Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

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wölfchen
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Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Hej zusammen,
die Fotos nicht noch nicht alle fertig, unser Trekkingtagebuch noch nicht richtig geschrieben (die Stichpunkte wollen noch zuammengefügt werden) aber ich denke, so wahnsinnig lange wird es nicht mehr auf sich warten lassen. Deshalb schon mal ein kleiner optischer Vorgeschmack:

Såmmarlappastugan am Padjelantaleden
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Mit Daunenjacke und 2 Hosen friert man nicht nach Sonnenuntergang und kann die Aussicht übers Rapadalen in vollen Zügen genießen:
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Zeltplatz überm Álggajávrre:
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Im Álggavágge:
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Auch wenn uns von einigen Seiten abgeraten ist, im Semptember durch den Sarek zu laufen, gab es doch wenige, die sagten: "Macht es, es ist eine herrliche Jahreszeit dort".

Zunächst hatte ich Respekt vor dieser angeblich "letzten Wildnis" Europas, je mehr ich mich informierte, desto größer wurde der Respekt um nicht zu sagen, dass ich Angst bekam. Ein lieber Bekannter sagte dann, es wäre alles nur halbs so wild wie vielerorts erzählt wird. Wir waren begeistert und werden, sofern nichts dazwischen kommt, wieder zurückkehren.

Der Tourverlauf war anders geplant, wie er dann tatsächlich verlaufen ist ... aber zur Vorbereitung gehörten auch einige Alternativen für den Fall DAS ...

Also, bis demnächst wenn es heißt "zwei Packesel unterwegs im Sarek und Padjelanta". :mrgreen:
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Sapmi
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Sapmi »

Oh, das macht Lust auf mehr. Freue mich auf den Bericht und viele weitere Bilder. :D
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wölfchen
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Zwei Packesel im Sarek und Padjelanta

Beitrag von wölfchen »

Es geht los :mrgreen:

Zwei Packesel im Sarek und Padjelanta
06. September 2010 – 21. September 2010


Kurzes Vorwort: Geplant war eine etwa 3-wöchige Rundtour mit Ausgangs- und Endpunkt in Kvikkjokk. Unsere 3. Trekkingtour überhaupt. Der Bootstransfer vom Padjelantaleden zurück nach Kvikkjokk wurde schon vor Reiseantritt geklärt und über alles mögliche Infos eingeholt um keine bösen Überraschungen zu erleben. Es sollte zunächst den Kungsleden in nördlicher Richtung nach Akste gehen, von dort über den Skierffe und noch ein gutes Stück weiter oberhalb der Baumgrenze, bevor es dann ins Rapadalen hinunter ging. Von Skárja aus wollten wir durch das Ruohtesvágge zur Kisurisstugan und den Padjelantaleden wieder nach Kvikkjokk zurück zu laufen. Wie es aber endgültig von Skárja aus weitergehen sollte ... das sollte witterungsabhängig entschieden werden, bzw. danach, wie wir vorankommen würden. Es stand deshalb von Anfang fest, durch das Àlggavágge oder das Guohpervágge "abzukürzen" zu können. Wir schleppten zu Beginn der Tour jeder etwas über 30 kg mit sich rum (incl. allem - auch Rucksack), wobei das Haupt aus Lebensmitteln bestand. Gegen Ende der langen Tour wären dann noch ca. 13 kg übrig geblieben - zumindest rechnersich.


06. September 2010

Das Packen unserer Rucksäcke dauerte länger als erwartet und das Chaos rund ums Auto war ebenfalls größer als erwartet, obwohl alles zu Hause fein säuberlich in Kisten verstaut wurde und eigentlich nur noch umgeräumt werden musste.

Das „Abenteuer“ begann allerdings schon einen Tag zuvor, als wir Kvikkjokk später erreichten als wir erwarteten. Um ca. 21:50 Uhr betrat ich die Fjällstation, zunächst einmal um zu schauen, ob wir hier übernachten konnten. Glücklicherweise wurden wir noch aufgenommen, obwohl die Rezeption schon ab 19:00 Uhr geschlossen war (Campingplätze in Stockholm stollten sich daran ein Beispiel nehmen!!!). Ansonsten hätten wir uns im dunklen einen einigermaßen akzeptablen Platz fürs Zelt in der Nähe des Parkplatzes suchen müssen.

So konnte nach einem reichhalteigen Frühstück und einer letzten Tasse RICHTIGEN Kaffee die Pack- und Stopferei der Rucksäcke beginnen bei traumhaften Herbstwetter beginnen. Ausrüstung, Bekleidung, aber vor allem Nahrungsmittel für geplante 21 Tage, incl. Reserve, mussten verstaut … und natürlich auch getragen werden. Mittendrin im konzentrierten Chaos schneite dann Björn Sarstad herein mit der Frage, ob wir einen Bootstransport benötigen würden. Auch wenn wir seine Dienste jetzt noch nicht benötigten, passte es ganz gut, ihn zu treffen, denn so konnten wir nochmals über den zuvor per Email bestellten Bootstransport am Ende der Tour sprechen und die Telefonnummer kontrollieren.

Gegen 11:00 Uhr war es dann endlich soweit, unsere Tour konnte beginnen! Der Kungsleden Richtung Pårte führte größtenteils durch herbstlichen Birken- und Fichtenwald, ohne großartige Ausblicke auch die uns umgebende Bergkulisse. Hin und wieder querten wir einen kleinen Bach und ein Moor.

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(Njáhkájåhka)

Nach ca. 6 km Wanderung wurde es dann ein klein wenig abwechslungsreicher, als wir über größere Moorflächen oder durch lichteren Wald hinüber zum Pårte oder zum Tarrekaise blicken konnten.

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Unsere Tagesetappe endete am Ende des Sees Stuor-Dáhtá. Den gesamten Tag über war kein Wölkchen am Himmel zu sehen gewesen, es war warm und sonnig. Warum also nicht dieses herrliche Wetter nutzen und schon hier am See die Seele baumeln zu lassen. Mal abgesehen davon, war zumindest bei mir von Trittsicherheit nicht mehr zu reden. Die ungewohnt schwere Schlepperei der Rucksäcke, die etwas über errechnete 30 kg wogen, ließen meine Füße schmerzen und der letzte Abstieg hinunter zum See war schon recht steinig sowie holprig gewesen. So nutzten wir gern das Plätzchen am See in der Sonne und später am wärmenden Feuer um den ersten Tag der Tour ausklingen zu lassen.

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(Stuor-Dáhtá)



07. September 2010

Sonne, blauer Himmel, Nachtfrost und tagsüber Temperaturen für sommerliche Bekleidung … was wünscht man sich mehr, für eine solche Tour? Dummerweise hatten wir nicht mit solchen Temperaturen gerechnet, also musste das Unterhemd als T-Shirt herhalten.

Durch den Nachtfrost und der Tatsache, dass unser Zelt erst spät von der über den Berg gekletterten Sonne erwärmt wurde, war es natürlich bis zum Abbau nicht trocken geworden. Gegen Mittag erreichten wir dann das eigentlich Tagesziel vom Vortag – die Pårtestugan. Vom See bis zur den Pårtestugan gab es keine nennenswerte Steigungen, viel Wald ohne großartige Aussichtsmöglichkeiten, aber vor allem einfach zu gehen.

Dies änderte sich nun, es ging stetig bergan – zunächst mit wenig Steigung, zum Schluss für unsere Verhältnisse ziemlich heftig. Zwischendurch passierten wir die Grenze zum Sarek Nationalpark.

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Es dauerte eine geraume Zeit, bis wir die Waldgrenze hinter endlich uns ließen und nur noch die letzten Meter Anstieg "auf Sicht" bewältigen mussten. Dort angekommen waren wir fix und fertig! Auf diesem Abschnitt machte sich das Gewicht der Rucksäcke nun doch richtig bemerkbar. Zwischen Favnoajvve (1.117 m) und Huornnásj (884 m) ließen wir uns auf einem Felsbrocken nieder und genossen den Blick zurück über Wald, Berge, Seen … allerdings erst nachdem wir wieder ruhig durchatmen konnten und die Beine aufhörten zu schmerzen.

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(Aussicht nach dem kräftezehrenden Aufstieg)

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(Tjaktjajaure und einer der drei Nammásj Berge)

Nachdem wir dann so etwas Kraft gesammelt hatten, ging es weiter über einiges an Geröll in Richtung Rittak. Nur wenige Meter vor der Brücke über den Jåkkejågåsj schlugen wir unser Nachtlager auf. Wir waren am Ende unserer Kräfte angekommen. Dafür konnten wir von hier oben den Blick über die uns umgebende Fjällwelt im Licht der untergehenden Sonne genießen.
filainu
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von filainu »

einfach nur traumhaft, mehr bitte, mehr :doppelwink:
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Micky
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Micky »

Hallo Wölfchen,

vielen Dank für Deinen Reisebericht und die atemberaubenden Fotos. :kiss: :thumbsup:

Das müsste alles zu einem Buch mit Deinen Fotos und Tipps zusammengefasst werden.

Micky :-winker
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Freut mich, wenn es Euch gefällt.

08. September 2010

Im Zelt wurde es früh morgens schon warm und wärmer. Um 8:00 Uhr war es uns dann zu heiß und wir krochen aus den Schlafsäcken heraus. Die Überraschung: Das Zelt war schon trocken! Das Wetter präsentierte sich wieder von seiner schönsten Seite, strahlend blauer Himmel und bereits gegen 10:00 Uhr eine Temperatur von 21,5 °C.

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(Sommerbrücke über den Jåkkejågåsj)

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(Ausblick auf die Kabla-Berge und den See Rittak)

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(Rittak-Raststuga)

Der Weg zur Rittak-Schutzhütte war einfach (zwischen Moränenwällen hindurch) und daher schnell bewältigt. Zu früh für eine ausgiebige Mittagsrast und so wanderten wir nach einer kurzen Pause weiter. Es ging noch einmal kurz etwas aufwärts unter Zugabe einer fantastischen Aussicht und Einblicken in den Sarek.

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(Übergang des Tjaktjajaure zum Rittak)

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(Suobbattjåhkkå - Tjahkelij - Tjaktajaure)

Wir folgten dem ausgetretenen Pfad hinab nach Pårtekietje und weiter zum Laitaure. Wir kamen schnell und gut voran, da es kaum bzw. nur sehr selten steinig war. An der Brücke über den Bach Suobbattjåhkå machten wir Rast und konnten in aller Ruhe einem Lemming zuschauen, der unter den Stegen umher rannte und nur darauf wartete, unsere Krümel einsammeln zu können.

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(Tjahkelij - Skierffe ~ kurz vom Abstieg zum Laitaure)

Kurz vorm Laitaure überholte uns ein älterer Herr, der erst am Morgen gegen 5:30 Uhr in Kvikkjokk gestartet war und an diesem Tag noch bis auf den Skierffe hinauf wollte. Am Laitaure trafen wir ihn wieder, als er gerade ablegte und mit dem Ruderboot in Richtung Aktse aufbrechen wollte. Ich rief ihm zu, er wartete und wir ruderten gemeinsam über den Laitaure.

Wir mussten, um ins Boot zu gelangen über einige Steine am Uferbereich und im Wasser klettern, da der Bootssteg selbst eingebrochen war. Die Ruder des Bootes waren lediglich provisorisch befestigt, was das Rudern für die Männer anstrengend machte, dafür hatten wir kaum Wind und das Schicksal meinte es gut mit uns, da uns auf dem See ein anderes Boot entgegen kam. So brauchten wir die Strecke nur einmal zurück zu legen. Der Blick vom Ruderboot auf dem See hinüber ins Rapadalen – ausgehend vom Tjahkkelij über den Nammåsj zum Skierfe war herrlich … vor allem für mich, da ich außer der Ansage der Richtungsangaben nichts weiter zu tun hatte als einfach nur zu schauen. Ein Wehmutstropfen hatte die Überfahrt doch noch, das Objektiv machte Probleme. Vom gesamten Brennweitenbereich funktionierte nun nur noch die kleinste, die restlichten erzeugten Fehlermeldungen.

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(Auf dem Laitaure - Blick zum Berg Nammásj)

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(Am Ufer des Laitaure bei Aktse - Blick zum Rapadelta mit Skierffe und Nammásj)

Am anderen Ufer angekommen, zogen wir das Boot aus dem Wasser, befestigten es und nahmen den letzten Kilometer bis zur Aktsestugan, wo wir auch übernachteten, in Angriff. Der Hüttenwart sah einem unserer Verwandten zu Hause sehr ähnlich. Wir kauften kalte Cola, schrieben noch ein paar Ansichtskarten, wuschen Wäsche und nahmen eine kalte Dusche. Der Austausch zwischen Wanderern durfte natürlich auch nicht fehlen.

Leider vergaß ich, die Dusche zu fotografieren, sie verfügte über eiskaltes Wasser direkt aus dem Quellbach. Es war ein einfacher Holzverschlag mit einem Vorhang und wollte man duschen, brauchte man nur den Hebel umzulegen, der dann den Wasserhahn der Frischwasserleitung trocken legte und das Wasser in den Duschkopf umleitete. Einfach, effektiv und rustikal.
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

09. September 2010

An diesem Tag folgte der für uns bisher härteste Tourabschnitt, denn bis auf zwei kurze Ausnahmen ging es mehr, selten weniger, steil aufwärts. Wir starteten in Aktse und liefen den Kungsleden in nördlicher Richtung den zunächst bewaldeten Berg hinauf. Kurz nach Verlassen der Baumgrenze zweigte ein Pfad (ausgeschildert) links zum Skierffe ab. Eine ganze Weile ging es gemächlich bergan, dann aber wieder steiler. Es folgte ein kurzer Abstieg, nur um die verlorenen Höhenmeter gleich wieder gutzumachen. Schön war, dass man oberhalb der Baumgrenze immer einen herrlichen Blick über den Laitaure und auch schon ins Rapadelta hatte. Ebenso hatte man immer das Ziel im Blickfeld.

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Es war sehr warm und obwohl wir am Bach im Wald noch viel getrunken hatten und auch unsere jeweils zwei 0,5 Liter-Flaschen aufgefüllt hatten, wurde es Zeit, den einzigen nicht ausgetrockneten Bachlauf nur wenige hundert Meter vor dem Skierffe zu erreichen. Eine große Rentierherde befand sich ebenfalls in der Nähe. Der Bach glich eher einem Rinnsal, aber das Wasser floss, schmeckte frisch und war kühl, außerdem hatten wir großen Durst. Also schoben wir sämtliche Gedanken auf Verunreinigungen beiseite, tranken und füllten die Flaschen wieder auf.

Am Fuße des Skierffe ließen wir unsere Trekkingrucksäcke liegen und stiegen nur mit der umgehängten Fototasche hinauf. Was war das leicht zu laufen! Um etliche Kilos erleichtert, sprangen wir den Berg hinauf, gerade so, als würde man schweben …

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Oben befanden sich noch ein paar andere Leute, ein Kameramann, ein Fotograf und zwei Schauspieler. Sie machten den Eindruck als seien sie Studenten, war amüsant zuzuschauen – gleiches werden sie wohl von uns gedacht haben, denn mein Mann hielt mich ständig an einer Gürtelschlaufe fest, wenn er meinte, ich stände zu dicht an der Abbruchkante. Die Aussicht vom Skierffe ist einfach atemberaubend schön. Die südliche Kante des Skierffe fällt senkrecht, knapp 700 m tief, bis ins Rapadelta ab, wo der Ráhpaädno ein Labyrinth aus Flussarmen und Seen geschaffen hat. Neben dieser Aussicht ist aber noch etwas anderes in lebhafter Erinnerung geblieben. Ich legte mich an die Abbruchkante und lugte mit dem Kopf hinüber. Von unten strömte mittelstark lauwarme Luft hinauf. Stand man auf dem Gipfel, ohne über die Kante zu schauen, bekam man davon gar nichts mit. Klar, warme Luft steigt nach oben … aber so hatte ich das zuvor noch nie erlebt.

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Es war später Nachmittag, als wir uns wieder an den Abstieg machten. Die Rucksäcke auf dem Rücken fühlten sich nach der kurzen Tragepause gleich doppelt so schwer an. Unser Nachtlager wollten wir ganz in der Nähe auf der Hochebene zwischen dem Gierdogiesjtjåhkkå und dem Skierffe aufschlagen. Die vielen Flußarme waren größtenteils ausgetrocknet.

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Wie jeden Abend bisher, blieben wir nicht lange auf, die ungewohnte Anstrengung am Tage machte sich durch große Müdigkeit bemerkbar. Allerdings wurden wir diesmal durch Geräusche gegen 22:00 Uhr geweckt. Ein paar Rentiere hielten sich ganz in der Nähe auf und liefen durch sumpfige Stellen, was ein leicht matschiges Geräusch von sich gab … aufgeweckt hatte uns aber das Aneinanderschlagen zweier Rentiergeweihe.
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Fräknar
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Fräknar »

Oooh ist das schön, ich war da vor vielen, vielen Jahren als Jugendliche mit meinen Eltern. Eine traumhafte Landschaft und diese Weite und Klarheit.
Wölfchen deine Bilder holen all diese schönen Erinnerungen wieder hoch!

Danke!!!
Hälsningar Beate
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Fräknar ...dann wird es Zeit, dass Du Dich nochmal auf den Weg machst ;) Der Skierffe ist per Tagestour von Aktse zu erreichen und dort steht die Hütte vom STF, wo man übernachten kann. Also ist noch nicht mal eine spezielle Ausrüstung erforderlich.


10. September 2010

Der Tag begann genauso wie die anderen bisher mit strahlend blauem Himmel uns Sonne pur. Mit dem Unterschied, dass wir uns inmitten einer grasenden Rentierherde befanden. Das Rapadalen hatte sich in einen riesigen See aus Nebel verwandelt, der sich hielt bis wir das Zelt abgebaut hatten. Immer wieder zogen Nebelschwaden über die Hochebene und lösten sich in den Sonnenstrahlen auf … was wäre das insgesamt ein Anblick gewesen, wenn wir genau zu dem Zeitpunkt auf dem Skierffe gestanden hätten!

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Stattdessen liefen wir wie geplant weiter. Wir stiegen den Gierdogiesjtjåhkkå hinauf – immer wieder über Geröllfelder, wateten problemlos durch die beiden Flußarme des Nammásjåhkå und genossen in der Nähe des Ridoks den letzten Blick zurück in das herrliche Rapadelta.

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Es war schon Nachmittag, aber es lies sich hier inzwischen sehr gut laufen, eben, kaum Geröll, kaum Sumpf, einfach zu durchwatende Wasserläufe. So erreichten wir einen der Seitenarme des Lulep-Vássjájågåsj kurz vor Sonnenuntergang.

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Das Zelt war schnell aufgestellt – einer der schönsten Zeltplätze bisher mit Blick ins Rapadalen. Und wie sich später herausstellte, hätten wir in dieser Nacht und auch in den meisten Nächten zuvor Nordlicht sehen können … aber was tun wir? (Ver)schlafen!

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TochterderStille
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von TochterderStille »

Danke für den Bericht und die tollen Fotos.
Macht Lust auf mehr. Und die Freude wächst, dass auch wir das in Zukunft vorhaben.
Der Sarek ruft!
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Sapmi
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Sapmi »

Danke für den bisherigen Bericht und die wie immer genialen Fotos! :thumbsup:
wölfchen hat geschrieben:08. September 2010

... und bereits gegen 10:00 Uhr eine Temperatur von 21,5 °C.
21,5 Grad im Schatten? Bild Oder war das doch eher in der Sonne? Bei dem blauen Himmel stellt man sich irgendwie so schön klare und kühle Luft vor. :mrgreen:

Freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung. :D
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Nein, nein, 21.5 °C in der Sonne ... wo wir übernachtet haben gab es keinen Schatten :mrgreen: s. erstes Foto 8. September (das mit der Sommerbrücke).
filainu
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von filainu »

atemberaubend schöne fotos, und toller bericht, einfach nur klasse
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Sapmi
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Sapmi »

wölfchen hat geschrieben:Nein, nein, 21.5 °C in der Sonne ...
Na, dann geht's ja noch.
Jep, im völlig baumlosen Fjäll bei praller Sonne kann schon mal recht hart sein. Da ist man froh, wenn sich mal wieder irgendwo ein einzelner Baum oder größerer Fels findet, der etwas Schatten zum Rasten spendet. :mrgreen:
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

@ Sampi: Nur hatten wir mit solchen Temperaturen zu dieser Jahreszeit nicht mehr gerechnet ... aber war schön :mrgreen:


11. September 2010

Der Hüttenwart in Aktse hatte es schon gesagt, der Wetterbericht prophezeite Regen. Am Morgen war der Himmel schon mit Wölkchen bedeckt, aber es war trocken. Wir kochten gerade Wasser für Kaffee und Tee als die friedliche und ruhige Atmosphäre durch Helikopterlärm gestört wurde. Er landete an ein paar Stellen und setzte Leute ab, danach hob er wieder ab und flog mit Sirenengeräuschen durchs Fjäll um Rentiere zusammen zu treiben. Wie war das nochmal, Ruhe, Einsamkeit, Idylle … ähm ja!

Die erste Herausforderung des Tages war das Durchwaten des Lulep-Vássjájågåsj. Der Fluss lag in einer tiefen Schlucht. Wir gingen den Abhang vorsichtig hinunter und suchten nach einer geeigneten Stelle zur Querung, waren wir doch guter Dinge, auch hier mit den Wanderstiefeln durchlaufen zu können.

Als wir meinten, eine Stelle gefunden zu haben … weder stark strömend, etwas breiter und man konnte den Fluss von beiden Uferzonen aus betreten … machte ich mich ans Werk, nur um nach ein paar Metern wieder umzudrehen. Auf der anderen Seite war das Wasser für die Stiefel zu tief. Also doch die Watschuhe anziehen, mit denen es nun überhaupt kein Problem war, diesen einen Schritt ins tiefere Wasser zu wagen.

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(Lulep-Vássjájågåsj)

Auf der anderen Seite angekommen kletterten wir den Hang, den das über Jahrzehnte strömende Wasser des Lulep-Vássjájågåsj in die Landschaft gegraben hat, wieder hinauf. Zum Abstieg ins Rapadalen wählten wir das seichtere Gefälle eines Hangrückens, in dessen Verlängerung sich lt. Karte eine Renvaktarstuga befindet. Gesehen haben wir sie nicht, stattdessen ging es auf und ab durch Wald, Sumpf und Gestrüpp. Bereits auf dem Bergrücken – von dem man im Übrigen einen wunderschönen Blick hatte – war ein deutlicher Pfad auszumachen, dem wir auch unterhalb der Baumgrenze folgten. So erreichten wir nach einiger Zeit den Hauptpfad im Rapadalen.

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(Rapadalen)

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(Rapadalen)

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(Weidengestrüpp und Sumpf im Rapadalen der durchquert werden musste)

Der Hauptpfad war, bis auf wenige Sumpfquerungen sehr gut zu laufen. Ab dem Flüsschen Alep-Vássjájågåsj, ging es häufig über Wälle, was sich auf Dauer anstrengend gestaltete. Das Gestrüpp im Sarek hatte ich mir, aufgrund bisheriger Beschreibungen schlimmer vorgestellt, es stellte, bis auf ein paar Baumstämme, über die wir steigen mussten, keine großartige Behinderung dar – auch wenn der Abschnitt hin und wieder mal einem Hindernisparcours glich. Bei den Skoarkkijávrátja-Seen sahen wir sechs Rentiere. Ob sie im Tal vor der Helikoptertreibjagd sicher gewesen waren?

Wenn ich jetzt an die „Waldwanderung“ zurückdenke, kommen mir als erstes die Schwärme von Distelfaltern in den Sinn, die sich auf den zahlreichen Disteln niedergelassen hatten und losflogen, als wir vorbeikamen. Aber auch das einfache Wandern durch den Wald aus weißen Birkenstämmen, die von der Sonne warm angestrahlt wurden, darunter das herbstlich leuchtende Bodengewächs und immer wieder Ausblicke auf den gewundenen Ráhpajåhkå. Nur Elche hatten sich keine blicken lassen, dafür Enten, Schwände und andere Vögel

Am späten Nachmittag waren wir nicht mehr weit vom Aufstieg ins Snávvavágge bzw. der Skårkistugan entfernt. Es stellte sich daher die Frage, ob wir noch in Richtung Hochtal hinaufgehen oder besser im Tal einen Platz zur Übernachtung suchen sollten. Immerhin hätten wir rund 540 Höhenmeter bewältigen müssen. Der erste Platz, den wir im Tal fanden, gefiel uns nicht so besonders, bzw. es war kaum genug Stellfläche für unser Zelt vorhanden. Da wir auf der Wanderung durch das Rapadalen zahlreiche „Zeltplätze“ gesehen hatten, an denen die Vegetation plattgedrückt war, war es eine Frage der Ehre, nicht noch mehr Schaden anzurichten. Wir waren zwar nicht begeistert, doch noch bergauf laufen zu müssen, aber wäre wenig später kein geeigneter Platz ausfindet gemacht worden, hätten wir diese letzte Anstrengung des Tages auch nicht gescheut.

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Wir nutzten die vorhandene Feuerstelle für ein wärmespendendes kleines Feuerchen, nachdem die Sonne, die das Tal in ein leuchtendes gelb-orange getaucht hatte, untergegangen war.


12. September 2010

Wir schliefen länger wie die Tage zuvor. Erst um 9:00 Uhr wachten wir auf. Gerade als wir Frühstücken wollten, fing es an zu regnen. Also bauten wir zum ersten Mal während der Tour unser Zelt im Regen zusammen und nutzten die bisher nur mitgeschleppte Regenkleidung. Es sollte ja auch nichts ungenutzt mitgeschleppt werden!

Der Aufstieg ins Snávvavágge war anstrengend, aber wieder trocken – von oben! Oberhalb der Baumgrenze begegneten wir einem älteren Schweden, der uns fragte, ob wir den großen Elchbullen im Tal gesehen hätten. Hä? Ein Elch? Wo? Er lieh uns sein Fernglas und wir konnten schauen und da stand tatsächlich einer im Wald. Er erzählte am Abend zuvor hätte ein ebenso großer Elch im Wasser gestanden. Vielleicht hätten wir am Abend zuvor doch noch aufsteigen sollen??? Aber die Elche im Tal waren ohne Fernglas gar nicht richtig zu sehen, sondern glichen eher einem riesigen Felsbrocken. Während wir etwas plauderten, kamen noch 3 junge Wanderer den hinzu, sie waren in Richtung Akste unterwegs. Aus der kurzen Verschnaufpause wurde schnell eine etwas längere Plauderpause. War aber nett.

Direkt hinter dem Jilájåhkå wurde es für einige Meter richtig fies steil. So quälten wir uns bis zum „Pass“ hinauf. Dort setzten wir uns windgeschützt hinter einen Felsen und machten Mittagspause. Es zogen immer mehr Wolken um uns herum, aber die Sicht auf die Strecke, die wir zurücklegen wollten, war immer noch sehr gut.

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(Tal: Jilávágge, Berg: Stuor Skoarkki)

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(Snávvavágge)

Frisch gestärkt wanderten wir durch angenehm einfach zu laufende Snávvavágge. Als wir das Ende des Tals erreichten, wurde es neblig hinter uns. Das Hochtal befand sich nun in dicken Wolken, dafür klarte es in Richtung Skárja wieder auf! Und da wollten wir hin.

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(Aussicht bei den Spökestenen (Felshang rechts) auf Ålkatj und das Rapadalen bis nach Skárja)

Durch die Wolken und seltenen leichten Nieselregen war der Boden inzwischen feucht und die Felsbrocken rutschig, was die Passage der „Spökestene“ nicht gerade einfacher machte. Es ging sehr steil hinab, immer am Abhang entlang, über große Felsbrocken und Geröll, aber auch mal fester Untergrund … immer mit Blick in die Tiefe … ich meine, immer mit ungestörter Aussicht ins Tal.

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("ungestörte Aussicht" an den Spökestenen)

Die „Stufen“ waren teilweise hoch und der Untergrund glitschig, so dass die Hände zur Hilfe genommen werden mussten, um mit dem Rucksack das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Denn auf den Freiflug nach unten wollten wir nach Möglichkeit. Die Oberschenkel machten sich ebenfalls durch die ungewohnte Anstrengung bemerkbar. So steil wir hinab stiegen, so steil ging es dann auch wieder hinauf, nur nicht so weit. Ein kurzer Abschnitt auf der Karte, aber fast ebenso Zeitintensiv wie die Durchwanderung des Snávvavágges und vor allem kräftezehrend.

Als Ausgleich gestaltete sich die weitere Wanderung Richtung Skárja als einfach. Eben, kaum Steine – kurzum ein gut ausgetretener Pfad über eine Wiese.

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(Bei Bielavárásj)

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(Der kleine dunkle Hügel ist der Bielavárásj - dahinter Bielatjåhkkjå, nach links Basstavágge, Ähpár-Gebirge)

Es war schon spät, kurz vor Sonnenuntergang (zumindest zeitlich, denn die Sonne konnten wir nicht mehr sehen), als wir den Tjågnårisjågåsj erreichten. Lt. Outdoorhandbuch Sarek sollte das Durchwaten problematisch sein und die Schneebrücke existierte schon lange nicht mehr. Aber wir brauchten nicht zu suchen um eine geeignete Watstelle zu finden. Durch die niedrigen Temperaturen und auch die geringe Niederschlagsmenge in den letzten Tagen war keine starke Strömung vorhanden, ebenso war der Wasserstand niedrig. Dennoch zogen wir sicherheitshalber die Watschuhe an, denn hier und da konnte man nicht genau sagen, wie tief es runtergehen würde (ob Knöchel- oder Wadentief), denn das Wasser war durch Sedimente eingetrübt. Das Wasser reichte kaum bis über die Knöchel und an den tiefer aussehenden Stellen konnte man gut über Steine balancieren.

Auf der anderen Flussseite stellten wir das Zelt auf und schlossen die Tagesetappe ab. Es wären zwar nur noch etwas über 5 km bis Skárja gewesen, aber die konnten wir ja auch noch am nächsten Tag laufen. Wir kochten in aller Ruhe unser Essen und etwas Tee (der dank Sand etwas zwischen den Zähnen knirschte) und schliefen schon bald darauf fest ein.
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Micky
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Micky »

Hallo Wölfchen,

nochmals vielen Dank für Deinen, daß wir an Deinem atemberaubenden, spannenden Reisebericht

teilnehmen dürfen :kiss:

Was für einen Fotoapperat benutzt Du, damit diese sagenhaften Fotos entstehen?

Kannst Du auch irgendwie eine Übersichtskarte reinstellen von der Wanderung mit und ohne Boot?

Wir waren da leider noch nie. Aber es macht große Lust es selber erleben zu dürfen,

wenigstens ein bischen.

Lieben Gruß Micky :-winker
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Die Karte kommt am Ende, für den Rogen wollte ich auch noch eine machen.

Die Tour hat uns so gut gefallen, dass es uns im nächsten Jahr wieder dorthin ziehen wird, sofern nichts dazwischen kommt.

In den nächsten Tagen geht's weiter.
ernst
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von ernst »

Hallo Wölfchen,
danke für Euren Bericht und die traumhaften Bilder.
LG
Ernst
Kiel
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Kiel »

Danke für dieses Reisetagebuch und die vielen wunderschönen Fotos, ich freue mich auf die nächsten Berichte. Allen eine schöne Adventszeit
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Hat jetzt doch länger gedauert, als ich dachte ...

13. September 2010

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(Aufbruch vom Übernachtungsplatz am Tjågnårisjågåsj)

Die Wolken des vergangenen Abends hatten es erahnen lassen. Es war schon am Morgen leicht am Regnen und vereinzelte Regenschauern verteilten sich über den gesamten Tag. Die Bergspitzen waren in dicken Wolken verschwunden. Selten zeigte sich mal blauer Himmel und Sonne.

Der Pfad nach Skárja war einfach zu gehen, auch der einzige Fluss, den wir durchwaten mussten, stellte überhaupt kein Problem dar.

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(Skárja)

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(Skárja)

So erreichten wir Skárja schon am Vormittag. Auf keiner unserer Touren bisher haben wir keine Hütte gesehen, die so verdreckt war! Selbst die Bänke und der Tisch waren so dreckig, dass man sich weder drauf setzen, noch am Tisch essen wollte. Mit Widerwillen stellte ich meinen Rucksack am Boden in der Hütte ab, damit er im Trockenen stand, während ich mich draußen umsah. Zwiebelschalen, Essensreste, leerer Verpackungsmüll, Papiertücher … schrecklich! Schon am Abend zuvor hatte ich mich über eine leere Getränkepulvertüte aufgeregt, die jemand in den Eingang einer Lemminghöhle gesteckt hatte. Allerdings übertrag der Zustand hier alles!

Wegen des Regens beschlossen wir dennoch, uns ein Plätzchen zu suchen und nicht mehr weiter zu laufen. Die meisten Regenschauern zogen jedoch um uns herum.

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(Mäander bei Skárja)

Leider hatte ich den Fehler gemacht und meinem Mann gesagt, dass wir 1 ½ Tage, incl. Reserve, der Zeitplanung hinterherhinken würden. Auch Beteuerungen, dass die angesetzten Tage für das Ruohtesvágge und den Padjelantaleden sehr großzügig angesetzt waren und wir da noch „Zeit“ gut machen können, brachte wenig. Auch die Tatsache, dass der Rucksack immer leichter werden würde und auch das Gelände einfacher zu gehen sei, änderte nichts. Vielleicht lag es auch daran, dass die Sohle der neuen Lundhags schon vor ein paar Tagen begonnen hatte sich abzulösen und sämtliche Klebeversuche fehlschlugen – auch Duck-Tape hielt das Ganze nur für ein paar Stunden zusammen. Dazu noch die Erschöpfung (er hat in Skárja fast den ganzen Tag im Zelt verbracht), sein im Durchschnitt schlechte Essen diverser Hersteller (auf zukünftigen Touren werden wir nur noch auf Drytech Real Turmat zurückgreifen) und jetzt noch der Regen mit den zunehmend stärker werdenden Windböen. So gab ich dann klein bei und stimmte der Alternative durchs Álggavágge „abzukürzen“ zu, auch wenn das hieß, dass wir viele Tage in Bobäcken auf Björn Sarstad und sein Boot warten mussten. Denn dazu gibt es natürlich auch eine Vorgeschichte: Die Akkus der Handys hatten wir vor der Tour voll aufgeladen, danach ausgestellt und nachts immer mit in den Schlafsack genommen. In Aktse mussten wir dann feststellen, dass das Handy meines Mannes ganz leer ist und mein Akku nur noch halb voll. Mein „altes“ Handy, das ich zur Reserve mitgenommen hatte, hatte ich gar nicht erst versucht einzuschalten. So hatten wir den Hüttenwart in Akste geben, Björn von dort anzurufen und einen festen Abholtermin in Bobäcken auszumachen. Sicherheitshalber wurden nun die Akkus aus den Geräten entfernt …

Die Suche nach einem sauberen Zeltplatz begann, den wir dann auch etwas südlich an einem Bachlauf fanden. Ich nutzte die Gelegenheit, die seltenen Sonnenstrahlen, die Regenpausen und den Wind, um mich der vernachlässigten Körperpflege und ein paar Kleidungstücken zu widmen.

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(Blick über den Smájllájåhkå zur Mikkastugan und den Mihkájiegna)

Mit dem Geräusch von auf das Zelt fallenden Regentropfen endete der ereignislose Tag.


14. September 2010

Am nächsten Morgen regnete es immer noch und da wir nun viele Reservetage hatten, beschlossen wir abzuwarten bis es etwas aufklaren würde, um dann einen Abstecher zum Mihkájiegna-Gletscher zu unternehmen.

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(Gletscher Mihkájiegna)

Wir hielten uns auf Höhe der größten Moräne mit der Markierung 2005 und blicken von dort ins Tal hinüber zum Gletscher, der sich – wie wahrscheinlich die meisten – in den letzten fünf Jahren stark zurückgezogen hatte. Durch das gesamte Gletschertal zogen sich weitere Moränen, mal größer, mal kleiner durch eine Steinwüste. Es ist immer wieder überwältigend, vor einem Gletscher zu stehen, zu sehen, welche Kraft in ihm steckt … in diesem Eis, das aussieht, als würde es sich nicht bewegen. Ich stelle mir vor, die die Täler vor vielen Jahrzehnten, Jahrhunderten noch mit Eis bedeckt waren, wie es sich durch die Täler geschoben hat, wie die Hochtäler, Trogtäler und die anderen Täler von ihm geformt wurden. Wobei das Geröll, dass dieser Gletscher hier mit sich schiebt, vergleichsweise „winzig und niedrig“ im Vergleich zu den „Steinchen und Hügeln“ im Rogen Naturreservat ist.

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(Gletscher Mihkájiegna)

Es begann wieder zu Regnen und auch der Wind wurde stärker. Von daher kehrten wir um, anstatt noch etwas näher an den Gletscher heran zu laufen, oder den Máhtutjåhkkå zu erklimmen. Wind und Regen ließen erst am späten Abend wieder nach – von daher folgte dem Gletscherausflug ein ruhiger Zeltnachmittag.

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(Mikkastugan und Blick ins Ruohtesvágge)

... Fortsetzung folgt!
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

15. September 2010

Die Regenschauer waren über Nacht nicht weniger geworden, eher im Gegenteil. So machten wir uns auf den Weg zum Álggavágge. Schade war, dass neben dem Regen auch die Wolken sehr tief in den Tälern hingen. Die Aussicht auf das Mäander bei Skárja wäre sicherlich sehr schön gewesen.

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(oberes Rapadalen / Mäander bei Skárja)

Die einzige nennenswerte Schwierigkeit des Tages war für uns die Durchquerung des Guopherjåhkå. Das Wasser sollte lt. Wanderführer ja überhaupt kein Problem sein. Zum ersten Mal standen wir für kurze Zeit bis zur Oberschenkelmitte im Wasser, es waren zwar nur ein paar Schritte, aber die Strömung machte das Unterfangen nicht einfacher. Zudem sah man überhaupt nicht wo man hintrat und konnte sich nur vorsichtig mit den Füßen vortasten. Die Auswirkungen des Regens machten sich allmählich bemerkbar. In Kvikkjokk am Ende der Tour erfuhren wird, dass der Regen ausgereicht hatte, um das Rapaselet wieder „schiffbar“ zu machen. Der Hüttenwart in Aktse konnte so zum Ende Saison noch einen Ausflug zum Nammásj unternehmen.

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(linkes Tal - Álggavágge / rechts Tal - Guohpervágge)

Wir folgten dem Pfad hinauf ins Álggavágge, passierten die Tür im Rentierzaun und setzten die nun ganz einfache Wanderung durch das enge, ebene und grasbewachsene Tal fort. Ruck zuck hatten wir die Wasserscheide beim Áhkájjåhkå erreicht. Wenn man zuvor so etwas noch niemals beobachten konnte, ist das schon faszinierend. Das Wasser des Áhkájjåhkås fließt hier zum einen in Richtung Skárja und durch das Rapadalen zum Laitaure und zum anderen durch das Álggavágge zum Álggajávrre und schließlich über den Fluss Miellädno in den Virihaure.

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(im Álggavágge kurz nach der Wasserscheide)

Wir kamen zunächst sehr gut voran, ein paar Kilometer vor dem Abfluss des Vattendelarglaciären wurde es etwas hügeliger, weidengestrüppiger und sumpfiger. Es war den gesamten Tag regnerisch und windig, wobei wir Glück hatten und die stärkeren Regenschauer nicht abbekamen, die zogen durch die verschiedensten Seitentäler immer an uns, bzw. vor oder hinter uns, vorbei.

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(Blick durchs Álggavágge zum Sarekmassiv)

Vor dem Abfluss des Vattendelarglaciären bauten wir im Windschutz eines Hügels unser Zelt auf … bis sich der Wind ein paar Stunden später drehte und wir nun doch ungeschützt im Wind standen. Gegen diese Böen war der Sturm bei Skárja ein laues Lüftchen gewesen. Ich pellte mich nochmal aus dem Schlafsack, ging in den Regen und Wind, prüfte die Häringe, die aber allesamt nach wie vor fest im Boden steckten und beschwerte sie sicherheitshalber nochmal mit Steinen – vor allem die der Aspisen, wo die Rucksäcke drunter lagen.
filainu
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von filainu »

ui, na nun kommt ja Spannung auf, die ersten Tage hattet ihr ja super glück mit dem Wetter und nun das, bin schon soooo gespannt wie es weitergeht, laß uns nicht so lange warten bitte :D
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

16. September 2010

Nachdem ich die Ohrenstöpsel entfernte hörte ich … NICHTS!!! Es war zwar immer noch bewölkt, die Berge waren ab ca. 1.200 m weiß gepudert und hier und da sah man ein Stück blauen Himmel. Was für ein Bild, herrlich!

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Álggavágge

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Álggavágge

Bevor wir losliefen schaute ich mir den Fluss an, den es zu durchwaten galt. Sah flach und vollkommen unproblematisch aus, wir konnten die Wanderstiefel zum waten anziehen. Die ersten beiden Flussarme waren tatsächlich kein Problem. Beim Dritten scheiterten wir dann. Also doch die Watschuhe an und …. brrrrrrrr, Sch*****, war das kalt! Ich glaube, mir hätte ein Felsen auf die Füße rollen können, ohne dass ich es gemerkt hätte, ebenso wie man kurz darauf lediglich an den Händen fühlte, dass man etwas abtrocknete.

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Durchwatung des Gletscherbaches des Vattendelarglaciären im Álggavágge

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Tal auf der rechten Bildseite - Niejdariehpvágge; Tal Bildmitte - Álggavágge

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Oberhalb des Álggajávrre

Nach ein paar Metern wandern waren auch die Füße wieder warm und gegen Mittag erreichten wir die Alkavare Kapelle auf einer Anhöhe am westlichen Ende des Álggajávrre. Der letzte Abschnitt des Álggavágges war nicht ganz so leicht zu gehen, wie der erste Teil vom Vortag, aber auch nicht besonders schwer, allerdings anstrengend. Es ging durch hügeliges Gelände mit und ohne Weidengestrüpp, sumpfig und trocken sowie durch kleinere Bäche.

Inzwischen hatte sich auch die Sonne durchsetzen können, auch wenn tief im Álggavágge nach wie vor die Wolken dominierten. Wir stellten verdutzt fest, dass die Kapelle nicht abgeschlossen war, nur hinderte uns die Höhe der Rucksäcke am Eintreten. Diese legten wir im Windschatten der Kapelle ab und ruhten uns dort etwas aus. Danach stand der Besichtigung nichts im Weg.

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Álkavare Kapelle

Die Álkavare Kapelle ist einfach ausgestattet und sieht rein äußerlich eher aus wie eine einfache Hütte. Errichtet wurde sie auch Bruchsteinen. An den Wänden im Innenraum befanden sich Kerzen in Halterungen mit goldfarbenen Spiegeln, die das Licht reflektieren und so den Raum ausleuchten können. Die Ausstattung ist schlicht – Bohlen, die auf Balken verteilt Bänke ergeben und ein einfacher Altar, mit einem Kreuz aus zwei Ästen. Die Kapelle stammt noch aus einer Zeit, als hier im 16. Jahrhundert Silber und Erz abgebaut wurde. Sie wurde 1787 fertiggestellt, aber wie die Siedlung um ca. 1860 aufgegeben. 1961 wurde die Kapelle restauriert und wiedereröffnet. Jetzt wird an mindestens einmal im Jahr ein Gottesdienst dort abgehalten. Geübte Augen mögen noch die Grundmauern der Gebäude der Silber- und Erzbausiedlung erkennen, für uns unterschieden sie sich kaum von der übrigen Landschaft.

Wir verewigten uns im Gästebuch, warteten die nächste Regenschauer ab, die dann doch ausblieb und begaben uns zu den Booten am See. Auf unserer Seite lag leider nur eines, was hieß, dass wir bei dem starken Wind drei Mal rudern durften. „Wir“ hieß, mein Mann rudert und ich gab die Richtung an. Bevor es losgehen konnte mussten wir zunächst das Ruderboot ausgießen und über das steinige Ufer ins Wasser ziehen. Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als das einer mit Schwung das Boot durchs Wasser schob und dann hineinsprang, während der zweite schon zu rudern anfing, da es durch den Gegenwind schnell zurückgetrieben wurde und wieder auf Grund lag. Auf der anderen Seeseite befanden wir uns bereits im Padjelanta Nationalpark - landschaftlich konnte man schnell eine Änderung bemerkten. Ist der Charakter des Sarek eher durch hohe Berge und enge Täler geprägt, ändert sich die Landschaftsform schon am Ende des Álggavágge. Das Gelände ist offener, die Täler breiter, die Berge nicht mehr ganz so hoch - auch wenn einzelne wenige "Gipfelgruppen", wie z. B. das Álátjåhkkå-Gebirge, eine Höhe von 1.300 m überschreiten. Sie wirken allerdings durch den offenereren Charakter der Landschaft nicht mehr so mächtig, wie die Berge des Sarek.

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Nach der Seeüberquerung am Abfluss des Álggajávrre / Beginn des Flusses Miellädno

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Blick zurück ins Álggavágge

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Álggajávrre

Wir suchten uns einen Weg unterhalb des Nuortap Rissávárre den hügeligen Berg hinauf. Wir querten den Bach bei ca. 870 m Höhenmetern und schlugen auch dort unser Zelt auf – warum weiterlaufen, wenn man die Sonnenstrahlen, auf einem Felsen sitzend, mit einem Buch in der Hand und Aussicht auf den Álggajávrre und das Álggavágge genießen kann. Es bot sich auch an hier zu bleiben, weil wir am nächsten Tag, bei gutem Wetter – d. h. ohne wolkenverhangene Berge, auf den Nuortap Rissávárre wollten.

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Zwischen dem Nuortap Rissávárre und dem Álggajávvre
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

17. September 2010

Den Abstecher auf den Nuortap Rissávárre verschoben wir auf ein anderes Mal. Der Sarek befand sich wieder einmal in Wolken und Regen. Aus Süd-Osten zogen immer wieder neue Schauern und dicke dunkle Wolken herbei, die über die Padjelanta-Hochebene, knapp an unserem Zeltplatz vorbei, weiterzogen.

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(Der Rissájåhkå - in der Biegung links durwateten wir den Bach; kein Problem mit dem hohen Schaft der Wanderstiefel)

Wir durchwateten den Rissájåhkå kurz vor der Mündung des Baches, der vom Nuortap Rissávárre herabfließt. Schon von weitem hatten wir schon den schönen kleinen Wasserfall gesehen, den der den Rissájåhkå etwa auf 900 m Höhe bildet und befürchtet, eine schwerere Flussdurchwatung vor uns zu haben.

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(Rissájåhkåfallet)

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(Lulep Rissájávrre und Blick zum Álggavágge)

Wir wanderten am z. T. sandigen Ufer des Lulep Rissájávrre entlang. Vor dem Rissájávrre versperrte uns ein Rentierzaun den Weg. Aber statt wie im Wanderführer beschrieben hinüber zu klettern, stiegen wir ein Stück den Berg hinauf und gingen durch die hinab hängenden Streben des Zaunes (ich nehme mal an, sie wurden wegen des Gerölls hier anstelle des Maschendrahtes benutzt, damit der Zaun nicht ständig umgerissen wird).

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(Rissájávrre - hier in etwa soll sich Schwedens Unzulänglichkeitspunkt befinden)

Vom Rissájávrre nahmen wir den mehr oder weniger direkten Weg zum Duottarjávrre und hielten uns dabei etwas auf 900 – 940 Höhenmetern. Schwierige Passagen gab es auf der gesamten Tagesstrecke nicht zu bewältigen, die Steigungen waren sanft, der Abstieg ebenso, die sumpfigen Stellen nur mäßig feucht und so erreichten wir am frühen Nachmittag nach einer letzten Flusswatung die Tuottarstugorna. Während der Tour war es überwiegend bewölkt gewesen. Regen hatten wir bis auf ein paar Tropfen keinen abbekommen, er war immer um uns herumgezogen.

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(Duottarjávrre)

Die Tuottarstugorna waren, wie alle Hütten hier inzwischen, nicht mehr bewirtschaftet. Sie hatten Anfang September die Sommersaison beendet und nun geschlossen. Aber das wussten wir schon vor Tourantritt. Eine Hütte mit Nottelefon war aber noch für Wanderer offen, man musste nur nach der Antenne suchen, um die richtige Hütte ausfindig zu machen. Wir hatten genug Zeit um uns und die Klamotten zu waschen, die wir dann dank Heizung auch schnell trocken bekamen. Wir schliefen zum ersten Mal seit langem in einem bequemen Bett, hatten es angenehm warm und saßen an einem richtigen Tisch auf Stühlen. Nebenbei bemerkt, die Hütte war Tip-Top sauber! Es war alles da, selbst Papiertücher zum Abtrocknen.

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(Tuottarstugorna - "Hüttenleben")

Dennoch saß ich am Abend noch eine Weile mit Jacke und einer Tasse Tee auf der Veranda, um mich von dem allmählich abendlich verfärbenden Himmel über der Hochebene des Padjelanta verzaubern zu lassen.

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(Sonnenuntergang im Padjelanta Nationalpark - Tuottarstugorna)
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

18. September 2010

Wolken und Nebel über dem Sarek, sonnig und wenig wolkig über uns. Ein herrlicher und kalter Morgen.

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(Sonnenaufgang in Tuottar)

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(Sonnenaufgang in Tuottar)

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(Sonnenaufgang in Tuottar)

Eine Rentierherde lies sich nicht stören und tat sich gütlich am Gras neben der Hütte. Es hatte Nachtfrost gegeben, aber nachdem die Sonne aufgegangen war, zeigte das Thermometer vor dem Fenster im Schatten schon 3,5 °C an.

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(Sonnenaufgang über den Tuottarstugorna + Rentiere)

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(Nothütte Tuottar)

Wir wanderten bei Sonnenschein und … was war DAS??? Bohlenstege … teilweise hunderte Meter lang … ganz ungewohnt. Nur über die Flüsse bzw. Bäche (bis auf wenige Ausnahmen) führten keine Brücken und wir durften wie im Sarek waten; wäre ja ansonsten ziemlich langweilig geworden. Es war ein wenig hügelig, aber über den gekennzeichneten, ausgetretenen und gut begehbaren Weg war es überhaupt kein Problem schnell voran zu kommen. Die Landschaft war schön, weit und offen. Auf dem Weg zu den Tarraluoppalstugorna eröffneten sich immer wieder Blicke hinüber zu den verschneiten Gipfeln des Sarek.

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(Tuottarhochebene im Padjelanta Nationalpark)

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("Bohlenstraße")

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(Blick zum Sarek von der Tuottarhochebene)

Bereits gegen Mittag passierten wir den Übergang vom Gårråjávrátja in den Gieddoajvejávrátja und erreichten am frühen Nachmittag die Tarraluoppalstugorna. Es war zwar nicht mehr so klar wie am morgen und auch die Sonne versteckte sich immer häufiger hinten den Wolken, aber nach der Feuchtigkeit und Nässe der vergangenen Tage richtig angenehm – wahrscheinlich auch, weil wir endlich mal wieder ohne Regenjacke und -hose laufen konnten.

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(Tarraluoppal)

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(Tarraluoppalstugorna)

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(Tarraluoppalstugorna)

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(Pause in Tarraluoppal)

Wir teilten uns eines der wenigen verbliebenen Snickers, dafür bekam jeder ein Pick-Up. Wegen des schönes Wetters blieben wir auf der Veranda der Nothütte sitzen. Nichts desto trotz war es einfach zu früh, um die Tagestour hier enden zu lassen. So beschlossen wir, den Padjelantaleden Richtung Såmmarlappa weiter zu folgen, aber noch vor der Baumgrenze das Zelt aufzuschlagen.

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(Tarradalen oberhalb der Baumgrenze - Padjelantaleden)

Wir fanden ein schönes Plätzchen etwa 4-5 Kilometer hinter Tarraluoppal bei einem kleinen Bach. Die Sonne war inzwischen auch wieder zu sehen und lies sich erst wieder daran hintern, uns mit ihren warmen Strahlen zu verwöhnen, als sie hinter den Bergen verschwand.

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(Zeltplatz im Tarradalen oberhalb der Baumgrenze)

Nichts konnte mich daran hindern, meinem Mann zu sagen, dass wir heute mehr als die ursprünglich geplante Tagesetappe gelaufen waren und noch mehr hätten laufen können! So viel zu dem Thema: Das schaffen wir nicht! Aber damit ließ ich es dann bewenden. Wir sollten beide Spaß an der Tour haben und wenn einer sagt: „Ich mag nicht mehr, ich möchte abkürzen“, dann sollte man dem auch nachkommen, auch wenn man selbst innerlich am Fluchen ist.
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Uta
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Uta »

Hallo wölfchen,

ich hatte leider noch keine Zeit, Deinen Bericht zu lesen, aber die Fotos sind mal wieder super toll und machen Appetit.

Nette Grüße
Uta
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Micky
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Micky »

Hallo Wölfchen,

wo kam eigentlich das Boot her mit dem Ihr über den See gefahren seit?

Danke nochmals für die Fotos und den Bericht.

Bin schon sehr auf die Wanderkarte gespannt.

Lieben Gruß Micky :-winker
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Micky hat geschrieben:... wo kam eigentlich das Boot her mit dem Ihr über den See gefahren seit?...
Die drei Boote lagen am Ufer, zwei neue und ein älteres. Sollen die Brücke ersetzt haben, die vor ein paar Jahren bei der Schneeschmelze mit weggerissen wurde. Angeblich wurde inzwischen eine neue Brücke, etwa 2 km weiter Flussabwärts errichtet worden sein (zumindest ist sie auf unserer brandneuen Sarek-Karte so eingezeichnet.
Rena
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Rena »

Hi Wölfchen,

Deine Bilder sind zu schön und wecken große Sehnsucht !

Ich habe die Dusche von Aktse anzubieten, mein Mann hat diesen Schnappschuss mit der kleinen Kamera gemacht. Ich hole gerade Kaffeewasser und der Schwede unterbrach dafür netterweise seine "Eisdusche". Man muß schon sehr abgehärtet sein :D

Lieben Gruß
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Lappland2009Dieter-136k_.jpg
Lappland2009Dieter-136k_.jpg (385.98 KiB) 6781 mal betrachtet
Fjällkompis
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Fjällkompis »

Die berüchtigte Dusche in Aktse, die einzige in allen STF-Hütten, das Wasser hat so was bei 3 Grad, das muss man einfach mal gemacht haben ...

Ich hab fast geheult bei den Bildern von Wölfchen, einen Teil des Weges kenne ich. Der Blick vom Skierfe ist eine Offenbarung, oder? Und Ihr hattet so schönes Wetter wie wir seinerzeit. Danke für diese fantastischen Bilder!!!
Grüße
Fjällkompis
Da rief die Sonne: Meine Zeit ist vorüber ...
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Also, ich fand die Dusche gar nicht so schlimm. Es war ein heißer Tag und die Dusche die willkommene Abkühlung :mrgreen:

Oh ja, der Ausblick vom Skierffe ist eine Offenbarung. Zum fotografierren hätte ich mir aber ein paar Wölkchen gewünscht :oops:

Bin ja noch nicht fertig. Die letzten 3 Tage sind zwar schon geschrieben und auch die Fotos dazu fertig und hochgeladen. Aber ich arbeite noch an der Karte. Gebt mir noch Zeit!
volvofahrer
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von volvofahrer »

hej wölfchen,
tolle Tour und prima Bilder, schön geschrieben; - einfach: topp !!!
P.s. schon was für Aug./Sept. 2011 und mit ggf. mehr "Trekkingfreaks" im Auge ?

volofahrer
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

@ volvofahrer: Hast PN!

19. September 2010

Der Himmel war mit einem grauen Wolkenschleier durchzogen, nur selten kam die Sonne durch. Meist ging es durch Sumpf und Wald, bergauf und bergab, durch Flüsse aber auch über Brücken.

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(Lemming)

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(eine der zahlreichen Bachdurchquerungen am Padjelantaleden im Tarradalen)

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(Lemming)

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(Grenze des Padjelanta Nationalpark)

Aussicht auf der Fjällwelt hatten wir im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen nicht häufig - und die wenigen wurden natürlich zum fotografieren genutzt - dafür erschreckte ich einen Lemming fast zu Tode. Das war nicht meine Absicht gewesen! Plötzlich quiekte etwas lautstark neben mir. Ich schaute nach oben, nach unten und dann sah ich ihn, diesen süßen kleinen Kerl, im hohen Gras sitzend, der mich mit weit aufgerissenen Maul und großen Augen anquiekte. Ich hatte nur wenige Zentimeter von ihm entfernt beim Laufen meinen Wanderstock in den Boden gerammt und ihn dabei fast aufgespießt. Er quiekte weiter und floh nicht, kurz drauf wussten wir auch, warum er nicht weglief. Ich stand direkt auf seinem Fluchtweg und er war nicht in der Lage, über die hohen Gräser zu laufen. Wir gönnten dem Tierchen seine Ruhe und hofften, dass er nicht wenig später allein durch die Aufregung Tod umfiel. Tote Lemminge hatten wir schon sehr viele gesehen, ebenso viele lebende.

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(Lemming)

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(Lemming)

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(Tarradalen - Pärlälvens fjällurskogs naturreservat)

Da wir meist nur durch Wald liefen und kaum Orientierungspunkte hatten, zogen sich die Kilometer bis zur Såmmarlappastugan. Meine Füße schmerzten und waren feucht, so war ich dann heilfroh, als wir die Hütte endlich erreichten. Wir hatten beide keine Lust mehr weiter zu laufen, auch wenn es noch früher Nachmittag war, zumal die Sonne wieder zum Vorschein kam. Zeit hatten wir ohnehin genug. Also bezogen wir den Notraum, beseitigten den Dreck der Wanderer vor uns und verbrachten den restlichen Nachmittag am Ufer des Tarraätno. Meine Schuhe durften oberhalb des Ofens trocknen.

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(Såmmarlappa)

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(Tarraätno bei Såmmarlappa)

Gegen Abend – ich fing gerade an zu kochen – bekamen wir Besuch von zwei jungen Wanderern, die vergeblich hofften, dass die Hütte mehr als nur zwei Betten hatte. So stellten sie sich bis zum Ende des neuerlichen Regens unter und zogen dann weiter.

Mein Mann kam auf die pfiffige Idee für die Nacht – wir gingen davon aus, dass es wieder Nachtfrost geben würde – Steine auf den heißen Holzofen zu legen, damit kein Holz nachgelegt werden musste … die Hütte war gut isoliert … und hätten wir Wasser auf die Steine gegeben, wäre die Sauna perfekt gewesen.


20. September 2010

Es soll ja niemand behaupten, auf solchen Touren müsse man auf ein luxuriöses Frühstück verzichten :mrgreen: :

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Wir setzten unsere Waldwanderung fort, immer wieder mit Ausblicken auf den Tarraätno. Am Anfang ging es etwas schleppend voran, es war sumpfig und steinig, man musste zur Abwechslung mal wieder genau schauen, wo man hintrat. Hin und wieder war der Wald etwas lichter und gab den Blick auf die umgebenden Berge frei.

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(Blick Richtung Såmmarlappa unterhalb des Berges Måskásjgájsse)

Nach der langen „baumfreien“ Zeit, war die Wanderung durch den Wald eine willkommene Abwechslung und genau genommen eine dritte Landschaftsform, die wir seit dem Sarek durchwanderten.

Kurz bevor der Nordkalottleden auf den Padjelantaleden stößt, durchquerten wir ein breites, steiniges Flussbett, mit ein paar kleineren Wasserläufen – Wahnsinn, was hier an Wassermassen während der Schneeschmelze wohl durchtoben? Kurz darauf ein weiteres Geröllfeld, das eher wie eine Steinlawine aussah.

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(Tarradalen)

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(Tarrekaisemassiv kurz vor dem "Zusammenstoß" mit dem Nordkalottleden)

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(Links: Måskásjgájsse, rechts: Tarrekaisemassiv, Tal: Bådurgårsså)

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(Herbst im Tarradalen und Tarrekaisemassiv)

Mit Blick auf den Tarraure näherten wir uns rasch der Tarrekaisestugan. Mein Mann wollte gern noch weiter laufen – ich nicht unbedingt. Außerdem war es schön hier am See. Aber Mäuse gab es hier! Also immer schön die Türe zur Hütte schließen!

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(Tarrekaisestugan)

Wir saßen wieder bis Sonnenuntergang auf der Veranda. Es folgte eine kalte, klare Vollmondnacht.

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(Vollmond überm Tarraure)


21. September 2010

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(Morgenstimmung am Tarraure)

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(Morgenstimmung am Tarraure)

Die Wanderung von Tarrekaise nach Njunjes war einfach und mit schönen Aussichten. Insbesondere die weite Aussicht vom Hügel kurz vor der Njunjesstugan war herrlich. Nur die Sonne fehlte, sie war bereits am Morgen hinter Wolkenschleiern verschwunden.

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(Aussicht vom Hügel über Njunjes in Richtung Tarraure)

Der Abstieg hinunter zur Stugan war anstrengend. Dafür erwartete uns ein großer Holzstuhl und eine Liege neben der Hütte. Wir legten eine Mittagsrast ein und überlegten, ob wir es wohl noch bis Bobäcken schaffen würden. Die angeschlagenen Kilometer ließen uns zweifeln, aber machbar war es, wenn es sich gut laufen lassen würde.

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(Pause in Njunjes)

Wir machten uns auf den Weg und es lies sich gut laufen. Eben, und nur selten ein schmaler Pfad, meist so breit, dass man mit dem Schneeskooter oder einem Quad ebenfalls hier langfahren konnte. Kaum Steigungen, Brücken über Flüsse und Holzstege über sumpfige Gebiete. Der Weg führte uns immer durch den Wald, wenig abwechslungsreich, wie zu Beginn der Tour.

Leider fing es langsam an zu regnen. Unterwegs legte ich den Akku in das Handy ein und war froh, dass er nicht leer war. So konnte ich Björn anrufen, der ja zuvor schon sagte, ab Njunjes könne man telefonieren. Es war kein Problem für ihn, uns an diesem Abend in Bobäcken abzuholen.

Eineinhalb Stunden vor der vereinbarten Zeit trafen wir an der neu errichteten Kåta in Bobäcken an. Lt. Hinweisschild hätten wir, wenn die Akkus leer gewesen wären, weiter bis zur alten Siedlung Kvikkjokks weiterlaufen können. Dort wäre eine weitere Tafel, auf der stehen würde, was man weiter zu tun hätte.

Pünktlich traf Björn ein und chauffierte uns über den Tarraätno und durch den Regen zurück nach Kvikkjokk. Unterwegs arrangierte er eine warme Mahlzeit für uns in der Fjällstation. Wir aßen dann später mit ihm und einem weiteren Mann, mit dem er im Wald zusammen gearbeitet hatte zu Abend. Für den Fall, dass es, wie vorhergesagt am nächsten Tag gutes Wetter geben würde, vereinbarten wir eine Bootstour durchs Kvikkjokkdelta, die wir tatsächlich – neben dem Aufstieg zum Prinskullen – bei bestem Wetter unternehmen konnten.

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(Aussicht vom Prinskullen auf das Kvikkjokkdelta)

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(Bootstour im Kvikkjokkdelta - Mierdekjavrre)

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(Bootstour im Kvikkjokkdelta)[/b

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(Bootstour im Kvikkjokkdelta - Mierdekjavrre)

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(Bootstour im Kvikkjokkdelta - Mierdekjavrre)


Und zum guten Schluss noch die Karte zur Tour (wie bei allen Miniaturansichten der Fotos, insbesondere der Panoramen - 2 x klicken, um eine größere Ansicht zu erhalten - Original: 2021 x 1790 Px):

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filainu
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von filainu »

hej wölfchen, einfach nur klasse dein bericht, von den Fotos ganz zu schweigen. sag mal wäre es möglich auch die ursprünglich geplante route einzuzeichnen? Mit einer anderen Farbe oder so?
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

filainu hat geschrieben:... sag mal wäre es möglich auch die ursprünglich geplante route einzuzeichnen? Mit einer anderen Farbe oder so?
Theoretisch ja, praktisch würde dann immernoch ein Stück oben fehlen. Diese Karte wäre also zu klein.
filainu
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von filainu »

ah, also ihr wolltet quasi so grob um den Gisuris rum und dann durch das Ruohtesvagge zurück?
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Nein, wir wollten von Skárja aus über das Ruothesvágge nördlich um den Gisuris zum Padjelantaleden und über den Padjelantaleden am Vastenjaure und Virihaure (da sind auch die Hütten eingezeichnet) vorbei nach Tuottar.
filainu
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von filainu »

ah, ok, danke, eine wirklich tolle tour, da bekommt man richtig Lust aufs wandern......aber da müssen die sprößlinge mal noch paar Jahre älter sein, damit ich sie mitnehmen kann..... (oder sie mal zwei drei wochen ohne Mama auskommen)
TochterderStille
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von TochterderStille »

schöner Bericht und tolle Fotos! Danke nochmal.
...und die Lemminge sind ja echt süss !
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Joerg
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Joerg »

Wirklich ein schöner Bericht, der mich auch dazu animiert hat, mal über einen Trekking-Urlaub nachzudenken. Die Bilder sind sehr schön - atemberaubend ist wohl eher das passende Wort dafür. Danke fürs teilen.
luberon
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von luberon »

Bin gerade dabei für Padjelanta und Sarekpark für 2011/12 eine Solotour zu Planen.
Ein wirklicher schöner Bericht mit sehr tollen Fotos über diese wunderschöne Landschaft.
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Gesa
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Gesa »

Ich kann nur sagen: WAHNSINN! :D
Die Bilder sprechen wirklich für sich und machen mehr als nur Lust auf Schweden! Wo kann man noch so nah an der Natur sein und vor allem in so einer ursprünglichen Landschaft?
Wie lang im Voraus habt ihr die Tour geplant und vor allem: Was kostet so ein Abenteuer? Wie sieht's mit körperlicher Fitness aus? Man trägt ja den ganzen Tag etliche Kilos mit sich herum und kraxelt hin und wieder mal ganz schön steil, da darf man doch sicherlich kein Weichei sein!? ;)

Ich freue mich schon auf mehr Bilder und Erzählungen :herz:
Mona-Linnea
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von Mona-Linnea »

..find ick ooch...
Unbeschreiblich schöne Landschaft, bestechend schöne Fotos, wunderbar!
M-Lin
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wölfchen
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Re: Trekking Sarek und Padjelanta Sept. 2010

Beitrag von wölfchen »

Ich war eine Weilchen wegen des super Wetters hier in Deutschland mehr draußen unterwegs, als im Internet. Deshalb die verspätete Antowert. Erst einmal nochmals vielen Dank für die Komplimente, spornt an, nach das diesjährigen Tour nochmal einen Bericht zu verfassen. Dauert aber noch, denn wir sind noch nicht mal losgelaufen :mrgreen:

Hej Gesa:
Gesa hat geschrieben: Wie lang im Voraus habt ihr die Tour geplant und vor allem: Was kostet so ein Abenteuer?
Ich habe seit dem Herbst des Vorjahres erstmal Informationen gesammelt, über den Sarek und Padjelanta allgemein, Google und Wanderführern sei Dank war das relativ einfach, spezielle Frage dann einfach posten. Meist bekommt man so gute Antworten, die man in keinem Reise- und Wanderführer bekommt.
Im Frühjahr hatte ich dann genug Infos zusammen, um die Tour, incl. Alternativrouten zu planen. Dazu noch eine ganz woanders, damit man spontan umplanen kann, für den Fall, dass man für diese Zeit tatsächlich zu spät dran sein sollte. Akutell brüte ich über der diesjährigen Trekkingroutenplanung. Wobei "brüten" das richtige Wort dafür ist ... ;)

Ich mache lieber hin und wieder ein wenig Planung, eben so wie man Lust hat, als dann später gestresst, kurz vor der Abreise noch alles zusammentragen zu müssen.

Was so ein Abenteuer kostet ... mmmh, da ist die Frage, was man an an Ausrüstung mitbringt, was ausgetauscht oder neu beschafft werden muss. Auf der anderen Seite, rechnet man solche Dinge mit zu den Kosten für eine solche Tour?

Direkte Kosten während der Tour sind Nahrung (Fertiggerichte, Wasserzusatz, Müsliriegel, Schokolade, etc.) sowie evtl. Unterkunftskosten bei den Hütten den STF oder Padjelanta. Die sind auch davon abhängig, ob man in der Hütte übernachtet oder auf dem Zeltplatz und nicht zusetzt insbes. beim STF ob man während der Saison dort aufkreuzt oder außerhalb. Was die Kosten, kann man direkt auf der Seite beim STF nachschauen und bei den Hütten-Seiten des Padjelanta. Natürlich kann man überall wo man möchte, sofern kein direktes Verbot ausgesprochen wurde, sein Zelt aufschlagen. Dieses ist die günstigste Alternative. Ich musste ernährungstechnisch auf Real Turmat zurückgreifen (Lactoseintolleranz), die sind zwar teuer - aktuell 8-11 EUR pro Portion/Tüte - aber schmecken für ein Outdoorgericht richtig gut. Auch hatte ich keine Anwandlungen, endlich wieder was richtig gekochtes zu mir nehmen zu müssen. Mein Mann hätte günstigeres Essen, dafür hat es bei weitem nicht so gut gemundet, deshalb investieren wir dieses Jahr mehr in die Hauptgerichte.

Zu den Kosten der Tour müssen auch noch evtl. Bootstransfer eingerechnet werden. Wenn man mit dem Hubi fliegen möchte, kostet das natürlich auch noch etwas.

Vielleicht habe ich noch etwas übersehen. Dieses Jahr z. B. gehen allein 450 EUR allein für Nahrungsmittel drauf (3-Wochen-Tour). Auf der anderen Seite, braucht man Nahrung auch, wenn man zu Hause bleibt, allerdings nicht in dieser Größenordnung.
Gesa hat geschrieben:Wie sieht's mit körperlicher Fitness aus? Man trägt ja den ganzen Tag etliche Kilos mit sich herum und kraxelt hin und wieder mal ganz schön steil, da darf man doch sicherlich kein Weichei sein!? ;)
Kondition sollte man schon mitbringen. Jemand, der überhaupt keinen Sport treibt, für den wären Trekkingtouren nichts. Am Besten trainiert man zuvor schon vernünftig. Einfach mit wenigen Kilos im Rucksack anfangen und wandern gehen (auch wenn die Leute drum herum einen dumm anschauen) und dann immer mehr Gewicht zulegen (im Rucksack, nicht auf den Hüften ;) ). So kannst Du sicher sein, dass auch die richtige Muskulatur aufgebaut wird. Allgemeines Konditionstraining kann auch nicht schaden. Ansonsten bestimmt die Fitness neben der Streckenbeschaffenheit die Länge der Tagesetappen.

Der Sarek ist allerdings kein Anfängergebiet! Also nicht die erste Trekkingtour überhaupt genau dort planen.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass wir uns ärgern, nicht schon viel früher diese Art von Urlaub gemacht zu haben. Es ist einfach toll!
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