Selbstständigkeit in Schweden

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Mäla
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Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mäla »

Hallo zusammen :flagge3:

Ich werde dieses Jahr nach Schweden auswandern und habe ein paar Fragen bezüglich Selbstständigkeit und vor allem Steuern/Abgaben in dem Zusammenhang...

Ich bin in Deutschland bereits selbstständig und werde auch weiterhin in meinem Job arbeiten, allerdings bin ich etwas ratlos, wie genau man sich in Schweden selbstständig macht. Ich habe schon mit vielen Leuten gesprochen, jede Menge gegoogelt und mit Servicejouren und Skatteverket gesprochen, leider bekomme ich immer verschiedene Informationen :? Vor allem, was die Höhe der zu bezahlenden Abgaben angeht (von 0%-50% war wirklich alles dabei).

Vielleicht gibt es hier ja den ein oder anderen, der mir ein paar Infos geben kann... Ich würde mich freuen :wink:

VG,
Mäla
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vinbergssnäcka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Hallo Mäla,

ich denke hier findest Du alles wichtige für den Start in die Selbstständigkeit:

http://www.skatteverket.se/foretagorgan ... 07865.html

Welche Abgaben man hat, kann man pauschal nicht beantworten, das kommt ja auch darauf an, welche Form der Firma du wählst.

Als "eget företagare" mit einer "enskild firma" kann man sagen, das man ganz grob 2/3 des Gewinnes "versteuert". 1/3 ist die Steuerabgabe an die Kommune, die jeder Arbeitnehmer auch hat, das andere 1/3 sind die Sozialabgaben, die sonst der Arbeitgeber leistet. Aber auch hier kommt es ja auf die Summe an, es gibt ja auch noch die Staatliche Steuer...und dann gibt es da tausend Regeln, die sich auch immer wieder ändern. Dazu ist es bei mir schon ein paar Jahre her.

Aber man bekommt gute Unterstützung bei der Firmengründung. Das skatteverket selber bietet sogar kostenlose Kurse an....
liebe Grüsse

Heike

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Mäla
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mäla »

Hallo Vinbersnäcka,

Danke schonmal für die Infos, leider habe ich schon alles durch beim Skatteverket, ich war sogar schon da um mich zu erkundigen! Die von dir angesprochenen Kurse wurden auch erwähnt, dass Problem ist, dass mein Schwedisch noch nicht gut genug ist, um solche komplexen Sachen zu verstehen und auf Englisch gibt's die Kurse meines Wissens nicht :(

Ich würde vermutlich eine "enskild näringsverksamhet" machen, bietet sich soweit ich informiert wurde an... Oder hast du da einen anderen Rat?

2/3 Abgaben ist ja Wahnsinn! Mir wurde bisher meist 31% genannt, was ja drchaus machbar ist, aber wenn man 2/3 von meinem Einkommen wegnimmt, kann man davon ja wohl kaum leben :(

Viele Grüße,
Mäla
vinbergssnäcka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Hallo Mäla,

ich kann Dir schlecht was raten, wenn ich garnicht weis, womit Du Dich selbstständig machen willst.....Da kommt es ja auch drauf an. Enskild firma, da bist Du ja privat haftend und alles geht im Prinzip in einen Topf. In einer Aktiebolag bist Du nur angestellt..ist aber sehr kompliziert in Sachen Buchführung, da habe ich nicht wirklich Ahnung.

Schwedisch solltest Du schon können, wie willst Du Dich ohne die Sprache durchschlagen? Mehr Information, als beim skatteverket kannst Du kaum bekommen. Dann gibt es vielleicht auch noch Unterstützung bei der Kommune, vielleicht sogar finanziell. Almi ist da auch ein Partner, der interessant sein könnte.

Wie schon gesagt, ohne eine Ahnung zu haben, was Du machen willst kann man nicht viel mehr dazu sagen.
Wie man eine Firma anmeldet, und wie man einen F-skattesedel beantragt solltest Du auch unter dem link finden, den ich eingestellt habe.

Vielleicht hast Du mich auch falsch verstanden. Die kommunale Steuer beträgt ca 30-33% vom Gewinn. Kommt drauf an wo Du wohnst. Ab einer gewissen Summe Jahresverdienst (bzw Gewinn) muss man auch die Staatliche Steuer abgeben. So kommt auch der Betrag von 0 - 50% zusammen. Du hast ja gewisse Freibeträge, bis Du überhaupt Steuern zahlen musst.
Darüber hinaus kommen eben noch die Sozialabgaben wie Kranken- und Rentenversicherung...(das hast Du doch in Deutschland auch?), die zahlt sonst der Arbeitgeber, da Du ja dann Dein eigener Arbeitgeber bist, musst Du selber bezahlen.

Können oder nicht können? Du musst es eben einrechnen, damit Dir dann genug übrig bleibt, das ist eben so.....das müssen wohl alle Firmen so handhaben.
liebe Grüsse

Heike

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vinbergssnäcka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

liebe Grüsse

Heike

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Mäla
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mäla »

Wie oben geschrieben ist mein Schwedisch "noch nicht gut genug" für solche komplexen Sachen. Ich habe nicht gesagt, dass ich kein Schwedisch spreche.

Danke für die zusätzlichen Infos! Ich werde mich denn mal daran machen, herauszufinden welche Firmenform die beste für mich wäre...
insa
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von insa »

annie
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von annie »

Das ist doch hier wieder ein ganz schönes " rumgeeier"
Einer der im Ausland eine Firma gruenden will, aber der Sprache nicht so richtig Herr ist.
Freundliche Forummitglieder, die versuchen Bruecken zu bauen.
Die "Firmenformen" unterscheiden sich eigentlich nicht so richtig von den deutschen.
Was soll das Fragespiel? Auch auf englisch sieht das nicht anders aus.
Wer in Deutschland das Einmaleins in Punkto eigene Firma und Behörden beherrscht, braucht in Schweden nicht gross umzudenken.

Annie
Mäla
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mäla »

Vielen Dank Insa! :)

Das ist kein "Rumgeeier". Was ist denn das hier für eine feindliche Stimmung? Ich habe Sprachkurse besucht, verstehe die Sprache recht gut und spreche ganz ok. Ich binkeiner der Leute, die rübergehen und denken sie kommen mt Englisch durch den Tag, aber FLIEßEND Schwedisch zu sprechen ist meiner Ansicht nach keine Voraussetzung. Vor allem kein Beamten-Fach-Chinesisch.
Die Firmenformen unterscheiden sich nach dem was ich inzwischen an Infos gesammelt habe recht deutlich, zumindest in einigen Punkten und da ich nicht blauäugig einfach auswander', ohne mich vorher zu informieren, frage ich nach.

Ein Bekannter hat mir dieses Forum empfohlen, er hat allerdings nicht gesagt, dass hier vorausgesetzt wird, dass man fließend Schwedisch spricht und schon alles über das System in Schweden weiß.
Ich tu' das nicht, deswegen frage ich, bevor ich auswander'. Wenn Annie das "Fragespiel" nennen will, bitte, aber so geht das nunmal mit Fragen und Antworten.
Solche Antworten wie die von Annie sind auch wenig hilfreich, daher hättest du dir die Zeit auch sparen können. Wer denkt, dass meine Fragen blöd sind, muss ja nicht antworten.
Wer hilfreiche Infos, Links etc hat - gerne immer her damit :)
Erny
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Erny »

@ mäla

nun mal nicht gleich so giftig, Hier hat keiner behauptet, dass du fließend Schwedisch sprechen musst, um hier im Forum aktiv zu sein. Es wurde darauf hingewiesen, dass du in Schweden als Selbstständiger schon richtig die Sprache beherrschen solltest.

Hier wurde schon mal gefragt, in welchem Bereich du dich denn selbstständig machen willst. Es kam von dir keine Antwort.

Wenn jemand in Schweden arbeiten will - als Angestellter - ist es der Chef, der entscheidet, ob deine Sprachkenntnisse gut genug sind, damit du bei ihm arbeiten kannst.

Als Selbstständiger musst du das selbst. Sicher kommst du in Schweden auch in Englisch ziemlich weit, aber ich würde in Deutschland auch ziemlich doof gucken, wenn ein Schwede hier in Deutschland, z. B. einen Laden eröffnen würde und sich nicht richtig auf Deutsch äußern kann, und es mit Englisch versucht, mich zu beraten. Im Zweifel kommt es sicher auch darauf an, was du machen willst. Aber bei der Sprache ist es schon ein Unterschied, ob ich mal versuche im Supermarkt einzukaufen oder in der Stadt nach dem Weg zu fragen, oder ob ich jemanden etwas anbieten will und ich ihn darüber noch beraten muss.

Bei gleichwertiger Ware würde ich in Deutschland eher in einen Laden gehen, wo man mich auf Deutsch berät, als auf Englisch, wenn es beim Verkäufer mit dem gebrochenem Deutsch nicht mehr hinhaut. Als Selbstständiger kannst du die Leute nicht zwingen, bei dir zu kaufen, wenn sie nebenan eine, für sie einfachere Beratung bekommen.

Die Sprache ist also - gerade für Selbstständige - wichtig. Da braucht man nicht gleich beleidigt sein, wenn darauf hingewiesen wird.
http://www.christian-ernst.org/
vinbergssnäcka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Hallo Mäla,

bist Du denn in der Lage, das lättläst zu verstehen? (den link habe ich weiter oben eingestellt.) Viele Ämter haben ihre Information in lättläst-form.

Ich kann Dir nur recht geben, das sich die Formen der Selbstständigkeit doch ziemlich von denen in Deutschland unterscheiden. Eine GmbH oder etwas gleichzusetzendes gibt es hier nicht.
Die AB hat ziemlich strenge Regeln bei der Buchführung, das kannst Du nicht selber machen.

Du hast immer noch nicht geschrieben, in welchem Bereich Du Dich selbstständig machen willst. Kannst mir auch ne PN schicken, wenn es Dir lieber ist.

Besuche doch erstmal Kurse hier, zB von Almi, in denen die verschiedenen Formen erklärt werden und lass Dich beraten, auch welche Förderung es für Dich geben kann.
liebe Grüsse

Heike

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Mäla
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mäla »

Hallo erny und Vinbergsnäcka,

ich finde nicht, dass ich giftig war, aber wenn man das als "Rumgeeier" und "Fragespiel" bezeichnet, wenn ich mich über offizielle Dinge erkundige, die ich selber schon versucht habe zu recherchieren und einfach keine eindeutige Antwort gefunden habe und ich schreibe dass "mein Schweidsch NOCH NICHT gut genug ist", um solche Kurse zu besuchen und dann wird einem gleich gesagt man sei "noch so einer, der die Sprache nicht beherrscht", das finde ich echt unfair.
Ich bin keineswegs blauäugig was den Umzug angeht.

Ich arbeite in der Konzertwirtschaft und bereits mit Schweden zusammen bzw. überall auf der Welt. Ich werde mir keinen neuen Kundenstamm aufbauen müssen, es geht lediglich darum, dass ich in Schweden meine Selbstständigkeit anmelden möchte und dann von da weiterarbeiten und meinen Kunden "von da" Rechnungen schreiben werde.

Danke, Erny, genau das ist mein Problem... :(
Ich habe da schon mit einem Freund aus Schweden drüber geredet, der selbstständig ist und der sage mir, so etwas wie "simpel selbstständig sein" gibt es nicht, weil die Firmenformen anders sind.
Ich hatte die Hoffnung, dass ich hier jemanden finde würde, der sowohl die deutsche, als auch die schwedische Seite kennt, um mir die Unterschiede näherbringen zu können!

Das lättlast kann ich verstehen, allerdings nicht jede einzelne Vokabel oder Formulierung... Danke aber auf jedenfall nochmal dafür :)

VG
Mäla
Tysktjejen
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Tysktjejen »

Hallo Mäla,

doch, du kannst einfach selbständig sein, das ist dann "enskild näringsverksamhet". Ich mache das auch als Übersetzerin. Letztlich bin ich damit natürlich mit meinem Privatvermögen haftbar. Hab auch meinen Kundenstamm von Deutschland mitgebracht. Da ich mich mit dem ganzen Steuerkram allerdings nicht auskenne (in D. machte das mein Mann), hab ich mir hier als erstes einen Steuerberater gesucht, der mir auch beim Ausfüllen der ersten Formulare geholfen hat. Zunächst musst du den F-Skattesedel beantragen, dann kanns eigentlich schon losgehen. Ich hab dunkel in Erinnerung, dass ich Angaben zu vorraussichtlichen Einnahmen, Moms, benötigten Investitionen u.ä. machen musste. Das hab ich mit meinem Steuerberater geschätzt und aufgrund dieser Angaben erhielt ich vom Skatteverket dann die preliminär skatt, die monatlich zu zahlen ist.

Das du dich am Anfang noch nicht sicher genug fühlst einen Vortrag beim Skatteverket zu besuchen, ist doch absolut normal und nachvollziehbar. Ich hab im ersten oder zweiten Jahr einen solchen Vortragsabend für Neugründer besucht und nur Bahnhof verstanden (wäre aber in D. wahrscheinlich nicht anders gewesen). In meinem Fall ist das Unternehmen halt auch recht klein. Aufträge annehmen, bearbeiten, liefern, EInnahen und Ausgaben buchführen, Steuern bezahlen. Keine Angestellten, kein Kassenbuch nötig usw.
Als wir nach Schweden kamen konnte ich praktisch kein Wort Schwedisch. Meinen Mann wurde ein Job angeboten und wir hatten ca. 1/2 Jahr Vorlaufzeit eh' es losging. Schwedisch-Kurse wurden bei uns auf dem Land nicht angeboten, also hab ich mich mit Kassetten und Lehrbuch aus der Leihbücherei durchgeschlagen bis wir hier ankamen. Da meine Arbeitssprachen Spanisch + Englisch sind, war Schwedisch letztlich für mich auch nicht entscheidend, um arbeiten zu können. Und mein Steuerberater sprach Englisch ;-) Mittlerweile übersetze ich auch aus dem Schwedischen.

Wenn du deine Kunden hast, ist vermutlich - wie bei mir - letzlich völlig egal wo du deinen Wohnsitz hast, musst dich halt nur mit der Bürokratie herumschlagen ;)

Liebe Grüße und viel Glück
vinbergssnäcka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Da kann ich tyskatjejen nur Recht geben. Wenn es sich so verhält, das Du nur Deine Leistung verkaufst, keine grösseren Investitionen tätigst, kein Startkapital benötigst, Deinen Kundenstamm schon hast und auch ungefähr weist, was Du umsetzt, dann suche Dir einen Steuerberater, der Deine Sprache spricht und lass den machen.

Eine enskild firma starten und f-skattesedel beantragen ist ganz einfach und geht auch ziemlich schnell.

Übrigens, die Kurse von denen ich sprach sind entweder kostenlos oder ganz billig....schadet doch nichts dort hinzugehen, auch wenn man nicht alles versteht. Oft gibt es nämlich die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und der Fragestellung.....und Du bist garantiert nicht der einzige Ausländer dort....da wird dann vielleicht auch drauf eingegangen...mit etwas Glück auch auf Englisch.
liebe Grüsse

Heike

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Mäla
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mäla »

Hallo tysktjejen und vinbergssnäcka,

Super :)
vielen Dank, nach jemanden mit solchen Erfahrungen habe ich quasi gesucht! "Enskild näringsverksamhet" war auch das, was ich am Anfang rausgefunden hatte, aber irgendwie bin ich dann auf so viele widersprüchliche Infos gestoßen, dass ich gar nicht mehr wusste wor mir der Kopf steht...
Der Antrag für F-skattesedel klingt ähnlich wie der in D, da musste ich auch solche Angaben machen.

Genau das war auch mein Gedanke - so einen Fach-Chinesisch Vortrag würde man wahrscheinlich als Normalsterblicher nicht mal in D verstehen und diese ganzen Begrifflichkeiten in einer anderen Sprache zu verstehen und daraufhin seine Selbstständigkeit aufzubauen, Steuererklärung zu tätigen etc. schien mir doch sehr riskant... ;)
Bei mir wird es ähnlich aussehen! Keine Angestellten etc.
Da das meiste meiner Arbeit über emails abläuft, ist es für meinen Job vollkommen egal wo ich wohne/arbeite!

Darf ich dich fragen wo du wohnst und wieviel % Abgaben jeglicher Art du im Monat hast?
Mir wurde schon häufig gesagt, dass das von Region und Alter etc. abhängt, aber mal eine Zahl zu haben, nach der man sich ungefähr richten kann wäre schon sehr hilfreich :)

Gut zu wissen, dass die Kurse kostenlos sind :) Ich hätte nur Bedenken, dass ich etwas missverstehen würde, denn ich denke mal, dass man genauso wie in D auch in S für die Richtig- und Vollständigkeit seiner Angaben bei der Steuererklärung etc. selbst verantwortlich ist.

Noch eine generelle "Schwedenfrage": Wie lange dauert es nach euren Erfahrungen die personnummer zu bekommen?
Ich weiß, dass ohne diese Nummer quasi gar nichts geht und eine Freundin von mir, die aus UK nach Schweden gegangen ist wartet schon seit Juli (!) auf ihre Nummer...

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten :)

Viele Grüße,
Mäla
Tysktjejen
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Tysktjejen »

Meine Arbeit läuft auch komplett über E-Mail.

Ich versteh' wie gesagt wenig von Steuern und leiste mir den Luxus eines Steuerberaters (revisor), obwohl ich das wahrscheinlich auch leicht selber machen könnte.
Es gibt Buchführungsprogramme, mit denen man dann auch am Jahresende die Steuererklärung machen kann (z. B. Visma). Eine Freundin von mir hatte so eins, das war aber wie ein Abo, für das man jährlich bezahlen musste und dann wohl auch eine aktualisierte Version erhielt. Der Betrag war etwa so hoch wie - in meinem Fall - der für den Steuerberater - da ziehe ich den Steuerberater vor.

Ja, für die Buchführung ist man auch in Schweden selber verantwortlich. Habe mir jetzt mal meinen Bescheid für 2012 nochmal etwas genauer angeschaut und was soll ich sagen, bin etwas erschrocken. Ich hatte gut 50% Abzüge auf das besteuerbare Einkommen (Gewinn abzügl. ein Grundfreibetrag), 32,17% davon kommunale Steuer sowie diverse Sozialabgaben. Das würde sich mit den Angaben von vinbergsnäcka decken.
Ich kann wohl von GLück sagen, dass mein Mann der Hauptverdiener ist ;-) Wir wohnen übrigens in der Vetlanda kommun.

Im April bekommt man dann automatisch die inkomstdeklaration. Manche Angaben sind da schon voreingetragen (z. B. Zinsen, die man an die Bank für ein Häuschen zahlt oder der rotavdrag für haushaltsnahe Dienstleistungen - weiß das Skatteverket alles), ansonsten gibt man die tatsächlichen Beträge in die entsprechenden Felder ein. Kann man auch alles im Internet machen und schickt die Steuererklärung bis 2. od. 3. Mai zurück. Mein Steuerberater sagt mir dann direkt wieviel ich nachzahlen muss oder zurückbekomme. Ende des Jahres kommt aber dann noch eine Schlussabrechnung direkt von Skatteverket mit den endgültigen Beträgen und bis März des Folgejahres muss dann ein evt. nachzuzahlender Betrag auf dem skattekonto sein. Man zahlt übrigen jeden Monat seine preliminär skatt, kann aber jederzeit auch mehr auf das Konto einzahlen, wenn man gut verdient und ansonsten eine fette Nachzahlung befürchten müsste.

Ich meine die Personnummer hätten bei uns ca. 2,5 Monate gebraucht (vor 5 Jahren). Die Firma meines Mannes hatte sich um die ganze Bürokratie gekümmert, so dass ich die Einzelheiten nicht mehr weiss. Die Familie war 2 Monate nach dem Ernährer nach Schweden nachgezogen und 2-3 Wochen später waren die PN schon da.

Viele Grüße
Mia
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mia »

vinbergssnäcka hat geschrieben: Die AB hat ziemlich strenge Regeln bei der Buchführung, das kannst Du nicht selber machen.
Es gelten bei einer "enskild näringsverksamhet" ebenfalls die Regeln der Buchfuehrung genauso wie in der HB und der AB.
Unterschiede dagegen gibt es im Jahresabschluss. Und hier wird nicht nur nach Firmenform unterschieden sondern zb. auch nach Umsatz und einigen mehr.

Und selbstverständlich kann man die Buchfuehrung selber machen, auch den Jahresabschluss. Man muss es aber eben können.

@ mäla
bezueglich der Unterschiedlichen Infos die Du im Netz findest...
ich gebe Dir den Rat Dich ausschliesslich nur auf Infos zu verlassen von den Quellen des Skatteverkets und Bolagsverket. Immer wieder werden Fehlinformation verteielt fuer die Du am Ende gerade stehen musst solltest Du Dich darauf verlassen. Dieses Schwedenforum ist da nicht ausgenommen.
Ich wuerde mit dem Skatteverket einen Termin vereinbaren, dann kannst Du dort persönlich Deine Fragen stellen, und dies in Deinem Tempo wenn Du noch unsicher mit der Sprache bist.
Auch beim Ausfuellen der ersten Deklaration kannst Du dort Hilfe bekommen. Hast Du es ein paar Mal gemacht wird es Dir von mal zu Mal leichter fallen.

Gruss und viel Erfolg
Mia
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Mia hat geschrieben: Es gelten bei einer "enskild näringsverksamhet" ebenfalls die Regeln der Buchfuehrung genauso wie in der HB und der AB.
Unterschiede dagegen gibt es im Jahresabschluss. Und hier wird nicht nur nach Firmenform unterschieden sondern zb. auch nach Umsatz und einigen mehr.

Und selbstverständlich kann man die Buchfuehrung selber machen, auch den Jahresabschluss. Man muss es aber eben können.
Meines Wissens gibt es bei der "enskild näringsverksamhet" vereinfachte Regeln, ich habe meine Buchführung selber gemacht obwohl ich eigentlich Techniker bin. Vielleicht hat sich da aber auch was geändert, ist schon ein paar Jahre her. Und ich habe in noch keiner AB in der Buchführung gearbeitet :pfeif: Allerdings war es ein Punkt, der mich damals dazu veranlasst hat, nicht mit einer AB anzufangen, obwohl das mit der privaten Haftung bei "enskild" doch ziemlich hart werden kann.

Natürlich kann man die Buchführung selber machen und auch den Jahresabschluss. Man sollte dann aber nicht nur Buchführungskenntnisse, sondern auch ausreichend Schwedischkenntnisse haben! Meines Wissens braucht eine AB aber auch einen Revisor...
liebe Grüsse

Heike

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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Mia »

vinbergssnäcka hat geschrieben: Man sollte dann aber nicht nur Buchführungskenntnisse, sondern auch ausreichend Schwedischkenntnisse haben!
Da hast Du Recht. Ohne dies geht es zweifelsohne nicht.
vinbergssnäcka hat geschrieben:Meines Wissens braucht eine AB aber auch einen Revisor...
Nicht mehr grundsätzlich. Bei sogenannten "Små aktiebolag" muss man keinen mehr haben. Das ist aber neu.


Wer sich dafuer interessiert was Mindre aktiebolag ist liest hier weiter:
http://www.startaegetinfo.se/revisornin ... aktiebolag

Gruss Mia
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von vinbergssnäcka »

Ah, super, das gab es damals (2005) noch nicht...ich meine auch, das seitdem auch andere Dinge vereinfacht wurden. Zurzeit bin ich aber lieber angestellt, aber man weis ja nie.
liebe Grüsse

Heike

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StRinka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von StRinka »

Liebe Community,

ich hole diesen Thread wieder hervor, weil ich mich in der gleichen Situation befinde:

* seit dem 1. Juli lebe ich mit meinem Mann in Schweden
* wir haben beide unsere deutschen Jobs mitgenommen, mein Mann als Entsendeter, ich als freiberufliche Journalistin
* wir haben uns beim Skatteverket angemeldet und warten auf unsere Personennummer

Meine Frage:

Unsere Sachbearbeiterin vom Skatteverket hat mir empfohlen, mit der Anmeldung meines Unternehmens die Personennummer abzuwarten (es läuft auf ENSKILD NÄRINGSIDKARE hinaus). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich zwar arbeite, aber noch keine Steuernummer besitze und daher vorerst keine Rechnungen schreiben kann. In welcher Reihenfolge seid Ihr damals vorgegangen?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

HG StRinka
Sina
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Sina »

Hej,

du musst zuerst die Personennummer haben, die dann zugleich auch die Organisationsnummer des Einzelunternehmens ist. Sobald diese vorliegt, einfach das Formular Företagsregistrering SKV 4620 von Skatteverket ausfüllen, geht auch online bei verksamt.se und das ist eigentlich alles. Du kannst beim Bolagsverket noch den Namen schützen lassen, wenn du willst.

lg Sina
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von StRinka »

Liebe Sina,

vielen Dank für Deine Antwort.

Das Formular Företagsregistrering SKV 4620 liegt schon neben mir, auch das hatte mir die Sachbearbeiterin vom Skatteverket direkt mitgegeben. Schade, dass sich hier nichts abkürzen lässt. Ich befürchte, dass es mit der Personennummer noch dauern kann - derzeit sind alle Ansprechpartner nämlich im Jahresurlaub. Aber dann warte ich geduldig und schicke dann alle Rechnungen gesammelt raus.

HG StRinka
StRinka
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von StRinka »

Liebe Community,

habt Ihr Tipps für mich, wo ich Infos dazu bekomme, ob - und falls ja, welchen - Umsatzsteuersatz ich meinen deutschen Auftraggebern in Rechnung stellen muss? Meine deutschen Finanz- und Steuerinformationsquellen habe ich dazu angezapft, aber die sind sich auch alle nicht 100-prozentig sicher.

Vielen Dank für Eure Hilfe!

HG StRinka

Nachtrag: Ich glaube, meine Frage hat sich erledigt. Es greift das Reverse-Charge-Verfahren, richtig? Nach dem ich keine Umsatzsteuer ausweise, weil die Steuerschuld auf den Rechnungsempfänger übegeht?
Sina
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Re: Selbstständigkeit in Schweden

Beitrag von Sina »

Hej,

omvänd skatteskyldighet ist anzuwenden.

Vid handel inom EU
Vid handel inom EU:s momsområde gäller omvänd skattskyldighet i följande fall:

när en vara transporteras mellan två länder och under förutsättning att köparen åberopar ett giltigt momsregistreringsnummer i sitt land
•vid försäljning av en tjänst enligt huvudregeln till en näringsidkare i ett annat EU-land (då anses tjänsten omsatt, och ska beskattas, i det land där köparen är etablerad).
Undantag
För tjänster som inte följer huvudregeln gäller inte omvänd skattskyldighet. Det innebär att du som säljare kan vara skattskyldig i ett annat land och att en utländsk företagare kan vara skattskyldig i Sverige. Följande tjänster följer inte huvudregeln:

•fastighetstjänster
•persontransporter
•tillträde till evenemang som är kulturella, konstnärliga, pedagogiska, idrottsliga, vetenskapliga, av underhållningskaraktär och liknande tjänster
•restaurang- och cateringtjänster
•korttidsuthyrning av transportmedel.

lg Sina
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