Mord an Olof Palme - Ermitteln ohne heiße Spur
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Karsten
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Mord an Olof Palme - Ermitteln ohne heiße Spur
Knapp 25 Jahre nach dem Mord an Ministerpräsident Olof Palme, gibt es immer noch keinen verurteilten Täter. Die schwedische Polizei arbeitet weiter geduldig an einem der meist beachteten Fälle weltweit, ohne eine heiße Spur. Immerhin haben sich 130 Personen gemeldet und behauptet, sie seien der Mörder. Da es keine Verjährungsfrist für Mord gibt, ist es gut möglich, dass die Polizei ein weiteres Vierteljahrhundert ermittelt.
25 Jahre Palme-Ermittlung
Der Polizeifunk vor 25 Jahren verdeutlicht, wie schwer es damals selbst der Polizei fiel, die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße erschossen worden war. Seitdem ist ein Vierteljahrhundert vergangen und im Keller des Polizeihauses im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen sind in Regalen 225 Meter Material und Akten im Fall Palme. Der Leiter der Palme-Ermittlungsgruppe, Stig Edqvist, zeigt das Material. Der Fall Palme ist immer noch nicht abgeschlossen.
„Das ist nicht leicht, sich da durchzulesen. Das würde, glaube ich, 13 Jahre ohne Unterbrechung an den Wochenenden dauern, wenn man 300 Dokumente am Tag liest“, meint Edqvist. Die Polizei geht weiter Hinweisen nach. So haben sich mehr als 130 Personen selbst im Laufe angezeigt. Alle wurden jedoch von der Polizei ausgeschlossen. Es wird also weiter ermittelt
„Wir schauen immer noch, können wir das ausschließen oder können wir da weiter recherchieren“, erklärt die zuständige Staatsanwältin Kerstin Skarp.
Mörder frei gesprochen?
Die Ermordung von Ministerpräsident Olof Palme und die vor allem zu Beginn mit Pannen gesegneten Ermittlungen wurden zum Trauma Schwedens. Im Jahr 1989 schien der Fall schon geklärt, als das Amtsgericht Stockholm Christer Pettersson für den Mord an Palme verurteilte. In der zweiten Instanz kam Pettersson jedoch frei. Das vorgelegte Material hatte für eine Verurteilung nicht gereicht. Stig Edqvist ist sich jedoch fast sicher, weil es ja mit Palmes Frau eine Augenzeugin gibt: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Lisbeth Palme direkt daneben stand und auf sie selbst auch geschossen wurde. Und sie ist sich ja hundertprozentig sicher, dass es Christer Pettersson war. Daran kommt man nicht vorbei. Aber er wurde nicht verurteilt und der Oberste Gerichtshof hat die Sache nicht aufgenommen.“
Christer Pettersson ist 2004 verstorben und hat seine Wahrheit im Fall Palme mit ins Grab genommen. Die Pettersson-Spur ist nur eine von vielen, an denen die Behörden weiter arbeiten, wie Staatsanwältin Skarp ausführt: „Solange es eine Ermittlung gibt, solange gibt es auch Hoffnung. Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir nicht weiter kommen. Manchmal haben wir das Gefühl, dass es wert ist, dem weiter nachzugehen.“
Unbrauchbare Beweise
Immer wieder tauchen Gegenstände auf, die eventuell mit der Ermordung Palmes zu tun haben. Wie etwa der so genannte Mockfjärd-Revolver, der aus einem See gefischt wurde, und von dem die Polizei glaubt, es sei die Mordwaffe gewesen. Der Revolver war jedoch in derart schlechtem Zustand, dass dies kriminaltechnisch einfach nicht mehr nachgewiesen werden konnte.
„Man muss einfach Realist sein. 25 Jahre sind vergangen und wir haben keine Verurteilung“, meint Stig Edqvist und räumt ein, dass die Enttäuschung darüber, nie den Mörder von Olof Palme gefasst zu haben, groß ist. „Das ist ein Versagen für alle, vor allem für die Polizei, die zusammen mit der Staatsanwaltschaft ermittelt. Es ist tragisch vor, allem wenn man daran denkt, dass es sich um den damaligen Ministerpräsidenten handelt, der erschossen wurde.“
Weiter Belohung ausgesetzt
Die Ermittlungen gehen auch ohne heiße Spur und weniger intensiv weiter. Immer noch ist eine Belohnung von gut 5,5 Millionen Euro auf Hinweise zur Klärung des Verbrechens ausgestellt. Wie lange noch ermittelt wird, kann selbst Staatsanwältin Skarp nicht einschätzen: „Im Prinzip können wir hier bis in alle Ewigkeit ermitteln. Aber ich glaube, wenn alle Menschen die etwas bezeugen könnten, tot sind, wird es schwer, sinnvoll weiterzuarbeiten.“
Gut 50 Millionen Euro hat die Arbeit am Fall Palme bislang verschlungen. Es wäre wohl das endgültige Eingeständnis einer Niederlage, wenn die Ermittlungen endgültig eingestellt würden. Dazu noch einmal Kerstin Skarp: „Es muss schon sehr deutlich werden, dass man nicht weiter kommt. Das wäre meiner Meinung nach sehr unbefriedigend. Aber irgendwann kommt man immer zu einem Punkt, wo es nicht weitergeht, und da schreibt das Gesetz vor, dass man die Ermittlungen einstellt.“
Solange die Ermittlungen laufen, sind die Unterlagen auch nicht öffentlich zugänglich. So ist es auch schwer für Außenstehende zu beurteilen, wie gut die Arbeit der Behörden war und ob nicht vielleicht doch eine wichtige Spur übersehen worden ist.
(Quelle: Radio Schweden)
25 Jahre Palme-Ermittlung
Der Polizeifunk vor 25 Jahren verdeutlicht, wie schwer es damals selbst der Polizei fiel, die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße erschossen worden war. Seitdem ist ein Vierteljahrhundert vergangen und im Keller des Polizeihauses im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen sind in Regalen 225 Meter Material und Akten im Fall Palme. Der Leiter der Palme-Ermittlungsgruppe, Stig Edqvist, zeigt das Material. Der Fall Palme ist immer noch nicht abgeschlossen.
„Das ist nicht leicht, sich da durchzulesen. Das würde, glaube ich, 13 Jahre ohne Unterbrechung an den Wochenenden dauern, wenn man 300 Dokumente am Tag liest“, meint Edqvist. Die Polizei geht weiter Hinweisen nach. So haben sich mehr als 130 Personen selbst im Laufe angezeigt. Alle wurden jedoch von der Polizei ausgeschlossen. Es wird also weiter ermittelt
„Wir schauen immer noch, können wir das ausschließen oder können wir da weiter recherchieren“, erklärt die zuständige Staatsanwältin Kerstin Skarp.
Mörder frei gesprochen?
Die Ermordung von Ministerpräsident Olof Palme und die vor allem zu Beginn mit Pannen gesegneten Ermittlungen wurden zum Trauma Schwedens. Im Jahr 1989 schien der Fall schon geklärt, als das Amtsgericht Stockholm Christer Pettersson für den Mord an Palme verurteilte. In der zweiten Instanz kam Pettersson jedoch frei. Das vorgelegte Material hatte für eine Verurteilung nicht gereicht. Stig Edqvist ist sich jedoch fast sicher, weil es ja mit Palmes Frau eine Augenzeugin gibt: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Lisbeth Palme direkt daneben stand und auf sie selbst auch geschossen wurde. Und sie ist sich ja hundertprozentig sicher, dass es Christer Pettersson war. Daran kommt man nicht vorbei. Aber er wurde nicht verurteilt und der Oberste Gerichtshof hat die Sache nicht aufgenommen.“
Christer Pettersson ist 2004 verstorben und hat seine Wahrheit im Fall Palme mit ins Grab genommen. Die Pettersson-Spur ist nur eine von vielen, an denen die Behörden weiter arbeiten, wie Staatsanwältin Skarp ausführt: „Solange es eine Ermittlung gibt, solange gibt es auch Hoffnung. Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir nicht weiter kommen. Manchmal haben wir das Gefühl, dass es wert ist, dem weiter nachzugehen.“
Unbrauchbare Beweise
Immer wieder tauchen Gegenstände auf, die eventuell mit der Ermordung Palmes zu tun haben. Wie etwa der so genannte Mockfjärd-Revolver, der aus einem See gefischt wurde, und von dem die Polizei glaubt, es sei die Mordwaffe gewesen. Der Revolver war jedoch in derart schlechtem Zustand, dass dies kriminaltechnisch einfach nicht mehr nachgewiesen werden konnte.
„Man muss einfach Realist sein. 25 Jahre sind vergangen und wir haben keine Verurteilung“, meint Stig Edqvist und räumt ein, dass die Enttäuschung darüber, nie den Mörder von Olof Palme gefasst zu haben, groß ist. „Das ist ein Versagen für alle, vor allem für die Polizei, die zusammen mit der Staatsanwaltschaft ermittelt. Es ist tragisch vor, allem wenn man daran denkt, dass es sich um den damaligen Ministerpräsidenten handelt, der erschossen wurde.“
Weiter Belohung ausgesetzt
Die Ermittlungen gehen auch ohne heiße Spur und weniger intensiv weiter. Immer noch ist eine Belohnung von gut 5,5 Millionen Euro auf Hinweise zur Klärung des Verbrechens ausgestellt. Wie lange noch ermittelt wird, kann selbst Staatsanwältin Skarp nicht einschätzen: „Im Prinzip können wir hier bis in alle Ewigkeit ermitteln. Aber ich glaube, wenn alle Menschen die etwas bezeugen könnten, tot sind, wird es schwer, sinnvoll weiterzuarbeiten.“
Gut 50 Millionen Euro hat die Arbeit am Fall Palme bislang verschlungen. Es wäre wohl das endgültige Eingeständnis einer Niederlage, wenn die Ermittlungen endgültig eingestellt würden. Dazu noch einmal Kerstin Skarp: „Es muss schon sehr deutlich werden, dass man nicht weiter kommt. Das wäre meiner Meinung nach sehr unbefriedigend. Aber irgendwann kommt man immer zu einem Punkt, wo es nicht weitergeht, und da schreibt das Gesetz vor, dass man die Ermittlungen einstellt.“
Solange die Ermittlungen laufen, sind die Unterlagen auch nicht öffentlich zugänglich. So ist es auch schwer für Außenstehende zu beurteilen, wie gut die Arbeit der Behörden war und ob nicht vielleicht doch eine wichtige Spur übersehen worden ist.
(Quelle: Radio Schweden)
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Schweden glauben nicht an Lösung des Palme-Falles
Neun von zehn Schweden sind überzeugt, dass der Mörder von Ministerpräsident Olof Palme niemals von einem Gericht verurteilt wird. Laut einer in der Tageszeitung Svenska Dagbladet am Donnerstag veröffentlichten Umfrage finden dennoch 40 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Sifo befragten 1000 Personen, dass die Ermittlungen weiter geführt werden sollten.
Die Hälfte ist dagegen der Meinung, dass die Behörden die Suche nach dem Mörder einstellen sollten. Justizministerin Beatrice Ask erklärte dazu, dass das Rechtswesen in so einem wichtigen Fall nicht einfach aufgeben könne. Olof Palme war am 28. Februar 1986 auf offener Straße erschossen worden. 1989 wurde der von Palmes Frau Lisbeth als Täter identifizierte Christer Pettersson vom Amtsgericht verurteilt. Pettersson wurde jedoch in zweiter Instanz freigesprochen. Seitdem ermitteln die Behörden ohne Erfolg.
(Quelle: Radio Schweden)
Die Hälfte ist dagegen der Meinung, dass die Behörden die Suche nach dem Mörder einstellen sollten. Justizministerin Beatrice Ask erklärte dazu, dass das Rechtswesen in so einem wichtigen Fall nicht einfach aufgeben könne. Olof Palme war am 28. Februar 1986 auf offener Straße erschossen worden. 1989 wurde der von Palmes Frau Lisbeth als Täter identifizierte Christer Pettersson vom Amtsgericht verurteilt. Pettersson wurde jedoch in zweiter Instanz freigesprochen. Seitdem ermitteln die Behörden ohne Erfolg.
(Quelle: Radio Schweden)
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Die Welt erinnert sich an Palmes Erbe
Am 28. Februar jährt sich der bis heute nicht gelöste Mord am damaligen Ministerpräsidenten Olof Palme zum 25. Mal. Dieses Datum ruft Erinnerungen an den streitbaren Politiker wach – in Schweden, vor allem aber in der Welt.
"Palme war nicht irgendein Politiker"
Zu Zeiten des Kalten Krieges war es nicht schwer, sich für außenpolitische Fragen zu engagieren. Olof Palme aber brannte für die Außenpolitik - und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Klassisch etwa die Verbalattacke gegen die Schergen des Franco-Regimes nach der Hinrichtung junger baskischer Nationalisten 1975.
„Das Sagenhafte ist, dass es immer weiter geht… dass diese teuflischen Mörder weitermachen können.“
Nicht weniger berühmt ist Palmes Weihnachtsansprache von 1972. Die USA hatten die nord-vietnamesische Stadt Hanoi bombardiert, Palme verglich die Aktion mit Nazi-Verbrechen und anderen faschistischen Gräueltaten der Geschichte, deren Tatorte er aufzählte. „Nun gesellt sich ein weiterer Name hinzu: Hanoi, Weihnachten 1972.“
Die USA waren außer sich, unterkühlte diplomatische Verbindungen die Folge. Palmes außenpolitische Angriffe wirkten sich auch auf die Debatte im Reichstag aus: Die Außenpolitik der Sozialdemokraten unter Palme sei kontraproduktiv für ein kleines Land wie Schweden, so ein häufiger Vorwurf. Palme war jedoch kein Heißsporn, sondern wählte seine scharfen Kommentare mit Bedacht, betont Pierre Schori, Staatssekretär im Außenamt in den Jahren 1982 bis 1991.
Scharfe Formulierungen im Reichstag nicht gelitten
„Das waren ganz bewusste Formulierungen. Ich erinnere mich an die Frage des dänischen Ministerpräsidenten Jens Otto Kragh an Palmes Vorgänger Tage Erlander, warum Palme immer so zuspitzen muss. Er wollte eine breitere Öffentlichkeit, und die bekommt man nur mit starken Worten. Dahinter lag genaues Kalkül, um für entsprechende Schlagzeilen zu sorgen. War dies erstmal geschafft, konnte die Diskussion weitergehen.“
Als Ergebnis seines außenpolitischen Engagements genießt Palme heute vor allem im Ausland große Aufmerksamkeit, bemerkt Schori. Mehr als im eigenen Land.
„Anlässlich von Buchneuerscheinungen über Palme war ich im vergangenen Jahr in Spanien und Italien und erinnere mich insbesondere an eine Lesung in Rom, bei der mehrere Zuhörer anfingen zu weinen. Palme traf einen gewissen Ton beim Thema Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und auch bei Einwandererfragen. Nicht wir und die, sondern nur wir. In Schweden leben vor allem Palmes Ideen. Zu behaupten, seine Ideen seien tot, wäre dasselbe wie die UN oder die Menschenrechtserklärung für tot zu erklären, oder das Völkerrecht oder die Armutsbekämpfung. Aber sicher: Heute ist es stiller um diese Fragen geworden. Man kann Außenpolitik nicht über Twitter oder Blogs betreiben.“
Ausland erinnert sich mit Hochachtung
Mit Respekt äußern sich heute namhafte Politiker aus dem Ausland über Olo f Palme und sein Erbe, nachweislich seinen Einsatz für die Ost- und Entspannungspolitik. So sagte Lord Owen, ehemaliger britischer Außenminister und einer der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei, gegenüber Sveriges Radio International: „Ich denke, international betrachtet war der von uns verfasste außenpolitische Sicherheitsbericht zu Beginn der 1980er Jahre sehr wichtig. Denn als Gorbatschow die politische Bühne betrat, begann er in Sachen Verteidigung und Abrüstung um Rat zu fragen. Der Delegierte des Obersten Sowjet, Arbatow, nutzte als Mitglied der Palme-Kommission das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit als Ideenquelle für Gorbatschow und andere, die Veränderung wollten. Und er hatte einigen Einfluss. So manche Richtlinie klang wie ein Kapitel aus unserem Abschlussbericht.“
Boris Pankin, zwischen den Jahren 1982 und 1990 russischer Botschafter in Stockholm, erinnert sich:
„Palme war nicht irgendein Politiker. Er wusste jedes Gespräch besonders einzuleiten. Das waren keine formellen Treffen zwischen einem Ministerpräsidenten und einem Botschafter, sondern passten so gar nicht zu der damaligen Logik der schwedisch-sowjetischen Beziehungen. Einmal lud er mich ein, schlug sein Fotoalbum auf und zeigte mir Bilder seiner Familienangehörigen und seiner lettischen Verwandten. Plötzlich machte er das Album zu und sagte: Wissen Sie was? Ich möchte trotz allem gern die Sowjetunion besuchen und wäre überaus dankbar, könnten Sie diesen Wunsch an Moskau weiterleiten.“
Auch in Deutschland ist die Erinnerung an Palme lebendig – verständlicherweise insbesondere bei den Sozialdemokraten. Gegenüber Radio Schweden sagte Franz Müntefering: „Olof Palme war für mich und meine Generation so etwas wie der junge Bruder Willy Brandts. Wir waren uns sicher, Palme würde die sozialdemokratische Idee weiter in die Welt tragen. Als er ermordet wurde, waren sich alle einig, dass wir mit ihm noch viele, viele Jahre weiter Politik hätten machen können - in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Wir denken in großer Sympathie an ihn.“
Politikerwoche in Almedalen
In der schwedischen Innenpolitik fehlt insbesondere den Sozialdemokraten ein Palme, ein Politiker mit Charisma, der die Partei künftig leiten wird. Aber nicht zuletzt während der Politikerwoche in Almedalen auf der Ostseeinsel Gotland ist Palmes Erbe spürbar. Alljährlich sammeln sich dort Politiker von Rang und Namen und geben sich von ihrer volksnahen Seite wie sonst im ganzen Jahr nicht. Zurück geht dies auf Olof Palme: Im Sommer 1968 wandte sich der damalige Bildungsminister von der Ladefläche eines Kleinlasters zum ersten Mal auf diese unkonventionelle Art und Weise an die Bevölkerung und potentiellen Wähler. Diese Tradition lebt bis heute fort.
(Quelle: Radio Schweden)
"Palme war nicht irgendein Politiker"
Zu Zeiten des Kalten Krieges war es nicht schwer, sich für außenpolitische Fragen zu engagieren. Olof Palme aber brannte für die Außenpolitik - und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Klassisch etwa die Verbalattacke gegen die Schergen des Franco-Regimes nach der Hinrichtung junger baskischer Nationalisten 1975.
„Das Sagenhafte ist, dass es immer weiter geht… dass diese teuflischen Mörder weitermachen können.“
Nicht weniger berühmt ist Palmes Weihnachtsansprache von 1972. Die USA hatten die nord-vietnamesische Stadt Hanoi bombardiert, Palme verglich die Aktion mit Nazi-Verbrechen und anderen faschistischen Gräueltaten der Geschichte, deren Tatorte er aufzählte. „Nun gesellt sich ein weiterer Name hinzu: Hanoi, Weihnachten 1972.“
Die USA waren außer sich, unterkühlte diplomatische Verbindungen die Folge. Palmes außenpolitische Angriffe wirkten sich auch auf die Debatte im Reichstag aus: Die Außenpolitik der Sozialdemokraten unter Palme sei kontraproduktiv für ein kleines Land wie Schweden, so ein häufiger Vorwurf. Palme war jedoch kein Heißsporn, sondern wählte seine scharfen Kommentare mit Bedacht, betont Pierre Schori, Staatssekretär im Außenamt in den Jahren 1982 bis 1991.
Scharfe Formulierungen im Reichstag nicht gelitten
„Das waren ganz bewusste Formulierungen. Ich erinnere mich an die Frage des dänischen Ministerpräsidenten Jens Otto Kragh an Palmes Vorgänger Tage Erlander, warum Palme immer so zuspitzen muss. Er wollte eine breitere Öffentlichkeit, und die bekommt man nur mit starken Worten. Dahinter lag genaues Kalkül, um für entsprechende Schlagzeilen zu sorgen. War dies erstmal geschafft, konnte die Diskussion weitergehen.“
Als Ergebnis seines außenpolitischen Engagements genießt Palme heute vor allem im Ausland große Aufmerksamkeit, bemerkt Schori. Mehr als im eigenen Land.
„Anlässlich von Buchneuerscheinungen über Palme war ich im vergangenen Jahr in Spanien und Italien und erinnere mich insbesondere an eine Lesung in Rom, bei der mehrere Zuhörer anfingen zu weinen. Palme traf einen gewissen Ton beim Thema Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und auch bei Einwandererfragen. Nicht wir und die, sondern nur wir. In Schweden leben vor allem Palmes Ideen. Zu behaupten, seine Ideen seien tot, wäre dasselbe wie die UN oder die Menschenrechtserklärung für tot zu erklären, oder das Völkerrecht oder die Armutsbekämpfung. Aber sicher: Heute ist es stiller um diese Fragen geworden. Man kann Außenpolitik nicht über Twitter oder Blogs betreiben.“
Ausland erinnert sich mit Hochachtung
Mit Respekt äußern sich heute namhafte Politiker aus dem Ausland über Olo f Palme und sein Erbe, nachweislich seinen Einsatz für die Ost- und Entspannungspolitik. So sagte Lord Owen, ehemaliger britischer Außenminister und einer der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei, gegenüber Sveriges Radio International: „Ich denke, international betrachtet war der von uns verfasste außenpolitische Sicherheitsbericht zu Beginn der 1980er Jahre sehr wichtig. Denn als Gorbatschow die politische Bühne betrat, begann er in Sachen Verteidigung und Abrüstung um Rat zu fragen. Der Delegierte des Obersten Sowjet, Arbatow, nutzte als Mitglied der Palme-Kommission das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit als Ideenquelle für Gorbatschow und andere, die Veränderung wollten. Und er hatte einigen Einfluss. So manche Richtlinie klang wie ein Kapitel aus unserem Abschlussbericht.“
Boris Pankin, zwischen den Jahren 1982 und 1990 russischer Botschafter in Stockholm, erinnert sich:
„Palme war nicht irgendein Politiker. Er wusste jedes Gespräch besonders einzuleiten. Das waren keine formellen Treffen zwischen einem Ministerpräsidenten und einem Botschafter, sondern passten so gar nicht zu der damaligen Logik der schwedisch-sowjetischen Beziehungen. Einmal lud er mich ein, schlug sein Fotoalbum auf und zeigte mir Bilder seiner Familienangehörigen und seiner lettischen Verwandten. Plötzlich machte er das Album zu und sagte: Wissen Sie was? Ich möchte trotz allem gern die Sowjetunion besuchen und wäre überaus dankbar, könnten Sie diesen Wunsch an Moskau weiterleiten.“
Auch in Deutschland ist die Erinnerung an Palme lebendig – verständlicherweise insbesondere bei den Sozialdemokraten. Gegenüber Radio Schweden sagte Franz Müntefering: „Olof Palme war für mich und meine Generation so etwas wie der junge Bruder Willy Brandts. Wir waren uns sicher, Palme würde die sozialdemokratische Idee weiter in die Welt tragen. Als er ermordet wurde, waren sich alle einig, dass wir mit ihm noch viele, viele Jahre weiter Politik hätten machen können - in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Wir denken in großer Sympathie an ihn.“
Politikerwoche in Almedalen
In der schwedischen Innenpolitik fehlt insbesondere den Sozialdemokraten ein Palme, ein Politiker mit Charisma, der die Partei künftig leiten wird. Aber nicht zuletzt während der Politikerwoche in Almedalen auf der Ostseeinsel Gotland ist Palmes Erbe spürbar. Alljährlich sammeln sich dort Politiker von Rang und Namen und geben sich von ihrer volksnahen Seite wie sonst im ganzen Jahr nicht. Zurück geht dies auf Olof Palme: Im Sommer 1968 wandte sich der damalige Bildungsminister von der Ladefläche eines Kleinlasters zum ersten Mal auf diese unkonventionelle Art und Weise an die Bevölkerung und potentiellen Wähler. Diese Tradition lebt bis heute fort.
(Quelle: Radio Schweden)
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Wenig Hoffnung auf technische Lösung
Das staatliche kriminaltechnische Institut SKL glaubt nicht, dass der Mord an Ministerpräsident Olof Palme vor 25 Jahren mit Hilfe moderner Untersuchungsmethoden gelöst werden kann. Wie der Laborchef des SKL, Tore Olsson, dem Schwedischen Rundfunk am Freitag erklärte, seien damals dazu zu wenige Beweise gesichert worden.
So gebe es keine Proben der Kleidung an denen etwa DNA-Spuren sichergestellt werden könnten. Als einzige Möglichkeit bezeichnete Olsson das Auffinden der Mordwaffe in einem einigermaßen guten Zustand. Im Jahr 2006 wurde aus einem See ein Revolver gefischt, der in Zusammenhang mit dem Mord gebracht wurde. Die Waffe war jedoch so stark verrostet, dass dies nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden konnte. Ministerpräsident Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 auf offener Straße erschossen. Ein Täter wurde nie rechtskräftig verurteilt.
(Quelle: Radio Schweden)
So gebe es keine Proben der Kleidung an denen etwa DNA-Spuren sichergestellt werden könnten. Als einzige Möglichkeit bezeichnete Olsson das Auffinden der Mordwaffe in einem einigermaßen guten Zustand. Im Jahr 2006 wurde aus einem See ein Revolver gefischt, der in Zusammenhang mit dem Mord gebracht wurde. Die Waffe war jedoch so stark verrostet, dass dies nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden konnte. Ministerpräsident Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 auf offener Straße erschossen. Ein Täter wurde nie rechtskräftig verurteilt.
(Quelle: Radio Schweden)
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barschfilet
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Re: Mord an Olof Palme - Ermitteln ohne heiße Spur
All diese Dinge sind doch normal?
So wie im Fährunglück der Estonia will man im Mordfall Olaf Palme keine Ergebnisse preißgeben. Obwohl viele Spuren
bekannt sind? Verduschen , nichts Zugeben, das ist für uns Zuschauer das Ergebnis?
So werden Ergebnisse verduscht, werden Ergebnisse verheimlicht und der Mensch wird allzeit verdummt. Das ist die Arbeit der
Medien und der Regierung.
Immer, die Leute verdummen?
Was ist in meinen Augen noch die Aussagen der Politik noch wert? Nichts?
Aber, so ist es auch in Deutschland. Der Zuschauer wird permanent nur noch manipuliert. Und speziell, das ZDF manipuliert mich.
Man kann es nicht wirklich nachfolgziehen. Nur, wenn man sich viele Sendungen des ZDF anschaut, so wird man Manipuliert?
Hier ein Beispiel:
Ich sehe mir eine Sendung beim ZDF über Länder an.
Es wird in diesen Beitrag zwar ein Eurobetrag angezeigt, was die Leute in diesen Land verdienen, jedoch, was sie sich für dieses Geld kaufen
können, wird verschwiegen.
So sind viele Sendungen für mich nicht Nachvollziehbar. Aber auch viele Sendungen von ARD und ZDF sind für mich nicht nachvollziehbar?
Warum muß ich mir Allzeit Sendungen in den dritten Programmen als Wiederholungen ansehen? Auch, warum hat Sport in den Programmen von ZDF und ARD vorrang?
Wichtig ist in allen Dingen der Aktienkurs. Nicht der Mensch.
So wird der Mensch in allen Dingen nur ein Mensch sein, wenn er Geld hat?
Das meine Meinung.
Barschfilet
So wie im Fährunglück der Estonia will man im Mordfall Olaf Palme keine Ergebnisse preißgeben. Obwohl viele Spuren
bekannt sind? Verduschen , nichts Zugeben, das ist für uns Zuschauer das Ergebnis?
So werden Ergebnisse verduscht, werden Ergebnisse verheimlicht und der Mensch wird allzeit verdummt. Das ist die Arbeit der
Medien und der Regierung.
Immer, die Leute verdummen?
Was ist in meinen Augen noch die Aussagen der Politik noch wert? Nichts?
Aber, so ist es auch in Deutschland. Der Zuschauer wird permanent nur noch manipuliert. Und speziell, das ZDF manipuliert mich.
Man kann es nicht wirklich nachfolgziehen. Nur, wenn man sich viele Sendungen des ZDF anschaut, so wird man Manipuliert?
Hier ein Beispiel:
Ich sehe mir eine Sendung beim ZDF über Länder an.
Es wird in diesen Beitrag zwar ein Eurobetrag angezeigt, was die Leute in diesen Land verdienen, jedoch, was sie sich für dieses Geld kaufen
können, wird verschwiegen.
So sind viele Sendungen für mich nicht Nachvollziehbar. Aber auch viele Sendungen von ARD und ZDF sind für mich nicht nachvollziehbar?
Warum muß ich mir Allzeit Sendungen in den dritten Programmen als Wiederholungen ansehen? Auch, warum hat Sport in den Programmen von ZDF und ARD vorrang?
Wichtig ist in allen Dingen der Aktienkurs. Nicht der Mensch.
So wird der Mensch in allen Dingen nur ein Mensch sein, wenn er Geld hat?
Das meine Meinung.
Barschfilet
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Re: Mord an Olof Palme - Ermitteln ohne heiße Spur
Zu diesem Thema gibts nun auch im Schwedenblog zwei Beiträge:
Teil 1 - Protokoll der Tat:
http://blog.schwedenstube.de/25-jahre-m ... l-der-tat/
Teil 2 - Die Suche nach dem Täter:
http://blog.schwedenstube.de/25-jahre-m ... dem-tater/
Teil 3 - Schwedens ewiges Trauma:
http://blog.schwedenstube.de/25-jahre-m ... es-trauma/
Teil 1 - Protokoll der Tat:
http://blog.schwedenstube.de/25-jahre-m ... l-der-tat/
Teil 2 - Die Suche nach dem Täter:
http://blog.schwedenstube.de/25-jahre-m ... dem-tater/
Teil 3 - Schwedens ewiges Trauma:
http://blog.schwedenstube.de/25-jahre-m ... es-trauma/
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Lisbet Palme: Ich habe den Mörder identifiziert
Lisbet Palme, die Witwe des vor 25 Jahren ermordeten Ministerpräsidenten Olof Palme, hat sich enttäuscht über den Verlauf der Ermittlungen zu dem Attentat geäußert. Im Schwedischen Rundfunk sagte Frau Palme, sie sei sich heute noch sicher, dass der damals von ihr identifizierte Verdächtige der Mörder sei. Der 1989 als Attentäter verurteilte Christer Pettersson war in einem Berufungsverfahren wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden. Nachdem das schwedische Parlament im vergangenen Jahr die Verjährungsfrist für Mord aufgehoben hatte, laufen die Ermittlungen zum Palme-Attentat weiter. Eine konkrete Spur gibt es trotz zahlreicher Hinweise nicht. Kritiker werfen den Ermittlern vor, sie hätten eine Reihe wichtiger Indizien nicht beachtet. Auch die Mordwaffe, deren Typ anhand der am Tatort sichergestellten Projektile bekannt ist, wurde bis heute nicht gefunden.
(Quelle: Radio Schweden)
(Quelle: Radio Schweden)
Re: Mord an Olof Palme - Ermitteln ohne heiße Spur
Hallo Karsten,
Du hast doch aber bezüglich der Waffe am 25.02. folgendes geschrieben:Als einzige Möglichkeit bezeichnete Olsson das Auffinden der Mordwaffe in einem einigermaßen guten Zustand. Im Jahr 2006 wurde aus einem See ein Revolver gefischt, der in Zusammenhang mit dem Mord gebracht wurde. Die Waffe war jedoch so stark verrostet, dass dies nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden konnte.
Wenn ich den Fall O.Palme an mir vorbei ziehen lasse und an die gestern zu Ende gegangene Millenium - Trilogie von Stig Larsson denke, muss ich erschreckende Parallelen ziehen.
Und ich muss auch annehmen, dass sich im Fall O.Palme nicht mehr allzu viel tun wird.
Sehr Schade. O.Palme war ein großer Staatsmann. Er hätte es verdient, dass man seinen Mörder findet und verurteilt !
Warum hat man eigentlich der Lisbeth Palme nicht geglaubt? Sie war doch Zeugin beim Attentat.
Wuschi
Du hast doch aber bezüglich der Waffe am 25.02. folgendes geschrieben:Als einzige Möglichkeit bezeichnete Olsson das Auffinden der Mordwaffe in einem einigermaßen guten Zustand. Im Jahr 2006 wurde aus einem See ein Revolver gefischt, der in Zusammenhang mit dem Mord gebracht wurde. Die Waffe war jedoch so stark verrostet, dass dies nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden konnte.
Wenn ich den Fall O.Palme an mir vorbei ziehen lasse und an die gestern zu Ende gegangene Millenium - Trilogie von Stig Larsson denke, muss ich erschreckende Parallelen ziehen.
Und ich muss auch annehmen, dass sich im Fall O.Palme nicht mehr allzu viel tun wird.
Sehr Schade. O.Palme war ein großer Staatsmann. Er hätte es verdient, dass man seinen Mörder findet und verurteilt !
Warum hat man eigentlich der Lisbeth Palme nicht geglaubt? Sie war doch Zeugin beim Attentat.
Wuschi
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