebaut und der einzige Grund warum der gute deutsche Handwerkerbetrieb gesucht wird ist um die Kosten niedrig zu halten.
Dies hat nicht wirklich etwas mit Bauboom zu tun, dies läst sich sehr leicht mit dem vorher beigefuegten link nachvollziehen.
Wenn ich dabei etwas grob am Anfang des Threats ruebergekommen bin dann war dies nicht so gemeint.

Hier nochmals ein Thread zum Thema Bauboom.
Hier haben bald 40 Handwerker die möglichkeit sich bald Selbständig zu machen da sie bald ohne Festananstellung sind.

http://www.hoglandsnytt.se/nyheter/40-f ... itfonster/
calle
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von calle »

Hej Zimmerer,
selbstverständlich geht es beim Bau darum, gut und kostengünstig zum Ziel zu kommen. Hat man in Deutschland nicht inzwischen auch massenweise Ausländer am Bau? Stell Dir vor Du hat die Wahl zwischen 5 Fliesenlegen, der eine bekommt noch nicht einmal gerade Fugen hin, ein anderer versteht sein Handwerk auch nur begrenzt, weil alles Wasser aus der Bodendusche in Bad läuft, Anfängerfehler eines jahrelangen "Profis" und so lässt sich über jeden was sagen auch über den, der sich Deine Wünsche anhört, sie sinnvoll ergänzt und schnell und sauber seine Arbeit erledigt. Wen würdest Du das nächste Mal wieder nehmen oder weiter empfehlen?. Es endet oft damit das dieser Eine die Arbeit für die anderen zwei auch gleich mit macht und man lieber 4 Wochen auf ihn wartet.
Arbeitslosigkeit ist ein ganz schöner Papiertiger für manche und für andere nicht zu erlegen. Und diese Tiger findest man überall. Gehe ich ins Turistenbüro und möchte eine bestimmte Auskunft über eine bekannte Sehnwürdigkeit des Ortes, werde ich wie ein Fragezeichen angeschaut. Auch wenn ich zur Probe drei Tage später wieder danach frage. Es gibt andere die mir meine Frage beantwortet hätten.

Ich bin mein Leben lang ein Feind von Denken in festgefahrenen Bahnen gewesen, für mutige Kleinstunternehmer hätte ich gleich etliche Vorschläge, wo was möglich wäre, doch die brauche ich nicht zu machen, weil ein Mensch Feuer in sich spüren muss und dieses wird durch ein ständiges; So geht das aber nicht gelöscht. Ich weiss ich springe hier gerade von einem Fettnäpfchen ins nächste aber das ist Absicht. Was mich wirklich an diesem Forum gewaltig stört ist die Menge der Beiträge die einem immer nur mit wohlwollenden Worten beweisen, wie ungemein schwierig oder gar unmöglich alles ist. Warum nicht mal anderum, wenn man schon nicht mit richtigen Fakten voran helfen kann, könnte man doch zumindest gut zureden. Das Ausbremsen ist was mich nervt, so kommt man aus keiner Krise heraus, wir brauchen Menschen die Ideen haben, die Spass an der Sache behalten und Mut zum weitermachen Es ist kein Problem der Arbeitsmenge.
calle
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von calle »

Ach ja noch abschliessend zu Deinem Link. Na klar erklärt man das Entlassen von 40 Arbeitern mit ökonomischen Schwierigkeiten. Wärst Du ein grösserer Unternehmer, dann wüsstes Du, dass es das einzige Argument ist, um Leute zu verabschieden. Über die Gründe warum es zu den Entlassungen gekommen ist könnte ich Dir zwar manches sagen, aber wir sind hier nicht in einem Wirtschaftsforum. Aber diese Mitteilung ist ein deutlicher Wink, tief ausgelatschte Wege schnellsten zu verlassen!
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svenskachen
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von svenskachen »

Hej Calle,

Also ich finde deine Einstellung klasse. Mir ist schon bei manchen Threads aufgefallen, dass einige Forenmitglieder den angehenden Auswanderern vieles madig machen wollen.

Wir sind eine junge Familie und planen nun schon seit ca. 4 Jahren unsere Auswanderung. Haben uns sprachlich weitergebildet und wollen es dieses Jahr endlich anpacken. Mein Mann ist gelernter Tischler und das mit Leib und Seele. Er hat einfach ein geschicktes Handwerker-Händchen, beliest und bildet sich weiter in seiner Freizeit. Ein echter Holzwurm der für jedes Problem, nach einer passenden Lösung sucht und meist auch findet.
Nachdem wir nun die ersten zwei drei Initiativbewerbungen rausgeschickt haben ist doch auch glatt eine positive Rückantwort dabei. Und nicht, weil sein schwedisches Anschreiben so überzeugt hat, sondern seine Referenzen. Gute Handwerker werden gebraucht - Leute die was auf dem Kasten haben, die nicht früh am Morgen zur Arbeit gehen und für die der Arbeitstag beendet ist, wenn 16 Uhr die Hupe geht. Nur wenn man sich beweist und zeigt, dass man mit Leidenschaft bei der Sache ist, hat man auch Chancen. Dann spricht es sich eben rum, und man bekommt Empfehlungen - eben Mund-zu-Mund-Propaganda.

Wir hoffen das unser Plan nun aufgeht, wir bald feste Arbeit und ein Dach über den Kopf finden und wir in Schweden Fuß fassen können.

Många hälsningar
Carolin :Flagge2:
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von Krause-Elektro »

. . . Es gibt viele die hier alles madig machen. Vielleicht wollen sie nicht teilen? Diese Frage stelle ich mir schon eine ganze Weile. Ich bin seit 21 Jahren auf dem Bau und habe natürlich viele Fremdländer erlebt. Billigarbeiter ohne Sprachkenntnisse sind wohl höchst wahrscheinlich nicht nur in Deutschland nicht gern gesehen. Einige wenige fleißige und sehr nette Leute habe ich auch kennengelernt und habe sehr gern mit ihnen gearbeitet.

Jeder ist seines Glückes Schmied.

Der Ausländer bist Du dann. Mach was draus.

Lycka till !
Major Tom
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Re: Deutsche Unternehmer aufgepasst

Beitrag von Major Tom »

Krause-Elektro hat geschrieben: Jeder ist seines Glückes Schmied.

Der Ausländer bist Du dann. Mach was draus.

Lycka till !
Sehe ich auch so. Entweder du kannst was, dann kommst du überall klar oder du kannst nichts und dann ist es egal wo man wohnt.
vinbergssnäcka
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von vinbergssnäcka »

Also ich sehe in dem ersten Beitrag, also in dem Aufruf der Handelskammer nirgendwo, das es hier um Auswandern geht, sondern eher darum, das deutsche Firmen sich um Bauprojekte in Schweden bewerben sollen.

Schwierigkeiten für deutsche Firmen in der schwedischen Baubranche sehe ich vor allem, da es hier in Schweden einfach andere Regeln gibt. Vor allem im Sanitärbereich. Wenn ich mich nicht täusche, braucht man hier ein spezielles Zertifikat....oder?

Wenn es da um das private Häuschen geht mag das noch nicht so schlimm sein....höchstens für den Hausbesitzer, falls was passiert und die Versicherung nicht zahlt...

Aber im öffentlichen Bau kann ich mir das nicht richtig vorstellen.....


Nebenbei bin ich der gleichen Meinung wie Calle, mehr, gute (!!) Handwerker könnten wirklich nicht schaden. Vor allem welche, die für privatleute zugänglich sind. Die meisten Baufirmen setzen ihre Handwerker nur in grossen Projekten ein. Kleine Einmannfirmen haben immer das Risiko, das sie entweder zu viel oder je nach Saison, nichts zu tun haben.....Wenn dann noch die Zahlungsmoral zu wünschen übrig lässt.....wundert mich nicht, das es eben nicht so populär ist, Handwerker zu sein.
liebe Grüsse

Heike

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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von calle »

vinbergssnäcka hat geschrieben:Schwierigkeiten für deutsche Firmen in der schwedischen Baubranche sehe ich vor allem, da es hier in Schweden einfach andere Regeln gibt. Vor allem im Sanitärbereich. Wenn ich mich nicht täusche, braucht man hier ein spezielles Zertifikat....oder?
Ich glaube das ist aber kein Problem für einen deutschen Klemtner, Fliesenleger und was man noch gebraucht :lachen4:
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von vinbergssnäcka »

Legt man in Deutschland kein Kupferrohr mehr in die Wände? Bei meinen Eltern im Mietshaus sogar in die Aussenwand....war ne ziemliche sauerrei, als das leck schlug....

Habe gerade hier in Schweden ein Haus (Ferienhaus) gesehen, das von einem deutschen Unternehmen gebaut wurde....war aber schon was älter, Regeln ändern sich ja aber dauernd...
liebe Grüsse

Heike

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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von calle »

Man verlegt keine Wasserrohre in die Außenwand, weder hier noch in Deutschland, wenn es richtig gemacht wird, zumindest muss dann für ausreichend Isolation gesorgt werden. Das ist also nicht die Frage. Die andere ist wohl eher, sind Handwerker in der Ausübung Ihres Berufes perfekt, Lehrer, Bänker, Politiker,.... sind es auf alle Fälle auch nicht. Ändert aber nichts daran, dass man im Prinzip wissen sollte wie's geht. Übrigens zahlen hier in Schweden die Handwerker selber oder die Versicherungen, wenn ein derartiger Fehler trotzdem passiert. Davon gibt es übrigen zahlreiche bei jedem Bau, mehr oder weniger auffällig und schmerzhaft. Ich bin vom Fach und muss mich entsprechend über Schäden ärgern, die in meinen Häusern eingebaut werden. Aber ob Deutscher, Schwede oder, ein anderer aus meiner multikulturellen Belegschaft ist frei von rein menschlichen Versagen. Und Böswilligkeit oder Mutwillen konnte ich noch keinem nachsagen. Ich würde auch gerne mal die Bekanntschaft des perfekten Menschen machen. Solange muss ich leider damit leben, dass Fehler menschlich sind und vorkommen. :thumbsup:
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von Rallaren »

Hej Calle, wer also andere Erfahrungen macht, ist ein Miesmacher? Ohne Optimismus? Ich arbeite in Schweden u.a. als Bauleiter. Und ich muss zusehen, daß jeder, der einen Jobb auf der Baustelle ausführt auch die richtige Qualifikation hat. Eine certifikation. Ein guter deutscher Handwerker kommt hierher. Sicher topp in seinem Gebiet. Aber er kann die certifikation nicht nachweisen. Wenn etwas nicht dem schwedischen Standard entspricht, es zu Schäden kommt, wer meinst Du wohl haftet?
Ich habe in den 6 jahren in Schweden mehr Zusatzausbildungen bekommen, als in 30 Jahren in Deutschland. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht, das ist so Vorschrift. Punkt. Das muss man nachweisen. Und das müssen die Arbeiter auf der Baustelle nachweisen. In Göteborg muss ich als Bauleiter auch kontrollieren, ob die Maschinen den Umweltnormen der Stadt Göteborg entsprechen.
Weißt Du so etwas, wenn Du als Handwerker hierher kommst? Sicherheitsfragen? Arbetsmiljöplan, BAS-P und BAS-U? SOS ledare, Tillsyningsman? Skyddsombud? Baustellenorganisation?
Ich bin felsenfest überzeugt, ein deutscher, gelernter Zimmermann, kann auch in Schweden Häuser bauen. Fachlich kein Problem. Aber das Drumherum ist ein ganz anderes. Hat man in Deutschland schon mal was von der Nullversion gehört? Null Unfälle auf Baustellen. Das beginnt mit der vorgeschriebenen Arbeitskleidung, und geht weiter über die Baustellenbeleuchtung. Die Ausbildung, auf der Strasse arbeiten zu duerfen, Sicherheit, immer wieder Sicherheit.
Und die unzähligen Bauvorschriften, Ausführungsvorschriften. So wird in Schweden gebaut, vermessen. Punkt, keine Diskussion.
Ich wäre als Bauherr bescheuert, wenn ich was anderes zuließe. Wenn ich meine Hütte verkaufen wollte, hätte keine entsprechenden Nachweise über fachgerechte Ausfuehrung nach schwedischem Standard (ob nun sinnvoll oder nicht), kann ich den Kaufpreis gleich mal senken.
Und Dein Bauboom. Im Wohnungsbau? Wer glaubt, der Bauleiter leitet den Bau, der glaubt auch, der Zitronenfalter faltet Zitronen.
Oder anders ausgedrückt: der glaubt auch, Politiker halten ihre Versprechungen. Ich arbeite in einer riesengroßen Konsultfirma, wir sind von Umweltsanierung über Infrastruktur, Bahn, Straße bis hin zur Kernkraftsicherheit überall vertreten. Aber Wohnungsbau? Da gibt es nix. Tote Hose, ingenting. In Göteborg beschäftigt sich Rot/Grün mit ihrer Trängsel(sossen)skatt, dem Västlänken, dem Västsvenska paketet. Reine Prestigeobjekte. An denen wir zugegebener Maßen gut verdienen. Aber der notwendige Wohnungsbau?
Und Probleme mit Handwerkern? Termine, Arbeitsausführung? Wartezeiten? Kenne ich nicht. Anrufen, planen, Kostenvoranschlag (mündlich), und es läuft. Ich habe zwei Häuser und eine Wohnung. Und nur gute Erfahrungen. Vielleicht, weil wir von denselben Voraussetzungen ausgehen?
Also, nicht Miesmacherei, sondern Realismaus. Kenntnis des Arbeitsmiljös.
Lustig finde ich im Eingangstext, daß gerade die Bayern berufen sind, die schwedischen Häuser wärmetechnisch zu verbessern. Anscheinend gibts nur dort fähige Handwerker.
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von vinbergssnäcka »

Nun hat ja Rallaren eigentlich schon sehr genau beschrieben, wo das eigentliche Problem liegt. Er ist ausserdem noch vom Fach und kennt sich da sicher besser aus als ich.

Calle, vielleicht solltest Du nochmal durchlesen, was ich geschrieben habe. Mir geht es hier keinesfalls darum, das die kulturelle Herkunft eines Handwerkers ausschlag für die Qualität seiner Arbeit geben würde. Mitnichten.

Was ich schrieb war, das eine Firma aus Deutschland, Polen oder was weis ich woher es eben nicht so leicht haben würde (zumindest so wie das im ersten Beitrag dargestellt wird) einfach so einen Auftrag in Schweden anzunehmen....die Regeln sind eben anders. Gerade was Elektrik und VVS angeht gibt es ja einige Unterschiede.

Nebenbei, das was ich schilderte, Wasserleitungen in einer Ausenwand...Mietshaus...war auch eine Baufirma aus Deutschland...
und die hatten noch nichtmal gegen die da gültigen Regeln verstossen...vielleicht ist das ja heute anders, der Bau ist 20 Jahre alt.
liebe Grüsse

Heike

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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von calle »

vinbergssnäcka hat geschrieben:Was ich schrieb war, das eine Firma aus Deutschland, Polen oder was weis ich woher es eben nicht so leicht haben würde (zumindest so wie das im ersten Beitrag dargestellt wird) einfach so einen Auftrag in Schweden anzunehmen....die Regeln sind eben anders. Gerade was Elektrik und VVS angeht gibt es ja einige Unterschiede.
Besser wäre wohl mal die Unterschiede in den Gewerken beim Namen zu nennen als sich in Allgemeinplätzen zu verlieren.
vinbergssnäcka hat geschrieben:Nebenbei, das was ich schilderte, Wasserleitungen in einer Ausenwand...Mietshaus...war auch eine Baufirma aus Deutschland...und die hatten noch nichtmal gegen die da gültigen Regeln verstossen...vielleicht ist das ja heute anders, der Bau ist 20 Jahre alt.
20 Jahre :pfeif: Erkenntnisse im Bau haben sich längst weiterentwickelt, die Pflichten eines Hausbesitzers bleiben bei Altbauten gleich.
Rallaren hat geschrieben:Ich habe in den 6 jahren in Schweden mehr Zusatzausbildungen bekommen, als in 30 Jahren in Deutschland.
Genauso. Es ging hier ja schließlich am Anfang der Debatte um auswanderungswillige Handwerker und evtl. offene Arbeitsstellen.
Rallaren hat geschrieben:Weißt Du so etwas, wenn Du als Handwerker hierher kommst? Sicherheitsfragen? Arbetsmiljöplan, BAS-P und BAS-U? SOS ledare, Tillsyningsman? Skyddsombud? Baustellenorganisation?
Genau und beim privaten Bau muss außerdem auch noch der Bauherr in vielerlei Hinsicht für die Sicherheit seiner Handwerker den Kopf hinhalten. Wir Schweden sorgen für unsere seltene gewordene Berufsspezies
Rallaren hat geschrieben:Ich bin felsenfest überzeugt, ein deutscher, gelernter Zimmermann, kann auch in Schweden Häuser bauen.

Jepp, stimmt genau, und das unter den segnenden Augen der Obrigkeit. Deutschsein ist hier kein Hinderungsgrund. :champion:
Rallaren hat geschrieben:Nullversion
Haben wir auch im Straßenverkehr, trotzdem dürfen hier Ausländer mit Ihren Autos fahren. :doppelwink:
Rallaren hat geschrieben: Aber Wohnungsbau? Da gibt es nix.

Richtig, genau da ist das Problem: Wohnungsnot, steigende Einwanderungszahlen aber nur sehr vorsichtige Versuche, Abhilfe zu schaffen. Aber das ist nicht nur ein Problem von Papa Politik.
Rallaren hat geschrieben:Wenn ich meine Hütte verkaufen wollte, hätte keine entsprechenden Nachweise über fachgerechte Ausfuehrung nach schwedischem Standard (ob nun sinnvoll oder nicht), kann ich den Kaufpreis gleich mal senken.
Klar sind fachmännisch gebaute Hauser teurer und heute ist auch nichts anderes mehr erlaubt, es sei denn, man renoviert sein eigenes Nest mit seinen eigenen Händen und selbst dann gibt es eine Baubehörde genauso wie in Deutschland.

Ich könnte noch etliches Hinzufügen, aber es reicht vielleicht mit einer Schlussbemerkung, hier im Internetforum scheint irgendwie eine antideutsche Stimmung in vielen Einlagen zu herrschen, wir Schweden freuen uns im Großen und Ganzen über Euer kommen. Schweden ist ein superabgesichertes Land auch für Einwanderer, aber wir setzen auch noch viel auf gesunden Menschenverstand und interessant ist doch wie etwas zu schaffen ist, anstatt auf die Bremse zu treten. Wisst Ihr eigentlich wie viele Einwanderer Schweden jedes Jahr schluckt? :doppelwink:
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Rallaren
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitrag von Rallaren »

Hej Calle, schöner Dialog mit Dir, danke.
Ich habe so eine Deutschfeindlichkeit/abneigung nicht im Forum entdecken können. Eher zuviel Blauäugigkeit bei den Anfragen.
Ich bin immer gerne bereit, zu helfen, den Einstieg zu erleichtern. Ich fühle mich hier sehr wohl, eigentlich nur schade, daß ich nicht schon früher hierher gekommen bin. Ich finde, in Deutschland wird der Arbeitnehmer nur als Kostenfaktor gesehen, in Schweden als wertvoller Mitarbeiter. Das ist mein persönlicher Eindruck. Das will ich gerne weitervermitteln.
Ich will also keinen entmutigen, eher die Stolpersteine/Hürden aufzeigen.
Bewundernswert finde ich in Schweden, wie der Arbeitgeber seine Mitarbeiter ausbildet, weiterbildet. Vielleicht ist die direkte Selbständigkeit in Schweden nicht der einfachste Weg.
Seht auch meinen Artikel zu ÅF
Gruß
Peter
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